Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2537 (16.3.1926)
- Date
- 1926-03-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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. ilUPv 1 gfft ^887 Wien. DrestMg Wiener Morftenzelkvitg 16. Mär; 1926 Seife 8 * „Ewiger Tageskalender." F. W. Lcep. RMgheim. Kreis Karlsruhe, hat einen „Twiqen Taaeskalender" herauSWüben, der uns vorlieot. Man kann diesen KaleiÄer ,Mig" benützen, denn für jedes Hahrläßt sich pdeS Datum leicht eimtellen. Gedruckte Anleitung ist dabei. Die Scheibe besteht aus derber Pappe, kann also auch ^wig" holten. * Postauto Retz—Hardegg. Am 25. d. wirb die Postkraftwrgenlinie Retz—Hardegg eröffnet..Der Postkraftwagen derkehrt täglich einmal. Abfahrt Eggenburg 8 Uhr 50 Mn., Anüunst HardZgg 12 Uhr 05 Min. Rückfahrt von Hardegg 15 Uhr 30 Min., Ankunft WgeNbuvg 19 Uhr. * Mangel an Hochschulprofessoren in Swojetrutzland. Wie die „Sßrötotor vom 4. d. berichtet, hat die russische Regierung die Absicht, besonders empfindliche Vakanzen auf den Sehrstühlen russischer Hochschulen durch die Berufung von Ausländern ausMmllen. Besonders in Betracht kommen Psychologie, Psychiatrie, Sozialmedizin, Physik, Botanik. * Onenbachs Geselligkeit. Jacques OffenLach, der „Klassier der Operette", Hatzte das Meinsein und konnte nur komponieren, wenn vingS um ihn lebhafte Unterhaltung uwd Lärm herrschten. JedeS Geräusch war ihm angenehm, mit Ausnahme von Singen, und wenn er bemerkte, daß man, während er arbeitete, leiser sprach, so sah er sich ärgerlich um und fragte, ob jemand Morden wäre. Ein unaufhörlicher Stroni von Freunden flutete durch die Räume seiner Wohnung und am Freitag abends gab es Feste, bei denen es sehr lustig zuging. Bei einem dieser Feste, im Jahre 1857, erschien der Komponist Bizet als Baby und sein Kollege Delibes als Soldat. Ein andermal wurde eine ühnerhoff hm p h o n i e" aufgoführt, bei der jeder der Anwesenden nach besten Kräften die «stimme eines der vorkommenden Tiere nachahmen mußte und Delibes sich als Hofhund auSzeschnrte. Radioprogramm. 'Heute Dienstag: 11 Uhr: VormittagZmusik. — 16 Uhr 15 Mm.: Nachmittagskonzert. Mitwirkend: Konzevtsängsrin Thissa Bergen. „Aus franpsischen Opern." Gonnod: Der Tribut von Zamora, Phantasie. Massenet: Welcher, Phantasie. Bizet: Die Perlenfischer, Phantasie. Saint Saensr Samson und Dcklila, Phantasie. Delibes: Le roh l'a dit. — 17 Uhr 50 Min.: Stunde der Frau. Fleckenputzkurs. Fachlehrer Eduard Kopf. — 18 Uhr 24 Min.: „Goethe." 3. Sturm- und Drangbeweäung. Univ.» Dozent Dr. Heinz Kindemnann. — 19 Uhr 40 Min.: Franzosych. Englisch sur Vorgeschrittene. — 26 Uhr 15 Min.: Jusius-Birkner-Aoend. Mitwirkend: Konzertsängerin Emilie Blltner, das Wiener Shmphonieorchostor. Vorspiel zur Oper „Die rote Gred". Qrchosterlicher, gesungen von Emilie Bittner. Gebet aus der Oper ,/Höllisch Gold". Symphonie F-Moll. Berelue. BortrSge und Bersammlungen. Zionistische Frauenorganisation. Heute um 4 Uhr nachmittags int Hakoah^Herm, 1. Bez., WiPPlingerstraße 24, Bortrag Dr. Marcha Hoffmann: „Bialiks Gedichte." Sicheres Eocheinen erwünscht. — Zionistische Bezirkssektion 4/o. Heute um 8 Uhr abends findet im Terrassenoafe, 5. Bez., Margav.NenPlatz, eine Ausschußsltzung statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Keren-Hajessod-Besuche. 