Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2576 (25.4.1926)
- Date
- 1926-04-25
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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£|fa »MMM WU. ÄJW Mm, Vömdg gglitttf Morse«KettmW _^_ €f?f?!* Lar Prodle« der zlotdftadMstrraaz. W»WWMW>MUW wKX Qm|wmvh }l|f Vo^Vin|| v*T wHqUfW|W< Hvo» mvsovem Warschauer T.-iKmrchwndeMsn.) Tfte pMffche Republik hat jetzt ein TeilmiMsterium. Der Dräfident hat bekanntlich die Demission V«S GesamtHavinettS nicht angenommen und nur den Mcktritt der Ham ftgiaslistifchen Minister -m Kenn.tniis genommen. Dtefe Zwangsregiemug ist mm beauftragt, die dringendsten laufenden Angelegenheiten, KnSbefondere aber daS Bndgetprovtforimn für einen Monat zu ««ledigen. Possen macht aber jetzt nicht nur ein« Regierungskrise, sondern auch ein« schwere wirtfchafMche Krise durch die auch die unmittelbare Ursache des Konfliktes im Mintsterrat war. Die Recht« der polnischen KoaTi-tionSregierung mit dem ylirmnAminister 8 diechowSki an der Spitze ficht dar cknzige .Hell aus der jetzige« schweren Lage in der Re-duz'ierung der Beamtengehälter und dem Abbau der Beamten, wogegen die Linie die Rettung von einer Neuen Inflation erwartet. Nach dem Urteil besonnener Frnanzsseute können beide Wege das Ziel nicht erreichen. Sowohl die Redugiemng als auch Ne Inflation sind vollständig unzulängliche Mittel. Denn was soll zum Beispiel aus 20.000 ab gebauten Eisenbahnern werden? Das Prinzip des Abbaues fft nach der Ansicht dieser überhaupt kein gesundes San'ierungSpvinzip. Der Mbau bringt, wie das österreichische Beispiel zeigt, wieder neue KompMationen für die Wirtschaft mtt sich, indem «r geradezu die Arbektslofigikett systematisch züchtet. Daß der Weg der Inflation nicht -der richtige ist, braucht Heerte wohl nicht besonders beiuerikt zu werden. Darin hat die Rechte recht, daß sie die JnslationSpläne der Linken ablehnt. Doch treffe« die Pläne der Regierung auch nicht den Kern, denn der Vorschlag des Ministers Z d i e ch o w 8 C -i, 81 Millionen Zloty «euer B'ilons zur Deckung deS Budgetdefizits auszu- .geben, bedeutet doch auch nichts anderes als eine neue Inflation. Für Polen bleibt also jetzt nur der einzige Ausweg: Konsso-lidieru n g nach innen, friedliche Politik sorvohl im Lande als auch nach auswärts und assS Folge all dessen die Kredithilfe des Bölkerbundes. lieber diese Frage wird schon in Polen eine heftige und interessante Pressepollemi'k geführt. Im Sejm haben der Abgeordnete Birka und Senator Buzek die Anleihefrage einige Male aufs Tapet gebracht. Viel besprochen wurde ferner ein Artikel von Professor Krzhrzanowski, der für eine Völkerbund anleihe eintrat. Die Blätter haben allgemein diesen Gedanken rin günstig arlsgenommen und abgelchnt. Bssondere Ausmerkisanckeit v>erdient in dieser Hinsicht der Artikel des gewesenen Ministerpräsidenten und FinanWlinisters W'ladislaw Grabski tm ,^ut]er Warszawsli". Grabski ist ein alter Gegner einer Ausländsanleihe und tritt noch immer Kr die Idee der „Selbstversorgung" ein. Grabski meint, die Anhänger der Anleihen vergessen, daß damit der Staat neue schwere Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund a>uf sich nimmt. Ferner sagt Grabski, daß die Anleihe doch nicht alle inneren Schwierigkeiten