Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2560 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981647--26132-3013854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
, Nr. 2560 Men, Freitag Wiener MorgLnzertttitS s. April 1936 Seite 7 * Dr. Hermann Guggenheim gestorben. Der Mipräfident der Jfvaelitffchen Kultusyemeitide Zn r ich mid des schweizerffche»: ffvaslitffchen Gvme-rndebuiÄ>e8> Dr. Hermann Gu-ggenh e i m. ist nach längerem: Leiden veffchieiden. Der Verstorbene gehörte zu den angeischeifften Ddffchen Perisünlichkeilen der Schweig. Er war der älteste Mische Anwalt in Zürich. Cr gehrte u. a. auch der Leitung des Keren Hajessold in der Schweig an. * Baron Edmond de Rothschild — Ehrenpräsident einer Bereinigung fiir Renaffsance in Pmüstina. Unter dem Namen „Tchffach haare>z" hat sich in Paris eine Bereinigung französischer Juden gebildet, die sich die Arbeit für die Renaissance Palästinas Mm Ziele gesetzt ha:. Ein Ausruf dieser Gesellschaft wurde in den Pessachtagen rn allen Synagogen Frankreichs verlesen. Zu Ehren« prafchenten wunden Baron Edmond de Rothschild und Großrabibrner Israel Levi, z-.i BizepräsideNten Edmond Fl eg und Gcffton Wormser gÄvählt. * Das Leichenbegängnis Dr. Franz Kleins. Gestern nachmittags imtrbc der vormalige JustiMinister und Schöpfer der österreichischen Zivilprozeßordnung Dr. Franz Klein mit großen Ehren zu Grabe getragen. Bundesprästdent Dr. Hainisch war mrt dem Bundeskanzler Dr. Ramek unv vielen Würdenträgern, zahlreichen Vertretern gemeinnütziger Körperschaften auf den Zentralfriedhof aekonrmen, um Dr. Franz Klein die letzte Ehre zu evlversen. Bor der Kirche auf dem Zentralfriedhos stand ein nach Hunderten zählendes Spalier. Die einzige Schwester Dr. Kleins, Frau Hella Gold mann, und der beste Freund Dr. Kleins, Senatspräsident Dr. Fr redländer und Gemahlin, nähmen die Teilnahmskundgebungen des Bundespräsidenten Dr. Hainisch, der der Trauerfeier bis zum Schlüsse beiwohnte, und der übrigen Trauergäste entgegen. * Rätselhaftes Verschwinden. Seit Dienstag wird >der 19jährige Tapezierergehilfe Leopold Gradinger aus seiner Wohnung, Simmeringer Hauptstraße 99, unter rätselhaften Umständen vermißt. Er ging mittags von der Arbeit weg und kam nicht mchr wieder ins Geschält. Gradinger war in der Nachkriegszeit in Schweden und Norwegen und hatte nach dresen Landern große Sehnsucht. * Tine Brandkatastrophe am Attersee. Gestern nachts brannten in Steinhos bei Soewalchen 21 Gehöfte vis auf die Grundmauern nieder. Den Flammen fielen mehrere Rrnder, sowie der größte Teil der Hcwselrgkeiten uno Einrichtungsgegenstände der betroffenen Bevötterung zum Opfer. Menschenleben sind,, soweit bis jetzt begannt ist, nich: zu beklagen. Das Feuer scheint gelegt worden zu sein. Der mutmaßliche Brandleger, ein herumziehender Korbflechter aus dem Bezirk Grieskirchen, wurde von der Gendarmerie verhafte 4 und dom Glicht überstellt. Der Schaden wird aus eine Million Schilling geschätzt. * Morddrohungen gegen den Dienstgeber. Mittwoch abends verständigte der Chefredakteur des „Wiener Sakon- ^?tts^, Max Bit tn er-Wald müller, das