Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2535 (14.3.1926)
- Date
- 1926-03-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Veite 4 Dien. Konnkag OcA €uv entfettet:! durch Dr« Hoffbauars Entfettungs -Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung, angenehmem Oe« schmack, vollständig unschädlich, stellen eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Diittwang oder Aenderung der Lebensweise. Prompte Oewichtsabnähme. Vom Volksgesundheitsamt bewilligt Nr. 911 Kein Abführmittel Keine Schilddrüse Depot» Apotheke »Zum RSmlsohen Kaiser*, Wien, I., Woilielle 13 zisten Dr. Nieolajevie: „Auf viele Jahre..." scharf protestiert, weil es die Sittenlosigkeit Vieser City realistisch enthüllt. Mit einem Wort, wem ckivas nicht paßt, der darf dreinreden. Dich aufznregen, steht ja jedem frei und vielleicht sogar dadurch zur Erkenntnis und zur Besserung zu gelangen. Die Freiheit der Kunst (und nochmals: auch der Presse) darum antasten, weil jemanden etwas nicht in den Kram paßr, darf niemand. Das griechische Verbot, Namen in den Komödien zu nennen, hat schon damals der Kunst Fesseln auferlegt und paßt heute gar nicht mehr. Das Iittlichkeitsaposteltum wider die Kunst und die Presse ist nur ein Deckmantel für eigene Sünden. Daher der große Kampf des Spießers gegen George Groß und Egon Schiele, daher jetzt die Kampagne gegen das RostaMItück (die Habsburger und die Momenuovos sind beleidigt), daher der Protest der Belgrader Schieber. Das ist eine Linie: von der Razzia auf Liebesabenteurer in Stundenhotels bis zum Kampf gegen Nackttan; und.zur Theater- und Pressezensur. Der zitternde Snob, die ausgestachelte Provinz, der selbstherrliche Polizeiprosoß. Alles Feinde der Freiheit, Feinde der Kunst und des Lebens. Ta aber die Kunst noch lange den Geizhals darstellen wird, obwohl der Geizige sich betroffen und beleidigt fühlen wird, haben sie alle so ziemlich die Rechnung ohne den Wirr gemacht. Wien stand diese Woche im Zeichen seiner Jubiläumsmesse. Man kann sich schwer ein Bild dieser Woche denken, ohne einen Besuch in der Messe. Sie ist ein Traum des Hungrigen von der Buttersemmel im Himmelreich, der Traum des Detaillisten vom Großbetrieb, der Traum von einer Vergangenheit, die Gotc sei dank nicht mehr da ist, die man aber andererseits doch gern herbeiwünschen möchte. Damals, im großen Reich, ging das Geschäft gm, ohne große Messen. Jetzt zaubert man eine Mffe herbei, damit es besser geht. Der größte Wirbel herrscht in der Rotunde und rund um sie im freien Gelände. Schon auf der Hinfahrt spürst du den Hauch fremdenfreundlichen Entgegenkommens. So antwortet der Schaffner — aurhentisch! — einem Fremden auf die Frage: „Fahren Sie zur RotmÄe?": „Es stcht ja eh vorn'." Der distinguierte Fremde lächelt bedeutsam. Dann bleibt der' Wagen zehn Minuten stehen, denn auch das Trittbrett ist vollgestopft und der gestrenge Schaffner will laut Vorschrift nicht weiter fahren, bis der letzte Widerspenstige zahm den verbotenen Platz verlassen hat. Halb lebendig noch erreicht man das Ziel und hört schon von ferne das Summen der Maschinen und das heitere Gemurmel der Menge. Denn hier, in der Rotunde, ist alles in Bewegung. Keine tote Schaustellung, die Mr das Ding zeigt, ohne sein Wirken, seine Geschichte, sein Weisen erkennen zu lasten. Hier