Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2532 (11.3.1926)
- Date
- 1926-03-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2832 Men, Donners Wiener Morgeirzeltuira 11. Marz Getet Peffach-Kaffee-zusatz Laut Attest Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Timon Schreiber aus vrlau verlgßlich koscher in FlievensquaMSt erzeugt von Heinrich Franck Söhne Kaffeefrrrrogatfabrtt in Linz a. d. D. » U33 Bel jedem Kaufmann zu haben! 1V2 1 1^2 P effach-Ka lffee-öusatz * Hauptverfammltmg der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Man schreibt uns aus Berlin' Dvnirersing den 4. d. hielt die Gesellschaf: zur Förderung der Wssstnschasl des Judentums ihre Hauptversammlung ab, die sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreute. Der Vorsitzende, Pros. Dr. M. Sobernhe-im, erstattete den Geschäftsbericht, aus dem sich ergibt, daß die Gesellschaft das schwierige Jahrzehn: des Krieges und der Inflation gut nberstanden hat. Der gegenwärtige Milglirderstand ist 1561. Im letzten Jahre ist das sehr, beliebte Wert von 2 teinthal: „Uebrr Juden und Judentum" in dritter Auflage hrrausgogeben worden; Teile des Grundrisses und des Corpus Tannaiticum befinden sich in Vorbereitung, und werden demnächst erscheinen/ Ein Zeichen der Tatkraft der Gesellschaft und der Opferlvilligkeit ihrer Mitglieder -ist. daß die Hauptversammlung den Beschluß faßte, ihre beliebte Monatsschrift in erweitertem Untfange erscheinen zu lassen. Es soll auch eine neue Schriftenreihe unter'dem Titel „Beihefte zur Monatsschrift" erscheinen. Der Ausschuß, wurde wiedergewählt. Im Anschluß an die Hauptversammlung hiM Herr Dozent Dr. I. H e i n e m a n n aus Breslau eigen inhaltsreichen,Vortrag über: „Philons griechische und jüdische Bildung" _ Aurtrltte aus dem Judentum. .. Aldos Robert, geb. 5. April 1904, Wien, led., 9. Bez., Währingergüttel 168. Ernst Anna geb. Goldberg, geb. 5. September 1871, Komtenka Slantslau, verh., 13. Bez., Wittmayergasse 10. Spitzer Margarete, geb. 12. April 1899, Gablonz a. d. Netsse, led., 7. Bez., Neubaugasse 92. F t s ch e r Bernhard, geb. 20. Juni 1906, ZaleLczykt, 2. Bez., Wolmutstraße. S i n e k Olga geb. Fcinto. geb. 20. März 1869, Lann ger. gesch., 13. Bez, Linzerstraße 312. I tz n e r Ludwig, geb 28. Juni 1897, Prag, led., 19. Bez., Fel-x-Mottl-Sttaße 6. Ma n nabe r g Dr. Julius, geb. 8. Mai 1?60, Budapest, bette , Univ.- Prof., 1. Bez., Dr.-Karl-Lueger-Platz 8. V o g e l Eiegfried, geb. 25. November 1869, Holleschau, verh., Professor. 8. Bez., Feldgaffe 1. K o h n Johanna, geb. 28. Juni 1900, Wien, led., 5.,Bez., Gaffergaffe 51. M e t s ch Julius, geb. 26. November 1906, Sadaaora, led., 2. Bez., Große Sperlgaffe 36. Goldm a nn OSkar, geb. 13. September 1887, Goleow, leb., 6. Bez., Fendigaffe 1. M a h l e r Josef, geb 12. Mai 1886, Kemmelbach, verh., Prokurist, 4. Bez, Taubstummengasse 15. Deutsch Aurelie, geb. 22. Juli 1893, Budapest, led^ 5, Bez., Krtehubergösse 17. _ Vereine, Bortröge und Versammlungen. I ungzio nt st ische Gruppe der Sektion VI—VIII. Heute, 8 Uhr abends, spricht Prof. Dr Heinrich Glanz über „Kaballa" im VereinShetm, 8. Bez, Benaoplatz 1a, bet freiem Entree. Gäste willkommen. — Soziologische G e-s e l l s ch a f t t n Wien. Heute Donnerstag, 7 Uhr abends, im Hörsaal 93 der juristischen Falultät der Universität Diskussion über „DasProblemderListeiitvahl". Das einleitende Nefetat hält Prof. Tr. Hans Kelsen.