Stadtkornnuffarrat, daß sein Privatdiener, der 21jährige Franz Kral, der bei ihm auch wohnt, ihn erschießen wolle. Um dreiviertel 1 Uhr nachts wurde der Bursche auf der Straße vor dem Hause ergriffen und entwaffnet. Er gab an, erwartet zu haben, daß fern Dienstgeber ihm Geld an einen Schwager schicken werde. Als dies nicht geschah, habe er dem Schwager erklärt, werde Bittner erschießen. Diese Absicht habe er dann aber fallen gelassen. Kral hat seinen Arbeitsgeber wiederholt bestohlen. * Ein Jude von polnischen Suliganen erschossen. Aus Warschau wird gemeldet: Der jüdische Zahntechniker Isaak Grunbaum wurde lvährend eines Spazierganges in Gesellzchaft von Kollegen von vorüberziehenden Raufbolden gruMos cm- Äejchossen. Da der herbeigerufer^ Polizist nur das Nationale der Tater äbgenommen hatte, konnten sie unbehelligt flüchten. Die Erregung unter den Warschauer Juden iit groß. * Gründungsfest des Klubs der Zeitungssetzer Wiens, das am. Ostersonntag m, Weigls Etablissement abg.'halten wur>e, rechtfertigte aufs neue die große Beliebtheit, deren sich die Felle der Wiener Zeitungssetzer erfreuen-. Mit wahrer Kunst trug Grell Wlott Lieder von Richard Strauß, Gustav Mahler und Wilhelm Kienzl vor; der reiche Beifall nötigte die Künstlerin zu Zu- Mbeu..Dr. Joses Bergauer mußte aus seinem reichen Schatz Mt-Wlener Lieder Draufgaben geben. Herr Forst mit Fräulein Mimi B e s e >l h (an: Klavier Komponist Dr. Max Wallne r) Mhrten Tanzduette aus der Operette „Die verbotene Frau" vor. Besonderes Lob gebührt dem humoristischen Quartett des Sängerchors (den Herren Mandl, Leister, Lastovska, Watzal), das sich zweimal mit größtem- Erfolg produzierte und' dem Dichter des „chinesischen" Volksliedes, Herrn R. Aßmann, sowie.dem Komponrsten Hlinka zu schöner Anerkennung verhaft. In lobenswerter Weise. absolvierte der, Klubsängerchor unter Professor Schooss Leitung sein vorzüglich a-wähltes Programm, desgleichen fanden die Musikvorträge her Konzertkapelle Schoos reichen Beifall. Ncrdioprogramm. Heute Freitag den 9. April. 16 Uhr 15 Min.: Nachmittagskonzert. Mltw'rkendr Konzertsängerin Estth van Aust. .Aus dem Opernreoertotre der Woche". - 18 Uhr 10 Min. r Wochenbericht für Sport und Fremdenverkehr, Oberbaurat Ina. Erwin Deinlein. — 18 Uhr 2b Min.: Orientierung am Sternenhimmel. Hl. Prof. Dr. Oswald Thomas. — 19 Uhr 10 Min., Englischer Sprachkurs fiir Vorgeschrittene. - 19 Uhr 80 Mtn.r Uebertragung der Oper „Rigoletto" von G. Verdi auS der Wiener Staatsoper. — 20 Uhr 15 Min.r Orchesterkonzert des Wiener SymvhonieorchesterS. N. W. Gabe - .Nachklänge von Ossian". Ouvertüre. L. v. Beethoven r Klavierkonzert. C-Mol}, iiiti Orchester. (Am Klavier: Dr. Rob. Friedmann.) A. Dvorak, „Slavtsche Rhapsodie" O-Vur. M. Klughardt r Konzertstück für Oboe, mit Orchester (Solo: Ernst Netsch, erster Soloobotst des Wiener Symphonieorchesters.) K. Goldmarkr .Vorspiel zum dritten Akt aus der Oper „Heimchen am Herd". I. Massenet r „SceneS pittoreSqueS", Orchester-Suitte. VortrSge, Vereine, Versammlungen. Fürsorgetagung. Die Oesterreichische Gesellschaft für BevolkerungspoUtik und Fürsorgewesen (Wien, 9. Bez., Micheloeuerngasse 