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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-11 · Heft 2562 (11.4.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2562 (11.4.1926)
Date
1926-04-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Leite I Wien, Sonntag Wieder eröffnet! Hotel National Wien, ü. Tabonfrasse 18 Telephon 4Z-5-93 Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer mit messendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentralheizung, Lift Kaffeehaus und Restaurant im Hause) MSsstge Preise! Nene Leitung! Tagesbericht. Frühlingsgelahren für die Gesund, heit. Die ersten warmen und sonnigen Tage verleiten viele, W Sommerkleider hervvrzuhole-n und vor die Tore der Stadt -u ziehen, um sich an den hervorbrechenden Knospen und der erwachenden Natur zu erfreuen. Recht so, aber man dars nicht Lauben, es sei schon Sommer, wenn auch die Sonne uns und den Erdboden schon kräftig erwärmt. Gerade in der Zeit des Ueberganges ist Vorsicht doppelt und dreifach geboten, wenn Man einen leichten Schnupfen, wenn nicht gar Schlimmeres, abwenden will. Wer am warmen Mittag froh seine Wohnung verläßt, bedenke, daß der Abend Whl und windig ist. Lieber nehme man noch einmal den lästigen Mantel, als einen allzu leichten Umhang mit. . Eine schlimmere Unsitte als die zu leichte Kleidung in den ersten warmen Tagen ist das Hinjetzen im Freien. Wer sich |m diesen Tagen auf eine Wiese legt oder ins Laub des Wald« bbdens setzt, ist mehr als leichtsinnig. Betritt man, aus dem Freien kommend, einen erwärmten Raum, so lege man schleunigst alle Ueberkleidung, auch die leichteste, ab! Zu keiner Jahreszeit verdienen diese allgemeinen und bekannten Gesuttdheitsrvgeln so sehr beachtet zu werden wie jetzt. Wie die Natur sich Zeit läßt, wie erst allmählich die Sonne Tag um Tag hoher steigt, jo mögen auch wir, sei unsere Sehnsucht nach dem Sommer auch noch so stark, ihm nicht stürmisch 'entgegeneilen. Es ist besser, wir warten noch geduldig einige Veit, ehe wir die leichtesten Kleider anlegen und unS ins Gras setzen, als daß wir uns den Frühling durch eine Erkältung versauern. Denn diese leichten Schnupfen und Husten, welche diese 'Jahreszeit ohnedies schon übergenug mit sich bringt, sind oft Hartnäckiger als es scheint. Durch eine kleine leichtsinnige Stunde beschwören wir sie herauf und müssen uns dann wochenlang mit ihnen herumschlagen. Sophie Srünfeld. Frau Anitta Müller-Cohen schreibt "uns: Vor wenigen Tagen hat Frau Sophie Grünfeld ihren siebzigsten Geburtstag gefeiert. Das offizielle Wien hat dieses Fest zum Anlaß genommen, um die Jubilarin zu ehren; die Frauc< die ihre Helferinnen bei ihrer Arbeit gewesen sind, sagten ihr, wie sehr sie sie schätzen, wie viel Ansporn und Anregung sie ihnen stets gegeben hat. Und vielleicht dachte auch das nichtoffizielle Wien, dachte auch einer oder der andere aus dem großen Kreise ihrer Schützlinge mit Dankbarkeit dieser Frau, Am Problem „Heinrich Heine". Anläßlich ebnes Berliner Heine-Abends Ludwig Hardts. Von Werner Bab. 1. Im Plindworth-Scharwenka-Saal in Berlin las Ludwig Hardt Gedichte von Heine. Ein Vortragsabend wie tausend andere, vor einem kleinen, fast zu kleinen Publikum, und es wäre darüber nichts zu