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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-05 · Heft 2585 (5.5.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2585 (5.5.1926)
Date
1926-05-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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KStat, MMH S. M 1926 Sit. 3665 Volkswirt. «e erste SstrnelchUche SroßbaaKSam io Na Vergleich mit der letzten Ariedensbilanz. Als erste österreichische Gwtzbank hat die Allgemeine österreichische Bodenlreditanstalt ihre Gold« eröffmmgsbilanz veröffentlicht. Diese Barrl, welche seit jeher als das größte und seriöseste Barckinstitut Oesterreichs gilt, hat sich von allen Beschönigungen fern gehalten und zeigt in der Goldbilanz daS Bestreben, die Verhältnisse offen und ehrlich wiederzugeben. Sie laßt sich Nicht von Prestigerücksichten leiten, wie dies bei dm meisten deutschen Großbanken der Fall war, welche bei ihren letzten Bilanzveröffentlichungm den Umstand in Berücksichtigung zogen, daß auch das Ausland große Pakete ihrer Aktien besitze. Die Bodenkreditanstalt ist sich ihrer Wert« schätzung iur Auslände infolge ihrer bewährten Führung wohl bewußt «dtb muß infolge besten dm Presttgestandpunkt nicht berücksichtigen. Es ist interessant, die Golderöffnungsbilanz, die als erste normale Nachkriegsbilanz angeschen werden soll, mit der letzten normalen Goldbilanz im Jahre 1913 zu vergleichen. Die Differenzen, die sich aus diesem Vergleiche ergeben, sind nicht auf das Konto der Bank, sondern auf das der österreichischen Wirtschaft zu setzen, die an und für sich ein ganz anderes Gepräge aufweist und infolge ihrer Kapitalsarmut über einen kleineren kapitalistischen Wirkungskreis verfügt. Die Verkleinerung des österreichischen Gebietes drückt sich selbstverständlich in erster Reihe in der Verringerung der Einflußsphäre der österreichischen Banken aus. Nach der Goldbilanz beträgt die Bilanzsumme 337 Millionen Schilling. Im Jahre 1913, dem letzten normalen Wirtschaftsjahr, hat diese Bilanzsumme 920 Millionen Goldkronen, was ungefähr 1320 Millionen Schilling entspricht, betragen. Schon in der Verringerung dieser Bilanzsumme kommt die Verkleinerung des Geschäftskreises der österreichischen Standardbank auf den vierten Teil zum Ausdruck. Allerdings ist dieses Verhältnis nicht so kraß, wenn bedacht wird, daß die Bodenkreditanstalt an einer ganzen Reihe nationalstaatlicher Institute beteiligt ist, welche die früheren Geschäfte der Bank zum größten Teil übernommen haben. Diese Geschäfte kommen nunmehr nur in den Bilanzen der Tochterinstitute zum Ausdruck, während das Mutterinstitut seine Beteiligungen nur in der Form des Aktienbesitzes und der Gewinnbeteiligung quasi filtiert zum Ausdruck bringt, was natürlich viel kleinere Zahlenin der Bilanzsumme zur Folge hat. Das Aktienkapital ist mit 30 Millionen Schilling festgesetzt. Vor dem Kriege betrug es 54 Millionen Goldkronen, das sind zirka 81 Millionen Schilling. Es zeigt sich hier eine Verringerung auf etwas mehr als die Hälfte. Der Bodenkreditanstalt wäre es ganz gut möglich gewesen, ein höheres Aktienkapital einzusetzen. Gerade in dieser Beschränkung zeigt sich aber das Bestreben, ihren Aktien eine dauernde günstige Verzinsung zu bieten. Die offenen Reserven wurden mit 20 Millionen Schillir^ angegeben. Nach der letzten Friedensbilanz wurden diese Reserven, welche sich aus fünf Punkten zusammensetzten, mit