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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-17 · Heft 2538 (17.3.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2538 (17.3.1926)
Date
1926-03-17
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Tamtmotty : pOM'XSr tzerichtssaal. «e „Serie der Welwersghnuagrtheaters". Um die Kunstpreise, welche die Gemeinde Wien für Literatur, Musik und bildende Kunst für das Jahr 1625 ausgeschrieben hatte, bewarb sich auch Herr P i e t n ch, welcher Schriftsteller, Dichter, Musiker, Maler und Plastiker zugleich ist. Er behailptete in seiner durch den Armenvertrcter gegen die Gemeinde Wien angestrengten Klage, daß ihm sämtliche drei Preise für Musik, Literatur und Kunst, im ganzen 45 Millionen Kronen, hatten zuerkannt werden müssen, die ihm aber nur aus dem Grunde nicht verliehen tourden, weil er durch Irreführung seitens der Organe verhindert wurde, sein Werk, welches alle drei Kunstgattungen umfasse und das Weltversöhnungswerk verherrliche, den Mitgliedern der Jury rechtzeüig vorzulegen. Gegen diese Klage wurde von der beklagten Gemeinde Wien darauf verwiesen, daß der Bewerber, obwohl ihm die Bedingungen der Preisbewerbung genau bekanntgegeben wurden, seine Werke innerhalb der Einreichungsfrist nicht vorlegte, so daß die Jury gar nicht in die Lage kam, dieselben zu beurteilen. Der Kläger, der persönlich erschienen war, hatte zu der gestern vor dem Hofrat Dr. Stark stattgefundencn Verhandlung eine Reihe von Kunstwerken mitgebracht, die alle zusammen die Weltverjöhnung unter dem Schlagworte „Friede gegen den Krieg" verherrlichen sollen. Es sind dies Broschüren wirtschaftlichen und dichterischen Inhaltes und Kompositionen pazifistischer Art. Er stellte eine riesige Standarte unter dem Titel „Werke des Weltversöhnungstheaterbundes" auf, welche Malereien und plastische Gegenstände enthält, und legte Kleinplastiken, bemalte Holzschnitzereien, zumeist Kriegsverletzte darstellend, sowie 45 allegorische Oelgemälde vor und erklärte: „Das alles hat die Gemeindc Wien nicht sehen wolle n!" Seine Kunstwerke in ihrer Gesamtheit, Dichtung, Musik und darstellende Kunst, hätten sicher den ersten Preis erringen müssen. Auf die Bemerkung des Beklagtenvertreters Dr. A d l e r, daß ja sein Gesuch dem Preisrichterkollegium Vorgelegen sei und dieses nach freiem Ermessen das Gesuch abgelehnt hätte, ruft der Kläger: „Die Preisrichter sind mir nicht kompetent! Ich habe mit den Preisrichtern nichts zu tun. sondern nur mit der Gemeinde Wien, die mich an der rechtzeitigen Vorlage verhindert hat." Nach durchgeführtem Zeugenverhör wies der Richter die Klage als vollkommen unbegründet ab. Das Stiefkind lebendig begraben. Aus Lemberg wird uns berichtet: Bor einem Erkenntnissenat des hiesigen Landestzerichtes hatte sich der Landwirt Wasshl Gap wegen eines auf oesonders grausame Art an einem fünfjährigen Knaben begangenen Verbrechens der schweren Körperverletzung zu verantworten. Der Beschuldigte, ein kleiner Landwirt in Cieczk o w bei Lemberg, hatte vor Jahresfrist eine Witwe geheiratet, die,ihm einen fünfjährigen Knaben in die Ehe brachte. Gap verfolgte das Kind m»t besonderem Haß, mißhandelte es wiederholt und verfiel schließlich auf die geradezu tierische Idee, den Knaben lebendig einzugraben. Er führte diese Idee auch in der Weise aus, daß er das Kind im Hofe seiner Wirtschaft lebendig eingrub und chm lediglich den Kopf f r e iließ. Nach wenigen Stunden wurde zwar die Tat des Unmenschen aufgedeckt und der Knabe aus seiner qualvollen Lage befreit. Cr hatte jedoch, inzwischen bereits mehrere innere sowie auch äußere Verletzungen schwerer Natur erlitten. Monatelang schwebte das Kind zwischen Leben und Tod. Der