berichten, wenn es nicht um Heine ginge. Und da ist mir etwas sehr Merkwürdiges zum ^Bewußtsein gekommen. Es gibt eine große Heine-Literatur. Juden und Nichtjuden, Freunde und Feinde des Dichters haben sich zu dem, Heine-Problem geäußert; hier erscheint ein neues Buch über ihn, dort eine Broschüre, eine Zeitung veröffentlicht einen Essai oder ein Professor bringt einen neuen Heine-Brief zur allgemeinen Kenntnis. Es ist auch diel Kluges und Geistreiches in dieser Literatur gesagt worden, aber es fehlt völlig ein Standardwerk. Niemand hat bisher ein abgerundetes Bild des Mannes und seines Werkes gegeben. Denken wir zum Vergleich an die Goethe-Literatur, die unübersehbar ist, so ragt aus der Fülle der Publikationen eine Reihe von grundlegenden Werken hervor:. Bielschowsky, Lewes, Richard M. Myer, Gundolf. klassische Schriften über einen Klassiker. Nun, man zählt Heine auch nicht zu den Klassikern. Er gilt als einer ber Neueren, Jüngeren, es fehlt die Distanz zu chm. Aber, und das erscheint als das Eigentümlich?, nicht nur zeitlich, auch künstlerisch ist die Distanziertheit nicht so groß, nicht zu dergleichen mit der eines Goethe, des Unerreichbaren. Heine ist nicht unerreichbar: jeder Jüngling, jedes Mädchen versucht sich in Gedichten in der Art Heines. Nicht, daß diese Gedichte dann Meisterwerke würden; das können sie nicht werden, weil es die Originale auch nicht sind; denn ein Meisterwerk kann »icht nachgeahmt werden. Wer sollte je versuchen, Goethe zu kopieren? Es ist etwas Populäres in dieser Kunst Heines, etwas Marktgängiges: die Lyrik ist nicht tief, die Stimmung nicht echt, die Satire nicht beißend (wie anders Börne!); viel geht auf Gefälligkeit, und dieser Spötter wird nie tief verletzend. Er besitzt nicht den großen Haß und nicht die große Liebe. Er tinn die Lorelei dichten, indem er dem deutschen VM Äü tzüMmeiMt, M deg Juden gA er m Wiener Morgenzeltung 1t. April 1926 «r. E6Ü ' die wie als eine Pionierin sozialer Arbeit ansprechen dürfen. Cs war gewiß nicht leicht, vor dreißig, fünfunddreißig Jahren Gedanken wie jenen einer Ferienkolonie oder eines Kindcrerholungsheimes Leben, Fornt mtfo Popularität zu geben. Es gehörte dazu die ganze Energie, die in Sophie Grünseld liegt, die ganze befeuernde Ueberzcngung, das Gute und Notwendige gefunden zu haben, die ganze Pflichtbeseckthvit eines gütigen, warmen, dem Leid des Nächsten zugewendeten Frauenherzens. Es ist recht und billig, daß das offizielle und nichtoffizielle Wien, die Vertreter der Judenschaft, die Schützlinge und die Mitarbeiterinnen dieser edlen jüdischen Frau an ihrem Ehrentage mit Dankbarkeit gedenken. Es ist aber auch eine selbstverständliche Pflicht, daß wir, die wir einer späteren Generation angehören, ihr heute unseren Dank und unsere Verehrung aussprechen. Und den Wunsch, sie noch lange Jahre < chrer Arbeit gewidmet zu sehen. Gute Werke, heißt es, erhalten die Herzen jung. Im Falle Sophie GvünfeldS hat sich dieser Spruch bewährt: Mit jungem Herzen hat sie die Schwelle des siebenten Lebensjahrzehntes überschritten. durch ör. Hoffbauaro Entfettungs -Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung, angenehmem Oe» schmack, vofiständig unschädlich, stellen eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Diatzwang