8) veranstaltet am 15. Mai dieses Jahres ihre achte Fursorgetaguna im Saale der Gesellschaft der Aerzte, Wien, 9. Bez., Framgasse 8, mit dem Hauptgegenstande „Schulfür- und körperliche Erziehung", dem anfglwjeub an den Emleflungsvortraa des ObechadtPMus Doktor B o h m eine Reche der berufensten Fachmänner das Wort zu Ein- ^lberichten emresien werden. Außerdem wird der aeschästsführende stadtrat Prof. ..D, Tandler über aualitqtive Bevölrerungs- Politik und Fräulein Dan ko . Über tue Fortbildung der Fürlorgerin.sprechen, ebenfalls mit anschließender Wechselrede. Wie in den Vorfahren ist auf eine rege Beteiligung insbesondere der Aevzte und Fürsorgerinnen zu rechnen. _ Jugendverein Er«, Israel, Wien. 8. Brz.. Zirkusgasse 33. Z»r Kouiplettiemilg unterer unter Leitung des Herrn I. Herzberg stcheiwen Hebräischkurse lverden noch einige Teilnehmer aufgenomnu'll. Anmeldungen au Wochentagen. mit Ausnahme voui Samstag, von 8 bis 10 Uhr ädeuds, Sonntag von 10 bis 12 Uhr vor- Mttags, im KeMsWÄi, Knust. Bühne, Buch. Wochen, bevor die Habimah chren kontraktlichen Berlpflichungen tu Berlin und Prag nachkommi, am Wiener Carl-Theater siattfinden * Das gubMnm des Vnrgttieaters. Empfang beim Unterrichtsminister. — Di« Morgenfeier des Bnrgtheater», Die offiziellen Feierlichkeiten aus Anlaß des hundertfünszigjcchrigen Bestandes des Wiener Burgtheaters wurden durch einen Empfang eingeleiret, welcher Mittwoch den 7. d. um halb 10 Uhr abends in den Festraumen des Un terrichtsminister lum 8 statffand. Es waren "unter Führung des Direktors Herterich fast sämtliche Mitglieder des Burgtheaterensembles erschienen. Nur die Altmeisterin der Bühne, Frau Auguste Wildbrandt-Baubius, war. durch Unpäßlichkeit am Erscheinen verhindert. BunbeAminister Dr. Schneid e r und einitze führende Beamte des Ministeriums begrüßten die Gäste, welche sich in übräus großer Zahl eingefunben hatten. 'Zahlreiche Künstler der Wiener. Bühnen, die hervorragenden Schrifffteller Wiens und die Mitglieder des diplomatischen Korps und die Vertreter der Presse nahmen an dem Empfang teil. Um 10 Uhr erschien Bundespräsident Hainisch. Diejenigen Burgtheatermitglieder, welche aus Anlaß des Jubiläums mit AuSz-ichnungen bedacht wurden, tmgen bereits die Ehrenzeichen. ES wurden keine Reden gehalten. Die Gäste blieben in zjwanglöser Unterhaltung bis in die Morgenstunden beisammen. *■ Im Burgtheater selbst fand gestern aus Anlaß des Jubiläums um 11 Uhr vormittags eine Morgenfeier statt. Aus der festlich geschmückten Bühne waren sämtliche Mitglieder deS Burgthoaters versammelt. Die Feier wurde stimmungsvoll durch Beechovens „Die Weihe dxs Hauses" eingeleitet, vorgetragen von den.. Wiener Philha.rmoniker,n (Dirigent Franz Schalk). Direktor Franz Herterich hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er des Schöpfers des Burgcheaters und Kaiser Jdsefs des Zweiten gedachte und die prominenten, langjährigen Mitglieder, Auguste Wilbrandt-BaudiuS (die ,leider wegen Unwohlseins nicht hatte erscheinen können), das Ehrenmitglied Hugo Thimig sowie die Künstler Max Devrient und Georg Reimers, besonders ehrte. Dann hielt Max Devrient die von Hermann Bahr verfaßte Festrede. Hermann Bahrs Konzept ist ein Meisterstück. Die Bedeutung des Bnvgtheaters als einer österreichischen Kulturschöpfung und der Wert.