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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-26 · Heft 2547 (26.3.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2547 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wien. /.umADhoien in der Expedition, II., laboistr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) tnonatl. s Schilling Strassenverkaui In Wien durch die Kolporteure dei Firma Ool dschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand fflr Wien und Oesterreich monätlic) 6 Schilling i scheeho-Slowakcl: Mon. K 22. Jugoslawien Mon.Din.60. Polen:Mon S Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. IS ftaehttliltiagcn M» ** r fl11 - erbOboanco forbchilicn lener tlorgenieilung lPreis a^TgTI England: Mon. 4 Schilling. Hallen: Monati. 18 Lire: Rumänien Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.IOOLewz. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11. Taborstr. 1 Telephone. 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr. 21-102, 25-2-82 IX» Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Rr. 2847 ffiien, Freitag. 26. Miir; 1926 8. Fahrgang Kritische Lase in Frankreich. Briand vor dem Sturze? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch eiu vorangesetztes E gekennzeichnet. 3ouöeneIs Besuch in Jerusalem. Angliederung des Litanigevietes an Palästina. Jerusalem, 25. März. (I. T. A.) Die arabische« Zeitungen teilen mit, daß der französische Oberkommissar für Syrien, de Jouvenel, der in der zweiten April- HLlfte nach Palästina kommt, hier mit der Palästinaregierung über die Abtretung der gesamten südlichen Küstenzoue des Libanon, angefangen von der Mündung des Flusses Litani bis zur jetzigen Paläpinagrenze, verhandeln wird. -r- Die Frage der Abtretung dieses Teiles der Libanon- Provinz an Palästina war schon in den Jahren 1919-20, als die Grenze zwischen Palästina und Syrien bestimmt wurde, als von großer Wichtigkeit für Palästina erörtert worden. Es wurde damals darauf hingewiesen, daß die Ausnützung der Wasserkräfte des Flusses Litani in Anbetracht der Kohlenarmut Palästinas von großer Wichtigkeit für die Wirtschaft wäre, da die Wasserkräfte des Jordan allen Bedürfnissen nicht genügen würden. Als vor einigen Tagen die Regierung die endgültige Ruthenberg-Kon Zession Unterzeichnete, tauchte« Gerüchte auf, daß mit den französischen Behörden darüber verhandelt wird, der Ruthenberg-Gesellschast zu erlauben, die Wasserkräfte des Litani für die Elektrifizierung Palästinas auszunützen. Sollte die Abtretungsmeldung der Küstenzone der Provinz Libanon an Palästina Tatsache werden, so würde sich das palästinensische Territorium bis zum Berge Hermon erstrecken., Sk Srlentmesse in Tel-Witt eröffnet. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Tel-Awkw, 24. Ntärz. Lord P lumer hat heute die feier- S$e Eröffnung der hiesigen Orieirtmesse vorgenommen. Sk Angorareglernng konfisziert Wische Güter. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Konstantinopel, 25. März. Auf Grund einer Regie- .rnngsderordnung wurden die unbewegltchen Güter aller Juden, die in der letzten Zeit aus den Dörfern und Prov'lnzstädten in b°e Hauptstadt übersiedolten, zugunsten des Staatsschatzes beschlagnahmt und ihre Veräußerung beschlossen. zum Teile auch bereits durchgeführt. Die Regierung rechtfertigt diese ungesetzliche Maßnahme irrt der sonderbaren Begründung, daß diese Immobilien als von ihren ehemaligen Besitzern verlassene herrenlose Objekte zu betrachten und zu behandeln -seien. Die Proteste der von diesem Gewaltakt betroffenen Parteien wurden abgewiesen und auch der nach Angora entsendeten jüdischen Delegation ist es nicht gelungen, die Zuvüchiehung der Maßnahme durchzusetzen. Schließung der MlrwrMeuschuleu