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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-01 · Heft 2553 (1.4.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2553 (1.4.1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2558 Men, Donnerstag Wiener Mörüenzettuna 1. April 1926 Seils 7 Wien» 1. Apvil. * Das Wetter. Gestern herrschte wieder warms FrühlingNvetter. Die Voraussage lautet: Veränderlich, vorübevgchenb kühler. * Tod durch Leuchtgasverstftung. Die 7.3jähvige Pfründnern« Rosa Henke, die bei der Familie Schindler in der Schönburggasse 48 wohnte, wurde gestern früh in der mit Leuchtgas erfüllten Küche, am einem Schemmel sitzend, t o t aufgefiinden. Ob es sich um sinen Unfall oder einen Selbstmord handelt, konnte bisher nicht sestg.stellt werden. * Todessturz beim Fensterputzen. Die bei der Familie Schneider im 4. Stock des Hauses Porzellangasse 1 bedienst'te .Hausgehilfin .Heamiue Grone putzte vorgestern abends die Fenster im Hofe und benützte dabei einen Sicherheitsgurte.!. Dieser riß plötzlich nnd die Grone stürzte in den Hof. Sie blieb mit einem Schädelgrundbruch tot liege«. * Der Mord bei Ternitz. Aus Wiener-Neustadt wird «ns gemeldet: Der unter dem Verdachte des Mordes an dem Schneidermeister Haller, welcher anl 23. Dezember o. I. in der Nähe seines Hauses in Rohrbach bei Ternitz zur Nachtzeit rot aufgefunden wurde, verhaftete I. M a y e r h o f e r wurde vor einigen Tagen mangels an Beweisen aus der Untersuchungshaft entlassen. Diese mysteriöse Mordtat bedarf daher noch der Aufklärung und arbeitet die Gendarmerie eifrigst an der Eruierung des Mörders. * Verhaftete Banknotenverkiirzer. In der letzten Zeit wnrde wieder eine Anzahl von verkürzten Banknoten in Umlauf gesetzt. Die Gesamtzahl der bis zum 26. März erkannten verkürzten Banknoten zu 100 Schilling beträgt 36, während nur zwei Stück zu 10 Schilling und fünf Stück zu 6 -Schilling beanständet worden sind. Den Präsentanten ist, soweit bis jetzt feltitcht. durch den Abzug von 10 Prozent des Nennwertes ein Schaden von 470 Schilling 50 Groschen entstanden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen den 17jährigen beschäftigungslosen Maschinenbauer Robert Brod, der schon im Jahre 1024 als der Erzeuger nnd Verbreiter der gekürzten Banknote« ermittelt und wegen Betruges zu vier M o n a t e n schweren Kerkers verurteilt wurde. Der Bursche wurde am 25. März verhaftet. Im Laufe der Erhebungen wurden der 21jährige, beschäftigungslose Uhrmachergchilfe Heinrich Huber und der 20jährige Ban- und Kunstschlosser Josef Weiß als Mitschuldige verhaftet. Es wurde ihnen auch nachgcwiescn, daß sie beim Warenhaus Stafa mit Hilfe geMchtex Kassazettel Waren heransgeloöt haben. Die Drei haben auch Meldezettel gefälscht, um mit ihnen bei Fahrrad- Verleihern Fahrräder zu entlocken. Das Kleeblatt hat sich auch mit dem Plane befaßt, falsche Banknoten herznstellen. Brcü, Huber und Weiß wurden gestern dein Landesgerichte eingelichert. * Einschleicher im israelitischen Mädchenwaisenhaus. 2lim 30. März haben zwei Männer aus der Wohnung der Scit.ntn des israelitischen Mädchenwaisenhauses, 19. Bez., Ruchgasse 21, znm Nachteil der sie besuchenden Studentin Elise Löwenbeck einen Waterprofmantel gestohlen. Die Täter sind ein Invalide, der gebettelt hat und den: das linke Bein fehlt, und ein großer Mann mit hellblondem Haar, der ihn begleitet hat. * Die gestohlenen falschen Wafferkraftaktien. Wie berichtet, sind am 19. ober 20. März im BaEauze Otto Hofsmann n. K o m p., Dorotheergasse 7, 16 gefälschte Kumulativaktien Fu je 50 Stück der Öberösterreichischen Wasserkraftunv Elektrizitätswerke gestohlen worden. Es handelt sich um Stücke