Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2545 (24.3.1926)
- Date
- 1926-03-24
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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6ette 3 Wien, Mittwoch' Bolkswirt. Ar NoMrndlgkett drr BerlSngenmz der Bekenutilirtrift. Edte merkwürdige Berordmmg. — Die unkaufmannische Haltung des Kaufmanns und Finanzministers Kollmann. Gestern ist eine eigenartige Verlautbarung verlautbart worden. Es wird angekündigt, daß die Frist für die Ueberreichung des Einkommensteuevbkenntnisses nicht verlängert werden könne, daß aber nnt Rücksicht auf das in Verhandlung stehende Amncstiegesetz und die in Ergänzung befindlichen Durchsührungsvewrdnungen zum Goldbilanzgssetz in einzelnen Fällen doch die Bekenntnisse bis zum 15. April überreicht werden können und daß aus dieser Fristüberschreitung keine Säumnisfolgen abzu-leiten seien. Es scheint dies ein verkapptes Zugeständnis um einen haöben Monat zu sein. Damit ist aber weder der Kaufmannschaft, noch der Industrie irgendwie geholfen. Im Finanzministerium scheint man über die Schwierigkeiten der Bilanzaufftcllung für das Krisenijahr 1925 keine Ahnung zu haben. Am ehesten muß dies noch beim Finanzminifter selbst verwundern, der doch bekanntlich aus dem Kaufinannsstaüde selbst hervorgegangen ist. Oder hat vielleicht Finanzminister Kollmann während seiner zweimonatlichen Tätigkeit als Finanzminister bereits vergessen, welche Schwierigkeiten die Kaufleute bei der Aufstellung der Bekenntnisse in normalen Jahren, geschweige denn unter so komplizierten Dechältniflen wie in der Jetztzeit, begegnen? Bei der Unzahl der bereits deklarierten irrt» noch nicht erklärten, aber bevorstehenden Insolvenzen ist es für jeden, der nur eine Ahnung einer Manzaufstellung hat, ganz klar, daß man einen Status der Aktiva nicht so leicht aufftellen kann. Dennoch will das Finanzministerium aus rein bureaukratisch fiskalischen Interessen doch von seinem ursprünglichen Termine nicht abiveichen. Es muß verwundern, d'ß die einzelnen Ha ndc lsg r e m i e n und Jndustriekorp o rat i o ne n nicht in dieser Hinsicht eine energischere Sprache fuhren. Auf Präjudize ist es nicht schwer hinzuweisen. Im Vorjahre, das mit nicht so schwierigen Verhältnissen zu rechnen hatte, weil eine Bilanz überhaupt nicht zu legen war, ist die Bekenntmsfrist dennoch bis zum 3 0. Juni verlängert worden. Heuer, wo die Verhältnisse ungleich schwerer sind, soll dies nicht möglich sein? Es wäre hoch an der Zeit, daß das Finanzministerium von seinem Standpunkte abweiche und die Bekenntnisfrist wie im Vorjahre verlängere. Dies erfordert die Wirtschaft. Ar Frage der öfterreWsche» AÄoatermWgaag. 2Ln der gestrigen Börse sind Gerüchte aufgetaucht, daß in Kürze eine Herabsetzung des österreichischen Diskontsatzes in Aussicht genommen sei. Wie wir erfahren, ist eine solche für die nächsten Tage nicht zu erwarten. Es dürfte drr entsprechende Entschluß der Deutschen Reichsbank vocher abgewartet werden, bevor auch österreichischerseiis eine solche Ermäßigung vorgenommen wird. Dies könnte aber erst in der letzten Aprilwoche der Fall sein, da in Deutschland die Ermäßigung erst nach den Ostern vorgenommen weiden soll. > Wiener MyrHenzestnnA Ae 0ftitfltion auf de« Metz.