Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2535 (14.3.1926)
- Date
- 1926-03-14
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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. v WETT, 'WVWIHUJJ . ■■ ■-! I, immrnmmmmmmmmm*.-- mmmi ■ ■ > Ter Stadttempel and sein ßrbauer. Bon Jngenio»«r Frltz Reich!. Eine düstere, von hohen Häusern begrenzte, enge mtb Ättsteigende Gasse, ein nüchterner Hauseingang und ein dunkler Hausflur; dann eine unregelmäßige Borhalle und Plötzlich zwingt ein hoher, strahlender Kuppelraum den Wandernden zu innerer Einkehr, Abstroiscn alles Profanen. Verborgen in einen: der ältesten Stadtteile Wiens, im Hofe eines schlichten, vielstöckigen Hauses hat die Wiener Iudengemeinde bok hundert Jahren einen Mittelpunkt ihrer geistigen ZusaMmengehöviAeit geschaffen und den richtigen Mann gefunden, der ihren Gedanken Gestalt verleihen km?nrs. Josef Kornhäusel, 1782 in Wien geboren, hatte bereits zahlreiche anerkannte Hochbauten in Wien, Baden und den Provinzen geschaffen; er stand aus der Höhe seiner und der Kunst der Epoche, als er aufgefordert wurde, die -Pläne für das neue Gottenaus in Angriff zu nchmen. Ms Reaktion gegen das Rokoko, gegen den Reichtum des Details, hatte die große Revolution zuerst das Direktoire, dann das Empire hervorgebracht. Erst spät winkte sich diese Stilrichtung in den noch monarchisch regierten Evblanden aus und dann zwang die allgemeine Verarmung nach den napoleonischen Feldzügen zur Einkehr. Der Ernst und die Strenge der neuen Stilrichtung fanden drei Verstäubnis und die Führer der Wiener Judenschaft haben durch die Betrauung Kornhäusels eine Lat vollbracht, die sie in die erlesene Schar jener Bahnbrecher führt, die zu allen Zeiten für kulturellen und geistigen Fortschritt kämpfen. Der in der Seitenstettengoffe ursprünglich gestandene sogenannte „Dempfin.gevhof" mußte im Jahre 1823 -wegen Einsturzgefahr demoliert werden. Mit Hilfe einer großen, rasch gezeichneten Anleihe verschaffte sich die Gemeinde die Mittel zu ihrem großzügigen Baupogramm, das außer dem Tempel noch die jüdische Schule, rituelle Bäder, Amtsräume und Wohnungen für Funktionäre in einem Konchlez enthalten sollte. Alle diese Nebenörforderniffe mutzten zurücktreten, sich im verbleibenden Kubus austeilen, denn Kornhäusel gab sein ganzes Können, seine ganze Liebe dem Kultraum selbst. Reiner Hellenismus im besten Sinne des Wortes ist hier Grundgedanke. Man betritt den Kuppelraum, der aus elliptischem Grundriß errichtet ist. Zwölf Säulen in feinsten jonischen Abmessungen, die zwölf Stämme Israels, sind den Umfassungsmauern aus einem Unterbau vorgestellt, der einen Teil der Andächtigen ausnimmt. Die Säulen tragen einen mächttgen Ärchitrav, der das zweite Empore enchält und endigen in Postamenten, die ursprünglich große Armleuchter trugen. Ungefähr in Schastmitte läuft die erste Galerie, doch so weit zurückgesetzt, daß die einheitliche, palladianische Wirkung der Säulen nicht verloren geht. Eine Estrade kn der Hcrüptachse ist der noch höher gelegenen Bundeslade vorgelagert, die als klastischer Portikus mtt Doppelsäulen gebildet ist, bekrönt durch die von einer golden schrmmerwden StraWengloriole umgebenen Gesetzestafeln. Den ganzen Raum aber umspannt eine mächtige Kuppel mit Oberlicht, das HnÜch dem Pantheon in Rom, strahlende Helle, .trotz