oder Aenderung der Lebensweise. Prompte Gewichtsabnahme. Vom Voiksgesundheftsamt bewilligt Nr. 911 Köln Abführmittel Kolno SchllddrUse Depot! Apotheke ^Zum Römlsohen Kaiaer\Wien, I., Wollzelle 13 Heute biettt sich die Riesenstadt dem Reisenden in einem sinnverwirrenden Anblick. Er erblickt sie zum ersten Male vom Deck «ines Ozeandampfers und ist eigentümlich berührt vom Anblick dieser in steiler, ja schwindelnder Höhe emporstrebewden Wolkenkratzer mit 20 und 26, ja 80 Stockwerken, die sich von der Straße wie viereckige Türme erheben. Die Straßen sind tiefe Brunnen, in denen man, vom Fkngzsug aus gesehen, ein Gewimmel von hastig sich drängenden Menschen erblickt. 300 gahre Neiv-Vork. New-Aork kann dieses Jahr das Jubiläum seines dreihu.^evt-jährrgen Bestchens feiern. Im Jahre 1626 waren an der Stelle der Riesenstadt, die so lange mit London um die. Wette lief, bloß einige armselige Hütten der ersten holländischen Ansiedler zu finden. 1606 waren sie nach dem Gebiet der heutigen Bereinigten Staaten gekommen. In diesem Jahre halte der englffche Seefahrer Hudson, damals im Dienste der Holländischen Ostindischen Gesellschaft, den Auftrag, nach einer nordwesüichen Durchfahrt zu suchen und fand dabei den nach ihm benannten Strom. Mit Scharfblick erkannten die Holländer die Wichtigkeit dieser Natuvstraße für den PelOandel und bauten an der Stelle, wo heute Albany steht, das Fort Oranje. Zur Hauptniederlassung entwickelte sich die Münduygsstadt am Hudson, Neuamsterdam, das heutige N e w - V o r k. Emen lebhaften Aufschwung nahm diese Kolonie seit der Gründung der Holländischen Westindischen Gesellschaft, der auch Neuamsterdam zugeteilt wurde. Sie öffnete bk StM sicheren Zuwanderern, so daß ein englischer Geschichtsschreiber für das Jahr 1643 bereits 18 Nationalttäten aufzuzählen weiß. An der Delawarebai ließ Gustav Adolf, der SHwedenkönig, die Kolonie Neu-Schweden anlegen und bevölkerte sie mit schwedischen und finnischen Bauern. Heute erhebt sich an der Stelle des ehemaligen Forts Amsterdam ein riesiges Gebäude im Renaissancestil: Alles was in New-Aork an die Vergangenheit erinnern könnte, ist gänzlich verschwunden. Die Stadt läuft der- Zukunft selbst den Rang ab, eilt ihr gewissermaßen immer eine halbe Pferdelänge voraus. Beir- 'Uebergang des 18. ins 19. Jahrhundert hatte die Stadt ihr äußeres Ansehen nicht beträchtlich geändert. Aus den Dächern 'der Wohn- und Kaufhäuser streben die Kirchtürme empor. Die Broad-Street sicht aus wie irgend eine Straße in einer englischen oder holländischen Stadt; die Häuser halten sich an eine Vernünftige Höhe. Der eigentliche Aufschwung New-Aorks beginnt mtt dem Jahre 1840. Von dieser Zeit fangen die Amerikaner cm, indie Höhe zu bauen. Alle alte Archttektur ist plötzlich wie ausgelöscht. Der alte Stadtteil dagegen dürfte immer ein abstruses Bild zeigen, angesichts seines unregelmäßigen Planes. der Prinzessin Sabbat ein Geschenk, das ihnen an die Seele greift. In der Harzreise wird er zum Schöpfer des modernen Feuilletons und im „Rabbi von Bacharach" beschwört er das Mittelalter herauf. Er kann alles, well er über allem steht; nichts ist ihm heilig, und findet er einmal echte, ergreifende Töne, so schämt er sich vor sich selbst, vernichtet sich die Stimmung durch ein ausgeklügeltes Wort, oft durch einen mutwilligen Reim. . 