Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2556 (4.4.1926)
- Date
- 1926-04-04
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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«I. 35sT, WM, T°MW Sie MenschensSger tzon Burma. Im Laufe dieses Monats will die englische Regierung Hchvitte unternahmen, um die Reisenden vor der Gefahr zn schützen, in die Hände der Menschenjäger jit geraten, bbc Raga heißen und im Hochlande des Oderburma leben. Das ist der Stamm, der im vorigen Jahre nur widerwillig erklären mußte, der Forderung Englands nach Einstellung der Menschenopfer Folge zn leisten. Jetzt, am- Beginn des Frühjahrs, sind die Nagahügel von einem Meer von MohNblüten übergossen, und Reisfelder, die den vorgeschichtlichen Urwäldern mit schwerer Rot abgerungen wurden, erstrahlen in dem greller: Gelb des reifen Reis. Mgesehen wm der Menschenjagd sind nämlich die Nagamännsr ein arbeitssames Volk, das viel auf die Kultur seiner Felder hält. Es ist ein schweres Verbrechen, auf ihrem Boden Blumen zu zertreten oder Schmetterlinge zn töten. ' Anfangs April beginnt die OPium? rnt e. Der Reis wird zu einer Art Grog gebraut und bas feurige Getränk, in langen BambuSröhren aufbewahrt, sicht für das große Opferfeft zu Ehren der Emtsgotthetten bereit. Dann ertönt das Trommelsfgnal auf allen Nagchügeln, und die Menschenjäger ziehen in die Wälder Hindus, um neue Trophäen zum Schmucke der Schädelhalle zu suchen. Die Nagadörfer sind von undurchdringlichen B a rrrladen aus Dorn und Kaktus umgeben. Gewundene Tunnels gestatten hie mtb da den Eingang, doch ist ihr Boden mit vergifteten Pfählen gepflastert, die für unerwünschte und unvorsichtige Fremde bestimmt sind. Untereinander sind die Dörfer durch Laubgänge aus heiligen Bäumen verbunden. In finsteren Gräben längs dieser Alleen sichen hohe Pfähle, mit leuchterckem GE und Rot in möglichst greller Weile bemalt. Ein Menschenschädel schmückt die Spitze eines jeden Pfahls. Wenn die Menschenjäger mit ihren Opfern zurückkehren, wird ein Tanz vevanstaltet. Die Gefangenen bekommen ausgezeichnete Speisen und die schönsten Kleider, die im Dorife ausyntroiben find. , Bevor ihre Kopse, Hände und Miß« aibgeischnitten werden, müssen die Opfer eine Menge EntjschuMlgun'gen wogen der Unan-nchmlichkeiten erhallten, die ihnen der Dorsbranch vielleicht zulfngen körm'te. Außerdem wird ihnen ans liebenswürdige Weise erklärt, sie würden zn Ehren der Erntegottheit geopfert, sowie daß, während ihre Schädeil die schöne Wee schmücken, ihre Geister zusanmnen die Nagarnänner vor Dämonen schützen wirrrdeiz, die jedes Dorf umschleichen und Hunger, Dürre und a»-- dere Plagen nvit sich bringen. Darauf, beginnt die O p s e r o r y i e, das Opinmefsen und das Grogtrinken. Köpfe, Füße und Hände der Opfer werden ans Pfähle gesteckt und mnd um die Felder getragen. Unter feierlichen Bräuchen und religiösem Gesang werden dann die frischen Köpfe unter die Zahl der Geiftertvache ckngere'cht. Aber die Schädeil dürfen nur Fremden gehören, da umn m Burma der festen Meinung ist, daß z. B. der Kopf eines N'agabruders nicht nur als Wache voMomimen untauglich wäre, sondern noch ärgere Souchen hevanfbeschwören müßte als es ein gewöhnlicher Däimon W tun vermag. Hervorragend bewährt zur Bekämpfung rheumatischer, gichtischer, nervöser