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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-19 · Heft 2540 (19.3.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2540 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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«MW WMWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWMWWWWWWWW öw. 2840 Men, Freitag La« neue Zollreslme. Güster» hat der Mtionalrat das zollpolitische Er- Kächtigungsgesetz und die Zolltarifnovelle angenommen. Die Regierung besitzt nunmehr die Möglichkeit, alle jene Aendernngen der Tarifpositionon vorzunehmen, die sie für die Führung der Handelsverträge braucht. Allerdings wird ihr die Wahl ziemlich schwer gemocht werden, weil sich nun, da die Zollfrage in Fluß geraten ist, alle möglichen Industrie- und Erwerbsgruppen mit ihren Zollsorderungen anmelden. An dm Handel scheint man wieder absichtlich vergessen zu lvollen, da er nicht nur grundlätzlich, sondern tatsächlich freihändlerisch orientiert ist. Man glaubt, Sie Bedenken des Kommerzes gegen die allgemeine Regieruugsvollmacht zu Zollechöhungen dadurch abtun zu können, daß man behauptet, Handel werde nicht nur mit inländischen, sondern auch mit ausländischen Waren getrieben, der Handel sei also ebensosehr industriopatriotisch wie gegenteilig orientiert, gerat aber durch den nun eingeschlogenen Weg immer mchr in das Gestrüpp der Hochschutzzöllnerei, in der die österreichische Wirtschaft nicht gedeihen Kinn. Das gestern beschlossene zollpolitische Ermächtigungsgesetz gibt der Regierung die Möglichkeit, nach Anhörung des Hauptausschusses die Lätze des auwnoinen Zolltarifes dauernd oder zeitweise abzuändern, wenn die inländische Erzeugung durch die Eüchchr ernstlich bedrcht ist oder wem» dies aus handelspolitischen Gründen notwendig wird. Die muß aber, wenn ein Viertel des Hauptausschusses es verlangt, die betreffenden Zollpositionen als Gesetz dom Nationalrat vorlegen. In der Debatte kritisierte Abg. Eldersch den Mangel an Initiative der Regierung, die es den Parteien überlasse, Initiativanträge über die Erhöhungen des Zolltarifs einzubringen. Dieser Standpunkt könne von den Sozialdemokraten nicht akzeptiert werden. Wenn das so weitergehe, werde die Opposition über solche Initiativanträge nicht verhandeln. Glenichwchl wurde das zollpolitische Ermächtigungsgesetz, das ein Berfassungsgesetz ist, mit den Stimmen der Sozialdemokraten — anders wäre auch die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht aufzubringen gewesen — in beiden Lesungen angenommen. , Zur Zolltariifnovclle, durch die bekanntlich die Zölle für .Zucker, Zucht- und Jungvieh, Milch, Rahm und Superphosphat erhöht werden, brachte der Christlichsoziale Födcrmayer weitere agrarische Zollwünschc in Erinnerung. Der Großdeutsche Klimanu uvgierte die Lösung der Eisenzollsrage, während der Landlbündler Prof. Dr. Schönbaucr die agrarischen Zollforderungen durch Stellen von Abänderungsanträgcn hinaufzulizitieren versuchte. Dabei geriet er in einen Konflikt mit dem chrrstlichsozialen'Agrarier Dersch, der mente, Schönbaucr bringe hier demagogische Redensarten vor. Hinausgchen und das Volk aushetzen könne, jeder, dazu brauche man nicht Professor zu sein. Das Gesetz wurde schließlich in der Ausschußfassung unter Ablehnung der Anträge Dr. Schönbauers