Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2548 (27.3.1926)
- Date
- 1926-03-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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db Die«, TamMg Wiener w 27. ffiSt] ldüu Sie Sälen ml Mt HemWMe 9MIkL Don De.«. M. «ekber. »ss caÄÄSfifti" * *• 6.*) Trotzdem beobachtete -ie Wioner Polizei äußerst strenge das Tun und Handeln der Juden. So avisierte am 23. Oktover 1807 die Polizeihofftellc der Polizeidberhchdivektwn die ÄMnft eines portugiesischen Juden Michael Cohen, da sie in ihm. der chne Unterstützung 'einer Familie und ohne Handelsaösichicn ganz Italien, die deutschen Staaten und beinahe alle Provinzen «r österreichischen Monarchie bereist hatte und jetzt aus der Rückreise von Leipzig nach Wien begriffen .rar, einen Ausjipäher der französischen Regierung oder der -Pariser IudenversammKmg, der „in dieser Absicht alle Länder" durchreiste, zu sehen glaubte. Er dürfte feinen Paß erschlichen haben und die Polizeioberdireition wird daher aus ihn aufmerksam gemacht und angewiesen, ihn, sobald er in Wien eintreffen sollte, scwie seinen Umgang und seine Verbindungen zu beobachten. De Polizei konnte nichts Be'onderes seststellen und begnügte sich mit einer stillen Beobachtung seiner Verbindungen mi: den Wiener Juden. Als Cohen um eine Verlängerung seines Aufenthaltes ersuchte, wurde die Polizeidirektion ang w-iesen, von weiteren Erstreckungen des ihm zugestandeuen Aufenthaltes abzu-schen, da der Inwelenhande! auch von inländischen Juden betrieben wird und auf Cohen ohnehin „der Verdacht des Zkls'pähens" haftet/") Die anderen d^tschösterre.ichischen Provinzen haben ebenfalls im Aufträge der Pol'zeihofftelle Erhebungen über die '.Haltung der Juden zur Nctpoleonischen Judenpolitik angeftellt, ohne jÄoch irgend welche positive Ergebnisse mittoilen zu können. Der kaiserliche Gouverneur in Linz, Johann Freiherr von Hackekberg, meldete, daß er bereits aus den öffentlichen Blättern die Entschlüsse Napoleons, ein Zanhedrin er'nzudemfen, erfahren und selbstverständlich die nötigen Maßnahmen getroffen hake. In Oberösterreich wohnen keine Juden; sie kommen nur zweimal des Jahres zu den Jcchrnrärkten, wo sie während ihres Aufenthaltes, da keine Synagoge besteht, ihre Sabbate in einem , eigens hrezu gemieteten Haue halten. Zu den Jahrmärkten kommen meistens böhmische Juden, unter diesen findet uran jedoch selten ,church 'Kultur und dergleichen sich auszeichnende Individuen". Er habe sämtliche Kreichauptleute. und Polizeistellen angewiesen, die zu den Marktzeiten erscheinenden Juden und ihre Korrespondenzen genau zu beobachten. Aus Klageriistirl, wo ebenfalls keine Juden wohnten, wurde die Meldung erstattet, daß sämtliche Passantenlisten der letzten vier Monate genau durchgesehen und fattt Jude entdeckt wurde, „bei über die Grenze nach Frankreich ge- «iift sei". Der Hoftommissär in Satzburg, Graf Bissingen, dagegen antwortete am 15. Oktober, daß in Salzburg sich kein ansässiger Jude befindet, er werde anweisen, die Post der hiesigen Handelshäuser, ditz mit auswärtigen Juden in Parker Korre pondenz stünden, zu beobachten, ob nicht irgend „ein Mitglied des Handelsstandes" in Salzburg von seinen auswärtigen jüdischen Kursen für den geheimen Briefwechsel *m ihrer »Itegenerationsangelegenheit benützt" werde.