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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-19 · Heft 2540 (19.3.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2540 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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beite 4 Men. Freitag Wiener Morgenzeitunn 19. M3r; .1926 Nr. Slbettas, Die WunDerftaVt. Bon Dr. I. Mwashan. Eine der seltsamsten Städte P<ilästinas und zweifellos auch ver ganzen Welt ist dieses Liberias. Schon die merkwürdig tiefe Lage inmitten eines ovalen Beckens zwischen 600 bis 1200 Meter hohen, aus schivarzen Basalt- und roten Granitfelsen aufgebauten Bergen von ganz ungewöhnlichem Aussehen macht dieses orientalische Städtchen von 8000 Einwohnern 3111c Sehenswürdigkeit. Fügt man noch sein mild.'s Klima mit ewigem Frühling, seinen reizenden himmelblauen Sühwassersee, seine üppige tropische Vegetation und nicht zuletzt seine rvunderwirkeuden Thermalquellen hinzu, so wird cs durchaus verständlich, warum Tausende von Touristen aus Europa, Nordamerika, Südafrika und Australien jährlich Liberias aufsuchen. Diese Stadt ist, wie die meisten in Palästina, uralt. Im alten hebräischen Reich hieß sie Nakktth. Als die Römer das Land unter ihren politischen Einfluß bekamen und die heißen Quellen dieser Gegend auszubeuten begannen, be. schloß der damalige Landesfürst Herodes Antippas — ein Enkel des „großen" Herodes —, diese Stadt für die reichen „Kurgäste" aus dem Westen nach römischem Muster und Geschmack einzuvichten. Er baute sie um und benannte sie Liberias, dem römischen Kaiser Tiberius, seinem Gönner, zu Ehren. Diese Stadt wurde seither der Reche nach von Römern, Byzantinern, Arabern, Mongolen und Türken erobert und zerstört, wobei der größte Teil ihrer antiken Sehenswürdigkeiten natürlich zugrunde ging; immerhin deuten noch zahlreiche Rmnen in und um Liberias auf den vergangenen Ruhm dieser prächtigsten aller Städte im reichen Genezarethtale hin. Besonders ist dies in Kapharnaum (Kfar Nahum), nördlich Liberias', der Fall, wo kürzlich eine uralte Synagoge mit unschätzbaren antiken Werten von italienischen Mönchen ausgegraben wurde. Es befinden sich ferner in Liberias die Grabstätten mehrerer Talmudisten, so des „Wundertuers" Rabbi Meir und des Märtyrers R. Akiba, und auch der große jüdische Arzt und Philosoph Marino» ides, gestorben 1205, ruht hier. Mt aus diesen Gründen gilt Liberias bei den Juden der ganzen Welt als heilige Stadt. Die britische Okkupation Palästinas brachte eine gründliche Besserung der Lage auch in Galiläa mit sich, und dieses Gebiet hörte auf, wie zur Türkenzeit sin Stiefkind und eine Räuberhöhle zu fein. Heute ist Liberias durch eine sehr gute, 175 Kilometer lange Straße mit der .Hauptstadt Jerusalem verbunden und in viereinhalb Stunden mit dem Kraftwagen von dort aus erreichbar; die Reise kostet 880 Piaster (16 Mark). Bor dem Kriege dauerte sie auf elenden Pfaden im Pferdepostwagen drei bis vier Tage und kostete zwei Napoleons und oft auch das Leben des Reisenden. Liberias, von Gruno aus eine primitive orientalische Stadt, hat in den letzten Jahren dank der neuen jüdischen Einwanderung und der damit verbundenen erhöhten BautätigLeit eine tiefgreifende Aenderung erfahren. Heute stehen zwei Städte an Stelle einer vor uns. Eine ist A l t - T i b e» rras, mit seiner 4M Jahre alten schwarzen Stadtmauer in Ruinen, seinen zwei Meter breiten, dunklen, teilweise sogar bedeckten