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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-05 · Heft 2585 (5.5.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2585 (5.5.1926)
Date
1926-05-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. Z08I Men, MitWech Witter Mokftenzettuna s. Ml m Seit« T Wien. 5. Mal. * DaS Wetter. Das kühle, regnerische Wetter hat auch ‘ Sutern anigchcvlten. Die Voraussage lautet: Unsicheres Wetter. Zkrüb, kühl, zu Regen neigend, möglicherweise vorübergchendes Anfklären. * Die Lebertsmüden. Gestern vormittags würde der 66jährige Tva5ikant Karl Pag in seiner Wohnung erhängt ansgesunden. Gestern mittags hat sich bei der Wienslußeinmündüng ein zirka 28jähriger unbekannter Mann m den Donaukanal gestürzt und konnte nur mchr als Leiche geborgen werden. Die Erhebungen zur Feststellung der Identität des Toten sind im Zuge. Gestern nachts hat sich der 60jährige Gemischtwarcnhändler Ernst Maeek, Märzstraße 176, in seiner Wohnung durch Ein» atmen von Leuchtgas vergiftet. Das Motiv der Tat ist unbekannt. * Die Sterblichkeit du März. In Wien sind im März inS gesamt 3016 Personen gestorben. An der Spitze stehen mit 459 Todesfällen die Krankheiten der Kreislattsorgane. Im erwerbsfähigen Atter standen 51 Prozent, im schulpflichtigen Alter 1,2 Prozent, M Kleinkindesalter 11,6 Pryjent und im Säuglingsalter 8,8 Prozent aller Derstcrbeneu. Im Greisenalter starben 36 Prozent aller im März in Wien Beworbenen. DaS weibliche Geschlecht war mit W,3 Prozent an der Gesamtsterblichkeit beteiligt. Im März 1965 sind in Wien 2246 Personen gestochen und im Februar 1926 betrug di« Zahl der Todes fälle 2186. * Die Selbstmörderin von Baden. Wie berichtet, hat sich am 18. v. M. in einem Badener Hotel eine Frau vergiftet, ^ie sich als „Anna Steiner ans Wien" gemeldet hatte. Sie hat Lysol genommen und ist den Verätzungen erlegen. Nun wurde festgestellt, daß die Selbstmörderin die 38jährige Hilfsarbeiterin Emilie Schwarz war, die seit dem 17. v. M. aus ihrer Woh unng, 30. Bez., Leibnihgasse 44, vermißt war. * Der eifersüchtige Lebensgefährte. Vorgestern abends gegen 9 Uhr hat Viktor Dusel in der Schönbrunnerstraße seiner Lebensgefähr 1>in, der 30jährigen Schneideriu Marie I a r 0 s ch, die mit dem 30jährigen Kaufmann Albin Titz ging, ouf-golauert. Dem Kcuefmann versetzte er einen Stich in den Unterleib, der Schneiderin zwei Stiche in den Rücken und ergriff dann die Flucht. Titz, wurde in lebensgefährlichem Zustand in das Mjobechsprtal übe'rgesührt. Gegen halb 12 Uhr nachts wurde der Flüchtige festgenommen. Dusel gab bei jcirter Einvernahme an, die Tot aus Eifersucht begann zu haben, und erklärte, daß er die Absicht hatte, die Jarosch zu heiraten, und, deshalb in maßlose Wut geraten sei, als er hörte, daß sie mit Titz gehe. Er wollte deshalb beiden einen Denkzettel geben. * Ein Defraudant. Der 28jährige Drogist Hüben K a s y k. der seit drei Jahren bei einer hiesigen Firma als' Expedient angestellt war, ha: bei dieser Firma innerhalb eines halben Jahres Waren im Werte von 9300 S. gestohlen. Kasyk wurde verhaftet und legte ein Geständnis ab. Er wurde dem Landesgericht emgeliefert. Die gestohlenen Waren wurden zustandegbracht. * Kreditschwindeleien eines Magistratsbeamten. Der 28jäh vige Oberoffizial des Wiener