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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-26 · Heft 2547 (26.3.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2547 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nk. M7_»K frefofj; Jaden «r Paris, der sich dem anläßlich Des Wiener Zioniste«So«gr>:sses gebildeten Weltverband der sephardischen Juden anschließt und in der Zionistischen Föderation in Frankreich durch Delegierte vertreten ist. ES wurde beschlossen, sofort die Mitarbeit an allen zionistischen Arbeiten zu beginnen und sich mit dem Zentralkomitee des Weltverbandes der sephardischen Juden in Jerusalem in Verbindung zu setzen. Den: in der Versammlung gewählten Aktionskomitee gehören an die Herren: Dr. Clio Benvenrste, David Denveniste, Dr. Bidal Modiano, Henri Nisjim, A. Naim, H. Rosanes und D. Aidersky. _ Set Mann, der feine Frau verkaufte. „Ich gestehe eS offen ein: Schon lange hatte ich die Äbsicht, meine Iran loszuwerden» da unsere Ehe vom erste» Augenblick an unglücklich war. In eine Scheidung wollte sie nicht willigen. Da kam mir der Zufall zu Hilfe. Meine Frau machte die Bekanntschaft des Kaufmannes Philipps, und eines Tages trat er mit dem Angebot an mich heran, gegen eine Entschädigung von 500 Pfund ihm meine Frau zu überlassen. Ich hatte damals mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und nahm das Angebot, das übrigens im Einvernehmen mit meiner Frau erfolgt war, nach kurzem Zaudern an. Ich dachte nicht im entferntesten daran, eine strafbare Handlung zu begehen." Bor dem Gerichtshof in der englischen Stadt Leeds sprach der Mechaniker Allan diese Worte. Der geräumige Gerichtssaal war bis zum letzten Plätzchen besetzt. Inmitten großer Stille ergriff der Verteidiger des Angeklagten das Wort. „Wohl empfinden wir," erklärte der Rechtsanwalt, „die Tat des Angeklagten als Delikt. Man lernt jedoch den Sachverhalt ganz anders einschätzen, wenn man ihn einerseits vom psychologischen, andererseits vom historischen Standpunkt aus betrachtet. Nicht nur der Angeklagte, auch seine Gattin gab vor dem Gerichtshof zu, daß ihre Ehe sich von Anfang an überaus unglücklich gestaltet hatte und daß sie keinen sehnlicheren Wunsch hatten, als eben auseinanderzugehen. Mrs. Allan wollte in die Scheidung nur deshalb nicht einwilligen, da sie vorläufig nicht in der Lage war, einen Beruf zu ergreifen und sich selbst zu erhalten. Das Leben des Ehepaares wurde noch unerträglicher, als eines Tages der Mechaniker seinen Posten verlor. Da kam die Hilfe in der Person des Kaufmannes Philipps. Zwischen ihm und Frau Allan entwickelte sich eine Freurwschaft, die zu einem Liebesverhältnis führte. Der Kaufmann entschloß sich, Frau Man zu heiraten. Um dem Mechaniker zu ermöglichen, sich eine neue Existenz zu gründen, schenkte ihm Philipps, der ein wohlhabender Mann ist, 500 Pfund. Zu gleicher Zeit verpflichtete sich der Mechaniker, keinen Versuch mehr zu unternehmen, seine Frau wiederzusehen. Ein Teil dieser 600 Pfund sollte zur Einleitung des Ehescheidungs- Verfahrens dienen. In dieses richtige Licht geruckt, macht wohl der Frauenverkauf einen ganz anderen Eindruck." „Sehen wir min," fuhr der Rechtsanwalt fort, „ein wenig die juristische Seite der Affäre an. Biele welken überrascht sein, zu vernehmen, daß noch vor einem Jahrhundert ein Ehemann feine Frau in England verkaufen konnte, ohne befürchten zu müssen, mit dem Gesetz in Zusammenstoß zu geraten. Unter der bäuerlichen Bevölkerung war noch imJahre 1801 üblich, Ehegatten zu veräußern. Zeitgenössische Aufzeichnungen lehren uns, daß der Preis der Frau ziemlich einheitlich mit sechs Pence, also einem nicht besonders hohen Betrag, festgesetzt war. Einer der letzten Fälle dieser Art ereignete sich im