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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-23 · Heft 2574 (23.4.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2574 (23.4.1926)
Date
1926-04-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Bit M4 Men, Freitag_ tic eröffn««- der Schriftstellerunft Künstler- Mio« in Siez Nrael. Aust Jerusalem wird uns berichtet: Aus Initiativ« der Vereinigung der Mischen Künstler hin wurde Seren fünfte alljährliche Ausstellung zu Pessach zugunsten dH Keren Kajemeih veranstalte:. Diese Ausstellung der vereinigten Kiinstler Erez Israelwurde durch den High Commissioner Lord Plumer eröffnet. Ueber 40 Maler, Bildhauer, Architekten uistv. haben mehr als 225 Gegenstände ausgestellt. Die Ausstellung gibt einen Gesamtüberblick über die Mische Kunst in Erez Israel und gilt als die beste derartige Ausstellung, die bisher im Lande veranstaltet wurde. Im Namen des Keren Kajemtch sprach bei der Eröffnung Herr Ussischkin im Namen der Schriftstellerver^inigung in Erez Israel der Dichter Jakob F i s ch m a n n. Um der Ausstellung den Charakter einer Demonstration aller Künstlerkreise zugunsten 6eS Keren Kajemech zu geben, wurden bei der Ausstellung große Konzerte der besten Künstler Erg; Israels veranstaltet. Bon besonderem kulturellem Wert war das Konzert des berühmten Borbeters S. Kwartin unter Teilnahme des Pianisten Prof. Weinberg. Dieses Konzert wurde zu einem Volksfest in Jerusalem. Ein großes Publikum von über 3000 Leuten aus allen Kreisen Jerusalems kam zu der Worischen Stelle des M i g d a l David, wo dieses volkstümliche Konzen veranstalte; wurde. Amfünften Tage Cholhamoed wurde ein großes Konzert des Prof. D. Schor und des Geigenvirtuosen Gr ater veranstaltet. Am 8. d. hielt Herr Prof. Klausner einen Vortrag Wer alte Mische Kunst in der Ausstellung. Aus de« Theater«. B«rgtheater. Morgen. 7 Uhr abend», non etn- «btert, „LouiS Ferdinand. Prinz von reußen". (Abonnement der V. Gruppe.) Akademtetvearer. Morgen, lf,& Uhr abend», neu einstndiert »Fra« Suttner" von Karl S ch ö n h e r r. Operutheater. Morgen, 7,8 Uhr abends, „D i e B o h S m e". Redoutensaal. Morgen, 7 Uhr abends, „6onI f a n t u 11 Volksoper.Morgen wird als 200. Vorstellung der ArbeitSgemeintchaft „A r da" gegeben. Der Schriftsteller Bela B a l a z s wurde als Regisseur an die Volksoper vervfltchtet. Theater tn der Joiefstadt. Heule, 7 Uhr abends, Premiöre von Hofmannsthals Komödie »C h r i st i n a S Heimreise". Die ersten Wiederholungen finden Sonntag und Dienstag statt. NeueWiener Bühne. Dienstag den 27. d. findet die Uraufführung des Schwankes ..Ich juche meinen M a n n I" von Hans K o t t o w statt. Ronacher-Operettentheater. SamStag den 24. d. findet die erste Vornellung der Arbeitsgemeinschaft statt. Zur Aufführung gelangt die Stroußsche Ooerette „DieTeres Die Eintrittspreise werden bedeutend - rebuz ert. , Raimund-Theater. Sonntag,. 