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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-27 · Heft 2548 (27.3.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2548 (27.3.1926)
Date
1926-03-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. SS« Wen, GamMg Wiener Moraenzeitung 27. m-, IM. 'Scifo 7 dritten M di« best« Figur macht. Frau Grrbl spielt die sogenannte «Komische Me" mit feister Distinktion. Tin Schlager skr sich dar .Komikerpaar Max Brod - Fritz I mH off. Brod wieder einmal üon echter Lustigkeit, ein Grandseigneur auch in der lächerlichsten Situation; Inchoff als Souffleur ein tragikomisches Schicksal in Pallenbergscher Breit« miMNd. In Sprechrolle« zeigten Dunieeki und Günthe« eindrucksvolle Chargen. ' Direktor Miller ließ das Schloß VbranteS in nobelster Pracht erstrahlen, eine Augenweide sMl für Feinschmecker. Und Kapellmeister Dostai dirigierte die Vorstellung mit einem Feuer, als wäre es chm von Leo Falls unsterblichem Geist eingehaucht worden. GS war ein Ghrenabend des Johann-Slrauß-Theat.rS Md ein Ghrenabend der Wiener klastischen Operette. o. r. «ui den Theatern. Buratheater. Morgen. * Uhr nachittagS, .D i e Braut von Messina". Abend» um '/,8 Ubr «Ptzgmalton" (Abonnement III. Gruope). Akadem'etuea 'er Morgen. 8 Uhr nachmtttnq», „B » nbury". Abends, */t8 Uhr. „Die zerbro ch ene Leiter". v o l k« o v e r. Morgen nachmittag» gastiert Kammersänger Anton Ludwig in .Troübadur*; abends .Da» BtldntSder Madonna" und .Arlecchino". Rolaud-Büdne. Morgen, '/,4 Ubr nachmittag». Uraufführung de» vottsstücke» letzte Mal" von Rudolf Rohrbacher, Musik von Heinrich Strecker. Moderne» Tvearer. Heute gelangt im Rabmen einer literarischen Nachtvorstelinng «m V4ll Uhr die Komödie »Die Ottomane" von Adolf Deutschdorf zur erste« Aufführung. Morgen, II Uhr vormittag», Tauzmattnee der jugendlichen Tänzerin Lizzi Ball«. Ei« neue Wische Jugrn^eitschrist. In Wien wird eine Zeue jüdisch« Jugendzeitschrift vorbereitet, die sich „Unser Leben" betitelt. Die Redaktion übermittelt uns nachstchende Anzeige: »Gin« Gruppe von jungen Leuten har sich di« Ausgabe gestellt, die von der jüdischen Jugend selbst geschaffenen LebenSnormen zu festigen Und zu objektivieren. Die Zeitschrift enthält einen pädogogkschen und «inen ständigen jüdischen Teil: weiterS eine fortmukende Serie über Fragen der Kunst und Musik im Rainen der jüdischen Jugend und enolich eine Reihe von Aufsätzen, die un» ein Weltbild vom Standpunkte des Naturwissenschaftlers und des kritisch denkenden Menschen Überhaupt vermitteln sollen. fir sie Redaktion und den Druck zeichnet Bamch Spielmann, r die Schriftleitung Berchold Löwenfeld verantwortlich. Leute, ' Interesse für die Zeitschrift haben, werden gebeten, ihre Adreste der Redaktion der Zeitschrift „Unser Laben", Wien, 19. Bez., Sieveringerstraß« 36-7. zu senden." Gerichtrsaal. Eifersucht «ach SSjährlger Eh«. LandeSgerichtSrat Doktor Arie des StrafbezirksgerichteS 1 hatte sich gestern mit eineu EhestörungSklagezu befassen, welche die 62jährige Private Johanna T. gegen die 21jährige Karoline B. angestrengt hatte. Die Beschuldigte war bis vor kurzer Zeit fast ein Jahr lang im Haufe der Klägerin als Hausgehilfin tätig und wie das Kind im Hause gehalten. Nach Inhalt "bet EhestörungSklage soll NM die Beschuldigte es verstanden haben, den 6 8 j ährigen Mann der Klägerin zu betören, und mit ihm wenn auch nicht ehebrecherische, so doch Liebesbeziehungen unterhalten haben, die als