Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2548 (27.3.1926)
- Date
- 1926-03-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, DMM Kr. AM Seim HuugerkSnAer Solch. . Bön SWk Wchsstz, BeM. , Es ist Mk gerade eine LuMSgegenV, die Jolly sich ausgejucht hat, um öffentlich zu -eigen» daß er ein Achkljahr ohne Nahrung zu Leiben Unftem» ist. Vielleicht glaubte er. hier ■ verwandte Seelen und Mögen zu finden ttvtz darum mehr Anteilnahme an seinem Geschick; und wirklich. Schon in weitem Umkreise um den Kerker JollyS macht er viel von sich reden. Tafeln mit ärzllchen Bulletins über Jollhs Befinden, die überall r» dieser Gegend der FriedrichstM an- Macht stnS. veMnvm der sich davor stauenden und debattierenden Menge täglich das Neueste darüber. Nach diesen Berichten hat Jolly hauptsächlich an MagenschmerM und -Krämpfen. MgenentzÜndüng, KopflchnMM und allgemeinem schlechten Befinden -n leiden, von 1^7 P sein .Körpergewicht schon bis auf A. gefunken und noch stetig IM Fallen; wer weih', ob bei einem besseren Verlauf das IMtevesse dasselbe wäre. Umliegende Lebensmittelgeschäfte raten dem Besucher Jollys, sich vor dem Anblick des Hungerers noch tüchtig zu stärken, um ihn dann bester ertragen zu können. Und so mancher hätte sich vielleicht noch gefunden, der seine Kunst, den MrtÄ enger zu schnallen, nach Jollhs Vorbild für Prozente bei den Einnahmen zu Geld gemacht hatte. Aber die Polizei hat dieser auSbrechenideu Epidemie Einhalt geboten, als sich ihrer zu viel fanden, vavmüer auch Frauen, die Meister in diesem Metier waren. ■ » Ork der HaMmrg des DraWas (oder KomMe oder .Schauerroman?) ist, Tücke des Obfikts, ein Restaurant. Gut amt, daß die lieblichen Düfte der Speisen Und die Nase des Sichlasteienden durch eine Glaswand von einander getrennt find. Ern dunkles, verräuchertes StuiVerrtenkneWmmer ist es, in dem Jolly feine freiwillige Fastenzeit verbringt. In einem auf einer Erhöhung aufgebauten Glaskasten fte-ht ein Bett, ein Tisch mit allerlei langweilvertreibenden Dingen, Radio, Spielzeug ustv., in einer Ecke ein Berg von Seltersflaschen und Zigaretten, in Ueberzahl (5000 Stück). Bücher und Zeitschriften sind die einzige, wenn auch geistige Nahrung, die Jilly in seinen Käfig mitgenommen. Ein Plakats „Esten verböten" über der Dovderwand — sowohl für den drinnen, wie für die Zuschauer — klingt fast spöttisch. Und wie um den Eindruck an einen Tierkäfig noch zu erhöhen, noch eines: ^Nicht an die Scheiben klopfin." Also ganz wie ,Wttern und Necken verboten". Jolly seW liegt ausgestützt, bärtig, hohlwangig und hohläugig, pysirmabeNerdet im Bett und laßt seine Augen achtlos über die zu ihm hinanfgasfinde Menge dahinschweifin. Nur dann und wann Werbt sein Blick auf einer jungen Dame oder einer hübschen Frau haften; er ist ja ein ganz junger Mann, im Gefängnis 24 Jahre alt geworden, ein GeburtstagSkronz zeugt von der Kameradschaft mit einigen Landsleuten. Jolly soll während seiner Karenzzeit mehrere Heiratsanträge bekommen haben; sicherlich wird er einen guten, zumindest genügsamen Gatten ' abgeben, nur zu empfehlen. Aber nicht auf alle FraNm macht Jolly denselben Eindruck. Eine ist bei feinem Anblick tobsüchtig geworden. Es ist wahr, er sicht ein wenig Ungepflegt aus, aber er wird sich, wenn alles glüMch überstanden sein wird, wieder in den feschen jungen > Mann verwandeln, 8er er vor seiner ,Mrr", wie er diese Zeit selbst bezeichnet, gewesen ist. Den einzigen Kontakt zwischen dem HunigeMrvstler und 8er Außenwelt stellt eine Rohre dar, die es den Aerzten auch ermöglicht, chemische Analysen für ihre ärztlichen Befunde vorzunchmen. Jolly ist ein Rheinländer; früher hat er in seiner .Heimatstadt KxeM seinen Beruf als Kaufmann ausgcülht, dem es allerdings nicht sehr gut ging. Zur Zeit des Richrkrieges ist er mit einigen Landsleuten in einen 'Hungerstreik getreten, der ihm scheinbar recht Mt bekam. BoN da ab widmete er sich seinem jetzigen einträglicheren Berufe. Wn Umstand mag feine Fähigkeit gefördert haben. Jolly ist nämlich Jude; vielleicht ist ihm von daher die Tätigkeit und die Kunst zu hungern bekannt und sein findiger Kopf hat diese Eigenschaft zu einer ^tzarnosse" <mSge>nützt. Sein bürgcr- "icher Naure ist Herz. Zweimal wahrend feiner LekdenZzeU wird der arme Jolly aus seinem behördlich versiegelten Gefängnis unter polizc ilicher, ärztlicher und Aufsicht 8er Pressevertreter entsarg k. Die Oeffenllichkeit ist ausgeschlossen. Man holt ihn' heraus, reinigt und lüstet den Käsig, wascht dm Erschlafften, reibt ihn ein, wechselt die Wäsche und läßt ihn einige Spazierschritte machen, natürlich nicht, ohne ihn in all de» sehenswürdigen Situationen zu filmen oder zu photographieren. Es geht dabei sehr kollegial zu. Man merkt, Jolly ist nicht nur die Sensation, sondern auch der Liebling der Berliner. Auch er spricht heimlich urch freundlich mit den Anwesenden. Bei diesem Wiedersehen ist man erstaunt. Er »st ein Noines, überaus zart urch schmächtig' gebautes Männchen mit wasserblauen Augen und blondem Haar, während man ihn im Glaskasten für groß und' schwarz hielt. Wahrend er^ sich telephonisch mit seinen Angehörigen in Krefeld unterhält, Tante Grete zum morgigen Geburtstag Glückwünsche bestellen läßt, sich höflich nach allen erkundigt, und auf eine nebenher ge- . stellte Frage nach seinem Ergehen erzählt, daß es ihm gut gehe (was ein Lächeln bei uns hervorruft), treibt 8n§ Personal sein mutwilliges Spiel in Jollhs Glaszimmcr,. bis er dann selbst nach freundlicher Beantwortung der verschiedensten Fragen und nach herzlichem Verabschieden und nochmaliger gründlicher Durchsuchung wieder seine lvohnlich hergerichtete Behausung besteigt. DK Lösung des gangen Problems sicht Jolly in seiner starken Autosuggestion. Er fordert uns noch alle auf, an seinem im Kasten von Hm angefertigten Preisrätsel leitzunchmen und kaum hat sich, der Verschlag hinter ihm geschlossen, als der Impresario händerreibeud und vielversprechend schmunzelnd die Gäste zu uuern Frühstück cin> _Wiener Moeaenzeklung_ lädt. Ja, so ist die Welt. Das Zusehen beim Hungern ist so anstrengend, daß man er durch recht gutes Essen wieder wett machen mutz. Ader in Gegenwart des Hungernden ist es taktvoll verboten, von Essen Ar sprechen, so wie es rücksichtslos ist, in Gegenwort des Schweins von Wurst zu sprechen. Jolly ist für diesmal zum letzten Male polizeilich verstellt worben. Von den 44 Tagen, di« er sich vorgenommen, hat er heul? 34 glücklich hinter sich. * WMn er heraMomrnt, ist Jolly m reichrr Alaun. Endlich wird er dann nach langem fein wohlverdientes Mttagessm zu sich nehmen. Und dann wird er nur gm essen; mw dM -Ks alles? War «allen die Mnnerrechtler 7 Der Bund für Manttervechte schickte gestern eine Deputation ins