Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2586 (6.5.1926)
- Date
- 1926-05-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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flteXäu Mn, Donnerstag Wiener Morsenzeitunr, ß. Mai 1926 Sette 3 Tagesbericht. Freud. Zum 70. Geburtstag. Bon Dozent Dr. Felix Deutsch. Unsere Zeit ist raschlebig und die in ihr leben, vergessen schnell. .Wenn heute, an seinem 70. Geburtstage, Hymnen an den großen Mann gerichtet und Choräle von Llchttedern über sein Werk ertönen werden, kann man ein bitteres Lächeln nicht unterdrücken. Auch vor zehn .Jahren war der Bau seines Lobenswertes so . deutlich erkennbar wie heute. Nichts ist dazu gekommen, >vas seine psychologischen Funde später - in einem anderen Lichte hätten erscheinen 'baffen Onnen. Und doch, wie anders iväre es gewesen, wenn Freud damals ein 70jähriger Jubilar gewesen wäre. Da er sich nicht geändert und an seinem Werke nichts geändert, da seine wissenschaftlichen Offenbarungen heute genau so wahr sind, wie vor zehn Jahren, muß sich die Umwelt geändert häben und ihn heute mit anderen Augen sehen wie damals. Rach dem Krieg schien die Welt des Hassens müde zu sein. Die hatte sich davon übernommen. Jeder hatte geglaubt, für das Recht gekämpft und gelitten zu haben; an: Schluffe aber mußte er merken, das Unrecht gewollt und getan zu haben. So war es an der Zeit, Unrecht gut-zuurachen. Und da sich die Märschen um. des Unrechtes willen Haffen, das sie einander antun, waren sie bereiter mit der Unfähigkeit des..Hassens auch das angetane Unrecht gutzumachen. Auch wären die Menschen unsicher und irre an.sich geworden und . suchten neuen Glauben und neue Götter, denen sie vertrauen könnten. Hier dürfte einer der Gründe liegen, daß die Vertreter der Wissenschaft eine verblüffende Schwenkung gegen Freud vorbereiteten, den sie vorher geschmäht und verspottet und gegen sie verbittert in die Einsamkeit getrieben hatten — seinem Werke zum Nutzen. Noch - eines muß dazu gekommen sein. Freud »var es, der der Welt den Spiegel vor ihr lügenhaftes Antlitz gelhalten hatte,, sie aber, auch entsühnte; denn in seiner Lohre vom Bewußtsein sagt'er, die Menschen glauben bewußt zu handeln, .aber sie scheinen es nur. Ihr Unbewußtes, ihre Triebe stoßen, sie vorwärts und zwingen ihr Bewußtsein zu handeln wie es das „Es" vom „Ich" verlangt. Wenn es also das Unbewußte ist, das die Menschen lenkt, dann sind sie ja nicht voll verantwortlich für ihr Handeln. Also auch nicht so strafwürdig. Sv scheint die Welt an sich selbst einen Bruchteil der Wahrheit von Freuds Lehre erfahren zn haben. Ein ähnlicher psychischer Umwandlungsprazeß muß vor sich gegangen, üm, der die Menschheit mit einen: Male so empfänglich für seine Lehren machte. Der Mick der Menschen hat sich nach'/, innen gewendet. Es ist eine Seuche auch in der Medizin ausgebrochen; alles forscht in der Seele und glaubt damit die'Wissenschaft' im Sinne Freuds zu fördern. Der. Haß hat in Liebe umgeschlagen. Aber die Reaktion im negativen Sinne dürfte nicht allzu lauge auf sich ivarten lasten. 