Verletzung der ehelichen Treue zu qualifizieren seien. Vor Gericht erklärte die Angeklagte, ein sehr hübsches Mädchen. eS sei richtig, daß der Mann der Klägerin mit ihr sehr freundlich war, doch hätte sie sich irgend welche Liebesbezeugungen gewiß verbeten. Die als Zeugin vernommene Privatklägerin erklärte, daß es schon «immer schön war, wie ihr Mann und die Angeklagte verliebt getan haben. — Richter: Ihr Mann ist doch 63 Jahre alt und da ist wohl anzunehmen, daß er andere Sorgen als LiebeSsorgen hat. — Zeugin: Da kennen Sie meinen Mann schlecht. Die Lintscherl — damit meinte die Zeugin die Angeklagte, ist den ganzen Tag auf dent Schoße meines Mannes gesessen und-man hat nichts anderes gehört als Kosenamen wie „M e i n H e r z e r l", „Mein G o s ch e r l", „Mein G o l d e r l". — Richter: Und Sie. haben sich das alles gefallen lasten? — Zeugin: Was sollte ich machen? Ich wollte meinen Mann nicht reizen." — Richter: Misten Sie auch, daß Ihr Mann der Angeklagten Geld gegeben oder andere Geschenke gemacht hat? — Zeugin: Ich habe oft gehört, wie die Angeklagte, wenn sie sich mit meinem Mann geherzt hat, gesagt hat: „Mein Golderl, du wirst mir doch eine goldene Armbanduhr schenken!" Mein Mann hat immer geantwortet: «Herzerl! Du wirst die Uhr schon bekommen!" — Richter: Hat die Angeklagte bis heute die Uhr bekommen? — Z e,u g i n: Das nicht. (Große Heiterkeit im Auditorium.) — Der Gatte der Klägerin, ein breitschultriger, noch rüstig aussehender Mann, erklärte, daß er bereits die Scheidungsklage gegen seine Frau eingereicht habe. — Richter: Nach S3jähriger Ehe läßt man sich nicht so leicht von der Frau scheiden. — Der Ehegatte erwiderte, daß er eS lange genug an dev» Seite seiner Frau ausgehalten habe und daß er von seinem Entschlüsse, sich scheiden zu lasten, nicht abzubringen fei. — Klägerin: Weil das Mädel da nicht von dir lasten will! — Mehrere Zeugen erklärten, daß ihnen im Verkehr zwischen der Angeklagten und ihrem, Dftnstgeber nichts ausgefallen sei. Der Richter hielt einem Zeugen vor, daß er nach Behauptung der Klägerin dabei gewesen sein soll, wie die Angeklagte mit dem Manne der Klägerin zärtlich.war und ihn mit den Worten „Liebe- Kerlchen" apostrophiert habe. — Z e« g e: Ich habe nur gehört, wie die Angeklagte dem Dienstgeber, der zärtlich sein wollte zugrrufen hat: „Sie blöder Kerl!" Die Angeklagte erklärte schließlich, daß eö ihr niemals eingefallen fei, mit dem Manne der Klägerin Liebesbeziehungen zu unterhalten und daß sie auch in Zukunft keine Beziehungen zu dem Manne unterhalten werde. Die Klägerin zog hierauf ihren Strafantrag zurück, worauf dir BeschÄdtgte freigeitsaAfg wurde, „Zum Mitsingen bri Radioausführungen." Line Reihe von Textdichtern und Operettenkomponisten sowie Musik« Verlegern hatte seinerzeit gegen den Musikverleger Oskar M o l i t o r eine Anklage wegen Vergehens gegen das Urheberrechtsgesetz eingebracht, weil dieser eine Reihe populärer Liehet in einem SaMmelbuch unter dem Titel „Zum Mitsingen bei Nadioaufsührunaen" herausgegeben hatte, die unter dem Schutz des Urheberrechtes standen. Der Angeklagte berief sich daraus, daß er jedes Lied mit dem Namen oeS Autors versehen habe unv daß eine derartige Sammlung aus Grund de» § 25 de» Urheberrechtes erlaubt sei. Das LandeSaertcht unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Alt mann sprach den Angeklagten frei/ weil derartigen Sammlungen ein literarischer Wert innewohnt und sie als eigentümliche Schöpfungen