Angeklagte gab vor Gericht das Tatsächliche zu. Das Kind schilderte, als Zeuge vernommen, in einfachen und rührenden Worten die Qualen, die es als lebendig begraben erdulden mußte. Nach durchgeführtem Beweisverfahren beschloß der Gerichtshof, den Akt zur Ergänzung an den Untersuchungsrichter zuruckzuleiten, insbesondere in der Richtung, ob nicht ein schweres, vor die Kompetenz des Schwurgerichtes gehörendes Verbrechen vorliege. Msifat Sas zollvolktWe ßrmöchliguogsgefetz im Uns* schuß beschlagen. Trotz des Einspruches der Kaufmannschaft hat gestern der Ausschuß für Handel den Antrag Heini angenommen, der die Regierung ermächtigt, mit Zustimmung des Hanptausschusses »es Nationalrates durch Verordnung die Sätze des Zolltarif es dauernd oderzeitweise für solche Waren;u ändern, bei welchen. i>i'e inländische Erzeugung durch die Einfuhr ernstlich bedroht oder wo dies aus handelspolitischen Gründen mit Rücksicht auf Handdlsvertragsverhanblungen notwendig eüfcheint. Wenn jedoch ein Viertel der Mitglieder des Hauptausschusses es verlangt, ist der betreffende Antrag als Regierungsvorlage im Nationalrat einzubringen. Die Sozialdemokraten galben die Erklärung ab, daß sie dem Zustandekommen dieses Gesetzes, das voraussichtlich schon heute »om Nationalrat - beschlossen werden wird, keine Schwierigkeiten bereitet werden. Dir HoHaratiletöen der BundeMnder. Die steiermärkische halbprozentige Dollaranleihe perfekt. Graz, 16. März. Das Land Steiermark ist bekanntlich feit dc>m Herbst v. I. mit der Firma Baker, Ke'llog u. Co. in New-Aork in Anleiheverhandiungen gestanden. Diese Verhandlungen wurden ursprünglich mit der Absicht geführt, eine gemeinsame Anleihe, mit b;m Land Niederösterreich auszunehmen. Als darm Niederosterreich eine eigene Anleihe in kleinerem Betrage für die Ne wag aufnahm, wurden die Verhandlungen mit der Banksirma unterbrochen, im Dezember v. I. jedoch wieder ausgenommen. Damals kam der Vizepräsident des Haus.s Baker, Kelogg u. Co., M. Kent Bromley, nach Wien, um die Anleihevechandlungen mit dem Landeshauptmann Dr. Rin tele n unmittelbar zu führen. Sie erstreckten sich einerseits auf die Höhe der Anleihe, den Kurs und deu Zinsfuß, andererseits auf den Verwendungszweck. Die steiermärkische Landesregierung setzte für die Verhandlungen und die Beratung der Anleihesrage ein eigenes Komitee ein. In der «mmrV _ gestrigen Regicruingssitzung wurde, nachdem nach überaus schwierigen Verhandlungen über Agio und Zinsfuß und die Nebenbedingnngcn eine volle Einigung erzielt worden war, der Auleihcvertrag abgeschlossen. Die Anlcihcsnmme beträgt f n ns Millionen Dollar, die in zwei Tranchen ausgenommen werden. Die Verwnldung des Anlelrens erfolgt zu rein produktiven Zwecken, die Rück zahlung in 20 Jahresraten. Der Auszahlungskurs ist bei einem Zinsfuß von siebeneinhalb Prozent mit 88 fest, gesetzt. Sollte es zu einer sicbenprozentiigen Emission konnnen, ändert sich der Kurs entsprechend. Den Bemühungen des Landes ist es g.'lnngen durchznsttzen, daß für den Fall, als die günstigen Verhältnisse auf dem amerikanischen Finanzmarkt eine besondere Gestaltmrg d.s Bogebungskurses ernwglichen sollten, daß Land Steiermark zur Häl-sie an dem vereinbarungsgemäß erzielten Ueberpreis partizipiert. Die Zweimiltionendottaranlesihe Meder vsterreichs. Das Land Niederösterreich bat am 18. November 1925 mit dem amerikanischen Bankhanse F. I. Lisnran einen Vertrag belassend Aufnahme einer Dbligatiom'nanlerhe im Nominalbeträge von zwei Millionen Dollar, verzinslich zir 7,5 Prozent, mit einer Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Di« seither zwischen den beiden B.rlragsreilen geführten Detmlverhandlungen sind nunmchr zum Abschlüsse gekommen und wurde der