Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2588 (8.5.1926)
- Date
- 1926-05-08
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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m Üj ffffatetiEMWft W to trtwBt In tim Bechrmvckms der Ehemichörer der Technik tmt^re gestern Bericht Aber die Berhandlungm mit dem Unterrichtsministerium und den akademischen Behörden «stattet. Die Versammlung nahm mit Befriedigung zur Kenntnis, -aß die Gesuche der vier StaatSprüfungskandSmten günstig erlÄ-igt, die Gültigkeitsdauer der praktischen Arbeit für die zweite Staatsprüfung auf ein Jahr verlängert wird, die HarÄhabung des § 51 nicht in strenger Anlehnung an dessen Bcsttnmmngen geschieht und die Streichung des „Nicht an« rechenbar" so erfolgt wie vor dem Jahre 1926. Den akademische»: Behörden wurde Dank und Vertrauen ausgesprochen, auch dem Prof. Moser, gegen den vor acht Tagen die Hörerschaft eine Mißlrauonsikundgebung beschlossen hatte. ^ssattion für Re Abbrändler von Molsdurg. Der verheerende Brand in Nikolsburg hat die in Wien wirkenden lanosmannschaftlichen Vereine Mährens veranlaßt, sich zu einer gemeinsamen Hilfsaktion zusa-mmen« zufchlreßen. Durch eine gwßangelegte Sammeltätigkeit und durch eine Reihe vo,: Veranstaltungen soll den bcdauerns« lverten Opfern der Brairdkatastrophe rasche und ausgiebige -Hilfe gesichert werden. Gütige Spenden nehuren entgegen: Der Verein der Nikolsburger in Wien (Postsparkassenkonto Nr. 113.261) und die Obmänner der Vereine der Boskowitzer, Groß-Nteserirschcr. Holleschauer, Kostler, Kremsierer, Leipniker, Mährer, Mähr.-Aujscer, Proßnitzer. Schaffner, Straßnitzer, Trcbi sicher und Triescher. Gedächtnisfeier Kr gekallme Wische Arbeiter in Paiäftino. Der Verein der Jrc-unde des arbeitenden Palästina veranstaltet heute um halb 8 Uhr aberws im Festsaale des Alten Rarhauses -eine.Gedächtnisfeier für die gefallenen jüdischen Arbeiter in Tel-Chaj und für die am 1. Mai 1921 in Jaffa Gefallenen. Redner: Prof. Dr. Vikrr r Kellner, Mendel Singer. Das Tckreiaria! des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina befinde: sich setz: 2. Bez., Taborstraße 1, Tür 20 a. AmmelaMon für die Wische Fugendförsorge. Beginn: 13. Ma: - Fürsorge für verwaiste, verlassene, kranke und gefährdete Mrsche Kinder ist dir Aufgabe der vor zwei Jahren von der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge in Wien, 1. Bez., EeitenstettenZasse 2, errichteten jüdischen Jugendfürsorge. In planmäßigen Zusammenwirken mit den ihr angeschlossenen Vereinen hat sie seit ihrem Bestand reiche und fruchtbringende Arbeit geleistet. Mehr als 15 Milliarden Kronen w-urdcn im Jahre 1LL5 für jüdische Jugendfürsorge verausgabt, viel Jammer und Elend wurde gelindert, aber die Zahl der schuhbedürftigen jüdischen Kinder in Men ist erschreckend groß, die Not tvächst 'von Tag zu Tag, die jüdischen Kinderupd Jugendheime sind in schwerer Bedrängnis und die nötigen Mittel können nicht aufgebracht werden, wenn nicht die Allgemeinheit hier h eisend eingreifr. Mit Bewilligung des' Magistrats der Bu ndeshaup tstadt Wien veranstaltet daher die Zentralstelle, für jüdische soziale Fürsorge im Laufe dieses Monats, beginnend am 13. d., eine Sammelaktion untercher Wiener jüdischen Bevölkerung, deren Erträgnis den Institutionen der jüdischen Jugendfürsorge