— W i e n e r B e t h -H a m t d r a s ch, 2. Bez.. Ferdinandstraße 23. Heute, 7 Uhr, Lektor Dr. S. Gelbhaus, „Historische Psalmen". — Gesellschaft zur Förderung moderner K u n st i n Wien. Freitag, 7 Uhr, im Vortragssaal des österreichischen Muleums, 1. Bez., Wollzeile 45, Prtvotdozent Doktor Herbert Kühn, Köln - „K u n st der Eiszeit". - Jüdifch-atademischerJuristenverei n,8. Bezirk, Taborstraße 1 - 3. Heute, 7» 8 Uhr abends. Fort etzuug unserer Aussprache über „Ziele und Wege der jüdischen Studentenschaft". Leopold st ädter BolkShetm, 2. Bez., Ztrkusgaffe 48. 7 Uhr r Bürgerliches Recht. 8 Uhr: „Goethe und Schiller". BrtgtttvnauerBolkSheim.20. Bez.. Stromstraße 78. 7 Uhrr Stenographie für Anfänger; GesangSkurS. 8 Uhr: Astronomie. * E 38 Boucleteppiche, 2X3, billig z« habe«. Ia., ä statt 170.— S. nur 115 — S. Orendi. Fl«i>chmarkt 1. Neues Hetze» für Oesterreich. Der Bortrag des Herr« B. W. N a n d o l v b, Nriv-Uork, über „Amerikanische Provagandamet Hoden als bedeutende Kraftquelle für Oesterreichs Wirtschaft undVolk" wird am Mittwoch den 17. d. um 17 Uhr 90 Min. abends im österreichischen Handelsmuseum gehalten. Anschließend findet ein Tee statt. gm Tempelverein Beth-Äatstlla im 9. Bezirk. Müllnergasse 2», wird eine BibUichule eröffnet. Einschreibungen tätlich im Sekre artat des Tempels von 6 bis 7 Uhr abends und bei Herrn OberrechnungSrat We'ner, IX., Serviteugaffe 18/19, täglich von 2 bis 3 Uhr nachmittags. ... Sludeut« «Versammlung. Dr. Wolfgang W e i 8 l. Mitglied des Wand Leumi, iprtcht am Samstag den 13. d. um 4 Uhr uachnritlagö ans der Bude der I A B IluitqS. YUl., AuerSpergsttaßv 21. Jüdische Studenten als Gäste willkommen. Kunst. Bühne, Buch. Reue Lrcheftemufik. Ein von dem ausgestichneten Moskauer Dittgeuken Konstantin Sa raÄjew geleitetes russisches Konzert, i'U wolcheni die Pianistin Ella K u g e l das C-Moll-Konzert von Rachmaninoff mit echteck Temperament und brillanter' Technik vortvng, brachte die Erstaufführung der sechsten Symphonie von Nikolai Mjaskowsky, eines repräsentativen Werkes der russischen Moderne: Es ist modern in seiner kombinierten Harmonik, die bei aller Kühnheit niemals eKzsdiert, sondern stets innechalb der'Grenzen der Verständlichkeit bleibt, es ist russisch in der Zehnten umständlichen Tonsprache, in der fast mystischen Unruhe und Gequälkheit, in dem Dunkel feiner Stimmungen, die sich nur langsack und zaghaft zum Lichte emporringen. In den gewaltigen Dimensionen der vitzr Sätze mit ihren strengen Sonateniformen, in den wettgespannten, biswellen marschartigen Dhenren, m dem vielfach volkstümlichen Einschlag und in dem feierlich ergreifenden Schlußchor wird man oft genug an Gustav Mahler, namentlich an dessen „Auferstchunqssymphonie" erinnert. Doch im Grunde wurzelt MjaSkowsiky in mütterlichem russischem Erdreich, in der Syckphonkk Tschaikowskys, die hier freilich ethisch vertieft ist. DA ekstatische Klangwelt Skrjabins und die düstere SÜrmnungÄvelt Mussovgskys — etwa in dessen Zyklus „Ohne Sonne"'— schwingen mit. Das Werk ist mit echt russischer Mystik gesättigt und stk den Spannungen des „Andante appassiona:o" mit seinem sieben» telligen Takt, in den beschwörenden Rezitationen und Sn der schaurig schicksalsmäßigen Wucht des niedersausenden Schlaglverkes zittert förmlich noch die Revolution nach. Emen nicht minder nachhaltigen Erfolg erzielte die ,Idylle" von,Joses-Marx, welche Klemens Krauß in einem zykl'ischen Konzert, des Wiener Tonkünstlerorchesters zur Uraufführung brachte. Seitdem Marx als Rektor der Wiener Musikhochschule mit Amtsgeschäften überbürdet ist, hat man wenig . Neues von dem berühmten Lyriker vernommen. Nun überrascht er in seiner ,^Idylle", einem Concertino über die Pastorale Quarte", durch die Fülle öer AusdrucksmSgl'.chkeiten, welche sich aus der Quart als Siimmnngswert für bukolische Schilderungen ergeben. Aus der Wichelle der Quart, die ja längst von verschiedenen Tondichtem ■ für den Kuckucksruf und andere Naburmaleveien pastoral ausgewertet wurde, entwickelt Marx melodisch und harmonisch einen ganzen Sonatensatz voll lyrischen Reichtums. Wie Telle seiner .^Herblstsymphonie" durchzieht auch seine „Pastoral-Symphonietta" die Impression eines gcheiürmsvollen Leuchten? und Flimmerns, doch diesnval klingt es hell, frühlingSmäßig, zuversichtlich. Gedankliches und '.Tonmalerisches wirten in buntem Wechsel der Tütsi und Soli, der Nah- und der Fernregister zu einem ungemein.reizvollen, farbenfrohen Idyll zusammen, in welchem trotz aller klanglichen Reminiszenzen an Debufsy und Skrjabin die kraftvolle Persönlichkeit Josef Marx' den Ton mlgcht. flb. Mische »Aue. Dias HvtÄ Stefanie in der Taborstraße bchevbergt sie. Seil Jahren schon lebt in diesem Saal eine bestimmte Schauspielergvuppe mit ihrem PMikum einträchtig zusammen. Sie stad unzertrennbar beide, einander nicht abspenstig zu machen, weder von einer Konkurrenz noch von den Umständen. Bon der ersteren nicht (heiße sie Freie Jüdische Volksbühne oder WAnaer Truppe oder Ameriöanisch-jüdrsches Kmrstcheater, die ihnen beiden zeigen wollte, daß «r auch etwas anderes gibt), weil sie radikal mit Hergebrachtem, jahrzehntelang Genossenem bricht; von dm letzteren j nicht, weil diese sie gerade begünstigen. Schauspieler und Publikum haben hier das einzige Ideal, das in der unkompliziertesten Weise verwirklicht ist: die Entspannung. Die einen bieten sie, die anderen empfangen sie. Man darf hier in Tranen zerfließen und vor Lachen selig werden, beides in einem. Es ist ein Protest gegen die Widerstände, denen dieses genügsame Publikum draußen begegnet, und die Erlösung von ihnen. Die drei Stunden, die ein solcher Mensch hier verbringt, rauchend, Getränke zu sich nehmend, mit dem Sitznachbar Meinungsaustausch pflegend, vom Spiel zu Lachen und Weinen gebracht, sind ein Plus in seinem Leben, das die enge Verknüpstheit mit dieser Bühne erklärlich und jedes „Bedenken" über das bedenkliche Repertoire überflüssig macht. Auch das, daß künstlerische Potenzen, wie die eines Jona Re i s m a n n und einer Frau G l ü ck s m a n n sich um Dinge mühen müssen, die ihr binnen nicht entfalten lassen, daß sich aber dennoch unechört zeigt' wie etwa in einem, dieser Stücke Reismmm einen verlotterten Trunkenbold, Vater und Ehemann, oder Fron Glücksmmms sprudelndes Temperament ein New- Korker Mädchen der untersten jüdischen Schichten erstchen läßt, beide aus nichts Gestalten schassend, ans eigener Kraft und Freude am Sipel. p. h. Aus den Theater». vurgtheater. Morgen, 7,8 Uhr abends „Der Richter von Zalamea". (Theatergemeinde, Serie A.) Akydemtettzearer. Morgen, 7,8 Uhr abends, „DieWelt, in der man sich langweilt". Overntheater. Morgen. 