Magistrats Wolf Langer, der seit 3. März l. I. vom Dienste suspendiert ist, wurde am 8. d. vom Kommissariat Josefstadt wegen, Kreditbetruges dem Landesgericht eingeliefert. Er hat bei einer Anzahl Wiener Firmen Waren in dem bisher bekannten Gesamtwerte von 6000 S. auf Kredit bezogen und sie sofort' verpfändet und die Pfandscheine verkauft oder unmittelbar weiter veräußert.' * Drei Ausreißer. Seit dem.2. d. sind aus den elterlichen Wohnungen in Margareten drei junge Burschen vermißt. Sie haben sich vermutlich gemeinsam auf die Wanderschaft begeben. Es sind dies der 17jährige Schtthmacherlchrling.Johann Z i k a, der 15jährige Lehrling Leopold S ko kan und der 16jährige Tapeziererlehrling Otto Kustka. Die Nachforschungen nach dem Perbleib der drei Burschen wurden eingeleitet. * Schülerfahrtbegünstigungen auf der Straßenbahn. Für das kommende Schuljahr können schon jetzt die Ansuchen,um Schülerfahrtbegünstigungen auf den städtischen Straßenbahnen ei'ngereicht wevoen. Diese Ansuchen werden bestimmt in /den Ferienmonaten erledigt, so, daß dann zuverlässig die Kinder bei Beginn des neuen Schuljahres die Fahrtermäßiguna erhalten. Später einlangende Ansuchen können nicht zeitgerecht erledigt Werdern. Die Formulare für die Einreichung sind bei allen Fahrscheinverkaufsstellen zu haben. * Ueberleitungszilge im Wiener Orts- und Nahverkehr. Mit Beginn der heurigen Sommerfahrordmlng (15. d.) werden Sur Entlastung des Wiener Südbahnhofes 13 Zugspaare.>,hes.. Südbäbnnahverkchres über Meidsing von und nach der Wiener Berbittduttgsbahn, beW. darüber hinaus, geleitet werden. Die im Südbahnnahverkehr von und nach Wieu-GMbahuhof ausgegebeneil Fahrtausweise werden von diesem Zeitpunkt ab auch u'ach und von den Haltestellen Arsenal und Favoriten der Wiener Verbindungsbahn Gültigkeit haben. Es werden sonach auch eiuzelne direkte Züge von den Stationen der Nähstrecken der Süd- und Westbahn über die Wiener Verbiildungs'bahn ■mtf die Nahst recken der Nord-- und Nvvdwestbahn und umgekehrt verkehren. Durch Umsteigen in Wien-Haupt.zollamt auf die nnd von der elektrischen Stadtbahn wird auch der wechselseitige Verkehr der genaunten Nahstrecken . mit der Franz- ,Josefs-Bahn über Heiligenstadt, wesentlich erleichtert werden. W 5. d. sind sämtliche Verkehrsdienststellen, die kommerzielle Leitung, die Eil- und Frachtgutmagazine, der Zolldeklarant, die Kohlenabteilung, Wagenbeamte, die Streckenleituing und die Heizhausleitung unter der neuen Serie Nr. 48-5-80 telephonisch erreichbar. Die Fernsprecheinzelanschlüsse Nr. .49-0-11 (Bahnhofvovstand), 49-0-19 (Signalstreckenleitnng Wien-Nordost), und 41-2-26 (Rollfuhrdienst) bleiben, unverändert. * Der rentenlose Kriegslnvalide. Wir erhalten folgende Zuschrift: Es leb: in Oesterreich eine Anzahl von Kviogssnvalidvn und Kriegerwitwen, die früher nach einem Sukzessionsstaate zuständig waren und vor drei Jahren aus Grund der zehnjährigen Seßhaftigkeit die Heimätsbevechtlgung erlangten. ■ Anläßlich der Aufnahme ln den Heimatsvewanv legte man diesen Leuten am magistratischen Bezirksamt einen Revers zur Unterschrift, vor, lallt welchem sie Ansprüche vermögensrechtlicher Natur an den, österreichischen Staat nicht stellen würden. In diesem Revers wurde kein Wort von, einer Invalidenrente erwähnt: Da alle gegen dieses -Unrecht