österreichischer Knltnr fiir das Abendland ist in dieser anmutig-humorvollen Ansprache ausgezeichnet charakterisiert: Ein Meisterstück war auch der . Vortrag Max DevrieNts. Der Künstler, der-.als Festredner sich selbst überiraf, wurde stürmisch gefeiert. Nach dieser Rede erschien im Hintergrund der Bühne das alte Burgtheater im Lichtbild. .Das Publikum begrüßte das alte, teure Gckäude mit minutenlangem Beifall. Den Abschluß der einfach-vornehmen Feier bildete die Auffi'chrnngvon. Mendelssohns „Meeresstille und -glückliche Fahrt".- 'durch die Wiener Philharmoniker- und den Staatsopernchor unter Leitung Karl Luzes. „Re geht zum Film." Renaissaneebühne. Endlich einmal ein luistiger, thvatevfester Schwank mit .galten, lebendigen Gestalten. Die beiden Autoren A ch a u an* und Armorh verstehen geschickt mit Pikanterien zu balancieren; da sie aber auch fest im Leben drinstchen und Menschen, geistalten können, erhalten ihre Witze die Folie und den Hintergrund psychologischer Tiefe und das Niveau fft geschmackvoll gerettet. Geschmackvoll: denn es gibt auch eine bigotte, widerliche Verbrämung von Obszönitäten, die sich für hohe Wissen-. schaff odcr Moral-ausgibt; - diese französische hier ist Dichte. , beschiyitzgt' Und wurzelt im wahrhaft Künstlevflchen:' M.'.-pep--. Persiflage." Cyprienne, die süße Büvgersfrau, will zum Film, lvas allerlei Komplikationen, Dessonsmöglichkeiten und Aufregungen ' mit sich bringt. Ihr Mann, dessen Ehre in der Tuchbranche ans dem Spiele stcht, ist ganz aus dem Häuschen, Tante Natalie wütet, weil sie zu lange „mochte" und nicht konnte, ein spanischer Kolonienkommandeur hat Lie-bswalliuugen, eine Filmagentur ist da, die eigentlich nur aus Mädchenfang auSgcht, alte Gcheimliebschaften stoßen aueinauder und Enthüllungen werden gemacht — kurz, das alles ist nicht für Cyprienne, di« doch in Wirklichkeit brav und gut ist mD schließlich zum.liebenden Gatten zuvückkehrt. Der Ausskrg ins Romantische über die Hügel des Lächerlichen ... Enren herrlichelt Une-rust, eine -wuchtige Ironie bringt Jarnos -Spielleitung auf die Szene: Eine Freude, so über den: ganzen Cnseinble eine sinnverleihende, leitende Hand zu ffihlen. Sie schreibt ihre erklärellden Zeichen gleichsam zwischen die Zeilen der Akteure. Und die liefen zu einer besonderen FvM auf. Allen voran Else Schilling, die prächtige Tante Natalie. Wie sie geht und spricht urrd sitzt: eine glänzende Karikatur der devoten, lüsternen, bigotten Altjuugfernschast. (Karikatur heißt hier: Typisierung mit Ueberbetonung deS Eigentlichen und Weglassen des Ueberflüffigen.) Ausgezeichnet Mihail Santo als liebeswahnsinnigex Kolonialspanier. Stella - Sorma, die Cyprienne, besser im Bürgerlichen als im Romantischen. Sehr gut Hugo Riedl, Alfred Mahr, Felix Stärk, Rolf. Reinhardt, Emmy Wendi und Marion Lessing, die sogar einmal da8 Glück hat, in „nackttänzerischer" Kleidung zu erscheille;i. Ein Schlvankerfolg, der m jeder Beziehung berechtigt