Gassen, seinen engen, primitiven, alten Steinhäusern in Würfelform, seinen weißbürbigen, chvwürdigett „Chachams" im altväterlicher Tracht urch moslemischen Imams mit den weißen Turbanen oder schwanen FeS am Kopfe. Die zweite ist Kirjat Schein uel (Samuels Stadt), die zu Ehren Sir Herbert Samuels errichtete und von chm inauguriert« Villenstadt auf den Randhügeln, mit schönen,, modernen Häusern, Prächtigen Vorgärten, einer großen Parkanlage, mit herrlicher elektrischer Beleuchtung, ja sogar mit Radioeinrichtung! Ein Stück Europa, allervom Heiligen zu bringen, und daß lieben heiße, liebebedürftig sein. Wieder sind die Juden in der Synagoge zusammengepfercht, Naftali, der Fremde, unter ihnen, und draußen verlangt die rohe Stimme des Kosakengenerals, daß sich ein Jude für die anderen steinigen lasse. Der greise Rabbi schickt sich dazu an. Hart bis zum letzten Augenblick bleibt der Abenteurer Naftali, selbst dem Rabbi gegenüber, den er vor der Gemeinde anklagt: „. . . Du hast gesehen, daß ich nicht über die Berge kam, sondern um die Ecke rutschte zehn Meilen weit. Du hast gesehen, daß ich nichts als der Bote meines Hasses war . . ." Und doch schießt die befreiende Klage aus ihm auf, die Anklage feiner vergifteten, verprügelten Jugend. „. . . Ein Lump in der Welt, aller Hand gegen mich, meine Hand gegen alle . . .!" Den Mürtyrertod des Rabbi läßt er nicht zu. „Hier kommt keiner hinaus! Hund, bissiger Hund, was hetzt du meine Seele...? Hier lieg' ich wund und wühle meine Hauer in den Grund! Tie Jagd ist aus!" Dann opfert sich Naftali selbst unb rettet die Gemeinde. Totenstille in der Schul wie in der ersten Szene. Einer flüstert: „Rabbi, es rinnt Blut unter der Tür." Der Rabbi: „Kinder, meine Kinder! Habt ihr den Erlöser gesehen? Der Erlöser war bei uns und wir haben es nicht gewußt." Dieses ist das Drama, das jüdische Drama von Emil Bernhard, dem neuen jüdischen Dichter. Ich sah eS noch nicht auf den Brettern. (In Deutschland ^itte eS großen Erfolg.) Ich las es in Ergriffenheit und gab mich der reinen, wesenhaften, edlen Sprache hin. Für die Bühne muß wohl der Part des greisen Rabbi — er spricht schön, aber viel und langwierig — schlanker gemacht, muß viellekcht manche Dialogstelle ausgemerzt werden, um die dramatische Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Aber die Gestalten sind lebensvoll und es atmet eine Feuerseele, das Werk Bernhards. Wir grüßen den Dichter. Otto A b e l e s. dings von der guten Seite, in die asiatische Wildnis verpflanzt. Bon den 8000 Einwohnern dieser Toppelstadt sind etwa 6000, also 75 Prozent, Juden und der Rest moslemische und christliche Araber. Es gibt kaum eine Stadt, selbst in der gemischtsprachigen Schweiz, in der die Einwohner so friedlich untereinander leben wie hier. Juden sprechen arabisch, Araber hebräisch und sind kaum voneinander zu unterscheiden. Dies ist nur am Sabbat möglich: es herrscht dann in der ganzen Stadt vollkommene Ruhe, sämtliche jüdischen Geschäfte sind geschlossen und die Stadt sicht wie entschlummert aus. Hingegen verschob sich jetzt das ganze Leben aus die neue Straße, die außerhalb der Mauer dem See entlang etwa einen Kilometer verläuft, die modernen Hotels enthält und das Zentrum des Fremdenverkehrs bildet. Hier wimmelt es nun von unzähligen Spaziergängern beider Geschlechter, aller Typen, aller Trachten. Es ist, wenn inan kleine Dinge mit großen vergleichen darf, die Kärntnerstraße von Liberias. Will nran