der im Vorjahre ausgedeckten' Riosenfälschungen der Aktien, die der Lithograph Krottenmayer ausgeführt bat. Die Falsifikate sollten an das Landesgericht 1 abgegeben werden und waren schon vorbereitet, als der Diebstahl ausgeführt wurde. Da die Aktien bei Banken nicht verwertet werden können, oernlutet man, daß sie entweder gegen Darlehen verpfändet oder an Private verkauft worden sind. * Warnung vor unbefugten Vertretern. Dir österreichische Blindenindnstrie, Bürsten- und Koribwarenwerckstätten des Verbandes der Blindenvereine Oesterreichs in Wien. 7. Bez., Hermanngasse 24, gibt bekannt, daß Herr Ferdinand Ioppich, 17. Bez., Lorneckgasfr 4, nicht mehr berechtigt ist, Auifträge für sie cmfzunehmen, da die ans diese Weise zustandekommenden Bestellungen nicht mit den Erzeugnissen der österreichischen Blinden- Industrie beliefert werden. Die befugten Vertreter der österveichischeu Blindenlndustrie müssen sich mit einer mit Lichtbild versehenen Karte answeisen. Allfällige Beobachtungen wollen unter Fernruf 34-3-36 gemeldet worden. Bortriige, Vereine. Versammlungen. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, 2. Bez., ZtrkuSgasse 83. Heute, 8 Uhr abends, Mitteilung des Resultates vom heurigen Keren-Hajessod-Düve in der Leopoldstadt und Verteilung der Keren-Hajessod- Ningefürdie Mitarbeiter. Ostern in Baden bei Wien. „Nur keine lange Fahrerei!" Das ist der Wunsch des abgespannten Großstädters, wenn er einige Tage in guter Luft und ländlicher Ruhe ausspannen will. Selten wird es in der Nähe einer Millionenstadt einen solchen Ort geben, der alle diese Wünsche, noch dazu mit einer prächtigen Lage vereint, wie unser liebes Baden bei Wien. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man über Heilkraft der Badener Quellen, die modernen Kuranlagen, über die geradezu großstädtischen Komfort anfweisenoen Hotels uub Sanatorien schreiben. Wer aber in diesen Tagen einen Ausflug in Badens Umgebung macht, der weiß imnier wieder Neues zu erzählen, von den wunderbaren Stimmungen, die der Frühling auf dieses Stück Erde zaubert. A propos: In den kommenden Tagen findet ein Bruckner-Konzert des Badetler Männer-Gesangvereines unter Leitung des Prof. Kabaster, eines Schülers Marx', statt. Wenn die Glocken zu Ostern nach Rom reisen, fahre ich bis Baden mit. Und Sie gewiß auch! . Lichtbildervortrag für die jüdische Jugend. Heute, präzise halb 6 Uhr abends, 8. Bez., Bennoplatz 1a: „Der Auszug der Juden aus Aegypten." Begleitender Vortrag Prof. Dr. Heinrich Glanz. Angabe der Geschäftszeit Im Telephonbuch. Die Generaldirektion für das Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen hat zugeftimmt, daß int amtlichen Telepholtverzeichnis künftighin auch Angabeil über die Geschäfts- und Burvaustuwden dor Teilnehmer Platz finden können. Diese Angaben worben unmittelbar nach d.ut Nanwn öder der Firmabezeichnuug des Teilnehmers unter Klammer eingesetzt, wie dies bereits bei Aerzteu für die Ordinationsstunden durchgaführt ist. Sollte ein Teilnehmer Interesse daran haben, daß außer den allgemeinen Gvschäftsstunden scmes Btriobes noch besondere, beispielsweise für Kassadienst, Wechselstubendieiist, Warenaussolgung ufw., in seine Einrückung ausgenommen werden, dann wird den bezügliche,l gekürzten Zeitangaben das entsprechende Kennwort des Teilnehmers wie z. B. Kassa lisw., vorausAlsetzen fein. Diese Zusätze jinto, sofern« hiedurch'das mit bwi Zeilen festgesetzte Ausmaß der offiziellen Einrückung des TechnchmerH Mt MrschvMc. wich. tofteaift** . Tinning jKzxxxiixxxxxxrixzixxx "Jüdisches Künstlerkabarett m II., Praterstrasse 60 (Cafe Astorla) / Telephon 43-5-59 Leiter; Max Streng II VORANZEIGE II Don h