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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-07 · Heft 2587 (7.5.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2587 (7.5.1926)
Date
1926-05-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Men, FrMtz STOCK MMMWtz < mlllpWVIV < CH T aas natareehten, besten Weinen l« im«II<H plcnilirUR IIimMm (BHH det AdMrtMMqtatttwiMH 2t. 1*199*74 m 1MM) Gegen Grippe bestbewfthrt _ÜBERALL ZU HABIN l Sie Soivtdeleslltion in Rußland. M-Ä<w, 9.M. attL) «m J-«ü ffl. 9U|« #. berg ans MoHork, scher Vizepräsident des Joint Distribution Committee, und Dr. Berrchard Kahn, der Direktor de» Curopawerkes des Joint, find an U, nt Moskau singettoffen. Sie werden dieser Tage eine auf «ehr als drei Wochen berechnete Tour antreten, die fie durch die Mfchsn Kolonien und die jüdischen Kleinstädte sichren wird. Sie worden bei dieser Gelegenheit die Bedingungen und die Zukunft»- anssichten des Msche« KolonisationsweM eingehend studieren. Mn KorvfMt Mischen jüdischen nnd rmffischen Diedlern. Charkow, 4. Mai. (I. T. A.) Russische Bauern aus dem Doch Krasni-Rohatschi rm Ästrikt Cherson »varen umfrieden damit, daß nicht Welt von ihren Feldern Ne neue jüdische Siedlung Nr. 17 des BoriÄawer RayonS .'rr chtet worden ist. Bor einigen Tagen rückten diese Bauern mit acht Pflügen an das Wische Feld heran und trafen Anstalten, den Boden zn bearbeiten. Die jüdischen Kolonisten entsandten ein« AboÄnmng an die Bauernschaft mit dem Ersuchen, das Feld wieder freizugeLen. Als die Bauern sich weigerten, erschien die gesamte Jugend der Wischen Siedlung am Tatorte. Als Worte nicht halfen, nahmen die jungen jüdischen Siedler den russischen Bauern die WLge samt Gespann ab und brachten fie in ihre Kolonie. Eine Stunde spater erschien in der jüdischen Kolonie eine Abordnung der Bauern unter Führung desBorsitzendendes Dorfsowjets, entschuldigte sich gegenüber den Wischen Siedlern und gckb das Ehrenwort, daß eigenmächtige Handlungen der Bauern von jetzt an nicht mehr Vorkommen werden. Daraus wurden ihnen die krmsiszierten Gerate uNd' Pftrde zuruckgegeben. Die Handlungsweise der Wischen Jugend der neue» Kolonie hat in der gangen Gegend starken Eindruck gemacht. Ae Aurweisung »er Arcos-Letters m» PalM««. Jerusalem, 6. Mai. (I. T. A.) Das Oberste' Gericht Palästinas hat de» vom Leiter der sowjetruffische» HandtzlSgeittl fchast Arcos, Herr» G l e s e r, gegen seiue Ausweisung erhobenen Einspruch zurückgewivse«. Die Ausweisung erfolgte bekanntlich wegen d*s Verdachtes volttffcher Propaganda durch Herr» Gleser. Zionistische BeziNssektion WIeden-Margaretea. Anlaß! ch der Jjarakt on findet Mortag den IQ. b. tun 8 Uhr abends im Terraffenrestaurant, 6. Bez.. Margaretenplatz, ein großes Meeting statt, bet welchem die Herren Lndwig Bato und Oberbaurat Ing. Robert Stricker sprechen werden. Juden, erscheinet in Mafien. mm Wollte mau sich von Cook oder vom Baedeker allem in Paris führen lasst», mau würde Wesentliches nicht sehen. Denn das Leben und Treiben AM einet» bei diesen Methoden verborgen. Da gibt es ans dem Montparnasst ein Cafe, die Rotonde, die man unbedingt zu den „Sehenswürdigkeiten" rechnen muß. Dyrt muß man hineingehen, wenn man Typen sehen will. Künstler, Maler und Schriftsteller, nachlässig oder extravagant gekleidet, mit Hüten, wie man sie in keinem Geschäft kaufen kann, Krawatten, die so phantastisch sind wie der Mensch, zu dem sie gehören, wallenden Haaren; Frauen, junge und weniger junge, elegante und weniger elegante, vornehme Damen, Halbwelt, Modelle, solche mit feinem Lächeln nnd andere mit aufdringlicher, kreischender Stimme; , dazwischen sitzen wieder Leute, an denen kaum etwas Besonderes auffällt: das sind die Beobachter. Ein ewiges Hin und Her, Kommen und Gehen, ein paar Studenten erscheinen, singen laut und kräftig, stehend, ein schönes Lied, und der Wirt läßt sie von der Polizei hinausexpedieren} an den Wänden Bilder unserer Künstler, reichhaltig wie in einem Museum, die grellen Farben werden kaum gemildert durch den Zigarettendampf, der in die Luft steigt und den Raum schwärzt; alle Sprachen schwirren durcheinander; zu dem. Lärm und bewegten Treiben kommt von oben eine dumpfe Musik, und man hört zuweilen die klagende Stimme des Saxophons, dag de» Schlager der Revue des Moulin Rouge für die Tanzenden in die Luft schmettert; denn oben wird getanzt, dcmcing, wie man es nennt znm Unterschied von den echte», alten Pariser Bällen; Dancing ist englisch, daheißt, man muß möglichst im Smoking erscheinen, viel nnd teuer esse», für Getränke ein Vielfaches wie anderswo bezahlen, und wenn man gelegentlich eine» Platz auf dom engen Räum findet, dann kann man auch tanze». ch Sip die Stadt der Bourbonen «ch Napoleons, j und Kaiser und der Republiken, der Mott»« «ch Lafontaine, der Rousseau und Voltaire, der Gelehrte« nnd Künstler, de- Floiheü «ch de» Frohmute», der höchste« Höhe« de» Leben» nnd sei«« niederste« Ried« Mt A^bJdflH ift« p W&itmt MoiMrrzrtturks T VW AB Dar PalSstinabudget der Mam fatta» gemeinde. vipiifl «j »orwtiws* 25.000 «. für den Kenn Hajeffod. 15.000 G. für Chavr-l«. 7800 & fff* 5tft ÄWt fl# schmv, 2500 G. für de« Paliisttrm-Arbetterfo nds. — Ghvuws fü« Prof, ttepup 8h*«*» — GymHwthiekuwdgebung für Mkolstbuvg. — Bau de« Zeve«o«r<«hatte. — DaS AaseaPreferat Vefchloffe«. Zu Beginn der gestrigen öffentliche« Plenarsitzung des Vorstand«» der Wiener israelitischen KultuSgemetnde gedachte der Präsident Profeffor Pick in ehrenden Worten des Jubilars Profeffor Siegmund Freud, der sich durch seine hervorragenden wissenschaftlichen Forschungen in der ganzen Welt einen berühmten Namen geschaffen hat. Was ihn aber für uns Juden besonder» wertvoll macht, ist seine aufrechte jüdische Gesinnung, für die er jederzeit mannhaft eingetreten ist. Profeffor Pick erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, daß der seinerzeitige Mitarbeiter Professor» Freud, Dr. Josef Breuer, lange Jahre hindurch dem Vorstand der Wiener Kultusgemeinde angehört hat. Sodann wurde über Antrag de» Präsidiums beschlossen, der Judengemeinde Nikolsbyrg zu ihrer schweren Katastrophe die wärmste Anteilnahme auszusprechen, zumal da die Judenschaft NikolsburgS in der Zeit, da unter den Juden Wien» da» größte Glend herrschte, sich immer hilfsbereit gezeigt hat. Der Vorstand der KultuSgemeinde hat einstimmig beschlossen, für die Hilfsaktton für die Abbrändler von Nikolsbnrg einen Betragvon 8000 Schilling zu spenden, die insbesondere für da' in Mitleidenschaft gezogene jüdische Versorgung sh aus verwendet werden sollen'. Sodann erstattete der Finanzreferent Regierungsrat Dr. Oppenheim den Bericht über den Rechnungsabschluß für da» BerwaltnngSjahr 1SS5. Dieser schließt mit einem Ueberschuß von 5786 Schilling ab, obzwar im Präliminare ein Defizit von 2,26 Milliarden angenommen wurde. Die Einnahmen beliefen sich auf 4,413.197 Schilling und die Ausgaben auf 4,407.411 Schilling. Der Rechenschaftsbericht wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Hierauf wurde der nächste Punkt der Tagesordnung, die BeitragSlelstung für de« Pal8stinaa«sba«, in Behandlung gezogen. Das Bertreterkolleginm stellte den Antrag, für diese Zwecke insgesamt 60.000 Schilling zu bewilligen. Diese Summe soll sich aus folgenden Posten znsammensetzen: Der Keren Hajessod erhält 28.000 Schilling, die Chaluzim 18.000 Schilling, der Keren Hajischuw 7600 Schilling und der