Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2549 (28.3.1926)
- Date
- 1926-03-28
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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«5 'v<&V -fit. ' M. 2519' Men, Zonniätz Mener Movseirzettuns 28. Marz 1926 AAe R' > 1. I £itv©s9steMUin*n€£' uh&j&I' n&eiv nie/ cta^ttMix WARUM! Weil Krupnlk bar alnkauft, bar verkauft, daher am bimgstoB M Den Nutzen genießen unsere Kunden. Einige Beispiele unserer Billigkeift i tfAttinlftf Weid u- Cape, hoch lUfVnpiBI aparte Neuheit aus feinem Meid u. Matlasd-Rips S tf AVMnlfii Kleid und Cape aus AUmPIEI feinem Meld-Rips m. franz. Modeplissd.S IfnmnlA# Kleid und Jacke aus IlUilipiul feinstem französ. Material, reich gest m. Plisd S Vnmnlnft Kleid u. Mantel ans liUlliPiiSl feinstem Mel6-Rips u. Ottomane, schicke Fasson S SeidenRomplet afTk Chine, letzte tranz. Neuheit S 58 68 78 Komplet merzet is Hantel a. franz. Kasha oder i F d merzerisiertem Rips 3teilig S 1»0 aus Covercoat, neueste Faltenfasson S 45, 28. 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Der momentan an der Spitze laufende Spie lmann überwand schon nach 37 Zügen die französische Verteidigung Dr. V a j d a s, während sich Niemzowitsch und Tartakower in einem Springerspiel nichts anhabeu konnten, da Angriff und Verteidigung auf gleicher Höhe standen. Knapp vor Abbruch akzeptierte Dr. Tartakower das angebotene Remis. Auch in der grbtzen Kampfpartie Dr. Aljechin—Reti konnte lange Zeit keine Partei die Oberhand gewinnen, bis es in den Abendstunden Dr. Aljechin doch gelang, am Damenbauerflügel durchzubrechen. Er gewann einen Bauern und obzwar sich Reti noch geistvoll wehrte, konnte er der schließlichen Niederlage doch nicht entgehen. Aufsehen erregte das Flügelspiel des Italieners R o s e l l i gegen den jugoslawischen Borkänrpfer Prof. V i d m a r, das r e m i s endete. Eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte Dr. Treybal, der die Karo- Kaun Verteidigung von Dr. T a r r a s ch in kräftigem Angriff schon nach 31 Zügen überrannte. Ebenso konnte Grünfeld in einem angenommenen Damengambit als Nachziehender gegen Davidson triumphieren, nachdem der Holländer :m Mittelspiel in eine arge Falle geraten war und dabei die Qualität einbüßte. Die spanische Eröffnung Uates gegen Dr. Michel gewann der Engländer durch energischen Bauernsturm am Königsflügel. In einem von Ianowski gegen Rub inst ein nachträglich angenommenen Damengambit kanr es zu höchst abwechslungsreichen Kämpfen. Nublnstein hatte anfänglich die Oberhand und sogar schon einen Bauern erbeutet, als er durch ein voreiliges Manöver plötzlich ins Hintertreffen geriet und resignierte. Das von Km och gegen G i l g unregelmäßig verteidigte Damenbauernspiel wurde nach SO Zügen in ausgeglichener Stellung remis abgebrochen. Stand noch der 15. Rmr4>e. S p i e l m a n n 11V», A l j e ch t n 11, Dr. T a r t akower. Niemzowitsch 10'/,, V i d m a r 10. Dr. Ta rrasch 8%, Grünfeld, Rubinstein, Treybal, Reti, JanowSki 7'/,. Dr. V a j d a. A a t c 8 6'/,. Gilgk, Davidson b'/„ Michel 4'/„ K m o ch 4, R o s e l l i 1. __ . Ser Bndapefter FravenmSrder. Aus Budapest wird gemeldet:. Die polizeiliche Untersuchung m der AngelegenheL der Ermordung der Frau Köhler wird nunmehr i« der Richtung geführt, den geheimnisvollen Franzosen, der die Frau Köhler stets geängftigt hatte, zu eruieren, beziehungÄreije festzustellen, ob es sich uan