Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2531 (10.3.1926)
- Date
- 1926-03-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. WSl Mn' M!MM - ME« MskffMMtt«« Wien, 10. Marz. * Das Wett«. Gestern herrschte ivarmes, zeitweise heiteres i Wetter. Die Progmq'e lautet: Veränderlich, mit Wiederbeginn enbor Verschlechterung, Abkühlung. * Obenrabbiner Dr. Kälter gestorben. In Danzig ist Obervabbiner Tr. Rafael Josef Kälter im Alter von 52 Jahren Sslorben. Dr. Kalter M)lte zu den führenden Mitgliedern des mttalvereine's der deutschen Juden und hatte auch aut dem Gebiete der sozialen Fürsorge eine reichhaltige Tätigkeit entfaltet. In den letzten Jahren stand Dr. Kälter den Palästinabestrebungm fymparhisch gegenüber. * Tod durch Leuchtgas. Gestern früh wurde die 20jährige Hausgehilfin Therese M a t t o n s ch e k in ihrem Zimmer, das mit Leuchtgas ar stillt war, leblos aufgesunden. Ob ein Unfall vorliegt, ist noch nicht festgestellt. * Plötzlicher Tod in der Postsparkasse. Im Gebäude der Postsparkasse ist gestern mittags der 40jährige Beamte der Postsparkasse und Oberstleutnant i. P. Rudolf P l ö b ft, vermutli'.ch infolge Herzschlages plötzlich bewußtlos zusammengestürzt und verschied noch vor Eintreffen der Rettungsgefellijchaft. * Die Lebensmüden. Gestern nachts hat der 16jährige Comptoirist Josef H r a b e tz k y in der elterlichen Wohnung ans einem Flaubertgewehr einen Schuß gegen seine linke Brnstseite abgefeuert und fiel leblos zu Boden. Häusliche Zwistigkeiten dürften das Motiv der Tat gewesen sein. — Die 26jährige Private Marie Braun hat sich gestern nachts in ihrer Wohnung aus Liebesgraül am Fensterkreuz erhängt. — Ans Baden wird gemeldet: Die hier tvchnhaften Eheleute Lutz und Lilly Karol-any, welche kaum drei Monate verheiratet waren, begingen dieser Tage nach dem Besuche einer Bar, in welcher sie zum letzten Male miteinander tanzten, in ihrer Wohnung Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas. Das Motiv des Selbstmordes ift Ueberschuldung. * Verbesserung des TelephonverkchreS mU Polen. Am.6. d. P die neu hergestellte Uebcrnahmsfernsprechileitmng W i e n— Warschau dem Verkehr übergeben worden. Durch diese Maßnahme wurde es ermöglicht, die bisher in dieser Relation bestandene Perkehrsein schr ä n k u u g, nach der an Werktagen in der Zeit von 9 bis 19 Uhr nur dringende (Schnell-)Ge>spräche zugelassen wurden, au.szu heben und nunmehr sämtliche Gels p r ä ch 8 a r t e n mit Warschau in den Zellen van 6 bis 7 Ubr, 8 bis 9 Uhr, 10 bis 11 Uhr, 12 bis 13 Uhr, 14 bis 16 Uhr, 16 bis 17 Uhr und 18 bis 6. Uhr z uz «lassen. Die Inbetriebsetzung der Warschauer Leitung bedeutet jedoch nicht nur eine Verbesserung des Sprechverkehres Oesterreich—Warschau, sondern des Verkchres Oesterreich—Polen überhaupt, da die Leitung Wien— Krakau von den Gesprächen mit Warschau entlastet wrvrde. * Militärkonzerte. Die Heeresmusikkapellen der Garnison Wien veranstalten anläßlich der „Wiener Messe" folgende u-nenlWltt'chen Konzerte unter freiem Himmeln Am Samstag den 13. d. im Stadtpark (beim Strauß-Denkmal) von 15 bis 16 Uhr 30 Min.: qm Sonntag den 14. d. auf dem Rathaus- Platz von 10 bis 11 Uhr 30 Min.; vor der Urania von 10 bis 11 Uhr 30 Min.; auf dem Heldenplatz