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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-26 · Heft 2547 (26.3.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2547 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Zdrk S _Dien, Frcllag Der Krim-MM. Im Hinblick auf das g-ffteni von uns nach dem New-Joiker „Jewich Mvrniug Io.rncrl" veröffenl' lichte Prcpagoudazir^l'.ar der Jow)ekz'a gewinnen bi-c Nachfolss'nden Mi^uiluu^n . besondere Be dcutung: Die Nachvichtcu cnrs Amerika ülvr die Ergebn'iffc der Propaganda für die sogenannte Krimkolonisation, d. h. die landwirtschaftliche Ansicdlni^ vr«n Irnden in vor schiede neu Gebieten der Utvaine, der Krim und Weißrilßlmvds, »taffen er* kennen, daß die Krimparole der cnmwüf-aarifch-jüdt jchcn Pluto* fva.äbe fehte besonders starke Zugkraft hat. Es ist daher nich: Ai. vevwimdern, daß sich jetzt die offi,zielten Commumques und Statistiken der SowjMogiernng hänfen, in denen dcir Uuffaivc, und die Bodentiun-g der sogeitannten KrinlkolonifaÄon durch innnor eindrucksvollere Ziffern davgeran wird. Diese Daten, die jetzt wie Pilze nach dem Ro;zcn ausschießerr, ftnD die „moralische Hilfe" der Sotvjotregiennvg für die Propaganda der alnerwkarrischelt Jahudim, die — ob vorsätzlich oder aus Um* dcrstaind, sei jetzt nicht untorfucht — zu Agenten der Sowjet* pokitiS ^-worden sind. Denn das Projekt der jüdischen Sowjct* koloniisation ist, wie hier schon jitr Zeit, als es zun: ersteirntcvl anftcmchte, dargelegt wurde, enres der politischen Mittel den- Sowjetvegierunig, um Englands politiiischon Einfluß zu imdor-- graben. Es hat denselben Zitveck tote die gerade in der letzten Zeit sichtbar gotvoldenen Fäden zwischen Rom nnd Moskau, die aespvnnelr wurden, nur Italiens Expausicmsbestreblmgen in: östlichen Mittelmoer zu Mvterstützen, da Moskau glaubt, Cnglaird an dvÄvllndibavor Stelle treffen zu können. Bodeuki man woiters, daß gerade das letzte Jcchr die politische Bedeutuitg >der jüdischen Palästinokolonisation ins hellste Licht gerückt hat, so ist cs klar, daß die Sowjetrogi-ernng alles tut, was sie kann, mn der ihr so genehmen Propaganda der Krmrkolonisatioir der Jtlden ihm Hrlife angodeihen zu lassen. Sie besteht jetzt — tu Ziffern, Daten und Statilstikeu. Jeder, wie er kann! Diese Daten der jüngsten Zeit sollen darin::, wie umfang* reich die jüdischen Kolonisachions-möglichkeiten in Rußilan-d sind (Endsumnte 150.000 bis 200.000 jüdische Familien, also cÄva 1 Million Seelen auf etlva 2ch Milliown Teßjatinen guten Bodens), wie billig die Anfiedlnng sich stellt (120 Pfund pro Familie) und wie stank -infolge günstiger Cgeibnisse der bisherigen Kolmrisaiiton der Zustrom der Juden zu diesen Sowjet* siedlungerr ist. Stellt man alber, wie es im nachfolgenden geschieht, diesen Recklameziffern einige aus offiziellen Daten geschöpfte Tatsachen gegenüber, so erkennt man, welch ein großangelegtes Verbrechen hier mit Hilfe der Leich:,gslÄrbigVeit ü:td des Ressentiments der amerikanischen Gvoßijuden gegen den palästml^entoischen jüdischen NatiionÄlisnmts ins Werk gesetzt werden soll. Denn so wichtig jede wirklich produAioe wirtschaftliche Hilfe für das heute wivtschaDich völlig dsstnuierte russische Judentum wäve. st> klar es auch ist, daß eine s-ollche Hklfe von außen her jede Unterstützung fiitden sollte, daß gerade die Umschichtung aus die Landwirtschaft von größter BcheMmg Ware, so klar ist es, daß die lcmdwirffchastliiche Kolonisation von Inden in Rußland in nennenswertem Umfang nicht mHgliich ist, daß die Kosten einer solchen landwärtschaftlichen Kvilonisation weit größer sind, als