Jahre 1801. Damals verkaufte ein Landarbeiter aus der Grafschaft Derby seine Frau um den Betrag von elf Schilling. Im selben Jahre gab es noch eine ähnliche Affäre. Ein Fleischhauer in Hereford, der infolge schlechten Geschäftsganges nicht mehr in der Lage Ivar, feine Familie zu erhalten, veräußerte feine Ehehälfte um 24 Schilling an einen Schuster. Allerdings bestand bereits damals eine gesetzliche Bestimnnmg, die besagte, daß ein und dieselbe-Frau nicht zweimal verkauft werden könne. Erst im Jahre 1805 machte dann das Gesetz dem Handel mit Frauen in England ein Ende." Der Richter ließ sich durch die zweifellos interessanten historischen Ausführungen des Rechtsanwaltes nicht milder stimmen. Der Rechtsspruch fiel ziemlich streng aus. Der Mechaniker Allan wurde zu einer Kork erstrase von neunzehn Monaten verur teilt. 8ns Reich der NkrschenblAe Wen Sie sich beim Betreten des bekannten Warenhauses der Brüder Schiffmann m der Taborstraße 48 »ersetzt. Die mit auserlesenem künstlerischem Geschmack arrangierte javani- Iche Innendekoration, du von bunten Lämpchen durchwirrten, hangenden Mütendolde« % weiß und rchr sind wirklich sehenswert. Sehenswert und preiswert ist auch die soeben eingelangte, reichhaltige Kollektion in allem?.leiten Stoffnnv Sodenwaren fürs FrMahr. Crepe de Chmr, Marocain. Daststeure. Faille de ^laire, Schotienseide, sowie alle WoMtofst in herrlichen Dessins und Mcdcsarben werden, in der kommenden Woche m garantiert erstklassiger Qualität zu staunend billigen Borsaistii-OVasionspreisen verkauft. Gleichzeitig wurden die bekam» billigen Preise für Herren- und Damenwäsche, Loüenwaven, Borhange, Teppiche nsw. njw. wesentlich reduziert, um dem täglich wachlenden Kundenkreis dieses Dhvenüen Loopoldstödter Warenhauses wieder einmal die auhewrdentliche LeMunaSsähigkeit der Brüder Schisimann zu beweisen und jedem Kaustr trotz des herrschenden Gcldwmiq.'ls KarffmoglichSelt z» bieten. Eine Besichtigung de- War>.u!a.qcrs ohne KausWang jedermann im eigensten In- Kresse entpjohlen. _____ Mlener Morgeiizektitna Das Semmering-Schachturnier. Dr. Tartckkower besiegt. — Kpielmann führt. Semmering, 25. März. (Panha ns-Schachturnier.) Den ersten Sieg schon in der Bormittagssitz.mg hatte nach 21 Zügen Professor B i d m a r als Anziehender in einem abgelehnten Damengambit gegen Gilg zu verzeichnen. Er hat sich mit diesem Sieg bis an die Führenden dicht emporgearbeitet und 'wird so bei der Endplacierung ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Dr. A l j ech i n gewann mit einer holländische Verteidigung des Damenbauerspieles gegen den Wiener Km och. Dr. Tarrasch gewann ein von Roselli HgelchnteS Damengaittbit uw) Davidson, der sich gegen Professor Michel indisch verteidigt hatte, durch ein feines Endspiel. Das Ereignis oeS Tages war die Niederlage des Führenden, Dr. Tartakower, der knapp vor dom ersten Abbruch in einem bis dahin ausgezeichnet vorgettagenen Reti-Springrr-^iel gegen Spielmann einen schweren Fehler beging, der einen wichtigen Dauer kostete, wodurch die Partie bald unhaltbar wurde. Wechstwoll verlief das Treffen Reti—Niem zow lisch, ebenfalls eine Reti-Ipringerspieleröffnung, in der der Dane zunächst die Oberhand gewann, aber nicht die positionsgevechte Fortsetzung fand. Ms sich aber Reti aus der drohenden Uucklammerung befreit zu haben schien, versetzte er wieder die reorisverfprechende Fortsetzung und verlor Bon besonderen! Pech »vor Rubin stein verfolgt, der einen schweren Fehler mochte, tz-as ihn dir Partie gegen Doktor Bajba kostete. Mich Grünfeld mußte sich Men Dr. Treybal mit Remis bescheiden. Das von Janowski gegen Aales unregelmäßig geführte Damenbauerfpiel wurde abgebrochen. Die Partie dürste für den EnSänder schließlich verloren