Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2562 (11.4.1926)
- Date
- 1926-04-11
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Karten I L 8,— und 8 k.— (Logensitze) im Turnlokale IX., Liechtenateinsir. 20, Buchhandlung L'öwit, 1., Roten* turmstrafie u Kartenbureau „Aida“, ll., Taborstraße B. Volksbewußte Juden - erscheinet vollzählig / des Makkabl IX. mit anschließendem Tanz in den Sofiensälen, UL, Marxergasse Festrede: Frau Anitta Müller-Cohen Beginnt pr&zise 8 Uhr Großes Schauturnen Ans den Theatern. Burathtater. Morgen ,S> e t B 1 berp e l »*. Theatergemekide. Serie F. * A! a v em t e t t, e a t er. Infolge Unpäßlichkeit der Fra« Witt heute nachmittags statt „D er S ch w an* .DieFrau von vierzig Jahren". Dienstag, */,8 Uhr abends, „D teM a u s". - Mittwoch den 14. d. gelangt als Vorstellung der Schauspiel Haffen des ProfefforS Dr. G ch u l b a u r .Jahr marktin Pulsnitz" dionysischer Schwank in drei Akten von Walter Harlan, zum ersten Male zur Auf. fUQYUitft* Operntbeater. Moraen. */*7 Uhr abends, als Vorstellung der Theatergemeinde Serie F .L o h e n a r i n". Dienstag „Ariadne auf N a x o s". B o t t s o v e r. Morgen „DieIüdin*. — DienS. ^a den 13. d. gastieren in .Bajazzo" die Herren Gustav Chorjan als Canio und Dr. Viktor Dalneki als Tonio. Hierauf Busoni. ,A r l e c ch t n o". AlS nächste Neueinstudierungen gelangen Mittwoch den 14. d Adams komische Oper ileit n ich König wäre" und Freitag den 16. d. Suppes .D i e schöne Galathee" zur Aufführung. Raimund-Theater. Die Operettenspielzeit wird Freitag den 16. d. eröffnet. Zur Uraufführung gelangt die Operette „Ich Hab' dich l r e b . . .!" von Willi Sterk, Musik von Leo Ascher. Theater in der Josef st adt. Als nächste Veranstaltung des .Theater deSNeuen" wird am 25. d., 11 Uhr vormittags, Walter LiebleinS Schausvtel .Niemand^ mit Gustav Waldau m der Titelrolle amgeführt. Gegenwärtig finden Proben zu dem Lustspiel „ £> t e guten Freunde" und für die Komödie ,C h r i st i n a 8 Heimreise" von Hugo Hofmannöthal statt. Carl.Theater. Die heutige NachmittagsvotsteÄund entfällt. Ronacher-Operettentheater. Morgen beginnt Mtzt Günther ihr Gastspiel in der Titelrolle der Operette .D i e T e r e s t n a". Heute Abschiedsvorstellung der Frau Louise Kartousch. Freie jüdische Volksbühne. Heute um 10 Uhr vormittags findet int Thealersaal des Cafe Astoria, 2. Bez., Pratevstraße 60, eine Mitgliwewrrsammlung des Vereins Freie jüdische Vollksbühne statt. Gäste sind hevzlichst eingÄaden. Morgen cm selben Theatersaa>l I>er Landsmann", Komödie in drei Akten von SchaE Asch. .Die Komödie „Der große Bluff" von Fred Heller und Adolf Schütz wurde von Direktor Kramer zur Aufführung für das' Deutsche Landescheater in Prag angenommen. Die Beisetzung Jakob Adlers. Aus New - Aork wird gemeldet: Mchr als 50.000 Personen wohnten der Bestattungsfeier für den Nestor der jüdischen Schauspieler Jakob Adler bei, dem der Volksmund den Titel „König der jiddischen Bühne" beegelegt hat. Die Bestattung fand auf dem Friedhof Mount Carmel statt. In allen Straßen, die zum Friedhof fi'chrten, flankierten dichte Menischenmassen den Kondukt. Am Grabe sprachen hervorragende jüdische Schriftsteller, Theaterleiter und Journalisten. Der zehnte Todestag des Dichters Schalom Alechem. Am 13. Mai 1916 ist der große jüdische Dichter und Humori>>t Schalom Alechem (Salomon Raboinowrtsch) in Nöw-Gork, wohin er