Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2574 (23.4.1926)
- Date
- 1926-04-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gerte 6_ Wien, Freitag_ Echillingmünzen gegenüberstehen. Es muffen also noch mehr Silbermünzen ausgeprägt werden, um eine Thesaurierung zu verhindern. Abg. Dr. Bauer meinte, es wäre zweckmäßiger, Halbschillinge statt Einsch illingmünzen auszugeben, weil die ersteren nicht gehamstert würden. Er fragte schließlich den Finanzminister, warum die Gold m ü n z e n, ,31t deren Ausprägung das Finanzministerium verpflichtet ist, noch nicht ausgeprägt und. Finanzminister K o l l m a n n erwiderte, daß das Scheidemünzenkontingent durch die bisherigen Ausprägungen noch nicht erreicht ist. An Bronzemünzen herrsche noch Mangel, während Nickelmünzen nicht mehr gebraucht werden. Die Prägung von Nickelm ü n z e n wurde darum e i n g e st e l l t, ohne daß das Kontingent erreicht worden wäre. Die Verordnung über die Ausprägung von Goldmünzen sei noch nicht erschienen, da die bisher vorliegenden Skizzen über die Ausstattung dieser Münzen die Zustimmung des Ministers nicht gefunden haben. Tot-ald neue Skizzen eingclaugt 'ein werden, werden sie dem Finanzausschuß vorgelegt werden. Fällt das Urteil des Finanzausschusses günstig aus, so werde der A u s p r ä g u n g v o n G o l d m ü n z e n u i ch t s in e h r i m Wege st c h e n. Der Minister werde auch die Nationalbauk anffordern, einen Teil ihres Goldschatzes in österreichischen Goldmünzen anznlegcn. Dann wird auch mir der Ausprägung von Goldniünzen für Private begonnen iverdcn können. Das Gesetz wurde schließlich mit der Aenderuug angenommen, daß das Kontingent an Münzen aus unedlem Metall von vo n 5 auf 3,5 Schilling p r o .K o p f herabgesetzt werde. Jr. Alfred LSwy über feine Ztudienreife vurch krez Israel. Ltizzen aus einem Tagebuch. v'viu Rahinen eines Abends, den der Verein Tikivath Fehuda gemein'am mit der Zionistischen Bezirkssettion 6 bis 8 am 21. d. veranstaltete, erstattete Herr Tr. Alfred L ö rv!) den Bericht über seine Studienreise durch Palästina, von der er vor einigen Tagen zurückgekehrt ist. Der Ehrenpräsident der Dikwath Iehnda, Herr Dozent Doktor Kornfeld, begrüßte den Vortragenden mit einer festliche!^ Ansprache. Durch die'e Reise sei ein W^rk gekrönt worden, welches Dr. Löwn gemeinsam mit Herrn Haller begonnen habe, nämlich die ans der jüdischen Tischgesellschaft hcrvorgegangene Vereinigung Tikmath Fehuda. Es sei ein Ehrcnl'ret für die Gründer die'es Vereines, daß gelungen ist. mil einen: der größten Juden, einem der bewußten Pioniere der Befreiung des jüdischen Volkes, mit Popper- » « keu s, m immer näh rc und vertraulichere V'ziehrn v-.t treten. Ter Bericht Tr. Löivys erhielt seinen besonderen et -uiO seinen besonderen Reiz dadurch, daß Dr. Löivy während der ganzen Reise ein Tagebuch geführt hatte. Es lind Auszeichnungen eines Zionisten, der seit dem Auftrc.'n' Herzls in der Bewegung steht, die Entwicklung des zionistischen Gedankens, der politischen Arbeit und des Aufbauwerkes mit größter Auteilucrhme verfolgt hat und das heutige Errz Israel mit Liebe, aber auch kritisch betrachtet. Man wuß:e. eiit B :ra nrw ortung so oller und Berufener werde Recherischaft über '-eine Eindrücke ab legen und so konnte