'Das Wort Freud's dürfte in ganz anderem Sinne währ werden: - „Nach meinen: Tode wird meine Lchre untergchen; die Menschheit kam: sie nicht ertragen." Freud, wer heute giefeiert wird, ist der Freud von seinem 40. Föhre.an. Es klingt wie eine Satire, d-aß Freud für Een jenes LclbenswerL 'heute geehrt wird, für -das 8hm fast 15 Jahre lang die Professur vorenthalten wurde. Hätte er nicht mit 39 Jahren jene grundlegende Arbeit „Studien zur Hysterie" gemeinsam mit Breuer geschrieben (1895), das am Eingang seines Lebensivcrkes steht, er hätte, da er schon ntit 29 Iahten die Dozentur erlangt hatte, nicht so lange ans die Professur warten inüssen (1912). Er hatte es sich aber gmndlich mit rer medizinischen Welt verdorben. Un) das war gut; denn der Starke ist am mächtigsten allein. Selbst B r e u e r, ein Mann von Konzilian; und weicherem Charakter, wollte den begonnenen Weg nicht mitmachen. So stand Freud, als er sein eigentliches Werk begann, allein. Wenn wir heute bewundernd vor dem Lehrgebäude stehen, das er in 30 Jahren geschaffen hat. so muß uns di« .Hartnäckigkeit, die Ausdauer, die Unbeirrbarkeit, mit der er dieses Werk schuf- und für dessen geistige Reinhaltung er Mitarbeiter und Freunde, oft blutenden .Herzens opferte, geradezu erschüttern. Wertvoller: Ballast, der zum Aufstieg des Ballons notwendig rvar, mußte er über Bord werfen, sobald er den: weiteren .Höhenflüge hinderlich wurde. So konnte nur handeln, wer von der Wahrheit - seiner Erkenntnisse so tief durchdrungen ivar wie iFxcud. Nach der Trennung von Breuer inachte Freud jenen folgenschweren Schritt, der chm den feindlichen Unglauben der Aerztewelt eintrug. Nachdem er gefunden hatte, i daß hinter den Erscheinungen der Hysterie regelmäßig Asfekt- I erre-gnngen sexueller Natur, entweder sexuelle Konflikte oder Nachwirkungen sexueller Erlebnisse sichen, begann er auch , das Sexualleben anderer Neurotiker zu untersuchen. So entj stand aus der katthartischen die psychoanalytische Unteri suchungs- und Bshandlungslnethode. Durch sie wurden die Grundpfeiler der heutigen Psychologie gelegt. Die Lohre vonr Unbewußten, von der aetio logischen Bedeutung des Sexuällobens, von der Wichtigkeit der KindheitserlÄbniffe sind die Hauptibeftendteile des psychoanalytischen Lehrgebäudes. Bei der Untersuchung des krankhaften Seelenlebens erwiesen.sich die Trän ine und die kleinen Fehlleistungen und SymiptomhanÄlungeu der Menschen als besonders wertvoll. Als das Resultat dieser Untersuchungen erschien«: zwei der bekanntesten und meistgelesenen Bücher Freuds: Die „T r a u m d e u t u n g" (1900) und die „Psychopath ologie d e s A l l t a g s,1 e b e n s" (1904). Da weder der Traum noch die Fehlhündlungen krankhafte Symptome des Seelenlebens sind, also auch im Leben des Normalen eine Rolle spielen, ist es begreiflich, daß deren Erklärung die Psychcanälyse zu einer SeeleMnnde machte, die auch für das Verständnis des normalen Menschen unerttbohrlich ivurde. Die ./TraulnÄeuterei" uiid d'e Hcworkehrung der Serualitär in: -Seelenleben schuf der Psychoanalyse viele unversöhnliche Gegner und bewirkte die Abkehr zwei der begabtesten Schüler Freuds, nämlich Jung und Adler, die unter der neuen Flagge der Verleugnung der Bedeutung der Sexualität eine Schar-Anhänger uv: sich zu versammeln imstande waren. Ein anderes Mich, das „einen Seitensprüng" von der „Traumdeutung" her darstellt, handelt vom „Witz und feine Beziehung zum Unbewußten". Hier fand zum ersten Male der Witz eine Psychologische Untersuchung und cs dürfte kein Zufall fein, daß sich gerade der Jude Freud durch dieses Problem angezogen fühlte. Ebenso hoch wie dies« Arbeiten sind Freuds .Beiträge zur Religionspsychologie