ist. Leopold T h a l e r. die Moskauer Habimah kommt «ach Me«. (Ein Gastspiel im Carl.Theater.) Wie wir erfahren, steht ein Gastspiel des berühmten hebräischen Theaters „H a h i m a h" m Wen bevor. Frau Direktor E i b e n s ch ü y bemüht sich, das Ensemble, lvelches gegenwärtig mit außerordentlichem , künstlerischen Erfolg in Lodz gastier:, an das Carl-Theater nach Wien zu bringen. Die BerhandöchW m kW ZWW» Dsz dürfte W MM Die Nachricht, daß die hebräische Bühne Habimah mich nach Wien kommt, wirb nicht mrr in jüdischen Kreisen dem größtei- Jnteresse begegnen. Wiederholt kamen Zuschriften aus dem Publikum an uns, in welchem das Bedauern darüber ausgesprochen wurde, daß e8 noch nicht gelungen fei, die Habimch zu veranlassen, Wien in ihre große europäische Tournee einz»cheziehen. Ueberall, wo die Habimah spielt, nehmen auch die nichtjüdischen Kunstkreisi an den hervorragenden eigenartigen Aufführungen dieser Bühne, über welche Maxim Gorki einen enchusiastischen Essai geschrieben hat, großen Anteil. In der Kunststadt Wien, welche den Aufführungen -der „Wilnaer" soovie des amerikanisch-jüdischen Kunsttheaters so lebhaftes Interesse entgegenbrachte, sind die Theaterabende der Häbimah sehr starker Beteiliyung des Publikums sicher. Ueberflüssig ist es, hervorzuhdben, daß alle jüdischen Kreise Wiens bi^es Dhea^r der hebräischen Renaissance mit Spannung erwarten. Re«e Musik. M:r ein so reicher Künstler wie Franz Schmid: vermag heute noch, unbekümmert um Experimente, an der klassischen Tradition sestzuhalten, ohne epigonal oder langiveilig zu werdm. Dein A-Dur-Streichquartett, welches Wiener Singseligkeit mit Klängen aus Schmidts ungarischer Heimat verbindet, setzt die Schulbert-Brahmssche Richtung fovt urck ist in seinem melodischen Reichtum und in seiner thematischen Klarheit der krastvolle Ausdruck eines durchaus gesunden Tondichters. Gleich Schmidts neuem Werke wurde auch Karl Weigls C-Moll-Streichqnartett von dem stets ans Novitäten bedachten vortrsWichon Sedlak-Wi nlkler-Quartett zur Erstaufführung gebracht. Auch' Weigl verdichtet die ganze Innigkeit seiner Empfiuldung im Magio, welches seiner muslvalffchen Kultur ein ehrenvolles Zsu-gnis -ausiftellt. Weniger gbauibhaft wirkt das Bacchantische des dritten Satzes, -evgvsffend der Abgefanig des 'Finale. Während durch Schmidts-Quartett Helles. A-Dur-Licht flutet, ist Weigls Quartett in dunkles C-Moll gebucht. Ueber dem Schaffen dieses einsamen Komponisten lüstet stets ein Schatten, ein düsteres, verkrampftes Etwas,'das keine restlose Freude an seiner starken Begabung anftoanmen läßt. . Ein musikalisches Wahrzeichen des Maschinenzeitalters fft das unter Leitung LeopoK-.Reichw eins erstausgeführte - Orchestevstück „Pacffic 251" von Artur Hon egg er. Mit großartiger Bravour schiLdevt der moderne Tonmaler das Atemschöpfen der Malschine, die ÄnstrmWng beim Anziehm und das stetige.Anwachsen her Geschwindigkeit bis zu 120 Kilometer, mit - der die - Lokomotive krÄschend, pustend, schnauibend, und pfeifend in. dix hynkle Nacht hmauHaust. — Am Anfänge der MaschinennrnsiE stand das^ Feuerwerk, welches Strawinsky in