Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2560 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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*1. 2560 _Wien, %teitob_ Wiener MorgenzettrrnH Der Prozeß Weisz-Fuchs. Ae Berhaudlung vor dem Schöffengericht. Bor einem Schöffensmat unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Dörr begann.gestern der dreitägige Proze ß gegen Mxander Weis 3, früheren Chefredakteur des „Mend", und Artur Fuchs, Mitchef der Annoncenexpedition Schale?, wegen des Verbrechens der Erpressung nach § 98 B.-St.-G., strafbar rwch tz 160, höherer Strafsatz des Strafgesetzes, und bei Fuchs auch nach 8 23 St.-G. (Landesverweisung). Beide werden beschuldigt, mehrere Personen mit der Veröffentlichung ehrverletzender und wirtschaftlich schädigender Zeitungsangriffe in der Absicht bedroht zu haben, um von den Bedrohten die Leistung von Geldbeträgen zu erzielen, wobei die Drohung geeignet war, den Bedrohten mit Rücksicht auf die Verhältnisse mü) die Wichtigkeit des angedrohten Nebels begründete Besorgnisse cinjttflöjjeit, und der Schaden, der aus den zu erzwingenden Leistungen hervorging, den Betrag von 1300 Schilling überstieg. Die Fakten, um die es sich hier handelt, betreffen 1. eine Erpressung an Kamillo Castiglioni im März Er Mai 1921; 2. oine zweite Erpressung auch an Castiglioni im März 1922; I. eine Erpressung an Funktionäre der A l l g e nt e i n e n , Depositenbank im Jahre 1921 oder 1922, und 4. eine Erpressung an Funktionäre der Zentraleuropäischen Länderbank im Frühjahr oder Sommer 1921. Alexander Weis; uuc Artur Fu ch S sind beschuldigt, diese Handlungen im Einverständnis und wechselseitigem Zusammenwirken verübt zu haben. Schließlich wird noch Artur Fuchs allein beschuldigt, er habe 5. an Alexander Weis j eine E r pre s s u n g inr Zauner 1926 begangen. Die Anklagr besagt: Die Castmlioiri-Afsären. Als in ’Dcn Jahren 1920 und 1921 wiederholt Angriffe gegen Castiglioni im „Abend" erschienen, ließ Castiglioni im März oder Mai 1921 durch einen seiner Beamten. den Generaldirektor Fried der Annoncenexpedition Hasenstein ».Vogler ersuchen, auf das Blatt emzuwirken, damit die feine Ehre und sein wirtschaftliches Ansehen schädigenden Angriffe unterbleiben. Fried wendete sich an den Mitchef der Annoncenexpedition SchalÄ, Artur Fuchs, der seinerzeit als Geschäftsführer beim „Abeüd" tätig war, damit er bei dem Blatt vermittle. Fuchs teilte nach einigen Tagen mit, er habe mir dem Chefredakteur Weisz, der da maßgebend sei, gesprochen, und Weisz verlange für eine Aenderung in der Haltung des „Abend" eine bestimmte Summe; es dürften 6 bis 10 Millionen Kronen gewesen sein. Fuchs fügte hinzu, baß Weisz das Geld benötige, um seiner kranken Frau eine Erholung zu sichern. Fuchs echielt durch Vermittlung des Generaldirektors Fried Sei Castiglioni zwei Millionen Kronen ausgefolgt, die er nach seiner Angabe sofort dem Chefredakteur Weisz zükonnnen ließ, worauf die Angriffe des „Abend" verstumnlten. ' Eiu Jahr darauf traf Direktor Fried zufällig mit Fuchs Zu- 'iammen. Bei der Gelegenheit erzählte Fuchs, daß der ,Mend" eine g roßangelegte Kampagne gegen das Haus Castiglioni vorbereite. Auf eine Frage Frieds, ob sich die Sache, mit Geld ordnen lasse, erwiderte Fuchs, er wolle sich bei Weisz erkundigen. Nun gingen die Verhandlungen