unternommenen Schritte erfolglos blieiben, hat sich eine Anzahl der Betroffenen zu geiWnsaiMN Handeln vereinigt. Alle Betroffenen, Invalide und Wltwen, werden ersucht, Namen und Adresse' mittels Postkarte an den Gefertigten gelangen zu lassen. A. Singer, LOi'Bez., Dresdnerstraße.74/4. NMoPrygvirmm. Heule Mittwoch den 5. Mai. 16 Uhr 16 Min.: NachnsittagswnMt. — 1/ lUn* öO Diin.: tUn Postkraftwagen durch Oesterreich. Ministerialrat Julius SteySkal — 18 Ubr 25 Mtn. r Java. Ing. A. Vf. Grzliwieuskl). — 19 Uhr: Uebertragung aus dem g>oßerr Kouzerthgussaal Orchesterkonzert deS Wiener Sumvhoviel-riieäeis. Hans Pfttzner. Onvertüre zu ^Christelstein" 20). Franz Schutzertr Syrnplionte. 6»Moll (Tragische Suuiphonie-. Anton Bruckner: Symphonie, 6.Dur. Nr. b. — 81 Uhr 16 Mt», r Borträg« des Schranmelquartetts Drehler. BorttSge, Bereiae. B«lam«lnagen. Wiener B e t h- H ü m i 8 r as ch, S. Bez.. Fer. dwcmdstraße 38. Heute. 6 Uhr: Lektor Dr. S. G e l b h a u St Liturgie. 7 Uhr, Lektor Dr. S. Rubin: .Dir Phnosopdie der MaimonideS, Sinn und Bedeutung der b mischen Gevote." Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heut«, V,8 Uhr abends, m Cafe Lovrana. 6. Bez.. LSwengasse Nr 36. Dorträg des Herrn Bruno Rabin 0 wttz über .Ideologie des Zionismus" mit anschließender Diskussion, Gäste wMkommen. — Zi 0 nist,i» che I u g e n d g r u p p e L e 0 p 0 t d st a d t. Heute, '/«» Uhr abends, im Heime. ZtrkuSgaste 33, Plenarversammlung m t einleitendem Referat. — M a i m o n i 8 e s i n st i t u t, 6. Bez.. Hevaaffe Nr. 40. Heute, 0 Uhr abends Dr. N. G 0 ldsteinr Aus dem jüdischen Recht. -—Zionistischer Mä 8 chenverei« Mi i r j ä m' Morgen, 8 Ubr abeudS: Lese- und Red-halle jüdischer HochschÜler, 9. Bez., Dü kenstraße 9. Prof. Dr. Wilhelm S.t ritt: „Die westlüdtsche See e im Sp egel der Literatur." .Gäste willkommen. — K u l t u r tv i 1 f e n s ch a f t l 1 ch e G ,e s e l l s ch a.f t. Heute, 7 Uhr abends. Hörsaal 33 der Universttät, Vortrag'Hofrat Dr. F-tedrich Hertz: '„Der Menschheitrgeoanke bei den griechüchen Tragikern/ , i v ■ * Hotel-Koscher-Restaurant Guth, 3. Bez., Hollandstraße 14. Vornehmstes Restaurant mit eriiklaj)>ger Küche Menu zu 180 S. uud 2.20 S. Üebernahme voll Diners und Soupers in und außer HauS. Jed-tt Samstag und Sonntag Souper dansant. Jeden Sqnntag Fünf-Uhr-Tee mit Tanz., . Mreiu der Freunde des Naturhistovischen MrfeumS in Wien. Am Sonntag ven 16. d. findet eine prähistorische 'Exkursion nach E t s e n st a d t und , dem Rens t e b l e t f e.« (ganztägig) unter Führung be8 Kustos Dr. A. Mahr statt., Fahrtspesen ungefähr 8 b>8 10 Schilling. Jnteresseüten werdest' gebeten, bis späleftens 7. d. Name und Adresse auf einer Postkarte dem Verein, 1. Bez., Burgring 7, mttzuteilen. ' 'Israelitischer Jugendgottrsdienst. Am Samstag ven 8. >8. um 8 Uhr '-nachmittags finvet^ der Jngendgottesdienst. für die. israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. , Der Verein der Stratzniher in Wien veranstaltet Pftngstsonntag eine für zwei Tage berechnete Fahrt ist die Heimat. Anmeldungen bis 5. d. und Auskünfte beim Retftleiter Herrn M. Pick, 2. - Bezirk. Volkswehrplatz 12. Telephon- ,NL., 45,7-Lh. i ... ... .. / K«U«ue, Buch. rheaterkrise. Carl-Theater ulw Ronacher geschlossen. Nach der vorgestrigen EMlkiVkomiteesitzung