7,6 Uhr abends. „Die M et st ersingervon Nürnberg" Nedoutensaal. Morgen, 7 Uhr abends, aU lettsoiree". Deutsche- Bolkstheater. Leovoldine Konstantin spielt nur mehr heute und Samstag in „Veronika", Freitag abends und Sonntag nachmittags in „Demimonde" und verabschiedet sich Montag als Veronika. Samstag, ‘/,8 Uhr nachmittags, ,D 1 eRäntzer". Raimund-Theater. Heute abends „Familie S ch i m e k" mit Max Pallenberg als Zawadll, morgen „D e r H e r r M t n i st e r" mit Pallenberg in oer Titelrolle, Samstag. „Die Dampfmaschine". Sonntaq beendet Max P a l l e n b e v n mit „Wauwau" sein Gast'piel. — Montag tritt, nach ZoTtnoi Abwtsenheit von Wien, Hugo Werner- Kahle >u dc > Schauspiel „D e r D i e b" auf. Dienstag österreichische Uranfführnug-esmüde« MeMPret» ottSgc* zeichneten Lustspielvon Karl Zuckmayer, „D e r f r ö h l 1 ch Weinberg". Theater in der Josefstadt. I« der heutigen Vorstellung von ..Alles und nichts" spielt atmt ersten Male Hans T h t m i g die Rolle des Tambour Pnlverhörndl. NeueWienet Bühne. Heute abends bleibt das Theater wegen der Generalprobe der neuen Revue „Liebesmagazin" geschloffen. Der Zutritt zu dieser Generalprobe wurde von der Behörde mrtersagt. Die Premiere findet morgen statt. Carl-Tbeater. Soüntag, 3 Uhr nachmittag« „D e r R a st e l b t n d e r". Modernes Theater. Morgen Erftauff-hr n n a der Groteske .„Das G e s p e n st e r s ch i f f" von Rudolf Lothar und Oskar Ritter. Ronacher -Operettentheater. Sonntag. 3 Uhr nachmittags, „Dtadame Pompadour". „Hamlet" in modernem Kostüm. Das inieroffanteske Ere^ris 6cc letzten Londoner Theätersaison bildete^ die ,^Hamlel"--Anmihrung in modernem 5ioftünr. Der Jour na listenurw Schrisisteller- Verein Concordia hat mit Direktor Dr. Rudolf Beer den Plan gefaßt, das literarische Expormrent in Wien zu wiederholen und die erste große deutsche „Hamlet"--Aufführung in modernem Kostüm im Deutschen Volkstheater zu veranstalten. DcrMvr Dr Beer hat für die Inszenierung dieser Vorstellung den englischen Regrsseur der ,,Hamlet"-Auffi'choung, Avliff gewonnen. Die „Hanrlcr"-Auffühmng mi: M o i s s i in der Trtelwlle findet zugunsten der Wchlfahrtselnrichtungen der Concordia am 10. Apru?m Bolkstheater statt. Nadioprogvamm. Heute DowMStaa de» 11. Marz. 11 Uhr: Vvrmittogsmujik. - iv Uhr iö Min! Nachmittagskonzert. Kremier: Erinnerungen,'Walzer; D'Albertr. Symphonisches Vorspiel zur Oper „Tiefland"; Lindemannr Die drei Sträuße. Potpourri; Ziehrer: Diesen Kuß der ganzen Welt, Wal rer; Nichols r Sunny Havanna. Tanz. — 17 Uhr 15 Min. r Märchen der Weltliteratur. XIX. Ungarische Märchen. Geprochen von Grete Bach und Grete Doris. — 18 Uhr 10 Min.r Mitteilungen ans den Bundestheatern - 20 Uhr 15 Min.: „Schubertiade'. Aittwirkend : Konzertsängerin Emilie Rutichka Anita Ast (Violine), ein Kammeräpor des Schubertbundes, das Kolbe-Quartett. Begleitung der L edet : Prof.. Aoolf Ktrchi; Begleitung der .Violinvortiäger Musiidirektor M. SB. Ast. Ser Milchpantscherprorrd. Das Urteil. Im Prozeß gegen die Inhaber der „Germania"°Molkersi ist gestern vom Vorsitzenden des Gerichtshofes, Obevlandesgerichtsrates Uhlmann, das, Urtell des Schoffensmals . verkündet worden. Es lautet: Anna Brunnmüller ist.schuldig, vom August 1922 bis Mute 1925 Milch, die mit ihrem Wissen verwässert, entrahmt, beziehungsweise Verfälscht wurde, an die Kunden zu höheren Preisen.. Äs angesichts dieser Wertverminderung aligemeffen gewesen wäre, verkauft zu haben, wobei sie den Abnehmern die Tatsache der Verfälschung, der