Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2578 (27.4.1926)
- Date
- 1926-04-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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- (Stenn Morimuelktme 27. Wir 1928 Seile ü ' jw. JWB_ M«, DlenNaz_ Kunst, Bühne, Buch. „Sanis Ferdtnanv. Prinz tum Printe»." Burgtheater. Pmrl Hartmanns gwckte Antrittsrolle ann Bung« theater. Fritz v. Unmhs „Louis Fuidmanb" ist zur HGte Hain'let, ein Viertel Prinz von Hombung enrd ein Viertel ,2vrt ( Carlos. Er ^itoio^iert fleißig, ist von d.'s Gedankens Misse angekränkelt und knickt in entscheidenden Augenblicken ein; er hatdert mit denn Friedenskönig von Preußen, braust auf uind ihm! Degen die Herzen der Iilrysn zu: er ist schivävmerisch, hochgesinnt und in die Königin Lcuife vertlisbt. Paul Hartmann entschied sich mit Glück Kr die Komponente ,/Dou Carlos". Ein blonder deutscher Don Carlos, der weit gesünder ist, als >r Schllerfche und weit eindeutiger als der unerhört komplizierte Unnchiche Prcußenprinz. Manchmal gerät er in das tronrpeiende Dekllanrieren. Stellen des Textes wie diese: „Wir wollen die holde Schlachtengöttin von Sieg zu Sileg ait den Locken schleifen, zu Brandenburgs Triumph!" — nötigen ihn dM. Mer auch solcher Worte Schwall wird durch sein helles männliches Feuer geadelt. Herr Man, sein Wiener Vorgänger in dicher Rolle, spielte dm Prinzen vom ersten Augenblick in anfgchei.>:schtem Affekt, ließ sich auf das Seelische ein. Herr Hartmann gib: ihm kräftigere Holdenplye und belMt Recht. Dieses Stück, Mer das sich der Referent auch anläßlich der Prenliierr nicht klar wurde, trotz wiederholter Lektüre des Buches und trotz der Neigiearbeit des Burglheiaters (dis Men'chenmöglichstes leistet, um bas Stück vcrstäMich und eindrucksvoll zu gestalten), blM 'ihm auch weiterhin ziemlich undurchsichtig. Fünf lange Akte, im Telegrammstil geschrieben, viele Gestalten, grelle Worte, krasser Wechsel der Stimmung. Man taumelt mit und empfindet bloß, was der Held des Stückes von der Königin Louise sagt:, Brennendes Eis. „Erahnend, nicht beigreifend, waZ er will" (wie die Mutter in Unruhs Drama „Ein Geschlecht" zu ihrem Söhne sagt), verläßt man das Theater. Die Ausführung des B'.irgchoaters haben wir seinerzeit als ganz hervorragend gewürdigt. Sie P es 'geblieben., nur die Kulissen bedürften einer Auftrischu-nig, insbesondere die arg ramponiere Leinwand Kr Stiegenhaus des Berliner Schlosses. Philipp Ze 8 ka (Herrn Pansens Nachfolger in der Rolle des Königs) ist zu jung für dichen dlslfizit-n Part. Um die dunkle Gestalt des Kriegsrates Wiefel müht sich ernsWch und mit Evschg Herr Andersen. Prachtvoll wieder Georg Reimers ÄS FeDmarschall Bmunschweig, überaus scharf gezeichnet die Diplo« matenfiguren der Herren Sieb er t und Arndt, überraschend wesenhaft der Öranien Treßlers. Der BeigrüßunigSapplaus für Hartmann war sehr herzlich . O. A. Konzert Wband-Matze. Das Hauptinteresse konzentrierte sich'Machst auf den weltberühmten Geiger Whe, welcher die Violine mit den: Taktstock vertauscht hatte. Einfach .und schlicht ffchrte er das Orchester und hing gleichzeitig mit Hingabe am Spiele Jacques Thibands, dem er künstlerisch wahlverwandt scheint- Beide bevorzugen als Romanen die weiche Kantile-ne, das Schwärmerische, Dentiimen» tale, die elegante Linienführung. Leider eignen sich die Konzerte