nach Ausbruch des Krieges aus Deutschland geflüchtet war, verstorben. Das Städtchen Perejaslow in Rußland, wo der Dichter geboren wurde, rüstet zu einer großartigen Feier des zehnten Todestages Schalom Aiechems. Der Stadtrat beschloß, in oem Hause, in welchen: der Dichter vor 67 Jahren das Licht der Welt erblickte, eine Bibliothek einAurichten; das'Haus soll m seiner damaligen Gestalt erhalten bleiben. Die Ortsschnle uub eine Gasse der Stadt sollen nach Schalom Alechem benanitt werden. Auch in Odessa, Kiew, Minsks Moskau und in anderen Städten rüstet man zu großen Gedenkfeiern für Schalom Alechem. Gerichtssaal. Breilner muß Abgaben zurvckEen. Der Kampf der Zuckerbäcker gegen die Gemeinde Wien. Der Kampf, den seinerzeit die Zuckerbäcker gegen die .Bovschreibungen der erhöhten Nahrung8- und Geüußm i -t t e l a b g o b e durch die Gemeinde Wien geführt haben, ist noch in allgemeiner Erinnerung. Cs haben damals vierzig größere Zuckerbäcker und Konditoreien eine Beschwerde an den Bevwmtungsgerichtshof eingebracht, in der sie ihre E i ureihung unter die LuxuLbetriebe wogen mangelhafter Durchführung des vorgeschriebenen Verfahrens, bezichultgsweise wegen Mangels der gesetzlichen Grundlage dieser Bovschreibungen angofochten haben. Der Vevlvalt'ungLgerichtshos hat diesen Beschlverden Folge gegeben und die angefochtenen Bovschreibungen der Gemeinde Wien aufgehoben... Eine Reihe von Zuckerbäckevfirmen hat sodann, vertreten durch Dr. Hait, beim Verfassungsgerichtshof die Gemeinde Wien aus Rückzahlung der zu Unrecht eingehobenen Abgabe geklagt. Die Entscheidung des VevsassungSgerichtShofes wurde dieser Tage publiziert. Der .BevfassungKgerichtshvf (Vorsitz Präsident Doktor Bittorrlli) hat die beklagte GeMinde Wie» verur- _Wiener MorgenzertunD __ J teilt, den .Znckerbäckerfiriuen Eugen Bonsaing, Anton Bredendick, Pohnleitner, Krause n. Blätterbauer, Kail Edelbauer, Anna DelapinaS Nachf. sowie nenn anderen Firmen die von ihmn erlegten Abgabebet rüge, deren Höhe sich zwischen - 1000 und 7000 Schilling bewegt, zuvüchzuzcchlen. Einigen arideren Firmen, darunter den Zuckerbäckern Karl Haag, Franz Dirner, F. Ratz, Josef Lang und Julius Menschl Nachf., hat die Gemeinde noch vor Herablangen der Entscheidung des VorfaffungSgerichtshoses die Abgabebeträge bereits zurückgezahlt; sie -wurde daher, hinsichtlich der Klagen dieser Firmen nur zur Zahlung der Prozeß kosten verurteilt. Bemerkenswert ist, daß die Kläger ln diesetn Prozeß durch eineinhalb Jahre seit der Einreihung in die abgabepflichtigen Luxusbetriebe die Abgabe an die Gemeinde zu zahlen hatten, da den von ihnen eingerachten Beschwerden und Klagen im Sinne der Wiener Mbgabengesetzr keine aufschiebende Wirkung zukam. Inzwischen ist ein neues LandeSgesetz in Kraft getreten, welches der RechtSanffassung deS VeüwaltungSgerichtShofes hinsichtlich der Ahgabepslicht der LuxuSbewkche Rechnung trägt. Ser Prozeß gegen Hubert Linde. Warschau, 8. April. Heute begann hier der Prozeß gegen iden gewesenen Minister und Präsidenten der polnischen Post-« : sparkassa, Hubert. L i nd e, und seiner zwei Genossen Bo» 'guslaw Hry n iew iez und Wilhelm Da n, die wegen Amtsi Mißbrauches und Betruges zum Schaden des Staates ange- -klagt sinh. Hubert Linde und BoguKaw H r y n iew i cz bei finden sich, nach Erlegung einer Kaution, auf freiem Fuß; Wilhelm Bau wurde dagegen aus dem Untersuchungsgei fängnls vorgeführt. Zur