von 11 bis 12 Uhr 30.Min.; auf dem Karlsplatz von 11 bis 12 Uhr 30 Mm.; auf dem Platze beim Maria Theresien-Denkmal von 15 bis 16 Uhr 30 Mm.; vor dem Gebäude des Bundesnnnisteriums für Heerwesen von 16 bis 17 Uhr 30 Min.; beim beleuchteten Rathaus von 20 bis 21 Uhr; beim Leuchtbrunnen von 20 Uhr, 80 Min. bis 21 Uhr 30 Min. Das Rathaus wird am Sonntag den 14. d. von 20 bis .21 Uhr» der Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz von 20 Uhr 30 Min. bis 21 Uhr 30 Min. festlich beleuchtet. l NadioprogOamm. Heute Mittwoch den 10. Marz. 11 Uhr: Vormittagsmusrk. — 16 Uhr 1b Min. r Nachmittagskonzert. „Wien, wie es einmal wart" — 17 Uhr 40 Min. : „Quer durch Oesterreich." 19 Uhr 30 Min.: Uebertragung aus dem großen Konzert^aussaale. Orchesterkonzert des Wiener Symphonieorchesters. Georg Hriedrich Händel: 6. Concerto grosso, Q-Moll; Johannes BrabmSr Konzert für Violine und Violincello «Violine: Kon- Mtmetster Rudolf Malcher, Cello: Hermann Busch); Franz Schubert: Symphonie, C-Dur. — 21 Uhr 15 Min.: Schrammelvorträge. — Heitere Abend»(Tanz-)musik. vereine, BortrSge und Versammlungen. JüdischeTischgesellschaftLandstraße. Heute um l/„9 Uhr abends svrtcht in der Jüdischen Tischgesell- Ichaft Landstraße, 111., Löwengasse 86 (Cafö Lovrana), Herr Dr. Michael Egon Zweig über..GegendenRevisioitUmu s" (Ansichten eines Palästinensers). Anschließend Gesangsvorträge des Herrn Egon Keppich und gesellige Unterhaltung. Gäste willkommen! — M a i m o n i d e 8 - I n st it u t. 3 Bez., Hetzgasse 40. Heute, 6 bis 7 Uhr. Rabbiner Dr. A. Kaminka: „Das Buch Hiob." 7 bis 8 Uhr Dr. R. Goldsteinr Erlänternngen zu Baba Kama. — Zionistische Inge n dg ruvpe. Leopold stad t. Heute. y>8 Uhr abends, im Heime, 2. Bez., Zirkusgasse 83, Plenarversammlung mit einleitendem Referat des Herrn Leo Sendrovicz über: „Die Kri e im Zionismus und die jüdische Jugend". — Wiener B e t h-H a m i d r as ch, 2. Bez., Ferdtnandstraße 23. Heute, 6 Uhr. Lektor Dr. S Gelbhaus r „Liturgie"; 7 Uhr Lekior Dr. S. Rubin : „Die Philosophie des Maimontdes. (Sinn und Bedeutung der biblischen Gebote.)" — Verein T i kw a t l) I e h u da. 8. Bez., Bennoplatz 1. Heute Konzertabcnd Anny und PiroSka G o i t e t n, mitwirkend Ing. Karl G o t t e t n (Violine), Egon Fuchs (Cello). Am Klavier: Joe S m i l o v i e i. Programm: Mozart, Sarasate, Schumann. Kreisler. — Jugendverein ErezJsrael. Heute. 9 Uhr abends, Beginn des neuen hebräischen Kurses. Anmeldungen iverdu: vor der Stunde noch entgegengenonkmen. — 3 tont ft l f d) c Bezirks sektion IV/V. Heute, & Uhr abends. AuSschnßsitzung im Terrassencafe, 5. Bez.. Margaretenplatz. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich und zuversichtlich zu. erscheinen. Leopold st ädter VolkSheim. Neue Kurse. 7 Uhr: Probleme und Motive der Dichtung. 8 Uhr: Astronomie. Brtgtttenauer Volks he im. Neue Kurse Dienstag, Donnerstag, Freitag. > ' * E 240 ra Vslourlilufrr billig zu häbeu, 68 cm breit, ä statt 29.