angenommen. Am Schlüsse der Sitzung beantragte Abg. Schönsteiue r, den Antrag Dr. Seipel und Genossen, betreffend Maßnahmen zur Bekämpfung 'von Mißbräuchen der Presse einem 13gliedrigen Sonderausschuß zuzuweisen, der in der nächsten Sitzung zu wählen wäre. Abg. Le u t h n e r verlangte die Zuweisung des Antrages an den Justizaus schuß, der bekanntlich nicht einberufen wird, weil die Mehrheit nicht über die auf der Tagesordnung sichenden Ehevechtsresormanträge beraten will. Das Haus entschied schließlich für den Vorschlag Dchönsteiners. Nächste Sitzung Dienstag den 23. d. um 3 Uhr nachmittags. Eine bkschSsliche Modeverordnung. Bekanntlich haben vor kurzem die österreichischen Bischöfe eine' gemeinsame: Kundgebung gegen die „schamlose Fraueltmode" erlassen. Der Bischof von Linz ist nun darüber hinausgvgangen und hat angeordnet, daß eine von ihn: Unterzeichnete „Verordnung bezüglich der FrauenAeivung" an Kirchentüren und sonst leicht ersichtlichen Plätzen angeschlagen werde. Es wird darin Me Lichtung. Gmil Bcvnhavds Drama in fünf Akten „Die Jagd Gottes". „Wie purpurne Zügel einem weißen Rosse, so steht Israel der Schmerz." Dieses Wort Rabbi Akibas setzt Emil B e r n h a r d (es ist der Berliner Rabbiner Dr. Emil Bernhard Cohn, und dieser Seelsorger ist ein Dichter) seinem fünfaktigen Drama „Die Jagd Gottes" voran. Hier der Inhalt: In einem Judeudorf hoch in den Karpathen — vergessenen Namens und vergessener Zeit — ist die Gemeinde drei Tage schon in der Synagoge zusammengepfercht. Totenstille. Aber draußen brüllen die Kosaken. Dann Pferdetrappeln. Sie haben diesmal bloß geplündert und ziehen ab. Den zitternden Juden in der Synagoge fällt ein Paar fremder, stechender Augen auf. Der Gabbe warf dem Unbekannten zur Prüfung die Kette vom Halse seiner Tochter hin. Der Fremde nintt sie an sich. Ein Abenteurer, ein Spion? Erst Unruhe, dann schreit die ganze Schul denr Rabbi zu, er möge Aufklärung bringen. Der RabLi: „Still! Hier im Raume geschieht etwas . . . Auf der Brücke des Todes »var ich, aber da rief mich etwas und nun bin ich wieder da . . . Die Balken im Hause höre ich stöhnen, den Steinen rinnt der Schweiß herab . . . Heraus ryit dir, du Fremdes, aus unserem Blut . . .!" Der Fremde schweigt noch. Aber der Rabbi bringt ihn zum Sprechen. Wild, hart ist seine Rede. Nicht für den Rabbi. Der fühlt die Flanune in der verharschten Brust des Fremdlings: . . Ich höre einen Schmerz: da muß auch eine Sehnsucht gewesen sein oder eine Liebe, oder eine Zärtlichkeit. Haltet den Atem an, Kinder — ein Mensch!" „Ein Schwindler!" ruft der Gabbe. Hat ihm die Tochter Golde betört, hat die Schüler betört, hat die Kette genommen. Der Fremde aber springt zu dem geöffneten Thoraschrein und hält eine Rede, die alle hinreißt: „Ich hi» Naftali, der Bote Gottes, und kündige den Messias Wiener Morstenzettunt»_ -Swoboda~$chuhe - fertig und nach Mafj I., Singerstrage 5 .I., Bauernmarkt 1 betont, daß die herrschende Fr a uenmode leider vielfach der sittlichen Forderung nicht entspreche, und der Bischof sich daher veranlaßt sehe, zu verordnen, daß in der Kirche „Frauen, Fnngfranen und Mädchen nur in einer Kleidung erscheinen, die vis zum Halse geschlossen ist, die Arme wenigstens bis zum Ellbogen hinab bedeckt und über o i e K n i c hinabreicht. Durchscheinende Stoffe können nicht als