von Mozart und Brahms, welche Dhibaiud spielte, Wicht Kr Uebevtragung in fremdnatiionale Musikidiome. Die arge Verschleppung der Tempi im ersten Satze Brahms', an. welcher Beüfoe Künstler Mitschuldige waren, erzeugte eine Romantisiemng und Verweichlichung. Der süße, zärtliche Ton, die ungemein freie Phrasierung und die Übermäßigen Rubati, durch welche die starken, eigeinwilligen Bmhmsschen Achente unscharf gerieten, vertragen sich schlecht mit Brcchmsscher Ansdrucksgcwalt. Abgesehen von diesen in Thibaulds Nationalität begründeten Stilmängeln verdient sein Spiel uneingeschrärikties Lob. Die sieghafte Geigenbrillanz, der ritterliche Vortrag «und der leuchtende,. Wackenfreie Tan fanden gleich DsayeS überlegener Sdabfühmng im Publikum stürmischen Widerhall. flb. Aus de« Theater». Burgtheater. Morgen, */,8 Ubr abends, „Minna von Barnhelnt*. (Abonnement IV. Gruppe) A k a d e m i e t b e a r er. Morgen zum ersten Male „D i« verhängnisvolle Frau". Lustspiel von Andre B ir a b e a u. deutsch von Grete F a n t l. Morgen, V»? Uhr abends, „L o h e n g r r n*. V o t k s o p e r. Morgen geht „Die schöne lathä" und hierauf „D e r B a j a z z o" mit Gustav C b o rjan als Canw in Siena. DonnerStagden 39. d. findet die oeutlohe Uraufführung von MoniuSzkoS „H a l k a" unter musikalischer Leitung des Chefs der Warschauer Staatsoper, Direktor Emil M l y n a r s k t, statt. Für die Aufführung hat die Warschauer StaatSoper 160 Originalkostüme zur Verfügung gestellt. Johann- Gtrauß-Tbeater. Die Eintrittspreise für die S o m in e r s v i e l z v i t wurden erheblich herabgesetzt. Zur Aufführung gelangt „Die s p a Nische N a ch t i g a l r in der Premtsrenbeietzung. — Auch im E arl-Theater sind die Eintrittspreise bedeutend h e r a b g e j e tz t w o r o e n. Neues Wiener Stadttheater. Exl-Bühne. Zum ersten Male „Die fünf Karnickel" von Julius Pohl Donnerstag verabschiedet sich di» Exl-BÜHne mit einer Aufführung von „G l a u b e « » d Heimat". Modernes Theater. Heute Erstaufführung von „DteBüchs» der Pandora" von Wedektnd Frau Trante Carls en gastiert als Lulu. Sonntag den 3. Mai. 4 Uhr nachmittags, finden die Uraufführungen von Raoul A u e r n h e i nr e r s Lustspiel „D a S ältere Fach". Morris SetS Spiel ,Ya b a n c q u e" und Oskar B l umenthalS „Dramatische Plauderei" statte - Lustspteltheater. Heute -2b. Auffübrnng der Revue „R rr n d n m d i e N t e i e". An diesem Abend gelangen Kiavierauszuge der Schlagertteoer aus der Revue gratis zur Bertetlumr Der schönste Film des Jahres HAGAR, DIE TÄNZERIN (D3Np»’ PU112 in) mi< Betty Blythe m «sup!,<-„» Uraufführung ab heute: ZIRKUS BUSCH KINO. II., Am Praterstern BES“ ORIGINALAUFNAHMEN AUS PALÄSTINA ,« Monopol t Lmt Film, Wien VII Palöftina al« Filmland. Von Walter Reisch. Das Bild des Films spiegelt die ganze Welt wieder. Di« Welt mit ihren Lengen, Tälerrr. Ländern, Stäldten, Flüssen, Wüsten, Hofen, Meeren. Die Werkstatt des Filmes ist die Welt. Daher suchten sich die Filmleute immer eine Welt en miniature. Einen Flecken Erde, der hu Umkreis von nicht allzu viel Quadratmetern Hochgebirge und Flüsse, Meere, Täler, Städte und WMder besitzt. In diesem Atelier einer Welt en miniature brauchte man übewies Lichteinheiten von unermeßlicher Kraft, durch kein Unwetter, keine Woikke oder sonstige WitterungStaunen beeinträchtigt. Solch eine Welt, die allen