*) Der Hofkommissär von Steiermark, Graf Saurau, berichtete am 14. November aus Graz, daß in d^n letzten drei Monaten durch die Steiermark und Kärnten kern Jude nach "Frankreich gereist sei. Die Pol'zei-hofltelle machte ihn aber «trotzdem darauf aufmerksam, die Bez'e^rngen der Juden doch ununterbrochen zu beobachten, da „jetzt (November 1806) erst die französische Judenresorm einen eigentlichen richtigen Charakter einzunchmen scheine". Trotz besten Willens brnnie aber Graf Saurau nichts anderes Mitteilen, als daß sämtliche Pafsantenlisten genau durchgesehen worden sind, ohne "irgend welchen positiven Erfolg gezeitigt Ar haben, und haß 'nach Paris cder Frankreich kein Jude gercht sei. Wievereröffmmg de» Mische« Lehrlingsheimes. Das Lehrlingsheim des im Jahre 1846 gegründeten jüdischen Hanbwerkewereines in der Grünrntorgasse 26, das infolge der schlechten materiellen Verhältnisse geschlossen werdet: mußte, wurde durch Fusionierung des Vereins mit dem Verein Zukunft uck) mit Hilft der American Joint Distribution Committee der Kultusgemninde und der Humanitätsvereinc Wahrheit und Massadah und B'nai B'r i th rekonstruiert und erweitert. Die feierliche Einweihung und Eröffnung des neuen Lehrling'rheimes findet morgen um 11 Uhr vormittags statt. Nach der Begrüßungsrede des Vizepräsidenten, Kommerzialrat Paul Karpeles, hält Oberrabbiner Prof. Dr. P. H. Chajes die Ein- »veihungsrede, wahrend Präsident Leopold Langer die Ent, hüllung der Gedenktafel vornimmt, die die Verdienste der neuen Begründer des Heimes verewigt. *) Siche „Wiener Morgenzeitung" vom 17. und 21. Fe* bruar, 5., 7. und A. Wffc;. *) Schreiben v«n 18. Oktober 1866. Archiv des Minrster'nMs des Innern. Polizeiakte. Nr. 1129, e. a. 1806. *) Archiv des Ministeriums des Innern, Polizeiakten, betreffend M. Cohen, Nr. 932, e. a. IM. B«nte Ae«. Die Parste, „Eintänzer* wttdm ««er. Ei« Pariser Matt berichtet von neuen Gebräuchen, die sich in den Tanzdielen in Paris eingebürgert haben. Jeder Sodat der Armee von Bemfskänzern in den ^genannten „DancingS" erhalt für ein emuva.'iges TanM mit einer Dame, die chne Bekannte mr Saal ist oder von Natur „Mauerblümchen" spielen muß. zehn Franken. Gegen diese niedrige Taxe haben die Berufstänzer Einspruch erhoben, da die Preise für Kleider, Stiefel und Wäsche in Frankreich enorm gestiegen sind. Eine Amerikanerin zahlte einem solchen beamteten FoxttoltjünFing für einen Tanz Kvanzig Franken, war aber höchlichst erstaunt, als der Tänzer fünfzig Franken forderte, mit dem Bemerken, daß er von seinen Kollegen ausgeschlossen iverden würde, wenn er unter diesem Betrage „arbeitete", noch dazu mit einer Nichtfranzösin, die ja an fich schon durch ihre gute Valuta fast umsonst in Frankreich lebe. Eine unbestellbare Offerte. Das Museum der Brüsseler Stadtgememde Jxelles veranstaltet gegenwärtig eine Dürerausstclluug. Eine geschäftstüchtige Agentur von Zeitungsausschnitten versetzte das in Bewegung. Sie suchte in ihrer Karwthek nach und stellte fest, daß Dü re r noch nicht zu ihren Abonnenten zählt. Darauf richtete sie die Beitrittsaufsorderung mit der Bitte um Weitergabe an den Bürgermeister von Jxelles. Bürgermeister Buyl sandte das Schreiben an die Agentur zurück mit dem Vermerk: „Ir Jxellrs unbekannt". Der „Soir", der« wir diese Notiz entnehmen, gibt der Agentur den Rat, ihre Bemühuirgen in Nürnberg fortzusetzen. Ei« Schläfchen und seine Fotzen. Kürzlich