anzusehen seien. ES sei sicherlich von Interesse, den Geschmack gewisser BevölkerungSkreise festzuhalten, und eine solche Lieversammlung sei geeignet, künftigen Forschern als Material zu dienen. Ueber die gegen dieses Urteil eingebrachte Nichtigkeitsbeschwerde hatte gestern der Ober st e Gerichtshof zu jubizieren. Die klagenden Autoren wenheten ein, daß die AusnabmSbestimmung des § 25 des Urheberrechtsgesetzes nur für Teile literarisch wertvoller Werke Geltung habe. Davon könne aber hier nicht die Rede sein. Der Verteidiger Dr. Zweig erwiderte, eS sei eben Schuld der Autoren, daß die in der Sammlung aufgenommenen Lieder keinen literarischen Wert haben. Der Oberste GerichShof gab der Nichtigkeitsbeschwerde der Kläger Folge und hob das Urteil des Landesgerichtes auf und ordnete eine nochmalige Verhandlung am In der Begründung wurde auSaeführt, daß auch die Tätigkeit des Sammlers, wenn sie unter die ÄuSnahmSbesttmmung des ß 86 des Urheberrechtes fallen solle, eine geistige Tätigkeit zur Voraussetzung habe. SortrSge. vereine. Versammlungen. Zionistische yrauengruppe Leopoldstadt Heute (SamStag), 8 Uhr abends, drin «ende «usschußsitzung — Toyybeehalle, 20. Bez. Dent»gaffe SS. Heu'v, 7Uhr abend». Kontert. —Wiener Betv-Ham,draich, S. Bez., Ferdinandstraße 23. Heute, 3 Ubr. Lektor Dr. ©. Rubin .Jurisprudenz und Religion im Judentum". Montag den 39. d., früh, nach dem Gottesdienst: Sum. — DteMedieäer und ihre Stadt Florenz Die letzte Werkstattfühnrna diese» wertvollen Kurse» (Dr. Gl'e H o f m a n n) leitet Prof P o w o l n y. der große Ssterreichtzche Keramiker. In sener Schule wirr» er da» We en moderner Töpferkunst erklären. Heute, %B Uhr nachmittag», Kunstgewerbemuseum, Stuvenrmg 9. * GefellschafiSstncktur und Nationalidee. Ueber dieses Thema spricht Dienstag oen 80 d. (.nicht tme uUpru«glich ongekündigt SamStag) Hoftat Dr. Friedrich Hertz in der S ozio logtichen Gesellschaft. Der Vv'traa findet um 7 Uhr abend» un Hörsaal 83 der. juristischen Fakultät an der Universität statt und st allgemein -üqängltch. B'rith Hanoar. Heute um 7 Uhr abends im Foftsaal, 2. Bog., Blnmauergoüe 1, S t ch a t h. Len näheren Anlaß dreier Veranstaltung bildet die Abreise zweier B'ritb-Klbmim (Aleph und Atbid) zur landwirt'chaftlichen Hacklcha ah Der Treffvunkt zur gemeinsamen Wanderung wird in der Schichah bekanntgegeben. Radipproaranrin. Heute Samstag den 27. März.16 Uhr 15 Min.: Mchmittagskonzert. Johann St aüß r Märchen uus dem Orient Waizer. Czi-- bulka - Der Bajarzo. Ouvertüre. Grieg r Zwei nor > e fische Tänze. Kreisler: Schön Rosmarin. Verdi r Der Troubadour. Phantasie. Mader r Wiener Legende/ Walzer/ Morena r Pudding? Potpourri Dardanh Pypocatepetl. Tanzl'ed. — 17 Uhr 30 Min. : Frühjahrsarbeiten im Gemüseoarten Prof Dr. Emmer'ch Zederbauer. - 18 Uhr: Monatsbericht über die Arbeitspläne' der W ener BolkSbildnngSvereine. — 18 Uhr 30 Min. r Zur 75. Jub'läumsstellung de» Albrecht-Dürer-BundeS. Ludwig Heßbaimvr, erster Porstnndstellverteter de» Albrecht-Dürer- Bunde» — 19 Uhr: Uebertraaung aus dem großen Konzert» hauSsaale; Johann Sebastian Bach r .MatthSuSpastion". MONTAG den 29. März 1926 867« vor den Osterfeiertagen ist das atharinen-Bad XVia, Damptbadgaane 7 WT von 10 bis S Uhr geöffnet "PB HOTEL CENTRAL Wlan, II. Tabentnsi« 8 a Stadtzentrum » 150 neu eingerichtete Zimmer » Zentralheizung, kalt- und warmfliessendes Wasser, Telephone. Lift, Caid-Restauiant ** Preise von 8 5.- autw., aufleute 10*/o 'Rabatt. 