Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2535 (14.3.1926)
- Date
- 1926-03-14
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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9 mmemr •/jgiws"' r "*'-«i*3*1 ■.JwnWT’JW'VS".: Nr. Z8N5 Wen. Zonnfgg Mfener* Myft»c irrest« Ntt l^k. Mrz 1026 Mir 1L Aus ven Theatern. Burgtheater. Morgen 7 Uhr abends, »P e e r G y nt" (Theatergemeinde Serie F). i’ltaoentieiocoicr Dienstag, l/»B Uhr abends, „Marie oder Auf sanfte Art". Abonnement, III. Gruppe.) Operntheater. Morgen, 7 Uhr abends. „B o r t 4 G o d u n o w". B o l t s o p e r. Morgen „L o h e n g r i n". — T e i k o K i w a tritt nur noch Mittwoch den 17. d und Samstag den 20. d. als Butterfly auf. Deut'ches Bolkstbeqter. Leopoldine K o nst a n t i n verabschiedet sich heute nachmittags in Tnmas' „D e m i m o n v e" und morgen in „V e r o n i k a". Mittwoch erfolgt das letzte Auftreten Arnold Korffs in Schnitzlers „5k omödiederWort e". Samstag gelangt Shakespeares Lustspiel „W a Z ihr w o l l t" mit A exander M o i s s i zur Aufführung Raimund-Theater. Max Patlenberg verüb chiedet sich heute abends in „D e r W a u w a u". (Beginn 7 N h r). T h e a t e r a n der Wien. Die Premiere der neuen Kalmtznichen Overette „Die Zirkusprtnzessi n", Text von Julius Brammer und Alfred Grünwald, ist für den 26. d festgesetzt Die .yauvtrollen werden non den Damen Bett« Fischer, Elsie A l t m a u n und Mizzi Z w e r e n z und den Herren Hubert M a r t s ch k a. Fritz Steiner. Richard Waldemar, Hans Moser und Otto Langer dargestellt A v o l l o t h e a t e r.. Heute -- .iich des Mesiesonntags sinken zwei Festvoistellungen der großen :/m.üuc „A vollo? Nur 2t p o l i o!" ftatt. Beginn der Nachmittagsvorstellnng »m 3 Uhr zu kleinen Preisen (ungekürzt). Eine Soudervorstelluug in der jüdischen Bühne. Montag den 15. b. findet in der Füdischcn ^Bühne. Wien, 2. Bez., Taborstraße 12, im Ralimen einer S o n d e r v o r st e II u n g die 50. Ausführung der evso.'gre'ichen Komödie „D s ch o j k a l y Bloffer" statt. Auftreten von Nora G l ü ck § m a n n. Wenige restliche Karten an der Tageskasse. Eine inter:ssante Opernpremirre fand in der Züricher Tonhalle statü Die int Jahre 1095 entstandene englische Musiktragödie „D t b o u n b 21 c u e a §" des Westmmsteror.ganisten Henr y P u r c e l l, einer der ersten aus britischem Boden entstrndeneu Opern, wurde unter der Leitung von Alexander Schal ch e t aufgesührt. Das Werk des genialen Tondichters, dessen Wiedergabe seine mit Unrecht vergessenen übrigen Schöpfungen kennen zu lernen ncchelegte. hatte einen ganz außerordentlichen Erfolg. Scheidung des Dichters Jakob Wassermann. Die Ehe des Dichters Jakob Wassermann, der schon seit Fahren von seiner Gattin getrennt lebte, um in Zlltaussec einen neuen Haushalt zu gründen, ist nunmehr, wie der „Gerichtliche Presse-Dieilst" erfährt. gerichtlich geschieden worben. Die Eh» bestand, obzwar die Gatten seit mehr als ach. Fahren nicht mehr zusammen lebten, bisher fort. Trotzt des Bruches zwischen den Ehegatten hat die Einstellung der Frau Fülle Wassermann zu der künstlerischen Tätigkeit ihres Gatten keine Slenderung erfahren, was anr besten ihr Buch „Fakob Wassermann und sein Werk", weiches sie zum fünfzigsten Geburtstaa des Dichters erscheinen ließ, beweist. Hervorragend bewährt zur Bekämpfung rheumatischer, gichtischer, nervöser Schmerzen sowie gegen Kopfschmerzen. Die Wlrlnng tritt unmittelbar et«. Keine