- nnt Srtteidenortt. Die Lage der Branche ist desolat. Täglich gehen Getreidehandlungen zugrunde, täglich werden Mühlen gesperrt. Diese traurige Erscheinung ist jedoch keineswegs aus Oesterreich beschränkt, sondern ist, wie es dem internationalen Charakter des Mehlgeschäftes entspricht, auf der ganzen Welt zu konstatieren. In England und Irland arbeiten die Mühlen mit einem Drittel ihre Kapazität, in Italien und Ungarn ist ein Massensterben unter den Mühlen ausgebrochen. Die Gründe für diese Zustände liegen teils auf der Angebot-, teils auf der Nachfrageseitc. Das Angebot hat sich in der Kriegs- und Nachkriegszeit während der Ausschaltung des Welthandels und der internationalen Arbeitsteilung stark vergrößert. Es sind hier wie anderswo überflüssige, vom Standpunkte des Weltmarktes unrentable Mühlen entstanden, die sich heute, da wir für Mehl und Getreide zum Handelsverkehr mit der ganzen Welt zurückgekehrt sind, zu teuer arbeiten und ihre Betriebe einstellen müssen. Auch von seiten der Nachfrage haben sich die Dinge geändert, so sonderbar dies beim Konsum des unentbehrlichsten Nahrungsmittel klingen mag. Der verminderte Mehlkonsum dürfte auf die allgemeine Arbeitslosigkeit und im Zusammenhänge damit mit der Zuwendung zu billigeren Nahrungsmitteln, etwa den Kartoffeln, Zusammenhängen. Interessant ist, daß in der Nachkriegszeit auf der ganzen Welt eine Verschiebung des Geschmackes von dunklem Roggenzum hellen Weizenmehl stattgefunden hat. Man versucht nun den Roggenkonsum zunächst bei der Landbevölkerung zu heben. In Deutschland ist eine vom Staate finanzierte Gesellschaft gegründet worden, mit der Aufgabe, den Roggen.aufzukaufen und den Preis zu stützen. Der Absatz an Futtergetreide ist gleichfalls stark zurückgegangen. So hat kürzlich eine Wiener Firma größere Quantitäten jugoslawischen Futtermais zum Verkaufe nach Rotterdam befördert, als dort aber wegen Ueheranbotes an Platamais ein riesiger Preissturz einsetzte, schließlich die ganze Menge aus Rotterdam wieder nach Wien und Jugosiawien verkauft. Die traurige Lage hat auch die Zahlungsbedingungen beeinflußt. Während früher den Mühlen ein dreimonatiger Kredit gewährt wurde, wird heute allgemein prompte Zahlung verlangt. Der österreichische Mehrbedarf wird nur sehr unvollständig durch inländische Sorten gedeckt. Von der Einfuhr entfallen 95 Prozent auf ungarische, der Rest auf italienische und amerikanische Importe. Anglo Paleftine kouivany. Dividende für das erste Halbjahr 1925 2,5 Prozent. Aus London wird telegraphiert: Der Direktorenrat der Anglo Palestine Company, Limited, gibt den Aktionären bekannt, daß für das Halbjahr Jänner-Juni 1925 eine Dividend e in H ö h e v on 2,5 P r o z c n t zur Auszahlung gelangt. Die Dividendensumme wird nach Vorlegung des Coupons Nr. 10 ab 21. d. in den Bureaus der Anglo Palestine Company und der Jüdischen Kolonialbank in London ausgezahlt. Statt Zollverordilmrg — eine Tarisnovelle. Die Regierung har ursprünglich beabsichligt, aus Grund des zollpolitischcn Ermächtigungsgesetzes neue Zollpositionen zum Schutze der österreichischen Interessen bei der Führung der Handülsvertragsverhanv'ungen in mehreren Etappen im Berordnungswege in Kraft zu setzen. Da jedoch die Agrarier schon für chre Zustimmung zu den Eisenzöllen allzu große Zugeständnisse von industrieller Seite gefordert haben und auch die Verhandlungen