Airleiheerlös am 15. Mär; 1926 an das Land überlvieserr. Das Land Niederösterreich hat bekanntlich diese Anleihe für die Newag ausgenommen und ihr demgemäß den Anleiheerlös ausgesolgt. Die Newag hat der: Arrleiheerlös zur Konvertierung ihrer schwebenden Schulden und den Rost für produktive Jnvestitianszwecke zu venvenden Steueramuestle und SiMagen. Der Finanzausschuß hat gestern zwei eng mit dem Gotdbilanzgesetz zusammenhängende Vorlagen beschlossen, das 'Steusranrnesti ege setz 1926 und die Ergänzungen des; w e i t e n H a u p t st ü ck e s des P e r s o n a l ft e u e rgesetzes. Das Am n est-i cg esetz wnrSe in der vom Berichterstatter Tr. Gürtler vv» geschlagenen Fassung angenommen. Danach gelten die Bckriintnisse für das Jahr 1925 zur Erwerb-, Einkommen- oder Rrnteustener als rechtzeitig über r e i ch t, wenn sic zwar nach Ablauf der allgemeiucu Brkenntuispsticht eing: bracht werden, jedoch bin»» an vierzehn Tagen nach Abschluß oes erstinstanzlichen Verfahrens über die Einkominenstenerveranlagung für das Jahr 1924. Falls in diesem Zeitpunkt Bemessungen für ein Vorjahr Mer Steuerstrafuntersuchungen anhängig sind, können die Bekenntnisse für 1925 noch binnen 14 T ä g r u nach A b s ch l u ß des e r st i n st a n z l i ch e n Vers a h r r n s üb.rrsi.cht werdet». Das zweite Gesetz trifft Verfügungen hinsichtlich der steuerfreien S o n d e r r ü ck l a g e u für Abgänge oder Verluste. Wenn solche Verluste nicht tnchc zu erwarten sind, so ist die Rücklage auszulösen. Unterläßt dies das Unternehmen, so kann die Rücklage n a ch o e rstru e r t werden. Kommt eine Einigung über das Ausmaß des nachznversteuernden Betrages zwischen der Steuerbehörde und denk Steuerpflichtigen nicht zustande, so entscheidet das Fi n a nmi n isterium nach Einvernehmung des Steuerpflichtigen. Eine N achverst euier u ng der Tonderrlücklagen für Kursverluste findet nur insoweit statt, als die ihnen zugewiestnen buchmäßigen Kursgewinne bereits realisiert wurden. 8m neuer aroßer Setreivekrach in Budapest. Insolvenz der Getreidefirma Fleischl. — Die Passiven SV Milliarden. — Der Wiener Bankplatz beirofsen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung."! Budapest, 16. Mär;. Der Zusammenbruch der airgoschenen Geireidefirma Samuel Fleischl, die seit 50 Jahren aus dem Budapester Platze besteht, bildete den ausschließlichen Gesprächsstoff sämtlicher Wirrschastskreist. Die Finna scheint nach den Ansichten maßgebender Kreise ebenfalls ein Opfer der Chicago er G e t r e i d e s p e k u t a t i o n zu sein, welche bekanntlich auf dem Btldapester Platze große Verwüstungen angerichtc» uno den Zusammmbruch des Viktoria-Konzerns zur Folge hatte. Im Interesse des Prestiges des Budapester Platzes wird diese Tatsache verschwiegen. Sie wird sich aber doch auf dir Dauer nicht gcheinchalten lassen. Nach einem vorläufigen Status belaufen sich die Passiven der Firma Fleischl auf 90 Milliarden. Die Höhe der Aktiven, die nicht nur in Geschäften m Ungarn, sondern auch in Engagements im Neuauslande bestehen, werden mit 10 Prozent höher ^beziffert. Diese Schätzung wird aber als schr optimistisch angesehen. Um die Wirtschaft vor weitreichenden Folgen zu bewahren, sind did Gläubiger übereingekommen, der Firma vorläufig ein einmonatiges Moratorium zu gewähren. Innerhalb dieser Zeit soll versucht werden, die drängendsten Verpflichtungen zu erledigen, die großen Bandgläubiger aber durch ein länger dauerndes Arrangement, ähnlich wie bei der Viktoria-Mühle, zu befriedigen. Di« Insolvenz dürfte auch den Wiener Markt stärker tangieren, da Wien zu den Hauptgläubigern zählt. Die Zentralenropäische Länderbank hat 20 M i l l i a r d e n z u fordern. Die Ausstände der anderen Wiener Banken sind viel