Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2555 (3.4.1926)
- Date
- 1926-04-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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r Kt. 2BB5 Si, SM«M» M-E»-NE_ S- «e ’f» '__ £;”■ 7 . Kunst, »filme, Buch. .Spleen." Theater in der Josefpaidt. Der Autor dieses grotesken Lustspiels, Noei Eoward, hat sein PMikum in der Tasche. Er bringt die verdrossensten ' Premrerenlbesucher in vergnügliche Stimmung und ftnvet mit mrztve-lrgen Szenen, lustigem Dialog und uLigen Mschl-üssm andauernd von -er Bühne Wellen der Heile:i?'t ins Hins. Die Leute im Zuschauerraum sind Gäste der Familie! Blitz, einer auf possierliche Art verrückten Sippe, die auch oben, auf den Brettern Gäste empfängt, denen , sie alletdings weit weniger amüsant erscheint als den Erstehern von TheaterhUetten (und Besitzern von Rcheratikarten). D'.e Mama, eine alternde Primadonna, ihre Bombenrollen aus der Zeit der Dheatertriumphe weiterspielend, hat sich über dm Sonntag einen sporkbeflissenen, also körperlich gut bestellten Jüngling eingÄaden. Der Gatte, ein erfolgreicher Romancier, phlegmatisch, aber einem kleinen Flirt nicht abgeneigt, holte sich einen Backfisch herbei, die neunzehnjährige Ächter eines graumelierten Diplomaten, und der Sohn des Hauses ein fesches Mädel. In der Familie Miß lebt jeder aus eigene Faust. Sie kennen einander, lassen einander ungeschoren, und keiner weiß, wen der andere zu sich bat. Den vier SonntagSbefuchern wird zum Ergötzen des P-Mkkums üibel zugesetzt. Es ist eine Persiflage des Eigennutzes, der Verbildung, ikurz eine Gesellschaftssatire mit Dhawlschem EinMag. Insbesondere das HausfaktlÄum, eine alte Köchin, die einst die Garderobiere der Hausfrau war (tot Frau Rosar ausgezeichnet gespielt), kommt direkt aus seiner Werkstatt und die ßngliische Provmienz der NMtat ist glaubwürdig. 'Unter H o ck s Leitung gelang mit teils prachtvollen, teils weniger tauglichen Darstellern eine treffliche Aufführung. Königin des Abends ist Frau Hagen, die auf die angenehmste Art an Herrn Homma vom Deutschen Volkstheater erinnert. Die legt den abgetakelten Star goroßartig hin, und es ist keine geringe Kunst, mit der sie nns überzeugt, daß ihre Webessehnfüchte, ihre Brusttöne der Rührung und Erschütterung doch nur veraltetes, eisig kaltes Theater sind. Bemerkenswert die trockene, sachliche Komik des Herrn Rainer, spitzigwitzig das Fraulein G e tz n e r und überraschend der Humor, den Herr Schott entwickelt (eine Qualität, die während feiner Burgcheaiertätigkeit niemals in die Erscheinung trat). Das mädchenhafte anmutige Fräulein Gregor zwingt sich vutriertes Komödiensipiel ab. Es gelingt ja, aber man merkt vm Zwang. Wir sehen sie noch immer in ihrem Rollenfach — dmnals, als sie in einer Dichtung von Rabindranath Tagore ein indisches Mädchen gab, damals, als das Theater in der Fofesstadt noch ein alter Kasten war, aber einen Direktor hatten der es tatsächlich leitete, also nicht Herrn Reinhardt, stmdern Jarno. Damals hatte wahrscheinlich auch Herr Fr iede kl keine Gelegenheit gehabt, just das zu tun, was er absolut nicht kann, nämlich Theaterspielen. Warum einer, der ein vortrefflicher Schriftsteller ist und ein amüsanter Eon-- fetettcrer just den DcharHüelerbernf artsübt, zu dem er nur ein einziges Mal taugte, nämlich jüngst, als auf dem Dheatergettel stand: Herr Friedell, bargestellt von Herrn Friebell, sollte Mch m Wien nicht möglich sein. , O. A. »Hallo — die Ztmtmtebtte/ Roland-Bühn«. Sie grassiert jetzt wie die Grippe. Wenn die Figuren ans der Bühne und im Zuschanverraum nur so hevunrspazieren und die Geschichte sehr lange dauert, wenn die einen die Hälfte nicht Verstehen und die anderen sie sowieso schon kennen, dann heißt das Revue. Die jungen Autoren Peter Herz und Heinrich Nowak sowie der Komponist Du Val-Diamant — seine Musik ist bekannter als er — treffen es immerhin im großen und ganzen nicht ungeschickter als ihre berühmten Kollegen. Auch in chver Traumrevue weitz man nicht, was soll es bedeuten, und ihr Humor, das heißt, wenn „geflidelt" wird, geht nach bewährtem Muster. Das Wort ,-Schigerl" beispielsweise zündete" jedesmal. Auch die Beine und Formen der mvftretendm Mädels können sich sehen lassen, was sie mich taten. Sparsamer war die Ausstattung der Roland-Bühne, dafür arbeiteten die Darsteller mit jugendlicher Lust, als ob sie nicht bezahlt, sondern Amateure wären. Nur die Gasangsverpflichtungen störten manchesmal. Rolf Osten nrachte gute Figur, Lola Lehry zeigte viel Temperament, die Herren Aurich und Pfaudler sind gutes Theater. Irma Strehn-Winter und die anderen Damen wirkten verdienstlich mit. Das Publikum unterhielt sich zum Teil sehr gilt. Biele wurden für die Werbezirk durch Sigi Hofer entschädigt. Ali. Ae Rot der österreichischen Bühnen. Generalversammlung des Bühnenvereines. Unter sehr zahlreicher Beteiligung der Delegierten aller Wiener und Provinztheater fand gestern vormittags int Sitznngssaale des Alten Rathauses die 84, Generalversammlung des Bühuenvereies statt, bei der 1359 Mitglieder vertreten ivaren. Im Tätigkeitsbericht betonte Präsident Stärk die Wichtigkeit der Verlängerung desKollektiv- Vertrages für ein Jahr und wies dann auf die kritische Lage der Theater in Wien und in der Provinz hin, die hauptsächlich durch die Uebersteuerung hervorgevufen sei. In vielen Interventionen ist es in einem großen Teil der österreichischen Provinzstüdte gelungen, die Stadtverwaltungen zur Ueberzeugung zu bringen, daß es notwendig sei, für die Erhaltung der Bühnen Opfer zu bringen. Wenn ein vollständiger Zusammenbruch des österreichischen Theaterlebens vermieden werden soll, wird auch der Bund sich seiner Verpflichtung, für die Erhaltung der österreichischen Provinzbetriebe mitzusorgen, nicht länger entziehen kömmt. Der Referent teilte zum Schlüsse mit» daß anläßlich des Burgtheaterjnbilänms folgende Mitglieder des Bühnenvereines zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden, und zwar Frau Wilbrandt-Baudius, Frau Bleibtreu, Max Devrient und Herr Moser. Sodann wurden folgende Anträge einstimmig angenommen: Die Delegiertenkonferenz erhebt schärfsten Einspruch dagegen, daß die Mitglieder des Burgtheaters und der Staatsoper dazu mißbraucht werden sollen, eine große Anzahl ihrer Kollegen in der Provinz arbeitslos zu machen. Die Delegiertenkonferenz fordert, daß der Bund, ohne die BundeStheater zu belasten, jene Mittel, die zur Durchführung der geplanten Gastspiele aufgewendet werden sollen, zur direkten Subventionierung der Provinztheater zur Verfügung stellt. Ein weiterer Antrag betrifft die Mitwirkung der Theaterangehörigen beim Radioprogramm. Die Delegiertenkonferenz fordert den Bühnenverein auf, mit der „Ravag" in Verhandlung wegen des Abschlusses von Kollektivverträgen zu treten. Mit Rücksicht auf die große Anzahl arbeitsloser Bühnenangestellter ist mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß Dilettanten bei Radioaufnahmen tticht verwendet werden. In einem dritten Antrag wurde gefordert, daß die Schüleraufnahmen in die Schauspielerakademie eingeschränkt werden und daß die Eleven bei Vorstellungen nicht verwendet werden dürfen, tnn nicht arbeitslosen Schauspielern den Verdienst zn nehmen. Einen Antrag, den Präsidenten des Bühnenvereines zu entlohnen, lehnte Präsident Stärk ab und erklärte, daß er, wenn dieser Antrag angenommen würde, auf seine Stelle verzichten müßte. Während der Tagung der Delegiertenkonferenz hielten die österreichischen Provinzstädte, die eigene Theater besitzen, eine Konferenz ab, in der sich sämtliche Städtevertreter dahin aussprachen, daß die Gemeinden außerstande seien, die Theater weiter zu erhalten. Eine Abordnung begab sich sodann unter Führung des Sekretärs Ho nah zum Finanzminister Kollmann, tun von ihm Bundesmittel zur Erhaltung der Provinztheater zu erbitten. Minister Kollmann erklärte, daß er im laufenden Jahre nichts mehr tun könne, weil das Budget bereits Gesetz geworden.sei, gab den.Vertretern aber den Rat, sich mit den politischen Parteien ins Einvernehmen zu setzen, damit in das Budget für 1927 ein entsprechender Betrag für diesen Zweck eingesetzt. weÄe. 3gnaz Soidrihers Handfchrlstenfammknng in der Ungarischen Akademie der Wiffenschaftea. Wie aus mehrfachen, Berichten der „Wiener Morgenzeitung" bekannt, hat die jüdische Mtivnawihlivkhck in Jerusalem vor etwa zwei Jahren die übWüs wertvolle und reichhaltige Bibliothek des in Budapest verstorbenen berühmten Orientalisten Dr. Jgnag Goldzi'her von der Witwe des Gelehrten käuflich erworben. Die Goldzihersche Büchersammlung^ befindet sich auch bereits in Jerusalem, wo Fachmänner mit der Katalogisierung des Bestandes beschäftigt sind. Als der Ankauf dieser Sammlung, um deren Besitz sich die größten öffentlichen Bibliotheken und Privatsammier der Welt, mit Ausnahme der ungarischen, bemüht hatten, abgeschlossen wurde, war man durch, das Gerücht, daß die . Handschriften und Korrespondenz des großen Forschers sich nicht in der von der jüdischen NattonalbWothek erworbenen Sammlung befinden, schr unangenehm berührt. Nun wird uns aus Budapest berichtet, daß der . Sohn Goldzihers, Prof. Dr. Karl Goldziher, im Sinne der letztwrlligen Verfügung des inzwischen gleichfalls verstorbenen Prof. Jgna; Goldjiher, den gesamten Nachlaß an Handschriften sowie eine Exzerptensammlung und die während 35 Jahren geführte Korrespondenz der ungarischen Akademie der Wissenschaften zum Geschenk gemacht ha'be. Bekanntlich war Ignaz G o l d z i h e r ordentliches Mitglied, eine Zeitlang auch Direktor und Soktionspräsident der Mademie. Schon jetzt anläßlich der ersten Sichtung der Handschriften konnte fest-gestellt dverden, daß es sich um ein Quellen material von ungcheurem wissenschaftlichen Wert, handelt. Hoffentlich gelingt es der Leitung der jüdischen Nationalbiblrothek, auf Grund des vor kurzem von uns berichteten Tauschabkommens Abschriften dieses Materials zu erhalten. Aus den Theatern. e a t e r. Morgen, 3 Nhr B u r g t h »Lumpazivagabundus »La nachmittags _ cm * ~ -- -. Abends %8 Uhr. zun 25. Male »Lady Minder mereS Fächer*. A k a d e m ' k l n e a 1 e r. Morgen, 3 Uhr nachmittag» »D t e F r a n Rat". Abends, */,Ö Uhr, »Onkel Toni" Opernthoater. Morgen. */,7 Uhr abends. »Tann« hä « ler". Redouten saal. Morgen, 7>8 Uhr abends. »Cos' f a n 1 u t t e". Bottsov » r. Morgen nachmittags »Rigoletto' abends »Der B s t t e l st ud e n i". Montag nachmittags -Der Z t g e u n e r b a r o n", abends »Hoffma « nS Erzählungen".. Deutsche » V olkstheater. Heute, 8Uhr abends, gelangt zur Nachfeier des 60. Geburtstages Romain R o U lanhs dessen »Spiel von Tod und L i» b »* zm ersttN Aufführung. Die erste Wiederholung ist Sonntag angesetzt. Nachmittags, 7,4 Uhr.