geziemende Kleidung betrachtet werden." In einem Hirtenbrief, der mit der kürzlich mitgeteilten Kundgebung der österreichischen Bischöfe nicht identisch ist, begründet der Bischof seinen Schritt und beruft sich darauf, daß er zu dieser Stellungnahme vonc Papst ermächtigt sei. „Es gibt kaum mchr einen Bischof aus dem katholischen Erdenrund, der nicht schon in Hirtenschreiben nnv bischöflichen Erlässen gegen diese s ch a m I o j c Francnmode Stellung genommen hätte, ja, der Heilige Vater selbst ist zu wiederholten Malen in der entschiedensten Weise dagegen ausgetreten nnv hat bei Audienzen in unerbittlicher Weise solche Frauen 51t Hunderten zurückweisen lassen." Der Bischof zitiert hiebei folgende Acnßerung des Papstes: „Das Ganze ist eine Wirkung des Bolschewismus, es ist s y st e m a l i s ch teuflisch, und nur wenn alle Bischöfe und Priester unerschütterlich zusammenstchen, werden wir etwas erreichen." Zugleich mit der Modeverordnung hat der Bischof „Praktische Weisungen für die 'Seelsorger über die Frauenkleidung" erlassen. Die Anklage gegen Alexander Weis; und Artur Fuchs. Wie bereits gestern berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Artur Fuchs nicht nur wegen der dem Chefredakteur Wexander Weis; zur Last gelegten vier Fakten wegen Erpressung angeklagt, sondern auch wegen desselben Delikts, das er an Alexander W e i s z salbst begangen haben soll. Es bestätigt sich, daß gegen beide Beschuldigte folgende vier Fälle inkrinnuiert werden: Das Verbrechen der E r p r e s s u n g, in zwei Fakten begangen an Camillo Castigli 0 ni, jn einem Fall an der Zentraleuropäischen Länderbank und in einem Fall an der Allgemeinen Depositenbank. Das Gesuch um Enthaftung beider Angeklagten wurde von ocr Ratskammer nicht nur wogen FI u ch t g e f a h r, sondem auch wegen weiter fortbestehendcr K 0 l l i s i 0 n s g e f a h r abgewiosen, da nach der ganzen Sachlage die Möglichkeit einer Beeinflussung von Zeugen, bezichuilgsweise 'beteiligter Personen, im Simre des tz -175 St.-P.-O., Absatz 3, noch weiter sortbestehen Beurteilung der Fluchlgesahr in Betracht komnlt. Der Prozeß gegen Weiß und Fuchs soll in etwa drei bis vier Wochen vor eurem Schöfsensenat stattsinden. Es sind ungefähr zehn Zeugen geladen. Die Verhandlung ist für zwei Tage anberaumt. Hinsichtlich des Vorsitzes im Prozeß ist noch keine definitive Entscheidung getroffen worden. Den Fall müßte eigentlich nsch der Diensteinteilung Hofrat Dr. Ramsaner übernehmen, der aber krank ist. Als sein Substitut kommt Hofrat Dr. Dörr in Betracht. Als Ankläger wird Pressestaatsanwalt Dr. Schwartz fungieren. Die Staatsanwaltschaft hat in einer Anzahl von Fällen keine Anklage erhoben, weil nach ihrer Auffassung die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Erpressung, wie sie die gegenwärtigen Bestimmungen der in Betracht kommenden Paragraphen, Vorsitzen, nicht z u t r e f s e n, so insbesondere im Falle der Bensöorp-Fabri k, in dem Erhebungen gc- V»ftogcu toovbcu sind. an!" Die Gemeinde jubelt ihm zu und strömt singend in die Gasse hinaus. Antschel, der Krämer, macht sich an den Gottesboten Naftali heran und flüstert: „Masel und Broche zu dem Geschäft! Attache mit. Werden reich. Komm zu mir!" Naftali: „Man sieht uns. Ich komme." Im Judendorf ist der Teufel los. Naje, des Schul-- klopfers verbuhlte