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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-17 · Heft 2538 (17.3.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2538 (17.3.1926)
Date
1926-03-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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m. SBS8 •'' MM, WMsH ' ' WkeÄr'k MseüM-lÄlkttW' >»-- . ,-■ — i .illll— .■UM—. — .>>.--> "**1 ' ■ '' ' .....- .... " .. — ii Mr-, im Kunst, Bühne, Buch. „Siieitnle üloffct“ iubilierf. Jubiläum in der Jüdischen Bühne in der Talborstraße. Zum E 'ftMWen Male erringt sich — diesmal itm Rahmen einer von Herm Bernhard Scharrer veranstalteten, nicht allzu üppig besuchten Sondervorstellung — die lustiqMkge Eva als Schuhputzer und Davbietlchrling „Dziejkale Blaffer", durch drei Akte ’ End, ihren geliebten Morris. Die Muffs", die zur Anwendung kommen, sind durchsichtig-emfach, die Motivierungen primitiv hausbacken, die Konflikte und ihre Lösungen naiv geradlinig —; aber Lora Glücks mann und Jona Reißmann, zwei geradezu Äomentave Theatertemperamente, schaffen als Bluffer und als Gebluffte jene wirbelnde Atmosphäre, die alles Besinnen der Sühlen Vernunft souverän ausschaltet. Wenn Frau Gkücksmann als Lchuhputzbub die Gasse und die Gosse New-Yorks lebendig werden läßt, ohne je ins Schmüerige zu verfallen, wenn sie mit übermütiger Sachlichkeit allerlei Rasierulk treibt, dam wirb das kleine, . arme Theater in der Taborstraße zum großen Raum der Illusion. Jona Reißmann singt ein Couplet: Wort und Ton sind nie an der richtigen Stelle; aber tausend FAtchen um die Angen geben diesen Kvei oder drei Strophen zündende Wirkung. Die Freude am Theater, welche die große Begabung dieser zwei merkwürdigen -/Stars" weckt, teilte sich auch den übrigen Mitwirkenden mflt, von denen Herr Bell elegant tanzt, Frau W a l d b e r g drastische Komik beweist, Herr Waldberg wieder seine Begabung für die Darstellung komischer Schattenrißmenschen nützt und Frau Weinberg sowie Herr Schor gute Episoden bringen. Die Begeisterung war echt und galt echtem, geradezu triebhaften Theater, das sich selbst in der ärmlichsten Form kund tat. * Nun ein Wort an «Herrn Breitner, da er — wider Willen — in diesem Theater eine große Rolle spielt: seine Anschauungen über die NotwendiMt einer LusOarMsabgaibe.fttr die Theater in allen Ehren — aber welcher soziale Sinn liegt darin, daß ein ,Theater", in dem weiß Gott kein Unternehmer aus dem Luxusbedüvfnis Mehrwert einheimst, sondern ein Dutzend armer Merffchen für einige Dutzend armer Leute (mehr gehen in den ,Iheatersa>al" nicht hinein) ein bißchen Kunstillusion schafft, um «in paar Groschen zum Leben Kr verdienen, wo das Orchester" auS einer müden Geige und eiinem verzweifelten Klavier besteht, wo oom ganzen Betrieb eines Theaterunternchmens keine Rede ist —' «welcher soziale Sinn, frage ich nochmals, liegt darin, daß ein solches „Unternehmen" von Proletariern für Proletarier mit der zweiten Kategorie der Lustbarkeitssteuer, von 28 Prozent der Einnahme, besteuert wird? Die hohe Abgabe verteuert die Eintrittspreise, bringt also viele der Armen. He sich den Genuß eines Theaters, «ihr?8 Theaters, das Wohl ärmlich, aber nie schmierig ist, leisten wollen, «m diese Möglichkeit, das Dutzend Schauspieler um Einnahmen und div Lustbarkeitsstenermethode Breitners — um ihren Sinn, da sie sie ins Groteske verzerrt. Wenn Stadtvat Breitner sich einmal die Mühe nähme, sich dieses Theater auzuischen (ich kann ihm die Garantie geben, daß er künstlerisch auf seine Rechnung konrmt), «r würde mit einem Blick erkennen, was di>e beamtete «Handhabung seiner Steuernovmen hier anrichtet. Hier wird Vernunft Unfum., . S. S, Konzert Pablo kasalo. Irr dm vielen