gehen. Stand nach der 14. RnnLe. S p i e l m a n n 10'/,, A l j e cht n, N i e m z o w i t s ch, Dr. T a,r t a k o w e r je 10, D i d m a r 9'/», Dr. T a r r a f ch 8*/„ N e ti 7»/., R * b tn st e l n 7 (1), G r ü n f eld, Doktor Treybal je 7, Dr. B a j d a k'/„ Jano w » ki « (1), Gilg, Davidson je 5'/„ YateS 5 (2\ Michel, Kmoch 8'/., Stoselli»/,. Set Prozeß gegen VHeianDer Weisz ttno Artur Fuchs. AvhrfchciMch am 8., S. imd 10. April. Wie gemeldet, haben dir wegen Erpressung AngÄlagieu, Alexander Weisz, der ehemalige .Chefredakteur des ,Mend", und.Artur Fuchs, gegen dir Anklage den EinfprÜch und außerdem eine HafLLeschwrrbe erhoben, Die Entscheidung des Qberlvndesgevichtcs hierüber liegt noch mcht vor. Infolgedessen konnte auch bisher noch nicht ein Vechandlim-gsteimin anbeiraumt werden. Wir wir erfahren, war ursPrüngbH beabsichtigt, die Verhandlung schon am 31. d. und 1. April durchzuführen, -um eine rasche Verabschiedung der Strafsache zu bewirken. Mt Rücksicht darauf, daß am 30. A-nd 31. d. hohe jüdische Feiertage sind, kommt dieser Termin mch: in Frage. Die Verhandlung wird frühestens für dar 1. und 2. April auserschen werden können. Da jedoch zu besorgen ist, daß an di'esen beiden Tagen, Gründonnerstag und Karfreiwg, .möglicherweise manche der vorgeladenen Zeugen nicht vor Gericht erscheinen, wird höchstwahrscheinlich die Verhandlung erst für den 8, 9. und 10. April anbevaumt werden. Der Präsident der Metalki.m-A.-G., Leon Sklarz, der in der AMeasdorfer Angelegenheit angcklagt war, hat nachträglich gegen Alexander W e s z eine Strafanzeige erstatte:, über die gegenwärtig noch Erhebungen gezogen werden, doch wird sie nichr mehr in die bereits 'abgeschlossene Straffache eik-nchezo gen werden. M Schlautwerden gefShrlich? Die Ansicht amerikanischer Aorzie. Die Schnfuchi der Frau von Heute ist jugendliche Schlankheit. Wo die Natur diesen Wünschen eine schmertzliche Enttäuschung bereitet, wird versucht', mit künstlichen Mitteln nachzuhÄfen. Besonders beliebt sind die Entfettungskuren, die, wenn sie mit Vernunft und Maß durchgeführt werden, eine Wohltat für den Körper bedeuten, die aber in ihrer nur allzu häufigen Uebertreibung eine schwere gesundheitliche Gefahr sind. Das ist erst dieser Tage wieder m einer Sitzung der neuen Akademie für Medizin in New-Dork von sachverständiger Seite frstgestellt worden. Der Aerzteversammlung lagen! Wohl 2 0.0 0 0 Briefe von Leserinnen einer Frauenzeitschrfft vor, in der die Opfer der gewaltsamen Entfettungskuren bewegte Klage über ihre böse Erfahrungen führten. Die HerauSgebevm der Zeitschrift erläutert diese Briest dabin, daß sich in der Mehrzahl der Fälle die Men Folgen der Entfettungskur in einem Nervenzusammenbruch, ja selbst in Tuberkulös« und krebsartiger Erkrankung gezeigt hätten. Diese Erscheinung betreffe jedoch nur eine Minderheit; die Mchrzahl der'Opfer beklage sich darüber, daß, während sie ihrer Figur zur Schlankheit verholfen hätten, ihr Gesicht während der Kur runzlig und schlaff geworden sti, so daß sie um zwanzig Jahre alter auSschen, als sie wiMch seien. Diese Berichte gaben Professor T. Gregory, dem Leiter der Psychiatrischen Abteilung des bekannten New-Aockr! Bellevue-Hospitals, Anlaß, $e Frauen zu warnen und ihnen dringend zu empfehlen, sich zu einer Kur erst zu entschließen, wenn sie sich überzeugt hätten, daß ihr Gewicht den für die Gesundheit normalen Stand überschritten, habe. „Wir behandelten in dem letzten Jahre," so führte der Professor Gregory aus, ,/allein 286 Fälle, in denen dk Entfettnngsku r zqz einem Nervenzusammenbruch geführt hat. Die Gewichtsverminderung war in der Mehrzahl der Fälle nicht der ausschließliche. Gruiw des Nevvi,Musammeichruchs; er hatte Mar; \m Selb S -. .... mW WALLENSTEIN von Friedland - 1630-- liiijiijiiiiiiiii „Seni“, spricht Fürst Wallenstein, „Sag, was rät der Sterne Schein?