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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-18 · Heft 2569 (18.4.1926) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2569 (18.4.1926)
Date
1926-04-18
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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SM n Gen, SsmrW Witmt MttrMnzelkuW ffir dieft» Unfall verantwortlich gemacht uttsö Herr Brahm hat sich krwck gemeldet, als jungst die Proben neuerlich angesetzt wurden. Fra« Jda Roland will jetzt auf gerichtlichem Wege durchsetzen, daß sie in ,^Aiglon" ehestens am BurgMater gwstritt. ' «usstellmrgen in Würthles Knnftfalon. Gestern, Samstag, den 17. b. wurde die KolleEtivansstellung Georg P e v e tz ^Bilder, Zeichnungen, Graphik) eröffnet. Im Graphischen Kadinett hat die Mnstkrgemeruschaft Der Fels ausgestellt. Der MmckmdfÜm. Der kürzlich in Anwesenheit des Bundes- ^rölDenten Dr. Hämisch vor geladenem PEikum in der U r a n i a vorpeführte Mm Finnland" wird MiMvoch den 81. d. um HM 8 Uhr abends im großen UrmrrasoÄ -NM erstenmale öffentlich vorgeMyrt werven. BortrSge, Bereine. Berlammlungrn. Wiener Betb-Hamidrasch. 8. Bez., Ferdinandstraße 23. Heule 5 Uhr: Lektor Dr. S. GelLhausr .Sitte". 6 Uhr: Lektor Dr. S. Rubin r „Sprüche der Väter". — Zionistische BezirkSsektion, Zionistische Frauengruppe DSbling. Dienstag den 20. d., V,S Uhr abends, im Cafä DSbltngerhof, IS. Bez., Silbergasse 19, Bortrag des Herrn Dr. E. M. Z », etg (Jerusalem) r „Wie lebtmau in Palästina?* — Zionift: sche Z^L^udgrup p e L e o p o l d st a d t. Heute nachmittags Ausflug, näheres vormittags im Heime, Ztrkusgaffe?3. Mittwoch. 7,8 Uhr abends. Plenarversammlung mit einleitendem Referat. Täglich hebräische Kurse. — Zionistische Bezirk 8tektionWieden-Margareten. Kultusrrat Doktor I. K l a b e r und Otto H o ch st ä d t, Letter des Pfadfinder, bundes „Zireuu". sprechen am Mittwoch den 21. d. über „JugenderziehuntzSfragen" im CafL Schttmederhof, 4. Bez., Margaretenstraße 32. Gäste willkommen l _ ,DLta,*rin0er Dolkshetm. 7.8 Uhr, Großer Saal: Maria Rowenar Tanzabend. Karten vergriffen. * Jogendverein Erez Israel, Men, 2. Bez^ Zirkusgaffe 33. Heute, präzise 2 Uhr nachmittags, Ausflug. Treffpunkt: Ferdiandsbrücke. Stadtbahnhaltestelle. K w u z a h T.: Wegen Büchleuleeruug entfällt heute die Sichah. Ausflug stehe oben; auch bei ungünstiger Witterung Zusammenkunft um 2 Uhr nachmittags, Ferdiuandsbrücke. H e b r L i s ch k u r s e. Zur Komplettierung unserer unter Leitung des Herrn I. Herzberg stehenden Hebräisch, kurse werden noch einige Teilnehmer ausgenommen. Anmeldungen an Wochentagen, mit Ausnahme von SamStag, von 8 bis 10 Uhr abends, Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormitags im BereinSlokal. Personalnachricht. Die Chefin des Modenpalms Julius KvUlplrÄ, Frau Olga Krupnik, ist zwecks Einkaufes der neuesten Modelle geistern nach Paris abgereist. Bei der 16. StaatswoHltaligkeitslotterie können infolge Wiedereinführung des allgemein verlangten früheren Ziehungssystems mit Eiuzelverlosung der höheren Treffer und gruppenweiser Auslosung der übrigen Gewinne mit einem einzigen Los auch zwei Gewinne, darunter der Haupttreffer von 100.000 Schilling erreicht werden; insgesamt werden bei der am 8-, Juni 1926 stattfindenden Ziehung diejser im Dienste der öffentlichen Wohltätigkeit veranstalteten Staatslotterie 40.000 Geldgewinne im Gesamtbetrag von 380.500 Schilling zur Auslosung gelangen; darum kaufet Staatswohltätigkeitslose zu zwei Schilling! Berichtigung. Es ist unwahr, daß die neuesten Modelle in Herren- und Damenschuhen nur in der Stadt zu haben