Jahren, die Casals Wien ferne blieb, ist feine Kunst womöglich noch veinor, noch edlen geworden. Eine 'ganz wundervolle MWung von Sinnlichkeit und Vergeistigung liegt in dem Cellospiel des unansehnlichen Männchens mit den glühend heißen Augen, die während des Spieles meist geschlossen sind. Nach innen gekehrt, in sein Instrument hineinhorchend, spielte er in dem jeder intimen Wirkung feindlichen großen 'Konzerthaussaule eine Solbfuite von Bach, und unter seinen Fingern belebten sich die altrn vorllassischen Tänze zu elementarer Kraft und ungeahntem Schwünge. Easals übt hier nicht da» Handwork des virtuosen Interpreten eines alten Tonwerkes, nein, ln seiner scharfen Plastik und in der höchsten Beseeltheit jeder einzelnen Phrase ersteht gleichsam auf der Grundlage der Bachschen Tonwelt eine geniale Neuschöpsung. Und ebenso unvergleichlich schön spielte er das D-Dur,-Konzert von Haydn, ja so übermächtig, eindringlich, daß im Wettstreit mit seinem in der Tiefe satten, orgelgleichen, in der Höhe geigenähnlichen Celloton der Klang des Orchesters beinahe dürftig wirkte. Weich schmeichelnd umkoste vv den Haydnschen Adagiogesang und in dem schlichten Märchen ton, »in welchem er das Allegretto auf dem Cello erzählte, erfüllte die Musik ihre wahre Mission als allgemein v:.- ständliche Spmche der Seele. In der persönlichen Tongebung, in der Technik wie in der geistigen Tiefe ist Casals ein musikalisches Phänomen, das nicht seinesgleichen hat. slb., Aus den Theatern. Burgtb eater. Morgen. */,8 Uhr abends, wSJlofcit- Ä o n t n g" (Abon'ement V. Grupve). — Montag 7,6 Uhr abends, »Der ewige Jüngling" (Theatergemetnde, Serie A weiß, beschränkter Kartenverkauf). Atademretnea rer Morgen. 7,8 Uhr abentis. „Marie" oder „Auf sanfte Art". — Montag, V.8 Uhr abends, „OnkelToni". V o l k s o v e v. H eilte zum vorletzten Male T e i k o Kiwa. die javanische Butterfly. Morgen „Die Boheme". Deutsches BolkStbeatek Heute Schnitzler» „KomödiederWorte". Arnold K o r f f verablcht.det sich in den Hauptrollen der drei Einakter. Samstag. 7,8 Uhr abends, in neuer In zenterung Shakespeare» Lustspiel „W a S i h r w o l l t" mit A.exander Mo isst in der Rolle de» Rarien. Leopoldine Konstantin spielt noch einmal, und zwar Sonntag um 3 Uhr nachmittag, in „B e r o n i k a". Raimund-Theater. Karl Zuckmayer» „Der sröbltch« Weinberg" geht täglich um 7,8 in Szene. Samstag und Sonntag, 7,4 Uhr nachmittag-, -et kleinen Preisen „S ch u e e w t t t ch e n% Johann-Strauß-Theater. Donners lag beit 25. b. Erstausführung von Leo Falls Operette „Die s p a n i s ch e N a ch t 1 aa l l". Bürgerryeater. Morgen 6 0. Auffübrung der Revue-Overette „Journal derLtebe" mit Fräulein Klara K a r r y vom Metropoltheater in Berlin al» Gast. MoberneSTHeater. Sonntag den 21. März, 7,12 Uhr vormittags, veranstaltet das Tänzerpaar Edith E y sl e r und Hans R e n j e f f eine Tanzmatinee unter Mitwirkung der Schülergrnppe Edith Eysler». Brecht» „Baal", sine dramatische Biographie in 13 Bildern, wurde von der Zensnvbchörde gweüter Instanz nnumchr freigegeben. Die Ansführung im Theater in der Josesstadt findet um 21. d., .11 Uhr vormittags, statt. Sfach Amenu. Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul-und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis von Moses Rath. Einführung in die Literatur. 