Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2545 (24.3.1926)
- Date
- 1926-03-24
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981632--25967-3013674- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
•v'-W?^ $.IT" Rr. 2545 ffirett, Mittwoch Wiener Moraenzettung 24. Mar; 1920 Seit« V * Wiener A. H.-Komit«e der Czernowitzer Zephirah. Die in Wien, lebenden Alten Herren der jüdischnationalen Korporation Zephirah (Czernowih), ungefähr 50 an der Zahl, haben sich zu einer Gemeinschaft zusammcngeschlossett. Ein A. H.-Komitee, an deren Spitze Rechtsan.oalt Dr. Bert Kinsbrunner steht, wurde kürzlich ins Leben gerufen. Der Zweck dieses Zusammenschlusses soll vornehmlich Sarin bestehen, die Mitglieder im Sinne der alten Tradition zur tatkräftigen nationalen Mitarbeit anznregen und auf diese Weise als geschlossenes Ganzes an allen Fragen der füdiichen Renaissance sowie an d.'ren Lösung mitzuwirken. Die Zusammenkünfte finden allmonatlich, diesnml heute Mittwoch >,m halb 9 Uhr abends im Cafe Kolonnaden statt. Radkovroararniir. Heute Mittwoch den 24. Mär;. 16 Uhr 16 Min.: Nachmittagskouzeitz. Die mvoeme Oon D'Aibert: Dre toten . Auge». Phantasie. Poldtnt: a) Pha»toste, b) Tafelmusik aus der Oper „Äocli eit im Falchtng* Richard Strauß r Phantasie aus „Elektra*. Giordano: Andre Chenwr. Phantasie Korngold MaiiettaS Lied und Pienot« Tanzlied aus der Oper „Die tote Stadt*. Pucctni: Das Mädchen ans dem goldenen Westen — 17 Ubr ro Min r Salzburger Städtebi der Prof. E. Schaffrau — 16 Uhr 25 Min.: Das Wesen und die Natur der Fixsterne. Dr. W. E. Bernbeimer - 19 Uhr 30 Min r Uebertragung aus dem großen KonzeltdauS^aalr „Das Paradies und die Pert* Von Schumann Mttwtrkend: Konzerttän erin Ro'e Walter (Berlin) StaatSbpern'ängeiin Rosette Anday, Konzertsangmin Sylv'a Feller. Staat? opern länger Hermann Gallo« Konzertsänger Oskar Jölli, da8 Wt-ner Frauenquartett, das Wiener Symphomeorct ester. - Heitere Abendmustk. BortrSge. Vereine, Versammlungen. Z tont st ts che Bezirksektion Wieden- Margareten. H nie, 8 Ubr abends, im Klub'aal des Cafe Cchtkanederhof Wien, 4. Bez., Margaretenstraße di, Vortrag des Herrn Tr. E. Rt. Zweig (Jerusalem) über „D a S Leben t n P a t ä ü t n a". - Z t o n t st t > ch e Sektion Z w t t ch e n b r ü ck e n, 20. Bez., Leystraße 81 Heute. '/„9 Uhr abends, im VereinSlotal, Forttetzung des GefchichlSchklu-. Res Dr. He mich Glanz. — Ztontstriche Jugendgruppe Leopold st adt Heu e. 7*8 Uhr abends, nn Heim 2. Bez.. ZirkuSgosse 88, Plenarversammlung mit einleitendem Referai. Täglich hebräische Kurse. - Z tont st i s che Arbeitsgemeinschaft. Morgen. 8 Uhr abends, tm Vortragsiaal der Zionistischen B-zirss-kt on Leopoldstodt, 2. Bez.. Ztrku^gasse 33, dringende AuSichußsitzung. Sämtliche Mitglieder der Zionistischen Arbet'Sgemeintchaft werden aut die'em Wege etngelacen. — VereinTikwath Jehuda, 8. Bez.. Bennoplatz 1. Präufe 7*9 Ub abends Bortrag: Rabbiner Dr. Max Bach: „Ein Spazterqcmg durch das alte jüdische Wien". Fräule'n Grete Bach: Einste und heitere Rezitationen. — Jüdische Tischgesellschaft Land st r. aß e. heule, 7*9 Uhr abends, tm Sou'errain'okal des Caf6 Lovrana, 8. Bez.. Löwengaste 36, Vortrag de» Heirn Benjamin A k z in über „Den Revisionismus* Anschließend KewngSvortrage: Frau Maria Zucker. Am Klavier Fritz Jahoda. Nachher gesellige