wären, wahr ist vielmehr, daß Sie auch im Schuhhaus . Dorn, 2. Bez., Taborstraße 8 a, zu OKafionsPreisen Schuhe bekommen. Ein erstklassiges Fabrikat. Es ist bereits allgemein bekannt und wird sowohl von der Kaufmannschaft als auch vom konsumierenden Publikum anerkannt, daß die renommierten ,Zes"- Strünrpfe zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Strumpfwarenfcchrikation zählen. Der großen Nachfrage-wegen mußte auch in Wien eine eigene Vertriebsstelle errichtet werden. ,Kes"- Strümpfe sind, aus einem erstklassigen, vierfach godrchten amerikanischen Soidenflorgarn hergestellt. daher unverwüstlich, elegant und trotz, der Primaqnalität staunend billig. Man verlangt bereits überall nur ,Fes"-Strümpfe. Zentralvertrieb: Leo Sußmann, Wien. 1. Bch., Schwertgaffe 2. £ Unschädliches Entsettungsmittel. Man kaufe sich in der nächsten Apotheke 4 Dekagramm Fucabohnen, davon nimmt man zwei Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach drei Wochen dreimal täglich je zwei Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum.zwei Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit. Der Erfolg ist ein überraschender. Wir empfehlen den nach Wien kommenden Anslandslesern unseres Blattes, im Hotel National, 2. Bez., Taborstraße 18, Quartier zu nehmen. Erstklassiges Etablissement. Mäßöge Preise. Cafe and. RGcmvant jm Hause. Gerichtssaal. Re Hakenkreuzlererzeffe während der zioniftenlongreffes. Znr Zeit des Ziomstenkongressts wurde vor dem Parla- «entsgebäude der Autoeigentümer Heinrich C z * r m a t von einer großen Anzahl von Hakenkreuzleru überfallen, sein Auto umringt und die Erfassen mit dem Rufe: Ändert, hinaus ans dem Wagen!" verprügelt und davongejagt. Auch Czermak wurde von einem der Mäner unter dem Zuruf: „Schämen Sie sich nicht, Inden zn fahren?" mit de» Fäusten bearbeitet. Er meldete den Vorfall der Polizei, der er angesichts der großen Zahl der Attentäter nur die Personsbefchrvöbung jenes Mannes geben konnte, der ihn mißhandelt hatte. Man riet ihm an, den Mann, Ms er .ihm b^egnen sollte, verhaften zn lassen. Tatsächlich traf er am 8. September am Praterstera einen Manu, in dem er den Attentäter zu erkennen glarckte. und ließ ihn verhaften. Der Angehaltene, der Chauffeur Jofts Boura, stellte jedes Verschulde» in Abrede. Er wurde aber dennoch bis zur Erbringung eines Alibibeweijes zwölf Stumpen la«^ Ws der .Pokyer f eftgehalten. Bonra brachte unu gegen den Anzeiger Heinrich Czermak eine Klage auf Ersatz des Schadens von 400.000 K. em, den er durch seine zwöUtündige Anhaltung bei der Poltzeidtzettion, während welcher Zeit sein Auto vor dem Tore stchen -mußte, durch Berdienpeatgang erlitten habe. Bei der Bechauddmg vor dem Oberlandesgerichtsrate Dr. Wichler bchritt der Geklagte, daß eine Personenverwechslung vorliege, er bleche vielmehr dabei, daß der Kläger eö sei, der ihn derart I tufF fl t it fl ivf t hdük. ec ** ig leiden hatte. Der Kläger machte zu den zwei bisherigen Mibizeugen noch einen dritten namhaft, zu deffen Vorladung der Richter die Verhandlung vertagte. Ae unbegrSadeten Angriffe gegen da» Men« PalSstlnadatt. In fortgesetzter Verhandlung gelangte gestern bei dem Strafbezilksge-richt 1 (Oberlandcsgerichtsrat Dr. Kramer) der vom Leiter des Palästinaamtes, Dr. N. Blauer, g.gen den entlaffemn Beamten E. Fischer angestrengte Verleumdungsprozeß -um Abschluß. Eine ganze Reihe von Zeugen sagte übereinstimmend aus, daß die Gebarung mtü Leitung des Palästinaamtes durch Dr. Blauer in jeder Beziehung einwandfrei sei. Mit Beziehung aus das bereits dnrchgeführte uurfangreiche Bcweisversahren machte der Richter den