^»D ie neuen Herr» Montag ,4 Uhr nachmittags, Shaws D t e h e i l'i g e I o h a tt« «* »D t e lebende Maske' i Uhr abends. Pirandellos (mit Alexander M o t f f i). NeueWtener Bühne. Heut», 7,8 Uhr abendil gelanat dt« Revueoverrett« »Liebvsmagazt«" vo Fischer-Friedman u. Musik von Kamtlla F r y d e r zur 25 Aufführung. Im Nahmen dieser JubiläumSvorsteü«« eröffnen dt« Nackttänzerin V d y r und der afrikanische Exzentril tänzer M ster Johnson ein mehrwöchiges Gastspiel. Avoilotbeater. Heute, 7,ö Ubr abend». Brems« der großen Hallet-Kevue »Achtung! Welle 5061" A beiden Feiertagen gehen je zwei Vorstellungen, nachmittags SUvi und 7f8 Uhr abends ln Szene. Roland-Büvne. Sonntag und Mont«. 7,4 Uh nachmittags das Polksstück 's letzte ®a?, Abend ‘/.sunt, »e.u, Ein Ehrenpreis für den Maler Schmidt. Tcr vom Ge ineindcrat dcnt O e st e r r e i ch i s ch e n K ü n st l e r b n n d ge widmete Ehrenpreis der Stadt Wien im Betrao^ von 300 S. wurde dem akademischen Maler Anton Konrat Schmidt zuerkannt. Jascha Chrifez in Rom. Wie nns ans Rom berichtet wird, fand der arße Geiger Jascha Cheifez anläßlich seines Konzertes in ver Philharmonia sowohl beim Pnbltknm als auch bei der Kritik begeisterte Aufnahme. Die italienische Presse vergleicht Cheifez mit Paganini und nennt ihn den „Költig der Geigenküllstler". Bor seiner Abreise wurde Cheifez von Musso lini' zu eincnl Abend eingeladen. Auch hier hat der Künstler mit seinen Darbietungen enthusiastischen Beifall gefunden. Rudolf Bandler wird eine Kon^rtionrnee durch ganz Spamen absolvieren. Der Künstler gibt anfangs Septencker drei Konzerte in Barcelona und kehrt erst ErÄe Oktober über Lissabon und Oporto nach Wien zurück. Sein südamerikanijches Engagement mußte der Künstler infolge anderweitiger Verpflichtungen verschieben. Ein findiger Verleger, in Leipzig daheim, versendet folgenden Aufruf: „Manche wertvolle literarische Kraft schafft im Verborgenen und ringt' um 'Anerkennung. Unser Verlag will sie fördern. Er will die wirklich beachtenswerten lyrischen Dichtungen unserer Zeit, auch der wenig oder gar nicht bekannten Dichter, in einem oder mehreren Bänden sammeln und die besten Dichtungen mit Preisen auszeichnen. Es ergeht daher an alle lebenoen Dichter deutscher Zunge der Ruf, sich an dieser Sammlung und dem daurit verbundenen Wettbewerb zu beteiligen. Dte Auswahl der besten Dichtrtngen soll nicht nur durch ein besttmmtes Richterkollegium, sondern durch Volks entscheid erfolgen. Dasjenige Gedicht, auf welches die höchste Stimmenzahl entfällt, erhält den ersten Preis von voraussichtlich 1000 Reichsmark, während weitere wertvolle Preise je nach der abgegebenen Stintmenzahl verteilt werden. Ein Honorar kann den Verfassern j<ä>och nicht in Aussicht gestellt werden. Besondere Maßnahmen und große Auflagen sollen das Werk so verbilligen, daß es Allgemeingut des deutschen Volkes wird. Als Herausgeber.ist Herr A. Apffelstaedt, Leipzig S. 3, Gustav-Freytag-Straße 28, gewonnen worden,/ an den alle Manuskripte, einseitig beschrieben, mit Angabe des Geburtsortes und -jahres, des - jetzigen Berufsuno Aufenthaltsortes des Verfassers versehen, umgehend einzusenden sind. Eine Rücksendung der Manusrripte kann nicht erfolgen. Es wird gebeten, strengste Selbstkritik zu üben und nur völlig druckreife Beiträge (keine Plagiate) einznreichen." * Uno' nun kann das lyrtsche Wettrennen beginnen! Der kluge Verleger wird den Masseneinlauf in Sammelbänden veröffentlichen, für den Ankauf werden die Einsender sorgen — und den „Volksentscheid" abwarten. __‘ Radroprograrnrn. f«Mte Samstag den 3. April. 