Anforderungen der Kinematographie entsprach, gab es bisher nur eine, das war das Wunderland Kallformen. - Dort gab es alles... Vom Strand in Biarritz bis zum Schneeacker von Alaska. Dort gab es auch jenen unverwüstlichen Scheinwerfer, dessen Leuchtkraft nicht von der Gnade des EleEtr^itätslwerikes auch nicht von der Willkür eines nervösen Dieselmotors abhängig war, sondern ein Scheinwerfer mit unendlich vielen Ampere — die Sonne — ist. Kalifornien wurde in zchn Jahren aus einer Kaktussteppe ein kleines Univevsum. Es schuif den erstens großen Filmtrust. . Kalifornien ist groß. Aber größer ist die Welt. Kalifornien produziert Mengen, aber die Kinothoater der Welt brauchen Unmengen. Und die Heinzelmännchen der neuen, stummen Kunst suchen immer nach neuen Gebieten, wo sie ihre Zelte aufschlagen können. So fanden sie Palästina. Palästina ist geographisch und klimatisch ein genaues Ebenbild Kaltformens. Es hat dieselben Grundbedingungen und Vorzüge, me Hollywoods filmische Prädistinlktion ausmachen.- In Jerusalem, Tel-Mviw und Haifa besitzt das Land Städte, welche das Konterfei von Großstädten, die. der Film für seine Zwecke braucht, in weitestem Maßstab darstcllen. Tel-Awdw, die moderne Villenstadt, hält jeden Devoleich mit anderen europäischen und überseeischen Villenvrtschaften aus. Die Gebirge des Libanon, des AntUbanon und des Karmel bieten die wundersamsten' Geibirgsbilder. Tlberiasee, Totes 1 Meer und der Jordan mit seinen Neibenflussen sind Wassermotive idealster Art. Für den Filmmann ist Palästina ein einziger Garten Genezareth, dessen Bevühmthert klassisches Vorbild ist. Es wäre müßig, die Dokumente der Natnrpracht Palästinas hier mit dürren Worten zu entrollen, es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man die großartigen Gemälde dieses Paradieses der -Welt nochmals beschreiben., Die Wunder jenes, gottbegnadeten Stückchen Erde svnd in einem großen Buch ausgezeichnet, das im> Verlag der Ewigkeit erschienen ist. und dccher auch ^Ewigkeitswert besitzt. An dieses Vorbild antiker Schönheit reiht sich jetzt die moderne, rhthmische Welt mit ihren AutomobÄstraßen, Villen, Fabriken, Jndustriegegenden, EHsenbahnsträngen. Palästina wurde zum zweiten Eldorado der Kinematographie. Dmn zu all dem Angeführten kommt noch das wichtigste Pro, das Um und Auf der Filmkunst — das Klima und das Licht. Es mutet an, als hätte hier eine prophetische Kraft in unersorschlich weitsichtiger Wucht das Klima direkt Dr de» Film geschaffen. Zehn Monade ununterbrochenen Sonnenf schein hat nicht einmal Kalifornien. Ungetrübte Sonne von 5 Uhr morgens bis .8 Uhr abends, dabei niemals so intensiv heiß, daß sie zur Untätigkeit veranlaßt. Ewige Sonne. Palästinas Land ist Dekoration. Palästinas Sonne ist Lampenpark. Daher begann vor ungefähr Jahresfrist, die große Wanderung der europäischen Filmfabriken nach Palästina. Und der erste große Film, der von unten kommt, der nn , Schein dieser berühmten Sonne und vor der Staffaige der, unsterblichen Landschaft gedrcht wurde, lärrfr nun in Wien im Zirkits-Busch-Kino. „Hagar, die Tänzerin", heißt dieser Film und der große franqösMe Romancier Pierre Benort schrieb das Buch zu diesem Werk. Der Titel des Romans, ^Brunnen Jakobs" wurzelt schon in der palästinensischen Idee. Ein Tendenzfilnr, der im schillernden Kleid der dramatischen Handlung die Idee