* „Durchlaucht, ihre Lichter sagen: Jeder Mensch soll BERSON tragen!“ allerdings in jedem Fall wesentlich daM beigetragen, den Zu sammenbruch W beschleunigen. In alle» Fällen zeigte es sich, daß die erkrankten Personen, eine ererbte neurotisch c. Veranlagung hatten. Bedeutungsvoll erscheint in diesem Zusammenhang besonders der-Umstand, daß bei einer großen Zahl von Mädchen, die sich, vor ihrer Vecheiratung einer Entfettungskur unterzogen, als Folge.der Kur vollständige Unfrucht barkeit zu verzeichnen ist. Biele sind übechaupt unfähig, Kinder :;u bekommen, und wenn sie wiMch Nachkommen halben, so müssen diese armen Geschöpfe für die Sünden der Mütter büßen. Jedes junge Mädchen sollte bedenken', daß sie durch die Sucht, schlank zu bleiben, nicht nur ihr eigenes. Leben', solchem auch das ihrer Kinder gefährdet, gbntz gleich, ob es sich um mechanische Werkzeuge zur Erreichnngbieses^ Zweckes, um Enchaltsamkeit von Speist und Twnk, um ArZnÄMittel oder übertriebenes Rauchen handelt; die Gefahr bleibt immer dieselbe, schon ans dem einfachen Grunde, weil alle diese Ä. vschängnisvoll auf den Appetit einwirken." Wie arbeitet der Kye« Hajessod in tzrez Israel? Die Berwvntmns Äev WelÄee. — SWwreVrg-- ketten in -er FinnnzpolMk -ev. MonWische« Exekutive infolge nnmgelhnft>er Eingänge -es Keren Hajessod. AVban -er Arbeitslosigkeit. — Wachsen-e Zahl -er einwan-ern-en Arbeiter. — Das Bauprogramrn. — Mr>-erung von Handel «nd In-nstrLe. Es singera8e isunf Jahre Her!, -asi -rr Keren MeM, dieses wichtigste Fimmzinstrmmnt des PalLstinaaujibMes, seine Arbeit in Erez Jfpael aufgenommeu hat. Einer der Bcruifensten, Adoff Böhm, hat aus diesem Anlaß in der ^Wiener Mo-rgenzeitung" eine bemerkenswerte Mhandlnng über Wesen, Organisation mch ArHeitsmetihodeü des Keren Hajessod verMntlicht. Er konnte den Verantwortlichen Faktorm und ihren Maßnahmen in bezug aus die Verteilung des Fonds auf die einzelnen Budgetposten nur das beste Zeugnis ausslellen. Leider ist infolge der hervschen-M MrffchaDkrise in den letzten Monate« die LeistungsfähiAeit des Krren Hajessod hinter de» großen Erfordernissen Palästinas zurückgeblieben. Darüber gibt ein sthr interessanter Bericht des Keren- Hajessod-Direktoriums Auskmift, welcher über die Benverchung der Keren-HajessoV-Gelder in Erez Israel wahrend der Monate November 1925 bis einschließlich Jänner 1926 Rechenschaft ablegt. Auf Rechnung eines monatlichen Budgets von 45.000 Pfund, akso statt eines Gesamtbetrages von 135b00 Pfund, konnte London nach Palästina bloß insgesamt rund 74.500 Pfund in diesen drei Monaten überweisen. Der Bericht knüpft an diese Mitteilung folgende Bemerkung: Wieder umß die Exekutive ihre FinanzPoMA in un- Äonomsicher Meise augenbkcküchen Erfordernissen anpasstn, wodurch neuerlich eine weiÄmSschaueude Wirtschchtsführung unmöglich gemacht wird. Sollte sich nicht binnen kurzer Zeit eine grüMiche Befleruug in den Ein- ' Kifften es Keren Hajessod emstellen, so wird sich die Mästinaexekutive genötigt sehen, ihr diesjähriges Programm M einem sehr westMichär Teil unausgeführt zu lasten, waS die Aufbauarbett f5t die naMen Jahre weit schwieriger gestalten wird." Ausführlich und übersichtlich Wich bekauntgegeben,. wie sich die Ausgaben der einzelne-« De^aDtem e u t s bezGern. Das hat in der Berichtchsit rund 34L00 Pfund für Ba»mast^iilch landwirtfchafttiche Maschinen, Saat- und Futtermittel, Bei-» Mung von Kühen und Zugtievm Kr diverse Siedlungen verausgabt. Es wurde« tv&lt* unterzeichnet, welche nicht weniger atz w gvogorc ww Pfwwx wunrogw in verWdene« Kolonien betrsfM» ferner eine beträchtliche

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