wegen des Geldbetrages, der dafür gezahlt werden. sollte, hin und her. In einer Besprechung, an der auch der inzwischen verstorbene Rechtsanwalt Dr. Harpne:r teilnahm, wurde auch die Möglichkeit erörtert, die Ailzeiesc wogen Erpressung zu erstatten, aber da dieser Wog nicht zweckmäßig erschien, wurde Fried ermächtigt, dem „Abend" ein neues Llnbot zu stellen. Castiglioni hat dann durch Fried den' Betrag von. 24 Millionen Kronen an Fuch § auäzahlen lassen: 'In Gegenwart Frieds ries Fuchs Weisz telephonisch aus und teilte, ihm Mit, daß er das Geld in Empfang genommen habe: Tatsächlich hörten auch in der Folge die A n° ■ griffe des Blattes gegon Castiglioni auf. Nun hatte sich Castiglioni auch verpflichtet, außer den 24 Millionen Kronen noch viermal je vier Millionen Kronen m Halbjahrsrate,i zu Men. Inzwischen war aber eine Entwertung d e r Krone e'ttlgerreten, weshalb WeiLz durch Fuchs die Raren in valorisiertem Betrage verlaute. Da Castiglioni auf dieses Begehren nicht einging, erklärte Weisz, daß er sich durch die getroffenen Vereinbarungen nicht mchr gebunden sichle. Im Jahre 1923 sind neue Angriffe gogen Castiglioni er- Menen, als die Mpine Awularigeselkschaft die letzte Kapitalsrrhöhung vorgenommen hatte. Weder ließ Castiglioni bei Fuchs intervenieren, doch dieser erklärte, cs sei nichts zu machen, weil bereits der Pressechef Castlgtton'Z, Dr. Leo Lederer, in der Ange.'genheit mit einem anderen Herrn der Redaktion 'n Verb'iidung getreten sei. Interventionen der Depositenbank. Auch bei den Angriffen, die der „Abend" inr .Jahre IM gegen die Depositenbank und ihre Funktionäre verösfeni-- lichtc, blieb die Wirkung nicht aus. Da der Präsident der Bank, Paul G old st e i n, durch die Beunruhigung des Publikums eine Schädigung des lkntsiiehmens befürchtete, kaut er mit dem Vizepräsidenten Artur Drucker überein, durch den Direktor der Annoncenfirma M. Dukes, Lehne r, bei Fuchs intervemeren zu lassen. Leßner erhielt auch Don Fr chs die Zusicherung, die Angriffe, würden eingestellt, .wenn die Depositenbank 30.00 0 Schweizer Franken zahle, die Weisz benötige, um seine lungenkranke Frau nach Davos zu bringen. Fuchs hat daun noch selbst mit Go-ldstein verhandelt, und i» Gegenwart Leßners hatte Fuchs ein Telephongchpräch, bci denl er den» Angerufenött mittcilte, die AM Mn« MUi 10.068 Schweizsr Franken bezchlien. Für Leßner bestand damals kein Zweifel, daß Weisz es war, mit deck Fuchs gesprochen hat. Leßner folgte auch gleich darar.f dem Fuchs einen Scheck in österreichischen Kronennoten im damaligen Werte von 10.000 Schweizer Franken aus. Hierauf hörten auch die Angriffe gegen die Depositenbank und gegen Golidstein inr „Abend" aus. Der Kampf um das Ländevbankgesetz. Im Frühjahr 1921 stand das Länderbankgesetz in Beratung, und den Anlaß, daß der Sitz der Bank ins Ausland verlegt werden sollte, benützte der „Abend" zu heftigen Angriffen gegen das Gesetz und gegen die Bank. Der damalige Generaldirektor der Länderbank, Maximilian Kraus, der von den Beziehungen des Fuchs zrm „Abend" wußte, besprach mit diesem eine Intervention. Fuchs teilte später mit, Weisz verlange einen bestimmten Betrag, etwa 3 bis 6 Millionen K r o n e n. Generaldirektor Kraus überwies diesen Betvag. Die Erpressung an Weisz. Schließlich erwähnt die Anklage die Erpressung des Fuchsandem Weisz. Weisz