Unterhaltung. Gäste wllltommen. Icke Dame, jeder Herr erhält wäluend der Dauer des Del-Ka-Tste> rummels eine elegante SchMwt imit. Kassette beim Einkauf von zw:: Paar Stümpfen oder Socken und gleich;-ingem Ichch:mkarrf. In imi-erer KinderschuhaLteilunq i»r Hamptgeschäft, 6. Bez., Nariahilferstraße 47, schenswerte Innendekoration: Lebende Vögel in südländischer Landschas:, Zauberkünstler, Radiolautiprecher, Konditorei (Bredendick) usw. Morgen Donnerstag iFeieriag) den ganzen Tag geöffnet. Die Wiener Brockensammlung für Obdachlose und Arme, 7. Bez., Kaiserstraße 92, b'tlet um abgelegt« Kleider, Wäsche, Schuhe, Möbel sowie Sachen aller Art siir die vielen Hilfsbedürftigen. Abholung erfolgt kostenlos. Karte genügt oder telechonischer Aufruf 87-3-48. Kunst, Bühne, Buch. Vas Theater der Rene». B-rtold Brechts — Theater in der JeseffM. Eilve Gemeinschaft vortrefflicher Schauspieler, mit Herbert W a n i e k an -er Spitze, tritt mit dem Theater des Neuen dor die Ochenttichkeit. Der ersten Matinee ging ein dramatischer Prolog voran. Die beteiligten Künstler unterhalten sich und das Publikum über neueste Dramatik, auf angenehrne Art dozierend. Schr amüsant, witzig und kultiviert. Aber ich vermißte Haltung. Wenn man sich hinter das Neue stellt, Hai man auch dafür einznstehen. Ein Ausgleich auf fünfzig Prozent ist in Kunstdingen nicht gestattet. „Dies hier bringe ich dir, Publikum. und indem ich es nachschaffe, mach' ich's zur eigenen Sache." Als Prologus waren die Herren vorsichtiger. Sie stellten sich neben die Sache, über die Sache, aber beileibe nicht hinter sie; sprachen von ihr wohlwollend, beschwichtigend, gönnerihaft, spöttelnd, aber beileibe nicht mit Apostelglut. Ihre Vorrede nahm dem Unternehmen die Spitze. * Dann folgte — laut Ansage des Herrn Waniek wesentlich gemildert — BertoLd Brechts Szenenreihe „Baal". Soweit das Auge reicht — alles Theater, so ziemlich bei Wedekind stehen geblieben, aber deshalb noch lange nicht gutes Dhealer. Baal, ein Elementarereignis, wälzt sich durch das irdische Dasein, fressend, saufend, Weiber genießend. Seine Unersättlichkeit wird nur noch durch seine Skrupellosigkeit in den Schatten gestellt. Frauen, di« ihm hörig werden, müssen aus Kommando Schnaps trinken und einen Taufgenossen küssen, Mädchen, die ihm ins Bett folgen, find (nachher) zumindest eines Fußtrittes gewiß. Nach einem Mord, den er aus Eifersucht beging, verendet er in einer Holzfällerhütte. In der Sterbestunde bewährt sich das Wort: Wie du mir, so ich dir. Einig? Holzfäller behandeln Baal just so unmenschlich, wie er zeitlebens seine Weiber behandelte. '* Freilich: Baal ist ein Dichter, und einige Lieder, die er -singt, beglaubtHrrt Hu als lachen, oder vielmehr feinen Er- MALOWAN vorm. MALOWAN & FRANZ, l.. OPERNRING 23 dringt für das Fröhjahr Ubergangsröcke ln herrlichsten Dessins sowie neuesten Farben auf Seidegearbeitetzum PREISE VON S ISO zeuger Bertold Brecht, insbesondere jenes von der kleinen Wolke im Aether. Indessen haben wir keine Ursache, den Dramatiker zu Preisen, weil uns der Lyriker aufhorchen machte. Mit diesem Drama ist es nichts. Mildernde Umstände für die windigen Prologsprecher: Für das Werk des Neuen setzten sie sich prachtvoll ein. Außerordentlich Oskar Homolka als dickwanstiger, gieriger, alles und alle verschlingender Saugnapf in Menschengestalt. Wenn