eine tatsächlich lebende Person handelt. E:n Detektiv überbrachte heuteder Budapests Polizei aas Komorn die Aktenstücke über die Verhaftung der Frau Köhler, Frau KHHler reiste im Mörz 1924 mitder Legitimation der Wiener Artistin Lo:ie G r u b e r in Begleitung ihrer Freundin Katharina Lack ner nach Komorn, wo sie Wege« Spionageverdachtes verhaftet wurde. Da jedoch keme Beweise gegen sie Vorlagen, wurden die beiden nach 13tägvger Haft aus Komorn entlassen. Die Polizei will nunmehr feststellen, was Frau Köhler in Komorn wollte. Der Verdacht, daß sie eine Spiomn sei, wird dadurch bestätigt, daß sie laut Aussagen ihrer Bekannten bereits seit Monaten auf größere Geldsummen aus Rußland und der Türkei bxnfttfe. Heber die Person der Täters stcht der Polizei nur eine Angabe jur Verfügung. Ein Bewohner des Hauser „EyKopgarage" sah Freitag abends um halb 8 Uhr die Frau Köhler mit einem jungen Mann aus der Straße spazieren gehen. Die beiden sprachen deutsch und zankten sich. Sie betraten das Haus nach 8 Uhr abends. Die Polizei vevmü'ret nun, daß nur dieser junge Mann der Täter sein könne und daß er di« Tat noch vor Torfperre verübt habe. Heu.e mittags wurde ein Detektiv nach Csepel entsende:, um bei den dortigen Hasenbauten Nachforschungen anzustellen, da Frau Köhler ihrem Betkannten m Erzsebet. dem Fobriksarbeiter Stephan M ad a r a S, einmal erzählt hatte, daß der.geheimnisvolle Franzose, der sie Verfolg: habe, in Csepel beschäftigt sei. Die Leiche der Ermordeten wurde heute vormittags obduziert. Das gerich särztliche Institut stellte fest, daß der Tod durch Erwürgen eingetreten sei. Me neue Mittelschule. Alöckel gegen das Rektorat. Bor einigen Tagen hat das Rektorat der Universität eine Warnung vor den neuen Mittelschultypen erlassen, die nichts Dauerndes, sondern nur einen Versuch barstellen. Die Hochschulen würden — so hieß es in der Zuschrift des Rektorats — Einfluß nehmen müssen, damit nicht, wie es irr der letzten Zeit geschehen fei, minderwertiges Schul er material an die Hochschulen gelange. In eilcer Pressekonferenz trat gestern der Präsident des Stadtschulrates Abg. Alöckel in heftigen Worten dieser Enunziativir des Rektorats entgegen. Er erklärte,, daß die Hochschulprofessoren sich von dem Werte der neuen Schultypen persönlich noch nicht überzeugt haben können, weil erst im Jahre 1927 der erste Abiturient aus diesen Schulen an die Universität gelangen wird. Kein einziger Hochschulprofessor habe es der Mühe wert gefunden, sich persönlich von den Unterrichtserfolgen und vom Lehrplan der deutschen Mittelschule zu überzeugen. Lediglich auf Grund eines Referates eines Hochschullehrers, dem ganz entgegengesetzte Urteile erster Fachleute gegenüberstehen, wurde diese Warnung an das Publikum erlassen. Der Stadtschulrat sehe sich daher veranlaßt, die breite Oeffentlichkeit über den Wert der neuen Mitt.üschultypen aufzuklären. Der große Wert der neuen Schultypen bestehe darin, daß die Entscheidung, ob sich ein Schüler mehr für humanistische oder realistische Fächer eignet, bis zum 14. Jahre hinausgeschoben wird. Es sei auch nicht richtig, daß die deutsche Mittelschule das humanistische Bildungsideal vernachlässigt. Ganz im Gegenteil! Durch Einwirken auf die Psyche des Schülers werde danach gestrebt, ihm die Antike wirklich innerlich näherznbringen. Der Schüler werde nicht mehr wie früher nur mit leerem, ihm wesensfremdem Wissenskram belastet. Es