6. Anfl. M. Rach Ber.ag, Wien. Ein brauchbarer Lehrbthelf für den Hebäischunterricht.in der Lchrmeihcde vorzugsweise ztvei wichtigen Forderungen gerecht zu werden. Einmal zählt zu den schwierigsten Fragen des öffentlichen jüdischen Unterrichts die der Zsitökonomre, die Frage: Wie ist es möglich, die Extensität des unerläßlich Notwendigen m der Judenlumskunde mit der breitesten und allein nur tragfähigen Basis dieses Wissens, der Erlernung der hebräischen Sprache, im Rahmen der zwei Wochenstunden zu verbinden. Zum andern ist es die Aufgabe, in gleicher Weise einm. Dcppelziel eiÄgegenzuführen. Ebensowohl dem Schüler den Schlüssel zur biblischen Literatur in die Hand zu geben wie ihm auch den lebendigen Gebrauch des Hebräischen in Wort und Schrift zu vermitteln. Diese methodischen Ausgaben hat das Rathsche Lehrbuch Sfach Amenu in ausgezeichneter Weise gelöst. Und es hat sich auch praktisch vollkommen bewährt. Ich bin in der Lage, nach mehrjähriger Erfahrung mit diesem Lehrbuch ftftzustellen, baß es bei den weitgehenden Anforderungen der vollwmmenen Beherrschung der hebräischen Sprache am Religionslehrerstminar in Wien sich den Zöglingen als guter Führer erwies. Ich habe aber auch wahrgenommen, daß dieses Ächibuch am Gymnasium, wo ich es, ohne die Schüler zu seiner Anschaffung zu zwingen, in Gebrauch habe, die besten Dienste tut und bei den Schülern sehr beliebt ist. Es wäre sehr wünschenswert, daß dieses Lehrbuch die gesetzliche Approbation er.angte, damit seine Einführung allgemein und obligat werden könnte. Prof. Dr. M. Rosenseld. Radioproavamm. Heute Mittwoch den 17. März. 16 Uhr 16 Min.: Nachmittagskonzert. — Ml.wirkendr Nelly Kügl-Jabornegg (Rezitation). Lrnner A.r Die ersten Gedanken, Walzer; Titlt Mamoulvalat. March-nouve tnre; Nketbal! Große Maznr aus „Poienblut" Hubayr Violinsolo ans „Der Geigenmacher von Cremona"^ Urbach: Earl Maria v. Weber, Phantasie; Hildach r Der Spiel« mann; Grümetd r Dmer, Wälzer-Intermezzo; Komzak: Altwiener Boikemnsik, Potpourri; Strauß: Wiener Frauen, Walzer; Green: Two minutes, Shimmy. — 17 Nor 50 Mn r „Quer durch Oester e ch" r Die Heilbäder Oesterreichs. Franz Polt, Knrdirek'or, Badgastein. — 18 llhr 25 Min. r Kometen und Sternschnuppen. Hoftal Untversi ätSprosessor Dr. «Hepperaer. — 10 Wir: Musilknrs Prof. Dr. Nichaid Slölir. Musiroli che Formenlehre. Die alten Tanztormen. — 20 Uhrr Altwiener Tosenstiicke. IV. Abend Von Alexander E. Sedlmayr. Musikali cher Teil von Fritz Lange Vorgetragen von Anron Amon. Schlummerkied, Gro valers GeburtStaa, Ringel-Reta, Heurigologie. Dazugehörige Musik ad l) Wiegenlied von Mozan mit Variation n: ad 2) Die Schönbrunner, Walzer von Josef Lanner; ad 4) Wiener Tän?e. — 21 Uhr 30 Min. r Abend- <Tanz-)musik »es Wiener Konzertorchesters I. W. Ganglberger. M.twirkend: Opemsängerin Margarete 5krauß. Vereine. Bortriige nnd Versammlungen. JüdisLeTischgesellschaftLandstraße. Der filr beute Mittwoch angelagte Abend wird wegen der Jcchrhundertfeier der israelitischen Kultusgemeinde. im Sophiensaal ausnahmsweise verschoben. Nächste Abende am 24, d. und 7. April. — M a i m o n t d e 8 - I n st i t u t, 3 Bez., Hetzgasse 40. Mittwoch den 7. d., 6 bis 7 Uhr abends. Dr. A. Kaminka: „Das Hohe Lied Salomos in allegorischer Auffassung": 7 bis 8 Uhr Dr. R. Goldstein: „Die Stellvertretung im talmudischen Rechte". — Iugendvereiu Erez Israel. Heute, 7 Uhr abends, am Südbahubof r Abreise des Fräuleins Sch. Robinsohn. Mitglieder werden um ihr Er cheinen er>ucht. — Verein Tikwath Iehnda, 8. Bez., Bennoplatz 1. Der für beute angesetzie Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Bach: „Spaziere ang durch da8 altjüdische Wien" sowie die Rezitationen des Fräuleins Grete Bach werden toegen der Jahrhundertfeier des Stadltempels für . Mittwoch den 24. d. verschoben. — Wiener I u r i st i s ch e Gesellschaft. Heute, 7.7 Uhr abends, im Höri'aal 33 der Wiener Universität. Vortrag von Jnstizrat Dr. Ludwig W e r t h e i m e r, Notar und Dozent an der Universität Frankfurt a. M.: „K a r t e l 1 r e ch t u n d Kartellpraxis in Deutschland". — Zionist iicheJn gen dgrnppeLeovoldstadt. Heute, 7a8 