Parlament, die den Abgeordneten aller Parteien dk Forverungeu dieftr neuartigen Drgam'sation vortrug. Die Herren erklärten unter anderem: „Unser Verein beabsichtigt nicht gegen die Frauenrechte Stellung zu nehmen. Im Gegenteil, wir trollen nur ans »er Tatsache der wirtschaftlichen uns sozialen Gleichstellung ver Frau die entsprechende Verteilung auch der Pflichten zwischen den beiden Geschlechtern ableiten. Wir müssen die Aenvcrung jxner Gosche anstreben, di« zu einer Zeit gemacht wurden, in der ven Frauen fast alle selbständigen Bernsi verschlossen waren, in der geschiedene Frauen und seiche, die ohne formelle Trauung in gemeinschaftlichem Haushalte lebten, und Mütter, die uneheliche Kinder hatten, gesellschaftlich fast unmöglich tvav.'n. Ties hat sich gründlich geändert. Dmnals tvar es Pflicht der Männer, die nnehelichen Kinder und die geschiedenen Frauen zu erhalten. Jetzt aber muß verlangt werden, daß den Fronen m i t ö e n gleichen Rechten auch gleiche Pflichten zuerkannt werden. Die Alimentierung geschiedener arbeitsfähiger Frauen durch sei« ehemaligen Gatten ist nicht mehr berechtig i.- Aus ven«selben Grunde muß verlangt werden, daß erwerbsfähige Mütter unehelicher Kinder sowie solche, die ein eigenes Einkommen besitzen, zu deren Erhaltung entsprechend beitragen. Es ist längst schon in fast allen Kulturstaaten gesetzlich unmöglich gemocht worden, daß Frauen, die zugleich' mit mehreren Männern geschlechtlich verkehrten, sich den Vater ihres Kindes nach Belieben aussuchen können. Wir treten aber auch fiir die tausende und aber tausende Männer ein, die durch eine aus die Spietz getriebene Fomenemanzipativn bei de«', heutigen überaus schweren Verhältnissen in ihrer Existeirz bedroht werden. Wir sind nicht gegen die Tüchtigkeit und den Fleiß jener Frauen, die Vollwertiges leisten, sondern nehmen nur gegen eine unangebrachte Forcierung jener Bestrebungen Stellung, die darauf abzieler«, Frauen in Positionen zu bringen» in denen sk nur eine schädliche K o n k nrr^erz bilden rmd Berufener« verdrängen." Die Abgeordneten, dk dk ResormdebürstrMt mancher gesetzlichen BcstinMUNgen zugeben — der Lauvbündler Dr. S ch o nbauvr wollte sogar in der sozialen Gesetzgebung einen stark femininen Zug gefunden haben —, versprachen die Forderungen der Männerrechtler in chren Klrchs bÄannzugeben. Lar Semmertag'Schachwrnlrr. Semmering, 26. März. Heute wurden dir beiden Hängepartien ausgetragen, und zwar die Partie R ubinstein-Nates ans der 13. Runde, wobei Rrrbinstein nach einem Spiel von insgesamt 70 Zügen gewann. Die von gestern herrührende Hängepartie Janowski gegen Aales .endete nach vielen Irrungen mit Remis. Ane Novelle von g. z. Unolchi io der „Wiener Morgeurettnug". , Me ,Mener Morgenzeitung" hat öas Bestreben, ihren Lesern die besten Werke der jüdischen und hebräischen Literatur in guter deutscher Uebersetzung zu vermittln. In unserer Ausgabe vom W. d. Sonntag) beginnen wir mit dem Abdruck einer der reizvollsten Novellen des jüdischen Dichters I. Z. Unojchi. Unojchi ist einer der vornehmstsu Vertreter der moberneu jüdischen und hebräischen Literatur, di« er durch zahlreiche Schilderungen des vergangenen und gegenwärtigen jüdischen Lebens bereichert. Seine Werke zeichnen sich durch Unmittelbarkeit und Echtheit der EmpsiMtng und durch einen ganz eigenartigen, anmutigen Stil aus. Er ist nicht nur