Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2537 (16.3.1926)
- Date
- 1926-03-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Mener Moesenzeitung 16. Mttz 1986 m. m Wien, Dienstag den Wahrheitsbeweis an. Durch seine Pensionierung sei chm schweres Unrecht zug.sügt worden, das trotz allen seinen Bemühungen nicht gutgemacht wurde. Deshalb habe er die Flucht m die OeffeMlichkeit ergreifen müssen. Der als Zeuge vernommene Ob-.rintendant Heinrich Steiner gab an. daß gelegentlich einer Kassenskomrierung sich Mißstände in der Gebarung des Angeklagten Du Rieux gezeigt haben. Ter nächste Zeuge, Rechuungsrat Leo Grabner, erklärte im Gegensatz zu dem ersten Zeugen, daß er die Kusse ordnungsgemäß geführt bekommen habe. Auf den Vorhalt des Vorsitzender!, daß der erste Zeuge das GeK geniert behauptet habe, erklärte Grabner dezitlert, daß er leine MWände wahrgenouunen habe, sondern daß mau erst durch die Zensurstelle auf ausständige Rechnungen daraufgekommen sei. Tie nächsten Zeugen, die Generalintendanten Klein und Proksch, verwahrten sich gegen die Angriffe des Angeklagten und erklärten, daß bei seiner Pensionierung durchaus keine persönlichen Motive mitgespielt haben. Nach Einvernahme zweier weiterer Zeugen wurde die Verhandlung abgebrochen und wird heute fortgesetzt. Leibrente« müssen valorisiert werden. Die Lehrerin Anna Macak hat die Riunione Adriatica auf Aufwertung ihrer Leibrente von 300 Gulden, die sie im Jahre 1897 erworben hatte, geklagt. Sie verlangte für das Jahr 1925 60V Schilling. Dre Riunone erschien zur ersten Tagsatzung nicht. Der Richter verurteilte die Gesellschaft zur Zahlung von 600 Schilling für das Jahr 1925. In der gegen das Urteil ergriffenen Berufung machte die Gesellschaft geltend, daß das Bersaumnisurteil ungesetzlich sei, weil Leibrenten keine unterhaltsforderunaLN sind und weil das Gericht von Amts wegen hätte berücksichtigen müssen, daß die Riunione nicht alle ihre Rentenverpflichtunaen auf das Zehntausendfache anfwerten könne. Das Handelsgericht Wien hat sich dieser Ansicht angeschlossen und die Klage der Leibrentnerin a b g e w i e s e n. Der Ober sie Gerichtshof stellte das er sie Urteil wieder her und verurteilte die Gesellschaft zu sechshundert Schilling für das Jahr 192o. In der Begründung wird hervorgehoben, daß das Klagebegchren vollkommen gerechtfertigt sei, weil Leibrenten UnterHaltsfordcrungen sind, wie in wiederholten Entscheidungen ausgesprochen wurde, und als solche der Valorisierung unterworfen sind. Ueble Nachrede als Kündigungsgrund. Frau Fanny B. hat ihren Untermieter Alexander M. mit der Begründung gekündigt, daß dieser gesprächsweise Bekannten gegenüber erwähnt hat, daß seine Hausfrau ihren verstorbenen Vater schlecht behandelt habe. Außerdem soll er sich über den Toten abfällig geäußert haben. Der Beklagtenvertreter vertrat den Standpunkt, daß das Mietengesetz nicht dazu da sei, die Ehre des verstorbenen Vaters der Vermieterin zu schützen. Das Bezirksgericht Leopold st adt (Qberlandesgerichtsrat Dr. Ga pp) hat der Klage jedoch stattgegeben und den Untermieter zur Räumung der Wohnung verurteilt. Auch die von M. erngebrachte Berufung an das Zivillandesgericht hatte keinen Erfolg, weil sich im Laufe der Verhandlung ergab, daß der Beklagte sowie seine Lebensgefährtin, welche die gekündigten Räume mit chm teilt, der Hauptmieterin verschiedene Schikanen angetan hatten. .