17 Uhr 30 Min.:, Uche-rtraguttg aus >der Wiener Volksoper: „Parsifal" voy Richard Wggner. Musikalische Leitung: Dr. Ludwig Kaiser/ VT um» Der Kartenfchwindel beim Fußballmatch. : Lazarus zu fünf Monaten einfachen Kerkers verurteilt. Die Verhandlung geigen den wegen Betruges angsklagten früheren Sekxetär der Hakoah, Benno Lazarus, wurde gestern mit dem Vechör der Kassiere, die an den Pfingstfeiertagen vorigen Jahres beim Match ans der Hohen Warte Dienst versehen ' hatten, fortgesetzt. Vorher war der. ehemalige Sekretär des Simmeringer Sportklubs, K o t e k, über jene' Machinationen, die sich an: 28. Mai bei. einem Wettspiel zwischerr Hakoah und W. A. C. ereignet haben, sollen, gchürl worden. Der Postamtsdirektor Hujer berichtet, wie Lazarus auf ‘ der Hohen Warte zu ihm gokomnien sei und von ihm verlang: habe,, er möge ihm einige Mrten, es waren TrMnensitze, die er für Besucher reserviert hatte, zurücknchmen. Er habe sich zuerst dagegen >getoohrt, habe aber dann schließlich seinen Wunsch erMt. Nun folgen eine Reihe anderer Kassiere, die damals bemr Match auf der Hohen' Warte Dienst gemacht halten und die in demselben Sinne aussagen. Die Vertreter der Gemeinde, W itz elsbe rg er' und Fuchs, legen Matchrechnnngen vor, aus denen in Uebereinstimmutlg mit der Aussage des Sekretärs der Smuncringer, Kotek, h.'rvorgcht, daß die Manipulation mit den 1000 Karten an demselben Matchtag van Lazarus vorgenomnten lmtrde, wie die, mit den ihnt angeblich von Agioteuren zuvüc^ebrachtcn 68 Karten. Die eitwernommenen Kassiere der Hohen Warte, die an den beiden Pfingsttagen 1025 Dienst machten, sagen übereinstmlanend aus, ldaß ihnen Lazarus je 40 bis 50 Sitzplatzkarten ' mit dem Btmerken übergeben habe, daß diese ihm von einer für Klubmitglieder reservierten Garnitur verbliebett seien. Der ehemalige Generalsekretär der Hakoah, Schwarz, bestätigt die Angabe Lazarus', daß den Angestellten des Sekr.'tariats der Hakoah die Gehälter in klei-neu Raten und um Monat« Verspätet auSgezahlt tvorden seien. Jni lveiteren Verlaufe her Verharrdlung kam es zu diäter erregtet: Auseinander-- setzung zwischen dem Verteidiger Dr. Eitelberg und dem Staatsanwaltschaft, worauf Dr. Nahrhaft erregt entgegnet«, der Auffassung -des Staatsanwaltes, daß die Agioteure Kartm bloß im Vorverkauf besorgt haben kölmeu, als „Schlager" der PtaatSanwailtscha-ft.worcut-f Dr. Nahrhaft erregt entgognete, 'bet Verteidiger möge bedenken, daß wir im Gerichtssaal seien, und wicht mit sport-liche-n Krästausdrücken herumjvejrfen. Das Betoeisverfahren wurde hierauf geschlossen. Der, Gerichtshof erkannte den Angeklagten des Betruges mit einem Schaden über 160, jedoch unter 1600 Schillia^g schuldig und verurteilte den Benno LazaruS zu fünf Mo« Bat-r« einfachen Kerlers. Die Gemeinde Wien wurde «st ihren Schadenersatzansprüchen ans den ZivArechtSwoa Veftviestn- Ms erschwerend wu rde die Wiedechoivmqg der Tafi bnzeich« «sh d« Uorstand, daß dee Schademshöhe Ml» SchWv» «ch«M