2- Das alles ist nichts Neues, es ist schon oft gesagt worden'. Aber warum wird es uns immer wieder zum Problem? Heine muß begriffen werden in seinem Expansionsdrauge, alles in ihm widerstrebt der Konzentration. Er strebt hinaus aus dem Judentum, er strebt hinaus aus dem Deutschtum; er wird heimatlos: Paris, di? Metropole der Welt, kann ihm die Heimat nicht ersetzen. Ter Weltbürger ist überall zu Hause und nirgends: mein Geist fühlt sich in Frankreich exiliert, sagt er selbst. Aber kaum hat er diese Kenntnis erlangt, so weist er ft? mit lächelnder Geste fort: gut, so werde ich mit Frankreich in wilder Eh» leben. Das tiefe Leid, das die Seele fördert, ist ihm fremd. Mit dem berühmten Entreebillet ist er aus einer Sphäre, die er verlassen wollte, in eine andere eingetreten, die chn verlassen machte. Ihm mangelt jede Harmonie, und i>a er die Heiterkeit Nicht kennt, macht er sich über alles lustig. Pietätlosigkeit befreit ihn von sich selbst, aber da auch sie nicht echt ist, bedeutet es für ihn keine währe Befreiung. Das Problem des Exils ist 'das Problem des Juden, das Pryblem des geistigen Exils das des modernen Jltden. Und weil wir diese Problematik in uns immer neu empfinden, deshalb ist Heine von den Juden stets für sich reklamiert worden. Alles, was gegen ihn spricht, gegen chn als Mensch, als Juden, als Dichter, spricht für ihn als einen, der die Tragik feines Volkes (die Krankheit des Judentums) in sich so stark empfunden hat, daß n sie zum künstlerischen Ausdruck bringen konnte wie kein anderer. Heine ist ein .Künstler ohne Basis. Aber gerade das ist nichts spezifisch Jüdisches, Heine ist ein Sohn, feiner Zeit. Wie gm; anders geartet ist di? echte Literatur der Juden: wie tief und wahr die Lyrik der Psalmen, die Lyrik Jchudas den Halovr, der „nur dem Gott Red? sicht, nicht dem Volke", wie Keine wehnmtig feststellen muß. Wie ganz anders die 24.000 tzrdbeben Im Zahle. Statistischen Angaben zufolge werden im Jahre durchs scyirittlich nicht weniger als 24.000 Erdbeben aufgezeichnet, wovon auf jeden Tag 66 fallen. Die meisten hingegen werden nur durch den Seismograph gemeldet, die größten finden ihrer Mehrzahl nach ttn Meere oder in unbewohnten und unbekannten Gegenden statt. Die Schadensziffern bei Erdbeben haben sich außerordentlich erhöht. Beim Erdbeben in Neapel vom Jahre 1857 kamen 12.000 Menschen ums Löben, 1908 m Messina 180.000 und 1926 in Tokio 400.000. Ebenso hat sich der angerichtete Sachschaden stark erhöht, indem er 1902 bei dem Erdbeben von Martinique noch 40 Millionen, beim letzten japanischen Erdbeben aber bereits Wer 4 Milliarden Dollar betrug. Furcht vor den Somienftrahlen. Margaret R a m s e y, ein siebzigjähriges Fräulein, wurde >.n der Polizei in ihrer Wohnung in Liverpool hg ausgefunden. Sie war augenscheinlich bei dem Anzünden des Herdfeuers zusammengebrochen. Das Gas brannte, die Jalousien waren herabgelassen und eine dicke Schicht Staub bedeckte alle Gegenstände. Die ärztliche Untersuchung zeigte, daß der Tob tvahrscheinlich schon vor.einem Monat infolge einer doppelten Lungenentzündung eingeireten sei. Ein Nesse der Toten