der einzelnen Jntrressentengruppen sich langwierig gestalten würden, wird das Handelsministerium nunmchr einen bereits in der handelspolitischen _24. Mär; 1926_ Nr. 25|5 Abteilung sertiggesieUteu Zolltarisentwurs im Natimralrat ein» bringen. Dieser Entivnrs soll bereits unmittelbar nach Ostern im Zollausschuß zur Beratung gelangen. Oesterreichsiche Rationalbank. Morgen Donnerstag wirb die Bank ihre Schalter wie an Werktagen geöffnet halten. Der österreichisch-jugoflawischc Handelsvertrag. Aus Belgrad, 23. d., wirb gemeldet: Der Handelsvertrag zwischen Oesterreich und Jugoslawien ist heute von dem zu seiner Behandlung eingesetzten parlamentarischen Ausschuß mit Stimmemnchcheit angenommen worden. Er wird nächster Tage dent Plenum der Dkupschtina zur Erledigung vorgelegt werden. Abweichungen der Versicherungsurkunde vom Anträge. Es kommt mitunter vor, daß der Inhalt der Vor sicher ungsurku nde voa dem seitens des Versicherungsnehmers unterfertigten Antrags obweicht. Daher soll stets ein Duplikat oder eine Abschrift des Versicherungsantrages zurückbchalten und jede Polizze sofort auf ihre Uebereinstimmung mit den» Anträge geprüft werden. Denk Versicherungsnehmer stcht gegen solche Abweichungen eine Wider jprechungsfrist von einem Monate offen. Doch ist er an diese Präklusivfrist nur dann gebunden, wenn der Versicherer dem Dersicherungsnchnler bei UebermftÄung der Polizze eine schrifÄche Rechtsbelchrung artsilt hat. Hat der Versicherer dies nicht odvc rmr mangelhaft getan, so kann die Unterlassung des fristgerechten Widerspruches dem Versicherungsnehmer nicht schaden. Es ist dann eben der Inhalt des Antrages als vereinbart anzuisehen. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Amalie G r a t t o n i, Fichrwerksb.'siherm 21. Be;., Mühlichüttelgasse 6; über Bernhard Schleier, Kaufmann, 14. Be;., Hütteldorserstraße 89; über Leopold: ne Ri ko Witz, Gemüschänd.erin, 12. Bez., Bischosgasse 16; über Ernst Kohl und Alexander Jahn, Lebensmkttelhandel. 14. Bez., Ullmmnstratze 29; über Pauline Leonhard, Holzhandlung, 12. Bez.. GatterholMsse 9; über Charlotte R o s e n t h a l, Realktätenbesitzerin, 2. Bez., Tabor-- straße 11; über Hans König. Kunsttischlerei, 4. Be;,. Goldsggaffe 6; über Bernhard und Malwine Sperber. Kaufleute, 7. Bez.. Neustiftgasft 46. — Wie uns mitgeteilt wird, dürste über die Wiener Bank A.-G. das KonLrrsverfahren eröffnet werden, da die Kosten für das Ausgleichsverfahren nicht erlegt wurden. Neuerlicher Rückgang des Zloty« Das Ereignis des gestrigen Tages aus allen internationalen Devisenplätzen war der neuerliche Rückgang des polnischen Zloty. Bemerkenswert war dieser Rückgang trotz der vechältnismäßig geringen Umsätze. Der Kursverlust war in Berlin, Prag, Wien und Budapest gleichmäßig. Für den Dollar wurden 8,20 bis 8,30 Zloty gezahlt. Die Devise Warschau senkte sich in Wen von 89,25 auf 88,25. — Etwas flau lag wieder der französische Franken. Nach einem anfänglichen Rückgang aus 8,20 sch oß die Devise Paris in Zürich mit 18^825 gegen 18,387 vom Vortag. — Schwach behauptet lag dir Devise Brüssel. — Fester waren die nordischen Devisen, vor allem Oslo. Die Kursänderungen auf den übrigen Devisenplätzen waren unbedeutend. Zusammenbruch einer großen Textilfirma in der Tschechoslowakei. Aus Brünn wivd uns geschrieben: Der