Tochter, ruft die Gemeinde zur Versammlung. Die Schüler scharen sich um den Boten des Messias. Die Tochter des Gabbe ist krank von Liebe zu ihm. Er hat ihr die Kette hingeworfen, sie hat sie gierig aufgefangen und geherzt. „Golde! Kind!" stöhnt der Gabbe, „renn' nach Hause, eilt Hund hat dich beschmutzt!" Amschel, der Krämer, rennt von Tür zu Tür und bläst den Schofar für den Messiasboten. Der Gabbe eilt zum Rabbi. „Ein wildes Tier geht durch die Gasse und trinkt das Blut der Jugend! Entlarv' uns den Schwindler, er frißt uns die Kinder auf!" Naftali steht vor dem Rabbi und wiederholt frech die Litanei, welche der Krämer Amschel in der Gasse für ihn sillgt. Daß in Liberias der Erlöser erstanden ist und ihn ausgefvrdcrt hat, in den Ländern des 'Nordens, ans daß die Juden erwachen auch hinter den Bergen und sich bereiten für den Tag, der kommen soll. Aber wieder fühlt der Rabbi bei diesem, der den „Sprung in seine Herde" getan, die heilige Flamme in der verharschten Brust. „Du hast, mein Sohn, viel Trotz und Leidenschaft, viel Haß und Gier. Sehr nahe ist dir der Versucher. Aber dennoch leuchtet deine Haut." — Wilder, tückischer lockt Naftali die Juden nach dieser ersten Aussprache mit dem Rabbi. Am Guten Ort. Mondnacht. Golde wird auf des Gabbe Geheiß voll der Mutter fortgebracht, um sie irgendwo in den Bergen vor deul Verführer zu schütze»!. Hier halte ich mit der Wiedergabe iiuic und lasse mit dom Munde des Dichters die Mutter Ssosche sprechen. Dieses kleine Zitat wird ihn als drarnatischen Gestalter von ungewöhnlicher Begabung beglaubigen: „Mein Kind! Alles geht vorüber. Dein Vater war immer ein harter 10. Mär; 1020 Seite 6 Tagesbericht. AlljöSWe Weisheit. Für die „Wiener M 0 r g e n z e: t u u g" nach d e ft Quelle n bearbeitet. Dauer der Menschentat. Es sprach Rabbi Sauritel bar Nachmani im Namen Rabbi Jonathans: Wer eine Pflicht in dieser Welt erfüllt, dein geht sic voran in die künftige Welt — wie es heißt: „llnd vor dir geht deine Gerechtigkeit." Und loer eine Schuld begeht in dieser Welt, den mnstrickt sie für den Tag des Gerichtes — tüte cg heißt: „Umstrickt wird ihres Weges Wandel, sie steigen in den Abgrund und gehen unter." — Rabbi Elcasar sagt: Sie haftet an ih»n »vie ein Hund. Dauer der Wett. Inder Schul Eliahu wurde gelehrt: Sechstausend Jahre ist die Dauer der Welt: zweitailsend das Chaos, zweitausend die Thora, zweitausend die Messiaszeit; unserer großeir Sünden halber ist jedoch ein Teil der letzteren schoir dahin. Generalstreik der Advokaten kn Rumänien. Bukarest, 17. März. (Orient-Radio.) Die Bereinigung deö Advokaten hat den Advokatenkammern des gauzen Landes initgeteilt, daß infolge der Einbringung des Gesetzes in der Kammer der Generalstreik der Advokaten beschlossen worden sei. Der Streik soll heute einsetzen. Das Barreair von Bukarest erklärte, daß es vorderhand dem Streik nicht beitrete und abwarte, ob die Gesetzesvoriage llicht abgeändert werde. Bisher sind sechs Advokatenkammern der Provinz in den Streik getreten. Die Verlegung der Baron-Hirsch-Stiftung. Bon Wien nach Warschau. (Eigendicnst der „Vierter Morgenzeitung.") Warschau, 18. März. Seit einigen Tagen werden hiev Beratungen über die Verlegung der Baron-Hirsch-Stiftung von Wien n a ch Warschau geführt. An diesen Beratungen nehmen auch die Mitglieder des Wiener Vorstandes