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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-16 · Heft 2567 (16.4.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2567 (16.4.1926)
Date
1926-04-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kt, SM Me«, Fvckyz Kunst, Bühne, Buch. MW SSntfter als Lensina. Ronacher. Einen Monat lang Hai unsere pUanteste Soubrette Luise Kartousch im RonacherÄheater als Teresina bezaubert; durch Charme, Liebreiz und jene spitzbrckenfeine Drolligkeit, die wir an ihr so lieben; mehr Teresa, das wilde Kind, als Teresina, die große Dame. Nun, nach dem stürmischen Erfolg in Zürich, kommt Teresina, die große Dame: Frau Mizzi Günther. In einer Rotte also, die für Mizzi Günther, die einzige große Operettensängerin, die wir in Wien halben, prädestiniert erscheint. Es ist keine Rotte im Schablonenformat. (Hierfür muß man Schanzer und Welisch loben). Das Schicksal eines Menschenkindes entrollt sich, der Weg einer kleinen Schmierenkomödiantin bis zu jener Höhe, auf der Fürsten herrschen, lieben, intriguieren. Diesen Weg hat Fra« Günther mit den individuellen Nuancen ausgestattet, die ihrer starken Persönlichkeit zur Verfügung stehen. Ihre tragischen Momente sind unnachahmlich und einzelne Wirkungen direkt aus der Atmosphäre der Musik geholt. So entstand eine nlenschlich wahre Figur, lausmädelhast im Karrterenbeginn, grande Dame in der Szene mit Bonaparte. Und die Musik erklang, als hätte man die Einfälle Oskar Strauß' zum ersten Male gehört. Wie denn die Vorstellung überhaupt fein abgetönt war, Eric Wirl stimmglänzend wie immer, Karlweiß und G u t m a n n voll heitersten Uebermutes, Feld Hammer lustspielflott, bis auf die Garde Napoleons, die sich scheinbar in einem Nachtlokal milieuechter ju bewegen weiß als auf höfischem Park-.t. o. r. Londoner Kunst briet. Die Direktoren führen Vorkriogspreise ein — weil die Theater gut gehen. — England unmusikalisch. — Georg Kaisers „Bon Morgen bis Mitternacht" in London. London, 10. April. Bekanntlich gehen die Theater nirgends so gut wie in der englischen Hauptstadt. In keinem anderen Orte der Welt kommt es so häufig vor, daß fast die Hälfte der besseren Theater (ohne je Freikarten auszugeben) eine Stunde vor Beginn der Vorstellung mit der Tafel „Full honst — Ausverkaustes Haus" die Kassen sperren muß. In keinem anderen Orie der Welt werden Theaterstücke so lange ge'pielt wie in der britischen Metropole, ohne ihre Zugkraft zu verlieren, und trotzdem hat sich das Merkwürdige ereignet: Die Mehrzahl der Direktoren, obwohl über höhere Spesen klagend, erklärten sich für die Rückkehr zu den niedrigeren Vorkricgspreisen, und eines der größten Theater Londons, D a l y s, hat auch schon die Preisherabsetzung vorgenommen.. Das Haus ist allabendlich gesteckt voll, und so schiene es aus den ersten Blick, daß der Manager dieses Theaters, wie auch die anderen Theaterdirektoren die Preiserniedrigungen ankündigen, vollständig irr-' sinnig geworden seien, wenn nicht... nun, wenn sie eben nicht Engländer wären. Bei keinem anderen Volke sind bekanntlich die Gefühle für Billigkeit und Anständigkeit, „Fairneß and deceney", so ausgeprägt wie bei dem Jnselboßk, und nirgends ist es daher leichter, sie für Neklametricks auszunützen. Die Londoner Theaterdirektoren sind alles eher als Engel oder auch nur Wohltäter. Sie sehen in Anbetracht der wirtschaftlichen Zustände einem schwachen Frühjahr nnd einem noch schwächeren Sommer entgegen und sie sind klug genug, einen Trick anzuwenden, solange er noch als Reklame ausgetvertet werden kann und nicht von Älterer NotwendiMt erzwungen