aber etwas wirklich Bizzares sehen, so komme man des Morgens auf den Markt der inneren Stadt i», Liberias. Man stelle sich einen Kreis aus fünf anschließenden engen Gäßchen vor, die Haus für -Haus, Tür für Tür Buden enthalten. Voran gehen Obst und Gemüse, frisch von Feld und Garten, in unsagbarer Hülle und Fülle: Orangen, Mandarinen, Grapefruit, Zitronen, Bananen, Datteln, Kokosnüsse, Zuckerrohr, Mais, Pistazien, Kastanien, Trauben, Acpfel und Birnen; Eierfrucht, Tomaten, Flaschenkürbisse, Wassermelonen, Gurken, grüne Erbsen und Bohnen nebst zwanzig anderen frischen Gemüsearten, mit deren Aufzählung der Leser verschont bleibe. Tann folgen Gebäck und Zuckerwaren eigener Erzeugung: Kanditen, Bonbons, Nougat, Lokum, Pralines, Trageen, Marmeladen und Gelee», bunte Zuckerpuppen, Halawa, Sesam-, Mandel-. Feigen- und Rosinenkuchen und sonstige Leckereien daraus, ferner Kuchen und Fladen fünfzigerlei Art, gebacken, in Oel geschmort, geröstet, gekocht, von den Händlern genau mit Namen und Preis ausgerufen, angeboten, angepriesen und beschrieben. Fische in Unmengen, dann Schaf-, Ziegen-, Rind- und Geflügel-(aber kein Schweine-)fleifch uno Fett, Eier, Federn, Wolle, Stoffe, Kleider, Putzgegenstände und Kleinkrämerei, alle möglichen geistigen und sonstigen Getränke, Spielwaren, Möbel, Glaswaren, Hausgeräte, Eisenwaren, Uhren, Goldartikel und Edelsteine, Photographen a la-Minute, Grammophonbnden, Schauspieler, Seiltänzer, Kartenanfschlägerinnen, Sänger und Bettler; alles ruft, schreit, brüllt, bietet und Preist an auf hebräisch, arab'sch, türkisch, englisch — da haben wir ein oberflächliches Bill) vom Markte in Liberias. Man würde jedoch Liberias entschieden unrecht tun, wollte man meinen, daß es mit der modernen Technik nicht Schritt hält. Es gibt hier eine deutsche Maschinenfabrik, ferner zehn Garagen für Kraft,vagen, und täglich erreichen, verlaßen und Passieren das Städtchen etwa 50 Automobile aus und nach allen Richtungen: Harsa, Jerusalem, Beirut und dem Ostjordanland. Die politischen Ereignisie in Syrien, dicht an der Nordgrenze Palast'nas, haben dem Verkehr hier keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Denn es fahren auS diesem Anlaß täglich von und nach der syrischen Grenze zahlreiche Rote-Kreuz-, Mater-alien- und Panzerautomobile durch Liberias, halten und verproviantieren sich hier und beleben damit ein wenig den Handel der Stadt. Im Innern der Stadt vollzieht sich der Verkehr natürlich auf Gselsrücken, -da Pferde oder gar Wagen in den engen Gassen keinen Platz haben. Wovon lebt eigentlich Liberias? Ein Städtchen wie dieses, das sich durch keine sonderliche Kulturleistung hervorhebt und dazu im nordöstlichsten Winkel des Landes liegt, wäre eo ipso zu ewiger Vergessenheit verurteilt. Allein Natur und Menschenhand arbeiteten zusammen, um ihm eine der berühmtesten Stellen in Palästina, im nahen Osten und auf der Welt zu sichern. Und zwar sind Gartenbau, See und Heilquellen die drei Stützpfeiler oder Monopole von Liberias. Um die Stadt, in derselben Tiefebene des „Ghor" — wie das Jordantal geographisch heißt —, liegen etwa zehn jüdische und arabische Dörfer, die Tiberas mit Lebensmitteln versorgen. Namentlich die jüdischen Siedlungen, jüngst von der Zionistischen Organisation gegründet und technisch so vollkommen eingerichtet w.e etwa kalifornische Wirtschaften, betreiben modernen Gemüse- und Obstbau. Täglich, vom November bis zum Mai, ja noch länger, wird Liberias