Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2559 (8.4.1926)
- Date
- 1926-04-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981646--26121-3013842- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Felix Salten 2× ep/1026698
- Anton Wildgans 1× ep/1025768
- Georg Büchner 1× ep/1024854
- Heinrich Mann 1× ep/1025356
- Hermann Bahr 1× ep/1024752
- Hugo von Hofmannsthal 1× ep/1025150
- Ludwig Fulda 1× ep/1026697
- Raoul Auernheimer 1× ep/1024744
- Rosa Albach-Retty 1× ep/1024718
- Theodor Storm 1× ep/1025656
- Wolfgang von Weisl 1× ep/1013982
OCR text
' %\ 9559 s- Men, Donnerstag Wiener Morgenzeituns 8. April 1SS6 Geile 7 Kunst, Bühne, Buch. Lle Feftvorftellungen des Burgtheaters. Die heutige Erstaufführung der Neueinstudierung von „Minna von Barnhelm" findet als Fe st Vorstellung zum 160jährigen Jubiläum des Theaters statt. Die Besucher der Logen, des Parketts und Parterres werden gebeten, in Festkleidung (Herren im Frack, Damen in Abendtoilette) zu erscheinen. Paul Hartmann tritt in der Vorstellung als Tellheim sein Engagement an. Im Akademietheater wird Freitag zum ersten Male „An der Wiege des Burgtheaters", ein Vorspiel von Raoul Auernheimer, aufgeführt. Hierauf wird zum ersten Male „Leonee und Lena", ein Lustspiel in drei Akten von Georg Büchner, Musik von Viktor Merz, gegeben. Anfang halb 8 Uhr. Die Direktion deZ Burgtheaters hat zum Jubiläum eine offizielle Festschrift „Hundertfünfzig Jahre Burgtheater" herausgegebcn mit Beiträgen von Naoul Auernheimer, Hermann Bahr, Egon Friede«, Ludwig Fulda, Hofrat Karl Glofsy, Direktor Herterich, Georg Hirschfeld, Hugo von Hofmannsthal, H. R. Lenormand, Heinrich Mann, Franz Molnar, Hans Müller, Felix Salten und Anton Wildgans. Die Festschrift enthält ferner autobiographische Notizen und Bilder sämtlicher Schauspieler sowie zahlreiches sonstiges Bildmaterial und wird bei den Billeteuren erhältlich sein. Auszeichnungen. Der Bundespräsiden: hat dem Direktor des Burgtheaters, Franz Herterich, dem Regisseur des Burgtheaters, Buvgtheaterdirektor a. D. Wbert Heine, und dem BurgcheatErektor a. D. Mu-x Paulsen den Titel eines Hofrates, dem Vorstand des Ausstatmngswosens, akademischen Maler Remigius Geyl i n g, den Titel eines Professors, den Oberrogisseuren des Buvgtheaters, Max T e v r i e n 1 und Georg R r >i> m e r 8, und der Hofschauspielevin Auguste Wilbraubt oas große silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oesterreich, ferner den HoffchauspieleriUnen Hedwig Bleibt reu, Lotte Medelsky, Else Wohlgemuth und Rosa Albach-Retty sowie dem Regisseur Hofschanspieler Karl Zeska und dem Burgischauspieler Proftssr Ernst Arnd: sowie dem Theaterarzt des Burgtheaters, Dr. Franz Brennerberg, dos goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oesterrech verliehen Ferner hat der Bundespräsivent den Hosschauspielerinnen Lilly Marberg und Gisela Wfflike, den Hofschauspielern Franz Höbling und Hans Marr sowie den Burgschauspielern Profeflor Armin S e y d e r m a n n, Hans Siebert, Fritz Straßni, Ferdinand Maierhofer das silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Oesterreich, dem Kapellmeister am