zirka 170 Millionen Schilling beziffert. Es zeigt sich hingegen das Bestreben, möglichst große, stille Reserven zu besitzen. Diese sind in den aufgewerteten Effekten und der Beteiligung an Konsortialgeschäften enthalten. Die Realitäten werden jetzt mit fünf Millionen Schilling ausgewiesen. Hier läßt sich keine genaue Vergleichsbasis mit dem Frieden Herstellen. Die Bilanz des Jahres 1913, welche , den Wert der Realitäten mit 7,5 Millionen angibt, hat . noch nicht den großen Häuserblock allgeführt, welcher erst im Jahre 1914 hinzukommt. In Schilling umgerechnet würde, diese Summe einen Wert von 10 Millionen Schilling ausmachen. Der heutige Häuserwert kann nicht mit der Hälfte des FriedenAvertes be- Biwii ziffert werden. Trotzdem sind die Häuser sicherlich mehr als 5,5 Millionen Schilling wert. Hier dürfte wohl ebenfalls eine gewisse innere Reserve vorhanden sein. Das Portefeuille wird in -er Goldbilanz mit 19 Millionen Schilling beziffert. Im Jahre 1913 hat das Portefeuille zirka 108 Millionen Goldkronen, d. s. zirka 140 Millionen Schilling, betragen. Es zeigt also trotz der viel stärkeren Verkleinerung des österreichischen Mrtschastsbereiches das Portefeuille ein verhältnismäßig kleinere Verringerung. Interessant ist, daß die W e r t p a p i e r e sich in gewisser Hinsicht die Wage halten. Heute wird ihre Höhe mit 36 Millionen angegeben. Im Jahre 1913 betrug der Stand der Wertpapiere zirka 45 Millionen Schilling. Es muß dabei berücksichtigt werden, daß der Stand der Wertpapiere heute eine stark Vergrößerung aufweist. In der Goldbilanz sindie Hypothekardarlehen in Goldgulden angeführt. Hier wird vielleicht noch eine genaue Erklärung der Verwaltung folgen müssen, die die Details und die Gründe dieser Bewertung angeben wird. Im Frieden haben die Hypothekardarlehen zirka 427 Millionen Goldkronen, das sind zirka 630 Millionen Schilling ausgemacht. Heute beträgt die Gesamtsumme dieser Darlehen eine Million Schilling. In den Passiven der Goldbilanz verdienen die Kreditoren noch besoirderer Erwähnung. Sie betragen 284 Millionen Schilling. Wenn die Debitoren in Erwägung gezogen werden, welche nur 248 Millionen ausurachen, so zeigt sich hier die besondere Liquidität, welche auch gegenüber den Friedensbilanzen auffällt, wo die Debitoren die Kreditoren stark überstiegen (326 Millionen gegen 262 Millionen Goldkronen). Bei den Kreditoren handelt es sich außer den Einlagen auch um alte Kronenverpflichtungen in wertbeständigen Valuten usw. Die Kommunalschuldverschreibungen sind mit 126.000 Schilling angeführt. Es scheint, daß auch bei den Pfandbriefen in Gulden die Summe von 38.147 Schilling vielleicht zu niedrig ist, da doch eventuelle Aufwertungsabsichten relativ nur gering berücksichtigt zu sein. scheinen. Der Reingewinn von 6 Millionen bedeutet im Vergleich zum Aktienkapital 20 Prozent. Die Dividende bildet.14,4 Prozent des Aktiennominales. Dies muß als sehr günstige. Verzinsung angeschen werden. Dabei verdienen andere Posten des Gewinn- und Verlustkontos besondere Beachtung. Im Frieden standen einem Reingewinn von zirka 15 Millionen Goldkronen Unkosten von zirka 7 Millionen gegenüber. Heute sind die Unkosten doppelt so hoch als der Reingewinn, während sie im Frieden nur die Hälfte des Reingewinnes betrugen. Allgemeine SfteneWsche Bodrn-Sredit. Anstalt. In der heutigen Sitzung des VerwaltungSrateS der Allgemeinen österreichischen Boden- Credit-An st alt wurde