Verwässerung, >bezlchungAveise der Entrahmung der Milch verschwieg. Otmar B r u nnm ü l l e r ist schuldig, ihr bei diesen strafbaren Handlungen dadurch Hllfe geleistet zu haben, daß er den technischen Organen der Molkerei den Auftrag gab, die zum Verkauf gelangende' Milch zu verwässern.' Josef Brunnmüller und Johann Gyenberger sind schuldig, bei der Durchführung der strafbaren HaMung dadurch Hllfe geleistet zu haben, daß sie der zum Verkauf gelangenden Milch Wasser, begichungsweise Spül- und Schwabwa.sser, teils selbst beigemengt, teils anderen Personen hiezu Auftrag gaben. Hiedurch halben sämtliche Angeklagte das Verbrechen des Betruges begangen und werden verurtellt: Anna Brunnmüller gu 18 Monaten, Otmar Brunnmüller zu einem Jahre, Johann Exenberger zu zehn Monaten und Josef BrurmmMer zu sechs Monaten Kerker, vtrschärst durch hartes Lager und Fasttag in jedem vierten Monat sowie zum Ersatz der Kosten des Strafverfahrens. Ist verspätete Zinszchlnng ein KüntzistunBgrund? DaZ ZivMaltvesals Berusungsgevicht hat neuerlich in einer wichtigen uvietrechtlichen Frage Entl>cheidungen von prinzipieller Bedeutrrng getroffen. Kr einem Prozeß, über welchen eben vechandelt wurde, handelte es sich um die Frage, inwieserne die verspätete Z.i n s.z a h l. n n g als Künd-igungsgrund zu ,bef ichnen ist. Die Hausbesitzerin Frau Marie M. hatte gegen lhw äuspartei Frau Rosa H. die Klage auf Kündigung zum Vierteljahrestermin 'eingebracht, weil der fällige Zms nicht pünktlich bezahlt wuchs. Auch machte die Hausbesitzerin dringenden Ergenbedavs geltend. Das Be-ziMgericht Leovoldstadt (Obevbandesgevichtsrat Dr. Gapv) hat der MMaungsklage stattgegeben, indenr es dile verspätet Zinszahlung als Veu>chulden ansah, welches der: Hausbesitzer zur Auflösung des Miewerhältnisses berechtigt. Der Vertreter der beklagten Wohnvartei Dr. Koeßler, hat gegenbreses Urtell die Berufung eingebracht. Nach längerer Beratung erkannte der Senat des Zivillandesgerichtes ans AMebung des erstgeriWkichen Uttelles'und 'Rückvevweisuna des Kündigungs-Prozesses m die erste Instanz. In der Urteilsbeatt'mdung, welche von grundsätzlicher BedeuiuM ist, erklärt es das Gericht als notwendig, festzustellen, ob nicht seittens des Mieters auch früher gelegentlich die Zmstermine überschritten würden. .Wenn dies der Fall gewesen ist, so könne das Gericht' annchmen, daß hinsichtllch der Zinszahlung eine übliche Nachfrist vogÄmäßio aewährt wurde und aus diesem Grunde, trotz der verspäteten Zahlung, von einer Vemrtellung der Mietpartei zur Rämnung der Wohnung abischen. VermtcAmng des AuttsemArn 5kad«. Aus Budapest wird «ns berichtet: A)n 29. Juli 1925 erschien in dem cossenschühlerischen Organ „Szozat" rm antisolnitifcher Artikel unter denr Titel i e P a r a s i t e n d e r Ernte", worin die Juden „Syrier, Fremde, Juden, Räuber" genannt werden. Der Verfasser dieses Artckels.' Srhel K a d a r, hatte sich gestern vor donr S ch a d l- Senat des Gerichtshofes wegen Aufreizung gegen eine Konfession zu verantworten. Er erklärte, die Antise-miterr begnügen sich vorläufig mit der' Registriarung der Tatsachen. Es gäbe wohl auch einen aktiv e n Antisemitismus, doch hccke dessen Stunde noch nicht geschlagen. Der Gerichtshof wcuvbeilk den Angeklagten Kadar wegen Aufreizung gegerr nne Konzession zu drei Wochen Gef ä n g n i s. Gegen dieses Urteil aMlli-ettsu liotvobil Dlk gwrfh nks fUirfi d-r