zugute kommen soll. Zu diesem Zwecke wurden in sämtlichen Bezirken Komitees gebildet uns die Spenfcw tvewen durch legitimierte Sammler mittels Sammelbogen eingsfammelt werden. Bei der bekannten Opferwilligkeit der Wiener Ittden ist zu erwarten, daß reiche Mittel den: bringenden Hilfswerke züfließen werden 2er Aschossene von der Schleusenbrücke. Donnerstag früh wurde der Fabriksdireklor Karl Iystf Hellriegl aus Pforzheim bei der Schleusenbrücke in der Brigittenau mit einer Schußwunde ait der rechten Schläfe tot aufgefundeu. Verschiedene Umstände ließen seinen Tod als b edenklich erscheinen, wiewohl alle Umstände dafür sprachen, daß der .Mann Selbstmord verübt hat. Eins Mitteilung, die gestern dem Sicherhettsbnreau zukam, bestärkt diese Ansicht. Es har sich nämlich der Wafsonhändler gemeldet, bei dem »der eRvolver, den der Tote mit der Rechten uncflamntcrt hielt, gekauft wurde. Ter Verkäufer schilderte den Mann, der ihn erstanden, als etwa 30 Jahre alt, schmächtig und reichsdentschen Dialekt sprechend. In dem Lichtbild des Hellriegl erkannte 'der Verkäufer mit Bestimmtheit die Kunde. Frauengrubve der zionistischen Bezirksseltiong Anläßlich der Jjar-Aktion findet am Dienstag heu 11. h. um halb 8 Uhr abends im Saale der Lese- und Redehatte, 9. Dez., Türkenstraße 9, ein Meeting statt, bei welchem. Frau Erna Patak, Präsidentin der Zionistischen Franenorganlsation für Oesterreich, und Herr Dr. N. M. Gelber sprechen werden. Jüdische Frauen! Erscheinet in Massen,! gugendmeeting. Am Mittwoch den 12. b. um halb 8' Uhr abends findet im Hotel Eontinental, 2. Bez., Taborstraße 4, ein I ugen dni e e t i n g statt, zu welchem als Redner die Herren Oberrabbiner Dr. Ehajes und Dir Dr. Kellner geladen wurden. Es werden auch Redner der einzelnen Jugendorganisationen spreche»», getil«« saimuitttt ,iim‘ veranstaltet Donnerstag den 13. Mat l. I. nm 8 Uhr abends in den Olympiasälen, 1. Bezirk, Rotgaffe, einen Schalom-Mschem- Sedenkadend aniStzlich des 10. Todestages des Achters Programm i Gedenkrede: Red. M. Groß „Beim Doktor" (Monolog), B. Sigall Gesang: Oberkantor MaraulieS u. a. „Das Wiegenlied", Text und Mufit von Schalom Alejckiem Theateraufführung: „Mazel Low" (Der Get unter Mitwirkung bekannter jüdischer Sckiawvieler ] Karten bei R. Lowit, I.. Roteniunnstraße, '1)1. Rath, II., j Taborstraße 20a, und bei der „Wiener Morgenzeiiun-O KTggWrW fJ 1 j j #Vi'J4 gtr IW141 j f T1 ffwwwg Am Donnerstag den 13. d. findct um 8 Uhr früh auf dein Hakoah-Platz eine Chagigah statt; für den Verlauf ist geplant: 1. Zcirauffchnallen; 2. Anfftcllullg; 3. Deklamationen: a) Atlfruf an die jüdische Jugend Wiens, b) Gruß m das arbeitende Palästina, c) Gruß an die Zionistische Exekutive; 1. Spiele. W i e n, 8. Mai. * Das Wetter. Gestern herrschte wieder kaltes Reg en- Wetter. Die Voraussage lautet: Kühles, trübes Wetter mir heftigem Regen. Irrtum am Bankfchakter? Gestern vormittags, gegen halb 12 Uhr. ist an der Kasse eines Privatbankhauses in der Inneren Stadt ein sehr elegant gekleideter Herr erschienen, der der Kassierin eine tschechische 5 0 0 0 - Kr 0 n en - Noie zur Einwechslung überrcichke. Bei der Umwcchslung hat nun der Herr,' offenbar ohne cs selbst zu missen, mit dem österreichischen Gelde a u ch d i e z tt r U ni w echflnng präsentierte tschechische 5 000-Kronen-Note