Angeklagten darauf aufmerksam, daß er im Falle der Verurteilung keineswegs eine Geldstrafe, sondern Arrest von mindestens einem bis s.chs Monaten zu gewärtigen habe, und fragte ihn, ob er seine Beschuldigungen aufrechterhalte. Ter Angeklagte erklärte, daß er keine wie immer geartete Grundlage für Anwü-rfe gegen die Person des Doktors Blauer erblicke, ferner, daß er die in seinen Anzeigen an Behörden gemachten Angaben nie so gemein: habe, daß er damit Herrn Dr. Blauer irgend einer ehrenrührigen Handlung hätte bezichtigen wollen. Der Vertreter des Privatklägers, Doktor. I. Waldmann, gab hierauf folgende Erklärung ab: Da der Angeklagte zugebe, er habe gegen Dr. Blauer nie den Vorwurf einer ehrenrührigen Handlung erhoben, dafür auch nie eins Grundlage gehabt, und auch jetzt erkläre, keinerlei Anschuldigungen gegen Dr. Plauer zu erheben, habe der Privatkläger kein Interesse an der weiteren Verfolgung des Angeklagten. Damit fand der Prozeß sein Ende. * Auf diese Weise toitröe diese Angelegenheit erledigt, welche von.gewissen Blättern zu tendenziöser Berichterstattung und zu Angriffen gegen das Wiener Palästinaamt und deffen Leiter Dr. Blauer ausgenützt wurde. Das Urteil im Milchpantscherprozeß. Gestern abends wurde der Prozeß gegen die Inhaber und gegen drei Angestellte der Speistnger Zentralmolkerei wegen Betruges und Uebertretung des Lebensmittelgesetzes, begangen durch jahrelange Verfälschung von Milch nach viertägiger Dauer zu Ende geführt. Der Gerichtshof erkannte sämtliche Angeklagten schuldig und verurteilte Franz Hufnagel zu 18 Monaten einfachen Kerkers, Johann Markbrerter zu einem Jahre einfachen Kerkers, Alois Bertel zu 10 Monaten einfachen Kerkers mrd Rudvlf Lachnit zu 6 Monaten einfachen Kerkers. Sämtliche Angeklagten meldeten die Nichtigkeitsbeschwerde an. Bolkswirt. Wirtschaftsgloffe«. Die BerbMgnng des Geldes in Oesterreich. — Bevorstehende Anspannung in Deutschland. Irr Oesterreich ist der Diskontsatz auf dem Privaten Geldmärkte wieder vermindert worden. Erste Wechsel notierten einen Zinssatz von 6,76 Prozent, also 0,76 Prozent unter der -offiziellen Baukrate. Selbst wenn, wie an -dieser Stelle bereits angekündi-gt wurde, die Bankrate gegen Ende April um ein weiteres halbes Prozent, also arf 7 Prozent, von der Nationalbank herabgesetzt werden soll, wird er schon jetzt von dem privaten Zinssätze unterboten. Der Geldmarkt hat die weitere Erniedrigung der Diskontrate um ein halbes Prozent voreskomptiert. Die glatte Erledigung des April-Medio hat gezeigt, daß die Entspannung auf dem Wiener Geldmärkte weiter fortschreitet. Allerdings gilt diese Erfahrung nur für die ersten Hände, für die Banken und großen Jnduftrieunternehmungen, welche sich überall Geld verschaffen können, denen die Nationalbank, ebenso wie alle anderen Finanzinstitute, das Geld förmlich auf dem Präsentierteller enbgsgentragen. Handel, Gewerbe und die Neineren Jndustrieunternehmungen leiden noch immer unter der Geldknappheit. Die Vertrauenskrise ist noch immer nicht gewichen. Der Kaufmann kann sich ebenso schwer Geld verschaffen, wie der Gewerbetreibende. Er findet bei den Banken verschlossene Türen. -Und wenn jetzt, wo schon die Wirtschaftskrise merklich im Ab-» flauen begriffen, ist, sich dennoch zahlreiche Jnfolveirzen ereignen, so ist dies in erster Reihe auf die verschlossenen Kreditquellen gegenüber diesen zweiten Häuden" znrückznführen. Die Gefamtwirlfchaft hat nicht'viel davon, daß aus dem Finanzmarkte selbst eine gewisse Geldflüssigkeit herrscht, daß die Nationalbank im Begriffe steht, die Diskorrtrate um ein -weiteres halbes Prozent zu ermäßigen und daß für