Uhr abend, im Heime, 2. Bez., Zirkusgasse 33, Plenarversammlung mit einleitendem Referat. Täglich hebräische Kurse. WIWMl»IIIIIIIIIIIII»IIIIIIIIII»IIN»IIII»IIlI>IINIIMIII!IIIIWINIIIIIIlIl!IIIIIIIIIlIIIIII>lIIIII!II!!!IIIIIIIIIINIIIII>I»IINI»I»«INNW * Die bunte e l 1 * sriiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiii]iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiniiiinmiiiiiiiiiiinniiiiiinP Das Paradies der Bettler. In Europa ist das Betteln verpönt, Es gilt tveder als Benlf, noch kann man behaupten, daß ds als „eine Tätigkeit" angeschen wird, obwohl es sicher recht mühselig ist, von Tür zu Tür zu gehen und mit armseliger Miene um Almosen zu flehen. Dem trägt die weise Polizei in Deutschland durch eine Verordnung Rechnung, die ans ein beträchtliches Alter zurückblickt und die^Bette'tn und, Landstr.'ichen mit unangenehmer Strafe bedroht. Der Orient denkt hierüber 'anders. Dort schändet das Betteln seit altersher nicht nur nicht, der Bettler hat vielmehr alle Anwartschaft, zu einer Art von Halbheiligen zu werden. So auch in Indien. Die Engländer aber empfinden die Armut ans der Straße als peinlich und so wurde eine Verordnung im Rahmen der letzten großen Reformation erlassen, die das Betteln genau wie in Europa untersagt und mit Gefängnis bestraft. Da8 aber hat einen Sturm im indischen ParIament hervorgerufeu. Man sprach von dem uralt gcheiligten Privileg der Bettler, man' sprach von der sittlichen Verwahrlosung, der die armen Bettler ausgesetzt wären, wenn sie mit Bertbrechern und Spitzbuiben zusammen ins Gefängnis gesperrt würden —« kur;, das indische Parlament legte flammeirden Protest ein gegen die Mschaffung eines geradezu heiligen Standes. Das Gesetz wurde aufgehoben, in Indien ist das Betteln erlaubt und staatlich privilegiert. Bichikopf darf nicht heiraten. Im Staate Tennesssee hat jüngst der Stadtral von M v 0 u y a r d Hochzeiten im Bubikopf verboten, das heißt, nur jungen Damen ist es verboten, im Bubikopf zu heiraten, den Männern ist es einstweilen noch gestattet. Die Standesbeamten haben strenge Auweisung, keine Braut ohne Zopf passierm zu, lassen. Am Tage, als das Perbot herauskam (in Moonyard scheint man oerartige Verordnungen nicht vorher zu beraten und bekannt zu geben) standen vierzig Paare startbercit ans dem Standesamt. Von den vierzig Bräuten hatten vierzig einen Bubikopf, weshalb sie alle nach Hause geschickt wurden. Fünstmddreißig holten sich Autos und ließen sich (in Amerika ist das möglich) wenige Stundm später in einer der benachbarten bubikopffreundlichen Städte trauen, fünf Bräutigame aber erklärten, warten zu wollen, bis die Haare ihrer Bräute gewachsen wären. Und die Bräute? Waren die damit einverstanden? Eine andere Frage aber: Gibt's denn in ganz Amerika keine Zopffabriken mehr? Oder wenigstens „Teile" davon? Ansch.'iiiend ist doch nur das Heiraten selbst im Bubikopf verboten, was die jungen Frauen später tun, geht doch wohl nieniand etwas an? Da- Krönungsbad des siamesischen Königs. Bei der Ende Februar stattMundenen feierlichen Thronbesteigung des neuen Königs von Siam, Prachatipok, wurde der Körper des Königs von braihmanischen Priestern i-n eimr goldenen Badelvanne gewaschen und gesalbt. Diese goldene Badewanne wird nur zur Königskrönung benützt und ist einer der kostbarsten Gegenstäride des königlichen Kronschatzes, der schon elf Dynastien überlebt hat. Der König wurde in dieser Badewanne erst mit dem Wasser der fünf großen Flüsse Siams gewaschen und nachher noch oon den Vertretern der 17 Provinzen mit dem Wasser der vier heiligen Quellen von Subarno nacheinander, der RangSordnnng gemäß, bespritzt. Die Zeremonie ging unter Fanfaren^'schmetter vor sich. Dabei wurden auch die von der