in der 2üilei- Konstantinopel, 25. März. (I. T. A.) Die Regierung in Angora gab am 20 d. der Verwaltung m Konstantinopel die telegraphische Instruktion, sämtliche von ausländischen Grup- Pm sowie die von den Minderheiten (Juden, Griechen und Armeniern) unterhaltenen Schulen zu schließen. Von jetzt ab wird der Elementarunterricht nur in türkischen Schulen und in türkischer Unterrichtssprache erteilt tverden dürfen. Die neue Verordnung geht über die vor einigen Wochen vom Departement für Volksbildung ergangene Verordnung, wonach eiu allmählicher Abbau stattzufindm hätte, weit hinaus. _ Kabinettskrise In Rumänien. Bukarest, 25. März. (Orient-Radio.) Ministerpräsident Bratianu wird nächsten Samstag dem König sei« Rücktrtttsgesnch überreiche«. Paris, 25. Marz. Die Kammer hat heute das Einnahme nbudget mit 415 gegen 128 Stimmen angenommen. Damit ist die Hälfte der Arbeit erledigt, doch steht jetzt der Kammer, mehr aber noch der Regierung die »veit schwierigere Aufgabe der Bu d g e t a u s b a l a n c i erung bevor. Die Budgeteinnahmen für 1926 belaufen sich auf 34.822 Millionen, denen Ausgaben mit 37.214 Millionen gegenüberstchen, so daß sich ein Budgetabgang von 1875 Millionen ergibt. Zur Deckung dieses Defizits soll die neue Bürge rsteuer mit 500 Millionen und die Erhöhung der U m s a tz st e u e r mit 1875 Millionen beitragen, so daß das D e f r z i t a u f 1 7 Millionen Franken reduziert wird. Die Frage ist aber, ob die Regiemng diese ihre Vorschläge durch bringerr wird. Ministerpräsident Briand und Finanzminister Per e t werden morgen den Standpunkt der Regierung in der Finanzkommission der Kammer entwickeln. Man nimmt an, daß die Kommisiionsberatungen noch in dieser ^Woche abgeschlossen werden. Peret hat zwar gestern einigen Journalisten erklärt, daß eine leichte Entspannung emgetreten sei. Praktisch aber hat sich noch keine Annäherung zwischen Regierung und Kammermehrheit gezeigt, die nach wie vor eine Erhöhung der Umsatzsteuer bekämpft. Einige Blätter kündigen daher den Stürz des Kabinetts Briandö für Mon tag oder D i e nstag, Mo den .ersten Tag der. Kammerdebatte, an. Es werden auch schon Namen für die. Sar Londoner ShrenbSrgerrecht für khamberlaln. Eine politische Rede des Außenministers. London, 23. März. Die City von London veviich heute in der GuWhall dem Staatssekretär des Aeußern, Chamberlain, in Anerkennung seiner hervorragenden öffentlichen und politischen Verdienste während seiner langen Laufbahn das Ehrenbürgerrecht. In Erwiderung auf die an.ihn gerichteten Ansprachen er-, Karte Chamberlain, er sei dankbar, daß cs ihm erlaubt gewesen fei, eine Rolle. bei dem großen Werk des Friedens zu spielen, das m Locarno vollbracht wurde. Das Werk von Locarno ist das Ergebnis einer wirksamen Zusammenarbeit vieler Männer und vieler Nationen. Der erste Anlauf aus dem Wege, der uns dorthin führte, wurde von zwei weitblickenden deutschen Staatsmännern gemacht unb dieses Beginnen wurde zur Reife gebracht durch die mutige und weitherzige Politik eines großen Franzosen. Unerwartete Schwierigkeiten hätten sich jedoch der Vollendung der gemeinsamen Arbeit in Locarno in den Wog gestellt. Nachdem alle Schwierigkeiten beseitigt waren, nachdem wir auf Vorschlag ' der deutschen Vertreter der Welt unsere Entschlossenheit kundgegeben hatten, unsere friedliche Politik wetterzuführen, und nicht zu gestatten, daß das Werk der Versöhnung ittt5 Zusammenarbeit unterbrochen werde, habe ich, als wir trotzdem nicht jene EinstimmiMt im Rate erzielen konnten, die die fundamentale Grundlage des Bestandes des Völkerbundes ist, in der Bitterkeit meiner ersten Enttäuschung ausgerufen, daß es eine Tragödie sei. Man muß sich weniger darüber wundern, daß unter den Mitgliedern des Rates keine