es dargrstellt wich, und daß «fcms Sicherung der Existenz der Kolonisten noch den gemachten Erfahrungen nich: gegeben ist. Die von der SowjÄvegkmrng angegebenen Voraussetzungen und Grundlagen sind nicht vorhanden, und was hier ins Work gefetzt wich, ist sin ccks poetisches Manöver gebrauchter Bluff, der «in Verbrechen an den Juden Rußlands bedeutet. Dieses Verbrechens mitschullbig machen sich die, welche diesen Richenibluff unterstützen. Den Ziffern über den evvoichlbaven Umfang der Juden« kolo-nisaticm in Rußland fei die vor nicht langer Zeck erschienen« offirzielte PublTation des ZeutraNommiffarÄrtS für Lamdwdobschast entgeyengchMen, in der Pvofesior Bol« schakow im Kapitel ^Die BiEn-voudevunig" feslstellt, daß die Flächen freien kMidvewbaren Bodens im ganz Rußland für knapp eine Million Menschen ausreichen, während der Bodenmangel und die SchMehung der sibirischen BmENWandorung »n Bovbindu-ng mit dem natürlichen Zuwachs der Land* beviMevung (die Juden sind also nicht mffovnlbezageiv) einen Ueberschuß von 10 MAlionen ländlicher Bimrenwanideror geschaffen hat, die -in die Landwirtschaft einznsdellen sind. In der Ukraine alleM gibt es —- laut der offiziellen ^ubWation in „Ekonomitschestaja Shisnj" vom 1. Mai 1936 — zu Beginn des letzten Jahres ein Kontingent von 800.000 siedlungSbedHrftigen Angshovigen der landwwtschaMchen Bevölkerung. In A^iißrußland, dem Awevten Zentrum der jüdischen Kolonisationspläne, ergibt die offiMle StavisM dieselibe Ziffer. Der Beden, der für die lcmdwmtschaftviche Ansvedlung zur Verfügung steht, ist kein Kultnrboden. Noch den offiziellen Daribyungen der Zen- -tralleitung der Os-et sind von dem den jüdischen Kolonien, die >im Anschluß an die von früher her bestehenden jüdischen Kolonien im Gebiete von Cherson, JÄlatermoslow, Mavkupol entstanden sind, -».gewiesenen Boden mehr als 30 Poyent nicht anbaufähig. Die Boderrzuweffninig, welche die ReklomestatistAen in ausgiebigem Maß besorgen, geht -in MMichVeA nicht so srciigebig vor sich, weil einfach der Boden nicht vorhanden -ist. Bon 40.000 Doßjwbirwn Bodens, die Moskau für die Zwecke der jüdischen Kololvihaüion -in der Krim wn Jahre 1906 affigitvert hatte, konnte das Landtvirstchaftskommüfsariat -in der Krim bloß 8160 Detzjatmen ,weisen. Auf die Anfrage von Moskm:, was mit dem übrigen als fveti beyerchnoden Boden geschehen fei«, an-twovtNte die Behörde im der Krim, sie habe nur noch etwa 25.000 Deßjatinen zur Verfügung, die jedoch für die lokal« Bntnenwamde-vung msierdtbevt bleiben müssen, da sonst Unruhe zu befürchte,: sei. So sicht es mit dem ,^ö-pdenübe-r!fluß" in Mlklichleir aus. Um die ^illigDelit^ der Juden-olonffation in Rußland -v verstehen, die in der Propagmioa so gern dem „ten-uen P^lästuraexp-enimervt" entgegengchalten wird, muß vor allemr jlchgcheüt werdeu, daß «s sich um eine reine Getreidewirtschasi « Mener Moksten.iesiirffa handelt, die reichlich Bodens und ausreichenden Bestandes an AnbeiIsvieh bcdarf, um ans ihr den primitivsten Lcbensbcda-vf heronszttschlagen. Die 120-Pfnnd-Rcchuuug für eine Familie (fünf Köpfe), für die 8 Deßjatinen Anbaufläche ins Kalkül gestellt sind, operiert damit, daß der Boden fast gar nichts kostet und daß Maschinen, Bich, Geflügel, Saatgut, Bm:- material, Lebenshaltung bis zur ersten Emte samt Haus und BewössiMmgsa-ulage in Rußland nriit 1200 Rubel zu decken sei. Abgesrhsn davon, daß die Pwis« fü-r alle J-Mlstriepwdukte, die zn-r modernen landwirtschaftlichen Ä-nsrcdlung novweichdg sind, im Rußland noch h-cnite viel höher sind als anderwärts, also die KosterMstir von vornherein verdächtig ist, mutz