mit Grapefruits, Orangen, Mandarinen, Bananen und Datteln derart überflutet, daß es mehr als sonst eine Stadt Palästinas diese Erzeugnisse, die, nebenbei bemerkt, hier um etwa zwei Wochen früher reifen, nach Jerusalem, Haifa, Beirut und Damaskus versendet, beziehungsweise ausführt. Noch wichtiger als der Obstbau ist die Fischerei für Liberias. Der See, der an Größe etwa dem Bodensee gleichkommt, ist äußerst fischreich. Sei es, weil sein Wasser infolge der eigentümlichen geographischen Lage ungewöhnlich ivarm ist (im Winter plus 10 Grad Celsius, im Sommer bis zu 35 Grad Celsius), oder aus anderen Gründen, Tatsache ist, daß im Tiberiassee nicht weniger als 25 Fischarten, von Zentimeterbns Meterlänge, leben. Davon sind sechs Arten nach fachwißenschastlicher Feststellung diesem See vigentümlich und nirgends sonst auf der Welt anzutreffen. Qbwoihl nun der Fischereibetrieb hier <mf höchst primitive Weise vor sich geht, so sind die Fänge sehr reich und nrachen auS Liberias eine ausgesprochene Fischerstadt. Mehrere tausend Tonnen zu je 1000 Kilogramm Fische werden jährlich im Lande selbst verkauft und nach denk Ausland versendet. Freilich könnten die Fisch- und auch die Geldmengen verzehn-, ja verhundertfacht werden, wenn ein moderner Fischereibetrieb üier eingerichtet würde. Dies st jedoch eine Frage von nicht geringen Kosten, und auch andere Hindernisse stehen da im Wege. Allein das Weltmonopol dieser Stadt liegt in ihren Thermalquellen, die an Heilwirkung ihresgleichen auf Erden suchen. Es sind dies wohl die ältesten Heilquellen der Kultuvwelt; schon die alte hebräische Mischna, der Talmud und die römische Literatur erwähnen sie lobend. Nicht nur inländische, sondern auch berühmte amerikanische und europäische Aerzte senden alljährlich Tausende von Leidenden hieher, die in der Mehrzahl der Fälle geheilt qjder zumin'dest stark gebessert zurückfahren. Frauenleiden, Rhen matismus, Ischias, Knochen-, Muskel- und Nervenleiden sowie Lähmungen finden :n diesen Quellen Heilung oder Besserung. Die Thermen von Liberias haben, nach genauen Untersuchungen eines jüdischen Gelehrten*), eine natürliche Temperatur von 61,5 Grad Celsius und enthalten auf st einen Liter Wässer etwa 30 Gramm Mineralistoffe, mt* ztvar (Dr. Alex. Friedmann, a. a. O.): Chlorki>llum. 0180 Gramm CHIornatrlum ^Kochsalz) ..... 17 — m Chlorkalstum. 8 900 , Chlormamellum ..8500 „ Biomnatrium. 0 00168 „ Giv*. 0 785 „ Btttnsalz .......... 0427 * Kohleniaurer Kalk. 0 086 „ Kohlen aureS Ehen. 0.010 „ Kieseuänre ... OflQ , 29 8796« Gramm Außerdem fand dieser Forscher hei den Quellwäßertt eine mehr oder minder starke Radioaktivität, der vielleicht in der Hauptsache die Heilwrkung zuzufchreiben ist. Leider befinden sich diese vortrefflichen Bäder in einem noch recht primitiven — „türkischen" — Zustand und lassen in bezug aus hygienische und komfortable Einrichtung noch sehr viel zu wünschen übrig. Eine Modernisierung der Thermalbäder hier müßte einen ganz namhaften Betrag in Anspruch nehmen — man spricht von 1M.M0 Pfund und mehr —, der begreiflicherweise nicht sehr leicht flüssig zü machen ist. Eine ausländische Gesellschaft hatte zur Tüvkenzeit die Konzession auf die Thermen erhalten, konnte aber offenbar das notwendige Kapital nicht ausbringen, und gegenwärtig weigert sich die neue Landesregierung, diese Konzession anzuerkennen, beziehungsweise zu erneuern. Es scheint, daß zumindest für die nächste Zeit alles beim altert