lösen kann. Alle Fragen wird biic Volkerbundaüleihe sicherlich nicht Men. Sie wird aber ermöglichen, daß man überhaupt zur Lösung von Fragen heranschreiten kann. Grabski vergißt, daß erst nach Kräftigung der Vollkswirlschaft durch die Anleihen auch eine Sparsamkeitspo'litik der Regierung volle Berechtigung haben werde. Die Wirtschaft wird erst dann die Menge der abgebauten Beamten anfnehmen können. Als Beispiel der geringen Bedeutung einer Ausländsanleihe führt Grabski Deutschland an. DSuMand hat aber doch die Mai* ftabWert, was tn Polen noch lange nicht der Fall ist. Schließlich weise« in dieser Pressypvlemck die «nMgtt des Anleihegedankens auf Oesterreich und Ungar« hin, die Mar auch noch kein PavodieS auf Erden sind, deren Wirtschaft «der doch eine merkliche Besserung erfahren Hai. Daß kleine Ausländsanleihen ohne Vermittlung deS Völker, bundes, von denen GrabSki spricht, keinen großen Wert haben, beweist nach Behauptung der Freunde einer Völkerbundanleihe die Tatsache, daß Polen Kr die bisherigen Anleihen dieser Art daS Tabak« und ZÄndholzmonopol» die Akzise vom Zucker, die StäatSeisenbahnen und über drei Fünftel deS GoDvorrates an das Ausland übergeben mußte. Dilon stellt Kr die neuest« Anleihe von acht Millionen Dollar ebenfalls Bedingungen. Die wichtigsten Kursnotierungen lauten: Konversivnsanleihe 38.60 Warschau, Zucker 1£6 bis 1.70, Kohle 1.85 bi» 1.98, Leckberger Industrieibank —.13, polnische Naphtha —.40, Zielleniewslkt 10.S6, Diskontbank 4.80. Wirtschaftsnachrlchten aus Palikftiaa. Die AVveitseruSfichlen in PalKfttna. Das ,/Lommercial Bulletin" der palästinensischen Regierung schreibt: Ter Bau des Haffaer Handelszentrums hat bereits begonnen, bei dem 100 Arbeiter beschäftigt werden. Man erwartet, daß noch weitere 160 Arbeiter bei diesem Bau ick Lauft der nächsten Monate angestellt werden Wunen. Die Mchusah Sir Herbert Samuel" auf dem Karmel hat einen Kontrakt Kr den Bau von zehn Häufet» abgeschlossen, der fünf oder sechs Monate lang 100 Arbeitern Beschäftigung geben wird. Das Manor^projekt im Dorf Jedda gewinnt nunmehr, nachdem genügend Master zur Verfügung steht, mehr und mehr an Gestalt. Am April sollten gewisse Arbeiten auf dem Jidro-Boden angenommen werben. Man hofft aus diesen Gründen, daß im nächsten Monat die Av» beitsltzsigkeit stark reduziert werden wird. Der gestrige Privatverkehr. Im gestrigen Privawerkchr waren Bvünner Maschinen ziemlich heftigen Schwankungen unterworfen. Der übrige Mavkt zeigte einiges Interesse für Staatsdahnwerte und Renten, Die Umsätze waren nicht bedeutend, auch nicht als größere TeckungÄhuse die Tendenz festigten. Die Kursänderungen waren gering. Kursbesserung des französischen Franken. Bei geringen Umsätzen war der französische Franken gestern auf allen internationalen Devisenmärkten ziemlich -fest. In Zürich besserte sich die Devise ParjS auf 17,40 Men 17,26 vom Vortage. Das Pfund imwde in Paris mit 144 Franken bezahlt. Gut hielt sich auch die Devise Brüssel, die sich vom 18,86 auf 18,40 erhöhte. — Fest behauptet blieb der Zloty. Bei lebhafterem Verkehr blieb er unverändert. Im Wiener Utsancenhandel wurden für den Dollar 9,80 bis 10 Zloty bezahlt. — Der Leu konnte sich leicht bessern. Gegen Zürich erhöhte er sich aus 2,09 bis 2,04. Erhöhung französischer Exportzölle. Ms Paris, W. K wird telegraphiert: Der ÄckerbaumKister hat die Ausfuhrzölle aus GssiüSLl von 10 auf' 20 Prozent deS Wertes und den Zollsatz für Eier von 20 ans 80 Prozent erhöht. Schließung der Moskauer Börse. Berlin, 24. April. Wie dem „Lokolanzeiger" aus Moskau gemeldet wird, ist die Moskauer Börlfe wogen des neuen Sturzes des Tscherwonetz geschlossen worden. Erhöhung der riwakpttift in Pokn. Aus Warschau. 