„Ich bin geboren in Tripstriü und wohne auf dem Mond." Bor dem BNirksrichter Dr. Narz war gestern die Private Frau Anna Weiß wegen einer eigenartigen Wachebeleidigung angeklagt. Am 3. Jämrer wurde Frau Weiß, als sie in der Station Stadtpark aus der Stadtbahn ausgestiegen war, Le- > anständet, well sie keine Fahrkarte hatte. Sie gab an, die Fahr- I karte beim Aussteigen weggeworfen zu haben. Frau Weiß wurde, da sie sich gegenüber dem Schaffner nicht legitimieren wollte, aufs Jnspektionszimmer gebracht und hier vom diensthabenden Wachemspektor aufgeforoert, ihr Nationale abzugeben. Sie erklärte tn eregtem Tone: „Ich bin geboren in Tripstrillbnd wohne aufoemMond!" Gegen Frau Weiß wurde wegen dieser eine Verspottung des Wacheorqanes beinhaltenden Antwort eine Anklage wegen Wachebeleiürgung erhoben. Vor Gericht erklärte die Angeklagte, daß sie zur kritischen Zeit sehr aufgeregt war, Werl sie mit Unrecht beanstandet worden sei. Der Richter verurteilte die Beschuldigte im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von 10 Schilling, eventuell zu 24 Stunden Arrest. Volkswirt. Ae SrWung »er Skerrelchischea golltariss. Steigerung der ViehMe. -Z’k VechaMnngen über die Ncwell-iomng des Zolltavifs gehen jetzt rascher von statten. Fivr houite nachmittags ist der Ausschuß für Handel und Gewerbe einberufeu, um den Antrag Heinl botrosfcmd die Ernnächkigung der Regienmg zur Aeuderung der Zollsätze zu beraten. Wie verlautet, wiw die Regierung diese Ermächtigung unter der Bedingung erhalten, daß sie die neuen Zollpositionen dem Hauptausschuß zur Genehmigung vorlegt.?luf Verlangen eines Viertels der Mitglieder des Hauptausschusses muß jedoch die Regierung mit den einzelnen Zolländerungen vor den Nationalrat gehen. Erfolgt ein solcher Einspruch n'cht, so kann die Regierung die jeweiligen Aendeenngen des Zolltarifs nach Anhörung des Hauptausschusses im V e ro r d n u n g s w e g e dekretieren. Der ZoÜausichuß setzte nachmittags die Beratung des Gesetzentwurfes für die Erhöhung des Zuckerzolies fort. Berichterstatter Heinl gab bekannt, daß in der 'Dpezialdebatte Anträge auf Aeuderung der Zollpositionen betreffend Zucht- und Nutzvieh, Milch und R a h in und 2 upe: Phosphat gestellt werden. Es sollen noch Verhandlungen über einige agrarische und industrielle Zollpositionen, insbesondere über die Frage der E i s e n z ö l l e stattfinden. Aufgabe des Ausschusses - werde es sein, diese in der nächsten Zeit strtigzustellen. Abgeordneter P ö lzer erklärte, die Sozialdemokraten könnten unmöglich den Zollechöhnnigen zustbmmen. Der frühere Ackerbauminister Bnchinger fand auch den Zoll für Schlachtvieh als ungenügend und meinte, man werde sich auch mir der E'höhung des Zolles auf Gefrierfleisch beschäftigen müssen. Er beantragte schließlich eine Aeuderung der Getreidezollverondnung und folgende Aenderungen der Zölle: Für Zucht- und Nutzvieh pro Stück 50 Goldkronen, für Jungvieh 30 Goldkronen, für Milch pro 100 Kilogramm 3 G o l d k r o n e n. Der Milchzoll Hai außer Kraft zu tretet!, wenn der Milchpreis in Wien mehr als 38 Groschen ab Bahnhof beträgt. Für Rah m soll der Zollsatz 10 G o l d k r o n e n für 100 Kilogranim betragen. Abg. P a r t i k beantragte die Einführung eines Zolles oon 1,50 Goldkronen für Superphosphat (pro 100 Kilogramm). Schließlich appellierte der Ackerbaum'nister Thal er an die Sozialdemokraten, der Landwirtschaft Zollerhöhungen zu gewähren und erklärte sich bereit, im Berordnungswege den ständiget! landwirtschaftlichen Arbeitern der Großgrundbesitze den Schutz des Jnlandsarbeiterschutzgesetzes