er seine Bänkel singt, wandelt sich Baal, der rohe Fresser, in Parzival, den reinen Toren. Alles Lobes wert auch die Inszenierung durch Herbert Manie k. Jede ,/Station" bildhaft plastisch bei geringstem Aufwand an Requisiten. Sehr wirksam die Verwendung des Lichtbildes als Hintergrund. Me Mitwirkenden mit ganzer Kraft bei der Sache. Das Publikum hingegen, ermüdet, enttäuscht, verärgert. Es war keines Theaterskandals wert. _ Otto Abeles. Philharmonisches Konzert. Dem Andenken Karl Maria v. Webers, dessen Todestag sich am 5. Juni zum hundertsten Male fährt, galt die Aufführung seiner Ersten Symphonie. Das Werk des Zwanzigjährigen ist in der dürftigen motivischen Durcharbeitung nicht gerade ein symphonisches Meisterstück, Weber rst schon hier vor allem Dramatiker und Romantiker, der in einzelnen reizvollen Partien, gleichsam in einer zwanglosen Szenenfolge, den düster magischen Nachtzauber und das hell flutende Licht der Volksszenen wie in seinen Opern theaterwirksam kontrastiert. Nicht mit Unrecht empfindet Kretzschmar im Andante ,IZolfsschluchtbässe und Agathe-Kanttlenen". Auch das „Waldweben" eines Weberschen „Idylls" wird vernehmlich und im Scherzo geht es in munterer Jagd über Wald und Feld, im Finale spielen Webersche Bläser zu derbfvöhlichem Volksfest auf. Keine formalen symphonischen Skrupel peinigen den jungen Tondichter, der sich seine eigene Romantik vom Herzen komponiert. — Tschaikowskys Fünfte Symphonie sicht gleichsam zwischen den Raffen. Melancholische Steppe und Moskowiterpracht erklären nur zur Hälft« ihre Unwiderstehlichkeit, zur anderen Halste verdankt dieser geniale Reißer feine Wirkung dem kunstvoll gesteigerten Aufbau und dem farbigen Kolorit des Westens. Brutale Kraftuberspannung und verkrampfte Sentimentalität, Pomp und Eleganz ergeben ja keine wahrhaftige, sittlich überzeugende Kunst, immechin, sie wirken aufpeitschend auf die Nerven be8 Publikums. — Edel und groß steht noch immer Mozarts .Hdomeneo-Ouvertüre" da. Kein Blendwerk, sondern ein Kunstwerk, dessen schicksalshafte Bläserakkorde und feierliche Moll-Harmonien einerseits den späteren „Don Juan" vorahnen laffen, andererseits in ihrer edlen Einfalt und beredten Größe das echte Pathos Glucks nachempfinden. Das ausgezeichnete Orchester spielte unter Direktor Schalks Leitung besonders diszipliniert Mozart und Weber, Tschai- Lowsky mit großartigem Elan. stb. Brecht. Bronnen und DSblln ans Kunftreisea. „Theater des Reuen" in Dresden. Man schreibt uns aus Dresden: Die drei Dichter Brecht, Bronnen und Döblin verursachten in Dresden einen argen Theaterlärm. Man hatte sie eingeladen, an einer Sonntagvormittagsfeier mitzuwirken und sie gleichzeitig für den Vorabend zur Vorstellung ins Theater geladen. Durch ein Versehen gab das Theatersekretariat den Dichtern minderwertige Galariekarten, worüber die drei nicht mit Unrecht entrüstet waren. Daß sie aber die Entschuldigung des Direktors, welchem der Irrtum sehr peinlich war, nicht zur Kenntnis nehmen wollten, war weniger nobel. Sie ignorierten nach der Vorstellung die Schauspieler und zeigten es den Dresdnern anläßlich der unter ihrer Mitwirkung stattgefundenen Morgenfeier. Brecht trug eine Ballade vor, tvelche alle drei ad hoc gedichtet hatten und in deren nicht jedermann verständlichen Börsen sie die vorabendltche Affäre behandelten. Hieraus