die per 1. Jänner 1826 aufgestellte Golderöffnungsbilanz vorgelegt. Sie weist bei entsprechenden inneren Rückstellungen e'ing e s e l l ich östliche sEiqen vermögen von 50.000,000 S aus, wovon 30.000.000 S. auf . das Aktienkapitals und 20 000.000 S. auf die offenenReferven entfallen. Die blsberigen Aktien sollen in der Weise zusammenoeleat werden, daß für j e 6 a l t e Aktien z u N o m. 3000 K. eineneue Aktie zu Nom. 50 S. ausgegeben wird Die gleichzeit'g vorgelegte Bilanz für das Jahr 1025 weist einen Reingewinn von L.003.764'67 S. aus, Auf Antraa des Vorstandes wurde beichloffen, der für den 19 d. einberufenen Generalver'ammlung folgende V e r w e n d u-r.g d e 8 R r i nge w i n ne s vorzuichlaren.- Bezavluug einer D i v idende in gleicher .Höhe wie im Vorjahre, d. i. 12.000 K. für jede? alte Aktie, io daß auf'ede neue Aktie zu Nom.. 50 S eine Dividende von 7.20 S entfällt (hiefür ist ein Betrag von zusammen 4,320 000 S. erforderlich); Dotierung eines außerordentlichen Nefervefo n"d s mit 80KO00 S.; Widmung für Verforgungs zweck e der A n g e st e l l t e n tantiemenfrei) per 500.000 S., so daß nach Bezahlung der st a t u t e'n m ä ß i g e n Tantiemedes Verwaliunasrates ein Gewinnvortrag von 143.538.79 S. auf neue Rechnung verbleibt. Wien, am 4. Mai 1926. (Entgeltlich.) Ae JhusftiitMiaen aus len Leviseuiuilrtten. gkme Haltung des belgischen Frauken. Auf den internationallen Devssemnärkten wurden gchern infolge des englischen Generalstreiks alle Westdevlsen ziemlich stark ausgcibolen. Die meisten Devisen schlossen mit Kursvückgongen. Die Dwise Brüssel senikte sich in Zürich auf 16,90 gegen 17,30 vom Vortage. Mit diesem Kurs hat sie die Parität der Devise Paris erreicht. Es ist sehr fraglich, oib die belgische Regierung imstau.de sein wirb, den Kurs zu Heven, da die Schuldenverhandlungen in Zlmerika schr ungünstig verlaufen. — Auch ifti* englische Pfund dürfte im Zusammenhang mit dem Generalstreiik nur schr schwer seine Goldparität halten können. Der vorgestrigen Abbröckelung ist gestern eine neuerliche gefolgt. Die Devise Lonidon senkte sich in Zürich von 26,106 auf 26,085. — Sehr flau lag auch der,Leu, der sich in Zürich von 1-90 ruf 1,18 senkte. Dieser Rückgang wird damit in Zusammenhang gebracht, daß die bevorstehenden Enchchrböschränkungen in Rumänien das Ausland zu Repressalien veranlaßt, welche mit größeren Abgaben vorgchen und so eine Kurssenbmg bewirken. Bon seiten der rumänischen Finanz scheint derzeit keine Intervention im Gauge zu sein. Ebenso ging die Devise Bukarest in Wien und Prag zurück. — Leicht behauptet lag die Dovife Warschau, welche m Berlin unverändert war und sich in Wien von 68,85 au? 70,26 erhöhte. — Die Kursänderungen der übrigen Devisen waren geling. -ie Arkaner-Maschlneu-Kontermine. Bor der Einzwickung. An der gestrigen Nachbörse sind die Brunner Maschinen auf 415.000 K., also um 22.000 K. gegen den Vortag und um 45.000 K. gegenüber den gestrigen Anfangsknrsen, gestiegen. Es war Geld ohne Ware. Die gesteigerte Nachfrage war vorübergehend drängend. Sie wird auf das große Deckungsbedürfnis einer Bankfirma zurückgeführt, deren Abgaben in den letzten zwei Wochen auf zirka 8000 Stück geschätzt werden uird die jetzt ihre Positionen selbst unter Verlusten wird decken müssen. Die Börse hat von dieser Tatsache Kenntnis und-sucht die Firma einzrtzwicken. Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum des Verbandes der Wiener Bank« und Kommissionsfirmen. Unter Vorsitz des Kommerzialrates Georg Weiß fand gefterit die 25. ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Wiener Bank- und Kommissionsfirmen statt. Der Vorsitzende entwarf in einer Ansprache ein Bild der Geschichte des Verbandes, der an der Jahrhundertwende gegründet wurde und schilderte die verschiedenen Wandlungen der Privatbankiers während dieser Periode. Er betonte insbesondere, daß der Stand der Wiener Privatbankiers in der Krise, der letzten Jahre seine gesunde Basis bewiesen habe, da die'alten Firmen imstande waren, sich trotz der schweren Zeit aufrecht zu erhalten. Besonders begrüßt wurden die in der Versammlung anwesenden Gründer des Verbandes, Vizepräsident der Börsenkammer Steinhübl, Gremialpräsident Leopold Langer und Kommerzialrat Hut t c r- (tröfter. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen' wurde der bisherige Vorstand zur Gänze wieder gewählt, und zwar als Präsident Kommerzialrat Georg Weiß, Vizepräsidenten Börsenrat Robert Wortmann und Börsenrat.Nationalrat Joh. Thom. W a n c u r a, Kassier Börsenrat Paul Friedenstein, Vorstandsmitglieder die Börsenräte Eduard B.r eifach, Zsiga Gr ein er, Richard Hoch Max Simon, die Herren Emil R e i t l e r, Gustav S t i a ß n y, Dir. Deszö Spielberger, und Revisoren Börsenrat Albert Hoimann und Kommerzialrat Alfred Winter. Copyright 1926 Joseph Opatovsky, New York Nachdruck verboten (10. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatofchu. Sanwel schritt mühsam vorwärts. Der Tag hatte ihn müde gckllacht; er fühlte sich wie zerschlagen. Einige Male versuchte er an Rachel zu denken, doch so sehr er sich auch bemühte, seine Gedanken nahmen keine feste Form an. Gegen 3 Uhr nachts kam die Gesellschaft in das letzte Dorf vor der Stadt. Alle entledigten sich ihrer Bündel und ruhten auf einer Talwiese aus. Plötzlich ertönte Hufschlag. Ein Berittener! Me faßten die Bündel und stoben nach allen Seiten auseinander. Sanwel lief ohne Hut. Er war sehr erregt und lief hastig, obwohl er schreckliche Müdigkeitin allen Gliedern spürte. In der Ferne fielen Schüsse. „Die Jagd hat begonnen!" ging es Sanwel durch den Kops. Er blieb stehen. Bor ihm lag der alte Friedhof. Behende schwang er sich auf den Zaun, sprang leicht wie eine Katze hinüber und ging ruhig und gelassen zwischen den Grabsteinen weiter . . . Dort suchte er sich einen hohen Grabhügel aus, breitete die Seide als Unterlage aus, tvarf sich darauf nieder und schlief sofort wie ein Toter « . , 9. Seit Sanwel Rachel kennen gelernt lhatte, zog er sich -mmer mehr von seinen ftüheren Kameraden zurück und suchte nur selten ihre Gesellschaft auf. Es vergingen oft ein paar Wochen, ohne daß er in die Schenke kam. Sein Vergnügen m der freien Zeit war, mit Morwa ans Ufer der Rzika zu gehen, sich dort im tiefen Gras hinzustkecken und seinen Gedanken nachzuhängen. Morwa legte sich neben den Herrn hin, spitzte die Ohren, schaute Sanwel mit den weit geöffneten Mandelaugen unverwandt an und' knurrte) War dann SariM in besonders guter Laune^ jo begann er siH im Gras umherzuwälzen; dann sprang Morwa auf, stemmte sich auf die Hinterbeine und sprang dem Herrn nach; wenn der Hund' ihn. erreichte, umfaßte er ihn mit seinen Pranken, beleckte ihn und wedelte mit, dein Schweif. Und Sanwels frffches, herzliches Lachen hallte fröhlich durch die Flur ... Dann stellte sich Sanwel, als sei er auf den Hund