trtbijdh.it Regierung kürzlich dem Fürstenhaus geschenkten Mü Kanone u abavseuovt. Drama in einer Londoner Droschke. Eine noch unaufgeklärte Tragödie ereignete sich in einer der belebtesten und vornchmsteN Gegenden Londons, zwischen Hydepark und Pall Mall. Am Hhdepar!k Corner Mt ein, noch jugendliches, elegant gekleidetes Paar eine Äutodroschke an und verlangte nach dem Dtränd-Palace- Hotel gefahren zu werden. In Pall Mall hörte der Chauffeur in seinem Wagen Schüsse. Er fand die Frau tot und den Mann sterbend, beide mit Schußwunden im Kops, Der Mann wurde ins Hospital gebracht, lieber die Persönlichkeit der beiden und den Zusammenhang des Dramas konnte man bisher noch nichts erfahren. Die New-Aorker Freiheilsstatue — mtt der Armbanduhr. Von weitem grüßt dem Fremden, der auf dem Ozeandampfer die Silhouste von Nelw-Zjork austauchen sieht, als Vertreterin des Landes soiznsagen, weithin sichtbar, die Freiheitsftatue an der HafeiMNsahrt. Sie ist der Stolz der Amerikaner; oder ist sie es gewesen? Es gibt nämlich Leute in Neiv-Nork, die der Ansicht sind, daß die ehrwürdige Dame da droben noch nicht mit allen wünschenswerten Attributen einer inbdernen Frau ausgestattet ist. Die angeselhensten Juweliere in der Hudson-Metropole halben nämlich der Regierung den Vorschlag unterbreitet, an dem crhckbeuen Arm der Freiheitsstatue eine Riesenarmbauduhr anzubriugen. Sie verbürgen sich für einen vorzüglichen Gang des UhÄverkes, und sie haben sich sogar bereit erklärt, alle entstehenden Küsten selbst tzu tragen. Ob b.icjer merkwürdige Vorschlag die ZnstiMnun-g der maßgebenden Stellen finden wird, muß abgewartet werden. Unter keinen Umständen aber darf es bei der Armbanduhr bleiben, die zu dem recht altmodischen Kostüm der Fveiheitsgöttiü schwerlich passen würde. Es wäre also zu überlegen, ob man die Dame aus dem Sockel nicht durch eine Persönlichkeit ersetzen könnte, die, in. kniefreiem Rock und mit kurMschnittenan Haar, vibl geeigneter wäre, den Gast aus Europa im Namen des neuen Amerika M begrüßen. Namen aus einem Buchstaben. Frankreich darf sich rühmen, den kürzesten Familiennamen in der Welt .zu verzeichnen. Ein Name, der ansschließlich aus dem Buchstaben O besteht, ist in Paris ziemtlüch häufig. So war eine Fran Therese O lauge Jahre Besitzerin eines bekannten Pariser Kasstehanses. O ist auch der Name eines Dorfes und eines Flusses in der Nornrandie, das von dem Marquis d'O be»vohnt wird. Familiennamen mit Kvet Buchstaben finden sich in Irland unv Schweden nicht selten, und eine Schivebin namens Wa M, eine Nachkomunin des bekannten Forscher» John Ek. erhebt Anspruch darauf, m\ kürzesten Namen überhaupt zu lbositzen. Schweben hat auch ein Städtchen, das A heißt, das in der in der chinesischen Provinz Hon an gelegenen Stadt U ein Gegenstück hat. In einer anderen chinesischen Provinz gibt es eine Ortschaft namens Y. Flüsse, die Aa heißen, sind in Europa mehrfach vertreten. Aber den Preüs für eine kurze, geographische Bezeichnung muß Nlan doch der kleinen Bai im Zuiversee zuerkennen!, die A genannt wird. Wenn diese Rekordleistungen die Amerikaner nur ruhig schlafeu lassen! Der Gipfel der Faulheit. Jam«s Thomson, der Dichter der „Jahreszeiten", war unglaublich faul. Als ihn einer feiner Freunde nachmittags um 2 Uhr noch im Bett traf und -hn fva-gte. warum er denn nicht aufgestanden sei, auüoortete er: „Ich Haiti keinen Grund dazu!" — Ein andermal schlenderte er in dem Gar» ten eines Bekannten umher und sah schöne Aepfol, die ihn reizten. Er war aibrr zu faul, sie abznpstücken und fand es bequemer, si< gleich mit dem Munde vom Spalier henmtrr,zuessen, einem Hundt ^nliH, der nach eiuer Wurst schgappt.

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