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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-18 · Heft 2539 (18.3.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2539 (18.3.1926)
Date
1926-03-18
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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v 4j5lvlKf 4/Oumlvn^ Lollswitt. ffe NvUchwockims«. vPI|*h# ASov unserem polnische» M-S.-Korvejponden1en.) Die letzteu Tage brachten eine neuerliche nicht unbedeu-- feckfe Adschwächung der Notierung des Zloty, -ie LdigNch aus den geringen Balutenvorrat der Bank Polski zurückgefühvk werdan muh. Die Baluteneingänge aus dem EKort find in der letzte» Zeit zurückgegangen, da die Handelsbilanz für den Monat Februar.nicht mehr so hoch aktiv war, wie es in den Monaten Dtzknber und Jänner der Fall war. Der Getreideexport ist infolge des Devotes eingestellt worden. Dagegen stieg der Bedarf an ausländischen Valuten der polnischen Industrie und insbesondere der Loi^er TexrAindustrie «icht unbedeutend. Die Bank Polski war in den letzten Tagen Nicht mehr in der Lage, den ganzen Bedarf zu decken und wies mur 25 bis 40 Prozent der angsforverten Valuten zu. Unter dem Einfluß der Erhöhung des DollarArses belebte sich der Verkehr auif den Effektenplatzen. Es setzte eine stärkere Tendenz ein, unter welcher speziell die Wiener Arbi- «wagewerte größere Steigerungen bet Notierungen durchwachten, wogegen die polnische« Papiere tutt widerstrebend der Auftvärtsbewegung folgten. Zieleniewskr erhöhte sich auf 9.25, Chodorow cuf 4.05, Warschauer Diskontobank auf 525, Lemberger Brau auf 8.45 Zloty. Die Notierung der Wien der Bank Polski fiel um die Dividende auf 50 Zloty. Unverändert waren Tepege bei 020, Gorka bei 6.90 Zloty. Stärker war die Nachfrage der Korrvevrierungsanstihe, die auf M für 100 stieg. . Die Lage der Textilindustrie dürfte eine leichte Besserung erfahren, da das Aerar größere Bestellungen erteilt hat. Es wurden vorläufig gegen 200.000 Meter Tuch bestellt, davon Men 57,5 Prozent Lodz, 42/5 Prozent Bielitz und 10 Progent Bialystok fabrizieren.: Die GaMna pachtete beim Staat 800 Morgen Terrain und fetzte dort neue Schächte in Betrieb. In Boryslaw baut diese Gesellschaft die sechste Gasolinfabrik. Die Mvaplana A.-G. 'km* in Mrazniea drei neue Schächte, und da auch die staatlichen Gwben einige neue Schächte anlegen, ist tue ArbeitstoWkeit im Abnehmen begriffen. Das Pettoleumkartell hat dagegen die Preise für Petroleum neuerlich um 10 Prozent erhöht. Die Bilanz der jüdischen Bottsbanfeu in Pole» Kr das Jahr 1925 Werst 197 Genossenschaften mit 68.662 Mitgliedern, außer des Wilnaer Kreises mit 52 Genofsenschasten und 12.616 Mitgliedern mir einem Gründungskapciäl von 1L96.660 Zloty aus. Die Reservefonds betragen 298.962 S-ch. __; fite ZuveMionsbegünftlgungsgrsetz fSr die Privatwirlschaft. 