angedeihen zu lassen. In der Mittwoch-Sitzung des Ausschusses wird über diese Zollanträge abgestimmt werden. Der Baumwollwarengroßhandel gegen di« geplanten Zollerhöhuugen. Die Fachgruppe der BanmnollworenaroßhäMer im Verbände de? Lriner.» und Laumwellw-areugroßhändler hat in ihrer Plenaroer'arninlung den Beschluß gesaßr, fchärstens gegen die von der Industrie oerlaugten Zoll-erhöhnuaen zu protestieren. Der Verband beauf:rag:e seine Organe, de: der Regierung gegen die Zollerhähungen Stellung zu nehmen und von der Industrie eine konkrete Festlegung ans gewisse Zollpositionen zu verlangen und fordert die Heranziehung von Vertretern des Handels, um d?e Vorschläge zu überprüfen und in Aussicht genommene schädliche volkswirtschaftliche Maßnahmen unbedingt zu verhindern. Trenderl. (6) Eine Erzählung von Leopold Kompert. Emannel trat schnell in die Werkstätte. Bei seinem Erscheinen verließ der Schlosser, eine jugendlich kräftige Gestalt, den Fellstock, an dem er einen Schlüssel geglättet hatte, und zog ehrfurchtsvoll vor dem Doktor die Mütze vom .Haupt. ,Hhr singt ja ganz prächtige Lieder, Herr Meister," rief Ernannel, „wo habt Ihr so etwas gelernt?" Ohne jene lästige, kriecherische Scheu, mit der der Handwerker gewöhnlich uns entgegen tritt, anwortete Trenderl: „Man sicht, der Herr Doktor ist noch auf keiner Wanderschaft gewesen. So was lernt sich, man weiß gar nicht wie, auf der Straße oder in der Herberge, man hat's oft gar nicht selbst gesungen, und da auf einmal sällt's einem ein, und man muß es singen. Und wie einem das Lied auf die Lippen, kömmt, da erinnert man sich auch, wer's gesungen hat, in welcher Herberge es gelvesen, oder mit wem man damals auf der Straße gegangen ist. Mir ist 'bäbei ein Kamerad eingefallen und eine Geschichte, und merkwürdig, das sind mehr als acht Jahre, seitdem ich das Lied auf hem Wiener Stepansturm gehört." Der Doktor hatte 'bet den erster: Worten des Schlossers beschämt die Augen zu Boden gesenkt; er hatte diese Antwort aus seinem Munde nicht erwartet. Wir werden den freudigen Ausruf begreifen, in beu er ausbrach, wenn er überrascht, fast gegen feinen Willen fagte: ,Hhr seid also ans dem Wiener Stephansturm gewesen, Herr Mister?" „Einmal nicht, aber zehn- und zwanzigmal," entgegnete Trenderl, ,/mein Meister hat ja die Schlosserarbeiten dahin geliefert." „Und Ihr habt hoch oben auf dem Turm gearbeitet?" fragte Emannel in einem Tone, der >em Schlosser lächerlich vorgekommen wäre, hätte ihn nicht eine fast unnahbare Ehrfurcht vor dem Doktor erfüllt. Treuherzig, doch nicht ohne Lächeln, meinte der Schlosser: „Das hätte ich denn auf dem Turme getan? Hat denn so ttofr wie ich etwas anderes auf einem Turme zu tun als Das war eine echte Antwort! Sie tat Emamrel unendlich wohl. Erst jetzt bemerkte cv> wie die ganze Gestalt und das Wesen des Schlossers mit diesen Worten iw Einklang waren. Welch' eine kräftige, gedrungene Figur! Welch' ein männlich schönes, fast geschmiedetes Antlitz! Den ledernen Schurz um die kraftschurellenden Glieder geschnallt, mit entblößten, sehnigen Armen, die zu den rußigen Hemdärmeln fast keinen Gegensatz bildeten, selbst das Gesicht in die braunschwarze Farbe des Handwerkes gehüllt, das vom Feuer seine Gewalt holt, stämmig und Äffern stand der Schlosser vor seinen bewundernden Blicken da! Ein tiefes, freudiges Gefühl ergr'ff des Doktors Seele. „Dell werden sie nicht a'bbviugen," sprach es in ihm, „das scheint eine ganze selbständige Natur darzustellen.. Und