i'-~ Vortrags'aalam Bennoplay nur einen Teil der Erschienenen tasten. T-er Vortragende, der in seiner schlichten, vornehm^ Art ausgewählie Stellen seines Tagebuches vorlaS, witßte durch zwei Stunden die Zuhörer;»> s-sseln uns man harte ih-n noch-stundenlang zuhvren können, so-lebendig und echt sind »eine -Mitteilungen über die Stadt Tel-Awiw, über das Leben in der Kwuzah, über die Erziehung der Kinder, über dst Entwstklungsmöglichkeiten insbesondere von Tiberias rind Haifa, über die Begegnungen mit wertvollen Menschen des nenen Iischuw und über Jerusalem- Es ist nur \dbp. verständlich, daß Dr. Löwy als Arzt und Fachmann den sanitären Verhältnissen besondere Aufmerksamkeit schenk^ und über die Institute der Hadassah sehr eingehenden Bciicht gab. Er stellte in feinem Rcsnme fest, daß ihn die bisherigen' Leistungen in Erez Israel mit höchstem Rechett erfüllt Hütten, daß Palästina den Menschen, welche zu arbeiten ge-' ivillt uild fähig sind und in ihrem Berufe etwas gelernt habest,i offen stehe, den anderen jedoch für absehbare Zeit nicht offenstehe dürfe, und schloß seinen ebenso sachlichen wie ompfinosamen Bericht mit einer stimmungsvollen Schilderung 'eines Sederabends in Jerusalem. Ser Bund «ad das Banderschalwrfca. Gestern vormittags besuchte der Bundespräsiöen: Doktor Hain-isch die städtische Schule in der Petrusgasse, um Sie Lchrniethoden der allgemeinen Mittelschule kennen zu lernen. Im Hofe des Schulgebäudes begrüßten Schulmädchen den Bünüespräsidenten mit der Bundeshymne, der Bürgermeister der Bundeshauptstad: Zeitz begrüßte den Bundespräsidenten und hielt sodann eine Red.' über die Bundesuniversität Wien, von der er sagte: „Wien war in früheren Jahren stolz auf seine Alma Mater und -deren Leistung, die den wissenschaftlichen Ruf der Stadt in die ganze Welt trug. Heute ist die Wiener Elementarschule mustergültig. Bundespräsident Dr. Hain r sch dankte siii die Einladung. Er besichtigte dann diese Schule und hierauf die Bund es Mittelschule in der Klostergasse, wo humanistisches Gymnasium und deutsche Mittelschule neü neinander bestehen. Am Schlüsse gab Buudespräsident Hainisch dem Präsidemen des Stadtschulrates Glücket gegenüber seiner Freude über das Gefeh m' in warmen Worten Ausdruck. Bfcwa WwgawrtftWj Letzte Nachrichten. Sie Stiefel deKrchtet eine« Stieg mit Italien. Paris, 22. April. „Chckogo Tülbune" will aus absolut zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die Türket d e n A n sbrnch eines Kriege? mitJtalien imLaufe deSSommerS befürchtet. Das Blatt berichtet ausführlich über die au? Anlaß dieser DefÜrchinng bereit» getroffenen militärischen Vorbereitungen und politischen Pläne, die sich eigentlich um die Sicherung einer wohlwollenden Neutralität Englands durch U e b e r l a i f u n g M o k s u l S a n E n g l a n d, andererseits um die Annahme angeblich russischer Hilfsangebote drehen soll. Ser Brolprelr. Roch keine Entscheidun, Gestern nachmittags wurde im Bundeskanzleramt der Vorstebnng der W euer Bäckergenoffenschaft das G n t a ch t e n mitgeteiit. dadie ProfeffuAln Gustav Müller und Josef H e r t l über die im amtlichen Auftrag und im Einvernehmen mit der Genossewchaft durchgeführten kalkulatorischen tt e ü e r p r ü f u n g e n erstattet haben. Zunächst fand