hiesige Kreditorenverein veröffentlicht die Einleitung des gerichtlichen Ausgleichsverfahrens über das Vermögen der Konfektionsfirma Mautner u. E l t b o g e n in Boskowitz mit Passiven von 4,4 und Aktiven von 1,9 Millionen tschech. K. Die Firma, die seit dem Jahre 1838 besteht, hat Niederlassungen in Wien und Proßnitz und beschäftigt 400 Arbeiter. Frankreich konkurriert der tschechoslowakischen Eisenindustrie. Aus Prag, 23. d., wird telegraphiert: Der Generaldirektor der Witkowitze'r Eisenwerke. Sonnenschein, hat an den Betriabsausschuß dieses Unternehmens ein Schreiben gerichtet, wonach das heurige Jahr für die Eisenindustrie insoserne kritisch werden dürfte, als sich infolge des Sturzes der französischen Valuta eine starke Konkurrenz Frankreichs bemerkbar mache, der man nur unter großen Verlusten entgegentreten könne. Der Handel mit Rußland sei zurückgegangen. Trenderl. Eine Erzählung von Leopold Kompert. „Ihre Mutter, sagen Die," brachte er stotternd hervor, „geh' ich denn die so viel an?" ,/Hätt' sie denn sonst so viel Sorge und Angst?" meinte Taube mit niedergeschlagenen Micken. Trenderl wollte auf diese Bemerkung ekvas erwidern, was schon längst aus seinem ganzen Wesen mit so feuriger Beredsamkeit sprach; aber kein Laut kam über di- Lippen... Woher kam das? ,Mas soll ich also der Mutter sagen?" fragte endlich Taube, die bereits ängsi.'ch zu werden begann. Der Schlosser richtete sich stumm auf; er wollte jetzt rn der Tat dem Mädchen eine rechte Antwort geben, und wieder fanden sich die Worte nicht zusammen. ,Mas will denn eigentlich Ihre Mutter von mir?" fragte er kleinlaut. In beredten Worten schilderte Taube noch einmal die Qualen ihrer Mutter; sie stellte ihm das Ungeheuerliche seiner Tat so lebendig vor, als wenn sie seHst es bereits überlebt hatte; Trenderl hätte ihr so die ganze Nacht hindurch zuhören mögen. „Und was soll ich tun?" sagte er dann verwirrt. ,Mnd nicht andere Schlosser in der Stadt?" fragte sie, ängstlich in seinen Micken spähend. Und wieder war es dieses Wort, was TvertÄeris Sinne $x neuem Leben aufrasste. „Das geht nicht, das geht nicht." schrie er fast zornig, „sagen Sie das Ihrer Mutter, und wenn sie mir Millionen verspricht. Ich kann's nicht tun," setzte er leise, fast milde, als Antwort für Taube hinzu. ,Me wollen also wirklich Äa Wauf?" fragt« sie fast unvernchmbar; und es war gut, daß Trenderl die Todesblässe auf ihrem Gesichte aichck bemerken tonnte, die die Nacht seinen Augen entzog. ,^Jch muß." „Fürchten Die sich 8m» gar nicht?" Wie Daube, ,For sich Wjt.. . Md v« GM" ,Ich furcht' mich ja . . rief er mit gedrückter Stimme, ,/iber nicht vor dem Dachbesteigen." ,Mott, lebendiger Gott!" jammerte sie lei.se. ,Hhre Mutier," meinte Trenderl, „macht sich da den Kopf mit etwas doll, was mir eigentlich ein Kinderspiel ist. Ich bin an den Schwindel schon gewöhnt; ich kann ans dem steilsten Dach einen Blitzableiter aussetzen uird meine, ich bin in meiner Stube. Wozu bin ich denn ein Schlosser geworden? Und habe ich nicht schon auf dem Wiener Stephan-sturm gearbeitet." „Dort ivaren Sie schon?" rief das Mädchen fast atemlos. „Und Sie l-aben sich nicht gefürchtet?" ,/Gefürchtet ob ich mich Hab'? Ich heb' gowern-t und geschrien, Hab' schier der: Tod davon gehabt," sagte Trenderl. „Und doch wollen Sie da auf das Dach