hat ix nicht bereits auf dem St. Stephansturm gearbeitet?" So tiefergriffen war Emannel von'diesem Gedanken, daß er. um seine Verlegenheit zu verbergen, weil er in seiner Beschämung keine Antwort zu geben verstand, schnell auf ein anderes Feld hinübersprang. „Habt Ihr schon ans Heiraten gedacht, Meister?" rief er, „zu dem Meister gehört auch die Frau Meisterin." Der Schlosser schiert sich erst auf eine Antwort zu besinnen. Dann sagte er rasch: „O! das hat noch lange Zeit; ein guter Fußgänger könnt' indessen die 'halbe Welt umwandern." „Wie," rief Emannel, „Ihr habt Euch aufs Warten verlegt, Meister? Was ist ein .Handwerker ohne Hausfrau? Oder befürchtet Ihr, eiu Weib nicht ernähren zu können? Darauf darf der rechte und geschickte Professionist nicht verfallen." „Das Hab' ich nicht gesagt," meinte der Schlosser mit einiger Verlegenheit, „aber man möcht' doch auch nicht, daß dem Weib, 4vas man nimmt, ettvas abgchet! Man möcht' doch, sie soll's gut im Hause haben und an nichts 'leiden. Und dazu Hab' ich's noch nicht gebracht; nur ein Anfänger bin ich noch." „Oho!" rief Emannel säst zornig, „seid Ihr auch' schon einer von denen, die nicht leben und sterben zu können vermeinen. wenn sie nicht den Geldbeutel zu Kopf stehen halben? Laßt Ihr den lieben Herrgott und Euere zwei starken Fäuste dafür sorgen. Muß Euer Weib einmal in seidenen Kleidern geben? Ihr seid ein Schlosser, und Euere Frau ist die BWste* Sie Lorgiiuge auf lern Wiener Vohutmottte. Rückgang in der Renienkülisie. — Kein Handel mV WlchU Psanovr«M». —■ iztns ocittiaps Warnung, Au dor gestrlM Börse sind die meisten m der Kulisse gzliandctten Renten tut Kurse zurückgegangen. Dir Vierpvo-rntige Mninen.'e stickte sich um 370 K., die Julirente um 200 K, di« Frbruarwnte um 150 K., die Aprilrente um 300 K., die Goldrente um 1100 K. nstv. Das Anbot überstieg bei weitem die Nach« frage. Tie Spekulation scheint nunmehr den Rückzug angetvet« zu haben. Allgemein wird der Ansicht Ausdruck verliehen, baß die Kurssteigerungen zu überirieben waren und daß der Optimismus ftäcker gespannt w>ar, als den Tatsachen entsprach. Biel beachtet ivurde der Umstand, daß deutsche Blätter vor dem Ankauf öftere reichischer Vorkriegsworte warnen. Gestern ging der Termin für die tschechostowakilche Kvwversionsauleihe zu Ende. In den tschechoslowakischen Eiseitbah»- prioritäten wurde fern Kurs gemacht. Das Anbot überstieg bat weitem die Nachfrage. Die verlosten Pfandbriefe Erden nicht mchr ^handelt. In der am Freitag abgchaltcnen Engnele gab der Rogiorun>B« verlrercr auf eine Anfrage eines Enguekmitgliedes die Erklärung ab. daß der Handel in denjenigen Pfaiibbriestn, deren 'Notiz ausgelassen und durch Kundmachung an der Wiener Börse nostrisizicrl wurde, auf keinen Fall g e sta t t e t sei. Es firrd dies alle verlosten Psandbrncst. Infolgedessen ist nunmchr jedsr Handel in diesen Pfandbriefen untersagt. tzköstnung der PalSftdiameffe. Die ersten palästinensischen Pianos. Jerusalem, 13. März. (I. T. A.) Die palästinensische Mkesse für den nahen Osten, die zum ersten Male i>m Oktober 1925 eröffnet wurde und einen so erfreulichen Erfolg hatte, wird am 10. d. für die Osterzeit im selben Umfang wieder eröffnet werden und bis zum 10. April dauern. Das Ziel der Veranstalter der Ausstellung ist, die Wichtigkeit der Landesproduktion zu betonen. Unter iben zahlreich ausgestellten heimischen Fabrikaten rverden die ersten in Palästina hcrgestcllten Pianos zu sehen sein. 8ine PsundMeihe der Skodawerte. Prag, 15. Mär;. (Tel.