sei allgemein zu konstatieren, daß die humanistischen Gymnasien an Schülermangel leiden. So kommt, es, daß fast alle Schüler, die sich gemeldet haben, auch ausgenommen wurden. Zu Beginn dieses Schuljahres wurden von 78 0. Aufnahnis Werbern nur 27 z u r ü ck g e w i e s e n. Die deutsche Mittelschule, die eine einheitliche Bildung aller Schüler bezweckt, erfreut sich guten Zuspruches An sie schließt sich die Oberschule, die in folgende Typen zerfällt: eine sprachliche (Latein-Griechisch, Latein-Englisch, Französisch-Englisch), eine mathematisch-naturwissenschaftliche und dann in die deutsche Oberschule, die mit Beschränkung auf e i n e Fremdsprache (Englisch) die humanistischen und realistischen Bildnngselemente ungefähr gleichmäßig berücksichtigt. Die Abiturienten dieser Obermittelschulen haben selbstverständlich das Recht, jede Hochschule zu besuchen und können nicht durch einen willkürlichen Akt der Universitätsbehörden davon ausgeschlossen werden. Dies um so eher nicht, weil die Abiturienten des Reformrealgymnasiums, das nur vier Jahre Lateinunterricht aufweist (gegen sechs Jahre in der deutschen Mittelschule), an der Hochschule anstandslos als ordentliche Hörer inskribieren können. Bei allem Respekt vor der Universität bei restloser Anerkennung besten, daß ihrer Stimme auf dem Gebiete der Schulerneuerung besonderes Gewicht erngerö—nt werden muß, dürfe nicht vergessen werden, schloß Präsld.nc Glöckel [eine Ausführungen, daß die Universität wohl ein, aber nicht der allein entscheidend«! Faktor ist, der darüber zu entscheiden hat, wie das Schulwesen Oesterreichs ausgestaltet werden soll. Me «> Serngrob Aktiengesellschaft bietet ihren Kunden vor Ostern in allen Abteilungen Okkastroneis zu außergewöhnlich billigen Preisen. Achten Sie, bitte, auf die Fortsetzung unserer Sonderverkäufe von Strohhüten, Kinderschuhen und Lederhandschuhen. — In der LedevMeikuvg. 1. Stock, gelangt ein Fabrikslager von Ledochand barschen, ernh-ückende Modelle, r* Senisiationsipreisen zumr BeÄkauife. Wien, 38. März. * Das Wetter. Gestern herrschte wärmeres, windiges Wettet Die Voraussage lautet: Bei lebhaften südlichen Winden wolkig und ivarm, auf den Bergen stürmische Südwestwinde. * verhaftete Kaufleute. Aus Grund eines Haftbefehles des Landesgerichtes 1 wurden der 40jährige Kaufmann Simon Klagsbrunn, in der Neubaugasse wohnhaft, und sein Bruder, der 47iährige Ingenieur Josef Klagsbrunn, wegen Verdachtes des Kreditbetruges und der fahrlässigen Kridq verhaftet und heute dem Landesgerichte eingeliefert. * Felix Kundegraber enthaftet. Nach einer aus Marseille hier eingelangten, nicht offiziellen Meldung soll der angebllche Mörder der Prostituierten Mitzi Schmidt, Felir Kundegraber. enthaftet ivorden sein. Seine von den österreichischen Behörden geforderte Auslieferung wird denmach nicht siattfinden. * Streikbewegung heim Wiener Konsumverein. Die Betriebsräte der Angestellten des Ersten Wiener Konsum- Vereines haben Donnerstag der Direktion die Forderungen des Personals nach Aufteilung der Leistungslöhne und einer achtprozentigen Lohnerhöhung überreicht. In einer stürmischen BollveAammlung des Personals wurde beschlossen, der Direktion em bis Montag befristetes Ultimatum zu überreichen, in dem für dm Fall, als die Dirttion wicht sofort neuere lich Verhandlungen mit.der Personalvertretung einleitet. M Dienstag früh der Streik des Personals proklamiert HM