kam Bronnen, die Hand in der Hosentasche, im Straßenanzug auf die Bühne und sagte wörtlich: „Nach diesem schamlosen Empfang, den uns die Direktion der Staatstheater bereitet hat, verzichte ich darauf, eine Rede zu halten." Das Publikum verzichtete aber nicht darauf, einen Riesenskandal zu machen. Bronnen rief dem Publikum zu: „Einer von uns beiden muß ruhig sein, entweder wir oder Sie!" Ein erheblicher Teil des Publikums entfernte sich und dann konnte Bronnen aus seinen „Rheinischen Novellen" vorlesen. — Die schlechten Manieren der neuesten T chterqeneration hinterließen nicht den besten Eindruck Au» den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7,8 Uhr abends „SÄ• #♦ <t Stuart' (Abonnement I. Gruppe). Aiavem-eroea tet. Morgen. 7*8 Uhr abends, „OukelTont" (Abonnement Ul. Gruppe). Operntvealer Morgen, 7 Uhr abend», neu einstudiert unter Leitung des Komponisten Hans Pfttzner, „Die RosevomLeebeSgarten*. B o i1« o ö e t. Heute verabschiedet sich T e 1 k o K t W a in „B o h e m e". AIS Ruoolf gastiert Kammersänger Anton Ludwig. Morgen „D e r M a S t e n b a l t*. Theater an der Wien. Zur Novität „Die Z i r k u S p r i n z e f s t n* entfällt die öffentliche Generalprobe. R a i.m u n d - T h e a t e r. SamStag Md Sonntag nachmittags „H L n f e l u n d G r e t e l*. Tpeater nt der Ioielstadt. Als nächste Premiere gelangt am 1 April dos Lustspiel „Spleen* lHayfever) von Noel Coward. deutsch von Luise Maria M a y e r, zur Aufführung. R e n a r s j a n e e b ü h n e. Die Schwanknovität „D i t g e h t z u m F i l m" von Achaume und A l m o r y, deutsch von Otto E t s e n > ch t tz, wurde zur Aufführung angenommen. Bis zur Premiere allabendlich mit Hansi Niese als Gast „Der Autowildli ng*. Modernes Theater. Für die Rolle der IMiß Peagy Mills in der Groteske „Das Gespensterfchtff* wurde für einige Aufführungen Carmen Cartellteri verpflichtet. Rudolf Bäudler von der Volksoper und dessen Gattin Lilly B a n d l e r veranstalten morgen unter Mitwirkung des Prof. Karl Lafrte und des Neuen Frauenquartetts im großen Uraniasaal unter der Bezelchnung umor im L i e o e" einen volksbildnerischen Kunstabend) der eine Reihe humoristischer Bortragsnummern bringen wrrd. Ein österreichisches Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft. In der gestrigen Nationalratssttzung unterbreitete die Regierung einen Gesetzentwurf, betreffend dre Schaffung eines Ehrenzeichens für Kunst und Wissenschaft. Der Entwurf wurde sofort dem Verfassuwgsausschuß zugewiesen. Großes Kreiskonzert. Der Kreis Wien-Jnnen des Reichsverbaiches der Arbeitergesarrgvereine Oesterreichs veranstoltet am Sonntag den 28. März, habb 8 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaal ein C h o r k o n z e r t m r t Orchester. Mitwirkende: 650 Sänger und Sängerinnen, das Symphonieorchester. G.sungen werden Chöre von Beethoven, Haydn, Keldorfer, Mendelssohn, Scheu, Schubert, Seyfried und Wagner. Karten cm der Kasse des MusikvereinssaaU>s. vw hui« UntrrftStznnssbettrSge ffit RechtrpraManten. Hundert Schilling monatlich. Die in der Gerichtspraxis sichenden Rechtsanwaltsanwärter, die bekanntlich seit einigen Monaten keinerlei Bezüge haben, hatten durch ihre Vertretung einen Kampf um die Wiedereinführung einer Entlchnung während der Dauer der Gerichtspraxis geführt. Das Resultat der vom Verein der