kleiner Oeffmin", spendet und so recht den Blick, nach aufwärts zieht. Abends sorgt, geschickt angobrächte Soffittenbeleuchtung für die' Ekhellilng der Kuppel; feierlich leuchtet das Gewölbe. Keine überflüssigen Zierate, keine Ablenkung des Blickes vom Ganzen — reinste Architektur ist hier gebildet von einem Künstler seiner Zeit, den eine undankbare Nachwelt kaum dem Namen nach kennt. Er war auch ein gar seltsamer Mensch; einer der vielseitigsten Architekten, der in raschem Lause eine Unzahl von Pvivatbauten, Theater,«, Lust-' und Garteilhäuser»«, öffentlichen Bädern, sogar einen ZiÄus im Prater und Umbauten Int Stift Klosterneuburg schuf. Dreimal verheiratet, wurde er i«nmer weltfremder, zog sich zuletzt unweit deS Tempels mff seinen Turm — er heißt heute noch der ,Kornhä»iselturnt" — zurück, in de««« er, «och bet Lebzeiten ein vergessener Mann, am 31. Oktober 1660 im 78. Lebensjahr starb. Sm Wandel der Seiten. Bon Amtsdirektor Guido Fuchsgelb. Am 21. Februar 1826 haben die Vertreter der Wiener J^denfchaft das nachstehe,«d zu«n ersten Male in feinem Wortlaut veröffentlichte Schriftstück bei der kais. köriigl. n.-ö. Landesrsgiemng überreicht: ,/Hochlöbliche kais. königl. n.-ö. Landesregierung! Die gchorfanfft Gefertigte« wünschen im Hofe des neu eiibauten Hanfes Nr. 494, über den Eingang des, für die Israel. Belhanstalt bestimmten Lokals, die in der Beilage A enthaltene Auffchrift zu setzen, vermittelst welcher, die von Seiner k. k. Majestät, durch Allerhöchste Entschließung vo«N 8. Fe-bruar 1811, und $« Folge des hohen Rg'gsdekretez vorn 19. März 1812, den hiesigen Israeliten bewilligte Gründung, ihrer Andachts-Religionsunterrichts- und anderer wohlthätiger Anstalten, verliehene Gnade angedeutet würde. Da nun wie 1. die zugleich sub B. beygefügie, von dein k. k. Censor «ind Translator In« hebräischen Fache L. M. Herzfeld ausgestellte Crklämng und hinsichtlich Ueberfetzung zeiget, die Attffchr'ift großentheils aus biblischen Texten zusammengesetzt, oder ihnen nachgebildet ist; 2. der Inhalt derselben im allgemeinen sich auf die . gedachte Allerhöchste Entschließung gründet, rrnd 3. sie rmr in dem, vor dem Eingänge der Betharlstalt befindlichen Hose angebracht werdem soll, und selbst beym Offenstehen der Hausthüre, von der Straße aus nicht gesehen werden kann, so hoffen Unterzeichnete, daß dieser ihr Wun'ch, die von Allerhöchst Seiner k. k. Majestät, ihren hiesigen Glaubensgenossen verliehene Huld und Gnade, durch eine kleine Inschrift auszudrücken, keinem Anstande unterliegen dürfte., und bitten unterthänigst, daß Eine Hochlöbliche k. k. n.-ö. Landesregierung hierzu die hohe Genehmigung zu ercheilen, gnädig geruhen wolle. Wien, am 21. Februar 1826. Die Vertreter der hiesigen israelitischen Einwohner: Max b. Hönigsberg, M. Ritter v. Neuwall, I. Edler v. Ltlienberg, I. L. Hoffmann, M. L. Biedermann, Salomon Preislich." _Mm Nr. §838 . Aufschrift über bcm Eingang zur Betanstalt der JsraÄiten w Wien» im Hose des Hauses Rr. 494. ZIEHET EIN IN SEINE PFORTEN MIT DANK LOBET PREISET GOTT! ER ERWECKTE DAS GEMUETH SEINES GESALBTEN KAISERS FRANZ I. WELCHER DEN ISRAELITEN WIENS HULDVOLL BEWILLIGTE ZU WEIHEN DIESES HAUS DEM DIENSTE GOTTES dem Unterrichte der jupend UND FROMMEN WERKEN IM XXXIV. JAHRE b EINER GLORREICHEN REGIERUNG. * Am 1. März 1826 langte das