an sich genommen und ist fortgegangen. Da die Kassierin für diesen Betrag ersatzpflichtig ist, bittet sie jenen Herrn, befielt Personsbeschreibuilg bekannt ist. und der auch vermutlich schon öfter in dem Bankhause vorgesprochen hat, ihr diese Banknote zurückzuerstatten. Die Anzeige wurde beim Polizeikommissariat Innere Stadt erstatte: und' die Erhebungen sind im Zuge. * Ein Arzt als Revolverheld. Der gewesene Gcmeindearzt in K i r ch b e r g an der P i e l a ch Dr. Karl B r e n dler hat am 1. d. in Wolfsntal h in der Gemeinde Kirnberg gegett Frattz G r a ß m a u tt, mit dessen Gattin Doktor Brendler in gemeinsamem Haushalt gelebt hat, drei Revolverschüsse abgefeuert und ihn sehr schwer verletzt. Dr. Brendler wurde verhafte.! und dem Bezirksgericht Mank cingeliefert. Er behauptet,' im Zustande der Nottvehr gehandelt zu haben. * Eine furchtbare Eifersuchtstat. Aus Warschau, wivd uns geschrieben: In Zukowce (Bez. Wolkowisk) hat der 25jährige Basrli Wer barsch seine Frau bei einem Rendezvous mit dem Richter Lesczinski im Wald betreten. Er stürzte sich auf die beiden und hackte ihnen mit einigen wuchtigen Schlägen die Köpfe ab. Nachher legte er feinem Vater, dem Bürgermeister eines nahen Dorfes, gegenüber ein Gestqttdnis ab und verlangte, daß man ihrt arretieren solle. * Warnung vor Auswanderung in die Türkei. Vom Wanderung samt wird mitgeteilt: Dtc in fünMer Zeit ein,gelangten Nachrichten ans der Türkei bestätigen, daß sich die dorttgen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkte in letzter Zeit so außerordentlich verschlechtert haben, baß zahlreiche Einwanderer keine Möglichkeit zu einem Fortkommen finde.»: und durch die Aufzehrung ihrer Barmittel in bittere Not geraten. Das Wandevungsamt hat stets davor gewarnt, ohne einen feste»: Vertrag in die Türkei ausztttvandern. Dir fetzt eingc-trctenen Verhältnisse veranlassen dieses Amt,.' seine Warnung eindringlich zn wiederholen und darauf aufmerksam zu machen, daß der österreichische Buttdesschatz nicht in der Lage ist, für eine Rückbeförderung jener Personen aufzukommen. die ungeachtet der ihnen erteilten amtlichen Aufklärungen bloß auf Gruttd einseitiger Erzählungen und falscher Informationen seitens Arbeitskollegen oder sonstiger unverantwortlicher Stellen auf eigene Gefahr die Reise in die Türkei angerretm haben. * Aenderung des Fahrpreises auf der Verbindungsbahn. Ab 15. d., dem Zeitpunkt der Einführung der Sommerfahrordnnng. luirb der Fahrpreis für die dritte Wagenklasse auf der V e rb i n d u ngs b a h n von 24 Grmchen auf 30 Gr of ch e n erhöht werden. Für die Strecke Wien-Nordbahnhof— Wien-Hauptzollamr wird eine besonders ermäßigte Gebühr vo»t 10 Groschen in der dritten Wagenklasse eingesührt. * Radio in der Sommerfrische. Die Generaldirektiok für das Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen hat verfügt, daß die Radioteilnehmcr aus Anlaß ver vorübergehenden Berlegutrg ihres Wohnsitzes ittfolge L a n d a tt f e n t h a l t e s, die auf die Zeit ihres Landaufenthaltes entfallenden Teilnehmergebühren in: voraus bei ihrem zuständigen Abgabepostamt bezahle»! können. Ist eine Vorauszahlung der Gebühren nicht' erfolgt, so wivd die Einhebung im Fälligkeitsmonate von dem für den Landaufenthalt zuständigen Postamt vorgenommen wxrde»:. Die Etttrichttntg der auf die Zeit