des Judentums propagiert, aber vor allem mit der mächtigsten Waffe der Propaganda, mit dem Bild, auch das Land leibst schlldert, besser als Worte und langatnrige Beschreibunigen es vermochten. Der Roman ist bekannt. Es ist die große Geschichte jener kleinen Hutmacherin, die sich für eine unscheinbare jüdische Kolonie in Palästina opfert. Eine moderne Judith. Die Plakate, die in Wien diesen Film ankündigen, zeichnen eine tanzende Frau, die zwei .grellrote Fackeln in Händen schwingt. Diese beiden Fackeln sind die Symbole für den Film. Die rechte Hand hält die flammende Löhe der Religion, die linke Hand die zündende Flamme deS Kaniipfes. Mit diesen beiden Zeichen in der Hand taugte Hagar durchs Leiben. Und sie tanzte auf dem Titsch, an denen die Mäntrer saßen und zu ihrer Schönheit empoMickten. Hell umrahmt vom Flanunenschein der beiden Fackeln, hat diese Frau eine gwße Aufgabe erfüllt, sie begab sich ihrer Frauenwurde, wie jene Judith, die ins Zelt des Feldherrn Holofernes ging, um ihr Volk zu befreien. Hagar, die Judith von 1926, mußte Tänzerin, Primadonna und fast Kokotte werden, um chr großes Ziel zu erreichen. Mit geradezu unlheinMch erfchüttern- .der Kraft malt dieiser Film die Romankapitel Benoits nach. Und Palästina ist das Glashaus dieses Werkes Mwefen. Der erste Versuch war ein Erfolg. Mehr als das. Er war Schrittmacher und diktierte das Progamm de-r nächsten Filmepoche. _ Borträge, Vereine, Versammlungen. Wiener B e t b - H a m i d r a s ch. S. Bez.. Ferdtnandstraße 23. Heute, 6 Uhr: Lektor Dr. S. G e l b h a u Sr Historische Psalmen Zionistische Frauen! Heute, 5 Uhr nachmittags. Versammlung im Hakoah-Hetm. 1. Bez., Wipplingerstraße 24. Erscheinen Wicht! Nadioprogramm. Heute Dienstag den 27. April. 11 Uhr: Vormittagsinnsik. — 16. Ulir 1ö Älin : NachmittagSkonzert. Mittvirtendr Konzertsüngertn Mia Nücker-Ka>mar. „Slawische Meister." — 17 Uhr 50 Min. r Stunde der Flau. Vorunetle in der Kinderstube. Vrivatdo^ent Dr. Adolf F. Hecht. — 18 Uhr 26 Min.: Die Feuersicherheit der W'ener Tneater. Lberstadtbaurat Ingenieur Hugo Schmtd. — 19 Uhr 10 Min.r Französisch. — 19 Uhr 40 Min.: Englisch für Vorgeschrittene. — 20 Uhr 18 Min.: Konzertakademie. Mitwirkend: Overnsängerin Nektar v. Flondor, StaatSopern'änger Hermann Gallos, Prof. Franz Wagner (Klavier-, Grete Löw-Smelana (Violine'', Wilhelm Sannenberg und Fritz Waldstein (Flöte). Am Flügel: Prof. Erich Meller. Donizettir WahnsinnZarie aus „Lucia dt Lammermoor". Meyerbeer: Schattentanz aus „Dtnorah". Debuffyr Arabeske, Minstrel. Heidestimmung. Feuerwerk Brahmsr In meiner Nächte Sehnen. Mufforgskyr Ballade vom König Saul. Ninaldini Ueber den Tag. Vtolinvoriräger Grete Löw-Smetana. Johann Sebastian Bach: Triosonate für zwei Flöten und Klavier. — 21 Uhr 20 Min.r Dichter der Arbeit. Bröger, Lersch, Petzold «. a. Gesprachen von Werner Schutt. ßBerbet Abonnenten für dies!..WMer Morgenzeituua" I t Settchtssaal. Ven Mann ln Notwehr erschossen. Bor einem Schöffensenat unter Vorsitz des -HofvaideS Dr. Ramfauer hatte sich gestern die 37jährige Maria Lest ins ky wagen sahrlafisiger Töiung und versuchter schwerer Körperbeschädigun>g zu verantworten. Die Angeklagte, die von ihrem Gatten, dvm Eistttgießer Paul Lest insky geschieben war, mußte wogen der Wchnungsnot mit ihm in dersÄben Wohnung wohnen. Das Gericht wies dem Mann die Küche, der