zu werten, die er unter dem Titel „Totem und Täbu" zusamnrenfaßte. Sie sind grundlegender F Ls Alferfeinste uIler jg£& ftaranfirf edhtt .Dafurbutt«r, Natur und für das Verständnis der Neurosen ungeheuer fruchtbar geworden. Es ließen sich nämlich weitgehende Analogien Mischen dem Gefühlsleben der Neurotiker und dev Primitiven festskellei: und auch Nachweisen, wie außerordentlich viel von den Voraussetzungen des primitiv«: Geisteslebens speziell bei der Zwangsneurose noch in Kraft ist. In den Arbeiten der letzten Jahre' („Jenseits des Lust- Prinzips", „Nlasienpsychologic und Jch-Analyse") hat Freud eine neue Lösung des Triebproblerns versucht. Diese Aribeiteir ragen ebenso wie „Das Ich und das Es" (1922). in den: der seelische Apparat in ein.Ich,.ei» Es und ein Ueber-Jch .zerlegt wird, stark ins philosophische Gebiet 'hinein und tragen den Charakter rer Spekulation an/sich. Wie weit sie tragfähigen Boden für die weitere Forschung bilden werden, kann erst die Zukunft zeigen. In seinen: erst vor kurzem erschienenen Buche „Hemmung, Ai^rst und Symptonl", Pas ein Zeichen seiner ungebrochenen Schaffenskraft ist, wendet sich F re u d wieder voU der speMativen Forschungsrichtung ab. Es ist wie wenn er am Abend seines Lebens sein Werk , einer Revision unterwerfen wollte, mit einem Mute, der auf.seine unerschütterliche Absicht, nur das von ihn: wirklich als wahr Erkannte 'bestehen zu tasten» hinweist. Ilild er stellt eine Frage, die er <mfw:rf, als er-sein Werk begann: „Wdher kommt die Nonrose, was ist. ihr letztes,, das ihr besondere Motiv?" Die Antwort lautet resigniert: „Nach jahrzehntelangen, analytischen -Bemühungen erhobt sich dieses ProWon: vor uns, unangetastet wie zu Anfang." - Wird es je gelöst werden? Freud steht honte nicht allein. Eine große Zahl treuer. Mitarbeiter hilft ihm am Ausbau der Psychoanalyse. Eine intornättonale Boroiirrgung verbreitet seine Lohre über die ganzes Welt. Der ganzen Menschheit gehört fein Werk. Den Mann selbst darf das Judentum für sich reklamieren. Dessen bedarf es aber nicht erst. Freud-sagt selbst in einem vor einiger Zeit an den Herausgeber der „Jüdischen Pr-eßzentralc Zürich" gerichteten Brief: ,,... ich habe immer ein starkes Gefühl von ZusaMnengchörigkeit mit meinem Volke gehabt und es auch bei meinen Kindern genährt. Wir sind alle in der jüdischen Konfession veMioben." Meine Jugend fiel in eine Zeit, da unsere freisinnigen Religions lchrer keinen Wert auf die ErweÄmng von Kenntnissen in der hebräischen Sprache und Literatur bei ihren Schülern legte-::. Meine Bildung ist daher auf diesem Gebiete recht zurückgeblieben, was ich später oftmals bedauert hckbe." Fre ud glaubt sogar, daß in seiner Zugehörigkeit zum Judentum einer der Widerstände der Welt, gegen die Psychoanalyse zu suchen fei. Er schreibt in einer Arbeit, „Die Kann das Unbewußte erzogen werbe»? - Bon M. D. <8>er, London. .Am 6. Mo:, dem 70. Geburtstage Siegmund Freuds erscheint die ZeiMrrft „Lurogo" in erwettertem Umifcmge.Aus dieser reichhaltigen Freud- Festschrift — die unter anderem Beiträge von Pfarrer Pfister. Zürich (Von Kant m Freud); Pros. Schilder, Wien (Zur Naturphilosophie); Pwf. Pötzl, Prag (über das „deja vu"; Prof. Bianchini Mystizismus und Hellsichtigkeit); Prof. Schneider, Riga (über Jdentifckation); . Brun. Zürich (über den Trrebkonflikt); Hitschmann, Wien (über Knut Hamsun); Burrow. - - Baltimore (über die Gruppenmethode); Saussn re, Gew, (über die Intelligenz); Ch r ist osfel, Basel (über Farbensymbolik)' — bringen wir, mit einiger Kürzung, den folgenden Beitrag zum Vorabdruck. ,Mas taugt ein Mensch ohne Unterweisung?" stagt Mr. Hiob H::ß in „The Undying Fire" von H. G. Wells. „Er wird geboren wie >das Bich, unersättliche Selbstsucht. Gier, die nicht locker läßt,-'«» Etwas, bestehend aus Gelüst und Angst. Er sicht alles nur in Beziehung zu sich selbst. Sogar seine Liebe ist ein Geschäft; und seine äußerste Anstrengung ist nichtig, >denn er muß ja doch sterben. Und wir Lchrer allein sind es, die ihn aus dieser SeMbofangenheit empocheben können — wir Lchrer. Und so entgsht er-durch uns und nur durch uirs dem Tode und der Nichtigkeit. Ein ungelehrter Musch ist ein vereinsamtes Wesen, so verlassen in seinen Zielen und seinem Schicksal wie nur irgend ein Tier. Der unterrichtete Mensch aber ist dem engen Gefängnis seines Selbst entrönnen zur Teilnahme an einem nichtsterbl-icheu Löben, das begannwir wissen nicht wann, u-ick das sich ansbrertet bis über die Weite der Gestirne." Hebt der unterrichtete Mnsch sich wirklich so uneMich hoch über -das ausschließliche Jr:trresse am eigenen Selbst empor, -führt er wirklich ein um so viel edleres, so viel lebendigeres -Leben? Aber so angenehm uivd erfreulich es mich sein mag, über die wachsenden Quelle« des Wissens nachzudenken, die heute überall sprudelü, obgleich -wir uns heute rühmen kämien mehr zu wiffen, als Platoy wußte, so lehrten uns doch die Weltgeschichte und Welttiteratur, daß größeres Wissen nicht gleichbedeutend ist Mit gvößerer Wsishrit. Wir bleiben noch i«m:er, wie Shaw sagt, W WM, 'lMnerchchM Wen, hie wir in der Mmmerjeit der Geschichte waren; -bettofsen sehen wir, wie bei den Helden und in den Heldenzeiten >der Vergangenheit ebenso wie heute, Kämpfe, Zweifel, Streben nach einem besseren - Zustand ans dieser Erde, nach Frieden unter den Menschen, nach dem Ende des Hasses und der Erbittertheit ebenso Mischen >den Individuen wie zwischen den Völkern hart neben Unterdrückung, Gier und Grausamkeit erscheinen, und zwar nicht nur in ein und derselben Geschichtsepoche, nicht nur in verschiedenen Löbensperioden desselben Individuums, sondern fast irr ein und -demselben Augenblick. Ja noch n:e-hr, jene Anthropologen, die sich irr den letzten Jahren der Erforschung der Psyche solcher Böller widmeten, die eine Kultur haben, aber eine von der unfern verschiedene, eine Erziehung, aber kein solches System des Unterrichts, wie Hiob Huß es ertränyrt, finden die genauesten Paralleler: zwischen den grundlegenden Ideen und Affektei: der Wilder: und unseren.eigenen. Das Unbewußte ist überall gleich und ich glaube, wir können 'die Hypothese ausstellen, daß er gleich geblroberr ist, seitdem die Mnschen Mnschen sind. . Nur als Stütze unseres Gedächtnisses will ich im Umriß Freuds Ansicht über die Eigenart des Unbewußte:: wiedergeben: Das Unbewußte bestcht ans Triebvertretnngen, die Wunschinyxllse sind. In: Unbewußten gib: es kein Nein, keine Unsicherheit; entgegengesetzte Wünsche existieren nebeneinander, ohne einander anszulöschen; cs herrscht die äußerste Beweglichkeit, so ldaß durch Verschiebung und Berdichturrg eine Vorstellung vollkommen verdeckt werden kann; das Unbewußte ist zeitlos, das heiß: seine Prozesse unterliege:: keinerlei Veränderungen