des Landaufenthaltes entfallenden Gebühr ttt Form der Vorauszahlung gestaltet das Einhebungsverfahren einfacher und ziveamähiger. Die Radioteilnehmer werden daher eingeladen. womöglich die auf die Zeit ihres Landaufenthalies entfallenden Tetlnehmergebühren vor ihrer Abreise in die Sommerfrische beim Mgabepottam: ihres ständigen Wohnortes vorauszuzahlen. Teilneymer, di« die Gebi'chr »licht vorauszahlert. wollen diesen: Abgabeposta nt: ihren Landaufenthaltsort getrau bekanntgeven, damit die Eiilhevung der Gebühreir durch das für den Lattdaufenthalt zuständige Postamt rechtzeitig erfolgen kann. Te.ilrtchmer. die den Ruttdsvruch auch in der Sommerfrische auf- »tehnlett, haben ihren Berechrigungsschrirt zur allfälligen Aus- »vetsleistung mitzünehmen. * Eine neue jüdische Zeitung in Pole«. Seit dom 1. d. erscheint in Lodz -ein neues jüdisches Tagblatt in polnischer Spräche unter dem Titel „Wiadomosci Codzienne" („Tägliche 'Nachrichten"). 9. mm 9km * «in K«wz der itidischen Legionii« am SrM serM Der augenblicklich in Wie» weilende Kewrtan der j-iMschm Legion, Charles B. K i s h, wird morgen So»mta.g im Romen des Verbandes der ehemaligen Wischen Legionäre am Grabe. Hcrzls ctttcit Kranz niederlegen. Der Verband der Zionisten- Revtsionisten fordert alle Gesinnungsfreunde auf, sich zur Teilnahme an diesem Wt der Pietät morgen um 11 U>hr vormittags vor dem Tore des Döblinger Friedhofes eiMrfinden. Berel««, Bortrüge und Bersammluugen. Wiener B e t b- H a m i d r as ch, 2. Bez., Fer dinanbstraße 23. Heute. 4 Uhrr Lektor Dr. S. Rubin: „Die Metaphhsik der Bibel." — ZronistischeBez1rrs-> sektion Alsergrund. Montag den 10. d.. llhr abends, tm Cafe Metropol, 9. Bez, Berggaffe 33. Vortrag des Herrn Dr. Alfred L Ü »v h über das Thema: „Tagebuchskizzen von meiner Palästtnareisc." Gäste her-,l»chst willkommen. — M a i m o n i d e S - I n st i t u t, 3. Bez.. Hetzgafle 4(fc Heute, 4 bis 5 Uhr. Dr. N. Goldsteint „Midrasch rabba." — — Z i o »l i st i» ch e I u a e n. d g r u p p e Leopoldst a d t. Heute, nachmittags ‘/*3 Uhr, im Holme, ZükrtSqasse 33, beginnt der ZionisttkakurS B. — Verein Oesterre 1 chischer Chemiker. Heute, 6 Uhr abends, im Höriaal für Cliem-e an der Technischen Hochschule. 4 Bez. Karlsplatz 13. Vllversammlung. Vortrag Ing. Dr. Leo T a v s r ..Moderne Brotfabrikaiion" kmit Lichtbildern). — I ü d i s ch -> a t a d em t t ch e r I u r i st e u u c r c i it, 2. Bez., Taborstraße 1 3. Heute, 3 Uhr nachmittags im Klnbheim der Hakoad, 1. Bez., Wipplingerstraße 24, Generalversammlung. — Jugendverein G r e z Israel. Morgen, 3 Uhr nachmt tags, Ausflug. Trest'pttnkt Ferdinandsbrücke (Stadtbahnhaltestelle). Leopold st ädter Bolköhetm, 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr. Prof Dr. Ferdinand Grosser: Paris (mit Lichibtldern). Ekntritt frei. * Der Verein der Neutraer ju Wien veranstaltet zu Ehren seines Laudsmannes und Ehrenmitgliedes Beta Laszky vor feiner Abreise nach Amerika heute um 9 Uhr abeirds im Volksgartenrestaurant,. 1 Bez., Burgring, eine mufikalifch-ltterarische Akademie. Folgende.Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt: Die Danrett' Mttzi Güttther, Magda Sonja, Claire Costa '(Volksoper), Else K'ausinami, Esse Caldern, Fritzi Sioly, Melly Forst (Carl-Theater); die Herren Zburt v. Lessen^ (Deutsches Bolkst'heater), Jakob Feldhammer (Deutsches Bottstheater), Hans Mcher (Theater an der Wien), Hans Ströhm (Deutsches Tl-cater, Berlin). Josef BiLtoria (Theater an der Wien). Schwerhörige erlernen das Ablesen vom Munde nach der Methode Müller-Walle, Mer die Frau Ed ich Kersting-Schwarz m a n n, Hotel Oc-sterreichischer Hof. Rotentnrmstraße (Ecke Fleischmarkt), Zimmer Nr. 2.' Auskunft erteilt. Schulnachricht. Schwachbegabte Kinder u, JugenL lichc. Spezialinstitut Eminger, 18. Bvz.. SHulg. 45 (2—3 Kunst, Bühne, Buch. Die jüngsten hebräischen Dichter. Von Chaim Nachman Bieckik. Chairn.Nachman Bialik veröffentlicht in hebräischen Zeitschriften einen Artikel unter dem Titel „Schiratejnn baceirah" („Unsere neusste Literatur"). Vor Jahren hat Bialik im ,Haschiloach" einen Essai über die Poesfe Tscherni-- chowskys. Schneenrs und Kahans veröffentlicht. Diesmal' urteilt er über Steinberg, Schimonowitsch, Feuerstein, Grünberg und Schlonski. Die AnsichtM Biattks über das Schaffen der jüngsten hebräischen Dichter geben wir gekürzt wieder, Die offizielle hebräische Kritik geht von einem falschen Gesichtspunkt aus, wenn sie in Jakob 9 ah au nicht den geisttg'en Führer dar' jetzigen Dichtergenerattan sicht. Er ist der originellste und der unabhängigste im Rhythmus feiner Poesie. Ente edle Musikalität crWt seine Lieder. Jakob Stein borg ist ein Denker. Ein evsWaffrger Kriti-ker, ein Essaiist und dabei Dichter. Seine kleinen Skizzen sind.Perlen der hebräischen Literatur. Sie sind inhaltlich ein wenig schivierig. David S ch i n: o t: o w -i t s ch -trägt beischeidene Wetttagsikleider, doch innerlich ist er vo»: seftlicher Heilige it erfüllt. Ihn darf matt, nicht nach den Einzelheiten seines Schaffens beurteilen. Seine Größe liegt im Gejamtwerk. Er ist der Dichter festlicher Themen. Wenn matt die Ällerjüngsten vevftchen will, muß man sich in die Epoche ein-fühlen, in der sie gelebt haben. Ohne Kenntnis der russischen revolutionären Li'teratur bleiben sie ein Rätsel. A v i g d o r H a nt e i r i (Feuerstein) führt in die hebräische Literatur eine'neue Nuance hine-iu. Nicht astes ist echt, aber auch nicht alles ist »ur' Literatur. Die hebräische Literatur »vivd ihnt das Verdienst lassen ntüsseit, nette Klänge gebracht zn haben. Er schöpft -lveniger aus dent Russischen, mchr aus dem Ungarischen. Uri Zwi Grünberg und Schlonslki gehören zwar zur älteren Generation, doch man muß sie zu den Jüngeren zählen, den» ihre Wette spiegeln die neue Epoche. Ick) kann nicht mit der Ansicht übereinstimMn, die in Grünberg nur de»: Publizisten sicht. Er hat echtes Pathos untz eine vollkommene dichterische Sprache. Man muß ihm Zeit lassen, damit er tiefer in die Geheimnisse der menschlichen Seele scheu kann. Schlonski hat eine wunderschöne Form; in der Form ist er der Modernste von allen. Schr oft ist es aber nicht nur die Fowl, sondern ein wirklich neuer und origineller schalt. Irisch manu war manchmal nur der SchöngLift, aber wer ihn genau kennt, weiß,, daß er einer unserer Klassiker war. A g n o n hat wieder den chassidischen Stil hefcht. Er ist zwar Nachahmer, doch zugleich Schöpfer, denn die Chassiden selbst haben nie so schön geschrieben wie Agnon. Sein Stil ist ciu vollendetes Ganzes, ex scheint wie aus Erz gehauen. Er hat viel bei Mendele gelernt, obwohl er dann andere Wege aegangen ist.