geringer. Nach den Informationen Ihres Korrespondenten such di« Forderungen der Ländevbank sichergestellt, so daß die Bank keinen erheblichen Schaden erleiden dürfte. Die Forderungen der übrigen Gläubiger sind ebenfalls zum größten Teile gesichert. Es wird befürchtet, daß nach der deklarierten Insolvenz Fleischls auch andere Firmen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Bon der ungarischen Presse wird der leidenschaftliche Rus nach endlicher Liquidierung der Chikagoer Getreidespeikülatim m Budapest erhoben, die sonst ebenso große Schäden anrichten könnte, wie seinerzeit die FvankerGMationen für den Wiener Markt. _ 17. Marz 1920_Nr. 2888 Gesteigerte Wtigkeit der schwarzen Stötfen in Pole». Aus Warf ch a u wird uns geschrieben: Die in letzter Zeit erlassenen Verordnungen gegen?en freien Tevistnhanbel haben de» „schwarzen Börsen" zu einer neuen Blüte verholst». Die Banken sind vom Dev ist »Handel fast ganz ausgeschlossen, da sis Devisen nur zu den von -er Barrl Polsk: tzMirrteu Kursen lausen und geben dürfen. Die offiziellen Kurst sind jedoch bedeutend tiefer als die tot freien Verkehr, d. r. an den schwarzen Börsen gültigen. Die Zuflüsse zu den Danken sind deswegen jo gering, weil düe Ansprüche der Industrie in äußerst Ivenigen Fällen 'befriedigt werden können. Industrie und Handel sehen sich imn im Interesse der weiteren GeschästsKhrnng gaMmgen, an den schwarzen Börsen ihren Bedarf zu decken. Der Kurssturz des belgische»» Franke,t. Die schon nur Vvrtage anfgetrerene Schwäche des belgischen Franken fand gestern ihre Fortsetzung. Die Devise Brüssel senkte sich auf allen «internationalen Devisenplätzen um 10 bis 12 Prozent. In Zürich gtog die Devise Brüssel von 28,50 auf 21,50 zurück. Diese Schwäche des logischen Franken ist, wie jetzt bekannt wird, darauf znrückzufichren, daß eine innere Staatsanleihe, die zum Teile auch konvertierbar ist, jetzt zur Einlösung gelangen sollte. Da aber vou der Konversionsmögkichkeit in äußerst geringen, Maße Gebrauch gemacht wurde, sah sich das belgische Finanzamt zur überstürzten Beschaffung von ausländischen Devisen veranlaßt. Diese Käufe brachten ziemlich viel belgische Franken und drückte»! so auf allen Plätze»» den Kurs. Es ist dies der erste starke Rückgang des belgischen Franken nach seiner Stabilisierung im Frühjahr 1906. — Leicht ermäßigt war auch der französische Franken. Die Devise Paris senkte sich in Zürich von 18,90 aus 18,725. — Schwach behauptet »varen die Lire und die nordischen Devisen. — Auch der Zloty bröckelte weiter leicht ab. In Wien stickte rr sich von 86,20 auf 85,05, in Prag von 419,50 auf 415,50. Die Kursänderungen der übrigen Devisen waren nicht bed-eutend. Geircralversamnüung der Oesterreichischen NatümaWauk. Gestern fand unter dein Vorsitz des Präsidenten Dr. Reisch die dritte ordentliche Generalversammlung der Oesterreichischen Na-. tionalbanL statt. In der sich nach der Rede des Präsidenten entwickelten Debatte stellte der Sekretär der Avberterkammer Doktor P a l l a die Anfrage, welche Krediielleichterun>g?n für den Export von der Nationalbank gclväyrt werden, «weiters welche Maßnahmen getroffen wurde»», um den notleidenden mittleren und kleineren Unternchnrungen Kredite zu beschaffen. Auch für langdauernde Liquidation der überflüssigen Kreditinstitute macht er die Nationalbanik verantwortlich. In der Erwiderung erklärt Präsident Dr. Reisch, daß über diese Fragen derzeit noch Bechandlungen stattfinden. Er hoffe, daß in Kürze durch Schaffung von Treuhandgeseltschaften den Kreditbedürstigen gcholstn tverden könne. Nach Schluß der Debatte wurden die Anträge des Generalrates angenommen. Es gelangt dementsprechend oine Dividende von 10,5 Prozent — 10,5 Gvlvkrmen zur