hinauf? Versündigen Sie sich nicht?" Der Schlosser mußte lächeln. ,^Jch bin noch ein Kind g-lvose»," begann er wieder, „als sie mich in Wien zu einem Schlosser gegeben ha-ben. Mein Meister war ein ganz merkwürdiger Mensch; matt hat glauben können, er könnt' die ganze Welt verschlucken, -venu man sie ihm in einem Löffel vovsetzen ntöcht', so bitter bös urrd grimmig hat er ausgesshen. Auf zwanzig Schrittvon ihm ist mir mein Herz innner stillgestanden, und die Haare haben sich mir ausgesträubt. Aber er wir doch ein guter Meister und hat sich mit mir Mühe gegeiben, und hör' ich einmal, daß er gestovben ist, so zünd' ich an seinem Sterbetag ein Licht, wie ich's für meinen Vater inr Gralb Mr „Jahrzeit" mache. Ich Hab' noch einen Katneraden gehabt, der hat „Nazi" gcheißen und war ein lustiger Kerl. Wir haben uns gut vertragen, und er hat mir nie vorgswovfen, wie die andern Lchvjungen, daß ich ein Jude bin . . . Einmal hat der Meister zu uns gesagt: „Ihr gcht heute mit mir; es ist etwas auf dem Stejchansturm zu tun; nehmt das und das, was ich brauchen werde." Heiliger Gott! auf den hohen, auf den gewaltigen Stephansturm hätt' ich hinauf sollen? Ich Hab' immer nur mit Schrecken zum Zifferblatt der Uhr hinaufschen Dunen, und jetzt wollt' der Meister, ich sollt' mit M M de« StMausturm! ZA M geeint, gezaMmextz Hab' mich auf den Boden geworfen, und habe geglaubt, ich müßt' schon sterben, noch ehe ich hinaufgofticgen. Da ist mein Mister zu mir gekommen, hat mich aufgehoben mit seiner geavaltigen Faust und mich gerade hingestellt vor sich. Darauf sagt er zu min ,Molf, sich mir in die Augen!" Ich schlage die Micke zu iihm ans. „Jnd', fürcht'st du dich?" ruft er mit fürchterlicher Stmrme, daß mir mein Herz noch jetzt erbebt. „Und jetzt gehst du gleich mit mir," bsfichlt er, und ich habe gehorchen müssen." Trendevl hielt iune, >das Alädchett sah äirgftlich der Fortsetzung seiner Erzählung entgegen. ,Denken kann sich's keiner," fuhr, er fort, „was ich auf dem Wege bis zu der Turmspitze Hab' ausgestanden an Furcht und 'Angst; aber das Aug' meines Meisters ist immerfort auf mir gelegen. Ganz anders war mein Kamerad Nazi; der ist hingegangen, als hätt' man ihm gesagt: Bring mir aus dem Garten eine Blume. Unter Zagen und Herzbangen sind wir die Stiegen vom Stephansturm hinaufgekrochen, nahe bis zur Uhr. Draußen en dem Gemäuer hat der Meister eine Aribsit zu verrichten gÄMt. Wie ich da hätte hinaustreten sollen, überfällt mich wieder ungeheure Angst', ich fang' wieder zu heiulen und zu janmrern an und> bitte den Meister himmelhoch, er möcht' mich nach .Hause gehen lassen. ,Iud', fürcht'st du dich?" sagte er wieder mit seiner strengen Stimme, und wenn ich in die'em Augenblicke dem Sterben wär' nah gewesm, der Meister hätt' mich auch nicht gehen lassen." ,Mott! Allmächtiger!" flüsterte Taube. „Für nreinen Ikameraden Nazi," erzWte der Schlpsser weiter, „war das alles wie ein Spatz. Der ist da o'ben auf dem Turme gestanden, tvie in einem sichern Bette. Ans einmal, als der strenge MMer sich auf einen Auge»rblick entfernen muß, fängt mein Kamerad gar zu fhtgcn an, ich weiß noch, was es für ein Lied rvar; es hat sich mir gut in das Gedächtnis eiMcprägt: ,£) Strakbuva. o Slratzibnrg, Du wunderschöne Stadt, Darinnen liegt bearaben So mamcher Soldat." Aottsetzung folgt.)