der Arbeitsgomeinlschaft im Ronacher, in der über die finanzielle,Si- 'tuation des Theaters referiert wurde, wurde das Theater von gestern abends an geschlossen. Fast das ganze Personal evhielt schon seit längerer Zeit gar' keine Gage, denn allr Einnahmen wurden hauptsächlich durch, die hohe Operettenlux ussteu er ausgezchrt. - ' Das E a r l -.T h e a te r bleibt'ab heute, über Beschluß des- Personals weigen ■ zu geringer Einnahmen geschlossen. Die schon vor einigen Tagen au,sgctauchten Gerüchte über einschneidende Veränderungen in der nächsten Saison am I 0 s e fst äd t e r Theater werden von informierter Seite bestätigt. Das Theater kämpft jetzt, mit großen finanziellen Schwierigkeiten, die hauptsächlich auf das enorme Küustleretat zurückzuführeu sind. SchlieWch hört man auch von Unstimmigkeiten an der Volk so per, wo Leo Kraus, der, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft zum Austritt geMmgen wurde, uw an der Neuen Wiener Bühne, wo einige Künistler sich durch das Engagement vorr ' Gästen zu rück,gesetzt fühlen. , Die Leitung der Neuen Wiener Bühne hofft aber durch die Aufführung einer, Novität dom inneren Konflikt ein Ende zu machen. Eine Barockoper von F. 0. Bach. In unserer Zeit, welche die Händel-Rdnaissanee eifrig betreibt, lag der Gedanke nahe, auch die wAtlichen Kantaten I. S. Bachs als Spielopern herausznbringen. Die Wiener Konzerthausgesellschaft hat nun dieWachsche Kantate „D e r z u s r i e d e n. gestellte Aevlns" als Dpieloper aufgeführt, ein gerade 200 Jahre altes Werk,-welches der Thomas-Kantor zu Ehren des Leipziger Nniversitätsprofessors August Friedrich Müller komponierte. In den -sausenden und brausenden Skalenläufen der schmetternden Hörner und Trompeten, in welchen Bach die entfesselten wütenden Winde durcheinanderwirbelt, erweist er sich als' köstlicher Hunlorist, in der kostbaren Tonmalerei des' resignierten Herbstes und der müden Natur, als feiner Tonpoet und in der harmlosen Bosheit, mit welcher er schließlich dein Wüten der Naturgewalten zu Ehren Müllers ' Einhalt gebietet unö den jubilierenden Herrn Professor im Schlußchor vierstimmig an* strudelt — Bivat! Vivat! August vivat! — als überlegener Satiriker. Gott Aeolns wird durch diese Kantate zufriedengestellt und das Publikum desgleichen. Freilich müßte bei einer szenischen Aufführung das Schwergewicht ans das Komische verlegt werdeü, was drr von Hans B r ahm . inszenierten, von Paul v. K l e n a ü dirigierten Auf- - iührung nicht völlig gelang. Beschränkte sich doch die Komik zunächst nur ailf Aeußerlichkeiten die gelehrte Pallas trug eine Brille urijd Gott Aeölils kokettierte — währeüd in der Musilk das komische/ in der Szene dgs barocke Elenwnt ungenügend betont wstr. - In den Tänzen der Winde, tvelche die Tanzgmppe K r ai n a dxs Helleraner-Ensembles beistellte, war der in den Blechbläsern losgeiassene Orkan nicht recht fühlbar, das Bewegungsspiel stm zu kurz. Jmmechin stellt die Aüfführung einen höchst dankens-- werten ersten Versuch dar, Bach auch aus -der Bühne uwserom Zeitgeiste näher zst bringen, wenn es auch auf der engen, prilmi- - tchen Bühne des großen Konzerthaussaales damit seine Schwierigkeiten hat. Die Damen-Eva Bruhn und Rosette A nda y, die Herren Arrnr Pr'enß und Alfred Jerger waren die Gnmdmusikalischen, -durch stilistische Unsicherheit im Spiel und Vortrag einigermaßen -gchemmten Solisten des anregenden Abends. «k ««de» Pcatan. Burgtheatrk. MoN«n. V,8 Uhr abenLS, „Gabrißl S ch i'l l i n g s F r « ch (Abonnement V. GenpSe). Akademietheater. Morgen, '/*8 Uhr abends, „DieWelt. inder man sich langweilt" (Abonnement IV Gruppe). Opernryeater Morgen. 