vor allem daraavf hiivgewiesen iverde-n, daß laut den offiziellen De Nichten in keiner der bisher geschaffenen Kolmvien das Bodenausmaß, welches, wie wir oben konstatierten, bcti der Ackernomschaft ein Existcnztuiin'nvum dcrrstellt, eingehalten tmr>rde, wobei schon gm nicht in Rücksicht gezogen ist, daß der Boden — was oben angeführt wurde — in den meisten Fällen Ms-giebiger Ameliiornvung bcd>arf (m-it der z. B. die jüdischen Kolonisten im Gebiete von Odessa das ganze Jahr 1924 verbringen mußten, während ihnen das Jahr 1925 eine Msißerntc brachte, worauf für die 600 FamMen drirvgendc Hilferrvfe in die Mvlt hinaus* giitgen). In den meisten Kolonien beträgt die wirklich z-.igewiese-ne Anbaufläche mrr 41 bis 52 Prozent der projektierten, sie sinkt sogar oft bis z»r 36 Prozent. Aber nicht einmal diese gemiitderte Bodensläche können die Kollonisten voll bearbeiten, da ihnen daz,. das nötige Inventar, vor allem aber Vieh fchlt. Ms Illustration seien Daten über eine der größten nnd ^bestgestellten" Kolonien an>gesührt, die „Jewrvjskaja proletarskaja Mhsl" veröffentlicht: Die Kolonie Sadej Menuchah bei ChorsE, die noch zur Zeit Mexanders des Ersten angeleigt wurde, dann nach dem Kriege verlassen blieb nnd jetzt rokvustruiert tvande, zählt 1946 Seelen, 222 Arbeitspferde und 373 Stück Bich. Ein Pferd entfällt auf 21 Deßjatinen Boden. Dieses Mißverhältnis war die Ursache, daß rm letzten Jahve nur etwas über ein Viertel der Aiiba,.fläche bearbeiitvt werden konnte. Das Ernteergebnis betrug im Jahre 1925 von einer Deßjarine 50 Pud*) So-n,mer.weizen, respektive 30 Pud Winlcrweizen war also in einem Jahr allgemein guter Ernte nied-viger als der für das Existenzmininnrm des Weit hinter dem Lcbo,rsstmida>rd des Juden zurückstshenden russischen Barrorn er* rechnete durchschniWiche Ernteergebnis von 60 Pud Sommerweizen pw Deßjatme. Ein großer Teil der jüdischen Kolonien in der Südrtkraine aber hatte in dem Rekordermtejahr 1925 viel niedvilgeve Emteegebnisse als das evivähnte Sadej Menuchah. Dies ist freilich nicht verwunderlich, wenn man weiß, daß der Fall der jüdischen Kolonie' Neues Leben (Kreis Pölogjk), im welcher aus 70 Personen ein Pflug entfällt, nicht ein Eiryelfall ist, sondern die typffche Guschemung der Jnventarversorynng der jüdischen Koilonlien nach dom ^billigen" Kostentaris. Die bisherigen Ergebnisse der Judenkolonisation sind also angesichts des Mangels der Voraussetzungen (ausreichender anbaufähiger Boden, genügendes Inventar, Entwicklungsmöglichkeit in der Richtung einer Intensivierung) die Ansiedlüng von einigen lausend jüdischen Familien mit unzureichenden Mitteln und daher eine Existenz, die sich in keiner Weise von der bisherigen schwankenden Lebensmöglichkeit unterscheidet, die vielfach sogar eine Herabdrückung des Lebensstandard statt seiner Erhöhung bedeutet. So ist es nicht verwunderlich, daß die in der Propaganda bis heute sehr stark verwendete „Stadtflucht" der jüdischen Bevölkerung sich bald, nachdem die Tatsachen die Sowjetkolonisation im wahren Lichte gezeigt hatten, erheblich verminderte. Die Juden der verschiedensten Gebiete Rußlands, die wirklich eine landwirtschaftliche Umschichtung wünschten, fühlten bald instinktiv, daß die Form dieser Umschichtung, wie sie ihnen von der Sowjetregierung geboten wird, auf halben und Biertelmaßnahmen basiert, die dazu dienen, um zu bluffen. Zur Illustration sei nur eine kleine Tatsache angeführt: In der offiziellen Statistik über die Kolonisation in einigen weißrussischen Bezirken, die das jüdisch-kommunisttsche Blatt „Erneß" veröffentlicht, wird unter anderem angeführt, daß