ein Meister der Schilderung deS Lebens der Chaffidim, der Wesenheit des chaffidischm Judentums, sondern auch einer der feinsten Schicerer des modernen jüdischen Menschentypus und seines zwiespältigen Lebens. Die Novelle „Winter", die wir in der Uebersetzung von P. Haller zum Abdruck bringen, veranschaulicht uns in wundersam feinfühliger Weise jenen jüdischen Uebergangsmenschen, den das Leben des jüdischen Städtchens nicht mehr auszufüllen vermochte, der sich von ihm und vom Judentum loSriß, aber enttäuscht ander Frenide zurückkchrte und sich rm Judentunr wieder ein« zuwurzeln versuchte. Der Seelenkonflikt dieser jüdischen Männer und Frauen deS Ostens hat jene Kraft geboren, welche das eigene Wfche Leven baut. Diese Novelle ist ein Symbol dkses Prozesses. Die vom Dichter geformten Gestalten fanden dk gleichmäßige Verwurzelung im Judentum und Menschentum, wie Unojchi, der jetzt in Erez Israel wohnt wd schasst, sie in der altneusn Heiinat gefunden hat. Wir hoffen, daß diese von zauberhafter Stimmung umwobene Novelle das reOe Interesse unserer Leser find.'«« wird. 27. Marz M0 * . —- ——— Der Sing zom Mond. Die Rakete des Professors EMM. Vor drei Monaten hat der Erikcmische Physiker Pwfiffoß G o v d a r d vom Tack Tollege in W o r c e st e t die erstaunte Welt wissen lassen, daß er daS Modell einer Rakete fertigachelli habe, sie von der llirde zum Mond abHsfeuert werden könne. Der Professor wurde damals verlacht. Um die Richtigkeit seiner Behauptung;u beweisen, hat sich' Professor Goddrrd entschlossen, im Rahmen einer wiffekffchaftlichen Abhandlung die Grundidee der von ihm ersonnenen Raumrcckete zu verwerten. Man erfuhr, daß die Jnnen'konstvukkion des MondschrffS auf dem Rückltoßprmzvp beruht. Die Rakete führt eine Pulverladung mit, die nach Art der Mafchinengewchrpatronen automatisch verfeuert wird. Die Rakete selbst bcstchl anS einer AnM ineinander geschachtelter Hülsen, die allmählich im selben Maße, wie daS Triebmtttel verbraucht Wird, automatisch abgeworfen werden. Diese Vorrichtung soll eine Abnahme der GeschwindiMt verhüten: mk dem Verbrauch der Pulverladung wird auch das Gewicht geringer. Die Berechnungen Goddards wurden nachgaprüst und jur wicht geringen Uoberrafchlmg ver Fachleute stellte sich heraus, daß die Erfindung Goddards einen wissenschaftlich ernst j« nehmenden V c rf n ch zur Verwirklichung eines uralltm Menfchentraums varstellt. DK Spötter verstummten, zumal Goddard bekannt gab. daß ein kleines Modell seiner Rmrmrakete bereits anfangs Jänner Mefeuert werden soll. Nach dem Projekt des Erfinders hätte dichs Raketemnodell eine Ladung EzplofionSstoff mltführen sollen, der bei der Landung auf der finsteren Mondschewe mttomattsch zur Explosion gebracht, von den irdischen Beobachtern 0ej sichtet werden und den Erfolg des Experiments ankundigen sollte. Die Fachleute wiesen allerdings daraus hin, daß in der Rakete eine geradezu phantastische Menge von Sprengst offen ausgestapelt werden Müßte, um ein demrl starkes Lichtsignal Pr erjengen, das mit dm uns zur Derfirgnnxj stchendert Mitickn von der Erde aus beobachtet' werden könnte. Das von Professor Goddarb festgesetzte Datum fit Durchführung des entscheidenden Experiments rückte heran — und die Rakete wurde nicht abgefeueri. Man erfuhr nur, daß sich die Vorarbeiten verzögert hatten, das Raketenmodell — hieß' es — werde die Fahrt