665 Das Familienbuch für Pessach C H AD GADJA Das Pessadibuch herausgegeben von HUGO HERMANN NV2 AcWung! 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Donnerstag den S April 1926 Sonder vor Stellung Zum ersten Male: BANKROTT... w Volkswirt. Herabsetzung der Diskontsatzes in Deutschlands Von 8 auf 7 Prozent. Berlin- 26. März. (Wolff.) Die Reichsbank setzt ab morgen den Wechseldiskont und den Lombardzinsfuß um je ein Prozent, also auf 7, beKv. 8 Prozent herab. Die außerordentliche GeldflüssiAeit hat schon vor mehr als zwei Monaten in maßgebenden Kreisen den Gedanken aufkommen lassen, den offiziellen Diskontsatz herabzusetzen. Doch hielt die Leitung der Deutschen. Bank damit zurück, um die Kreditzuflüsse aus dem Auslande nicht zu unterbinden. Nunmehr,. wo infolge der großen Rückgänge an der New-Aorker Börse die Kredite aus Amerika aufgehört haben und auf diese Weise als Grund der verminderten Geldzuflüsse nicht mehr die geringe Rentabilität beschuldigt werden kann, beschloß die Leitung der Reichsbank, den Zinsfuß herabzusetzen. Diese Ermäßigung in Deutschland dürfte in kurzer Zeit auch in Oesterreich beschlossen werden, da hier de« Geldmarkt ebenso flüssig ist wie in Deutschland. Sin SebLhrenbegSnftigongsgefetz. Die Tatsache, daß die Volkswirtschaft vielfach noch immer unter den Folgen der Erschütterungen leidet, denen sie in den letzten Jahren ausgesetzt war, vemnlaßt die Regierung, evn G e b ü h r e n b e g ü n st i g u n g s g e s e tz dem Nationalrat vorzulegen, durch das nicht nur die bis Ende des Jahre 1835 begrenzte Wirksamkeit der Artikel 7 bis 10 des Bleuer- und Gebuhrenbegünstigungsgesetzes vom Jahre 1922 verlängert, soridern auch alle sonstigen Erschwerungen, die mit der Zuerkennnng der Abgatenbegünstigung verbunden waren, beseitigt und die Abgabenbegünst'lgung dem anzen Umfang nach obligatorisch gestalten wird. Außerdem sollen die bereits bisher vorgesehenen G.ebührenerl eichterungen erweitert tverden. Die Gebührenfreiheit des Uebertragungsaktes hat zur notwendigen Folge, daß hinstchtllich des etwa übertragenen unbeweglichen Vermögens ein« Unter, brechung der allfälligen Gebührenäquivalentpflicht nicht ein- /tritt. Des mit sehr schönen Holzschnitten geschmückte Buch enthüll Beiträge erster jüdischer Dichter und Schriftsteller, wie Btalik, Heine, per er» Buh er, 8. Ben* Zion, Zlocisti . Pessach in Jerusalem und im Jemen / im Kaukasus und ln Russland / Das Pessachfest der Samaritaner / Die Feier in Rechoboth / erstehen vor uns in lebendiger Darstellung Ein jüdisches Oeschenkbuch Durch BudihAadlung & Löwit, Wien« I. Roteiftut mstraSa 33 fttJs«bm«j’kt t . Die Soldbllanzen in Ungarn. Uober die Goldbilanzen der führenden nngarffchert Finanzinstitute und Jndustrieunternehmenungen ist, wie die „Wiener Bank- und Börsenzeitung" schreibt, zum größten Teil noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Wie jchoch an der Büdapester Börse verlautet, wird die Ungarische allgemeine Kreditbank ein aufgewertetes Kapital von 60, die Pefter Kommerzialba.nk von 80, der Erste Pester Vaterländische Sparkastenverein ein solches von 20 Millionen Pengö (1 Pengö gleich 19,800 . ungarischer Papierkronen) aufzeigen. - Bon den Industriegesellschasten soll die Goldbilanz der Ganz-Danubians-Mäschineirsabrit angeblich 40 Millionen Pengö-Akten kapital au-fweisen. Ihre Schtzvestergesellschaft Ganz- EleÜrizitäts.A.-G. wich, wie verlautet, chr Aktienkatzital Mt

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