— nur 18.80 S. Orendi, Fleischmarkt 1. KünsNerabeud für das Allersheim Das ergänzende Programm für diesen Abend, der seinen vorjährigen Vorgänger an Glanz noch übettreffen wird, lautet: Elise Elizza. Lotte Lehmann, Marie Raidl, Gustt Pichler, Hans Duhan, Richard Player, Karl Aagard-Oestvig, Otto Treßler, Paul Pranger, Oskar Dachs, BroniSlav Gimpel, Willi Frönzl, Quartett GotleSruann. Karten: KouzerthauSkafsa (Tel. 93-1-16). Musikalienhandlung Döblinger (Tel. 76-4-80/81), Konzertbureau. Gutlmann (Hugo Knepler) (Tel. 72-0-54), Kehlendorfer (Tel. 76-3-03/4) und Im Komtteelokal, IX., Lazarettgassv 32 (Tel. 36-4-08). Korrespondenz der Redaktion. Hueznoker. Dtos» Art der Frisur wird sich wohl noch sehr ümge Zeit halten. Kunst, Bühne, Buch. Pallenberg lm »Gläsernen Pantoffel". (Raimund-Theater.) Als Franz Molnar seinen „Gläsernen Pantoffel" der Oeffentlichkoit übergab, kriegt-e sein Werk jene Widersacher zu spüren, welchalles zuwoge bringen, wenn sie ein Weib führt. Eine Primadonna hat es sich in den Kopf gesetzt, daß dieses Stück nicht „gehen" barf — und es geht nicht. In Wien nicht, in Berlin nicht. Es gab Zischen bei der Premiere und Pallenberg hat sogar, wie man las, eine Differenz wegen der Gage, weil die in seine Mitwirkung gesetzten Hoffnungen sich nicht erfüllten. Man sah ihn gestern am Raimund-Theater als Möbelzeichner Halbaus. Ich muß es rund heraus sagen: Pallenberg unterhält das Publikum ausgezeichnet, aber er ruiniert das Stück. Er schaltet so frei mit Text, Auffassung und mit den Rollen seiner Partner, formt das Molnar-Stück jo grausam in ein Pallenbevg- Ouodlibrt um, daß von Molnar wenig übrig bleibt. Da sieht man sich ihn doch lieber :m ,Miau-Wau" an oder in der „Dampfmaschine", und setzt den „Gläsernen Pantoffel" ab. Und doch wird dieses Lustspiel leben, die dramatisierte Geschichte vo:r dem Küchentrampel, der sich sterblich verliebt hat, allerlei Unfug treibt, dem Hauskätzchen die Brust gibt, den angebeteten Zimmerherrn in Versen anschwärmt und diese Verse vorn „süßen Piloten" dem dreijährigen Hausmeisterbuben vordeklamiert. Diese Legende von dem einfältigen, blutjungen Küchenmädchen, das besessen ist, wie das Käthchen von Heilbronn, und grausam verlacht wird, ist Molnars Silicon" an die Seite zu stellen, trotz des opernhaften Operetterchinales im zweiten Mt und der schwachen Schlußszenen. Rur muß eben die Gestalt der verliebten Dienstmaigd, die' von Hedwig Keller ganz unvergleichlich gestaltet wird, im Mittelpunkt bleiben. Von der ersten Szene angefangen bis zur letzten, da ihr Schwarm vom Prinzen (zu dem sie gehört wie das arme Ding im Märchen vom Mernen Pantosfck) aus das humorvollste in Erfüllung gcht. Alles muß sich dieser Gestalt unler- . ordnen. Auch der ' Möbelzeichner, auch Pallenberg, wen« er den . Möbelzeichner spielt. (Herr Hömma, sein Wiener Vorgänger in d'eser Rolle, hat es getan.) Die Vorzüge der Men er AuWhrunig wurden seinerzeit gewürdigt und man kann es nicht unterlassen, nochmals auch Frau ' Woiwod c für ihre außerordentliche Leistung, zu danken. ... Otto Abele s. „AM und Mer." (Raimund-Theater.) Die BÄhne der Jungen führte Sonntag mittags als literarische Matinee Klaus Manns romantische Bildorreihe „Anja und Esther" aus, das „Frühlingserwachen" des Neunzehnjährigen. In einem höchst mysteriösen Asyl für gefallene Kinder dollzicht - sich ztoischen jungen Menschen der Uebergaugstn das große Leben, geschaut — vielleicht so miterlebt und. mitempfunden — von einem neunzehnjährigen Schwärmer, Idealisten