drischt die Dreschmaschine, die Motove arbeiten, die Kühlapparate erzeugen Kälte und Eis, die Radiolauiprecher vermitteln soeben das Nachmittagskonzert, die wunlderbare Kuckuckuhr in der Jagdausstellung läßt gerade alle ihre Zwälf-Uhr-Geheimn isse erklingen. Und man konnte bemerken, daß wirklich dort die meisten Menschen hevumstanden, wo eine Bewegung, also ein Geschchen gezeigt wurde. Wiener MofftsnzeikitNA Ein totes Objekt, und sei es das schönste, hatte nur sehr wenig Bewunderer. Dagegen mußten sich die Leute für,Eich anstellen, um ftir Geld Würstel effen zu dürfen. Diese Würstchen wurden aber auch soeben vor aller Augen frisch geinacht. Da ließen es sich die Leute doppelt so gut schmecken. Tenn der Wiener liebt heiße Würstel über alles, und wenn er noch zuschauen darf, wie man sie macht, kann er der Derfiihrung kaum widerstehen. Neben der schönen JagdauSstellimg, die anläßlich des Besuches des Buudesprästdmten Hainisch besonders überfüllt war, hat die Lebensmittelausstellung den größten Zuspruch. Meinls Kaffee und die Würstel herrschen vor, Wein und Liköre sind aber auch nicht zu verachten. Wir sind wahrlich kein „trockenes" Land, das beMgten die vielen Akkoholftände, die um 30 Groschen Kostproben verteilten. Diese Stände, welche vornehinlich die Verbindung Mischen der Hauptstadt und den Provinzen Herstellen, sind eine richtige anthropologische Ausstellung der Bundesländer... Studieren konnte man aber in erster Linie die Technik. Ueberall, neben Geschäftsleuten und Interessenten, junge Gesichter, die eifrig über Probleme der Technik diskutieren, lieber Achsen, Räder, Motore und Gas. lieber Elektrizität, die große Erlöserin der Landwirtschaft. (Mas sie der Industrie geleistet hat, ist schon fast selbstverständlich.) Pflüge, säe, ernte elektrisch; im Stall den Kühen elektrisches Licht und im Keller dem Wein und dem Gemüse. Mit einem Wort, der Weg ist gezeigt, obwohl das Ziel noch nicht klar ist. Die Messe soll aber nur Station sein, sie will keine endgültigen Antworten geben. Sie entscheidet nicht, sie bemüht sich und erklärt nur. Und darum sprechen die Aussteller so viel von Repräsentation. „Das Geschäft ist schnxich, wir erwarten auch nicht viel, Gebote der Repräsentation aber usw...Sie zeigen, was sie können und sie können viel. Sie können zu viel für dieses arme, kleine Land. Der Kopf könnte so riesenhaft werden, daß der schwache Körper ihn kaum erträgt. Darum ist uud muß für Oesterreich Freindenvevkehr, Auslandshandel Parole, Programm Trumps sein. Denn sonst würde sich die Abschrift bewahrheiten, die ein riesengroßes, kunstvoll gearbeitetes Faß, das auf der Messe ausgestellt ist, trägt: „Was hisst der Welt das größte Faß, Wenn's lclider Gottes leer ist? Der kleinste Krug, gefüllt mit Naß, In meinen Augen mehr ist." i. ch. Ti. Mr, sWt ttt. »i.»- Wieder eröffnet! Hotel National Wien, II. Taborstrasse 18 Telephon 41-5-93 Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer mit Messendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentralheizung, Lift. Kaffeehaus und Restaurant Im Hausei Massige Preise! Neue Leitung! 