Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2587 (7.5.1926)
- Date
- 1926-05-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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mm MT NE Am« ütVüMk^^ MaIU «U wVillQr 0IB10I clUBcflEiSf« KckOch, L Mai. W« «Wchmmg «Mrischer PMWlm ßMch beste bei» Mcktster-rLfideMen vor» um ihm die Bitte zu «tiewrett«. daß dem Blatte .V N a g' i« HtaLttck a»f da» Schicksal der S00 Angestellten dieses Zettmsemtteraehmens das Wiedererscheiven ermöglicht werde. Me »Pest« Lkoyd^ meldet, hübe Graf B ethle« «Übet, daß sich die Rester«»- derzeit der Erfüll««- dieser Bitte vor. schließe« müsse. Se-e» de» .Vttag* wmbe heute das Verfahre« wegen Sch«äh»»sderRatto» etagettttet. SferaasK ta Mexiko? Smchsqg» 5. Mai. Im Zusammenhang mit der neuen Untersuchung in der Steiger-Affäre hat die Lemberger Staatsanwaltschaft der Chyrower Po st Verwaltung aufgetrageu, alle Briefe, die an OlSzauSkis Eltern adressiert sind, zu zensurieren. Die Lemberger Staatsanwaltschaft hat nun vom Chyrower Postamt einen Brief in ukrainischer Sprache erhalten, der an den Vater von Theophil Olszanski, den Geistlichen Olszanski, gerichtet war. Dieser Brief ist am 3. April von Mexiko abgesendet worden. Die Unterschrift des Schreibers ist nicht leübar und auf dem Kuvert figuriert als Absender P. Norek. Unter anderem verständigt der Bviefschrerber den alten Olszanski, daß er in Mextto sicherlich Beschäftigung finden konnte, wenn er Lust hätte, mit der Familie auszuwattdern. Die nötigen Dokumente für Jendriko — das ist Theophils Bruder, der jetzt plötzlich aus Danzig verschwunden ist —, sagt der Briefschreiber, sind schon in Berlin und er könne sie u n t e r d e r b e w u ß t e u Adresse abholen. In den Kreisen der Lemberger politischen Polizei glaubt man, daß dieser Brief v o n T h e öphil Olszanski s e l bst stammt, der von Deutschland uach Mexiko entkommen ist. Jetzt ist wahrscheinlich sein Bruder von Danzig nach Berlin gefahren, um mit den mexikanischen Dodrmenteu nach Mexiko zu fliehen. Fnland. Der arbettsnnsWge Ratioaalrat. Die parLameuoarische Situation ist ziemlich verfahren. Die Arbeiten des Nationalrates sind ins Stocken geraten. Dies vornehmlich ans zwei Gründen: Die Sozialdemokraten wollen nicht wegen der mit 30. Jmn befristeten Bestimmungen über die außerordentlichen NoMndsaushilsen in ein zeitlichesGedränge kommen und haben darum schon jetzt eilte Reihe von Forderungen .formuliert, die sich auf die Sogiawersicherung urrd die Angestelltenversicherung beziehen. Von der Erlangung gewisser Zugeständnisse in diesen beiden Punkten "seitens "der Regierung und der Mchcheitsparieien macht die Opposition alle anderen parlamenLirischen Vechandlungen abhängig. Nun sind aber die Mchcheitsparieien keineswegs gesonnen, sich jetzt irgend etwas «rbtrotzen zu lasten, rechnen, sie doch damit, daß der Mlauf der iArbeitslosemmterstützungsparagwphen die Opposition zum Einlenken zwingen werde. Natürlich ist unter solchen Umständen mit einer rascheren Erledigung der Zolltarisnovelle nicht zu rechnen, deren eheste Verabschiedung von einigen Abgeordneten der Mehrheit sehr eifrig betrieben wird. Man sicht sich einem starren Nein der Sozialdemokraten gegenüber und sucht nun eine» Ausweg. Die strittigen Fragen der Sozialgesetzgebung Men in VevfÄg der Entwirvungsaktion auf ein Nebengeleise geschoben werden. Zu diesem Zweck fand gestern unter Vorsitz des Bundeskanzlers Dr. R a m e k eine Besprechung von Vertretern der Majorität mit den Führern der Opposition statt. Man ,'prach zunächst über die Sozialversicherung und das