und selbst noch Weltfremden. Daher auch noch das Uebeowiegrn unwahrscheinlichster Ueborgängö in der HaMung, die sMst eine theatersichere Hand verrät. . In eine Gruppe weltabgeschiedener Pensionäre fällt eines Tages ein durch alle Seiten der Großstadt hkndnrchgegangencr JünMng herein, erAählt von der „bunten Welt da draußen", von ihren Freuden und ihren Schönheiten. Und gewinnt Anja, erobert Esther. Rührend, wie Maus Mann, der Jlurge, einen- Frauengegenisatz unter Jungen auszeigen will. Und der Wedckiudsche Geist kommt da auch in der Schuß- und. Schlußszene zum dcut-- Uchen Ausdruck. - ........i i Die von Esokor geleitete Aufführung war flott und holte aus dem Stück, heraus, war zu holen .war. Anja war Erika Mann, die Schwester Klausens. Sicher ein Talent, wenngleich nlan vor einem abschließenden Urteil .sie noch in anderen Rollen sehen müßte. Pamela Wedekind war Esther;'und sie brachte auch den Wedekindschen Geist des Stückes voll zur Geltung. Tie männlichen Rollen warm mit Bruno G l a ß, Franz Deuts ch, Karl Paryla und Erich M. Schill in den besten Händen. Das PubMun nahm die Begabungsprobc Klans Manns mit großem .Beifall auf. —eich. Philharmonische Konzerie. Da Weingartner Widder auf Reisen gcht, mußten die Philharmoniker schon im Februar ihre Konzerte abschließen. Das letzte Konzert bracht? die wertvollste Novität der phil-harmonischru Saison, die Suite „Der Fmewogol" von Igor S:rawinsky, der sich nun endlich auch in Wien durchsetzt. Freilich haben sich die Phitharmoniker so lange Zeit gelassen, bis ihnen Dirk Fock im K o n z e r t v e r e i n mit der Wiener Erstanfführnl^g zuvorkant. Bei den Philharnwnikevn war natürlich die äußere Wirkung 'des „Feuervogels" insolge 'des sinnlichen Glanzes der Streicher, der Bravour der Blechbläser und der Macht des Schlagiverkes ungleichgroßartiger, und doch hat der Konzertverem im „Feuervogel" den Vogel abgeschossen, da er die exotische Eigenart des Werkes schärfer zu charakterisieren vermochte: Die Mischung von urkräftigenl Rnssentnm uu*b französischem Impressionismus, die Vereinigung von R'unsky Korsakoff und Debussy im Kolorit, Skrjabin in der Harmonik und Mllssovgsky s« der Melodik. In diesen: Jugendwerk, das Strawinsky für dos russische Ballett schrieb und später zur Kouzertsnite umwandelte, übt der Rhychnms noch keine" Alleinherrschaft aus, StoawmSky derckt — oder fühlt vielleicht gar — noch in Klängen. In täuschender Nachahnlungskraft steigen die Feuergavben inrmer höher u«d bunter enrpor, sie zische:: und prasseln und sinken in sich zusammen. Dann als Kontrast das zarte Pastellbild der „tanzenden Prinzessinnen", dom der „höllische Tanz" — gewissermaßen eine Borstudie zur ,^rühliirgsfeier" —- entgegengestellt wird, und schließlich eine ,^Berceuse", die in einenl majestätischeu Finale voll breiter Mussorgskyscher Mölodik bas ffl. mt f Jugendwerk cirtc-o noch um seine Entwickkmg zu sich selbst ri»- genden Genius ausklingen laßt. — Vom Ringen und Kämpfen möchte auch das „Symphonische Vorspiel zn einer Tragikomödie" von Guido Peters Kunde geben, das im vorletzten philharmonischen Konzert seine UraufMrnng erlebte. Peters ist hier, wie in früheren Werken, ein resignierter Gottsucher, dessen weiches Gemüt sich in