Einstimmigkeit erzielt wurde, als vielnrchr darüber, daß trotz der so zahlreichen Schwierigkeiten, und der so zahlreichen kritischen Lagen es das erste Mal war, daß eine Meinungsverschiedenheit die Arbeit des Völkerbundes verhinderte. Der BMerbund ist eine Bereinigung von Mächten, von denen jede ihre souveränen Rechte beilbchalte. Die Regierungen, die ihre Politik, wie cs Eirgland tue, auf den Völkerbund gründeten, müßten einschen, daß man es vermeiden solle, Schranken kür eine Vereinbarung zu errichten, bevor man in Genf zirsammentrele. Nachfolgeschaft Briands genannt, so Herrrvt und de M o n z i e. H e r r i o t hat sich gestern f ü r d i e a l t e K a r t e l lpolitik und für die Teilnahme der Sozialist e n an der Regiemng ausgesprochen. Die Rede Herriots wird als Anzeiche-n dafür, gewertet, daß er bereit ist, die Nachfolgeschaft Briands anzunehmen. Die sozialistische Kammerfraktion hat heute einstimmig eine Tagesordnung angenommen, in der ihre Vertreter im Finanzausschuß aufgefordert werden, den Ausgleich des Budgets außerhalb des vom Finanzminister Peret aufgestellten Planes zu suchen und auf jeden- Fall die Erhöhung der Umsatzsteuer abzulehnen. Das Demissionsschreiben des Innenministers Malvy soll sich bereits in den Händen des Ministerpräsidenten befinden. Briand will noch das Ergebnis der Verhandlungen mit den Führern der Kammergruppen abwarten, ehe er von der Demission Mälvys öffentlich Mitteilung macht. Die „Liberte" bringt den Rücktritt Malvys mit der Finanzkrise in Zusammenhang und meint, Briand suche durch die Opferung des Innenministers eine neue Mehrheit füp die Umsatz st euer zustandezübriugen, wobei ihm die st ä n d i g e Baisse 'de,s Frankenkurse-s, die in der gestrigen. Kammer-; sitzung lebhafte Bestürzung hervorrief, ein wertvolles Argument liefere. Ein MinarMeublock in Manen. Kowno, 25. März. Anläßlich der bevorstehendes Wahlkampagne haben sämtliche jüdische Parteien, die Agudah ausgenommen, ein gemeinsames Wahlkomitee eingesetzt. In der ersten Sitzung des Wahlkomitees wurde das Wahlprogramm festgelegt und beschlossen, mit den Nationalen Minderheiten zwecks Schaffung eines gemeinsamen Wahlblocks Verhandlungen aufzunehmen. Bei den ersten Verhandlungen, die bereits stattgefunden haben, erschienen Vertreter der p o l n i s ch e u, deutschen und russischen Minderheit. Nach einer kurzen Aussprache wurde der Wahlblock geschlossen nnd eine gemeinsame Wahlplattform geschaffen. Die Wahlagitation . wird von einem g emeinsamen Wahlkomitee geführt. Zwecks Festsetzung der Kandidatenliste wurde.eine Nominierungskomnrission eingesetzt. In den nächsten Tagen werden bereits die ersten Wahlaufrufe erscheinen. vor ünitiftti Kr »rMge Zusammenarbeit. Eine Beratung unter Vorsitz des österreichischen Delegierten. Paö», 25. März. Gestern hat die erste Zusammenkunft der Delegierten der Staaten, die an den Arbeiten des Instituts für geistige Zusammenarbeit teilnehmen, stattgefunden. Nach ctne^ offiziellen Kommunique ist dam Vertreter Oesterreichs, Meusdorfs, der Vorsitz angeboren worden. Die Vertreter der Staaten haben sich damit beschäftigt, die wirksamsten Mittel für die H e r st e l l u n g einer engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Regierungen und dem Institut für geistige Z u s a tft nt enarbeit zu prüfen. Die nächste Zusammenknnft der Delegierten ist auf den Juli festgesetzt wovden. Me Wirre» in Shiua. Peking, 25. Marz. General Tschangha ischeng hat in Kanton einen Staatsstreich ausgeführt nnd die ruffischeu und chinesischen Kommunisten ms Gefängnis werfen j lassen. E Besonder* billiger lffMkkM. KM. Oster-Verkauf Svel* 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 Go gros Go detail

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