feinem-- „Feu-d'artffice". albbrannte, dann Kim Honegger nnd ließ seine - Lokomotive los, dann BohuNaw Martinu, der in seinen:- Orchesterrondo „Ha'lftime" die Erregung der aus dem Sportplätze in der Panse des Fußballspieles lärmenden Menge in drastffchen Tonftrrben malt. Aus der ganzen Linie ein Pyrrhus-Sieg genialer, -unbeseelter Technik über den natürlichen Ausdruck seelischer Empfindung! flb. Aus de« Aeatem. B u'r'tz"tch e ä t e r. ■ Morgen, 7 Uhr abends, „M a eb' e t h" (Abonnement zwette Gruppe). A k a-.o.e m >.e t o e a r e r. Morgen, ^8 Uhr abends, t s G l a S W as s e'r". O p e r n r y e a t e r. Morgen, 7 Uhr. abends, „D i e Hngenötten". Redout ensaal. Morgen, lh& Uhr abends. „F i g a r o 8 H o chz e i t". Deutsches BoltStheater. Als Nachmittagsvorstellungen (*/,4 Uhr) gehen Samstag Rudolf Hawels Volksstück ^Mutter Sorge", neu einstudiert, und Sonntag „W a S i h r w o l l t" mit Alexander M o i s s i in Szene Ratmund-Thearer. Heute gelangt das Lustspiel ,S)et fröhliche Weinberg" zur 25. Aufführung. SamStag und Sonntag nachmittags „D e r O st e r hä s e". - Mizzi Günther wird ab Dienstag den 13. d. die Titelrolle in -der Operette ,^Die Deresina"- von Oskar Straus singen. Die Künstlerin hat mit großem Evfolg in Zürich die Teresina mehr als sechziMal dargestellt. Freie jüdische Volksbühne. Als Vorstellung des Vereins Freie Mische Volksbühne gelangt Montag den 12. d. im Theater- Hal deS Cafe Astoria die Komodie ,Der Landsmann" von Schalom Asch zur Aufführung. Die Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik. Aus Berlin meldet I. T. A.: Die vor kurzem gegründete Gvs.'llschaft der Freunde jüdffcher Musik veranstaltet ihr erstes Konzert am Mittwoch den 21. d. rm Bechsteinsaal. Das Programm enthält unter anderem das Streichquartett von Ernest Bloch, die „O.st- Uchen Bisionen" für Klavier von Erich Walter Stern borg, neue Lieder von Moses Milner und die ,Lcbräffchen Melodien" von Maurice Ravel. Unter den AuWhrenden befinden sich das Bau-Laar-Quartett, Franz Osborn, Wilhelm Guttmann Und Michael Taube. Menschenkunde. Der bekannte Bonner Univ.-Pröf. Doktor I. M. Berweyenbesten Vortrag? jedesmal einen großen Hörerkreis versammeln, wird Damstag den 10. imb. Montag den K d. um halb 8 Uhr abends neuerlich in der Urania sprechen. Per Gelchrte wird sich in seinemersten Vortrag mit der praktischen Menschenkunde, affo mit der leiblichen Wesensart des Menschen, seinen Entwicklungsfakioren und Erscheinungsformen, befassen und insbesondere die Physiognomik. Phrenologie. Chlrologic Und Graphologie eingehend behandeln und dabei auch den neuen Apparat des ukraimscven Arztes Bißky besprechen. Der. .zweite Bortrag wird die soziale Menschenkunde umsaffen. Der Verein für neue Musik (Jnternationüle Geselljchaij für neue Musik, Sektion Oesterreich) veranstaltet Dienstag den 13. d. um halb 8 Uhr seinen ö. Kammermusikabend (Russische Bttlsik) im Kammersqal des Musikve-veinsg.bäudes mit Werken von Mjaskowstt), Alexandrow, Protopopvff, Polowinkm. Mussorgsky u. a. Ausführende: Marterina Nikolajewa (Op.'rnsänaerln, Moskau), Prof. Friedrich Wührer, Dr Pauk A. mim s» kl MMrersM- Md ttllh