Krankm- Lastenorganisalionsgesetz. Biel kam bei dieser Besprechung nicht heraus und nran einigte sich nur dahin, die Parteieuverhand- 'lungen heute fortzusctzen. An die Einberufung des Hauses oder auch nu-r eines wichtigeren Ausschußes, wie z. B. des Zollausschusses, ist bei .der obstinaten Haltung der Sozialdemokraten jetzt nicht zu denken. Das bringt ittifafctne auch fühlbare Schwierigkeiten mit sich, als die Regierung den ausländischen Vertragspartnern gewisse Zusagen, beispielsweise hÄisichtlich der parlamentarischen Ratifizierung des Handelsvertrages mit Ungarn und eimge-r anderer hande^politifchör Abmachungen eirchalten muß. Vorläufig ist nur für kommenden Dienstag die von den Sozialdemokraten geforderte Enquete über die Textil- 'zöille angcsetzt. Aur selben Tage hält auch der Hauptausschuß eine Sitzung ab, dein einige Verordnungen pr Genehmigung unterbreitet worden sollen Für die Erhöhung der Augeftelltenpensionen. In der gestrigen Sitzung des Ausschustes für sozial« Berlioaltung leitete Geirichterstatter Dr. Drexel die Genevalüebatte über das Angestelltsnversicheruugsgesetz ein. Abg. Al- >lina beantragte eine Resolution, wonach die Regierung cmfgesordert wiw, durch eine Novelle zum heutigen Pensionsversiche- .rungsgesetz eine zeitgemäße Erhöhung der Renten ungesäumt vorzunehmen, fix den Mchrauwand zweckentsprechend vorzusehen und damit der argen Not dop Rentner Ebenso zu steuern wie dies inr Lause de,r letzten Jahre wiederholt geschchen ist. Der Antrag Allma ist natürlich nur ome leere Demonstration, da die Regierung und die Majorität die lineare Erhöhung der Renten nicht zugeben werden, ioenn nicht gleichzeitig für die Wahlen in die Leitung der Pensionsanstalten der Proporz emgeführt und sowohl dm Unternehmern wie der Staatsverwaltung eine entsprechende Kon-volle der Gebarung pieser Institute «ingerLumt wiK ct i < I i e * BÄND m Weltgeschichte*; jüdischenVolkes S.M. DUBN&r u9t owvmsrfvCM r'onocHB voi VMicinnRf/WM btt zum Niedergänge des Autonome« ZemrmM ta Babylonien Die*» auf zehn Bünde berechnete Motmmentakuerk kt berufen, Jedem Juden dae große Bttd der Vergangenheit tu offenbaren Preis des Bundes bei Subskription auf das Gesamt* werk 8 20.— (Gm. 12.—) in Ganzleinen S 25 — (Om. 15.—) in Halbleder Durch Buchhandlung R. L6wit, Wien» I. netacHnwrkt 1 Rotentar«nstra6« 22 \ 3nm Muttertag. Wir erhalten nachstehenden Aufruf! Frau Marianne Hainisch hat an ine Familien Oesterreichs die Aufforderung gerichtet, den „Muttertag" einzusühren. Die jüdische Familie hat allen Grund, dieser edle« Anreggng Folge zu leisten, um der jüdischen Mutter einen Teil des Dankes abzutragen, den sie ihr schuldet. Wir Zionisten dürfen vielleicht mit noch größerer Genugtuung dieses Fest zu dem unsrigen machen. Hochbeglückt blicken wir nach Erez Israel, wo in unseren Siedlungen die Mische Mutter heroische Opfer bringt, damit das Kind' gesund bleibe und gedeihe. Zionisten! Verbindet daher diesen Muttertag mit der Arbeit für Mtneuland, pflanzet Bäume aus die Namen -er lobenden Mütter und auch der nicht rnchr unter den Lelbenden weilenden, helfet den Boden von' Erez Israel erlösen! Volle Aehren und blühende Bäume auf heimatlicher Scholle mögen von 8er Verehrung für die Mische Mutter zeugen! - Das Direktorium des,ZMAistischeu Landeskorn i tees. Die Zionistische Fraueitoxganifatlau Oesterreichs. Die Landeskommission des Kere n Kajemeth. Der. Keren Kajemeth wird den Spendem je nach Zahl der gespendeten Bäume Baumkarten oder Baumdiplome auf Namen der zu chrsnden Müer ausfolgen. Diese Karten können auch aus Wunsch eingerahmt geliefert werden. Preis; einer bloßen Baumspende 9 österr. Schilling. Von 5 Bäumen , auswärts erMt der Spender ein Diplom. Bei 100 urtb mehr Bäumen ein Diplom vour Hauptbuveau in Jerusalem. K«e wertvolle Bereicherung der Wiftheu Natlonalbibttothek. Persische und arabische Handschriften. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Die jüdische Ratio-- nalbibliothek wurde dieser Tage durch eine wertvolle Bücherspende des Londoner Orientalisten Jochanan Dand bereichert. Der Gelehrte widmete seine ganze aus 1085 Bänden bestehende Privatbibliothök der Jerusalemer Mischen Nationalbibliothek. Die Sammlung üestcht zum großen Teil aus hebräischen Büchern <Smyrnaer und Saloniki-Drucke), Enzyklopädien und Werken über orientalische Kunst. Der Hauptwert der Sammlung liegt jedoch in den fünfzig persischen und arabischen Handschriften, die sich durch ihre künstlerisch schöne Ausfertigung arrszeichnen. Der ArchSologenkongrrb dr Serasale«. Eine Rede Lord Plumers. Zu dem vor einigen Tagen in Jerusalem abgchalteneu internationalen Archäologenkongveß, über besten Werlaus wir bereits berichteten, wird uns noch geschrieben: Oberkommistär Lord Plumer, der den Kongreß am Tage der Erössnmrg begvüßre, führte u. a. aus, er sei nicht kompetent, den Wert der Archäologie für das Leben 'der Gegenwart zu beurteilen. Sein Vorgänger Sir Herbert Samuel sagte einmal, die Archäologie' sei das Zeugnis des historischen Geschehens und Geschichte das Zeichen einer guten Regierung. Ich stimme dieser Meinung bei. Die Erforschung der. Mertümer führt zu einer hohen Kultur, die Kultur führt die Völker zu guten Sitten und diese 'wieder bilden das Fundament eines jeden Staates. Aber nicht allem , ans den Altertümern beruht das Leben der Völker. Jede Generation nckfle ein neues Kapitel ln seinem Leben schreiben. , Palästina und Transjordanien schreiben jetzt ein solches Kapitel ihres Lebens, das meiner Ansicht nach ihnen zum Stolz und Ruhm gere'chen wird. „Biete Reisende kommen in unser Land", schloß der Oberkommistär seine Rede, „die Ws materiellen Nutzen bringen, aber Sie, ineine verchrten Gäste, bereichern unser Land mit Wissen und ForschungSgeist. was viel wertvoller wichtiger A als lvaterirller Getvmu." 7. mm «.» Brns harn fliUMa^ •H. tflUH iw r»9lv>B% * ■ (Utgenotenft oer „aoteittt Mvegenzm»ti iß % Cttlia, 8. Mai. D« Polarlnstschtff A«»«^«ach die .Rorge', ist heute, vo« Levtagrad kommend, n« 5 Ahe' 20 Miaute« moegenr glatt in L a d s S gelandet und am Sust-. schiffmast vß«nck«t worden. Um 2 Uhr 80 Mimt« stog ttus .Rorge' von » a ds» ab «ud hat den ZkmS dm «fftt mW««1 tMUtit «atoWrte ta Paris. Aus Parts wird «sS gemeldet: Zw et Mädchen stähle« auf dem Montmartre eta Auto»! tto fi i I unb fuhren damit eilends davon. Da über tt lut der beiden das Auto r i ch t i g l e « k e» konnte, fuhren sie; schon an bet nächsten Straßenecke gegen ein Haus und töteten dabet eine Frau, die gerade auf de« Trottoir vorbeikam. Streik in einem Pariser Gymnasium. 8K0«t SttjitllMtUtig tltnä SchMnS. Aus Parts wird gemeldet r An einem Gymnasium > in P a r i 8 ist ein Schüler, der vor dem Examen zur Zulaffung zum Polytechuitnm stand, disziplinarisch bestraft worden, so daß er die Anstalt verlaffen mußte. Aus diesem Grunde ist gestern unter den ebenfalls vor dem Examen stehenden Schülern eine Streikbewegung entstanden, die den Direktor des Gymnasiums verankchte, das Schul g e b ä u d e bitt* Polizeibewache »zu lasten 6tn fittfcl 6lemcticcöttß aus 9bm^Ua lmsgewiesen. Nach einer Meldung aus Sp o kau-e im Staate. Washington wurde der Enkel Clemenceaus, George Ferdinand! G a t i n e a u, aus den Bereinigten Staaten ansgewiesen, da, eine AufenthaltSbewilligung in Amerika abgelaufen war und er! sich weigerte, Amerika zu verlassen. Gattnean bat, ihn nicht nach j Frankreich zurückzuschicken und sich nach Schanghai eiusiWen tu1 dürfe«. 