30 Pwzeut der Jnvestttiousauscjabe« — ftotefrd. Durch ein gestern im Natiomckrat emgebraches Jnvesti- Urmsbogünstigungsgefetz will die Regierung die Arbeitslosigkeit bekämpfen uNd die Vermehrung und Verbesserung der Produktionsmittel fördern. Gleichzeitig fott tzadmch, daß die in der Vorlage in Aussicht gestellte« steuerlichen Begünstigungen nur Unternehmungen gewährt werden, die Goldbllanzen aufstellen, rin Anreiz zum baldigen Uedergang zur Goldbilanz geschaffen werden. Die wichtigsten Bestimmungen des Entwutfes besagen: Wer spätestens für den Beginn drs Ge- Treuderl. « Eine Erzählung von Leopold Sottpezt Das Gesicht voll verschlagener Berschmitzchoit kW sich gar nicht schildern, mit dem Hirsch Blaser spät am Abend, als die,Masse" noch nicht menschenleer geworden war, um die Werkstätte des Schlossers herumstrich. Erst lauge nachher, als er bemerken konnte, daß kein verräterisches Auge Mehr sich an seine Schritte heftete, gewann es „bü3 gescheit' 'Jüdel" Wer sich, allmählich näher und näher zu kommen, Äs er urplötzlich auf der Schwelle der Werkstätte stand. Trenderl befand sich allein darin; die Gesellen hatten bereits Feierabend gemacht. Er, der Fleißige, hatte noch immer $u schaffen urch sich abgumühen, Lesothers heute. Er dachte heute gar nicht daran, die Werkstätte zu verlassen; sie war ihm mit einem Male so lieb geworden, er hätte nicht den ganzen Dag über, die ganze Nacht, ja das ganze Leben hindurch hätte er gerne darin geweilt. Trenderl fachte eben das Kohlenfeuer in der Esst an» als ihn der heitere Abendgruß Hirsch Blasers aus seinen, wahrscheinlich etwas wirren Gedanken aufweckte. Der Schlosser M> ,Has gescheit' JÄdel" ein, näher zu kommen. Hirsch Blaser ließ sich das äicht zweimal sagen. ,Mas heißt?" rief er mit entern gewissen schlauen Lächeln, ,Mrs heißt, jetzt noch arbeiten? Aw Abend soll der Mensch ruhen und das Bich, und soll keines sich mchr abplagen und abreißen. Leider Gott's, dex Jüd kennt gar fein Maß; da drauf kann man sich Verlasstn. Er mutz immer mehr tun als jeder andere. Der Schlüssel, den Ihr da macht, oder das Schloß, die Hafen vrellckcht nicht Zeit, die Ormen nicht warten?" Der Meister fuhr ruhig m der Arbeit fort. ,Der Schlüssel," sagte er lachend hierauf, ,§der das Schloß, die haben oft weniger Zeit und können zuweilen weniger warten als der Mensch selbst. Sich selbst braucht der Mensch oft gar nicht, aber st einen Schlüssel braucht er; es find Diebe in der Welt, und die haben lange Finger. DM Miß her KantzmeM m fegt» MM" Wiener MopserrzektuM schäftsjahres 1926 (1925-26) die Golderöffnungsbilanz aufftrllt und in den ^lstnderjahren 1926 Ä>er 1927 Wohn- oder Betriebsgebäude (Neu-, Zu- oder Aufbauten) zu lauen beginnt und benutzbar vollendet oder neue Maschinen oder sonstige Betriebseinrichchungen anschafft, darf zu Lasten der Beirielbsrechnungen der Geschäftsjahre 1925, 1926 und 1927 oder aus den finanzmäßigen Ueberschüsstn (Reinerträgnis) dieser Geschäftsjahre eine Jnvcstitionsrück'lage errichten, die einstweilen u»besteuert bleibt. Die Steuerfreiheit wird endgültig gewährt, wenn der Begünstrgungswerber bis längstens 31. März 1928 nachweist, daß er solche Jnvestitionsausgoden im doppelten Betrag der Rücklage bestritten hat. Durch die Inanspruchnahme dieser Begünstigung wird das Recht nicht geschmälert, an den betreffenden Anlagen Abschreibungen steuerfrei vorzunehmen. Hiebei sind die Abschreibungen bis zur völligen Erschöpfung des aus Bestand gebuchten Teilbetrages der Jnvestitionsausgabe in einer solchen Höhe steuerfrei, als ob die gesamte Jnvestitionsausgabe auf Bestand gotuchlworden wäre. Lar Schkenenkartell perfekt. Mit Oesterreich wird später veichandett. Wie aus Luxemburg gemeDet wird, ist das internationale Schisnenkarwll bereits perfekt. Ter Name ist derselbe wie vor dem Kriege und laute:: Irma (International Railway Material Association). BorWusig beteiligen sich ent diesem Kartell die belgisch - luxemburgische, französisch - deutsche nnd englisch-amerikanische Gruppe.