2. Unser Verhältnis zu dem Jugendbund Zirenu. 3. Nächste Veranstaltungen. Leoposdstädlter Volks heim. 7 lilhr: Holländische Maler. RÄativitätsch.'orie. Hebungen im Pslanzenbestimmen. Länderkunde von Europa. 8 Uhr: Moderne und modernste Kunst. Das Blut und die Safte des Körpers. Brigittenauer Vollksheim. 7 Uhr: Botanik. 8 Uhr: Wechselstromtechnik. Akademischer Verein jüdischer Mediziner. Samstag um 4 Uhr nachmittags ordentliche Generalversammlung im Mensalokal (Zimmermannplatz 8). Einmaliger Bortrag Dr. Nathan Birnbaum. Dr. Nathan Birnbaum (Hamburg), der zu kurzem Aufenthalt in Wien weilt, hat sich bereit erklärt, heute Dienstag um 8 1% abends im Vercinsheim, 8. Bez., Bennoplatz 1a, über das Thema „Israel und die Umwelt" zu sprechen. Karten im Vorverkauf von halb 4 bis halb 6 Uhr nachmittags. Tel. Nr. 26-2-69. Klub radikaler Zionisten. Donnerstag den 18. d. um 8 Uhr abends findet im Saale, 20. Bez., Kluckgasse 7, eine Versammlung statt. Tagesordnung: „Di.' Wiener Israelitische Kultuszemeinde und die Zionisten." Referenten: Ge-nkemderat Dr. L. P l a s ch k e s, Qberbaurat R. S t r i ck e r, Dr. I. W a l d m a n n. Kunst, Bühne, Buch. -er „Just Mirolr" In Loadou. (Vor, unserem Londoner Korrespondenten.) London, 11. März 1926. Charles B. Lochran, der bekannte «rrglische Impresario, brachte zur größten Ueberraschung aller Kunstkrrise nach seinen Riesenrevuen „On wich the Dance" und „Still daneiirg" („Weitergetanzt" und „Noch immer tanzend"), die Truppe des ,Luif Miroir", eine Art Kleinkunstbühne in jiddischer Sprache, aus Paris nach London. Es ist dies bedauerlich, daß diese Truppe, die in ihrer Art der „La Ehauve SouviS" kleine Szenen aus dem jüdischen Leben bringen will, nichts Originelleres in ihrer, der Oeffentlchkeit als „urjüdisch" hinauSposaunten, Produktion bringe konnte, als Programmnurmnern wir „Holländischer Tanz", sarner eine erbärmliche Nachahmung dev „Katinka" und eine noch erbärmlichere Inszenierung eines kurzen Salome-Spieles. Die einzigen erträglichen Programmnummern, die auch den Engländern ein wenig gefielen, sind eine HochzeitSszene im chassidischen Milieu und „Maseltcw", die seine Aizze Dchalom Alejchems. Obivchl auch oiese in der Darstellung himnwlweit entfernt sind von der Art, in der sie etwa von Morris Schwarz oder der Jsaak-Teutsch-Tvuppe herauSgebracht werden würden. Gar nicht zu sprechen von den Wrlnaern. Nur „M, Eli" gesungen von Frau Korn, befriedigte ganz. ES ist eine bedauernswerte UnverarrtwortlichSeit, derartigen Kitsch mit größter Prcpagcmda uitter de>v Flagge wsrivoller jüdischer Kunst segeln zu lassen, und den Briten die Ansicht bsizubringen, daß diese Fetzen von schwach vorbereiteter und durchgeführte«: Darstellung von Dingen, die mit dem Judentum eine mehr oder weniger entfernte Beziehung haben, wirklich jüdische Minkunstbühne bedeute. Abgesehen von dem künstlerischen Mißerfolg dürfte Vas Experiment für Cochrarl auch mit einem finanziellen Defizit enden, da das große Pavillontheate« im Herzen des Londoner Westens allabendlich die größten Lücken aufweist Und sich mit dem Fortschreiten der Vorstellung mehr und wehr leerl. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen. 7UhrabendS, „Antonius und K l e o p a t i\ (Abonnement 1. Gruvpe.) Atademietvea ut. Morgen, '/»8 Uhr abends, „D i e F a h r t i n S B l a u t* O p e r n t h e a t e r. Morgen, V#8 Uhr abends, „E l e k t r a". D o l k S o v e r. Morgen tritt zum vorletzten Male die javanische Operniängeritt T e i k o K t w a als Butterfly auf. — Als nächste Novität geht Marko' Franks Oper „D a S B t l d n i S d e r M a d o n a" in Szene. R a t m u n d - T h e a l e r. U'aufführung von Karl Zuckmayers Lustsviel „Der fröhliche Weinbergheute unr V-8 Uhr abends. Renarilancebühne. Haust Niese, die von ihrer Gastsvielreise zurückgekehrt ist. spielt Freitag den 19. d. in dem Schwank „Der A u t o i» i l d l t u g* von Emil und Arnold Golz. R o l a n d - B ü b n e. Morgen, 8 Ubr abends U r a u ff ü h r u n g der Posse „Die W ü r st e t b r a u t" von Arthur Ravv mm Rudolf Hrüm mit Gisela W e r b e z i r k m der Hauptrolle. Dkir Verschftblmg der „L'Aiglon"-Pvemw«: im Bupgiheat». Infolge des Unfalles rer Frau Roland währcnv einer Probe mußte bekannllich dir. Premiere von Roftands L'Aiglon" anfgeschoben werden und es verlautete, daß man überhaupt das Stück vom Spielplan ab setzen will, weil cs für Mitglieder der abgesetzten Dynastie beleidigend ist und starke Strömungen Zegen die Auffichrung des Werees -ün Wiener Burgtheater sich gei:enst machen. Der Direktor des Burgheorers Her'terich gibt jedoch bÄannt, baß man n i cht daran denkt, „LMglon" endaültia abzusttzen. Wchl sei diirch die Unterbrechung der Proben die Arbei!, für diese Premiere mit den notwendigen Ar beiten für daß bevorstehe nd-e BnirtztyeaterjÄbiläum in Kollision gcrzen, für alle Fälle iei aber dk Premiere von ,^L'Aiglon" noch für die Zeit vor dem Burg theateriubiläum in Aussicht genommen. Die Witwe Franz SuppeS gestorben. Gestern früh ist dir WiRve nach dem bekannten Komponisten Franz Supp e, Frau Sophie Srwpe, im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Tote wird im Eyvengrabe ihres Gatten beraesetzt werden. Neue Opernwerke. In den nächsten Wochen gelaugt an reichSdeutschen Bühnen und in Warschau eine ganze Reihe von Opern zur Uraufführung. In Dresden „Der Protagonist" von Kurt Weil!, Köln „Die Opferuna des Gefangenen" von Egon Wellrsz, Bremen .Mozzeck" von Manfred Gurlitt, BreSlau „Lied der Nacht" von Hans Gal. Ferner im April ,-Ter Jungbrunnen" von Bernhard Schuster in Karlsruhe, „Der Weg zur Sonne" von Ivan Manen in Braunfchwe>:g, „Das Fest des Lebens" von WDelm Mauke irr Dortmund. Anfangs Mai „Der wunderbarr Mandarin" von Bela Bartok in. Mn und „König Rqger" von Kawl SzymanowSky in Warschau. . Unfall des Solotänzers Willy Fränzl. Während der gestrigen Vorstellung im Operntbeater „Die verkaufte Braut" hat der erste Solotänzer der Staatsover, Willy . —r!'