8ns Reich der KIrfchenbliite fühlen Sie sich beim Betreten des bekannten Warenhauses der Brüder Schiffmannin der Taborstraße 48 versetzt. Die mit auserlesenem künstlerischem Geschmack arrangierte japanische Innendekoration, die von bunten, Lämpchen durchwirkten, hängenden Blütendolden in weiß und rosa, sind wirklich sehenswert Sehenswert und preiswert ist auch die soeben eingelangte, reichhaltige Kollektion in allerneuesten Stoff- und Seidenwaren fürs Frühsahr. Crepe de Chine, Marocrm. Taftfleure, Faille de Claire. Schottenseide, sowie alle Wollstoffe in herrlichen Dessins und Modefarben werden in der kommenden Woche bei garantiert erstklaffiper Qualität zu staunend billigen Vorsaison-Okkassions- -reisen verkauft. Gleichzeitig wurden die bekannt billigen Preise für Herren- und Damenwäsche. Leinenwaren, Vorhänge, Tep- -iche usw. usw. wesentlich reduziert, um dm: täglich wachsenden Kundenkreis dieses führenden Leopoldstädter Warenhauses wieder einmal die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Brüder SHiffmann zu beweisen und jedem Käufer trotz des herrschenden Geldmangels Kaufmöglichkeit zu bieten. Eine Besichtigung des Warenlagers ohne KaMvang wird jedermann im eigensten Interesse empfohlen. _ Wenn Sie unser Inserat aus Seite 19 lesen, werden Sie die billigen Angebote gewiß zu einem Besuch unserer Kaufhäuser veranlassen. A. Gerngroß Ä.-G. Ser Badener Säuglingstod. Disziplinaruntersuchuwfl gegen Dr. Bussole Vor mehr als Jahresfrist sind im Badener Säuglingsheim sechs Säuglinge nach Impfung mit einem Toxin-Antitoxinsermn gestorben. Es wurde damals eine Untersuchung eingeleitet, nachdem in der Oeffentlichkeit der Erzeuger dieses Serumgemisches, der Universitätsdozent Dr. B u s s o n, als der an dem Tode der Kinder schuldtragende bezeichnet worden war. Dr. B n s s o n hat ein eigenes Laboratorium und ist der staatliche Kontrollor des Serotherapeutischen Instituts. Das giftige Präparat wurde jedoch nicht im serotherapeutischen Institut, sondern im Laboratorium der staatlichen Kontrollstelle unter der Verantwortung Dr. Bnssons erzeugt. In der vorletzten Sitzung des Nationalrats beantwortete der Minister für soziale Fürsorge Dr. Re sch eine Anfrage über den Badener Säuglingstod dahin, daß ein bestimmtes Verschulden nicht nachgewiesen werden konnte, so daß auch der Staatsanwalt die Untersuchung zurückgelegt habe. In der Freitagsitzung der Gesellschaft der Aerzte erklärte aber der Hygieniker der Wiener Professor Dr. Graßberger, der in diesem Falle auch als Gerichtsarzt funktionierte, im Gegensatz zu den Mitteilungen des Dr. Re sch, daß bei der Herstellung des fraglichen Präparates eine Verwechslung geschehen sein müsse. Es sei statt einer Mischung von Gift und Gegengift eine solche von ' Toxin mit Antitoxin hergestellt worden, so daß der Tod des Säuglings tatsächlich auf ein grobes Verschulden zurückzuführen sei. Die Angelegenheit wirbelt jetzt viel Staub auf. Das Ministerium für soziale Verwaltung beruft sich in einer gestern erfolgten Bekanntmachung darauf, daß weder von seiten Dr. Bussons, noch seiner wissenschaftlichen Hilfskraft ein sträfliches Verschulden vorliege. Die Strafanzeige sei auch von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt worden und schließlich habe Minister Dr. Resch Auftrag gegeben, mit größter Beschleunigung festzustellen, wie weit die Angaben Professor Graßbergers den Tatsachen entsprechen. Uebrigens macht man jetzt Professor Graßberger den Vorwurf, daß es seine Pflicht gewesen wäre, von seiner