28. d., Wird gemeldet: Das Fiuanznrinifteriuim gab seine Zu stimmnn'g zur Erhöhung der Preise der CrMgnisse des Tabakmonopols um 20 Prozent. Tie Erhöhung tritt am 26. d. in Kraft und umfaßt Zigaretten, Zigarren und alle anderen Tabakgat tungon. „Dt« Steuer", Zeitschrift Kr Steuertvesen, .Herausgeber Dr. Emil Kollck, bringt in ihrer letzten Folge Aufsätze Über: Steueramnestie, Tie Bekenntnisfrist, Uebcrsicht über^ die Einkommensteuerbeträge für ein Einkommen von 6000 bis 240.000 Schilling,' Vermischtes, Entscheidungen des . Verwaltungsgerichtshofes, Steuerkalender, Rene Steueraesetze, Bücherschau. Verwaltung Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße 28. Berliner Börse vom 24. April. Der heutige Verkehr nahm einen ruhigen Verlauf. Nach anfänglichen Rückgängen konnte sich die Tendenz von der festen Haltung der Schtffahrtswerte ausgehend, etwas bessern. Die Kursänderungen waren gering. Es notierten: TÜrtentoje 81.10 Süd. Lombarden neue —. Oesterreichtiche Staatsbahn 22.—. Darmitädter Lan: 128.—, DtUtiche Bank 126.-. Dresdner Bank 110 25 Oesierretchifche Kredit 7.—, Oelterretchische Länderbank —. RetchSbank 140—, Wtener Bankverein 8.— Untonban» 6.12 Daimler Motoren 65—, Dvnamit Nobel 8312, Felten 4 Guilleaume 119.25 Wiener Srtreidemarkt. GeschäftSloS. Die Preise auf den überseeischen Börsen sind, wie während dei: ganzen Woche, weiter rückgängig/ Die Wiener Börse zeiate bei r°'gem. Besuch geringe Geschäftstätigkeit. Das Geschäft nach der Tschechchoslowakei ist infolge der neuen Verordnung, derzuifolge jeder Sendung Ursprungszertifikate beizustellen sind, sehr eingeengt. Auch die Unsicherhett verglich der Einfuhrzölle in, der Tschechoslowakei erschwert den Handel. Nach einer Bevsion sollen ab 1. Mai die Elnfuhrzdlle aufgehoben werden, nach einer anderen hingegen verlangen dre Agrarier die Einführung des stabilen qn Stelle des gleitenden Zolles. Das Maiausgsbot ist sehr gering, der Absatz ist noch kleiner. Gehandelt wurde nach Hamburg M a t', Maiverschtffung. 825 bis 885 cif Hamburg. Donaugerste 60/61 Kilogramm schwer, Maiverschiffung, 940 bis 955. Rumänische Ware wurde offeriert. Hafer 43/*4 Kilogramm schwer */*°/o Betsatz 127,50 tschech. Kronen ex Bratislava. Weizenkleie inklusive Jutesack 80 bis 82 tickech. Kronen ex Bratislava. Der Meblabsatz ist ebenfalls ruhiger, da der Konsum für einige Zeit gedeckt >st. Die Händler sind billiger als die Mühlen. ES notierten, Werzen, Inländischer 42 76 bis 43.25, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 46.75 bis 46.60. Ungarischer 14.— bis 46.50 Jugoslawischer 76 Kilogramm 48.— bis 44.—, Jugoslawischer 77/78 Kilogramm —bis . Ro ggenr Inländischer Marchfelder 28.— bis 28.50, Pester Boden 27.76 bis 28.—. Ger st er Branware inländische 32.— bis 85.— , böhmische mährische —bis —. M a t S: Jugoslawischer Ä2.— bis 23.