wollte in den letzten Monaden vor seiner Verhaftung den „Abend" vergrößern und den Jnseratenvertrag, den er mit der Firma Schal ek hatte, lösen und an die Firma Anorecla übertragen. Als Fuchs es bei Weisz nicht erreichen konnte, daß der Jnseratenvertrag mit der alten Firma Schale! erneuert wurde, sagte er ihm, Weisz solle sich hüten, er werde für ihn unangenehme Dinge out hüllen. Hier sind-alle Merkmale des Verbrechens der Erpressung gegeben, zumal Weisz allen Grund hatte, die Drohung des Fuchs ernst zu nehmen, und tatsächlich hatte auch Fuchs in der Folge dem Herausgeber des „Abend" nachteilige Mitteilungen über Weisz gemacht. Fuchs stellte die Drohung in Ab rode; sie findet aber außer in den Angaben des Weisz auch in der Aussage des Zeugen Dr. Siegfried Klausner, des verantwortlichen Redakteurs des „Abend", eine Unterstützung. Der Beginn der Verhandlung. verzögerte sich bis 10 Uhr. Dann erscheinen die Zeugen und die beiden Angeklagten mu Saale. Wttsz und Fuchs werden von Aufsehern begleitet. Jeder der Angektag:en hat einen Tisch zur Verfügung, auk dem er Schruftstücke ausbreitet. Der Vorsitzende, Oberlandesgerichtscat Dr. D ö r r, befragte sodann die Angeklagten um ihre Personalien. Alexander W eiS; ist 42 Jahre' a'% zu Szenicz m der . Tfchechr'wwrkei geboren, nach Wien zuständ^, mosaisch, Witwer, von Beruf Journalist. Er hat vier Semester Jus studiert. Die Frage, ob er Vermage n besitzt, verneint er. Der Angeklagte gibt noch an, daß er für seine Eltern, sein achtjähriges Kind und für einen Bruder zu sorgen hat. Artur Fuchs ist 39 Jahre alt, geboren zu Epevjes in der Tschechoslotvakei und auch dahin zuständig, mosaisch, ledig, Mitchef einer Amwncenfjrma. Er hat die Handelshochschule absolviert und gibt als Vermögenswert einen Geschäftsanteil an, 'den er auf 200 Millionen schätzt. Er hat für Eltern und einen kranken Bruder zu sorgen. Die Anklage in dem Prozeß vertritt Presseftaatöackvalt Doktor Schwartz. Verteidiger sind für Weisz Dr. Robert Steiner und Dr. Walter Rode, für Fuchs Dr. Josef S t e i n und Doktor Markus Prem in ge r. Als Schöffen fungieren die Herren Johann Hirsch und Hans K a r p f e l, als Ersatzschöffe Herr Max H r b a n k e. Es sind folgende Zeugen geladen: Paul Go Idstein, Anton Fried, Berwld Schweiger, Kamillo Castiglioni, Emmerich Leßner, Dr Leo Lederer, Karl Colbert, Ernst Colbert, Artur Drucker, Markus Rotter, Maximilian Kraus, Dr. Siegfried Klausner, Siegmund Sachsel. Erschienen ist noch außerdem Dr. Desider Fr i e b m a n n. Mchtcrschierrene Zeugen. Voll den geladenen Zeugen sind nicht erschienen Kamillo Castrglioni, Artur Drucker und Maximilian Kr-auS. Der Boritzende stellt fest, daß die Ladung an Maximilian Kraus zunächst nicht a>l ihn gelangte, weil er ausgozogen war und in Baden wohnte, daß er erst von der Ladung Kenntnis echielt, als er sich bereits im Auslande befand. In seiner Zuschrift heißt es, er beantrage, daß von seiner Zeugenladung Abstaild gcuomulcn werde. Pointiert liest der Vorsitzende vor, daß Kraus schreibt, sein Rechtsanwalt wisse nicht, wann er nach Wien zurückkomme. Bezüglich Artur Druckers lst die Nachrich: eingelangl, daß dieser Zeuge h Paris lebt. In der Vorladung deS Kamillo Castiglioni findet sich der Vermerk, daß er gleichfalls im Ausland lebt. Daraufhin entwickelte sich eine lebhafte Debatte über