sagte aus, daß seine.Tante feit geraumer Zeit allein gelebt habe, und daß sie von einer seltsamen Furcht vor Sonnenstrahlen, die sie ,S ödes strahlen" nannte, besessen gewesen sei. Die habe deshalb alles Mögliche versucht, um die Sonne aus ihrem Haufe fernzuhal-ten. Wenn sie Mn' Beispiel bei ihrer Schwester in London zum Besuch wellte, heftete sie braunes Papier über die Fenster. Einer der Lieferanten des verstorbenen Fräuleins bezeugte, daß das Fräulein ihn gewarnt habe vor dem Stehen und dom Verweilen da, wo die „Todesstrahlen" scheinen. Sie habe ihm auch erzählt, daß sie ihre Mahlzeiten stets unter der Treppe einnehme, wo es völlig dunkel sei. Da nur fühlte sie sich sicher vor den Todesstrahlen. Die Vorstellung, daß Sonnenstrahlen nicht nur lobenspendend, sondern auch todbringend wirken können, hat im Mythus vieler Völker ihren Ausdruck gefunden. i ursprüngliche Epik der Bibel; wie ganz anders selbst die seine Ironie und beißende Satire an einzelnen Stellen des Talmuds. Hier spricht das wahre Judentum zu uns. Aber Heine? Er steht vor einem Spiegel und freut sich über seine Eleganz; der Spiegel verdeckt ihm die Qual seiner Seele, die glitzernd? Fläche schmeichelt ihm das Bild vor, das er von sich 'halben will, an >das er aber selbst nicht glaubt. 3. Uns stellt sich das Problem Heines heute nach einer ganz neuen Richtung dar. Ein genialer Fortsetzer von Heines künstlerischen Formen war Theodor Hevzl. In ihm finden wir alle jene Nuancen der Geistesverfassung und Seelenstimmung -wieder, wie wir sie auch in uns. in jedem modernen Inden wiedevfinden. Aber Herzl hat den großen Schritt getan, zü dem Heine den Weg nicht finden konnte. Er fühlte, daß der innere Zwiespalt nach einer ehrlichen Lösung drängt; und wurde so der Mann der Tat. Für Herzl wurde sein literarisches Schaffen etwas Könnerisches, «der große Künstler wurde er erst durch das Werk an seinem Volke. Dieses Werk hat ihn ganz zu sich zurückfinden lassen. Mit H:rzl fängt die jüdische Secks wieder an» ganz groß, ganz echt, ganz tief und wahrhaft zu werden. Wir sind die Nachkommen Herzls, nicht Heines; oder wollen es doch sein. Alles das wurde aufdringlich klar, als Ludwig Hardt Heine rezitierte: ein jüdischer Rezitator, ein jüdischer Dichter, ein jüdisches Publikum. Jeder Kontakt fchltv. Ja, Herr Hardt unterstrich dieses mangelnde Fluidum noch, als er mit schmunzcknder Miene, die jede Wirkung zerschlagen mußte, zur Einleitungder „Prinzessin Sabb.it" EÄäutemngen gab, die etwa Unkundige einführen sollten: den Juden sei es ant Sabbat verboten, zu arbeiten, und so weiter; also, mit einem Worte, Neuigkeiten erzählte. Man muß diesen Heine nicht noch unterstreichen, das ist unerträglich; die leichte, gefällige, schlichte Form der Gedichte duldet nicht gewisse Handbewegnngen, duldet nicht das spielerische Getändel mit zwei langstieligen Rosen. Man konnte nicht tief, ergriffen sein, nicht einmal die Schönheiten, dir Heines mchestreithares Verdienst sind, formte man Mitempfinden. Aber es mag schwierig, unmöglich seilt, ein guter Interpret dieses Dichters zu sein. Wir leben in einer neuen Epoche, die uns Juden mit jedem Tage weiter fortführt von Heine -und feiner Zeit.

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