22t Strasanzeigrn gegen einen betrllgerMen Bnvapefter Bantier. Aus Buöapest wirL uns gemÄdet: GeM 8en Bankier Germanus, den Direktor der ,Merkur"-Ällgem'ewe!Verkehrsunternchnmng, wiuride heute ein Haftbefehl er--. lassen. Gevmanus hat seine Klientel eüf raffinierte Weife g e P r eilt. Er versprach den Einlegern 9 Prozent Zinsen auf kurzfristige Darlehen und büwog damit zahlreiche Kleinrentners ihr GeV. nt der NariL des Gevmanus zu . deponieren. Als Sicherheit für die Darlehen galb Geruwnus Depotscheine Mer angeiblich in seinem Besitz besiMrche unÄ in einem Magazin, eingetagerte wertvolle Antiquitäten uB Möbel. Dem Banikier gelang es, im Vevla-uf von eiuundvrn^ halb Ichren über 3^ Milliarden ein GinlagegeDern zu sammeln. Ms am 1. d. die Gevmanus-Bank ihre Zinsen zahlen Me, was bisher regelmäßig geschehen war, fanden die Klienten die Bank geschloffen. Direktor Germanus war unauffindbar. Die besorgten Einleger liefen zum Möbellager, nm die angeblich als Deckung dienenden Mbel des Bankiers zu belschlagnahmen. Das MöbeWagev enchM jedoch nur ein paar Stück wertlose Möbeln Ger-l manus hatte von jedem Gegenstiaud 20 bis 30 Depoifcheine als „Deckung" ausgefolgt. Darauf erging eine wahre La^. ' w r n e v o n S t r a.f a inz e i g e n, bisher 220 an ^der Zahl, gegen Germanrrs, von dem jedoch einstweilen jede Spu r m- - - Sie Semmeln werden (feinet. Amtlich wird beÄaukbcvrt: Gestern vormWays sanö rmi Bundeskanzlerantt eine längere Ausifprache der am Setnimel- Preis interessierten Aomter und Behörden tnit einer voatt Dorsteher Eiles geführten Abordnung der Meuer Bäcker--. genostenschast statt. Hierbei wurde das Ergebnis der in dev. letzten Woche gepflogenen Erhebungen und durchgeführten' amtlichen Pro'bebackungen eingehend erörtert. Die Probe-, backungen ergaben die Herstellung von durchschnittlich 31 Semmeln aus einem Kilogramm Mehl, weM von 8er Ausnützung besonders rationell ausgestattetov Betriebe abgesehen Wird, Dieses Ergebnis bleibt allerdings hinter dev nach den seinerzeitigen Angaben der Genossenschaft mit 32 Stück eingesetzten Ziffer des Kallulationsgutachtens der Profefforen Hartl und Müller zurück, doch ergaben die Proiba-. backungen, daß andererseits mit geringeren Mengen von Zti-< taten, als dieses Gutachten annahm, das Auslangen gefunden wird, wodurch die kleinere Ausbeute aufgavogen evscheiM, Eine ovnvernchmliche Bereinigung der Angelogutheit rst hör der Aussprache nicht erzielt worden. Da jedoch die schwächeren Betriebe rm Wiener Bäckergewerbe infolge ihrer finanziellen Lage, der NoüvendiMt von Investitionen u. dgsl. dermalen ein gewisses Entgegenkommen benötigen, hat das Bundeskanzleramt nach Abschluß der Aussprache der erschienenen Abordnung mttgeteilt, daß vorübergehend bis auf weiteres bei Beibehaltung des Semmekpveisis von sechs Groschen gegen eine geringe G * wi chtsvernrinderu u'g kein GrnwanV echchen WÜrAe« Flacht des krüheren Belchlladler» Heinrich Meininger. Der frühere PelzhäMer Heinrich Wviuinge-r ist' seit etlichen Wochen aus Wien verschwunden. Er wird samt seinem Neffen Norbert Meininger unter dem Berdachte verfolgt, Schatzmeister in privaten Bersatzämterm dadurch irregeführt zu haben, daß er Pelzsachm verpfänden ließ, die fachmännisch so adjustiert waren, daß mau sie für e ch t e H e r m e l i u p e l z e halten komtte, während sie tatsächlich bloß aus Äaniuselleu besiaudW. Wominger,