ersta g den 8, April 1926 Zum ersten Male i Bankrott... ferner reichhaltiger, amUsannter Soloteli M H M H M M M M M ►< M M N M M H ►< H ►< M M Kunst, Bühne, Buch. Auszeichnungen zum Bnrgtheaterinbiläum. Den, Dernchmen nach wird die Verlautbarung d.'r Auszeichnungen znm 150jähriger, Burgtheaterjubilämn (8. April) erst nach den Osterfeiertagen geschehen. Die Zuerkennnng des Titels von K a m m e r s ch a u s P i e l e r n und Kammerschauspiel.winneii bei diesem Anlasse gilt für wahrscheinlich. Das auf den 6.' April fallende 65jährige Burglheaterjubiläum der Frau Wilbrandt - Baudiüs wird voraussichtlich nicht in einem besonderen Festakte, sondern im Zufanimenhang mit der offiziellen Burgtheaterseler begangen werden. Jedenfalls gehört die Künstlerin zu den Mitgli.'deru des Hauses, die anläßlich des Burgthealerjiibiläums ausgezeichnet werden. Sthelto im Frack. Regisseur Harry Ay l i ss, der, wie .berichtet, zu den Proben des „Hamlet" in moderner Kleidung am Deutschen Volkstheater in Wien eingetroffen ist, bereitst von hier aus den modern kostümierten „O t h e l l o" für die englische Bühne vor. Für die Darstellung des Jago in dieser Inszenierung soll Arnold Korsf gewonnen werden, der lange als Schauspieler in den Vereinigten Staaten tätig war. „Hamlet" in moderner Kleidung wich nach der Concordiavorstellung am 10. d. in das Repertoire des Deutschen Volkstheaters ausgenommen werden und von hier nach Berlin gehen. Aus den Theatern. Burgth eater. Dienstag den 5. d. gelangt das Lustsviel „Der ewige Jüngling" zur Aufführung. Mittwoch den 7. d. wird Hebbels Tragödie „H, e r o d e s und Mart am n e" aufgeführt. Akademiethea ter. Dienstag den 6. d. „Onkel Toni". Mittwoch den 7. d. ,C a n d t d a", ein Mysterium von Bernard Shaw. Ratmund-Theater. Sonntag und Montag nachmittags gelangt das Kindermärchen «Der O st e r h a s e" zur Aufführung. Modernes Theater. Samstag Erstaufführung der Detektivkomödie „D i e b l a u e Perle" von Vaul Franü L u st s p t e l t h e a t e r. Samstag Erstaufführung der Revue „Rundum d i e N i e f e", Revue in elf Bi dern von Peter Herz. Musik von Karl M. M a y. Johann-Strauß -Theater. Sonntag nachmittags „D e r R a st e l S i n d e r". Montag nachmittags „D i e F ö r st e r ch r i st l". Roland-Bühne. Heute, 8 Mr abends, Erstauf- Mrung von „H a l l o — d t e T r a u m r e v n e". neun Bilder von Peter Herz nnd Heinrich Nowak, Musik von Hans D u v a l-D i a m a n t. Bücherelnlauf. „ «Judenhaß", eine Anthologie, herausgeaeben von der Arbeitsgemeinschaft für kulturelle Propaganda „Prometheus". Erschienen im Selbstverlag. Wien. S. N. S p yr „Ani Maamin . . Essays PalestinienS. I. Schulfinger Verlag, Anders. „Bücherwurm." Eichhorn-Verlag, Dachau bei München. Das Marches: — ein Asien-Sonderheft — zeichnet sich durch einen besonders reichen Inhalt aus. Der Emleitungsaufsatz von Karl Haushofer suchr das Problem „Ostasien int Rahmen der pan» asiatischen Frage" unter dem großen Gesichtspunkte des sich erneuernden Asien zu lösen. Eduard Erkes gibt in seinem Beitrage ,>Das Land der Mitte" eine instruktive Darstellung der im gegenwärtigen China latenten und aktiven Kräfte. Als Ergänzung hierzu gibt der führende Sinologe Richard Wilhelm unter dom Titel „Die Seele Eh'.nas" eine klare Formulierung des urowigen Gegensatzes der östlichen und der westlichen Seele. Weitere Beiträge sind der bildenden Kunst (Kühnel: Asien und die islamische Kunst) und hex Dichtung (Bethge: Die Liebeslyrik der Inder) gewidmet, während ein letzter Aufsatz von Glasenapp: „Das heutige Indien", die historische^ Voraussetzungen der gegenwärtigen Haltung dieses in starker Gärung begriffenen Großreiches aufzekgt. Nadioprogramm. Heute Donnerstag den 1. Aprü. 11 Uhr Vormittagsmuslk. — 16 Uhr 1.