Bmcgtheater Rudolf Huber, dem Kanzleidirektor am Burgtheater Ludwig Molitor, dem Bühneninspektor Rudolf Lisatz die goldene Medaille verliehen. Die Regisseure Otto Treßler und Joses Moser und die Hosschauspielerinnen Babette Devrient-Reinhold und Olga Lewinsky wurden zu Ehrenmitgliedern des Burgtheaters ernannt, den Burgschauspielerinnen Maria Mayen und Maria Mayer, den Burgschauspielern Raoul As lau und W'lli Thaller der Titel eines österreichischen Kaurmerschauspielers verlichen. Das Buvgtheatei: in der Kapuznrergruft. Anläßlich des Bnrglheaterjubiläums begaben sich Direktor Her:erich mit den Obeneigissenren Devrient und Reimers und Regisseur Zeska gestern nachmittags in die Kapuginergrust, um am Sarge Kaiser Josefs des Zweiten einen Lorbeerkranz niederzulegen mit der Auffchrist: „Dem kunstsinnigen Begründer des Burgtheaters", „BuvFtheatevmitglieder von ernst und jetzt." — Eine Ausstellung im Wiener Rathaus. Das Jubiläum des 150jährigen Bestandes des Burgtheaters hat die Direktion der Städtischen Sammlungen veranlaßt, in den Räumen des Historischen Museums der Stadt Wien (Neues Rathaus, Feststiege 1) eine kleine Ausstellung zu veranstalten, die unter dem Titel /,Burgtheatermitglieder einst und jetzt" eine Anzahl von Originalporträts bedeutender Mitglieder vor Augen führen wird. Alle ausgestellten Objekte stammen aus dem Besitz.der . Städtischen Sammlungen. Die Ausstellung wird heute um 10 Uhr vormittags eröffnet und st-eibt täglich, mit Ausnahme von Montag, von 9 Uhr bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Aus den Ajeaterp. 0$ erntheater. Morgen, y,8 Uhr abends. „R i g o- B o l k s o v e r. Morgen „Marth a". — Mittwoch den d. geht nach mehrjähriger Pause ueueinstudtert Adams romantt'ch-komische Oper „Wenn ich K ö n i g wäre" (8i jetais roi) in Szene. Deutsches Volkstheater. SamStag gelangt zum ersten Male „H a m l e t" mit Alexander Motfft in moderner Inszenierung zur Auffiih.nug. Ratmuno-Tdeater. Morgen, zum 2b. Male, „D e r f r ö b l t ch e Weinberg". SamStag und Sonntag nachmittags „D e r O st e r h a s Mo De tu esTvealer. Hugo Werner-Kahle wurde für ein Gastspiel verpflichtet. Der Künstler wirk, ln einer Neuaufführung von „F r ä u l e i n I o s e t t e - meine Fra u", mit Camilla Weber in der Titelrolle, zum ersten Male seit einem Jahre in. Wien auftreten. Die Preüüere die'es Lustspieles ist für den 13. d. angeletzt. - Sonntag den 11 d., ‘/,4 Uhr nachmittag, findet eine T a u z v e r a n st a l t u n g der Tänzerin Hilde H o l g e r statt. Burgtheaterfeier der Coueordia. Der Journalisten- und Schriftstellerverein Coueordia veranstaltet anläßlich des loltjährigen Bnrgtheaterjnbilänms anl 11. d. um 10 Uhr abends ein Abendessen im Hotel Imperial, zu dem der Unterrichtsminister, der Bundestheaterpräsident, der Direktor und sämtliche Künstler und Mnstlerinneu des Burgtheaters, der Rektor der Wiener .UnioerM, der Präsident tas M« demie der Wissenschaften sowie hervorragende Burgtheateräutoren und Wiener Schriftsteller eingeladen wurden. Gefellschaftstoilette (Herren: Smoking). Sulzers „Kol Nidre". Das von weiland Professor Josef Sulzer komponierte Cellostück „Improvisation" (Kol Nidre) ist soeben. im Druck erschienen und in allen größeren Musikalienhandlungen erhältlich. Eine Abteilung der Bezalel-Schule in Amerika. Der amerikanisch-jüdischr Krnstrat, dessen Vorsitzender Herx James N Rofenberg ist, hol beschiofsen, eine amerikanische Abteilung der Schule und des Muse-,ms Bezalel zu errichten. Namhafte jüdische Künstler Amerikas stellten sich dem Unternehmen zur Beringung. Isidor de Lara, der jüdische Tondichter, ist kürzlich zum Offizier de!a Legion d'honneur ernannt worden. De Lara ist 1858 in London geboren. Es >'e: h:-ezu erwähnt, daß er einer vornehmen spanisch-jüdischen Familie entstammt, die sich nach der Inquisition. teilweise in Amsterdam, in Deutschland (Hamburg) und in England n'edergelassen hattr. Schon im 18. Jahchundert fand man m. der Familie de Lara hervorragende Philosophen und Gelehrte. Einer unter ihnen war im 17 Jahchundert der bekannte Hamburger Rabbiner David de Lara, der eine Reihe gwßer Werbe in Hebräisch und Spanisch verfaßt ha:, die noch bis heute wertvoll sind. Sein Enkelkind, Rabbi Chaja de Lara, war auch als einer der berühmtesten Kabbalisten des 18. Jahrhunderts bekannt. Der Komponist de Lara der ein Sprößling dieser Familie ist, hat schon als junger Mann den Posten eines M.isikproftssors in London bekleidet und hat auch bereits über 200 Kompositionen geschaffen. Ein Teil von chnen trägt indischen Charakter und ist in Frankreich sehr beliebt. Tine neue Büste des Präsidenten Cvolidge. Der berühmte jüdische Bildhauer N. W. Diear hat die Büste des Präsidenten der, Vereinigte,' Staaten Co o l t b g e und seiner Frau fertig .gemeißelt. Die Büsten werden in. nächster Zeit im neuen „National Museum" in Washington ausgestellt werden. Ein berühmter jüdischer Bühnenkünstler gestorben. Wie I. T. A unter dem 1. April aus New-Pork meldet, ist dort der berühmte Schauspieler der jiddischen Bühne Jakob Adler gestorben Lldler, dem der Name ,Mnig der jiddischen Bühne" beigelegt wurde, gchörre zu den Miffchopfern des. jiddischen Theaters zur Zeit Goldfadens. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler und Dhoatetteiter m Rußland, kam dann nach Rumänien und ging von dort nach dsn Vereinigten Staaten, wc er das jiddische Theater aus eine gewisse Höhe brachte. Er leit-te mehrere große Theaterz deren - erster Darsteller er zugleich war. . - . Das Äprilheft der „Menorah", des vortrefflichetr jüdischen Familenblattes für Wissenschaft, Kunst und Literatur, enthält unter anderem Beiträge von Professor Simon Dubn o. w, Esriel Carlebach, Ignaz Kaufmann, Elna Ried und Wolfgang Weisl, ferner die Fortsetzung von Kaczers Roman „Der Traumsiedler". Das reich illustrierte Heft bringt Reproduktionen nach Bildern und Zeichnungen von Ignaz Kaufmann,- Mely Joseph, Hermann. Struk und anderen. Radioprograrrrin. Heute Donnerstag den 8. April. 11 Uhr: Vormittagsmusik. 