‘iraitg wahrend der ' ein« schmerzhafte ___o__a ... _u_ u_, Sern Partner B iH e r mutzte die Partie für rhn"zu" We tanzen. Solotänzer Fränzl wurde in einem RettungSauto nach Hause gekübrt. Gerichtssaal. Beschttldlgungen gegen das HeerermiMerinm Der Prozeß des Hauptmannes D« Meux. Vor dem Schwurgericht fagomt gcftcm «ine Verhandlung gegen den chsmaligen Rechnungshaupmann des Bundecheeres Karl Du Rieux, der in mehreren Artikeln, die in ’ber Wochenschrift „Republikanischer Schutz" erschienen, hche Offiziere der Wehrmacht beledigt hatte. Du Rieux wurde .im Jcchre 1980 wegen eines unaufgeklärten Kassaabganges MlngSweiise pensioniert und zmn Ersatz des FchvbetrageS van 100.000 K. aufgefordert. Du Rieux empfand die Pensionierung als ungerecht und führte sie auf persönliche Gehässigkeit hoher Militärsunktionäre zurück. Insbesondere warf er dem Perfonalrsferenten Oberstleutnant Kargt „Freunderilwirtschast" vor. In anderen Artikeln, die m der Zeitschrift „Der freie Soldat" erschienen, bezeichnete er den General I. W ä ch t e r, dir Generalintendanten H u m p l, K l e i n und Proksch, den Obrrstleutnmit Kargl, den Intendanten L a u t i n g e r und andere Funktionäre als notorische Verbrecher, die sich zwecks Beseitigung des ihnen mißliebig gewordenen Du Rieux des Mißbrauch?» der Amtsgewalt, der Verbrechen der Verleumdung uivd der falschen Zeugenaussage schuldig gemacht hätten. Das Bundesaninisteriuni für Heerwesen habe zu diesen Verbrechen Vorschub geleistet. Der Angeklagte schickte jeden einzelnen dieser Artikel an die Staatsanwaltschaft und forderte die Einleitung dsS Strafverfahrens gegen sich, um vor Gericht Gelegenheit zu haben, die Mißstände im BnndeSministrrium für Heertvefen aufzudecken. Lange Zeit wurde gegen ihn nichts unternommen. Als er aber dissr Artikel inttner wieder fortsetzte, entschlossen sich die Beamten des Heeresministermms Rudolf Hübner, Josef Kramer, Rudolf Hrisk, Dr. Ferdinand Schütz und Karl E er ah zur Ehrenbeleidigungsklage gegen Du Rieux. Die Anklage vertrat der PressestaatKaniwall Dr. Schwär z. Der Angeklagte erklärte, daß er die inkriminierten Artikel geschrieben und zum Druck befördert halbe und bot für ihren Inhalt Münte Wett. Die eigenüiche Totenmaske Napoleons. Selbst derir weiteren Kreise der Napoleon-Verehrer ist ist es unbekaimt, büß sich in den Händen c-lneS gewissen Herrn Borella in dem nun italienischen Trient aine Totenmaske Napoleons im Original befindet, die uinnilteibar nach dem Tode des Kaisers abgenommen, dessen Züge weit wirklicher widergibt als jener spätere Abguß, den man gewöhnlich als die Bonaparte-Maske bezeichnet und 1‘eitut. Wie;o manche andere Reliquie hat auch dieser ursprüngliche Abguß in seinem Entstchen und Verbleib eine merkwürdige Geschichte. Arnott, Napoleons englischer Arzt, als einziger von ihm mit der Erlaubnis ausgestattet, seinen Leichnam berühren zu dürfen, beabsichtigte sofort nach dom Tode des Kaisers, am 5. Mai 1821, im dauernden Abbilde dessen Züge festzichalien. Doch Niie siä) herausstellte, fchlte es an den nötigen Materialien hiezu, vor allein an Gips. So stellte der