> Jedem Land wird ein gewisses Kontingent der Bestelluuz zugewiesen. Die übrigen SchieneNprüduzenten sollen erst spater in das Syndikat aufge- .jttommn worden. Mit den österreichischen Schienenprvduzenten wird dann auch in Verhandlungen eingetre:cn werden. Die Zollnodelle. Aus dem von der Regierung vorgeschlagenen neuen Zuckeitzvllgesetz ist während der Beratung im Zollausschuß eine kleine Zoll Novelle geworden. Das Gesetz wurde nämlich entsprechend den von den Agrariern gemachten Vorschlägen aus Zucht- und Nutzvieh, Milch und Rahm und Superphosphat ausgedehnt. Ein sozürldMakratischer Gegenantrag, von der Zollerhöhung auf Zucker abgusehen, und die Zucksrsteue-r auf 4 Goldkronen für 100 Kilogramm zu ermäßigen, wurde abgelehnt und als Minoritäts- Votum angemeldet. Me neue Zolltarisnovelle, die heute im Natioua-lrat zur Beratung gelangen wird, schlägt folgende neue Zollpositionen vor: Rübenzucker und Rohrzucker pw 100 Kilogramm 22 GcWkronen, Rohzucker 16,5, Nntz- und Zuchtvieh pw Stück 50, Jungvieh 30 für je 100 Kilogramm; Milch 3, für Rahm 10, Superphosphate 1.50 Goldkronen. Die in Zuckerfteilagern und Zuckerfabriken lagernden Borräte an raffiniertem Zucker sind mit einer Nachtrags« bgabe von 8.64 S. für 100 Kifegromm zu besteuern. Der Baukendienst m kleinen Festrfegeu. Bor de« GSmgungsamt.Wien fand am 17. d. eine BerhaMung über die von der Angestelltenschaft der Banken aufgeworfene Streitfrage bezüglich der Behandlung der durch das Bevwaltungsenttastungsgesttz anfglhcbenea wirren Feiertage statt. Der Schiedsspruch, dem sich beide Teile von vornherein unterworfen hatten, geht fehiu, daß der 2. Februar, 25. Mörz und 8. September als Werktage mit normaler Arbeitszeit zu gelten haben. Die Banken werden schin am 26. d. normalen WesÄagsdienst, nicht den eingeschränkten Somstagdienst, haben. ,/Ärnz falsch ist das nicht, was du da sagst," meinte Hirsch Blastr, ,»es ist sogar ein Kein Körnchen Wahrheit drin. Frag dbez anders: Wer hat denn den Juden dazu bestellt, daß er die Schlüssel und die Schlösser macht? Ist er Gottes Polizei und m>uß die Diebe mit ihren langen Fingern abfelten?" ,Doü ich leben! ein gut und gescheit Wort," lachte TreufetC <utf. «Was heißt ein gur Wort?" rief Blastr eifrig, „eht wahr Wort, ckls wenn's einer von den Propheten gesagt hätte! Du hast rtfc etwas Gescheiteres gehört. Hätte man dir das Wort nur geschriciben und gesiegelt gegeben, wie sie dich nach Wien geschickt haben! Du möchtest dann anderswo stehen und brauchtest keine Schlüfstl und Schlösser zu machen." „War das nicht damals," meinte der Schlosser, ,M>o Ihr meinen ehrlichen Mmen Trenderl aufg.bracht ^habt? Nun, Rebb Hirsch! Hat das Trenderl noch keine Rnh' gefunden? Kollert sich das noch immer in der weiten Welt herum? Seht mich doch jetzt an! Mn ich nicht doch' etwas geworden?" Hirsch Blastr schaute sich' mümtenlang in der rußgeschwärzten Wcrkstätje um, achstlzuckend sagte er: „Und was ist aus dir geworden? Ein reicher Mann etwa, der von seinem Kapitale lebt und Zinsen von Zinsen liegen läßt? Bis dato sch' ich dich noch