Aktenstück an den erst» Unterzeichneten Vertreter mit den« Entscheide zurück: „An die Vertreter der hier tolerierten Israeliten! Es unterliegt keinem Anstande, daß die inerwähute« Inschriften aus den« Eiugang in die neu errichtete israelitifche Bethanstalt gesetzet werden." * Auch heute noch ist diese Inschrift an jemr Stelle angebracht, die ihr unter dein Zwange der damaligen Verhältnisse vor htlndert Jahren zuge.vlesen wurde, u»«d zwar so, daß sie selbst beim Offensteheu der Haustüre von der Straße aus «ticht gesehen werden kann". Sie befiitdet sich, wenig von den Tempelbesuchern bemerkt, oberhalb jener Eingaiigstüre,' die erreicht tvird, wenn man das Hauptportal des Tempels und die davauschließende große Vorhalle passiert hak. Weithin sichtbar geworden sind jedoch die Werke, welche seither von der Wiener Judeiffchaft dem Dienste Gottes, dem Unterricht der Jugend und jenen Zwecken der Fürsorge für Alte, Sieche, Kranke, Waisen und sonstige Hilfsbedürftige, . die wir als „fromme Werke" bezeichnen, errichtet wurden. Aus dem ZmammenWuß des kleinen Kreises von „Tolerlrten" ist die große Wiener Kuliusgemeinde erstanden, die heute mehr als 200.000 Seelen umfaßt, ei« Gemeinwesen, dessen fortschreitende Entwicklung durch die «nannigfachen bedeutungsvollen und weltgeschichtlichen Ereignisse in den abge- 'lauftnen hundert Jahren «vohl zeitweilig erschwert, nie aber unterbrochen werden konnte. Wie die einstigen Bororteg«mei'nden mit der politffchen Gemeinde, so sind auch die Kultusgemeinven dieser Vororte n«it der Wiener KultuSgemeiüde vereinigt worden. Auf festen gesetzlichen Grundlagen aufgebaut, erstreckt sich das Tätigkeitsgebiet der Wiener israelitischen Kultusgemeiude als einer Einheitsgemoinde über daS ganze Bundesland Wien. . Das ,Hau8 Nr. 494" — so war das ©Äbe genannt, welches heute in der Seitenstetteugaffe die Orientierurtgsnummer 4 trägt und den alten Tempel umschließt — erwies sich alsbald für die Unterbringung des durch das Zuwachsen immer neuer Aufgaben vergrößerten Bertvaktungsapparates flu klein) es mußte das gleichfalls von Meister Kornhä.wsl -erbaute anstoßende Gebäude (Seitenstettengasse 2) mit in An¬ Las hebräische Schrifttum in Altwieu. Bon Ludwig Vals. Aus Deutschlaich tvchl ein scharfer Mich herüber: Die vom Berliner Philosophen MvsrS Mendelssohn und seinen Jüngern im Geiste des 18. JahchundwtS entfachte jüdische Äufllärungsbetvegntig zicht immer wettere Kreise mch wich in dem Schrifttum der zeitgenössischen Judenheit heiß umstritten. ES liegt durchaus in der Natur der Sache, daß die Bahnbrecher der neuen Bewegung, die an den Grundftsten des alten Judentum» zu rütteln beginnt, vorerst hebräisch, in der lebendigen Ltteratursprache deS Judentums, schreiben, auch wem sie in ihren Schriften gegen daS Hebräische auftreten. Und so offenbart sich der Uebergang von der alten zu der neuen Zeit am klarsten und deutlichsten in der hebräischen Literatur der Zeit. Ihre Träger sind nicht Mchr die alten RMinen, sondern junge Stürmer, die gegen das Mte mit den scharfen Waffen der Jugend rücksichtslos zu Felde ziehen. Während aber in Berlin die neue Bewegung, die die Erneuerung des Judentums anstrebt, die ganze Judenheit als rein geistige Angelegenheit beschäftigt, stößt sie in Wien Machst aus nahezu vollständige Interesselosigkeit. Die ntit dem Toleranzwesen