Frau das Kabinett am. Beide Ehagatten nahmen Lvbenslgeföhrten zu sich. Die Frau den Schuhmacher Karl Sikora, und der Mann veufchiedene Frauen. Panl LefttinÄy bedrohte seine geschiedene Frau wiedechält mit dem Erstechen. Mm 8. Juli kam «er mit seiner Lebensgefähvlln berauscht Holm und verlangte von seiner geschiedenen Frau Geld. AlL sie sich weigerte, ihm Geld zu geben, entstand ein heftiger Streit, in dessen Verlauf der Mann chr drohte, daß er es so wie der achtfache Mörder von.Angerstein machen werde. Es >mÄsse alles in Blut schwimmen. Als er.ein langes Küchenmesser zur Hand nahm, biß Hn der scharfe Hund seiner geschiedenen Frau in die Waden. Paul LestinÄky stach das Tier in den Rücken und bedrohte seine Frau wieder mit dem Messer. Da zog diese plötzlich einen Revolver, den sie zu 'ihrem Schutz ber sich trug, und gab auf den Mann einen Schutz ab, worauf er gusämmenbrach Die Frau eilte nun in die Küche und gab einen zweiten Schuß ab, der jedoch schvgkng. An den Verletzungen :'t Pqul Lestinsky nach mchrwochiger Kra-nlhsit gestorben. Der Tod Mat infolge DcrvMlähmung ein. Zu chrer Rechtfertigung^ führte die AugeK'agte Notwehr an. Die StaatSauwalischast wu" aber der Ansicht, daß sie die Grenzen der Notwchr ü-':»r,chritten habe. Da andere Personen n der Wohnung auw^end waren, hä re sie sich durch Abgabe ei res Schreck>chusseS genügend 'ckützeu rönne< Den zweiten Lchug habe sie >stvssielloS :n der Absicht ab^eMn, ihren bereits un. -chadlich gernachten 'Gegner schwer gu verletzen. Die Angeklagte erzählte weinend von dem Martyrium, das sie von 'ihrem Manne schon vor der Ehe, wahrend der Ehe und nach der Schein drrng mligvmacht habe. Sie habe am kritischen Tage nur einest Schreckschuß abgeben wollen und plötzlich sei der Schuß loSgegangen. Bocher habe ste um Hilfe gerufen, doch habe sich niemand an den Mann mit dem gezückten Messer hrrangstraut. Das Schöffengericht scheMe dieser BeraMportung Glauben und sprach dm Angeklagte frei. Das Urteil im Prozeß der 98. Aus Wilna wird unö gemeldet: In dem Prozeß gegen die 92 Kommunisten wurde heute das Urteil gefällt. 32 Beschulldigte wurden zu Strafen von vier Monaten bis zu vier Jahren verurtM. Di» anderen Anycklagtett wurdest ^fveigesprochen. _ , Ser Shornez-Koutratt. Aus uzhorod wird uns geschrieben: Nach einem sehr alten Brauch geben die strenggläubigen Mischest Geschäftsleute in der Slowakei' und in Karpachomßland den Verkauf in der Zeit während der Pesfachtage einem andersgläubigen Verkäufer. IM heurigen Jahre Larven nun in mchrere Mischt Geschäfte die Kontrollove der Finanzämter und bebegten die Kaufleute mit Strafen, wegen unerlaubter Ueber^ tragun-g der Konzession. Gegen dieft Strafen habest nun verschiedene kavpathomfsische und slowakische Fivmen bei der Jinanzdirektion Rekurs echoben und verweisen darauf, daß eine solche voÄbevgehende Uebrrtragung der Konzession nicht Mr in der Tschechoslowakei, sondern auch in vielen alleren Ländern Sitte ist. Wen« «van den Verkauf rvührend der Osterfeisrtage an Nichtjuden vergibt, so geschicht dies einzig raub allem dsS-, halb, weil eS sich um leicht verderbliche Waren handelt. In de« Rekurs wird weiter darauf hin-gewiasen, daß die tschechoslowKische RepubkÄ als demokratischer Staat chre Bürger in der Ausübung ihrer Religion in keiner Weife beschränkt und daß im alten M m Kch« W AjWKMlnWchW