Rechtspraktikanten mit dem Justizministerium geführten langwierigen UnterhaMungen ist ein E rlaß des Bundeskanzleramtes (Justiz), der vom 12. d. datiert ist. In dem Erlaß, der an alle Oberlandesgerichtspräsidien gerichtet.wurde, heißt es: Mit Zustimmung des Ministerrates und des Bundesministermms für Finanzen wird für eine begrenzte Anzahl von Rechtsanwaltsanwörtern, die in der Gerichtspraxis stchen, ein Unterstützungsbeitrag unter folgenden Bedingungen eingeführt: Die Höchstzah.' der Rechtsanwaltsanwärter, die gleichzeitig einm Unterstützungsbeitrag beziehen können, wick mit 220 festgesetzt. Der Unterstützungsbeitrag darf nur folchen Rechtsanwaltsanwärtern zuerkannt werden, die eine, wenn auch unterbrochene, Gerichtspraxis von vier Monaten zurückgelegt haben, eine vorzügliche Verwendung aufweisen, voll beschäftigt sind und ° einer Unterstützung bedürftig erscheinen. Die Bedürftigkeit ist ohne weitere Echebungen bei allen Rechtsanwaltsanwärtern anzunehmen, deren Unterhalt nicht durch eigmes Einkommen oder durch Unterstützung seitens ihrer Mtern oder anderer Angehöriger gesichert erscheint. Der Unterstützungsbeitrag beträgt ohne Unterschick der Dauer der Gerichtspraxis 100 Schilling monatlich, ist im nachhinein auszuzahlen; das erste Mal am 31. d. für den Monat März. Durch diese Neuregelung treten alle bisherigen Vorschriften über die Ausgahlung von Belohnungen an Rechtsanwaltsanwärter außer Kraft. Anträge auf Verlängerung der Gerichtspraxis über ein Jahr hinaus dürfen künftig nur dann gestellt werden, wenn die Weiterbelassung des betreffenden Rechtsanwaltsanwärters im zwingenden dienstlichen Interesse gelegen ist. Der Verein der Rechtspraktikanten hat für den 7. AprU um 7 Uhr abends im Saal 7 des Straflandesgerichtes 1 eine Generalversammlung einberufen, in welcher der Erlaß einen Gegenstand der Tagesordnung bildet und zur Diskussion gelangen wick. Line Bes'tzst'örungsllage wegen des Radio. Die Hausbesitzerin Frau Anna B. erhob gegen ihren Diieter Franz G., weil er von seiner Wohnung aus einen Draht quer über den Hof gezogen hat, eine B e s i tz st ö r u n g 8 k l a g e. Der Beklagte hatte sofort nach Einbringung der Klage die beanständete Anlage entfernt um> der Klägerin den Ersatz der Prozeßkosten angeboten. Trotzdem wurde das Klagebegchren aufrecht erhalten, weil G. tn der Zwischenzeit einen Draht von seiner Wohnungstür »wer dm Gang zur Wasserleitung geführt hatte. Bei der Berbandlung erklärte der Beklagtenvertreter, daß die Hausbesorgerin die Leguna des Drahtes — der übrigens nur etwa drei Meter lang und ganz unauffällig ist — ertaubt hatte, mit der Begründung, daß sie selbst und auch andere Hausparteien ebmsolche Raöiodrahte gelegt haben. Ter Klageverrreter mein'e jedoch, daß die Hausbesorgerin zu der Erteilung dieser Erlaubnis nicht berechtigt war und die Hausfrau auch gegen die anderen Hausparteim Vorgehen müsse, denn das gan^ Haus sei. wie viele der Wimer Häuser in der letzten Zeit, mit einem Spinngewebe von Leitungsdrähten und Erdungen überzogen, was nicht «duldet werben könne. Der Richter, SandeSgerichtSrat Dr. Reiser, wies die Besitzstörungsk'age ab, da die Legung eines drei Meter langen Drahtes zu unbedeutend sei. «n atS Besitzltäruug qualifiziert werden m timaen. . in iiiin ii-i"tii nn..in n oniiiii nimm mi nnif rrrr i ^^5:./+.3/..:+^+++:...+^