verknüpften und durch die Entwicklung gegebenen Wiener Verhältnisse sirw darm schuld und nicht etwa ein mangelndes Interesse für die Sache des Judentums. Denn mögen die Spitzen der Wiener Jüdenschast in dem rauschenden Ui«d oft berauschenden Treiben der vornehmen, eleganten Salons der christlichen Gssellschast und ihrer Mentalität noch so sehr näher kommen, die geistigen Brücken zur altjüdischen Vergangenheit sind noch nicht abgebrochen. Es führen noch schmale Stege hinüber. Mm hängt nicht mchr mit vollem Herzen an dem Geiste und Sinne der Mleicht alwäterisch <mmute««den Ueberlieserungen, allein das Interesse für sie ist in den Herzen noch nicht irloschen. Noch glimmt die Glut unter der Asche. In Wien liegen ober die Verhältnisse ga«»g anders als in Berlin. In der kaiserlichen Residenz, wo die Juden zufolge Fehlen» einer Gemeinde und vermöge ihrer sozialen Stellung mchr dem Einflüsse der nichtjüdislhen Welt ausgefttzt sind, winkt vor allem der Einfluß de» Hofes, der jede geistige Regung im Keimt zu ersticken sucht. Während um die Wende des 18. Jahchu««dertS in den deutschen Landen die Literatur einen großartigen Aufschwung nimmt, bleibt eS in Oesterreich, trotz des josefinischen Jnt.nnezzos, mäuschenstill. Auch bei den Juden, W Gegensatz.zu ihren Berliner PckKgenoffeu, Down ändert aM das Bestreben der Kaiserin Marti Theresia und ihres SohneS nichts, die Juden dem der Christenheit verderblich erscheinenden Einfluß des Tal- «mds zu entziehen, wobei sir ihnen den Besuch der Hochschulen erlauben. 1783 gibt es schon eine ansehnliche Anzahl von jüdischen Studenten in Wien, unter denen aber von irgend einer Aufklärungs'bewogung nichts zu merken ist. Grundverschieden ist auch die rechtliche Lage der Juden in den beiden Städten. Die Berliner Juden werden bereits 1812 der Emanzipation teilhaftig; aber auch schoit stüher genießen sie einen gewissen Schutz, brauchen sich nicht vor einer Ausweisung zu änüstigen, besitzen -eine eigene Gemeinde, während es den Wiener Juden, trotz des Toleranz- Patentes, an allen diesen Selbstvechättdlichkeiten des Lebens gebricht. In Wien tmll der Jude vor allmt sein nacktes Leben in Sicherheit bringen und strebt daher in erster Reihe die Aufenihaltsbowilligung, diese Voraussetzung des Daseins, an. Das Toleranzpatent, das gegen die Ausiveisung keinen Schutz bieter, wird denn auch in Wien viel kühler ausgenommen als in Berlin, wo es eine nachhaltige Wirkung ausübt und wo Hymnen mif den Kaiser Josef cmgestimmt werden. ZU einen« Kampfe für und wider die AuftlürMig kommt eS gar nicht in Wien. Die Gesetzestreueil hlrben gar kein Interesse daran, diesen Kampf heraufzubeschtvöretr, «vährend die Lauen den UsberliefetlNtgei» Lebewohl sagen, chne sich mit dem geistigen Inhalt des Juidentilms auseinander zu setzen. Sie sichen gefühlsmäßig unter dem Einfluß des ratio««ellen Zeitgeistes und daher auch der Ideen der Bienoelssohnschen Schule. Dem Zeitgelste folgend wendeil sie sich vom alten Judentum ab. Ist der innere Bruch vollzogen, gehen die Juden — wie die übrigen Wiener — ihren Vergnügungen nach nno scheren sich nicht iveiter um die Fragen des Juden tu n«s. Für einen geistigen Kampf gibt es hier keinen Raum. Hier gibt es nur Festhelten oder Abkehr. Bon einem Hochfluge der Ideen kann es in Wien schon cm» dem Grunde nicht kmnmen, weil es