zum Mond erst rm Lause des Sommers antreten. Der Physiker des Wvreester-Colleges gab' Mher Mn Ä> benszeichen von sich. Um so überraschender wickt es, daß er mm plötzlich vor die Oeffentlichkett tritt. Dem Interviewer eines großen anrerikcmischen Fachblattes vertraute der Gelehrte an, daß er unablässig an der Vervollkommnung seiner Rakete aribeitr, das erste auf Jänner anberarrmte Experiment hätte verschoben werden müssen, da er sich nicht der Möglichkeit eines Mßlingens dieser ersten Mondfahrt anssetzen' wollte. Ruit sei er des Erfolges sicher und die.Rakete werde im Sommer unter allen Umständen abgesiaert. Seitdem sich die Blätter der Men' und Netten Welt M den Projekten des Professors befassen, echielt dev Physiker eine Anzahl von Briefen, deren Schreiber sich Hm mrtragen, als erste die abenteuerliche Fahrt im Wettraum mWrmöachen. Bisher haben sich nicht weniger als zweiüudsNnsz'ig Prrsoueu gemeldet, die bereit sind, sich' der Rakete des Professors aMvertrmlen und sich auf den Mond beordern Fa lassen. DK meisten dieser unternchmungslustigen WÄraumPassagKre sind AmevNaner. Unter den MiurMnsM BrKfin befinden sich auch achtzehn Europäer, und Mar neun Engländer, Wr Fmnzofiü,' Mer Deutsche, ein Italiener, ein Holländer Md em Oestrrrvicher. Es handelt sich freilich meist uw junge Leute LeLeM Geschlechts, immerhin gibt es unter den KÜhneck sechs Ingenieure, Mi Astwnonten, einen Arft and einen BaMri Auch M siMgMriger chemabiger Lchrer hat sich gemeldet, *? Ser Frmrenmord in Budapest. Ans B udapest wird gemeldet: Die Pokhei setzt mit einenkausgedchnten Apparat die Untersuchung in der Augelegerchoit des Mordes an der Holbwoltdamr Susanne Köhler fort, chne daß sich b-icher lügend welche Anhaltspunkte für die Ausforschung -es Töters ergeben hatten. Die Polizei hat rm Vor-- laus ihrer Ermittlungen eine große Anzahl von Personen einvernommen, die mit der Ermordeten in Beziehlmg gestanden waren. Die vechällmsmatzig wichtigsten Angcwen konnte ein Arbeiter namens Stephan Madarasz machen, der längere Zeit ein intimes Verhältnis mit Frau Köhler unterhalten hatte. Die Aussage .des Madarasz ist aber so phantastisch, daß sie wohl nur den Wert einer Kombinatton habe» .dürste. Danach habe Fron Köhler um Arbeiter wiederholt erzählt, daß sie nnt einem Fra uzose« in Verbindung steht, der zu Gunsten einer fremden Macht in Ungarn Spionage treibe. Die Person dieses Franzosen konnte nicht ermittelt werden, doch hat die PoAzei tatsächlich fest' gestellt, daß die Köhler vor einem Jahre in Komorn von der dortigen Polizei wegen Spionageverdachtes angchalten worden ist. Sie befand sich damals in Gesellschaft einer österreichis ch - u Artistin namens Lotte Gruber und Kveier junger Männer, die später aus Budapest abgeschafft worden sind. Die Budapester Polizei hat in Verfolgung dieser vagen Spur dir Wiener Polizeidirektion ersucht, dk Artistin Lotte Gruber, dk derzeit in Wien lobt, ausfindig zu machen und zu verhören. Auch die übrigen Verhöre hatten mchr oder tveniger >mr Kombinationen oder widerspruchsvolle Angaben Ml Ergebnis, so daß man der Ausforschung des Mörders bis heute mn keinen Schritt nähergekmnmen ist. Die erste Vermutimg. daß es fich rmr einen Raubmord handle, scheint sich nicht zn bestattgen, da, wk nurrmchr seststcht. keinerlei WertAeg^nsiä.nde gernuk»^ worden sind. Dins füdischeHaus| a$ füdische Blatt» ---