immer Schlüsstl machen und sch' den Hammer in deiner Hand." ,-Vin Schlosserrneister bin ich gelworden!" rief Trenderl mit einigem Äolz, „ein Schlosstrmeister, den die Zunft ausgenommen und der sein chrliches Auskonlmen hat." Gin hevstves Gelächter Hirsch Blastrs, das fast unheimlich klang, evfoilgte auf dieser: so natürlichen Ausruf des Schlossers. Ein unbeschreiblicher Höhn schwebte um die dünnen Lippen des gescheiten Jüdels. Ein guter Mafer hätte daran seine Freude gefunden. Mw Schlosstrrmister!" rief er, „und dazrr rvas für einer! Macht die besten Schlüsstl in der garrzen Welt, und wo er ein Schloß hin arbeitet, da kann gar Sein Dieb darüber! MeOvMtz, Mh meKvüvdig! Und ia der Zucht fege» ge 18. Matz 1926_Ir. 2539 Weiterer Rückgang des französischen und des belgischem Franken. Tie Krise in Genf beeinträchtigte in ziemlich starkom Matze die gestrigen Devisenmärkte. Bejonvers litten alle Frankendevifcn. Tie Rückgänge kamen in Zürich nicht so stark zum Ausdruck, da auch oer schweizerische Franken leicht abbröckeltc. Die Devise Paris senkte sich von 18.725 auf 18.60, Brüssel von 21.50 auf 21.05. Der belgische Frauken bat sich somit der Lire ganz angeglichen. Rückgängig waren auch die nordischen Devisen. — JntcrventionÄäufe der Bank Polski verhinderten ein weiteres Sinken des polnischen Zloty. New-Bork gegen Warschau notierte 6.30 bis 8.40. — Etwas fester waren der Dollar und das mglische Pfund. BierpflMuny M Anmelimmg des Handels mit ZündhAzchen. Auf Grund mchrerer Anfragen wird vmn Wiener 'HandMgenosstnschaftsvcrband daranf aufmerks-am gemacht, daß auf Grund der Verordnung vom 1. September 1916 der Berijchleiß von Zündhölzchen 48 Stunden vor Beginn des Betriebes bei der zuständigen FinanMachabteilung schriftlich mittels ungestempelter Eingabe anzuzeigen ist, wobei 9iame des Geschäfts- Inhabers, Art des Gewerbebetriebes, Drt. Platz oder Gasst, Konflriptionsnnmmer und sonstige den Standort des Geschäftes näher bezeichnende Taten anzugcben sind. Abstoßung der Wetnkellereien des Wiener Konsumvereins. Wie der „LebensmittÄmackt" erfährt, wurden die Weinkellereien des Ersten Wiener Konsumvereines an eine.Wiener Wein-En,gros-Firma verpachtet. Der Erste Wiener Konsum-- verein wird daher in Hinkunft.genötigt sein, seinen Weinbedavs, ans zweiter Hand zu decken. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde er^ öffnet über Oskar Liebermann, 2. Bez., Große Sperlgafst Nr. 18; Ing. Ernst Rezabek, Alleininhaber der reg. Firma- Lorenz K r a t o ch wil l s Sohn, 8. Bez., Breitenseldergasse Nr. 22; Karl Schick, Papierhandlung und Psaidlerei (Karolimr Mittelbachs Nachfolger), 21. Be^, TonausÄdenstratze 27; Heinrich Lefnär, Spenglermeister, 7. Bez., Hermanngasie 18; Leo O r d o w e r, Kaufmann, und Jda S ch l a g l i e d, HandeE- .srau, 20. Bez., Rauscherstraße 2. — Das Konkursverfahren wurde eröffnet über Viktoria Stern, Kanditengeschäst, 12. Bez., Schönbrunnerstratze 206. Mangels Deckung dev Kosten wurde das Konkursverfahren a u >fgehobe n 'über dw Firma Dextrin Auromatengesellschaf: m. b. .