Verteilung. Insolvenzen- Manaels Deckung der Koste»» wurde der Konkurs über die Firma Hermann Bechers Nachf. Frisch & C o. eingestellt. — Das A»lsgleichsverfabren wu de eröffnet über die Firma Heinrich B e r g e r L C o.. Modewarenindustrie, 7. Bez., Mondscheingaffe 10; über die Firma E h r e n t h a l L M e n z e r, 1. Bez.. Mare-Aurel-Straße 6; über Arthur und L»»dwig Popper, Kaufleute, 1. Bez., Vorlaufüraße 4: über Wilhelm mrd Helene Bruckner recte K a r p l u s und Paula H e i m. Strickwarenerzeugun', 14. Bezirk, Ullmannstraße 1, und über Wilhelm N e z w a l, Leder- * wa' enerzeuger. 18. Bez., Währingerstraße 120. — Die Alvenländtlche Druckfabrik Julius S t u z, 1. Bez., KleeÜlattgasse 13, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und strebt einen außergerichtlichen Vergleich au. Die Passiven betragen 1,6 Mtllionerr Schilling, die Aktiven 850.000 Schilling. Einfuhransuchen für Polen. Wie die Wiener Handelskammer im Eikwernchinen mit der Austro-po'lnischen HandÄskainmrr mitterlt, hat die Einreichung der polnischen Einführansuchen in Wien den Nachteil, daß sich daraus eine Verzögerung in der Behandlung der Gesuche ergibt. Es empfichlt sich daher, daß die Einfuhransuchen wie früher vom polnischen Besteller unter Anschluß einer Faktura des österreichischen Lieferanten bei der zuständigen polnischen Handelskarnmer oder gleichgestellten Korporation in Polest überreicht werden. Die polnische Regierung hat den österreichischest Unterhändlern eine rasche nnd wohlwollende BchanWung dieser Ansucher» Mltechalb gewisser Grenzen zugesagt und der Ssterreichilschen' Regierung ermöglicht, sich über die Abwicklung des Verkehres dauernd am laufenden zu echalten. Wiener Warenbörse. Der gestrige Verkehr hielt sich in sehr engen Grenzen. Kaffee hat sich auf ein größeres Angebot um 10.— S. per 100 Kilogramm ermäßigt. Kakao lag infolge der Osterkäufe feiler. Zucker blieb unverände't, während sich Reis weiter erhöhte. Tee lag behauptet. Chemikalie»». Oele und Fette verkehrten lust v8. Etwas höher waren Eier. Es not erten r K o* ton»alwaren: Katfee: New-Aorker Dollar 17.40, SantoS Prime 610.—. Teer Peeco Java, Orange 1150.— Gewürze: Paprika, edelsüß 630.—. Pfeffer Stngavoro schwarz 690.—. Kümmel, neu, holl. 130.—. Reis: Burma 64.50, Italienischer 78.—. Zucker: Raffinade-Kristall 202.50 tlchech. K., Würfel (in Kisten) 217.50 tschech. K. Lequar 1935 88.-, Pflaumen, bosn., in Kiste»», 70/75 128.—, Kranzfeige»», Calamata 115 —, Barimandeln, superior 700.—. Chemikalien: Aetzkal», 68/92 114.—. Aetznatron, 128/130 Solvay 65.—. Alaun, in Stücken 3b.—. Ameisensäure, 85°/0 160.—, Borax, krtst. 108.-. Chlorkalk. 110/115 31.-. Chromnatron 130.-. Eisenvitriol 13.50 Essigsäure. 80°/,. für Genirßzwecke 240.—. Wiener Provukrtenbörse. Die amerikanischen Welzen>- urärkle eröffneten t> folge der flauen Tende»»zmeli»ungen in Araeutinien mit Kursrückgängelt. Auch der Matsmarkt natzm einen flauen Verlauf. Infolgedessen war auch die Tendenz am Wiener Platze sehr flau. Die »»»eisten Kurse blieben jedoch unverändert. Es notierten »»»klusive der Warenumsatzsteuer es Zoll pro 100 Mlogramm: W e»z e n» Inländischer 4V.— bis 40.50. Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 43.— b>s 45.50, Ungarischer 41.— bis 44.—. Jugoslawischer 76 Kilogramm —bis — Jugoflavlscher 77/78 Kilogramm bis Noggeur Inländischer Marchfelder 26 75 bis 27.25, Pester Boden 25.35 bis 25.75. Gerste- Brauwarv inländische 80,— bis 34.—, böhmische »nährische —bis —. MaiS: Jugo- »lawifcher 30 — bis 31.—. C i n q u a n t i n neu 30.— bis 31.— Hafer: Inländischer 37.50 bis 38.50. R e t S: Italienischer 78.— bis 80.—, Burma 63.— bis63.—. Mahlprodutter

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