Arzt sich aus allen möglichen anderen Riedizinen eine Masse Wsanunen, in die er die Züge des f.i[t noch warmen Korsen abprägte. Erst am folgenden Tage konnte Gips auf die Insel gebracht werden und es wurde dann jene Maske hergestellt, die ilnter dem Namen „Antonmarchische" die allgemein bekannte ist. Allein wie lberichtet wird, war mit den Zügen des Toten eine sehr schnelle BerwaMung vor sich gegangen, das Antlitz sehr schnell verfallen, so daß sie nicht mehr so lebendig sprachen, wie in der Stunde, da Arnott seine Ataske abuahnk. — Zunächst nach England gelangt, kam dieser Abguß als Geschenk jn die Hände des Rilssenkaifers Mxander des Dritten, wunderte von da nach Holland und befand sich einige Zeit im Besitze eines Geistlichen in Barnberg. Dieser woMe sie 1860 Napoleon deul Dritten als Geschenk nbcrmachen, allein sie erreichte diesen nicht, sondern kmn an den Wende^ zurück. Dann taucht sie später in einem Antiquitätenladen in Müilchen auf, verschwand aber dann wieder und wurde endlich von einem Trientiner bei einem Antiquar in Val di Fiemine entdeckt. Seitdem blieb sie in Trent verwahrt. Mn lleimr Irrtum. Folgende drollige Geschichte wird erzählt: Eine junge schöne Dome kam in die Apotheke. Der Pwvisor, damit boschäftigt, Magenpillen zu drehen, sah mf, lächelte freundlich, als er die Schöne sch, und ging mit eleganten Bewegungen zum Laden- Mi. Mit verlogener Miene fragte ihn die junge Dame, ob eS ilicht M Mittel gäbe, .Rizinus ettWichtn^ ohriv den Oelg e s ch m a ck zu spüren. Das Gesicht des Provisors leuchtete aus. ,Motten Sic nicht einen Augenblick Platz nehmen, während ich mit bent Apotheker selbst spreche?" fragte er. Die Dame setzte sich. „Vielleicht darf ich ihnen inzwischen ein Glas Limonade anbieten?" — „Tanke sehr." — Der Apotheker ging hiiraus und kain mit einem Glas Limonade zurück, das sich die jun-ge Dame gut schmecken ließ. Als sie dir Limonade ausgetrnnken hatte, fragte sie: „Kommt der Apotheker ilicht bald?" Der Provisor lachte zusrieben: „Das war nur ein Vorwand von mir. Das Rizinusöl, vor dem sie solche Angst harten, ist i n d e r Limonade gewesen." Die junge Dame wurde bleich nnv raste zur Tür. „Das ist doch verrückt!" schrie sie. „Ich habe doch wegen meines kleinen Bruders gefragt!" Er 75.000 Dollar im Jahre, sie 100.000 Dollar — im Monat. Er, das ist der Präsident Coolidge, bezieht ein Jahresgehalt von 75.000 Dollar. Sie, Fräulein Doris Reig, ein Monatsgchalt von 100.000 Dollar! Ihre Tätigkeit ist aber auch entsprechend wichtiger. Währen) er mir ein Land regiert, fertigt sie Mbdfll- Fojtümc für ein großes Lkeiv-Norker Kostümgeschäft. Nimmt der Hund pflanzliche Gerüche wahr? Der Kenner weiß, daß der Hund für animalische Gerüche ein uneiidlich feines Wahrnchntungsvemrögeu besitzt: bezüglich seiner Fähigkeit, pflanzliche Gerüche .mszunehme», herrschten jedoch lisch immer starke Zweifel. Verschiedene Versuche hatten allerdings erwiesen, daß der Hund pflanzlichen Düften gegenüber nichl dasselbe feine Wahrnchmungsvemlögen zeigt wie bei tierischen, doch ließ sich in keinem Fall die vollständige