Verhandlung, die auf fünf Tage anberaumt ist, ist eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten als - Zeugen geladen worden, .darunter der gewesene Ministevpräsi-- ' dent Grabski, der jetzige Finanzministet Z d z i e ch o w ski, der gewesene Finanzminister Michalkowski, der.Präsident der polnischen Postfparkassa Emil Schmidt, der Vizepräsident Chelichowski und viele andere hohe Beamten. Avis der Anklageschrift geht hervor, daß anläßlich einer Revision in der Postsparkasse durch die ' Kontrollkammer betrügerische Manipulationen ausgedeckt wurden. Der Warschauer Industrielle Bau wird beschuldigt, dem Hauptangeklagten in Lodz für Zwecke der Postsparkasse ein Haus um 65.000 Dollar verkauft zu haben, welches kaum 20.000 Dollar an Wert' repräsentierte. Die Anklage beschuldigt außerdem Linde, daß er 1923 seinem Bruder Marian Linde gegen wertlose Papiere eine hohe Anleihe gewährt hat. ' Bei Aufrufung der . Zeugen zeigt., sich, daß eine ganze Reihe von Zeugen, darunter der Brüder des Angeklagten , Marian Linde, fehlt. Zwischen dem Staatsanwalt Rudnieki und der Verteidigung kommt es nun zu einer Polemik über die'Vertagung des Prozesses. Der Staatsanwalt spricht sich gegen die Vertagung aus ' und beantragt, daß ein Teil der unentbehrlichen Zeugen ' : polizeilich vorgcführt werde. Die Verteidigung verlangt dagegen dringend die Vertagung. Nach einer halbstündigen Beratung schließt sich der Gerichtshof der Ansicht des Staatsanwaltes an. Zwecks Vorführung der' nichterschientinen Zeugen, von denen einige in Lodz wohnen, wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt. Es verlautet, daß maßgebende Kreise eine rasche Durchführung des Prozesses wünschen. _ „Jenulinsalz." Der Kaufmann E. B. war von der Staatsanwaltschaft Wien 2 wegen Verbrechens des Betruges angeklagt worden, den er dadurch begangen haben sollte, daß er eine Mischung von Glauber- und Bittersalz unter der 'Bezeichnung von „Jenulinsalz" und unter der Vorspiegelung zum ■ Verkaufe brachte, es sei dies ein nach englischem Rezept yergestelltes Salz, das als Vorbeugungsmittel gegen Nervosität, Rheuma, Erkrankungen der Lunge, oer Nieren, des Herzens, der Galle, gegen Kinderkrankheiten, und speziell bei Fettansätzen überaus günstig wirke. Er habe auf diese Weise seine Abnehmer durch listige Vorstellungen und Handlungen in Irrtum' ge-- führt, wodurch diese an ihrem Eigentum einen den Betrag von 1500 Schilling übersteigenden Schaden erleiden sollten. Während die Sachvevständigen die in der Anpreisung erwähnte Wirkung -des Salzes' bestritten, lauteten die Auskünfte der aus intelligenten Kreisen sich rekrutierenden Kunden über die Wirkung anerkennend und lobend. Die P r e i 8 p r ü f u mg sstelle fand den Preis als übermäßig hoch und wollte viele Posten des Vertriebes, der Regie und Reklame nicht zuerkennen. Mit dieser Angelegenheit befaßten sich die Verwaltungsbehörden und 'die Gerichte seit ztvei Jaihren. Die Verwaltungsbehörden vertraten an der Hand der Analhse den Standpunkt, daß Jenulinsalz nicht zu Heilzwecken verwendet wird, und daß der allgemeine Verkehr, bezw. die Feilhältung'und der Verkauf freigügeben sei. ünd nahmen an, daß das Jenulinsalz dem Lebensmittelgofttze unterliege. Aber auch die Gerichte konnten das Lebensmittelymetz nicht anwenden, da im Sinne des Gesetzes nur die Feilhaltung von Lebensmitteln unter, falscher Bezeichlumg zum Zwecke der Täüischung