ist. Sie wissen ganz genau, daß die zahlreichen lebenden und anerkennenden Artikel über ihre volksfreundliche Haltung m allen Blattern dem Durchschnittsengländer gut im Gedächtnis bleiben wird »und daß sie ihn in schwächeren Zeiten, wenn er zu entscheiden haben wird, in welches Theater er gehen soll, 'beeinflussen werden. Nicht die gerade gespielte Ausführung oder dergleichen Nebensächlichkeiten, sondern einzig die Erwägung, ob ein Theater billigere Preise schon zu einer Zeit, wo es noch nicht notwendig war, somit aus purer philanthropischer Fairneß eingesührt hat, oder erst infolge des Drucks schlechten Geschäftsganges. So hat Napoleon doch vechr gchabt... . * Die nächste Erschütterung der Londoner Kunstwelt wurde durch einen vielleicht etwas fürwitzigen Ausspruch des großen englischen Komponisten Sir Edward Elgars herbeigeführt. Er erklärte nämlich im Preß-Club, daß London die unmusikalischeste Stadt der Welt und die Engländer eine unmusikalr'che Nation wäreru Sir Thomas Brocham, der bedeutendste englische Dirigent, der gleichfalls dem Abend im Preß-Club beiwohnte, bei dem Elgars diese Aeußerung machte, bestätigte sie. Er fügte sogar hinzu, daß das Musikgefühl der Engländer zum Teufel gehe und — je rascher, desto, besser. „Denn wenn wir einmal ganz unten angelangt sein werden, dann werden die Leute aufwachen und eine gesunde Reaktion wird Platz greisen." Diele Bemerkungen haben natürlich einen Sturm von Entrüstung und Widerspruch gefunden. Bemerkenswerterweise stimmen jedoch alle führenden Musiker, insbesondere die großen Dirigenten und Komponisten, mit Elgars' Meinung überein. Interessant ist eine Erklärung Sir Frederick Cowens zur Angelegenheit. Er sagte: ,Obwohl es angesichts des enormen Anwachsens der Bevölkerung einen gewissen Teil der Oeffemlichkeit gibt, der gute Musik anecknnt und schätzt, ist der musikalische Gechmack einer weit größeren Menge der Bevölkerung bedauerlich tief gesunken. Tatsächlich glaube, ich sogar, daß die reine englische Raste — ich meine zumindest die rein« anglo-saxonisch« — durchaus nicht musikalisch empfindet. Gewöhnlich findet man wirklich angeborene Liebe und Verständnis für Musik sowie auch die begabten AuSführenden musikalischer Kunst nur unter jenen Bevölkerungsschichten, die keltisches oder das Blut andrer Rasten in sich . .. _ Mkenee Moraenzeskurm Das Regent-Theater führt« zum erstenmal die englische Version von Kaisers ,P6om Morgen zur Mitternacht" in London auf. Da „From Morn till Midnight" das erste expressiv nistische Werk dieser Art ist, das wir hier sahen, erregt es naturgemäß mächtiges Aufsehen und weitgehende Meinungsverschiedenheiten. Der Eindruck auf das engli'che Publikum ist bemerkenstvert, wenn man auch noch nicht sagen kann, ob das Experiment, das im konservativen England jedenfalls als reche gewagt bezeichnet werden muß, gelungen ist. Soviel steht fest, daß von seiner Ausnahme recht viel für die Zukunft der Entwicklung dramatischer Kunst bei uns abhangt. Nach dem bisherigen Eindruck der Aufführungen zu urteilen, ist es kaum wahrscheinlich, daß das Werk sich bei uns halten wird. Vielleicht ist es schade, daß die'« Dichtung, ja überhaupt eine Dichtung Kaisers, als erstes Stück seiner Richtung in Deutschland hier aufgeführt wurde. Zwar sahen wir schon verschiedene der Dramen Ernst Tollers in England, doch wurde ihre dramatisch-künstlerische Bedeutung stets von der Tendenz und auch von der sie bekräftigenden Gruppe von besorge reu Theater- und Schauspielergesellschaften, die sie ausführten, überschattet. Es ist Mifellos, daß die Kunstrichtung, die Kaiser repräsentiert und die wir auch