schädliche» Nrbenwirtnugen. -«rrztlich lobead begutachtet. - In allen Apotheke», rf in nr J||llllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!llllllllttlllllll!lllll|IIIIIIIII!llll|||i|lll||||||l|||L I BETTFEDERN-SÄM EK 1 | STEPP- UND DAUNENDECKEN | | MATRATZEN | Ü »—*> Qualitätserzeugnisse m §j I Wien, II. Glockengasse Np.4J '^11111111111111111111111111111111111 Telephon 47-209 aiinnniiiimimiiiiiiiiiiiwir Mania Wikler Jakob Steinberger Wien Amsterdam Verlobte Wien im März 1926 Möbelfabrik J. Spira Feine WlBD. III. MMlWM 1—2 Wohnungseinrichtungen (licke Karl-Schweigliofer-üasse) ■ Kirnst «rischer Leiter: Dr. Siegfried Srjdncr *■ _ Confirpncicr; Rudolf Haim vom G.-V. „Homunkulus" PROGRAMM! 1, Cpllpvorlräge; Robert Jrllinck vom philharmonischen Oreiiester; Begleitudj;:'Hubert Jellinck (Harfe) 2. Heitere Vorträge: Gertxude Grübner (Aeuo Wiener Bühne). 3. Humoristische Vorträge: Eugen Strellii (Dir. der Savoy-Bar): am Klavier: Kapellmeister Kucolf Beck. / PAUSB / 4. Gestinaavortrüge Hanna Schwarz (Volksoper). 5. lauzvorführungen: Edith Fysler und Hans Renieff vom Ihenter zu Gera. 6. Humoristische Vorträge Rudolf Mendel. 7. Clumaons: Lilly Schwarz (Simplicissimus). / TANZ |azz-Baudt Obermayei 866/ Beginn: 8 Uhr ubeiids Htkoflh'Ordttiler, Wiener jfid. Gesangverein und Zionistische Besirltssektion Land lraise AKADEMIE Heute £>Ol«ntaq den <4. lUä>z im Ecstsnal de» Volhagarto ''-Etablissements glllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllimillllllllllllllllll!lllll| i Räumungsverkauf! 1 j§ G. 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Opperer, 2. Bezirk Taborstra>-se 12. .zu haben Soeben erschienen: Besuch mErez Umei von Stto Ildes 1!) V Ubilbcv auf st unfci> x ucrpapier Unter dem unmittelbaren Eindruck einer Patäslina»Reise entstanden, gibt dieses Buch des gesch.-tzien Wiener SchriflstelleiS und .strituers ein überaus scharfes und lebensvolles Bild von „ErezIsrael",dei neuen inoischen Siedlung. Fn seinerknavpeii, lempe ameutvollen Art iwtierl und glossiert Duo AveleS wie er im H"ciiiommer Ui.iö das X'ar.ö und seine Memchen sah, die Ebene Fesreel und die neue jüdische Stad) Tel--Awiw, Ferüka ein und Sajed, Tiberias und Haifa, die südlichen Bauern des Emec und der galilaisckeu Berge, die chMoischen, Pioniere und die S aMetuuK"., de jüdiiclien Steinbrecher und Fischer / Eine seneü de, liebevolle, aber mich kritische Darsiellniig der atteriüngslen Eraebn sse zion itikfter Arbeit tu Palästina, von zahlreichen onSgefeichuer gewählten Lichtbildern begleitet Pre?s S. 4.Win Kalbleinenband S. SSV A. 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Fn einem Schaidüiiersatzprozeß, der eben das Iivrllau.de!>- als BeivuifungLgerichr beschäftig!, ist nun der w i ch t i g e G r u n ds a tz ausgesprochen worden, daß ein 3JUm.it, der in nahe Beziehungen zu einem Mädchen tritt, die Verpflichtung hat, sich davon za überzeugen, ob er gesund ist, wenn er vorher mit einer anideren zu tun hatte, selbst wenn er gar keinen Verdacht ha:, daß er krank geworden sein könnte. Frau Paula G., eine Buuüesbeamtln, hat g.'gen ihren geschiedenen Gatten, den Bahnvorstand Matthias (G-, eine Klage aus Zahlung von 10 Millionen eingebracht, den sie als Schmerzensgeld dafür verlangte, daß sie in d^r Brautzeit durch Berschuliden ihres späteren Mannes krank geworden ist. Die Ehe kam unter ganz merkwürdigen Umständen zustande. Das Paar hatte zunächst ein Vechältnis unterhalten und