Entdeckung zuerst dem Minister Mitteilung zu machen und nicht mit Mitteilungen vor die Oeffentlichkeit zu treten, die auf seine Tätigkeit als gerichtlicher Sachverständiger zurückgehen. Bemerkt sei, daß Dr. Busso n ein Schwager des Landeshauptmanns von Steiermark Dr. Rintelen ist. Obwohl das gerichtliche Verfahren gegen Dr. Busson eingestellt ist, hat dieser gegen sich die Einleitung einer Disziplinaruntevsuchung beantragt. , >'i r‘ $ Munte Welt. Wie die Ttmhe abgenützt wird. Wenn unlsere Väter auf der Bandstraße spazieren gingen, da befanden sie sich in einer idyllischen Einsamkeit, verglichen mit den heutigen Zuständen. Dann und wann holperte ein Bauernwvgen an ihnen vorbei oder ein Fuhrwerk und hier da und da sausten ein paar Radfahrer vorüber. Heute ist die Landstraße, die damals durch den Eisenbahnverkehr entlastet war, durch die Entwicklung des Kraftwagenwesens wieder neubelebi; immerfort zischen Autos an uns vorüber und rattern schwere Krastlastenwagen. Achnilich ist es ja auch in den beichten S:raßen der Großstädte, wo sich ein Verkehr abspielt, den -man sich früher auch nicht im Traum verstellen konnte. Damit -acht aber eine starke Abnützung der Straßen Hand in Hand, und der Straßenbau ist vor ganz neue Ausgaben gestellt, über die Ingenieur P. Feßler in der „Umschau" nähere Mitteilungen macht. Besonders interessant sind einige Zahlen, die zeigen, Wie stark die moderne Srraße chgetreten wird. So hat man berechnet, daß das Mnterpflaster auf Gehsteigen von den Fußgängern innerhalb 22 Jahren von 10 aus 22 Millimeter abgetreten Wird; Granitsteinpflaster wird auf den Fahrwe-Mn schon in 38 Jahren von 170 auf 5ö Millimeter abgefahren; es findet also hier ein tzmensiver Bnmahlungsprozeß statt, durch den man bir Menge des erzeugten Staubes begreift. Wie sich der Verkehr auf der Landstraße innerhalb eines Bierreljahrhunderts verändert hat, ergibt sich aus den Zahlen des täglichen Durchschn-ittSverkchreS auf der Straße zwischen Karlsruhe und Durloch. Danach wu-rden 1908 1998 Zugtiere, 20 Personen- und fünf Lastkraftwagen geMlt; 1923 waren eS nur noch 578 Zugtiere, aber dagegen 370 Personen- und 630 Lastkraftwagen. Noch rtiel rascher ist der Verkehr in den Städten angemach,'en. 1900 gab es in München an BesörderungSmiiteln 826 Pferdepersonenwagen, 48 Kraftwagen, sechs Krafträder, 818 Pserdel astwagen und 88.000 Fahrräder. Für 1924 aber sind die Zahlen folgende: 290 Pferdepersonenwagen, 2750 Kraftwagen, 2227 Krafträder, 532 Pferoelasuvagen, 1745 Lastkraftwagen und 180.000 Fahrräder. Die Straße wich in der Stadt noch bedeutend mehr in Anspruch genommen als auf dem Lande, aber die Erneuerung ist wesentlich einfacher, da die schadhaften Stellen räumlich begrenzt und leichter zu sperren sind. Auf den Landstraßen sind die Ausgaben sehr viel schwieriger; man hat aber in neuester Zeit mtit verschiedenen Verfahren recht gute Erfahrungen gemach:. Ein reuiger Bilderdieb. Der Redaktion der „Daily Marl" wurde dieser Tage ein Paket überbracht, das die drei Gemälde Constables enchielt, die kürzlich von der Wand des Treppenhauses der NationaGgalerie von Dieben entwendet worden waren. Auch das in der Gutildhall entwendete kleine Qelgemäide ist demselben 33to:t in einem Paket zugeschickt worden. Das Abendkleid im Einschreibebrief. Die Frauenmode von