von dem Amerikaner O'Neill kennen, hier Verständnis, jedoch trotzdem keine Sympathie finden wird. Der Wirbelsturm, durch den Kai'er in' „From Mörtt till Midnight" seinen -Helden jagt, wird vom bedeutendsten Londoner Kritiker als „Viel Lärm um nichts" bezeichnet. Uebevhaupt sind die Pressekritikeit mit Ausnahme der des „Funch" ungünstig, in manchen Fällen vernichtend. Denn der Engländer verzeiht nicht, auch wenn er verficht... P. P. D. Lr. Heinz Schulbau» Schausvielklaffen führten im Rahmen einer Veranstaltung der Hochschule und der Akademie für Musik und darstellende Kunst Harlans „Jahrmarkt i n P « l s n i tz" aus. Das Stück enthält zahlreiche Charakterrollen,' verbindet Sternhelm und Blumenchal, die spitzige Satire mit der sanften Lustspielweis' und gibt tatsächlich einer stattlichen' Zahl von höheren Schülern der Schmtspielkunst Anlaß, sich auf den Brettern zu bewähren. Ihr Mangel an Routine ist erfrischend, ihre Hingabe an die Aufgabe ist rührend, das Vertrauen, welches sie (mit Recht) dem Meister schenken, an dessen Weisungen sie sich getreulich halten, ist alles.Lobes wert. Schulbaurs Schüler haben mehr oder weniger Talent, aber alle haben Kultur, alle sind zum Ensemblespiel erzogen, keiner drängt sich vor, alle sind ebenso künsteifrig wie bescheiden. Fast alle — keine Kleinigkeit fürijunge Menschen — müssen ihre Jugend verleugnen und Masken der Vierzig- bis Sechzigjährigen anlegen. Man hat es ihnen wirklich.nicht leicht gemacht, Lorbeer zu pflücken. Me haben erstaunlich gut bestanden. Starke Begabungen scheinen Harriot Adams und Alfred Walter zu sein. Mer auch den anderen Mitwirkenden werden — sofern sie überhaupt offen stehen werden — die Bühnen offenftchen. . , A. gascha Sheifetz in Fernsalem. I. T. A. meldet aus Jerusalem unterm 12. d.: Der weltberühmte Geiger Jascha CH ei fetz hat gestern in Jerusalem das erste feiner vier in Palästina geplanten Konzerte, deren Ertrag ganz dem jüdische« Konservatorium zugute kommen soll, gegeben. Anwesend waren Lady Samuel, der Ehefstkretär der Palästinaregierung Kolonol S y m e s, Dr. Werzmann und viele andere hervorragende Persönlichkeiten. Der Künstler war Gegenstand begeisterter Ovationen. Das Podium war mit Blumen übersät Cheifetz dankte gerührt und versprach, in Amerika große Beträge für das Konservatorium zu sammeln. Aur den Water«, Burgtheater. Samstag, 738 Uhr, zum ersten Male ,.G a b-r i e l S ch i l l t n g s F l u ch l". Regie r Raoul ASlan; Bühnenbilder von Remigius Geyling. A k «Mini eftjtaui. Samstag, 7,8 Uhr, „D e r Schw a n". V o t t 8 ö v e r. Morgen „T a n n h ä u s e r". — Montag gastiert Kammersängerin Ella Bland als Senta im „F.l te g e n d e n H o l l ä n d e r". Jobann- Strauß -Theater. Sonntag als Nachmittagsvorstellung bei ermäßigten Preisen „D e r F r a u e nf re ff c t". Montag „D i e spantscheNachtigäll" zum 2b. Male. Raimund-Theater. Die heutige Uraufführnng. der Opei ette „I ch h a b' d i ch l i e b .. .!*, unter persönlicher Leitung des Komponisten Leo Ascher, -beginnt vünktlich um 7,8 Uhr — Morgen. 7,4 Uhr, bet kleinen Breiten als Kindervorstellung „H ä n s e l n n d G r e t e l". Sonntag „Schneewittchen"; letzte Kindervorstellungen dieser Spielzeit. Modernes Tb v a i e x. Täglich. 