16 Uhr 15 M.: Rachmtttagskcn ert. DeltotS-FetraS: Cwanilda, Walzer. Strauß: „Cagltostro in Wien", Ouoertüre. Ernst: Elegie für Violine. Wagner: AlbumÜlatt. Ries: Am Rhein. Coleridger Othello, Konzert-Stttte. Kalman: Die Zirkusprinzessia, Lied und Tanz-Suite. — 17 Uhr 10 Min. Märchen der Dichtung. VI. Theodor Storm r Die Regentrude. Gesprochen von Helene Lauterböck. — 18 Uhr: Mitteilungen ans den Bundestheatern/ —,18 Uhr iö Min.: Goethes Lebensweisheit, Selbstbekenntnisse. Universitätsdozent Dr. Heinrich Kindermann. — 19 Uhr 10 Min.: Esverantokurs. — 19 sthr 40 Min.: Englisch für Anfänger. — 20 Uhr 15 Min.: Volkstümlicher Abend des Kammerquartetts Tautenhayn. Rokoko-Suite: a) Bouree von G. F Händel; b. Deutscher Tanz von Dittersdorf; c) Air von Matthekon; ä) Rigando), von Rameau. — Menuett von Martini. Türkischer Marsch von Mozart. Tänze von Schubert. Nachtschatten von Josef Stranß Motive aus Operetten von Ed. Kremser. Humoreske von Jolef Piber. Bei uns -'Hans. Wat^r von Job Strauß. Pizzikato-Polka. von Josef Klein. Wiener Volksmusik (Nene Fo'ge). — 21 Uhr 15 M n.: Die Streichquartette Beethovens. (Zyklus, 10. Abend ) Einleitender Vortrag: Pro r. Richard Sv echt. Ausführende: Das Sedlak-Wintler-Qnartett. Opus 95. k'-ktloll. ^Uo^.ro von grio. Alio^retto m» non h-Q .po (Att»cva Allagro asaai vivace, ma feriojo). Larghoao ectrcasivo. Alkgret-o abi tato v-Allegro. tzerichtssaal. Nr Witwe nach Joses Kainz fordert Valorisierung ihrer Pension. Frau Grete Kainz, die Witwe des großen Buvgschaiuspivlers Jvsöf Kainz, begchrt vom Bundeslschatz Auswertung ihrer Pension von 176 Schilling monatlich auf 720 Schilling sowie Nachzahlung des Difsevei^betralges, beginnend mit 1. Jänner 1923, was einer Geisambfordevuing von 16.546 Schilling entspricht. Uäber dieise Klage tvuvde geistern vor dom Zivillandesgericht unter Borifitz des Obevlianidesgerichtsvates Dr. Engel vechandeU. Jvsof Kainz wurde in seinem letzten Vertrage, nnt dam da-, maliger: k. n. k. Burgtheater aus dom Jahre 1909 im Falle seines Todes für seir^e Witwe eine Iah res Pension von 6.000 Kronen Ungesichert, die seither auch in dioser Höhe zur Auszahlung^ gelangte. Sluf Gvuüd der BundestheaterpensionSveroidnNttg' ans dom Jahre 1926 wurde die Pension ans 176 Schilling monatlich erhöht. Der Klagovertreter führte zur Begründung der Valorisierung aus, Jvseif Kainz, habe seinerzeit eine der höchsteu Burgtheatergagen bezogen, die Pen-» sion feiner Witwe tverde aber nunndchr nach der Bnndestheaterpettsiousvevordrrung bemessen, was eine tveisentliche Berkürznng bedmtet. Die zugasicherte bodmtende Wittvenpension stellte eine teiliweise Gvgenleistnng für die Dienste dar, die der berühmte Künstler den: Bnrgthoater geleistet hat. Mit dem Betrage von 6000. Kronen wäre Frau Grote Kaiirz vor materiellen Sorgen bewahrt gAlieben, was bei ihre-n jetzigen Bezügen keineswegs der Fall sei. Frau Kainz habe deshalb :vm eine Erhöh::ng ihrer Pension angesucht, sei jedoch abgetviasen worden. Der Vertreter der Finanzprokuratnr, Hofrat Dr. Rudokif Löw, erklärte, daß eine Bollvalorisievung nicht in Betracht. konrnlen köirne, denn es sei notorische Tatsache, daß die Bezüge der B'.urdesangestellreu und Bnndespensionisten weit hinter' der Goldparität zurückgeblieiben sind. Trotz aller Ber- Ux khl bslMhmtwn Bar^tovböNMll müfk btt fbumlMt schätz die Aufwertung der Witwenpension ablehnen. Ans prinzipiellen Gründen habe