gar nicht zum Ailfkeimen der Ideen kommen kaicn. In der geistig lirub rechtlich geknobelten Wiener Judenheit macht sich oer Mangel an schöpferischer Gestaltung gelteicd. In dieser Atmosphäre kann auch Ütln Kampf um die Aufklärung entbrennen. Twtzdem findet die neue Literatur der jüdischen Swrm- und Drrngperiode auch in Wiener führe,loen Kreisen Anklang. Dir tätige Miiabbeit fchlt, in den Abo«nel«tenlisten der Werke der AnfklärnngSliteratur, wie sie' nach dem Branche der Zeit am Schluffe oxr Bücher abgedrnckt werösti, begegnest «vir aber den Namen der tzerdorWerOsden Vertreter der Wieiter JOnchvit. Vor allem ist dies bei der berühmten Mendelssonschen deutschen Bibelübersetzung 1783 der Fall, ivas allerdiugs- — b!8 ms einige FM darauf zurückzuführen sein düvste, daß die Zeichner in fveundschoiftllchen Beziehungen zum Hm«se Arnstein sichen, deffen Berliner Berivandte — ein naher Famillenangchöriger!, David Fviedländer, fft der radikalste Jititger Mendelssohn» — warme Förderer der AufklärungjbeivegiiNg sind. Unter den Beziehern des Buches ragen die Notabeln Nathan Arnstein und Frau, Bernhard EskeleS, Israel Hönig v. Hönigsberg und MarkuS Ritter v. Nenwall hervor. A««ch die in Deutschland erscheinende hebräische Zeitschrift „Hameassef" (1768) zählt mchreve Bezieher in Wien, wobei jedoch gleichfalls der Einfluß deS HnffeS Arnstein maßgebend sein dürfte^, da einige der Wonnenten getaufte Kinder haben und am Judentum nnr ntchr tvenig Interesse nchmen. Einige Wiener Notabeln, darunter David Wertheim und sein Schn Enwnel Israel v. Nönigsbevg mtb sein Schn Max, Gabriel Götz Uffenheimer und Isaak Löw Hosmann v. Hofmannschal solvie der Arzt Dr. Elias Hirschseld bekunden hingegen twfes Berständnis für die geistigen Schätze des Judentums, an denen sie selbst reichen Anteil haben. Sie besitzen ein gründliches hebräisches Wissen, dessen Pflege sie oft und gerne obliegen. Aber auch der Freiherr v. ESkeles hat.in seiner Jugend eine schr sorgfältige hebräische Schulung durchgemacht. Und so ist der innere Zusammenhang zwischen den voritehmen jüdischen Salons und der hebräischen Literatur vorhanden. Dieses Schrifttim liegt scheinbar abseits von dem Leben der voruchuten Wiener Judenheit und doch ist es mit starken Fäden mit ihm verbunden, die ein Außenstehender gar nicht vermuten würde. Trotz der nngünstigen Voraussetzungen e«,ttv!ckelt sich Wien im Laufe von «venigen Jahren zu einM der tvichtigsten Samnelpunkte der jüdischen AufflÜrung. Dies erfolgt jedoch in erster Reihe nicht durch Hlnzutun der Wiener Juden, solidem dank einer RogierungsnlaßnahMe, oie Älerdiugs^ ganz aitdere Ziele im Auge ha«. Kaffer Josef ist mit allen Mittel bestrebt, die heinrische Indlcstrie «nid das Gelvevbe zn> fördern und das Hinausströmen deS Geldes attS seinen Staaten zu vechindem. ES wird ihm berichtet, daß die österreichischen Juden ständig große Mengen hebräffcher Bücher Ms den« AuSlande bezichen. Dies veranlatzt den Monarchen, die Errichtutig von hebräischen Buchdruckereiön im Inlands zu begünstige««. Kaffer Franz geht um ein-n Schritt weiter, indem er 1800 die Einfuhr vor hchräffche«, Drpck«ver<en in seine Staaten überhaupt verbietet. So entsteht rf» erste die hebräische Buchdruckerct der Anton Edken v. Schmid in der Mergaff«, die ln der gattfeu jüdischen WA« lW einen klanqvcMiOcWM ft ütl MÜ