seinem ehrlichen, freilich schlaffen Ausdruck widerspiegelt. Seine schönen, sittlichen Ideen entbchren der schärferen musikalischen Profilierung, und so glaubt man auch seinem gekannten und empfundenen Vorspiel nicht recht das Tragikomische in den Wechselbeziehungen zwischen dem kämpfenden Künstler und; der rauhen Außenwelt. Wie Peters' Ouvertüre waren die meisten a:rd.ren Nov! - täten der philharmonischen Saison angenehm, aber durchaus nicht notwendig, da sie kein Abbild der im Musikleben von h.'ute garenden Kräfte zu geben verniochten. Die Gleichgültigkeit gegen alles Neue bei den Phicharnwnikern machte sich bisweilen auch in der gleichgültigen Wiedergabe -der älteren Musik bemerkbar, eine Alterserschemung, welche tzie Philharmoniker durch Zufuhr frischen musikalischen Blutes beseitigen müßten. Es geht nicht länger an, der jungen Musik, die der Widerhall der lebendigen Gegenwart ist, fast methodisch auszuweichen. Wo bleibt Schönbergs „Kammersymphonic", die überall die größten Erfolge einheimst? Es gibt wertvolle Novitäten genug, die auch den Philharmonikern und ihrem -welterfahrenen Dirigenten wohlbekannt sind. Sie müssen sie nur kennen „wollen". flb. Aus den Theater«. Burg the ater. Morgen, t/iS Uhr abends (kein Kartenvorverkauf), „Einen Jux will er sich machen". A l a d e m t e t h e a t e r. Morgen, V-8 Uhr abends, „M a r i e" o d e x „ A n s i n v i i ». l’i : t*. O p e r n t ti eat.ei. Morgen, V,8, Uhr abends. „Butterfly". V o l k s o p e r. Morgen, anläßlich des II. österreichischen Jägertages, „D e r F r e i s ch ü tz". Theater in der Josef st ad t. Heute gibt Helene Thimig vor Antritt ihres Erholungsurlaubes zum letzten Male die Titelrolle in „Natalie". — Die tür Sonntag den 14. d. angesetzt gewesene literarische Matine des Theaters d e 8 N e u e n, die dramatische Biogravtne „B aal" von Bertold Brecht, muß wegen Zen'urichwierigkeiten verschoben werden und findet voraussichtlich am Sonntag den 21. d. statt. RtoderneS Theater. Heute 50. Auffüh'ung von „S e n s a t i o n". Freitag den 18 d. E r st a u f f ü h r u n g der Groteske ^D a.s. G e s p e u st e r s ch i f s" von Rudolf Lothar und Oskar Ritter. __ Grete Freuick spielt die Tcresina. Die Direktion des Ronacher-- Opcrctteniheaters hat sich vc<rgestern, wie wir bereits gemeldet haben, telephonisch mit der Berliner Sängerin Grete Freund -ms Einvernehmen g-setzt, um die. Künstlerin als Ersatz für die orkra/ikte Firau Luise-Ka rtous ch zu gewinnen. Frau Freund, die die Rolle der Teresina in Bevl-in sünfziMal gespielt hat, ist «gestern vormittags mit dem Flugzeug in Wien eing et rossen -und hat sofort an den Proben teilgenommen. In der^ gestrigen Abendvorstellung sang sie mit großem Erfolg die Ter-esina. Frau Kartousch dürfte bald genesen sein und die von ihr kreierte Rolle wieder übernehmen. ' Ferdinand Onno wird morgen um halb 8 Uhr abends unter Mitivirknng des Prof. Karl L a f 11 c iit einem im großen Uraniasaal stattf'indenden Rezitat-ionsu:td Melodramenabend Goethes „Ter Totentanz" und dessen Ballade vom vertriebenen und zurück- 'kchrenden Grafen, hierauf das Melodram „Enoch Arden" (Musik . von Richard' Strauß) zum Vortrag bringen. Jüdische Bühne. Montag den 16. d. unt 8 Uhr abends gelangt im