heute, die ein Minimum vpn Gewßcht ausmacht, hat eine Wirkung gehabt, die man kaum oorausftehen konnte. Die amerikanischen Gepackte förter»ngsgesellschaf:en haben nämlich nach Meldungen New-Aorlrr Blätter bei der Behörde um die Erlaubnis nachgssucht, ihre Gepäckstarife erhöhen zu dürfen, da nach ihrer Ansicht die hauchdünne Wäsche und die leichten Kleidungsstücke der modernen Frau sich ohne Mühe in einem kleinen Koffer verstauen lassen, worin die Gesellschaften eine Schädigung ihrer Unternehmungen erbllicken. Die Damenwelt von gestern, so argumentieren jlie, reiste mit großem Gepäck, mit zahllosen Koffern, Plaids und Hutschachteln; diesen Aufwand hat die Frau von heute nicht mehr nötig. Sie sind daher gezwungen, durch Erhöhung ihrer Tarife rtinen Ausgleich zu schaffen. Die gewichtlose Fvauenmcde gibt übrigens zu allen möglichen Geschichten Anlaß; so erzählt man sich in New-Uovk folgende AneKwle: In einem Theater weigert sich vor Beginn der Vorstellung eine Schauspieleriin auszutreten. Trr Direktor ist außer sich und fragt sie nach dem Grund. „Ich erwarte noch einen vliMjchriebenen Brief!" lautete die Antwort. Erstaunte Gesichter, ratloses Kopfschütteln und fragende Blicke bei Direktor, Regisseur und Jnspi- -zien:. „Ja," so ntfmie die Künstlerin, „da ist nämlich mein Kostüm drinnen!" Eine Statue des Sokwtes entdeckt. In Alexandria ist eine Marmorstatue des Sokrates von elf Zoll Höhe entdeckt und von der Dkulpturensammlung des Britischen Museums erworben worden. Obgleich das Gesicht des Philosophen mit groben Zügen dargestellt ist, verrät es doch schärfste Intelligenz und macht den Eindruck eines wirkliichen Porträts. Rund um Darwin. Zu den frühesten Argumenten gegen die Darwinsche Abstammungstheorfe gehört der Hinweis auf das Fehlen des Peroneus tertius beim Affen, eines Muskels, durch den der Mensch inistande ist, die Füßr in der Richtung nach außen zu heben. Nunmehr hat der englische Fonscher Artur Keith in einem Vortrag vor Fachikollegen dargelegt, daß dieses Argument hinfällig ist; auf der einen Seite finden sich immer Wieder menschliche Körper, bei denen dieser Muskel wenig ausgebildet ist oder sogar ganz fehlt, ander ersckts ist bei einer von Dir Keith speziell untersuchten Gorilla-Art, dem Kwu-Gorilla, der In den Gebirgen zwischen dem Tauganyikafoe und Mbertser vorkommt, die Existenz dieses Muskels nachgewiesen. Damit sei ein neues Glied ver Brücke zwischen Affen und Menschen gefunden. Es mag übrigens interesfierrn, daß der Kivu-Gorilla streng vegetarisch lcht. De« Abgeordnete miß dem Damenhut. Im englischen Parlament ist es Sitte, daß Antragsteller ihre Wünsche mit bedecktem Haupte dem Sprrcher des Hauses vortragen müssen. Abgeordneter B u ch a n a n bemerkte kürzlich zu seinem Schrecken bei der Begründung eines von ihm gestellten Antrages, daß er seinen Hut in der Garderobe vergessen hatte. Er bat, um nicht auf seine Rede verzichten zu müssen, im letzten AugeMick seine Nachbarin. Miß Milkinson, ihm ihren Hut zu überlassen. Geschmückt mit einem mit Federn garnierten Damthütchen mch neuester Pariser Mode, ergriff er unter stürmischer Heiterkeit bei Hauses das Wort, wobei er voni Sprecher nicht unterbrochen wurde, da das Reglement ö:e Art der Kopfbedeckung der Abgeordneten bei Begründung der Anträge nicht näher erläutert. m