wollte ein Offizier der e st n i s ch e n Armee mit einem der großen iniernationalen D-Züge von seiner Garnisonstadt zur nächsten Station fahren, wo seine Braut wohnte. Von den Anstrengungen des Dienstes ermüdet, schlief er auf der Reise ein und man kann sich sein Erwachen aus sicher doch recht rosige« Träumen vorstellen, wenn man bwenkt, daß der Offizier sich plötzlich tief in Sowjetrußland wiodersand. Beim nächsten Haltepunkt stieg er aus und wollte zurück. Aber der tüchtige Bahnhofsbeamte sah die auffällige Uniform und hielt ihn ftst. Jetzt findet ein großer diplomatischer Schriftwechsel zwffchen Estland und Sowjetrußland statt, das den verschlafenen Offizier nur gegen Freigabe eines eingejperrteu eftuifchen Kommunisten [einem Vaterland wieder zustellen will. Wien, am 27. März. * Das Wetter. Gestern gab es in Wien heileres Wetter. Die Mittaasleuweratur betrug 9 Grad. Die Voraussage lautet: Wenig verändert. Morgenfrost, tagsüber tvarm. * Einbruch in de, Leopoldstadt. Donnerstag nachts wurde bei der Lederwarensirma Alexander G e i ft. Große Mohrengasse 14, ein Einbruch ausgeführt. Der Täter ist durch das KeKerftnster ins Haus gekommen. Er nahm einige Stucke Leder mit. * Schlastragenzug Wien—Paris(—London). Es wirb noch-' mals darauf ausmeHam gemacht, daß der Arlberg-Expreßzug mit 1. März l. I. in einen Schlafwagenzug umgewandelt, wurde, der gegen Bezahlung der gewöhnlichen Schnellrugsfohrpreise uni) der, normalen SchlafwagenMchlage für Fahrgäste der ersten und zweiten WagenKasse zugänglich ist. Die dadurch eingetretene' Verbilligung der Reife beträgt auf weitere Entftrnungen bis zu 100 Schilling. , * Eine Kolonie oftzaliz'fcher Jrwerr bei Haifa. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Bor einigen Tagen wurde von einer Gruppe oftga izischer Juden der Kaufvertrag bezüglich 5000 Dunam Landes in dem unweit von Haifa gelegenen Dorfe M a a z a r rechtskräftig unterzeichnet. Es besteht die Absicht, schon in diesem Sommer die Kolonisierungsorbeiten in Angriff zu nchmen. Die neue jüdische Kolonie dürste nach der biblischen Dichterin Deborah benannt werden. Austritte aus dm guüeutum. Berger Watten, geb 28. Juni, 7. Bez. ÜTufeum* straße 5A. Drey! uß. geb. 17 November 1896. 2 Bez, Hatdgaffe 7 A. Komi « ik Amalia. geb 5. Juli 1906. Wien Näherin. 14. Bez, Ortnergaffe 6. Hugo Schotten, g»b, 16. Juli 1882 Wien. Mechaniker, 6. Bez, Gumvendorfersiraße 84. Rind Herbert Karl Schotten, geb. 28 Jänner, Wien, 8.Bez, Gumveudorferstraße 31. D r e i k u S Evi. geb. Rapapott, geh M. August t901, Jgren-Rußl. 2. Bez,. Hatdgaffe 7s G o l u b Berta, geb. 17. Februar 1899 Chila, .Rumän en. 2. Bez. o efinengaffe 2 Kraus Alice Klara geb. Butan, geb. Jänner 1901. Berlin. 12. Bez. Schönbrunnerstrße 4b. > r e t t l i« g Rifka Lea. geb. 20 Mat 891, PioSnice, Polen. 12. Bez, Ratkchkygaffe 3. F e t t h Kurt, aeb. 26, Februar 1895, Rachod, Direktor, 1. Bez. Georg-Eoch-Platz 3. H u sse r Artur, ged. 1-j. September »860. Pecek, 7. Bez., Lerchenfekder- »traße 69. I e l l t n e k Jokef. geb. 8. Oktober 1894, Roskowttz. 21. Bez., Kanknergaffe 62 s. Dr. H t r l ch Johann geb. 5 Dezember »896, Wien, 19 Bez. Hochschulstraße 38. Brock Karl. a«b 11. Juni 1904, Wien, Gold ch nted. 10. Bez., Luxendurcertraße 109. R o s u e r Hilda, geb, 1 Jänner 1890, Wlen, 19. Bez, Heilt-enstädterstraß-' 2r3. Scharfer Rowlia Charlotte geb. 21 Jänner 1889. Teme-var, 2. Bez.. Taborstraße 44. H o f in a n n Theresia geb. WelS. geb 3. Juni 1868, Wien. Fefchäftefrau. 