6 Uhr, „F räu- I e i n I ö s e t t e - m e i n e F r a u". Sonntag den 18. d, II Uhr, vormittags Vortrag des Theatrologen Micha«! Orliez über „D a S m o d e rn e B ü h n e n w e s e n". Raoul Auernheimer beging gestern seinen 50. Geburtstag. Die Schriften dieses Autors haben den nicht gewöhnlichen Vorzug, ihr eigenes Antlitz zu tragen. Marr erkennt Auernheimer. ob er nun eine größere Novelle schreibt, ein Feuilleton', einen Dialog oder auch nur wenige Zeilen. Seine sehr anmutige fein-ironische Feder hat Haltung. Ein weiterer Vorzug Anernheimers ist seine gründliche Bildung Ans diesen beiden Eigenschaften ergab sich, daß ereiner der bedeutendsten Vertreter d-'s wienerischen Kleinkunstgenres, nämlich des Feuilletons, ist. Ein Schüler -Herzls, hat er im Feuilleton gelegentlich Meisterwerke geschaffen, wie zum Beispiel sein geraden, klassisches Feuilleton über das allgemeine bürgerliche Gesetzbuch. Minder geglückt sind ihm seine Theaterstücke, aber das treffliche Lustspiel „Der gute König" läßt erwarten, daß Auernheimer auch noch der Bühne Werke zu schenken hat, di« seiner Feuilletons und Novellen würdig sind. Raoul Auernheimer. der zu den vornehmsten. charaktervollsten Männern der Schriftstellerwelt gehört, ha: sich den JnbiläumLstierlichkeiten -durch eine Auslandsreise entzogen Elne ZangwiN-Premiere in Berlin. Im Berliner Deutschen Theater «lang! am LI. d. Israel ZangwillS Lustspiel „Unsere Klndor" zur deutschen UvanffDrm«. Ae Regie Mkt .Paul Otto. 16. April im Zük 7 Gerichtssaal. ftr traft sein Brnver. Er deserttert, heiratet nnd stirbt unter dem Namen stkneS Bruders. Eine äußerst mysteriöse Geschichte, Sie an Wenteuerlichkeiten und Phantastik einem Filnwrama nicht Nachsicht, ivar eben Gegenstand einer EhennMuakeitsv-erhandlung beim Zivil« landesgericht. Die Stickerin Sophie Mohr lernte im Jahre 1920 in Wien einen jungen Manu kennen, der sich ihr als Artur W a l b m a n n, Kaufmann aus Ne «w -- Aork, oorstellte. Er erzählte dem Mädchen, er sei in S t r y j in Polen geboren und seit 1910 'als wohlhabender KassthauIbesitzer in Amerika ansässig. Im Jahre 1914 habe er zu Besuch bei seinen Eltern in Stryj geweilt, sei. dort vom Kriege überrascht nick als österreichischer Staatsbürger assentiert tvorden. Er machte den Weltkrieg mit, diente nach denk Zusammenbruch eine Zeitlang in der polnischen Armee, aus welcher er nach Wien desertierte. Nun sei er im Begriffe, wieder nach Amerika zurückzukchren. Kurze Zeit darauf verlobten sich die beiden jungen Leute. Die Hochzeit fand am 24. November 1921 im Seitenstetbentempel statt. Der Mann legte alle znr Eheschließung notwendigen. Personaldokumente vor. Bevor es jedoch zur Abreise nach Amerika kam, reiste WaDmann nach T r i e st. Dort erkrankt« er und kchrte, von einer Kopfgrippe befallen, nach Wien zurück. Einige Monate lang lag er im Spital, dann wurde er teilweise gelheilt entlassen. Als Folge seiner Krankheit blieben Lähmungserscheinungen und Bewußtseinsstörungen zurück. Er reiste zum Zwecke einer Nachkur . in seine Heimat, schriebt von dort einige Briefe an seine Frau, dann ließ er. nichts mchr - von sich hören. Nach etwa einundeinhalb Jahren bekam sie aus Stryj die Nachricht, daß ihr Man,: dort in geistiger Umnachtung lebe und einige Monate später wurde ihr mitgetei'lt, daß er gestorben sei. Die weiteren Nachforschungen -der Frau erga'ben nun eilt; ganz merkwürdiges Resultat. Es stellte sich heraus, daß sie nicht mit Artur Waldmann, sondern mit dessen Bruder Samuel vecherratet gewesen lvar.: Artur Waldmann lebt tatsächlich in Amerika und ist seit seiner Ausreise nie mchr nach Europa zurüchgekchrt. , Diese Tatsache^ wurden dem Wiener Rabbiner, der die Trauung vorgenommen! hatte, von seinem Kollegen in Stryj mitgeteilt. Es blieb nurt die Frage offen, wie sich der verstorbene Samuel Waidmann hi den Besitz der Dokumente seines Bruder in Amerika setzen konnte. Ganz seltsam war auch die Rolle, die die Schwiegereltern der jungen Frau spielten. Die bezeichneien nämlich in