eine eingehende Aussprache über dieses Gutachten statt, die vcrläufig zu keinem abschließenden Ergebnis geführt h a t. Die Vertreter der Genossenschaft übernahmen da? schriftliche Gutachten zu näherem Studium. Weitere Beratungen wurden in Aussicht genommen. Sie Selbstmörder. Eilte Statistik für die ersten drei Monats dieses Jahres. Im ersten Vierteljahr 1926 zählte man in Wien 614 Lebensmüde, um 30 mehr als im gleichen Zeitraum oes Vörjahres. Während aber die Zahl der Lebensmüden an un'd für sich zugenommen hat, zeigt die Zahl der ckusgesührten Selbstniordc eine Abnahme gegen das Vorjahr. Hxn«r wurden 175 und im Vorjahr 185 Selbstmorde gezählt. Im ersten Viertel 1926 waren unter den Lebensmüden Z32 Männer md 282 F auen. 107 Männer und 68 F a 'e-r. ta'en sich getötet. 225 Männer und 214 Frauen haben sich zw töten versucht. Soweit Aufzeichnungen über die Ursachen des Lebensüberdrusses vorliegen, war der Grund in 148 Fällen Familienzwist, Geistesstörung ln 59 Fällen, unglückliche Liebe in 55 Fällen, Krankheit in 54 Fällen. Furcht vor Strafe: 20 Fälle. Ungünstige finanzielle Verhältnisse: 12 Fälle. Tod Verwandter: 7 Fälle. Unaufgeklärt blieb die Ursache in 169 Fällen. Aus die einzelnen Monate verteilt sich die Zahl wie folgt: Jänner 63 Selbstmorde, davon 21 bei Frauen, Februar 63 Selbstmorde, davon 28 bei Frauen, und März 59 Selbstmorde, davon 19 bei Frauen. W i e n, 23. April. * Das Wetter. Geistern bervfchve Lichtes, ied-och tegeofreie» 'Be Mer. Tie Voraussage 'faulet: Veränderliches, Wles,-mmckcros . Weiler anhaÄenv. * Selbstmord. Wie berichtet, wurde am Abend des 20. i>. nächst SfaMaiu ein Mann von einem Pechonenzug überfahren und furchtibar verstümmelt. - Es wurde scstgestellt, daß ' der Mann der 45jährige -Maschmentschlosser Mix Iudex aus Floridsdorf ist, der seit dem 18. d. vermißt ist.' . * Totschlag jn Favoriten. Der Arbeiter Johann K o c e l haue Mittwoch nachts mit einer größeren Gesellschaft im Gasthaus Müllner m der Quellenstraße gezecht. Beim Verlassen des Lokals geriet er m vinen Streit mit seiner 'Bmut, in den sich der Hilfsarbeiter Fritz Rajik eimnengte. Plötzlich sank Koeel blutüberströmt zu Boden. Bevor die Polizei ' und Ret-tungsgesellschast kam. war Koee'l bereits verschieden. R a j i k wuwe vechaftlet. ,''l - * Ein falscher Diplomat. Die Polizei verhaftete den 25jährigen beschäftigungslosen, Wiederholt entpfindlich. vorbe- . straften Handelsangestellten Ernst Pollitzer. Er hat sich bei vornehmen Familien als Legationssekretär ausländischer Ge-! saudtschasten eingeführt und dabei verschiedene Diebstähle vcr- - übt. ' 4 Kabelbrand in der Pratersttaße. Gestern zun' halb H Uhr früh entstand in der Pratevstrahe vor dem HanslL Nr. 74 ein Kabobbrand. wodurch der gegen den Prater zu gelegene Teil der Praterstraße vollkommen mit Rauch erfüllt' war. Der Brand ist durch Kurzschluß entstanden, der bald bohüb'onZvi,rÄe. * Marianne Hämisch über den Muttertag. Der Muttertag, der Sonntag den 9. Mai dieses Jahres auch in -Wien gehalten werden wird, gibt der Anregerin dieses Gedankens, der ' Mutter unseres Bundespräsidenten, Frau Marianne H a i n i s ch. Veranlassung, Dienstag den 27. fr* 6 Uhr abends, in der Urania über die Entstehung des Muttertages und dessen Bedenlinig zu sprechen. , . * Der