die Vertagung. Staatsanwalt Dr. Schwartz erklärt, seiner Ansicht nach müsse vor denr Eingehen in die Verhandlung die Frage gelöst werden, ob trotz dem Fernbleiben dreier Zeugen dir Verhandlung durchgesührt oder sofort, allerdings nur auf einige Tage, vertagt werden soll. Was die einzelnen Zeugen aulangt, so sei Tastigliorü gegenwärtig tm Ausland. Da er Ausländer ist, hat da! Gericht keime Möglichkeit, ihn stellig zu machen. Auf dar Erscheinen Castiglionis kann um so mchr verzichtet werden, als die Angeklagten mit ihn niemals unmittelbar in Verbindung getreten waren. Was den Zeugen Drucker anlangt, so kourite dieser «t der Vormuermchung nicht eiiwernnnme» werden, weil er sich ständig in Paris aufhält. Cr ist auch nur für den Fall geladen worden, daß er eben nach Wien komm:. Die Staatsanwaltschaft v er;' ch t e r aber auf das Erscheinen Druckers, weil sie von ihm t.'!!!.' Inioiivcve Aufklärung erwarte:. Was schließlich M'^iuuüau Kraus aulaugr, so muß der T'aarsanivalr feinem V.'re»l?en darüber AusSruck' geben, baß er, obwohl er wußte, welche Bedeutung seiner Aussage zukomniL, , _9. April 1926_ Sei» B plötzlich rns Ausland gereist ist. Er beantragt deffhM, durch die Polizer feststellen zu lassen, ob die in der Zuschrift feinet RechtSanwalteS enthaltenen Angaben richtig sind oder nicht. Sollte sich der Verdacht ergeben, daß sich der Zeuge absichtlich der Ladung entzogen hat, weil sie für ihn unangenehm ist, bann möge das Gericht ihm eine entsprechende Ordnungsstrafe auferlegen und falls wegen seiner Abwesenheit die VrchaMung vertagt werden müßt«, ihn zum Ersatz der Kosten verhalten. Sollte KrauL nichr stellig gemocht werden können, dann konnte cher das Landerbankfakrum aus dem Prozeß auSgeschietzen werden. Verteidiger Dr. S t e i »t c t schließt sich dem Anträge der Staatsanwaltschaft an, "aß zuerst polizelliche Echcbungen über Kraus und Castiglioni eingeleiter werden end ech nach Einlangen der polizeilichen Mel^ düng darüber entschieden werbe, ob die Verhandlung ohne. diese Zeugen Lurchgesührl werde. Was Drucker anlangt, so habe man gewußt, daß er sich ständig in. Paris aufhalte. Cs stche der Staalsanwaltschaft frei, dem hier steckbrieflich verfolgten Drucker sreres Geleite zu gewähren, in welchem Falle er dann der auf Antrag der Staatsanwaltschaft ergangenen Ladung Folge leisten könnte. Die Verteidigung Weisz' kann auf die Vernehmung Druckers nicht verzichten. Der An/watt des ÄttgMagten Fuchs, Dr. St e i n, ist nett denr Verzicht ans den Zmgen Drucker einverstanden, verlangt aber, daß dann auch ans die Verlesung jenes höchst sonderbaren Briefes verzichtet werde, den Drucker durch seinen. Verteidiger dem Gericht an Stelle seiner ZMgenauSsage überreicht hat. Ein Konflikt mit Woisz. Nun meldet sich der Angeklagte Weisz selbst zum Wort und erklärte, er verzichte auf Drucker unter keinen Umständen, außer unter der Bedingung, daß der Staatsanwalt die Anklage in dem Erpressungslfalle Castiglioni aus dem: Jahre 1923 zurückziche. Castiglioni hat, sagt der Angeklagte, in der Voruntersuchung angegeben, daß er im Jahre 1921 dem Herrit Drücker zwei Millionen Kronen übergeben hat, und zwar an Herrn Fuchs für Herrn Ernst Colbert. Herr Schweiger hat das bestätigt. Zeuge Fried hat gchagt, daß er, wohl im Jahre 1921 Fuchs Geld übergeben hat, angeblich für mich, hat aber, in