ihren; Biesen Saniuel immer als den aus Amerika gekommenen Artur. Als er gestöcken . war, behaupteten sie jeldoch, es sei nicht Artur, sondern S a m u el gewesen. Auf Grund all dieser Echckungen leitete der Vertreter der getäuschten Gatttn, Dr. Be-nn-o Both, eine Klage auf Ungültigkeitserklärung der We ein, und zwar Mangels der wirklichen EinwilliMng des Bräutigams. N-nteckesien tauchten neue Schwierigkeiten aus. Der Verstorbene war nämlich in Polen ohne Totenbeschau bestattet worden. Es existiert auch kern T o t e n s ch e i n- Der Tod Samuel Waldmanns sicht also amtlich bisher, nicht fest. Aus Grund der Dokumente ist die Frau aber gar n i ch t d: e W i t w ö des Verstorbenen, sondern die Gattin. Artur Waldmanns, der in Amerika Äbt und dort vecheiratet ist. Um aus dieser Tragikomödie der Wirrungen einen Ausiveg zu finden, hatte der Senat, in einer vochergchenden Verhandlung beschlossen, durch das österveichische Generalkonsulat in New-VoÄs Erhebungen pflegen zu lassen. Das Konsulat gab aber mrr die Auskrrnft, man habe Artur Waldrnann nicht zu Haust , angetroffen, sondern nur dessen Frau. Da auch die cken durchge-«- führte Verhandlung keine Klärung brachte, faßte der Senat neuerlich den Beschluß, durch Nachforschungen in Amerika feftstellett zu lassen, welcher Waldmann eigentlich gestorben ist. Das Konsulat hat gleichzeitig mit seiner mageren Auskunft die E-i sendung von 10 Dollar begehrt, damit für die Nachforschung ein Privattedektiv engagiert werden könne. Da dies Klägerin stöbst außer Stande war, diestn Betrag aufzubrmgen, beschloß das Gericht, die 10 Dollar aus eigenen Mittel«! aufMbringen und si-nzufenden nnd die Becha-Mung zu vertagen. Die gänzliche Untervermiettmg von G^chästÄvkalen kein Kündigungsgrnnd. Ein Berufungssenat des Zivillandesgerichtes hatte sich eben mit einer interessairten Mndigungsklage zu befassen. Der Hausbesitzer Ferdinand G r u b e r hatte Men deck in seinem Hanfe etablierten Kaufmann MoiS Strobel die Kündigungsrlage mit der Begründung einge^bracht, daß der GeschäftsmhMer das Lokal nicht stlbst benutze, sondern es zur Gänze an ein anderes Unternehmen weitervermietet habe. Das Mietengesetz schütze nur den eigenen Bedarf des Mieters, die gänAiche Weitergabe der Räume bilde jedoch einen ausreichenden Kündigungsgrund. Der Boklagtenvertreter Dr. Felix Kößler brachte vor, daß dem Hausbesitzer die Tatsache der gänzlichen Untermietung seit längerer Zeit bekannt sei; da er bisher keinerlei Konseguen-zen aus diesem Umstande gezogen habe, Dnne er jetzt nicht mchr mit der Kündigung unter Berufung auf die Untermietung Vorgehen. Die Kündigung hätte innerhalb von drei Monaten erfolgen müssen, seitdem der Hausherr von der Weitergabe beü! Geschäftslokales Kenntnis erhielt. Das Bezirksgericht Innere Stadt (Borsitz Oberlandesgerichtsrat Dr. Heller) Hai sich' dieser Rechtsanschauung angeschlossen und die Kündigung für unwirksam erklärt. Der Klagevertreter brachte die BeruffinZ - ein, welche jedoch vom Landesgericht abaewiesen wurde. Paragraph 144. Das Urteil in dem Fruchtabtreibuntzspwzeß gegen fünf Frauen, die Hebamme Mechelda und «bei Ehegatten der Angeklagten wuwe gestern nachmittags «fallt. Bereits am ersten Bechandlungstage wurde das Berfahreck gegen drei Fronen und zwei Männer ausgeschieden. Grsteva veMndete der Borsitzelcke, Oberlandesgerichtsrat Dr. Wilhelm^ den Freispruch sämtlicher Angeklagten. In «et - Begründung heißt eS, daß «var der Verdacht der Abtreibung nichß unbegründet erschien, doch war das Ergebnis de» Bttväjsvev« tatoca» nus SauLdwuch rockt «S«ickvck.

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