—. C inquantin neu 31.— bis 93.—. Hafer-. Inländischer 29 26 bis 30.—. Reis: Italienischer 80, — bis 82.—, Burma 64.— bis 66.—. M a h l p ro d u k t e: Grieß mländischer 83.— bis 84.—, Weizenmehl 0 inländisches 81. — bis 82.—, Kochmehl 2 inländisches 69.— bis 71.— Brotmeb! inländisches 4b.— bis 49.—. Sie Devisenkurie. Zürich» 24. April. (Devijenkurte von 12 Uhr.) Berlin 123.27V, ,123.27'/,-. Holland 207.80 ( 207.70), New-Borl 517.75 -617.62). rondo" 25.17»/« (2Ö.17;, Baris 17.40 (17.26'/«) Mmland 20.82 < 20.82), Brüssel 18.40 (18.85), ^ionenhagen 135.50 (185.50;, Stockholm 183.60 (138.60), OBto 111.25 112.—/, Madrid 74,87'/, ,74.51'/«/. Buenos Aires 310.- 210.—), 'iray 15.84 (15.34»/«/, Budapen 0.007260 (0.007260), Bukaresi 2 005 ,2.—), Belgrad 9.11»/« (9.12'/,-. Sofia 8.75»/, (3.74). Warichau —f—Wien 73.02'/, (78.10) 'ü, UH» Schilling. Marsch««, 24. April. (Devisen. > Belgien —vtS —, Berlin —.— bis . Holland 389.22 vis 39118, London —biS —, Aetv-Bort 968— vis 972.— Parts 82.50 dis 32.75 , Schwerz 187.88 bis 188.27. Budavest —.— bis Prag 28.79?bis 28.87. Wie» 136.81 bis 137.59 für 100 Schilling, Italien 39.02 bis 39 23 Stockholm —bis —Bnkare't — — bis —. Copyright 1926 Nachdruck verboten by Joseph Opatovsky, New York (a, Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatoschu. (Autorisierte Uebertragung von Siegfried Schmitz.) Aus den Gehsteigen bewegten sich lange Reihen von Spaziergängern. Eine Gruppe Müdchsn ging vorüber, die Köpft zurückgeworftn. Hinter ihnen kamen einige Burschen in Umlegkragen und rissen Witze. Die Mädchen stießen lachend einander an. Aus der Plockergasft stürmte plötzlich eine Bubenschar mit HoWbeln auf den Marktplatz. Sie nahmen in der Mitte des Platzes Aufftellung und erwarteten den „Feind" — die Büben aus der Warschauergaste. Aus einem geöffneten Fenster drang die lebhafte Melodie eines chassidischen „Hamawdil" auf den Marktplatz. Berek betrachtete liebevoll das ganze Bild. Er war jetzt der glücklichste Mensch aus der Welt. Sein sehnlichster Wunsch war jetzt nur, alle Leute sollten wissen, daß Chane seine Frau werde, Schlojme seine Schwiegervater und Samves sein Schivager! „Sanwel, oh, das ist schon was! Der stärkste Bursch der Stadt!" Bei der Rampe werderr sie mir jetzt mit Achtung begegnen, keiner wich wagen, mit mir anzubinden!" Bervk spürte, wie sich seine breite Brust hob und noch breiter wurider er hatte Lust, die Schöße seines Rockes zu hoben und mitten aus dem Markt zu tanzen. In seiner über- -roßen Freude faßte er einen von den kleinen Jungen mit dem Holzschivert, zog chm den Hut über die Augen und marschierte mit ihm in großen Schritten auf und ab. Der kleine Junge begann ängstlich zu schreien und mit den Füßen zu stoßen. Seine Kameraden sprangen freudig herbei und wälzten sich vor Lachen. Berek ließ den Jungen los, indem er chm freundlich in die Wange kniff, und ging weiter. Als er am Stadtgarten vorbeikam, sah er auf einer Bank beim Eingang drei Bettler sitzen, die Bettelsääft auf dem Mckev. „Sie sollen auch wissen, daß Chane meine Frau wird", beschloß Berek, ging auf. die Bettler zu, warf ihnen einige Kupfermünzen zu und riof lachend: „Ta habt Ihr, betet für die heilige Chane!" Die Bettler sahen einander lächelnd an: „Zyd ivarhat!"