7,4 Uhr nachmittags, Schnitzlers „Liebelei" und „Abschiedssouper". » Freie jüdisch« Volksbiihn-e. Montag den 26. d. mn 8 Uhr abend» gelange im Theater, aal des Case Astorm, 2. Bez., Praterstraße 60, G o r d t n s SÄawptel „Der Fremde" zur Aufführung. Regiebeilrag 1 Schilling. ^Der Querschnitt." Das 'Aprilheft dieser Zeitschrift ist Spanien gewidmet und enthält zahlreiche bemerkenswert^ Beiträge, darunter zwei Aufsätze für und gegen den Stierkampf, ein« Studie über spanische Tänzerinnen, einen Essei, Äber di« Gestalt der Salome von Ortcga und einen Aufsatz von Karl Emstein: „Juan Gris". Das interessante Heft ist reich illustriert und sehr lesenswert. Ra-dioprogrmnm. Heut« Freitag den 23. d.: Nach-mittagskonzeri. Mitwirkend: Konzert'ängerin Jul e Hirschenhauser. Aus dem Overnrepertoire der Woche. — 18 Uvr 10 Riin.: Wochenbericht für Sport und Fremdenverkehr. Oberbaurat Ing Erwin Deinlein. — 19 Uhr. Uebertragung aus dem großen KonrerthauSsaa'«: Ludwig van Beethoven: IX. Symphonie, l§br. W. Gluck: Ouvertüre zu «3v igenie in Aulis" mit dem Schluffe von Richard Wagner. A. Viöa>di: Violnckonzert. Dirigent: Konzertdireklor Pro'essor Rudolf RtliuS. AnSsührende: Jolefine Stranskh, Annemarie Lfichke, Adolf Loeltgen, Josef Manowarda, Cäcilie Hansen (Violine), Viktor Dostal (Orgel), die Wiener Oraiorienvereinigung, das Wiener Symphonieorchester. Vortröge, Vereine. Versammlungen. V. Z. A. H e ch a w e r, 9. Bez.. Türkenstraße 9. Heute tun 7,9 Uhr abends Vortrag des He>rn G u r a r i Entwicklung«' tendeuzen des Revisionismus." Nachfolgend Diskussion. Eingefüi-rie Gäste willkommen! Serichtssaal. »er Verein der SiaatsanwSlte »ege» vottor Walter Rode. Eine BertraMnSkWdgebung für Hof rat Dr. Jmrmndörfer. Boi der in der vorigen Woche abgehaltenen anßerordanit- Achen Hauptversammlung des Vereines der Staatsanwälte wurde Übe>r die von Rechtsanwalt Dr. Walter Kode im Prozeß Woisz-Fuchs gegen Hofrat Dr. Jmmendörfer echobenen -Befchuldvgungen beraten und e i n st i tn< fltt'ifl beschlossen, dom Hofrat Dr. Jmmendörser daS dollste und uneingeschränkte Vertrauen aüszufprechen. Dr. Jmmendörser erschien dann in der Versammlung und wurdz mit allgemeinem, minutenlangem. Beifall empfangen. Nach weiterer, eingehender Erörterung wurde einstimmig beschlossen, Herrn Hofrat Dr. Jmmendörfer nahezulegen, von -gerichtlichen Schritten gegen Dr. Walter Rode abzufehey, da dessen ehr'abschneiderischen Angri-ffe weder die persönliche Ehre, nach di« Ehre de» Stande» be--- pichren vöttMN. Wiener Morgenzeltung »er Kkidaprozeh «ege« die -eimatbaak. Franz Bolfik zu sechs Mowaten strengen Arrest» vermteitt. Nach viertägiger Dauer iMrde gestern abends der Betrugsprogeß gegen den leitenden Verwaltungsrat der österreichischen Vollksibank Heimat, Franz Volfif, zu Elche geführt. -Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten wegen des Vergehens der fahrlässig«» Krida schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten Arrests mit Emrechnung der Untersuchungshaft in die Strafzeit. Von: Verbrechen des Betruges und der Veruntreuung sowie von dem Vergehen gegen das Wuchergefetz wurde der Angeklagte f r e iigesprochen, da es bei dem Umstande seiner starken Beeinflussung durch den verstorbenen Verwaltungsrat Stöckl nicht «erweislich ist, ob und in wachem AuSpraß er diesbezüglich fchuivdig ist. Sie Betrügereien de« Franz Steiner. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung gegen Franz Steiner trat der Staatsanwalt Dr. Rettinger von der Anklage im Faktum Kathrein u. Co. zurück. Der Subsidiaranklagevertreter Dr. Pechkranz erklärte, von seinem Klagerecht nicht zurücktreten zu wollen, und zwar aus dem Grunde, weil gewisse Blätter die Tendenz zeigen, den Angeklagten als Opfer von Wucherern hinzustellen. Der Angeklagte Hot selbst zugegeben, daß das Haus Kathrein u. Co nur 16 W 18 Prozent Zinsen forderte, während andere Banken 26 bis 40 Prozent verlangten. Frau Grete Steiner hat am 15. August einen Schuldschein auf 10.000 Goldkronen dem Herrn Jakob Löwit verschrieben. Der Vorsitzende konstatierte, daß in der Verhandlung nicht der geringste Vorwurf gegen die Firma Kathrein erhoben wurde. Der Vorsitzende fragt hierauf den Angeklagten, wieso er dazu gekommen fei, Rauschgifte zu nehmen. — Angekl.: Im Jahre 1922 wurde ich operiert und seit dieser Zeit habe ich Aecher genommen. Auch dem Alkohplgenuß habe ich mich hingegeben. —. fß o.r's.; Sind Sie.. auch.. r e l i g i ö s? — Angekl.: Sehr. Vors.: Zeugen Iaben. aber ausgesagt, datz Sie oft gelogen haben. Der Angeklagte gibt die« zu. — Hofrat Dr. Schüller, Direktor des Bankhauses Auspitz, Lieben u. Co., gab an, daß die Geschäfte des Angeklagten, die er durch dieses Bankhaus durchführen ließ, mit großen Verlusten endeten. Heute schulde er noch 9000 S. an Zinsen und Spesen. Der Effektenkassier Max Eisler berichtet über seine Wahrnehmung von der Beschmutzung einer Gittertür in den Saferäumen des Kellers der Bank durch den Angeklagten. Primarius Dr. Stelzer: Haben Sie in dem letzten Jahre beobachtet, daß sein Benehmen ein ungeordnetes war? — Zeuge: Ich 'muß sagen, ernst genommen habe ich ihn eigentlich nie. — Sachverständiger: Wie kommt 'es, daß die Beamte» es sich gefallen ließen, daß er ihnen mit dem Lineal oder mit dem Bleistift über den Kopf fuhr, . den sogenannten „T ü rk e-n st r i ch" ausführte? — Zeuge: Bei dem herzlichen Einvernehmen, das zwischen den Beamten herrschte, fiel das nicht sonderlich, auf. Nun wurde der Vater des Angeklagten, der ehemalige Landeshauptmann von Niederösterreich Leopold Steiner, als Zeuge vernommen. Er erklärte, trotz der Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden aussagen zu wollen. In seiner Zeugenaussage verteidigte der Vater seinen mißratenen Sohn sehr warm und stellte ihn als Opfer von ausländischen Wucherern hin, die man; wie er sagte, eigentlich ausweisen müßte.. Ich bitte zu bedenken, daß mein Sohn in eine Bank eingetreten ist zu - einer Zeit, wo alles sich anstrengte; durch Spekulation ein arbeitsloses Einkommen zu erwerben. — Bors.: Herr Zeuge, ich muß Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie k e i n e Verteidigungsrede zu halten, sondern nur über Wahrnehmungen zu berichten haben. Auf die Frage des Verteidigers, wieso der Zeuge von den verunglückten Geschäften seines Sohnes erfuhr, erklärte Landeshauptmann Steiner, daß der Pfarrer von.Grinzing ihn aufmerksam gemacht habe, daß sein Sohn sehr stark dem Alkoholgenuß ergeben sei. Da habe er seinen Sohn ins Gebet genommen und dieser habe ihm alles gestanden. Hätte er dies früher getan, sagte der Vater, so hätte ich durch einen Ausgleich alles ordnen können. Der Zellge erzählte noch von einem Selbstmordversuch seines Sohnes. Damals habe er ihm den Revolver weggenommen und den Sohn nicht mehr aus den Augen gelassen. Schließlich wurde Franz Steiner zur Untersuchung auf die Klinik Wagner- Jauregg gebracht. Während der Ausführungen des Vaters brach der Angeklagte in heftiges Schluchzen aus. Dr. Gürtler, der in dem Strafprozeß die Privatbeteiligten Berger