im Jahre 1924 für die Kolonisation sich 1500 Familien registrieren ließen, von denen beim Aufruf 1460, also mehr als 96 Prozent, erschienen; im Jahre 1925 waren nur 900 Familien registriert, von denen jedoch dem Aufruf bloß 670, also 63 Prozent Folge leisteten. Diese Erscheinung ist in allen Gebieten der jüdischen Sowjetkölonisation zu finden; sie spricht das Urteil der Betroffenen. Ein Ergebnis der bisherigen Kolonisation sei aus den offiziellen Berichten besonders hervorgehoben. In seinem über behördlichen Auftrag abgefaßten Bericht über die Judenkolorüsation im Gebiet von Odessa sagt der Agronom E h a j k i n unter anderem: Der unkultivierte Boden und das dadurch sich ergebende Fehlen fester Grenzen ist vielfach die Ursache für eine Verschlechterung des Berhältniffes zwischen den jüdischen Kolonisten und der ansässigen Ortsbevölkerung . . . Diese Stimmungsäuderung ist auf wirtschaftliche Ursachen, nicht auf nationalen ^Slntagonismus zurückzuführen — setzt der Berichterstatter gewissermaßen beschwichtigend hinzu. Man erwäge: die neuen jüdischen Kolonien entstehen in Gebieten, wo, wie zum Beispiel in der Ukraine, der Landhunger der Bevölkerung am stärksten ist; die jüdischen Kolonisten sind genötigt, da ihr Inventar und ihr Bestand an Arbeitsvieh nicht ausreichend ist, fremdes leih- oder lohnweise in Anspruch zu nehmen, um das Notdürftigste aus ihren Bodenlosen herauszuschlagen; ein neues, andere Lebensformen übendes Element tritt in die in uralter Tradition wurzelnde Urngebung ein; — die wirtschaftlichen Ursachen (die, wie wir gesehen haben, eigentlich aus unwirtschaftlichen Methoden herrühren) i« allen Ehren, aber der „nationale Antagonismus" manifestiert sich, wie aus verschiedenen Meldungen bekannt ist, bereits sehr handgreiflich. Und da liegt das schwerste Verbrechen des sowjetistischen Kolonisationsschwindels: Zu dem Ausbleiben der vorgespiegelten wirtschaftlichen Existenzsicherung gesellt sich *) 1 Pud gleich Ma 40 KikWMM». 86. Mr; 1S26 ' Nr. 28^ die beinahe absolute Sicherheit, daß die Jndenkolonisation etrß k blutiges Ende nehmen wird. Die Sowjetregierung setzt für ' ihre politische Propaganda das Leben — der rnsiischen Inden! aufs Spiel. Und die Juden der amerikanischen Hochfinanz in! Gemeinschaft mit den Asiimilanten in Berlin Mtd London ' leisten ihr bei diesem christlichen Werk Hilfe. , x s. s. Ser indische Staattrat an Lord Readkng. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 25. März. Wie die ,/Times" auS Delhi ntrf*; den, hat der indische Staatsrat am 17. d. in einer Sondersitzung einstimmig eine vont Sirdar Charangit S'Ngh be-, antragte Nosolutio-n angenommen, dem scheidenden Bi.zes könig Lord Reading eine Dankadresse zu überreichen. In der : äußerst herzlich gehaltenen Adresse wird dem verdienstvollen; Staatsmann „die aufrichtige Wertschätz-rtng und herzlichste * Dankbarkeit der gesamten Bevölkerung ohne Unterschied der Religion und Parteirichtung zum Ausdruck gebracht". In der Festsitzung haben die Redner sämtlicher Gruppen der objektiven und segensreichen Amtstätigkeit Lord Readings uneingeschränkte Anerkennung gezollt. Die Redner gedachten auch seiner überaus hingobringsvollen, beispielgebetlden Tätigkeit auf dem Gebiete der öffentlichen Wohlfahrt. Der Redner der indischen M o s l i m s, .Khan Bahadnr Ebrahim I a f f e r, zählte die von Lady Reaving ins Leben gerrrfenen sozialsürsorglichen Institutionen arrf uNd schloß mit der Versicherung, daß die gesamte Bevölkerung Lady Reading als einen „Segen für das Volk von Andiev" verehrt habe und stets verehren werde. Ser Wdische SesmNub. Gegen