*) 4. Schlojmes Wohnung trug Festgenxlnd. Die weiße Diele war mit gelbem Sand bestreut. Der runde Tisch stand in der Mitte des Zimmers, mit einem weißen Tischtuch bedeckt. Darauf stand die Lampe, deren Flamme heute von einem ftchzigllnigcn bauchigen Glaszylinder umschlossen war. Schlojme hatte sein Käppchen aufgesetzt; er lag auf der Schlafbank, paffte eine dicke Zigarre und sah vergnügt den graublauen Rauchknäueln nach, die sein Mund ausstieß. Sanwel saß beim Fenster und lehrte seine schwarze Hündin „Morwa" bitten. Das Tier stand a>uf den Hinterbeinen, blinzelte ein wenig ängstlich mit seinen Mandelaetgen zum Herrn hinüber und wedelte mit dem Schlveif. Sanwel, der die Ergebenheit im Blick des Hundes fühlte» faßte zärtlich den Kopf des Tieres und drückte ihn an sein Gesicht. Der Hund schmiegte sich an Sanwel und 'beleckte ihn; er knurrte freudig-erregt, wahrend sein Schweis sich zitternd hin- und herbewegle. Beim Tisch saß Chane in einer rosa Bluse, mit einer Kanevasarbeit beschäftigt. Hänsig hielt sie nachdenklich im Sticken inner sie fühlte, daß ihr Gesicht die Farbe wechselte. Berek mußte bald hier sein; jedes Geräusch im Häuft ließ Chanetz Atem stocken und ihr Herz rascher Kopsen. Tirza und Sure standen in der Küche und machten Flinft.**) „Sanwel", wandte sich Schlojme an seinen Sohn, „sag' doch, wie gefällt dir diese Heirat? Er scheint ein ordentlicher Bursch zu. ftjn und versteht zu verdienen, was?" Sanwel merkte, daß Chane» Gesicht blutrot uurde; sie beugt« sich tief über ihre Arbeit, um keinem Mick zu begegnen. *) Närrischer Jude! (Polnisch.) **) Eine Mehlspeise aus Kartoffelteig. „Alles sehr schön", antwortete ^Sanwel dem Vater, ,/rber warum fragt Ahr nicht Chane? Vielleicht will sie ihn gar nicht?" „Ha, ha, ha!" lachte Schlojme. „Sie will ihn nicht? Kannst mir's glauben, sie kennt ihn länger als du. Aber im Ernst, Chane, gefällt dir die Heirat?" Chane errötete noch mehr; ihre Stimme drang aus dem Kanevas, als sie anttvortete. „Laßt mich in Ruhe!" Sanivel ging lachend auf Chane zu und faßte sie unterm Kinn: „Schämst dich, Chane? Ern Mädel, das sich schämt, wird niemals Frau, weißt du das? Und du kriegst doch einen feschen Burschen, ein Paar Schultern hat er wie ein Tscherkesstl" „Gib' Ruh'!" Chane mtrde zornig vor Verlegenheit. „Mutter, er soll mir Ruh' geben!" „Na, Sanwel, könntest endlich aushören mit deinen ordinären Späsftn!" kam Tirza aus der Küche der Tochter zu Hilfe. „Mas willst du von ihr? Du bist hier nicht bei deinen Weibsbildern, die sich ganze Nächte lang beim Zaun umherschleppen. Mein Wort darauf, Berek nracht sein Glück! Manche Mutter wiiide sich wünschen, ein so ordentliches, stilles Kind zu haben." „Stille Wasser sind oft tief!" rief Sure »üs der Küche hinein. „So, aber wen hat man auf dem Friedhof mit dem Feldscher envischt?" parierte Chane in singendem Tonsall. /Ha, ha, ha!" Sure stürmte ins Zimmer, vom Feuer gerötet, die -Hände in die Seiten gestemmt. „Seht Euch nur den reinen Engel an! Sie kann nicht bis drei zählen! Ich frage sie nur..." „Genug, genug!" fuhr Schlojme Sure an. „Du schtveig' lieber still!" Bom Fenster her klangen Schritte, begleitet von dem kräftigen Trompetenton einer Nase. „Die Schwähersleute kommen!" r!ef Sanwel, indeni er i rasch seinen Kopf vom Fenster zurückzoa. ' (Fortsetzung folgt.)