der Stiftung, Dr. Kohn, Direktor Glückstal und der Generalsekretär Dr. Ascher teil. Die Konferenz »vird sich auch mit der Frage der Entschädigung der Barolt-Hirsch-Schnllehrer beschäftigen. Zu diesem Zwecke tvurde ein Subkomitee eingesetzt, das die Verhandlungen mit der Lehrerschaft führert soll. Deut Subkomitee gehören u. a. Abg. Reich, Ros mar irr, Professor Dr. A l l er h a u d, Dr. Schleicher, Dr. Emil P a r n e § und Dr. Ascher an. Die Verhandlungen werden in Lew-: berg fortgesetzt. gm Mevbaljnrug beraubt. Frecher Ueberfall auf einen Bankdiener. Aus Prag »vird gemeldet: Ein Diener der PilseneL: Filiale der Böhmisch-landwirtschastlichen Jndustriebank, bet1 15 0.0 0 0 Kr 0 nen mit sich führte, wurde heute im Zuge auf der Strecke Pilsen—Strakonitz von zwei unbekannter»! Männern ü b crfall e n, b e raub t und aus die Bahnst r e ck e geworfen. Der Unglückliche wurde schwer verwundet in betvußlosem Zustaltde aufgefunden. Auf der Strecke »varen zirka 12.000 Kronen verstreut. Der Rest des Geldes dürste den Räubern in die Hände gefallen fern, Berlin besteuert die Radioapparate. Aus Berlin wird uns berichtet: Der Magistrat deS: Stadt Berlin hat heute beschlossen, eine Steuer auf! Rundfunkapparate einzuführen. Miann, aber natürlich ein guter, ein guter, mein Kind. Ich' 1 Hab' es sehr schwer gehabt, er »var immer hinter mir her. Werm junge Weiber die »nüden Glieder rasteten,- hat er mich lang vor Tag aufstehen und beten lassen. Hat auch dabei gestanden, bis ich fertig war. Aber gut, »nein Kind, sonst, ein sehr guter Mann. Er war niernals zärtlich zu »nir. Kinder sind gekommen, Kinder sind auch gestorben. Zärtlich »var er nie. Er hat »nich wohl a»»ch geschlagen. Aber, glaube »nir, ein guter Mann, uird alles ging vorüber. So »vird es auch mit dir vorübergehen, mein Kind." (Merkst du cs, Leser, »vie hier'knapp und kraftvoll ein Charakter und ein Schicksal gezeichnet ist?) Das Wägelchen mit der liebeskranken Golde und der Mutter Ssosche ist weitergerollt. Da kormnt Naftali mit Amschel auf den Guten Ort und sie vergraben reiche Beute hinter einern Leichenstein. „Gesalbter Gottes, eine gute Ernte, eine große Ernte. Unsere Väter haben die Aegypter in Aegypten nicht so gerupft wie ich unsere Verrückten da unten", kichert Antschel. Die Schüler, die Mädchen, die Dirne — alle zieht es hieher, den» Messiasboten »rach. Der Gabbe stellt hier, bei den Leichensteinen in der Mond-' nacht, den gehaßten Verführer. Naftali fragt ihn höhnend »wch der Tochter. „Gerettet habe ich vor dir das Kleinod, Lump!" schäumt der Gabbe. „Sie »vird »viederkomnren!" ruft Naftali leichtsinnig — und sie kommt mit der Mutter Ssosche just in diesem Augenblick »vieder. Das Wägelchen konnte »licht »veiter. Die Kosaken nähern sich de»n Dorfe. Da ist, ob dieses Wunders, der Hexensabbat los. Verzückurtg, Sinnenrausch, schtvarze Messe. Die Dirne Rajö beißt den Messiasboten in den Schenkel. Aber die Kosaken ko»n»ne»t »vieder u»td in den beiden letzten Akten enthüllt sich, daß Naftali kein SchlviMer ist, sondern ein Rebell, kein Böser, solldern ein Gejagtere»rthüllt sich die Weißheit und Größe des Rabbi. Er hat erkannt, daß der, »velcher ant »neisten der Erlösung beda»^, z»var selbst noch nicht der Erlöser ist, aber gewürdigt wird, Botschaft^ 1;| 'Ü!

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