das BuichesmiMsSerAm für Finalen auch ein Ansuchen der Frau Kainz aus den: Jalhre 1923, mit welchen: sie um Bemessung ihrer Pension mit 80 Prozent der letzten Gage ihres Mannes vorstellig wurde, abschlägig beschieden. Der Anwalt der Klägerin, schränkte die Nachzahlnngssorderung ans den Betrag von 2000 Schilling ein. worauf der Vorsitzende den Beschluß des Senates m.s schriftliche Verlautbarn-ng des Urteiles verkündete. Irr Prozeß Melsz. Heute Beginn. Bor einem Schösfensenate unter dem Vorsitz des Ober« landesgerichtsrates Dr. Dörr beginnt heute der dreitägige Prozeß gegen Alexander Wers j, ftüheren Chefredakteur des „Abend", und Artur Fuchs, Mitchef der Annoncenexpedition Schalek, wegen des Verbrechens der E r p r es s n n g. . Zu der Verhandlung sind vorläufig 13 Zeugen geladen. Di« beiden Beschuldigten, Weis; und Fuchs, befinden sich seit der Verhängung der Untersuchung in der Haft des Landesgericht Wien 1. Die Anklage vertritt Pressestaatsanwalt Dr. Schwär tz. Preffeklage eines Pfarrers. Hofrai Höflmayr vom Strafbszirksgericht 1 hatte sich gestern mit einer interessanten Preßklage gegen den verantwortlichen Redakteur der „Arbeiterzeitung", Hugo Schultz, zu beschäftigen, dis der Pfarrer von K l e i n -- H ö f l e i n im Bezirke Retz wegen Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge gegen ihn angestrengt hat. Die von Dr. Hans G ü r t l e vertretene Klage skizziert den Sachverhalt dahin, der Pfarrer von Klein-Hoflein, Pater Max Maria Hofbauer, ein Großneffe des vor nicht langer Zeit heilig gesprochenen Klemens Maria H o f b a u e r, sei durch Veröffentlichungen über eine von ihm gehaltene Predigt, die in der „Arbeiterzeitung" erschien, in seiner Ehre gekränkt worden, da di« Wiedergabe den Tatsachen nicht entsprochen habe. Das Blatt hatte geschrieben, daß der. Pfarrer bei verdunkelter Kirche eine Predig: über „E h e r e ch t und Ehebett" gehalten habe. Zur Durchführung der Beweise verlangte der Anwalt des Angeklagten eine Fristerieilunq. Der Richter vertagte demgemäß die Verhandlung. 8in angeblicher Mordvlan gegen Horthtz. Budapest, 7.' April. Die'-königliche Kurie bestätigte heute das Urteil der zweiten Instanz gegen den Schifssmontenr Stephan K e r t e s z, der des geplanten Mordes an dem Reichsverweser H o r t h y. beschuldigt wird. - Wie die Anklage ausführt, wurde Kertesz im August 1924 .von einer kommunistischen Konferenz in Leoben'beauftragt,' den ungarischen Reichsverweser zu ermorden.. Ehe -noch. Kertesz an die Ausführung seines Auftrages schritt, besuchte er in Budapest eine Veranstaltung der Heilsarmee und wurde dort von der Predigt so ergriffen, daß er dem Obersten der Heilsarmee alles eingestand. Der Oberst verschaffte' Kertesz sodann eine Stellung in Hatvan, aber Kertesz wurde infolge einer anonymen Anzeige einige Monate später verhaftet. Kertesz gestand und wurde vom Strafgericht zu zwölf Jahren Kerker verurteilt, die von der königlichen Tafel auf zehn Jahre herabgesetzt wurden. Durch die heute erfolgte Bestätigung dieses Urteiles in dritter Instanz hat dieses Rechtskraft echalten. rz-n einen: :lli i Cosnlich Eine wichtige mietrechtliche Entscheidung. mietrechtlichen Prozeß, welchen die Firma Frate gegen die. Vienna Bleistiftiverke A.