7 Uhr abends, „I e n «f a." D o l k s o v e r. Morgen „D t e Fledermaus." Raimund-Theater. Das Gastspiel in der Operette „Ich Hab' dich lieb" (Luise uartousch und Ernst Lautenhayn) wurde auf weitere fünfzig Abende verlängert. Lhearer an der Wien. Sonntag, nachmittags 8 Uhr. „D e r O r l o w". Carl-Theater. Das Theater bleibt ab heut * 515 auf weiteres geschloffen. Sine MuttechuldGmg in der Urania. Der Geidanke des Muttertages findet imMr mchr fteudiäe Zustimmung, so daß diese Feier allmählich/jene tiefe Weihe sinden wird, wre sie bedeutungsvolle Leibenserscheiuungen naturgemäß MÄöisen. Aus Urzeiten klingt das hohe Lied der Mutter durch Sage, Lied und Gsichichte und bewegt die Gedanken unserer Künstler und Dichter zu unvergänglichen Schöpfungen. Es ist nun ein schöner sänke, diese Aeußerungen tiefen Gemütes und inniger Berchmng in einM Vortrage, der am 8. b. im großen Uraniasaale ..... 3i... - -|t, aiülelben 'zu lassen. Eine Reihe ltrr Poesien, Lieder und dramati- . , ^_, ... r 1 der Mutter klingen!, voll tieUten Ernstes und Volkstimnlicher Frische, von Goethe bis in umere Zeit, von Haydn bis zu den Mngsten Liedern, gestalten den Vortrag zu einer ergreifenden Huldigung an die Mutter. Jascha Cheifez Ritter der Ehrenlegion. Drr berühmte VioliMrtuose. Jascha Cheifez ist, wie uns aus Paris berichtet wird, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. PreiAausschgeiVen für ShnagogMomposttionen. Der Mgemeiue deutsche Kantorenv-rriband schreübt eine freie Konkurrenz für SpnogogaKompositionen aus; die bestbeurteilten Arbeiten werden in ernenr Sammelwerk herausgegeben werden.. Dr. Betty Heimann gestorben. IM Haag starb kürzlich die Philosophin Dr. Betty Hermann aus Hamburg. Einige Tage vor ihrem Tode echielt, sie die AuffovdMtng, sich an der Universität Utrecht in Holland sür Philosophie zu hcwill-itierm. Dokwr Betty Heiimann ist Verfasserin eines in wlssenschaMchen Kreisen mit großer Anerkennung aiiifgenommenen Werkes „Ueber den Geschmack" (Berlin ’ 1024) und hatte kürzlich ein Buch über Hebels Methode vollendet, das jetzt dem Drucke übergeben werden w>ro. „Die Marchfelder". Die „Marchfelder", Bereinigung bildender Künstler NiederDerreichs, hat ihre siebente Jahresausstellung im Konzerkhaüs, Berliner Saal, am 2. d. eWnet. tzerichtssaal. Sine Hinrichtung in Rreszow. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Unter größer Beteiligung' des Publikums wurde -in R z e s z o w vor dem Standgericht die Verhandlung gegen Martin P a n e k durchgeführt, der angekvagt war, einen verwegenen Raub zusammen mit der Bande des bekannten getöteten Verbrechers Pa nie z an Franz Klus ausgeführt zu haben. Mr' Eintrittskarten wurden fünf Zloty bezahlt. Das Gericht benützt diese Cinnahmen'Zur Reparatur'des Gerichtsgelbäüdes. Obwohl der Angeklagte bemüht war, die ganze Schuld und die Initiative Zu djefvm Raub auf den toten Panioz zu wälzen, wurde er doch >durch die Zeugenaussagen und die Konfrontation