> Min.: NachmittaaSkoiizert. Wagner: Vorspiel zu „Lohengrin". Mathelon Air für Violine. TschatkowSky r Noelurno. Wagner- Charfrei»agszauber. Puecinir Schwester Angeliea LisztConlolatlon. Kienzlr Vorspiel und Szenen aus „Der Evangelimann". — 17 Ubr. 60 Min r Ostein in der deutschen Literatur. Prof. Dr. Job. Pilz. ■- 18 Uhr 45 Min. r Ostervorlelung. Dr. Erich Fortner. — 20 Uhr 1b Minr Zweite Schubertiade. — Winterreise. — Gute Nacht. — Die Wetterfahne. — Gefrorene Tränen. — Erstarrung. — Der Ltndenbaum. —- Wasserflut- — Auf dem Flusse — Rückblick. —, Irrlicht. — Rast. — Früblingstrcmm — Ein'amkeit. — Die Post. - Der greise Kopf. — D'e Krähe. — Letzte Hoffpuna. —- Jiy Dorfe. - Der stürmische Morgen. — Täuschung. — Der' Wegweiser. — Das Wirtshaus. —. Mut. — Die Nebensonnen. - Der Leierrnann. Voraetraaen vom Konzert-' länger Oskar Jöllt. Am Ehrbar-FlügeL, Profl Adolf Kirchl» Serichtsfaal. „Wen Nebst d« mehr, den koglstnder oder mich!" Der 21jährige Zahntechniker Einil Steinberger macht« im Sonnner 1925 die Bekanntschaft der bildhübschen 18jährigen Schneiderin Pantine Havla th. Er sprach sie im Flur des elterlichen Wchnhauses an. Sie nahm sein« Begleitung an, verbrachte den Nachmittag in seiner Gesellschaft und gestand ihm, daß er ihr gefalle. Lächelnd erwiderte der junge Monn, er sei von ihrer Gegenliebe erst überzeugt, wenn sie ihm den höchsten Beweis gebe. Pauline gab diesen Beweis. Die Liebenden kamen öfter zusammen. Als die Ätern des jungen Mannes von dem Verhältnis erfuhren, verboten sie ihrem Schn den weiteren Verkehr. Daraus verließ Emil das Elternhaus, suchte die Eltern des Mädchens auf, hielt um ihre Hand an und nach erhabener EinwilliWNig tvurde die Verlobung gefeiert. Der junge Manu wohnte mm einige Wochen im Hause der Braut. Eines Tages mochte er die Bekanntschaft eines reichen Engländers. Schon nach kurzer Zeit überredete Steinberger seine Braut — wie sie vor Gericht angab — mit dem Engländer ein Verhältnis eingugeheu. Die drei jungen Leute unternahmen täglich Autofahrten, kehrten gemeinsam ein, besuchten Restaurationen und Nachtlokale, wobei der Engländer die Kosten trug und dem Mädchen auch namhafte Gelvgeschenke machte. Einen Teil dieser Zuwendungen gab sie regelmäßig dem Bräutigam. Plötzlich wurde EmA eifersüchtig. Nach einem Ausflug, als sie heimgekehrt waren, fragte er das Mädchen unvermittelt: „Wem liebst du mehr, den Engländer oder mich?" Pauline lächelte schnippisch: „Den Engländer, von dir habe ich ohnehin nichts!" Der Bräutigam geriet in heftigen Zorn, fiel über die Bwut her und balgte sich mit ihr. Dann sperrte er die Zimmcrtür ab, würgte die Braut, fesselte ihre Hände aus den Rücken, band sie mit einem Riemen an das Bett und sagte: „Jetzt werde ich dich mir Leuchtgas vergiften." Tatsächlich drchte er den Gashahn auf, nachdem er einen Zettel auf den Tisch gelegt, der lautete: „Wir scheiden freiwillig aus dem Leben." Dann legte er sich neben sie in das Bett. Pauline schrie um HÄse, worauf Steinberger sie knebelte. Gleich darauf,war er sehr zärtlich und meinte: „Sei ruhig, wir wollen nun den Tob erwarten." Eine Nachbarin hatte die Hilferufe vernommen, eilte um die Polizei und klopfte dann heftig an die Tür. Bevor noch der Wachmann erschien, hatte Steinberger die Tür ^ind das Fenster geöffnet und das Mädchen von den Fesseln befreit. Bor Gericht wiederholte Sieinberger seine in der Untersuchung vorgebrachte Verantwortung, daß er mtr eine Komödie ausgeführt habe, er habe dem Mädchen nicht ernstlich ein Leid zufügen, sondern es nur schrecken wollen. Bei der psychiatrischen Untersuchung hatte sich