£>„ über M. Engel u. Söhne nnd über Wien-Streber,sdorfer Teervera-rbeitung A. Koller. Fusionsbestrebungen in der jugoslawischen Bierbraumdustrie. Wie uns aus Belgrad gemeldet wird, finden .Mischen den Bierbrauuntsrmhmungen Verhandlungen statt, alle . in Jugoslawien bsstchenden Bierbrauereien zu vereinigen. Derzeit beabsichtigt die Mtiengösellschast Union "Nr Ljubljana die Bierbrauevei Götz für einen Zusammenschluß zu gewinnen. In diesem Konzern ist die Braueveinnternehmun-g i«n Lasko schon e irrgeschlossen. Englische Siofstnatrosen mvt Lodzer Textillvarew Befennklich hat sich in Wien die Kaufmannschaft seinerzeit darüber viel beschwert, daß Hausierer in e n g k i s ch e r M a t r o ij c n u n iform angeblich englische Stoffe, die sich als größte 'Schundware hernusstellten, an Private und auch in Aemtern und bei' Behörden zu verkaufen suchten. Nun meldet der „Konfektionär", daß in Danzig 20 Italiener Handel mit Stoffen beitrieben. Sie führten echt englische Stoffe, die zum Zeichen dar Echtheit mit einem englischen Stempel versehen waren. In einen Stoff war sogar «eine englische Firma eingewebt. Die Danziger Zollbehörde mußte sich jedoch notgedrungm für diese „englischen" Stoffe interessieren, weil Ke ihres Wisfens keine derartigen zur Verzollung vorgelrgt erhalten hatte. Boi dar Untersuchung stellte ihn auch sitzen, und wenn Paul und Peter über Honzr und Waelaw am Zechtage sich betrinken wollen, kann er auch dalbsr stin, kann sein Glas anstoßen mit Peter und Paul, mit Honza und Waclaw! Warum nicht? Ist er nicht ein Schloffermvilstev wie sie? Sem täglich Auskonrmen hat er auch, das heißt, st Lange die alten Schlösser und Schlüssel nicht neu bleilbeu wollen. Und was weiter? fragt man sich, und wenn das JüderÄind ein Schlosser geworden ist oder ein Maurer oder ein Zimmtermann? lÄücklich ist er dann geworden?" Trenderl biß sich nach diesen höhnischen Worten grimmig in die Lippen, es juckte in feiner Faust, sich an /dem Verächter seines Handwerkes zu vergreffen; doch unierließ er aus (Hrfurcht gegen das gescheit Jüdel" jede tätliche Widerlegung« Mer das Blut flammte in seinen Adern. „Ein anderer durfte mir das nicht sagen, Reftb Hirsch," fuhr er ihn kurz, aber tief 'entrüstet an. „Ein Jud' darf dem andern alles sagen," meinst Hirsch Blastr, den die geheimen „Jnstrultiouen" von Mindel Brandeis nicht rnheil ließen. „Hätten sie mich nur gefragt, wie sie dich -nach Wien in die Schlosserei' geschickt häben! Leider Go-tt's 'hat oder der arme gemeine Mann bei uns nichts zu sagen. Jetzt lvärst du schon ein reicher Mann, Wenigstens einer, der aus die Tasche schlagen und sagen könnte, da klingt's." „Und lvie hattet Ihr das augefangen, Redb Hirsch?" •itwfjte der Schlosser trotz seines früheren Grolles gegen ihn 'lachend ausrnstn. „Man muß ja doch einmal wissen, wie man zu Geld kommt?" „Wie ich das angsstngen hätte?" entgegne'te Hipsch Blaser. „Das sollst -du gleich hören. Zuerst hält' ich dem, der 'von der Schlosserei geredt hat, die Zähnr eingeschlagen; das 'war' vor allem ander» geschchen. Dann hätte ich dich hergenommen und hätte dich gefragt: Trenderl, kannst du mir sagen, wieviel zwei mal zwei ist? Und wenn ich gehört 'Hütte, daß du draus nicht fünf sagst, hätt' ich fünf Gu'liden herausgezogen und zu dir gesagt: Trenderl, das sind fünf Guldenj, und die gehören dir ganz au, du lamtft damit schalten und walten 'wie es dir einMt; du kannst dir ZünAMzchen tofö® kaufen und sie lvivder veriaustn, du kannst sie auch der- < »öen. KrchHMj'M

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