mit Klus selbst, dessen Frau und Hausgehilfin überführt. Der Gerichtshof brauchte nur fünf Minuten zur Beratung und vevMndete dann das Todesurteil. Da der Präsident der RepMik das telephonische Ansuchen des Verteidigers um Begnadigung abgelehnt ' hat, wurde die Exekution uM^2 Uhr 45 Minuten nachmittags vorgettomMn. Auch diesmal trat der Henker inkognito auf in einer Maske, Frack und weißen Handschuhen. Da am Samstag den 8. d.. wieder eine Standgerichtsverhandlung gegen -einen Kompliicen des Panicz statt-, findet, erwartet man allgemein bald das dritte. Auftreten des Henkers in Rzeszow. Es ist schließlich ein einträgliches' Geschäft, denn der Henker bekommt außer dem Gchalt eines Beamten der vierten Rangsklasse für jede Exekution noch 410 Zloty. Die Flitterwochen als KündiguNgsgrimd. Frau Ruidolsine M. hatte ihrem Untermieter Josef Sch. gMndigt. Sie -machte als Kündigungsgrund Eigenbedarf geltend, da sie jung verheiratet sei und man dem jungen Paare nicht zumuten könne, die aus tvenigen Räumen bestehende Wohnung mit anderen zu teilen. Der Bekl-agtenvertreter bestritt, daß die Klägerin „einen rechtlichen Anspruch aus die von: Untermieter benützten Raume habe. Auch ein jungverheiratetes Paar müsse sein Wohnbedürfnis einschränkep, wie es so viele Familien zu tun gezwungen sind. Das Bezirksgericht hat die Klage abgewi-e'sen, wogegen d:e Klägerin die Benrfung embrachte. Nun hat das Bemfungsgericht das erstrichterliche Urteil aufgehoben und dem Erstgericht auifgetragen, festzustellen, ob die der Klägerin verbleibenden Räume hinreichen, um jenes ungestörte eheliche Zusammenleben zu ermöglichen, aus welches gerade I u n gve'rmahlte Anzpruch haben. Es sei nur Mtürlich, daß junge Gatten: vhr Gheleben ohne unmitwtlbare Nachbarschaft führen wollen. Anschaffung von Substanzwerten als Schutz gegen die Geldentwertung. Frau Irene Klttay hat gegen die ApoHckerswitwe Honora Wittlin beim Zivillandesgericht xine Klage auf Bezahlung eines Betrages von 40.000 S. angestrengt,'der folgender Sachverhalt zugrunde liegt: -Die Mutter der Klägerin übtzrgäb im Jahre 1918.dem verstorbenen Gatten der Beklagten, dem Apotheker Dr. Wittlin, einen Betrag von 100.000 K. mit der Bestiinmung, ihn angesichts der drchenden Geldent,Wertung zum Ankauf eines Hairses oder eines Geschäftes so anzulegen, das; d.r Substanzwert erhalten, b'eibe. Dr. Wittlin übernahm das Geld, hat jedoch keinen Kauf durchgesiihrt, wie er behauptete, weil ihm die Preise zu hoch schienen. Später stellte er sich überdies aus den Standpunkt, den Betrag nur als Darlehen erhalten und da.für Zinsen bezahlt zu haben. Während der langen außergerichtlichen Auseinandersetzungen sind der Apocheker und die Mutter der Klägerin gestorben. Nun hat die Tochter ihren Klageanspruch mit der Begründung geltend gemacht, wenn Apotheker Wittlin seiner BerPftichtung' nachgekommen wäre und eine Realität erworben hätte, wäre sie heute )ie Besitzerin eines Hauses im Werte von zirka 40.000-S. Das Gericht lud einen Sachverständigen, der erklärte, daß ein Hausanteil, der "im Jahre IN8 um 100 000 Kgekauft worden wäre, heute 17.000 S. wen wäre. Das Gericht sprach der Klägeriu diesen Betrag mit der Begründung z u, daß sich her Verstorbene mr Erbaltuua der Subitann bcwe.

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