Unempfänglichkeit Nachweisen, wie sie von mancheri Forschern angenonmlen worden lvar. Jedenfalls gab eS noch verschiedene Fragen zu lösen, un£> zwar vor allem die, ob der GeruchsilUt bei einem so ausgesprochenen Msentcer wirklich so lückenhaft ausgsbitdet sein sollte; gleichzeitig lvar auch ftstzustellen, ob gewisse Gerüche vielleicht ganz nornral aufgenoumren werden, ein« sichtbare Reaktion des Tieres jedoch ausbleibt, weil der betreffende Gemch de»» Hund einfach nicht weiter reizt, eine Armchme, für die sich übrigens die meisten neueren Forscher ausgesprochen haben. Ueber divse Frageir hat nun Hennings eine Reche sehr beachtenswerten Versuche angestellt und schon oie ersten dieser Beobachtungen zeigten, daß die pflanzlichen Gerüche voll den Hunden mit einer dem »leuschlicheic Rrechvermögen durchaus entsprechenden WtgkM anfgenonWen werden. Die weiieren Versuche, iy deren Verlaus die Hunde darauf dressiert waren, Räume, die pflairzliche Gerüche enthielten, riichi zu betreten, erlaubten die Feststellung, daß die Düfte sehr gut erkannt wurden, den Hund jedoch gleichgültig ließen oa die pflanzlichen Gerüche keine Nahrungsreaktion darftellten. Es ergab sich schließlich sogar, daß die Wahrnehmung pflanzlicher Düfte überhmpt kaum geringer ist, ÄS die Währnehmnng animalischer Gerüche, der Unterschied aber nur in den äußerlichen erkennbaren Jüchen der Wahrnchmuug liegt, indm psbmzliche Düst ans den Hund keinen Eindruck machen, während die Wahrnehmung tierischer Gerüche immer durch Schnüffeln deutlich angezergt wird. «taatsgesährliche Zahnschmerzen. Welch große Schwievigkeilen es im Vormärz breitete, eine Zeitung zu redigieren, ohne bei den Behörden Anstoß zu erregen, davon können wir nnS heute kaum eine Vorstellung machen. Der „Westfälische Merkur" in Münster zog sich im Jahre 1840 eine Rüge zu, weil er gemelder hatte, der König von Preußen sei — von Zahnschnrer^n geplagt. Offenbar glaubte der Zensor, ein König dürfe mit gewöhnlichen Stertblichen nichts gemein haben, und das Wort des römischen Komödiendicht-ers Terenk: „Nichts, was menschlich, acht' ich mir als fremd", gelte nur voll den Untertanen. Reue medizinische Forschungen. Drei schtvvdische Aerzte, Professor Mare n s, Professor K l i n g und Doktor Houghlund, haben eine neue Methode zur Heilung der Schlafkrankheit entdeckt. Jn 20 Fällen wurde sie mit hervorragenden! Erfolg angewendet. Die drei Aerzie arlbeiten auch an einem Paralhsemittel. Jn der Academie de Mdecine von Paris berichteic Prof. ZoeNer über das Resultat von zwei Serien von Impfungen gegen die Diphtherie mittelst Anatoxin. Die 3000 durchgeführ« ten Impfungen bestätigten sowohl die Unschädlichkeit wi>e auch die Wirksanckeit dieses Verfahrens. Dir Marinebestände von sieden Staate«. Der ^vranckiester Guardian" veröffentlicht ein B l a u b u ch, das die Äriagsflotteivbestände der Flotten der jieiben führenden Weltmächte enthält. Der gegenwärtige Bestand ist dieser: Bereinigte Staaten fertig 543, im Bau 36, England 44 (35), Japan 222 (62), Frankreich Atz (127), Italien 247 (66), Sowjetunion 176 (30), Deutschland 87 (1).