Pal.fi st.t.naarheiterfoNhs 2600 Schilling. Der Vertreter der Ätzudisten, Knltusvorstand Pappenheim, erklärte, daß er gegen eine Beitragslejstnng für den Keren Hajessod stimmen werde, weil in den Schulen, die in Palästina errichtet werden, die Jugend zur Irreligiosität erzogen wird. Ihm antwortete in einer längeren Rede der Obmann des zionistischen Klubs, Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Er führte ans: Ich muh Herrn Pappenheim ganz entschieden die Legitimation absprechen, im Namen der gläubigen Juden der gesamten Welt das Wort zu ergreifen. Wir werden e» nicht dulden, daß Sie sich arrogieren, der Vertreter der gläubigen Juden dev ganzen Welt zu sein, so wie wir un» noch entschiedener dagegen verwahren müssen, daß Sie sich als Vertreter der Frömmigkeit in Palästina aufspielen, als ob alles, was außerhalb der Agudah stünde, nach Ihren Begriffen gotteslästerlich und moralisch verkommen wäre. Die Zionisttsche Organtsa 1 ion, in der alle jüdischen Gruppe »vertreten find, hat auch für die religiöse Erziehung der jüdischen Jugend in Palästina in ausreichendem Matze vorgesorgt. Der Vertreter der Zionistischen Organisatton i» dieser Hinsicht ist die Gruppe des Misrachi, die in Palästina 460 Schulen erhält, die nach den Ansagen aller Experten musterhaft geleitet sind. Dies muß in» der Gerechtigkeit willen hier vor aller Oessenttichkejt konstatiert werden, um den Behauptungen der Agudah entge- Um da, jüdische Senatsmandat in RnmSnien. An» Czernowitz wich »ns berichtet: Um der For- «vung nach dem Wischen Senatsmandat Nachdruck zu verleihen, hat die Leitung der jüdischen Einheitspartei für Montag nachmittag» einen Judentag nach Czernowitz einberufen, welcher von allen Parteien und fast sämtlichen KultnSgemeinl>en des Landes beschickt war. Der Jildentag wurde um 3 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz des Dr. Mayer E >b »er eröffnet. Es kam eine große Anzahl von Redner« zu Worte, 'welche mit ungewöhnlichem Nachdruck das jüdische Senatsmandat reklamierten. Dr. Ebner eMrte in seinem Referat, daß er bereit sei, ans dar Kammermandat zn verzichten, wenn er durch diesen Bericht erwirken könnte, daß den Inden das Senatsmandat .echaM bleibe. Denn es fei unter den heutigen Verhältnissen ei« größere» Opfer, ei« Mandat anMehmen, als daranf zu verzichten. Dich Unina wurde von den anwesenden Del«, sierten mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Hieraus sprachen Direktor Fleming«, und Smdtrat Dr. Katzner, welche Oer de« Verlaus und das Ergebnis ihrer Verhandlungen mit Minister Dr. Dori Popoviei berichtete«. Etz sprachen noch die Herren Mendel Ki «»brunner, Dr. Dtwer (Zustawna), Dr. Siegel (Kimpolung), Ban». Wchm tzijchler Mrahnmora) mch Dr. Gabor m genzntrete«. $8 geht absolut nicht an. daß et« Gruppe, de«» Wirksamkeit in negativer Hinsicht in Palästina sehr groß, in positiver Hinsicht aber verschwindend klein ist, sich da» Recht anmaßt, als Wächter Über Palästina, speziell in religiösen Angelegenheiten, auszutreteu. Bo« den angeführte« Posten ftir de« Paläfttuaaufban sind für den Keren Hajischuw, den Fonds der Agudah, 7500 Schilling vorgesehen. Wir stehen ans dtzmokrqti scher Grundlage und erklären, daß jeder Tell der Wiener jüdischen Bevölkerung, der nennenswert in Erscheinung tritt, ein Recht darauf hat, wenn er in Palästtna irgend etwas unternimmt, von der Snttusgemeinde eine Unterstützung seines Werkes zn verlangen. Wir, die absoluten Gegner der agudisttschen Bestrebungen in Palästina, erklären dennoch, daß wir an» prinzipiellen Gründen für die Förderung des Keren Hajischuw eintreten, weil ein Teil der jüdischen Bevölkerung, der auch im Knltusvorstand vertreten ist, da» verlangt. Wir