der strafrechtlichen Verfolgung unterliegt. Da unter Lebensmitteln nur Stoffe, welche von Menschen gegessen oder getrunken werden, zu verstehen sind, konnte beim Jenulinsalz der Tatbestand der Uebertretung des Lebensmittelgesetzes nicht angenommen werden. Auch der Tatbestand der P r e i s t r e i b e r e i ist nicht gegeben, da es sich im vorliegenden Falle um keinen Bedarfsgegenstand im strikten Sinne des Wortes handelte. Wenn, auch in den Prospekten nach Meinung der Anklagebehörde unwahre und irreführende Angqbon gemacht, wurden» so . konnte die Verfolgung wegen unlauteren' WettSewerbes n u r a u f Verlangen eines zur Erhebung des Unterlassungsanspruches' Berechtigten (Unternehmer, wirtschaftlicher Interessent) stattfinden. Ein solches Verlangen lag mcht vor. Nach mehreren Verhandlungen ist nunmehr das Schöffengericht (Vorsitz Oberlandesaerichtsrat Dr. Wilhelm, StüatSaMvcckt Doktor Fi'ckets) mit einem Freispru-ch gegen den von Rechtsansvalt Dr. A. Sch werter vertretenen AngeNagten horgegangen, und zwar mit der Begründung! daß. den GeschäftSujaneen gemäß im Vertriebe die Reklame notwendig ist. daß böswillige Jrreführunas- und SchädlgüngSavsichten angesichts der Aenßernngen der Kunden über das Jenulinsalz als vorzügliches und wirkungsvolles Mittel nicht vorliegen und daß der hohe Preis aus den beträchtlicherk Auslagen, .Derpackilng, Povt; jktttto Reklamespesen sich ergibt. Ä.AprrlMS^_Seite 18 Lolkswitt. Wlrtschaftsgloffen. England» Willschastskis-. - Während in England die abnehmende Zahl der Arbeitslosen derr Eindruck erweckt, als ob die englische Wirtschaft die Krise allmählich zu überwinden -beginne, bereiten sich soziale Kämpfe vor, die den Kern der Wirt--' schüft zu treffen drohen. Seit 15 Jahren ist das Problem der Besoldung der Kohlenarbeiter und der Verstaatlichung der Kohlengruben auf der Tagesordnung. Jetzt ist es wieder aüfgerollt worden. Die englische Kohlenindustrie, welche bisher die Stärke und das Rückgrat der englischen Wirtschaft aus-machte, befindet sich in einer schweren Krise. Vor einigen Monaten drohten bereits die sozialen Kämpfe in der Bergbauindustrie einen akuten Charakter anzunehmen. Die Regierung sprang bei und half durch ihre Unterstützung den Konflikt zu beseitigen. Er ist jetzt neuerlich ausgebrochen. Die Arbeiter verlangen, daß ihnen ihre Lohn- und Arbeitszeitverhältnisse gewahrt bleiben. Hingegen stehen die Unternehmer auf dem Standpüntt, daß die Krise des Kohlenbergbaues nur behoben werden könne, wenn die Arbeitszeit verlängert werden würde und wenn die Lohnverhältnisse den LebensvevMtnissen in den einzelnen Bergbaurevieren angepaßt werden würden. Es wird sogar von einer Kommission, die unter dem Vorsitz des früheren Gouverneurs von Palästina, S ir.H e r b e rt S a m u el, die Verhältnisse im englischen Bergbau einer gründlichen Erörterung unterzog, der Vorschlag gemacht, die Herabsetzung dieser Löhne um zehn Prozent vorzunehmen. Selbstverständlich wehren sich die Betgarbeiter gegen diese Zugeständnisse. Sie fordern die Losung des ganzen Problems durch die Verstaatlichung des Bergbaues. Die englische Regierung kann sich momentan mit einer solchen Verstaatlichung nicht einverstanden erklären. Es fehlen ihr einerseits die finanziellen Mittel, um eine solche vorzunehmen, andererseits schreckt sie vor solchen Sozialisierungsmaßnahmen zurück, weil -sie dann ' auch das gesamte englische L a