erste Finanzwechsel das Geldanbot bei -weitem die Nachfrage übersteigt. Ultimo April wird sich nach der -weiteren Ratenermäßigung der österreichische offizielle Zinsfuß auf der .Höhe der deutschen Diskontrate befinden. Die Angleichung der beiden Raten wird wieder erreicht fein. Dieser Umstand, wie auch das üssensichtliche Bestreben der Leitung der Ossterreichischen Nationalbank in der Zinsfußpolitik auch weitechin analog nyt Deutschland vorzugehen, hat in einzelnen Kreisen die Hoffnung erweckt, daß eventuell im Falle Deutschland neuerlich feine Rate unter sieben Prozent ermäßigen würde, auch Oesterreich dcm« rasch Nachfolgen könnte. Der Optimismus hat sich hier wieder breit gemacht. Die momentane Geldflüssigjkeit hat die Hoffnung auf eine raschere Lösung des gesamten Geldproblems erweckt. Dieser Umstand hat auch bewirkt, daß einzelne Geldnehmer etwas zurückhaltender geworden sind und sich von einer weiteren Erleichterung des Geldmarktes viel versprechen. Nichts ist verfrühter als ein solcher Optimismus. Wenn auch in Deutschland das Geld momentan sehr flüffig Mt. barf bttA ttiätt äfoa&fhatt Imarttan. Safe hi-A» StfitiiMiek 18. April 1926 . _Rr. S» keine allgemeine ist u:rd daß sich Präsident Schacht nicht leicht entschließen dürfte, mit der Rate weiter hinunter M gehen. Man weiß in Deutschland ganz genau, daß die momentan« Flüffigkeit nur bei kurUristigen GeDcrn vorhanden ist, daß aber für langfristige Kapitalien die Nachfrage nur wenig nachgelassen hat. Die großen Jndnftriekredite, welche in den letzten acht Monaten ans Amerika nach Deutschland in überreichlicher Menge geflossen sind, hckben ein Bild geschaffen, welches der tatsächlichen Situation Deutschlands nicht ganz entspricht. Bei den deutschen Banken liegen die von den Jndnstrien in Anspruch genonrmencn Dollarmtb Pssmckftmrmen und tverdcu imr sukzessive abgehoben. Mittlerweile versuchen die Banken, die noch nicht behobenen Reste kurzfristig, als Ta-ggeld, zu vergeben. Solche Taggelder haben sie auch in London und New-Aork anzubriirgen versucht, was bei den Außenstehenden den Eindruck ertveckte, als ob die deutschen Banken wirklich schon in Geld schwimmen würden. Dieser Eindruck wäre aber völlig Vevschlt. Es handelte sich um kurzfristiges fremdes Geld, das. die Banken ausboten. In Mvklichkeit dürften sich in Kürze die Verhältnisse auf dem deutschen Geldmärkte etwas versteifen. Die deutsche Jnd-uftvie sieht ein, daß die Kredite. Amerikas nicht jene Vorteile bringen, die rnan sich ursprünglich echofft hatte. In .der deutschen Finanz macht sich eine starke Strömmm gegen die wettere Inanspruchnahme amerikanischer Kredite gellend, weil die Zinssätze, welche hiesür gefordert werden, allzu hoch sind und von der deutschen Wirtschaft nicht vertragen werden. Ein Industrieunternehmen, welches für das von Amerika entlehnte Kapital acht bis zehn Prozent zahlen muß, kann auf die Dauer unmöglich eine entsprechende Rentabilität gewähren. Die Zinsen muffen viel niedriger sein, um der deutschen Industrie die Berzinfuu-g zu ermöglichen. Infolge deffen geht die Strömung dahin, riach der Deckung des dringendsten Geldbedarfes sich nunmehr ganz von diesen Krediten zu emanzipieren und den Versuch zu machen, rm eigenen. Land die notwendigen Kapitalsmengen aufizubr-ingen. Schon werden allerorts entsprechende Vorbereitungen für diesen Zweck getroffen. Deutsche Finanzinstitute sind in-der Verausgabung ihrer Gelder zurückhaltender. Auch die deutschen Kapitalisten warte« diese Emissionen ab. Es dürften in absehbarer Zeit für diese Zwecke große Geldmittel des heimischen Marktes in Anspruch genommen werden. Unter