Bierboykott. Die Gönoff-suischast der Kaßievsieaer har in der gestern stattgöfundonm Pväsidialsitznng den einstimmigen Beschluß gefaßt, sich hinjsichblich der BierbotMöbcwegang mit der Gastwirlegenossenschast solidarisch zu erklären. * Telephon Men—Straßburim Nsaß. Vom 1. Mai an rv-.w der TstephcinverLchr mit Straßbourg (Araßburg im-'Elsaßvorläufig beschränkt auf die Stundm Von 20 bis 9 Ulhr zugelassen. Die Sprechgebühr für die Einheit des gewöhnlichen Gsi'vräches beträgt 9 GoHdsranken (13 Schllling 96 Grolschen). ... .7 Die Wohnbausteuer muß monatttch eingehabeu werden! Es Hansen sich die Beschwerden darüber, daß die Wohnbausteuer von manchen Hauseigentümern und Hausverwaltern nicht, .wie im Gesetz vorgesohen. monatlich, sondern vierteljährig, ia sogar halbsährig, eingcholben wich. Dadurch erwachst den Mietern eine rm Gesetz absichtlich vermiedene Belastung. Ter Magistrar macht dcher neuerlich darauf astsmervsäm, daß die Wvhtlbausteuer von den Mietern in monatlichen Teilbeträgen im voraus am Ersten jedes Monats an den Hauselgentumer zu entrichten ist. der die Beträge an die Gememde abzuisühren hat. Dies« monatliche Entrichtung hat ohne Rnckj'.cht ans die Fälli,gkeit des Mietziivses (monatlich, viertel- . .. ‘‘ ' rlbjährig) zu erfolgen. «.BEIM _ «kW» Kunst, Bühne, Auch. MoSeraes »llhaeaueleu. Sin Vortrag. Der polnische Dramaturg Michael Orlkez hielt im Rahmen * einer Matinee des Modernen Theaters einen Vortrag über das moderne Btühnenwesen. Der Titel war vielleicht ein wenig zu umfassend, .denn Orl'iez meinte nur das moderne Bühnenwcsen, wie es ihm und seinen Freunden in Polen, insbesondere -den Schöpfern und Mitarbeitern de-ersten modernen, sprich: expressionistischen Theaters in Warschau, der „Reduta", vorschwebt. Die „Reduta" ist ans vielen Einflüssen und Elementen, aber gleichzeitig mit ähnlichen französischen Vertsuchen und Theorien C l a u d e l s entstandeir. Es werden unter andevem geannnt: S ch i f f m a n n, dessen Theater ein Wendepunkt war und der die besten Kräfte in Warschau um sich gesammelt hat. Als erster in Polen erkannte er die Bedeutung des Theaters als sozialen Sannnelort und Mb dieser Etzkenntnis m dean Ausbau des Theaterinterienrs Ausdmck. Er führte die Drehbühne eiir und die große szenische Dekoration. Ihm und seinen beiden tüchtigen Mitarbeitern Karl Fritsch und dem Maler Vinzenz Drawicz kam es in erster Linie aus dreierlei an: auf die Erfassung der Stilisierung des dramatischen Ausdruckes, ans die Technik, große Gruppen aus der Wihn« in Bewegung zu setzen, und auf oie volle Auswirkung der Klangkräfte des Dramas. Hiezu gesellte sich Tairoffs Theorie vom Emotionellen im Theater, die Herrschaft der Maschinerie und der Archit.'kronek und Jeßners Lehre von der Steigerung der Effekte. Die tvahre „Brutstätte" des modernen polnischen Theacers war oder Moskau, wo tvährend des Krieges ein Theater der polnischeir Emigration bestand. Daher der Einfluß Stanisiawskis mir seinem analytischen szenii'schen Rvolismus. Ans diösen verschiedenartigen Elementen entstand das. neue Progranml der Warschauer StMo-Mühne:' „Reduta". Jhi« Hanptdevilst war der Satz Claudels: „Bon innen heraus schassen" und „Nicht für den Zuschauer, sorrdem an seiner statt." Diese Thesen inußten schon in Aeußerlichkeiien z'.