n d p r o b l e m einer Regulierung und Neuordnung unterziehen müßte. Die Situation ist unter diesen Umställden äußerst schwierig. Es wäre vielleicht dies nicht der Fall gewesen, wenn die Geschäftslage im englischen Kohlenbergbau eine etwas günstigere sein würde. Seit Jahren wird über die ungünstige Lage des englischen Bergbaus geklagt. Die Kohlenhalden nehmen immer mehr an Umfang zu. Der Absatz ist relativ gering. Die,. Ursache liegt einerseits darin, daß M Kontinent/' welcher in erster Reihe als Abnehmer der englischen Kohle in Betracht kam, durch die Elektrifizierungsarbeiten immer weniger Kohlen benötigt. Die Reparationsleistungen Deutschlands an Kohlen, welche zu billigen Preisen an Frankreich abgegeben werden müssen, drücken ebenfalls das Preisniveau. Die moderne Technik und''die völlig nnökonomischen Friedensverträge sind also die Ursachen der völligen Deroute aus. den: Kohlenweltmarkte. In erster Reihe leidet England darunter. Die Rentabilität seiner Kohlengruben ist stark gemindert. Die Besitzer dieser sind nicht imstande, ihre Betriebe rentabel weiterzuführen. Die Folge davon sind fortwährende Betriebsrestriktionen und das Bestreben, durch Verminderung der Produktionskosten eine gewisse Rentabilität zu erlangen. Die Herabsetzung der Löhne und Verlängerung der Arbeitszeit soll dies ermöglichen. Die Arbeiter, die seit Jahrzehnten gewerkschaftlich organisiert sind, wollen aber ihre Errungenschaften in dieser Hinsicht nicht preisgeben. Die Folge davon ist eine drohende Verschärfung des sozialen Konfliktes, der die englische Wirtschaft schwer treffen könnte. Exportförderung auf Kosten des östevretchifchen Handels. ' Das Finanzministerium hat die Warenumsatzsteuer einer ganzen Reihe von Artikeln im Wege der Panschalerhöhung nach oben reguliert. Es sind an 250 Artikel, welche. von dieser Erhöhung betroffen werden. Dadurch soll einerseits der Export irlsoferne gefördert werden, als bei den Exportprodukten die gesamten Steuern abgeschrieben werden sollen urrd der dadurch entstandene Entfall durch die Pauschalerhöhung wettgemacht werden soll, andererseits ist dies auch ein Eitel, um eventuell mit Ermäßigungen auf anderen Steuergebieten vorzugehen. Der Steuerdruck Oesterreichs ist ein viel zu großer. Dies ist bereits mehr als einmal betont worden. Es wurde auch von denc jetzigen Finanzminister K oll mann erwartet, daß er Ermäßigungen vornehmen werde. Daran ist aber nicht gedacht worden, daß dies durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer geschehen soll. Schließlich bedeutet dies nicht eine Ermäßigung, sondern nur eine Abwälzung der Steuern. Damit ist der Wirtschaft ganz und gar nicht geholfen. Am schwersten wird aber durch eine solche Erhöhung der'Warenumsatzsteuer der Handel betroffen. Teurere Preise vermindern den Konsum. Auf der Linen' Seite soll der Außenhandel gefördert werden, auf'der andern Seite aber wird der Jnnenkonsum gedrosselt. Dies nennt sich österreichische Wirtschaftspolitik. Daß gerade ein kaufmännischer Finanzminister eine solche Finanzpolitik anwendet, zeigt nur davon, daß mancher Kaufmann, wenn' er zum FinanKminister ernannt worden ist, von dem Gedanken der Finanzbureautratie so sehr unnlebelt wird, daß er an die Ziele deS Kaufmannganz vergißt. EifenbahnanLcihe und EisenbahnveVwnlbun«. Oesterreich will wieder in Gens eine Anleihe beschließen lassen. Daß eine solche in absehbarer Zeit auf-