-Komp.) Die SkobaLverke haben m England eine P f >u n d a n l e i h c von. 2,5 Millionen bei 7,5 Prozent Verzinsung und eirtem EmissionslKurs von 95 abgeschlossen. Von dieser Anleihe wird eine Million zur Konversioit der im Jahre 1923 abgeschlossenen Anleihe verwendet. Als Deckung dienen, wie das „Prager Tagblatt" erfährt, außer unbeweglichen Vermögen der Gesellschaft die rumänischen Renten der Skodawerke urckk serbische Bons. Die Anleihe, die noch im Laufe dieser Woche in London zur Zeichnurrg aufgelegt wird, soll zur Finanzierung ausländischer Geschäfte Verwendung finden. Gewesene österreichische Finanzmnnstsr über dst WirtschaDläge. Auf denk Landesparteitag der steirischen ChriMchsozialerr haben die beiden stüheren Finanzminister Dr. Gürtler und Dr. Ah r er über die jetzige östorreichische Fmair^age gespwchen. Beide verteidigten die bishevigen Finanzmaßnahmen der österreichischen Regierung. Dr. Zchrer stellte Mmenllich den öftere reichischeu Banken ein gutes Zeugnis aus. Er sagte n. a.: „Die Banken waren in dm schwierigsten Zeittn die Geldgeber der Industvie. Sie brachten zuerst die Kreditvermittlung zustande, infolge des guten Rusts, den die KrcditorgMiiätionen in der großen internationalen Welt genossen und noch genießen." Diese harten Worte waren kaum dem Muttde EmanueW entschlüpft, als er sie bereits lheftig bereute. Kefänlftigettö setzte er sogleich hinzu: „Ich möcht' Euch nur bewahren vor dem Unglück, über Euer ^Handwerk hinaus zu wollen." „Und wenn mau auch hinatts wollte," sagte der Schlosiep trübe lächelnd, „es gibt schon Stricke mÄ eiserne Haken, die eimn zurückhalten." „Und die. lvären?" rief Emannel, aufmerksam geiivorM durch lden geheimnisvoll, tichsimrigen Ausdruck, den Trendeck auf diese Worte legte. „Das Geld," sagte dieser langsom, unö Emannel konnte benrerken. wie ein blitzschnelles Aufleuchten aus >den Augen des Meisters das gegenüberstehende Halts traf. In ^denffelben AugeMicke trafen sich die Micke der beiden Männer. Emanuet hatte alles erraten. Wenn es nicht das Erröten deck Schlossers trotz der Schmiedessefarbe geoffenbart, — eine weibliche Gestalt, die gegenüber -in dem -Hause des reichen Brandeis am Fenster gestanden, und tvie ein Windhauch vorübergeglitten war, als sie die Micke der beiden Männer wie verabredet auf das Haus sich richten sah, hatte ihm alles gesagt. Ein furchtbarer Gvimm wollte aus Enranuels Lippen tteten und Harle Worte ibent Schlosser ins Gesicht schleudem. Innerlich riefen taufend Stimmen: „Der ist auch verloren! Das Geld 'hat es ihm angetan; auch der wird an sein«n Handwerk zuur Verräter werden, wird es an den Geldsack ankoppeln, und wir sind um eine Hoffnung ärmer geworden," aber keines dieser inneren Gewitter fand seinen Ausbruch« Eher war es Mitleid und Erbarmen, das den Doktor sagest ließ: „Ich fürchte, Areist-er, Ihr wollt mit Eurer Hoffnung weiter hinaus, als Ihr 'foit. Das reiche Mädchen da drii'öen ist für Euch höher . gestellt, als -der höchste Blitz« ableiter auf dem St. Stephansturm! Das möchte ich Euch' gesagt haben." Kopfschüttelnd blickte Trenderl dem Doltor nach, als Westnach jenen ernsten Worten ohne Gruß aus der Werkstätitz ging. Was wollte denn der Doktor gesagt haben? Während des Schmiedens stand chrn stets die ernste GZtalt Emmueilck vor Augen, und die Ermahnungen, die aus dessen Munde flw kommen waren, folgten sich fast so gleichartig lwie die Schlägel des .Hammers auf de« Amboß. HflWAllAlUtA LJI^A V