derselben Zeugenaussage hinzugefLgt, er erinnere sich, daß schon früher Fuchs durch Drucker Geld für Ernst Colbert übergeben wurde. Die AnWage wurde aber so konstrniert, daß er das Thema Ernst Col'bert- Drucker ganz fallen gelassen un!d eineErpressung Weisz über Fuchs an Caftiglioni konstmiert hat. Staatsanwalt Dr. Schwartz eMLrt, daß er aus die Zuschrift Druckers verzichte. Die Beschwerde des Angeklagten Wer die rasche Anberaumung der Hauptverhandlung weise er aber zurück. Es seien doch, wiederholt AngrUe in den Zeitungen über die angeblich mutwillige Verlängerung der Uniersuchungshast erhöbe:: Wochen, MSgerechnet in dem Falle beschwere man sich, wo sich das, Gericht bemühte, die Sache rasch und entschieden durchzuführenl —.Weisz (spöttisch): So? — Der Staatsanwalt verlangt.vom. Vorsitzenden, den Angeklagten wegen dieses Benehmens zu verwarnen. — Weisz erheä sich und will sprechen. Vors, (scharf): Ich bitte, Herr Weisz, solche Aeußerungep lasse ich nicht zu. Die Vechandlung führe ich und nicht Die.— Äff eine neuerliche Geste, sprechen zu wollen, bemerkt der Vorsitzende: Nein, Me werden jetzt nicht sprechen! Der Gerichtshof zieht -sich hierauf zurück, u»m über öiek Anträge zu beraten. . - . Die rvLvd fovtgeseht. ' Nach längerer Beratung erscheint der Gerichtshof wieder im- Saal und der Vorsitzende teilt folgenden Beschluß mit: - Von der Dernehmmvg deS Zeugen Druck«r wird Abstand genommen. Ueber den Antrag auf Verlesung des ZöngenprotokollS Kamillo Castiglioni sowie über den An trag wegen Ausbleibens deS Zeugen Maximilian Kraus und über die Vornahme der polizeili.chen ErhMngen ob diese Zeugen in Wien sind und vor Gericht gestellt werden können, wich ein Beschluß gefaßt werden, im übrigen aber die Verhandllung fortgesetzt. Fazchs evklüvt sich nicht schuWig. MS erster Angeklagter wird Artur Fuchs in Wwefenheit deS Mexander Weisz verhört. Der AngMagte erklärt sich nichtschuldig und erzählt im weiteren Vevkauf des Verhörs seinen beruflichen Wechegang. Eines Tages sei Leßner bei ihm erschienen und habe ihm gesagt, Goldstein und Drucker hätten ihn gefragt, ob er nicht aus den „Abend" eirrwirkeu könne, daß dieser über die Depositenbank und speziell über dir persönlichen Verhältnisse Castiglionis in gemäßigteren Fovmen schreibe. Er habe dann dem WeiSz gesagt, wann seine Frau für ein« Schweizer Reise SO Millionen brauche, so könne er das Geld habe«. 1921 habe Leßner ihn ersucht, bei Weisz zu intervenieren, daß die Angriffe gogen Goidstein unterbleiben. Er habe gleich 10 Millionen Schweizer Franken verlangt, übernommen und den: WeiSz übergeben, aber nicht als Bestechung, sonder>l zu eiuem ganz anderen Zwecke. Weisz wollte nämlich «ne Verbindung zwischen Rußland und der österreichischen Industrie Herstellen und die 100 Millionen waren die erste Rate hierfür, Auf die Frage des Borsrtzendeu über die Beträge, die er auS Anlaß von Jn-tevdentümen bau WeiSz gegeben hat, erklärte Fuchs, es seien zwei Millionen, 24 Millionen und 100 Millionen gewesen. - Bors.: Sind Sie rnit denr Weisz in Verrechnung gestanden? — An gekl.: Das nicht, aber ich habe'mit Du Börsenspekulationen durchgosührt. Ich habe von ihur zn diesem Zweck ein eigenes Bankkonto gehabt, über das ich ' verfügen konnte. — Bors.: Konnte er glaub:»!,- daß die Gelder, die Sie Hm KerbrachD^ «ch diesen-. BaiAlouro