die antijüdischen Wahlreformprojekte. Warschau, 25. März. (I. T. A.) Irr der letzten Sitzung' des Jüdischen Klubs wurde berichtet, daß innerhalb der Koalitionsparteien auf der Grundlage verhandelt wird, daß die Rechte auf die Forderung nach einem Pluralwahlrecht verzichtet, wogegen die Linke sich einverstanden; erklären soll, daß eine eigene jüdische Wahlkurie geschaffen werde. Es wurde beschlossen, gegen solche Bestrebungen, ein jüdisches W a h l g h e t t o zu schaffen, wo- ‘ bei noch beabsichtigt ist, die jüdische Vertretung stark einzu- - schränken, schärf st ens vorzugehen. Hierauf wurde über den Antrag.Reizes, sofort zur Opposition überzugehen, debattiert und auf Antrag Dr. Reichs beschlosien, die Abstimmung darüber zu vertagen, bis die jetzt begonnene Regierungskrise erledigt sein wird. Ser volnisch-lSdifche Pakt. Warschau, 25. März. Abg. Dr. Reich hat den: jctzigeck ’ Präsidenten des jüdischen Klubs, Abg. Hartglas, das Dökument' des polnisch-jüdischen Berständigungspaktes übergeben. In den nächsten Tagen wird der jüdische Klub B.'- schluß fassen, ob der Text des VerstLndignngsPaktes vcröffentl icht werden soll. __ Sie Wische Rot in Polen. London, 25. März. Der jüdische Deputiertenrat beschloß, sich der Hilfsaktion des Verbandes der ukrainischen Juiden st« die notleidenden Juden m Polen anzuschließen. _ Tschechisch an den Prager deutschen Kliniken. Prag, 25. März. (Tel.-Komp.) Das Ministeviunr für soziale Verwaltung hat, wie das „Pvqger Tagblatt" meldü, an sämtliche 5krankenhanSabteilungen der deutschen Kliniken einen Erlaß ergehen lassen, wonach die Abteilungsvorstände, Sekundarärzte, Wärterinnen und das übrige Personal bis zum 6. August eine Prüfung über die Kenntnis der tschechischen Sprache oblegen müssen. Aeltere Lehrer können um einen Dispens von der Ablegung der Prüfung anfuchen. Ser dentsch-demokratische «rkerparagraph. Wir haben am 23. d. nach der „Reichspost" über einett Zwischenfall in der Generalversammlung der Lese- und Redehalle deutscher Studenten berichtet, wobei es zu stürmischen Austritten wegen des Antrages des Vorsitzenden, jur. Ehren zweig, kam, an den Kammerwahlen teilzunehmen. Der Mitteilung der „Reichspost" zufolge wurde der Student Heinz Braun von den liberale,i Verbindungen hinausgeworfen und die anderen jüdischen Mitglieder zum Austritt aus der Halle gezwungen. Der Ausschuß der Lese- und Redchalle deutscher Studenten sendet uns mm eine Z-23-Berichtigung, in der er schreibt: „Es ist unrichtig, daß die m der Majorität sich befindenden liberalen Verbindungen Herrn Heinz Braun aus dem Saale hinauswarfen. Wahr ist vielmehr, daß Herr Braun bis zum Schluß der Versammlung sich an der Dekrtte beteiligt hat und daß feine Anwesenheit nicht im mindesten beanständet wurde. Unwahr ist, daß Herr Braun, der übrigens Nichtjude ift, Sprecher der jüdischen Opposition war, wahr ist vielmehr, daß Herr Braun Sprecher der deutschdemokratischen Opposition war. Unwahr ist, daß die Mitglieder jüdischer Konfession zum Austritt gezwungen wurden, wahr ist vielmehr, daß sich die Lese- und Redehalle weiterhin als Zentralverband aller deutsche« Studenten ohne Unterschied^ der Konfession betrachtet." Diese Berichtigung geht an der Hauptsache vorbei. Sie berichtigt nicht, daß der Vorsitzende den erwähnten Antrag stellte, und sie drückt sich um die Frage des Austrittes der jWfchen Mitglieder sehr vorsichtig herum. ES bleibt lediglich übrig, daß Herr Bmun kein Jude ist und nicht hinausgeworfen wurde. Weshalb berichtigen hie Herren aber mckt< m her zMiKStzch"L >

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