Rahmen einer Sondervorstellung „Dschejkialy Blosser" mit Frau Lora Glücksnrann in der Titelrolle zum 60. Male zur AnMhrnng. Ter Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Direktor B. Marholm vom Staatlichen Tairoff-Theater in Moskau hält heute im Ottakringer Volksheim einen Vortrag über das Thema „Probleme des neuen Theaters". Shakespeare im deutschen Theater noch immer an der Spitze. Im letzten Jahre wurden auf deutschen, Theatern noch Shakespeares Stücke etwas über zweitausendma-l gespielt, was gegen das Vorjahr einen Aufschwung von zirka 300 AnUchrungen bedeutet. Dabei erfreuten sich die Komödien einer größeren Beliebtheit als die ^großen Tragödien. An der Spitze steht „Was Ihr wollt" mit 231 Anfführungen, „Der Widerfgenstigen Zähmung" mit 220 Aufführungen, „Der Kaufmann von Venedig" wurde 212mal gespielt und der „TomnlA'nachtstramn" 169mal. „Othello" nnd „Macbech" erzielten dagegen nur-101, bepv. 121 Aufführungen. Der Caruso in der Schneiderwerkstatt. In der New-Uorker 'Metropolitan-Oper soll denrnächst ein ileues Gesangswunder — wie; man behauptet, ein neuer Caruso — auf treten, über dessen Entdeckung amerikanische Blätter eine romantische Geschichte erMls«. Gin amerikanischer Mnsikprofcssor entdeckte eines Tages zu seinem .Schrecken auf der Straße, daß ihm einige Hosenknöpfe verlorengegangen waren. Er stürzte zu dem nächsten Schneider hinein, der Iich. sofort daran machte, diese äußerst notwendigen Utensilien wieder anzunähen. Mährend der Arbeit begann er zn fingen und ließ die herrlichsten Töne hören. Der Gesang war so vollendet, daß der Professor ohne- Rücksicht auf Zeit, Raum und Hosenknöpfe den Schneider in eine Musikschule mitnahm. Jetzt ist der Schneider schon berühmt, ehe noch ein größerer Kreis das „Gold lin seiner Kehle" gewürdigt hat. Allan sieht nun mit gwßer Spannung leineni eisten Auftreten entgegen. Aulvgrarnme bei Gerngrotz. In der im Kanchans Gem-groß stattfindenden Theateraussttllnng werden am Donn-Nstag den 11. nachmittags, zwischen 4 und 5 Uhr, Frau Elisabeth S ch uma n n und Herr Hermann W«i ede man n die Honneurs m<rchen und Autogramme geben. Kleine Kunstnachrichten. Karl Sternheims „Bürger Schippet" wurde von Ernst Dohn-anyi vertont. Die Beachemm.g des Textes dieser Oper, die „Tenor" heißen wird, stammt aus der Fever des verstorbenen Schriftstellers Ernst Goth. — Das -neue Werk von Hellmuth U n g e r( das Legendenspiel „Wunder um Beadrice" gelangte in Fleuslmrg zur erfolgreichen Urans-' führnng. — Die Düsseldorfer Künstlerschaft wird im Anschluß an die große Düsstldo'irser Ausstellutlg für Gesundheitspflege, loziale Fürsorge und Leibesübungen eine Sonderschau mit - dem. Titel „K u n st n n d Sport, Kunst- und Leibest ü b ü »r g e n" veranstalten. Die. Zusammenstellung besorgt der Mäler Bunnann und der Kunsthistoriker Dr. Walter Cohen. — Znckmaiers demnächst auch in Wien zur Aufführung gelangende Koulödie „Der fröhliche W e i n b e r g„ wurde neuerdings in mcht'eren deutschen Städten abgesetzt. In Mainz hat der Bischof Protest erleben. In WvrmS hat di« chvinchrssischr Bauernschaft beschlossen, vor den: Theater zu protestieren. Auch bn Gelsenkirchen nrußte über Einspruch des Bnhnenvolksbalches das Stück abgesetzt lvarden.