hätten daher für diese Post gesttmini, wenn, was wir erwartet haben, andererseits der Vertreter der Agudah aus dem gleichen demokratischen Prinzip heraus für den Keren Hajessod gestimmt hätte. Nichtsdestoweniger werden wir nicht gegen den Keren Hajischuw sttmmen, wohl aber »ns an der Absttmmung über diesen Punkt nicht beteiligen imd während der Absttmmung den Saal verlassen. Der Vertreter des Klubs für soziale Tätigkeit, Dr. B ayer, bemängelte, daß im Verhältnis zu dem Beitrag für den Keren Hajischuw die Zuwendung an de» Palästi na arbeiter fands viel zu gering fei. Er stellte daher den Antrag, den letzteren Betrag mn das Doppelte M erhöhe«. Dieser Antrag wurde, obwohl er vom zionistischen Klub unterstützt wurde, abgelehut. Sodann wurde über die' einzelnen Posten des Betrages abgefttmmt. Sie wurden einstimmig angenommen, nur bei her Post Keren Hajessod stimmte Pappenheim dagegen. Bei der Abstimnmug über de« Keren Hajifchnw absentierten sich die Zionisten. Der nächste Pnnkt der Tangesordnung war di« Errichtung der Zeremonienhalle auf dem Zentrakfriwhof, dis nach dem preisgekrönten Entwurf des jüdischen Architekten Reiser mit einem Kostenaufwand von Iß Milliarden errichtet werden soll. Ans dem Friedhoferneuerrrngsfonds stehen gegenwärtig 9,85 Milliarden zur Verfügung, die sich während der zweijährigen Banzett um nngefähr 3 Milliarden vermehren dürften. Der Rest der znm Ban nötigen Summe erscheint durch günstige Bankkredite gesichert! Ueber Antrag des Referenten, Baurate» Kempler, wurde einstimmig beschlossen, die Inangriffnahme des Baues ehebaldigst zn beginne». Ueber Antrag des Bertreterkoüeginms beschloß sodann fc* Kultusvorstand einstimmig die Errichtung des Jugendreferats, über das wir bereits mehrfach berichtet haben. Das Jugendreferat hat den Zweck, allen bestehenden jüdischen. Jugendorganisationen Hilfe in bezug auf Interventionen b e i B e h ö r d e n, bei der Ausbildung Ihrer Führer und in Fragen ihres Unterrichtes angedtthen zu lassen. Dieses Jugendreferqt, das vorläufig provisorisch für sechs Monate errichtet wurde, wird der Unterrichtskommisston unterstellt und ist nur räumlich mit der Jugendfürsorgesteüe verbunden. (Sprechstunde Dienstag und Freitag von 11 bis halb 1 Uhr.) Mit der Leitung wurde der dem Jnspettorat zngeteilte Herr Isidor O e h l e r betraut. Al« letzter Punkt der Tagesordnung wurde die Erweiterung und Ausgestaltnng der BibliothekSräumltchketten der Kultusgemeinde in der Ferdinandsstrahe mit einem Kostenaufwand von 13.000 Schilling beschlossen. Snvzawa. Alle gaben ihrem Wllen Ausdruck, daß das jüdische Senatsmandat unter keinen Untftänden pretsgegeben werde. Für das Msche Sermtsmanda-t kommt vormt^stchtlick Dr. Bierer in Betracht. Jüdische Aüovduungen bei Avereson. Bukarest, 4. Mai. ( I. T. A.) Ministerpräsident General Ave reden, der gegtzmvärtig eine Reffe durch Behava'bien mqcht, empfing in K i s ch i n e w eine jüdische Adoldnuntz, betchend aus den Herren Schor, Finkelstein, Pintchewski und Rabbi Zirelson. Die Wardmüg bat >öst Preniier im Namen der beßarabifchen Jndenschaft, zn veranlassen, daß das Gesetz wegen Duldung, der jüdischen Schul«« veüvirklicht werde. Später euchfing der Premier eine Abordnung der Kulturorganisatton Tarduth, die die gleiche Bitte mit Bezug aus die «oder ne« hebräischen Schule«, aussprach. Der Ministerpräsident vechrach, ick Bitte zu erfüllen.. Am gleichen Tage erschien heim Mmffter- Präsident««eine Ätzchnnng dy jüdischen Kavfman«. schüft, die ick Bitte vovbrachte, daß den Jude«, die am Samstag ruhen, gestattet werde, an dm Sonntagen zwischen IS nnd S Uhr mchmittag» ß wMm, HMemMch! rck QktfäSfi&ldkfe afst« zn

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