herausgestellt, daß A-einberger,schon einige Male in Heilanstalten wegen seines G e i st e s z u st a n d e s untergebracht war. Eines Tpges^ war er auf die Brückenträger der Schwedenbrücke.gekrochen, um in dm Donaukanäl zu springen. Er mußte von per Feuerwehr aus dieser Lage befreit werden. Die Psychiater bezeichneten chn als psychopathsch minderwertig, aber zurechnungsfähig. Der Angeklagte.wurde Unter Zubilligung von Milderungsumständen der gefährlicher: Drohung, der Einschränkung der persönlichen Freiheit und der leichten Körperverletzung schuldig erkannt, jedoch mit Rücksicht auf das psychiatrische Gutachten nur zu fünf Monaten strengen Arrests bedingt verurteil^ mit drei Jahren Beiwähnungsfrist. In Golfern darf man nicht mtt dem Motorrad fahren. In der Sommerfrische G o i s e r n tMrd'e von der Gemeinde das Verbot des Befahrens der Straße mtt Motor-f rädern erlassen, weil die Stmße auch als Promenadeiiweg dien« und die Sommergäste „durch den' Lärm und Gestank der Motorräder belästigt" und die Fußgeher in ihrer. Sicherheit, gesährdet werden. Ueber die. gegen. dieses Motorradvevbot (das von der Landesregierung bestätigt tMrde) von einem Ortsinsassen eincpbrachte Beschwerde fand gestern vordem Verwaltungsgerichtshof die Verhandlung statt. Der Beschwerdevertreter, Dr. Trnka, bezeichnete das Verbot als tunbegründet und als einen Ausfluß der Gehässigkeit Und Feindseligkeit der Gemeinde Goffern gegen Automobilnnd Motorradfahrer. Der Verwalt«ngsgerichHof erkannte lauf Abweisung der Beschwerde, weil ein subjektiver Rechtsanspruch auf eine bestimmte Art der- Benützung einer Straße nicht bestehe und die Gemeinde als Straßmbchövde zur.Regelung des Verkehres auf den Gemeindestraßen nach freiem Ermessen Verfügungen zu treffen benifen sei. Die Kosten für die Verschönerung des Hlauses dürfen auf die Mieter nicht üb«Miäht werden. Dor Hausbesitzer Dr. Slaba hat seine Hauspartoien auf Bezahlung der Kosten geklagt, die ihni aus der Verschönerung seines Hauses erwachsen sind. Der Betrag von 39.000 Schilling sollte ohne vorheriges Gutachten der Mietkommission Mf die Mieter überivälzt werden. Ein bereits erflossenes Urteil des Landesgerichtes verurteilte «einige Mieter ohne vorherige Einholung des Gutachtens der Mietikommission bei sonstiger Kündigung zur Zahlung der auf sie entfallenden Beträge..Gleichzeitig mit dem erwähnten Prozeß gegen «eine Mietpartei waren einige weitere gleichartige Klagen beim Bezirksgericht Margareten anhmgig. Der Richter mlterbrach jedoch das Be«rfahren und holte von Amts Westen die Entscheidung der Mietkommission . über die Zulässigkeit der Forderung ein. Bei der gestrigen Verhandlung vor. der Mietkommlssion Margareten (Vorsitzender Dr. Scholz) kam die Kommission nun zu der Entscheidung, daß der dem Hausbesitzer erwachsene Reparatuvaustvand von 39.000 Schilling auf die Mieter nicht überwälzt werden darf, obztvar ein Gutachten des Bausachverständigen Iicg Dr. Quidenus vorlag, der die Preise als angemessen bezeichnete. Die Mietkommiffron begründet ihre aÄveiÄiche Entschiedung damit, daß die vorge- «nommenen Reparaturen lediglich , Berschönerungsarbeiten darstellen und der Hausbesitzer vor ihrer Drrrchführung tveder di« Schlichtungsstelle noch die M re t- Kommission angemfm hatte. Die gegenstäMichen Reparaturen bestanden in dem Vergolden der Dachkuppel, Aufftellung künstlerischer Einsasfunasgitter, Herrichtung des Mavmorentvees u. dgl. Die Mieter, welche vom Landesgericht Ztr Zahlung der IustalchhaltungsbeitrcWe verurteilt lvurden, sind nun berechtigt, dl« bereits geleisteten ZMmyeu zurückzufochorn- ^^999999999999999999999999999999

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