-.m Ansoruck gebracht werden: Keine erhöhte Bühne, nur ein Vorhang zwischen Bühne und Zuschauorraum, keine DÄoraiionen, keilte Theaterzettel. Der Schauspieler muß aus Bei-- fall verzichten, überhaupt wird nicht für das PubMuAr, sondern vor dem PuMkum gespielt; opponiert der Zuschau'er,. bann muß das, wogegen er sich aulsiehnt, noch verstärkt werden, damit der Spießer naef) der „reinen Form" des Theaters mngeänder: wird nu) nicht das Mstherrliche schöpserischö Theater sich fügen muß. (Ob sich bei dieser radikalen Ein-, stellung auch viel- Zuschaue-r Linden werden^ ist mchr M zweisethaft.) . .. Rack, der Entthronung des Pn'bMums folgt drs Bs° grenznng der -Herrschaft des Autors und des Regiffeurs. Dev Autor und sein Stück sotten nur Anreger zu weiterer Vers ti.cjrng und Ausarbeitung sein; der Regiffeur soll durch eilt Kollegium ersetzt werden; j-a jeder Mitwirlkende soll die Pflicht und das Recht der Kontrolle und Mitarbeit an der SpieMeitung haben. Die Theaterkunst muß aujhören, nur ein Vergnügen für. den Spießer zu sckin, sie muß erzieherisch wivSen. - , Diese Gedanken enthalten unzweifelhaft manchen wahren mw wertvollen Kern, als Programm scheinen sie aber zu radikal und lebensfremd zu sein. Tic Zeit verlangt nach einem Volkstheater, das einiges aus den Intentionen der Warschauer „Reduta" >wahre scheinlich nie wird ausnchmen und verwiMchen können. Da^. gegen wird sicherlich der Hauptgedanke fcfata: -der Schauspieles a's Schöpfer aus innerem Erleben heraus. l. ch. Zascha Weiseln Tel-Ataiw. Ein Konzert unter freiem Himmel. 4.euer di? begeisterte Ausnahme, die der jüdische Violm«. virtuose Jascha Cheifetz in Palästina gesunden hat, berichtet „Haaretz": Schon von 2 Uhr nachmittags begann der große Meuichcnstrom zum Vulksheim. Männer, Frauen und Kinder, Greise und Greisinnen, junge Frauen mit Säuglingen am Arm, alles wanderte zunt großen Z'konger't. Di> Pölcizisten mußten di-e Menge in eine lange Reihe ordnen, die durch drei Tore auf reu großen Platz eingelassen wurde. Bon der Allenbystraße zog sich der Menschenschwarm und nach eiiulndeinhalh Stunden war der freie Platz des Volksheinrs dich: gefühlt. Man schätzt die Zahl der Besucher auf 6090. Die Taufende, die keine Karten mehr erhalten koitiileu, waren glücklich, auf den umliegenden Dächern einen Platz zu ergattern. Das Bild der riesigen, Menge, die ^ekommen ist, einem großen jüdischen Künstler zu lauschen, ülbte einen gewaltigen Eindruck. Das Konzert begann um 6/Uhr. Auf dem riesigen Platz herrschte eine heilige Stille und nur von außen kamen vereinzelte Schreie: Zeichen der letzten .Kampfe um den Einlaß. Dr. W.'izrnann, der auch gekommen war, um das Bolt m [erneut Heim zu sehen, wurde mit einem rauschenden. Beifall und mit Rnfez»: „Es lebe Weizmonn!" empfangen. Der Präsident betrat die Buhlte und begrüßte den Künstler. Nun - begann das Konzert, das über eine Stunde dauerte. Cheifetz,. auf denr das Bild der riesigen Menge, die im Abendwt seiner Kunst lauschte, tiefen Eindruck machte, spielte mit großer Hingabe. Zum Schluß tvcihlte Cheifetz den „hebräischen Tanz" von Achron. -Die Menge chrte den Künstler mit nicht endenwollendem Beifall. Die Herren Diesengoff und Asaf dankten im Namen de- Kulturausschusses der Acheiterorgamsatiot;.