durch die Zeit; die Prozesse des Unbewußten haben nichts mit de: Wirklichkeit zu tun, sie sind dm: Lustprinzip ilniettvorsen, das heißt sie ersetzen äußere Wirklichkeit dr:rch psychische. Nchmen wir als bewiesen au, daß das Unbetvußte v»:rch die ganze Menschheitsgeschichte unverändert blieb, wie können wir dann die Beränderun-gen in den -,ne::schlichen Verhältnissen erklären, Veränderungen, die ich gerne als Fortschritt mrsehen will. Wir müssen auch daran denken, daß die meisten dieser böderttsamen Wandlungen relativ jung sind; ist doch die wunderbarste aller Kulturänderungen, der Ackerbau, keim siebentogHend Jahre alt.; - . ' '-i V ' Bor allem ist die Annahme nnrichtig, daß eine Moral ich spreche von: menschlichen Standpunkt aus — den Tieren im* bekannt ist. Sonderbarer erscheint es, daß gewisse menschliche ChaEerMö, zum Beispiel Graustmckeit ohne Nutzen M Zweck, nicht zum Wesen der anderen Tiere--gehören, während das, was uns als ein Beispiel von Liebe und Güte erscheint, sich durch das ganze Tierreich findet. Auf dm großen Steppen von Südamerika war ich oft Zeuge folgender Szene: Dutzende von Geiern schweben über einem sterbenden Kalb, das die Mutter, bereit zu einem Verteidigungskampf, ^bewachte; sie vevschmcht jeden Vogel, der scheinbar herankommen will; keiner wagt es, ihrem sterbenden Jungen zu nahe zu kommen. Damit-Sie Ihle Sympathie bei diesem' Beispiel von Merninstinkt nicht übermannt, will ich hinzHügen, daß sich die Geier in dem Moment, in Dem das Kalb tot ist, aus die Leiche stürzen, während die Mutter ruhig wieder zu grasen beginnt. In Wahrheit ist das Verhalten der Kuh so vernünftig, wie es das einer menschlichen Mutter unter ähnlichen Umständen wäre; für die Bestätignung des M-utterinstinktes bestcht hier kein Anlaß, da die Geier nichts Lebendes anrühren; sie fressen mir Aas und töten ihre Beute nicht. Die Kuh zeigt sich hier ebenso unvernünftig wie die Mutter aas Steiermark, die ihr Kn:d vor «den Gefahren des Zahnens dadurch schützt, daß sie einer lebendigen Maus >den Kopf abbeißt und ihn an einem Seidensaden um den Hals des Kindes hängt. Wir können ruhig annchnwn, daß die steirischen Mütter mit ihren Schutzmitteln dieselben Rosuttate erhielt haben, rQe andere ohne diese. Zweifellos hat sich das Zahmir >des Kindes unter Begleitung des Mauskopfes recht häufig chne jeve Schwierigkeit vollzogen, tvährend das Kind in anderen Fällen, ungeachtet der Opferung der armen Maus, ziemlich v:el zu leiden hatte.- Ich erinnere mich noch aus der Zeit des Beginnes meiner medizinischen Laufbahn, daß -der Avzt damals oft En:- schnitte in das Zahrrfleisch des Kindes machte. In Südamerika wieder wurde, w:e ich erfuhr, das Zahnfleisch mit t>em Manna eingerieben. Heute wissen alle, die beruiflich mit zahnenden .Kindern zu tun habe::, daß keine große Gefahr verbundn: ist und daß lveder eine Maus noch das Zahnfleisch des Kirwes dabei geopfert werden muß. Der 'lächeÄiche urw vielleicht auch abstohelwe Brauch rn Steiermark hat aber doch eine Bedeutung. Zugrunde lieg: ih«:, wie bei vielen ähnlichen Zerenunrien, ei-rw gewisse femdlichs Einstellung gegen «das Kind. Die steirische: Mutter: empfindet wir andere Mütter große Freude und großen Stolz «darüber, ein Kmd zu haben, es ist der Gegenstand unerchlichrr Liebe, Hingeüuug, Sorgfalt. Mer es ist auch eine Hsnnnung dir BefriedMNg der egoistischen mütterlichen W KM « >