-G .führt, gelangten prnizipiell bedeutsame' Rechtsfragen zur Entscheidung. Die Wgerische Firma bean,spracht in ihrer Klage die Rä-nm'nng des von der Vienna A.-G. gepachteten Fabriksgebäudes in der Treustvaße. Dieses Begehren wird mit der Begründung gestellt, daß die beklagte Firma bei Abschluß des Mietvertvages die Rechtsform einer Gesellschaft m. b. H. hatte, während sie sich inzwischen in eine Aktiengesellischast umgewandolt hat. Der Klagevertreter nahm nun den Standpunkt ein, daß die Vienna A.-G. eine andere Rechtsperson als die gleichnamige Ges. m. b. H. sei, und diese daher die Räume zu verlassen ha'be. Ferner Wurde vorgebracht, daß die beklagte Firma mit der Wphübausteuer von etwa 70 Millionen im Rückstände geblieben sei und oieser Umstand einer Unterlassung in 'der Zinszahlung gleichzr.halten ist. Da im Pachtvertrag die Bestimnnmg vövgciseheu tvar, daß bei VorUegen eines Kündigungsgrundes das GMnhe sofort, zu räumen ist, ging die klägerische Firnra mit der Raumungs-, statt mit der KintdigungMage vor. Das Bezirksgericht Leovoldstadt hat die Räunmngsklage äbgewiesen. Das Gericht stellte sich aus den Standpunkt, daß die Wohnbausteuer kein Bestandteil des Mietzinses ist :.>nd die Unterlassung ihrer Bezahlmrg daher nicht etwa der vevlveigerten Zahlung des Jnstandhaltlmgszinses oder einer gleichartigen Leistung vnt- Äreche. Der Hauseigentümer habe lediglich das Recht, dom Magistrat die verweigerte Zahlung dieser Wohnbansteuer auznzergen. HinsichÄich des Wechsels in der Rechtsperson des Mieters führt das Urteil aus, daß wohl rechtlich eine Aendevung eingetreten sei, daß jedoch lediglich die wirffchaftliche Person des Mieters, die dieselbe geblieben sei, in diesem Falle ausschlaggebend sein könne. — Die Firma Coisnlich brachte die Berusinng ein. Der Bernfungssenat des Zwillaudesgerichtes behielt dre Entscheidung der schriftlichen Vettantbarung vor. . Ein Autounfall Felix Taktens. Vor dem Bezirksgericht Döbling hatten sich vor kurzem die Chauffeure Johann Frankl uno Johann Maschek auf Grund einer Anzeme wegen eines Zusammenstoßes ihrer Automobile zu .verantworten. In dem einen Wagen saß der bekannte Schnftsteller Felix Salten und in dem andern Herr OSkar Alexa. Der Unfall ereignete sich Ecke Gymnasiumstraße-Tternwartestraße am 17. Dezember, an einem Tage, wo starkes Glatteis war. Die beiden Wagen gerieten anoinander und wurden sehr stark, beschädigt und sogar ein Gaskandelaber umgeleat. Verletzt wurde niemand. Beide Chauffeure erklärten, daß sie langsam gefahren feie,: und Hupensignale gegeben haben. Feltt Salten als Zeuge gab an, daß sein Dhausfeur Maschek nicht schnell gefahren sei. „Ich gebe rmme» den Auftrag", .sagte der Schriftsteller, „nicht schnell »u fahren, «nd klopfe ans Fenster, wenn der Chauffeur trotz der Warnung schnell fährt. Auch hat der Chauffeur Hupensianale gegeben." Der als Zeuge vernommene Oskar Alexa bestätigte wieder, daß sein Chauffeur'langsam gefahren sei und Hupensignale gegeben habe, weshalb der Richter beide Angeklagte s^DMUW WH HOT DfdWI^^WWU WWW WWW^MWW