9. Bez.. Grün-torgaffe 2. B t r m a n n J'ak, geb 3. März 188^. Krement chug, Agent, 18, Bez. Semper» tra e 19. S a x Angela geb. «au mann, geb.. 26 Oktober 1891, Braunleifen 8. Bez. Al'erstraße 67. Löwp Ro'alta. geb. 18. Juli 1876, Wien. 19 Bez.. Reitbgaffe 9. Braun Adolf, aeb. November 1889, Welka, 16. Bez.. Speckbacheraafse 53. Fink Br.ta geb. Toch geb. 14. Avril 18?6, Attstelbach 20. Bez. Walle steinstreße 31. Otto F r a n k e u b u l ch. geb 17. April 1874, Prag. Kaufmann, 3. Bez.. Hiutzerstra-e 2. Marie F l e i i'ch m a n n geb Hajek, geb, 9. Juni 1854, W en, Bez. Ausstellunqsstraße 68 Gärtner Katharina geb. Weiß, geb. rö. Juni 1896. Wetdling'Habersdvrf, 30. Bez., Jäaeistraße 4b. H a b n Grete, geh Oktober 1906, Zizkow, 20 Be... DteSdnerstraße 46. Albert Hans. aeb. 2v. Jänner 1913 Wien, A.ittel'ch ler, 18. Bez. Heinzingergaffe 1. G o t t l t e b Anna, geb 26. Juni 1898. Wien. 14. Bez. KeÜtngaffe 18. H e r b a t s ch e k Sukanne. geh, 20. Oktober 1910, Schülerin. 3. Bez. Marxergaffe 86. Kunst. Bühue, Such. ,Ae «ose vom Liebrrgaktru.- Sreueinstobiuung im Operniheater» Di« stattliche Schar der eifrtzen Pfitzner-L^ogeten mag für die dunven RäM des James Grunfchen Textes ErVLrung und R-schtferligung finden. Doch nicht auf Apologetik kmnmt es auf der Bühne an, sondern auf die packende dramatische Wirkung des Augenblicks. Und die ist Hans P f i tz n e r s Libretto versagt, so vertraute Bezichungen «S auch zur ganzen romantischen Literatur vom „Faustt' bis zu den Naiurgewalten der „versunkenen Glocke" untechält. Daß sich Pfitzner mit diesem Livretto abfinden kouitt', verrät die ganze Einftitigkeit seiner außerordentlichen BegabuW. Gs ist cbenimvenig theaterwirksam wie Pfitzners Musik, die in Romantik, tm Mysterium, in der Crlösungsibee befangen ist, Mirakel auf Mirakei häuft, Nrbe.'h?im. Brünhildenstein und Gralsburg übereinanverlürmt und über alle Grenzen des Theaters hütweg sich und die Zuhörer in Hymnik uiti) Gkstatik, in Syntbolik und Allegorik erschöpft. Die Wunder des deutschen Märchewvaldes, das Mutenwunder, das Wunder der roten Rose, Wunder über Wuriscr, die bald in vechaltener Lyrik, bald in breiter Epik oratoriengleich vorüberziehen, künden einen echisch hochstchenden freister, dessen schöpftrische Potenz namentlich in der eigenwilligen Harmonik und in dont Kolorit des Märchenwaldes mit feinnn Raunen nud seinen Naturgeräuschen sich auswirkt. Doch die Wohltat des Echos wird hier zur Page; man fthnt sich ob aller Bornehncheit nach ein wenig knalligem Theater, ein wenig Draufgängertum, nach Handlung und Gegensätzlichkeit. Statt deffen Pathos, nichts als Pathos, breit, gedehnt, feierlich, and schemenhaft« Gestalten, dic eine verkrampfte Sprache reden. Was soll uns heute Siegnot, der auf der Suche nach denr Gralswunder nach Nibecheim gerät urrd schließlich nach ruhelosen Wanderungen durch reine Liebe erlöst wird! Was Wagners scharfer Plastik und dramatischer Wucht geang, gelingt Pfitzner nicht noch einmal, zumal Pfitzner des seelischen Gleichgewichtes zwischen Wort- und Tondrama und der strengen Oekonomi« der Mittel ermangelt. Pfitzners Musik ist die Tragödie d?s reichen Mannes, der au feinem eigenen Reichtum leidet, da er ihn nicht richtig zu werten