vertritt, trat von seiner Klage zurück, weil die Eheleute Berger entschlossen sind, ihre Forderung in der Höhe von 260 Millionen lediglich aus dem Titel eines Darlehens geltend zu machen. Dr. Gürtler besprach dann die Geschäfte des Angeklagten mit dem Bankier Agoston. Die Verhandlung wurde um 1 Uhr mittags abgebrochen und wird heute zu Ende geführt. * .. Herr Dr. Karl Mautner, Wien'9. Bezirk, Liechtensteinstraße 17, ersucht uns mitzuteilen, daß er mit dem nn Bericht über den Strafprozeß Franz Steiner als Zeugen genannten Karl Mautner weder identisch noch verwandt ist. Die Witwe nach Josef Kain» mit chrer PrnfionSklage ak«ewieseri. Kürzlich hat vor dem Zivillanvesgericht ein Prozeß statt gefunden, in welchem Frau Grete Kainz, die Wuwe nach dem Burtzschauspieler Josef Kainz. Valorisiemng ihrer Penision von 176 Schilling monatlich, d:e sie gegenwärtig be- Stt-cht, auf 720 Schilling monatlich sowie die Nachzahlung eines Dvffsrenzibetrages, resuWe.renb aus dieser Forderung, m der von 16.546 Schilling begehrte. Die Finamprokuratur eiWeiMi.vet, daß em rechtlicher Anspruch nicht bestehe, »äre uubH'ia. die Klägerin herauszugreisen und ihre Pensto» auf die vo'le Goldparität anszuüverten. Der Senat hat Frau tKamz mit ihrer Klage kostenpflichtig a b g e w i e i c n. Mr Anwalt hat gegen MeL LM &£ Wrusfung ergriffM _23. April 3920 Seite 7 Volkswirt. Sie Benachteilig»«« der Saften im Seweeft» leben. Bon Dr. Alfred Recht (Wien). Die Blätter berichten über einen bemerkensuverten Eh^«»> ibeleibigi ngsprozeß. Ein Vater hat es als schimpslich bezeichnet, daß der jüdische Tirckitor eines Jndustricnnitcrnehnlens seinen Sohn nicht angost-ellt habe, tveil dieser Jude sei. Dieser Schrei des gelräwkten Vaters tvird bei vielen ein starkes Echo gefunden haben. Wenn ich im konckreten Falle die Sache auch dahingestellt fein lassen möchte, so kann doch nicht geleugnet wevden, daß die Verhältnisse für den erwerbenden .Juden sich von Tag zu Tag trister gestalteir. Es. i'ft längst kein Geheimnis niehr, daß der Antisemitismus seine Ideale, wenn man dieses Wort hier gebrauchen dapf, verloren hat. Er ist ans einem Glaubens-, bezichnngsweisc Rassenantisemitismrs zu einem reinen Gefchä fts a n t ife tn it iS m u 8 geworden, was er übrigens bei den Führern und Drahtziehern immer gewesen ist. Nur die breiten Massen haben an die ihnen gepredigten Ideale von Glaubens- und Nassen'schutz geglaubt, die Führer niemalls. Heute, in der Zeit des Materialismus, hat ar ch der Antisemitismus sein wahres Gesicht gezeigt. ,^ort mit der jüdischen Konkurrenz", das ist sein Ziel. Wir spüren es auf Schritt und Tritt. Auch im abten Oesterreich war der Jude Blüvger zweiten Ranges. Er konnte aber immechin in den Staatsdienst kommen, sogar Offizier werden und es hiebei zu beachtenswerten Poslitionen bringen. Anders war es schon bei den Gemeinden. Diese haben, allen voran .die Gemeinde Wien seit Lueger, die Juden von allen Anstellungen' ausgeschlossen.' Heute sst natürlich gar keine Rede davon^, daß ein Jude in den Staats- oder Gemeindedienst übernommen werden könnte. Alber arch in der Privatwirtschaft wird heute ,der Jude bewußt ausgeschlossen, und zwar nicht nur bei den arischen Unternchmungen, was ja nicht weiter verwunderlich wäre, sondern auch bei manchen Mischen.. Der Grund ist einleuchtend: Diese Unternehmer wollen Es den Umstand, daß das Unternchvten „jüdisch" ist, verschleiern, tekls der Kundschaft entgeigenLomimen. Daher rtlmlmt sich mancher Mische Kaufmann oder Fabrikant einen arischen Kompagnon^ arische Reisende, Vertreter rslw., der Mische Advokat einen arischen Konzi>pienten usw. Während bbe Banken; früher nur in Hren .alpeniandischen Filialen arische Beamte verwendeten, sind heute in Wien überall zumindest die Beamiten, die mit dem Publikum in Berührung kommen, Nichtjuden. Aber.auch bei den gwßen Jndustrieunternehmungen, die ja vielfach Inden zr. ihren Verwvltungsräten und Direkto-rm zählen, können Mische Angestellte kaum mehr Unterkommen und es ist tatsächlich in einem geiwissen Mangel an Mut und Charakterfestigkeit begründet, wenn die Mischen Heiter ihre Stammesgenossen bei der Vergebung von Stellen übergehsn. Wird der, Bewerber abgewiesen, weil er den Anforderungen nicht entspricht, so ist sein Schicksal «in verdiente». Erfolgt, die Abweisung aber ausschließlllich aus dem Grumde, 'weil der Belverber Jude ist, so geschieht ihm ein Unrecht, daS er am tvenigsten doch von denjenigen erwarten sollte, dis seikneS Stammes sind. Dieses Unrecht abzrwenden und nicht vielleicht daS gleich« ianderen Konfessionen und Rassen gegeniiber zu begehen^, ist der einzige Zweck dieser Zeilen. Mögen sie -die Gewissen ovweckenl Wirtschaftrnachrichten an« PalSftlna. Die Entwicklung des Gewerbes. Die Erholung von der Depression des Jahres 1928» hie bereits im Jahre 1924 begonnen hatte, setzte sich im Jahre 1925 ständig weiter fort, geföwert durch die. neuen mit Kapital versohenetl Einwanderer. Viele dieser Immigranten haben beträchtliche Gummen Geldes ins Land gebracht, die auf den Banken deponiert wurden und dadurch Kreditgewährungen ermöglichten, so daß die Zinssätze der Darlehen ihre niedrigsten Ziffern seit der Zeit der Okkupation erreichten; aber fpelkulative Auslandskäufe, die in Voraussicht einer Steigemng der Nachfrage, besonders in Baumaterial, stattfanden, sowie auch, die Jmmobilasition von Kapital in ausgedehnten Bauunternehmungen und Bodenkäufen hatten gegen Ende des Jahres eine gewisse Knappheit an Kapital zur Folge, die zu Kreditbsschrän'kungen führte. Die Lebenshaltungskosten stiegen um 4,4 Prozent und der Großhandelsindex' 'um 7,2 Prozent im Vergleich zum Jahre 1924. Der Orangenexport belief sich im Berichtsjahre aulf 1,868.291 Kisten gegenüber 1,880.783 im Vorjahre; die erzielten Preise waren hoch. Die Ernte ist im Jahre 1925 bis 1926 an Qualität und Quantität geringer, und die in England erzielten Preise betrugen anfangs nur .12 bis 16 S. pro Kiste; inzwischen haben sich jedoch die Preise schon erholt. Die Weinindustrie leidet noch immer unter dem Mssgel an Msatzmävkten; der Exportwert hat um 7850 ägypt. Pfu>D abgenommen. Seife ist im Werte von 247.726 ägypt. Pfund in 5866 Tonnen exportiert worden gegenüber 4809 Tonnen für 203.891 ägypt. Pfund im vorigen Jahre. Jnzjivifchen hat man verbesserte Hevstelltmgsmethoden eingoDhrt. und ist an die Fabrikation einer Toilettenseife von besserer Qualität herangetreten. In der Tabakinduftrie befindensieb sieben Tabak- und Zigarettenfabriken und sieben Tombakfabriken in Tätigkeit. Jeij hem 1* Btai wurden 219.800 Kilogramm Zigarette^

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