solchen Umständen ist es fraglich, ob trotz der starken 'Geldflüssigkeit und des niedrigen Zinssatzes in Deutschland, Dr. Schacht in absehbarer Zeit eilte Ermäßigung vornehmen wird. Der Zinsfuß von sieben Prozent wirst weiter in Geltung Werben. Eine weitere Erniedrigung uni« sieben Prozent ist in Oesterreich in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Handel und HanidelspoRE. An dieser Stelle wird seit Jahren ununterbrochen betont, daß die Regierungsfaktoren Oesterreichs auf-Kosten ihrer poütischen Erfolge den Handel Oesterreichs schädigen und vorkümmern lassen. Seit Jahren wird ununterbrochen anerkannt, daß der Hartdel eine der wichtigsten Erwerbsquellen der österreichischen DoWwirtschast sei. Die Vvlkerbundexperten haben in ihrem Gutachten die Bedeutung des Handess für Oesterreich besonders gewürdigt. Dafür wird die Bedeutung des Handels durch die Maßnahmen der österreichischen Regierun-gskrvise fhstem-atisch untergraben. Wenn es der neuerlichen Erbringung eines Beweises bedürfe, so ist der in dieser Woche eiugebrachte Entwurf einer Zollbarifn-ovellie Beweis genug. Es soll nur nebenbei gchagt werden, daß gewöhnlich. Jahre vergehen, bis eine Novellierung zu einem abgeschlossenen Zolltarif erfolgt. Der letzte österreichische Zolltarif, der erst vor einem Jcchr in Kraft trat, war nach langwierigen Beratungen, nach umständlichem Befragen aller Parteien in Kraft gefetzt worden. Er rechnete bereits mit den durch den Krieg und durch das neue Oesterreich entstandenen Wirtschaftsvechältutssen. Er berücksichtigte alle Erfordernisse der Wirtschaft. Man hätte nun glauben sollen, daß dieser Zolltarif, der auch die Grundlage für eine ganze Reihe von Handelsverträgen bildete, längere Zeit in Geltung bleiben wird. Trotzdem soll er nach anderthalb Jahren durch eine Novelle ergäbt tverden. Seither haben sich die Wirtscha-ftsverhältnisse nicht so sehr geändert, daß eine solche INoveMerung nottvendig gewesen wäre. Die Dlotivierung der Regierung ist völlig fadenscheinig. Sie erklärt, daß diese Erhöhung vorgenommen tverden müsse, weil die österreichischen Produkte prozentuell in: Verhältnisse zum Preise zu gering geschützt seien. Tatsächlich sind aber die Preise im letzten Jahve vielleicht etwas niedriger geworden und dennoch wurde eine igauze Reihe von Positionen erhöht. Das in einem Momente, üvo sich gerade die Beschlüsse des Völkepbuirdes auf Abbau der gegenseitigen Grenzen auszuwirken beginnen. ES macht einen glänzenden (?) Eindruck, wenn z« einer Zett, wo bei den einzelnen Nationalstaaten die Znfchriften des Völkerbundes einlangrn, in welchen der Abba« der Zollfchra:cken gerade im Interesse der österreichischen Mrtschast verlangt wird, wenn zu einer solchen Zeit die österreichische Regierung plötzlich mit solchen Zollsätzen auf de» Plan tritt. Man läßt in der Presse, -einen Krakeel darüber erheben, daß Rumänien sich zu einer Zollerhöhung in de» Textilien un>d nretalluvgischen Produkten entschlossen hat und nimmt selbst noch viel schärfere Erhöhungen vor. Dabei erklärt der Bundeskanzler, daß es sich wicht um ein« Hochschutzzollbowegung, sondern mchr um eine Rüstung der österreichische» Wirtschaft für die tveiteren HandelsvertrogSvechanÄbungen haMe und daß Oesterreich noch weiter für den Frechandel sei. Es scheint, daß man die Handelspolitik der anderen Staate» äftzu niedrig eiwschätzt, toenn man ihnen Mmrtet, daß jfe nicht genaudie Tender^ der neuen ZoÜerhöhuwgon erstnmen. Man rücke lieber mit der Sprache heraus. Die Agrar!« iiud duräl die Eudöbuna Milcknssüi-^ «utfioec ***«.«<>*«»

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