böse, packte ihn bei den Shren und warf -ihn in die Rz'cka. Ter .Hund schwamm ein paar Kreise, die Mandelaugen unverwandt auf den Herrn gerichtet, und sprang dann ans Ufer, schüttelte sich und flog Sanwel entgegen. Sanwel sah zu, wie possierlich der Hund' die Nässe von seinem Körper abschüttel-te, und lachte fröhlich. Bon Zeit zu Zeit aber ergriff Sanwel Sehnsucht nach seinen Freunden und nach der Schenke; dann vergaß er alles. In solchen Augenblicken war ihm, als dehnten sich seine Glieder; seine Muskeln wurden hart und spannten sich, das Herz schien die Brust verengen >zu wollen. Dann zog Sanwel den Hut über die Augen und ging geradeivegs in die Schenke. Am Morgen nach seiner Rückkehr aus Preußen spürte Sanwel wieder diese starke Sehnsucht nach seinen Freunden; er hatte ein unbändiges Verlangen, ihnen seine Heldentaten des gestrigen Tages zu erzählen, und war fest überzeugt, nur ibei ihnen Bevständnis dafür zu finden. Am frühen Nachmittag ging er in die Schenke. Die ganze Länge des Raumes nahm, nahe der Wand, wie immer der SchanAsch ein. Auf ihm standen einige Flaschen Brannttvein, dahinter Bierfässer. Auf einer langen durchlochten Kupfertasse standen Gläser, kupferne Maßgefäße und Bierkrüge. Die Mandecke war mit einer dicken hölzernen Täfelung verkleidet, in die Daten, Jahreszahlen uild Namen verschiedener bekannter Diebe und Gauner eingeschmtten waren. Hinter dem Schanktisch saß eine große dicke Jüdin — Brajne Kosak — und bohrte mit freudiger Inbrunst in der Nase. An etlichen kleinen Tischen saßen jüdische Burschen und aßen effrig. Bei einem Ecktischchen saßen drei andere und trgnken ,Hunden". Auf dem Schoß des einen jaß ein junges, stark gepudertes Mädchen, das eine Zigarette rauchte. In der Schenke roch es nach gebratenem Fleisch. ,Ichau, schaut, schrie Brajne, „Pfui, pfui, pfui! Ein feiner Herr! Es paßt dir wohl nicht mehr, dich in der Schenke se'hen zu lassen?!" Bon allen Tischen rief es: ,-Santvel! SaMveil!" Ba'ld ivar Sanivel. umringt, es regnete Willkommen« grüße und derbe Scherze. Befriedigt über den Empfang, setzte sich Sanwel mit den Gästen an einen großen Tisch. „Fünfzehn Flaschen Lager!", rief er zum 'Schanktisch hinüber. „Nun, was treibt Ihr, Jnngens? So wahr ich lebe, es war mir bange nach euch!" „Und du bist ein großer Herr geworden! Man sicht dich ja gar nicht mehr auf Gottes lichter Welt! Was twibst du eigentlich die ganze Ze-'.t?" rief Gradul, ein großer, 'blatternarbiger Bursche mit zwei Schnittnachen aus der linken Wange. „Das weiß -ich sel'ber nicht", antwortete Sanwel. „A!an schlägt halt die Zeit tot und weiß selber nicht, ivomit." „Dqs ist nur allzu tvahr, Bruder!", fiel Gradttl ein und blinzelte dem anderen zu. „Unsereins darf sich nicht zu sehr mit einem Weibsbild einlassen. Das ist eine Sache fi'tv die Grünen.*) Wenn d'r ein Weib gefällt, heirate sie; willst du -das nicht, dann drück' fest zu und Schluß! Kannst glauben, Saniwel, Manka hört uns ja nicht." Gradul zwinkerte mit den Augen in der Richtung des Tisches, wo Manka (sie war das stark gepuderte Mädchen) saß. „Mit Manka kam» man ein Jahr lang leben, ohne eine Frau." Der ganze Tisch brach in brüllendes Lachen aus. Manka wurde böse: (Fortsetzung folgt.) *) Neulinge, Duinniköpfe (G-auuerjargvn, aus dem dar Wort genommen wurde, um m Bnerika als Bezeichnung für die nepen Einwanderer sozusagen salonfähig zu werden).

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