vermag. Sein Liebesgarten ist lyrisch und episch und vergebens sucht man nach der roten Rose des Dramatikers in all den malerischen Zwischenspielen, in den prächtigen Frauenterzetten, in der phantastischen Twpfenmusik, in den poetischen Naturgeräuschen, in den hymnischen Chören, in der gewaltigen Trauermusik, die in der maßlosen Häufung der Mittel die Götterdämmerung überbietet. Noch mehr als später in seinem „Pal^trina" ist Pfitzner in ftiner „Rose vom Liebesgarten" ein genialer, vorwiegend lyrischer Eigenbrötler, der sich in weltfremde Romantik verbohrt, aber kein gesunder Dramatiker mtt starkem Wirklichkeitssinn. Die zahlreichen lonpoetffchen Schönheiten des Werkes, die leider kern drcanatisches Gesamtbild ergchen, kamen unter Leitung des Komponisten, der die feierlichen Tempi womög'ich noch verlangsamte, aufs schönste zur Geltung. Sieghaft sang Herr Schubert den Siegnot, ruhrend war Frau Dorn als Mmneleide, imposant Herr Mayr, eindringlich Herr Manowarda. Auch die Damen Anday und Helletsgruber, die Herren Renner mW Gallos waren treue Stützen des „Liebesgartens", dessen Inszenierung aus dem Geiste der Musik heraus Erinnerungen au das Watten Gustav MohlerS herausbeschwor, welcher das Werk an die Staatsoper gebracht hatte: Wehmütige Erinnerungen aneine größere Zeit der Oper und zugleich die wehmütige Erkenntnis, daß heute die größten Bühnenschöpfungen vorzeitig alt wevden. tvenn sie des dramatischen Pulsschloges der kftenbigen Gegenwart entbehren. Erwin Felder. „tfe spanische Nachtigall.* Leo-Fall-Premiere im Johann-Stranß-Thealer. Zunächst: ein Wagnis, eine massive Rolle ans die — allerdings reizenden — Sonbrettenschnlrern Rita Georgs zu legen, ein Wagnis nach der gesanglichen und nach der darstellerischen Seite hin. Des weiteren: dem durch Tingeltangelmusik infizierten Wiener OprettenpMikum eine stilreine, aparte, von Natur übervolle Partitur aufzuschlagen und Kingen zu lassen. Schließlich: Interesse zu ettvecken für die zur Librettistenschablone erstarrte Karriere Dorsmädel—Diva, übtr welche ote Akten endlich geschlossen werden müssen. Alle drei Experimente gelangen. Erfreulich zu scheu, wie Rita Georg aus dem begrenzten Fach der Soubrette in das bestrahlte Gebiet der großen Sängerin" trat, niemals sich wiederholend, mir originalen Nuancen die dankbare Rolle verbrämend, von Akt zu wachsend und auch dort noch echtes Theater, wo den Textautoren der Atem ausgoht. Ihr persönlicher Erfolg schon entschied den Abend, die Da oapos sind aus ihre Karte zu buchen. Die Musik, edelster Leo Fall, ausgezeichnet durch Einfall und Ausführung, endlich wieder ein larrgatmiger, rhhchmis.! pikanter, nob.'l instrumentierter Walzer, ein Afftntrott von hinreißendem Schwung, von durchschlagender Kraft der Marsch .Meblmg aller Welt, Dolores", der schon im Zwischenakt m den Foyers Orgien ftierte. — Den populären Textdichtern Schanzer mch Welisch ist es gelungen, den Weg vom Gafsemnädol zur große»! Künstlerin mit guten Vorsätzen zu Witz mvd Wort und zu Wortwitz zu pflastern. Rita Georgs Partner, Herr Louis Illing, stellte einen sympathischen Li.bhaber aus seine eleganten Beine, m den lyrischen Partien klang sei« Tenor überzeugend. Süße Blondheit strahlt Dorr Aldor aus, ein allerliebstes Persönchen, das im "ST. MMISCHEWITZ-IMZZOTH UND -GRIESS Ueberall erhältlich A/://321-8:/:+/:1$+.:./+^..++//./:.+$^/:.+5.^B