Schmerlen sowie gegen Kopfschmerze«. Dir SMrftmfl tritt naaiittclfear eht. Ätiae schiidltche» Mtt»oirtm§ta. Nrrztllch lafeenb degvcachl«. — 3» allen Apotheken. Fanny Sciinlsohn 1 ö. Di. I. “ " Wien, I. Wien, 1L Verlobte Wien, im April 1926 Anna Mader Josef Schiffmann Wien, IL Wien, H. Verlo bte Wien, im April 1926 Statt jeder besonderen Anzeige! Jenny Pinkos Siegmund weinstock Wien, XX. Gesellschafter der Pa. J. Weinstock Wien, L Verlobte Wien, im April 1926 Amalie Kopferbug Siegmund Rieglnr Wien, U. Kobersdorf Verlobte _April 1926_ Möbelfabrik J. 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Bezirk, SHegengasse 14 / Telephon 56-47 Filiale: 10. Bezirk, Humboldtgasse 15 11271 Sie Prager Mnnitionservlofion — eia verbrechen? Ein ExplostvVrper soll unter die Munition «»geschmuggelt worden sein. Prag, 3. Aprit. (Lel.-Komp.) ,Mrodm Lifty" behaupten, daß die Explosion in der Tischtevgasse auf ein Verbrechen KurückAusühren sei. Sie führen an, daß ein i n den Wagen geschmuggelter Explosivkörper die Explosion hervor» gerufeii habe. Die beiden Soldaten seien ra der Geovgskasernv von einem Manne, der bisher nicht eruiert werden konnte, vom'Wützsn weggei'äsen worden und hatte« sich länger Äs eine halbe,Stu-nde in der Kaserne ausgehaltem. Die -beifben Soldaten hätten im Moment der Katastrophe, da ihnen wahrscheinlich etwas verdächtig vorgewmmen sei, das Gesicht dem Wqzen zugewendet, was daraus hevvorgche, daß sie starke Verletzungen im Gesicht und am Bauch aufwiesen, währeiÄ -der Rücken unversehrt geblieben war. Das Blatt behauptet, > daß in der Abwesenheit der Soldaten ein Fremdkörpe r unter die Munition gelegt worden fei, der dann knapp «ach dem Verlassen der Kaserne die Egplosion hervorgerufe« hohe. Kleines Allerlei. Der Forschungsreisende Andrews glaubt, d«tz vS die G o b i w ü st e in der Mongolei ist, von der aus fich alles Leben auf der Erde verbreitet hat. Er fand dort auch 40 versteinerte Eier von Dinosauriern, die mim auf ein Alter von zehn MtllioneuJahreu schätzt. Die Zahl der b e k a n n t e n I n s e k t e « ** fce n &ot sich in den letzten 4V Jahren auf 385.000 erhöht.- * In London ist eine neue Orchtdvenart mit gelben Blütenblättern und karmesinroter Lippe gezüchtet worden. Sie kostet 500 Dollar. * Beim ärgsten Seesturm ist unter 400 Meter Tiefe nichts von demselben wahrznnehmen. * Die größten Wasserfälle find die MktörkafAle deS Rio Jguanu an der Grenze von Brasilien und Argenttnien. Das Gefälle beträgt 6b Meter und der Fluß ist dort drei Kilometer breit. Die skrast einer 10 Meter hohen Meervstoelle kommt 16.000 Pferdekräften gleich. Die größte Kano ne der Wett steht im Fort Tildeg bet Rew-York. Sie schleudert Geschosse von 34 Zentner Gewicht. Auf den Sunda- und Phtltpptneninsekn gibt er Wt m e i st e n K o k o S v a l m e n. Die Eingeborenen machen ans den Nüssen. Mße, die sie zm Besörderung auf de« Flüge» treiben lassen * Die in der südlichen Halbkugel gelegene, einbnndert Quadrat. Meilen große Jniel Banna-Lava ist ein «»-gedehntes Schwefellager mit 90 Prozent Schwefel im Gestein. In der stärksten Berkehrszeit fahren in L o » d om stündlich 610 Omnibusse an der Nelsonsäule vorüber. Eine im Kronschatz deS abgesetzten Schahs vrm Bersten bt* findl'che echte Perle ist auf 1,600.000 Gotdfraut« zeMtzt worden. 15