G. weigerte sich, sein gegebenes Eheversprechen eiuzulvseu. Deine Geliebte erstattete damin die Anzeige gegen ihn wegen Verführung und gleichzeitiig auch wegen Gefährdung d e r k ö r p e r l i ch e n Sicherheit, weil sie oben durch ihn erkrankt sei G. wurde auch zu einem Monat strengen Arr.sts verurtellt. Er berief gegen das Strafausmaß und richtete es so ein, daß er sich mit Pauline am Tage, an dem die Berusungsverhandlung stattfarrd. sta-ndesamtlich trauen Ließ. Der Trauschein war von 9 Uhr früh ausegestell!, mn 10 Uhr fand die BerhaiMing statt Deine Gattin erklärte min,:{ie habe kein Interesse an der Bestrafung d:s Mannes, entchlug sich der Zeugenaussage uwd, Matthias G. wurde frei gebrochen. Die unter Patronanz des Straifgwichtes goschlosseue Ehe wurde kurz nachher geschieden. Nun strengte die Frau wegen der Ansteckung eine Zivllklage gegen ihren geschiedenen Gatten an. Di.' begehrte Schmerzensgeld in der Höhe von 10 Millionen. Der Beklagienvertreter, Dr. Leopold R ose nfeld, bestritt st auf das entschiedenste, daß sein Klient auch mir eine Ahnung davöu'gehabt habe, daß er krank sei. Wohl müsse er zug.-ben. daß er sich in der kritischen Zeit mit einer anideren Frau eingelassen habe, hätte er aber nur im entferntsten einen Verdacht gehabt, so würde er sich, seiner Braut nicht genähert haben. , Oberlandesgevichtsrat Dr. Heran bemt Bezirksgericht Leopoldstadt gab der Klage statt. In den Urteilsgründen heißt es: Das Gericht stellt fest, daß kein Nachweis dafür vorliegt, daß dem D klagten die Tatsache feiner Erkrankung bewußt war.'Das sei aber zur Verurteilung des Beklagten nicht erforderlich. Es genügt, daß festgestellt wurde, G. habe Beziehungen zu einer auderen Frau unterhalten, bevor er sich seiner Brau-i näherte. Er habe sich nicht davon ü b e r z c n g t, daß dies ohne Krankheitsfolgen blich, und darin liegt ein Verschulden, daß den Beklagten verpflichte, die im Sinne der Klage beg.hvte Entschädigung zu leisten. Gegen dieses Urte-il wurde die Berufung eingchracht, doch kam vor einem D na! des Zivillandesgerichtes ein Vergleich auf der Grundlage zustande, daß der Beklagte sich bereit erklärte, die io Millionen, zu denen er verurteilt wurde, in. Monatsraten zu tilgen. __ Schwere Beleidigung eines öffentlichen Funktionärs. Boi dem Landesgerichisrai Dr. Arie. Strafbezirksgeiricht 1, gelangte gestern eine Ehreirbel.idigungSklage zum Abschluß, die, wie berichtet, der sozialdemokratische Bezirksvorstcher-Dtellvertreier vom Neubau, RechtSamvalt Dr. Emil Maurer, gegen den Kaufmann Anton Bau m garte n, einen ehemaligen Paneigenvfseil, angestrengt ha'ie. Der Beschuldigte benützte jede Gelegenheit.-um den Kläger zu schmähen, lediglich von der Glicht geleiti, dre politische Stellung und die Existenz des Klägers m. 'untergraben. Trotzdem er schon iviederholr Cchlenerklärungen abgegeben hatte, setz-e er die Beleidigungen ion: im 25. -November 19-25 rschie» er bei dem Obmann der Mieterorganisation für den 7. Bezirk und machte die Aeußevuna: „Dr. Maurer hat kein Recht, in Fragen des Mieterschutzes drein-uEn, er ist dm Gauner, ein Bet rüg e r, ein Schurke und ein W o hn u n g 2 s ch i e b e r." Nach durchgesüh' tem Beweisverwhren wurde der Angeklagte Bamnganen im vollen Um sang der Ehrenbeleidigung schuldig erkannt und zu .inet Woche A r re st mit snimaligem irrten Lager, jodoch bedingt, unter Emräumung einer dreijährigen Bewährungsirist. verurteilt. 954862^58495117761^48575^14337