bleiben und die Stadwerwaltung Liberias' weiter Inhaberin der Bäder fein wird. Bemerkenswert ist jedoch, daß die Heilquellen trotz ihres unmodernen Zustandes von 100.000 Personett jährlich ausgesucht werden; eine Zahl, die Lei entsprechendem Ausbau der Anstalt leicht auf ldas Fünffache gebracht werden könnte. Da min aber, bei aller guter Wirkung, die warmen Bäder in der heißen Jahreszeit schwer oder unmöglich vertragen werden können, so muß sich der Touristenverkehr in der Hauptsache auf die Wintersaison, vom November bis zum Mai, beschränken. Namentlich im Februar, März und April wimmelt es hier von Touristen. Amerikaner, Engländer und Deutsche, aber auch Südafrikaner und Australier bilden den Hauptteil der Gäste aus dem Ausland. Das Hotelgewerbe hat sich im Verhältnis zur Touristenzahl entsprechend entwickelt, und so findet man in unserem Städtchen einige 30 Hotels, zumeist jüdische, außer zahlreichen Chans (Herbergen); die ersteren sind säst durchwegs modern eingerichtet und laßen verhältnismäßig wenig zu wünschen übrig. Wahrend der Saison gleicht Liberias Nizza oder Lourdes, „der Wunderstadt". Hunderte von Automobilen kommen und gehen, sausen nach Norden oder Sieden in der Hotelstraße am See vorbei, und das Getute und Gerassel st ohrenbetäubend. Amerikaner, Europäer, Japaner, jeder in anderer Tracht, anders sprechend, anders wünschend, durchqueren die engen, aber reinen Gäßchen, rudern auf den See hinaus, füllen die Thermalbäder, die Hotels, den Park: Araber und Neger laufen mit Gepäck herum, Kamel- und Eseltreiber schleppen Koffer von und zu den Wohnungen, dabei singend, schreiend, brüllend, fluchend, warnend; und dieses Schreien und Lärmen vermengt sich mit den orientalischen, monotonen, langgezogenen Melodien, die von den Grammophonen am nahen Markt kommen, und bilden eine Art Durcheinander, die wohl schwerlich in Worten wiedergegeben werden kann und auch an der Riviera am Fasching seinesgleichen nicht findet; so etwas WA gesehen und gehört sein. Wunderlich ist aber, daß Liberias mit seinen Keinen, schwarzen, aus rohen Backsteinen gebauten flachdächrigen Häusern die erste Stadt Palästinas mit elektrischer Beleuchtung ist. Die deutschen Hilfstruppen des ottomanischen Heeres im Weltkrieg — General v. Kreß' Stveitkräfte — richteten hier eine kleine Lichtanlage zur Beleuchtung der engen, dunklen Gaßen dieses so wichtigen Knotenpunktes ein, der Nieder- und Obergaliäa, Ostjovdanland und Syrien verbindet. Es war dies freilich eine ziemlich schlichte Beleuchtung. Im letzten Jahre jedoch löste Ruthenberg, der das bekannte große elektrische Schema für ganz Palästina entworfen und zum Teil bereits ausgeführt hat, dieses „militärische", zu schwache Licht durch eine großangelegte elektrische Kraft- und Lichtstation auf dem Hügel von Kirjat Samuel äb. Die Anlage, ähnlich denen von Haifa und Tol- Awiw, bloß kleiner, arbeitet mit tausenbpferdigen Diesel- Motoren und erleuchtet selbstredend sämtliche Ecken und Enden sowie Bororte Liberias', das jetzt von der Höhe der galiläischen Berge, namentlich von der 35 Kilometer entlegenen Stadt Safed, nachts ganz gut gesehen wird. Nun noch einige Worte über das neue hebräische Mertel Kirjat Samuel. Auf einer Anihöhe, 150 Meter über der *) Beiträge zur chemischen und physikalischen Untersuchung der Thermen Palästinas, von Dr. Alex. Friedmami, B'rliu. Verlag S. Calvarv 11. Co., Berlin. 1913 ‘

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