Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2528 (7.3.1926)
- Date
- 1926-03-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kt. 2528 Slot, 3mittag Wiener Morgen-eitttns 7. 1SSS Seite S föufuev Woche Sk^ mm INFOLGE JOES GEWALTIGEN KUNDEN AN DRANGES Ober die messezeit VERLÄNGERT DAS KRUPNIKS BRUHJAHRSKOIEKTION SOL C-HE ÜBERWÄLTIGENDE NEUERUNGEN IN BEZUG AUF LINIENFÜHRUNG, ^VORNEHMEN GESCHMACK UND*1 REICHHALTIGKEIT AUFWEIST, ch' SELBE DAS STADTGESPRÄCH j BlLDET UND KONKUREN2 LOS DASTEHT Complet Kleid und Mantel aus französischem Mcl6-Rips S 88 fAHtnlAt Kleid und Jacke, zweifarbig, reich gestickt und 190 LUllipiKI französisches Modeplisse.. . 8 J40 fAMtnlftt Kleid und Cape mit Clöpe de Chine, Kombi- IRQ lOiliPIBI niert, Salonarbeit. . . ... . S Htlnfel aus guten englischen Sto fen, flotte Fasson . .8 16 HÜntel aus Covercoat, aparte Fasson ........ 8 28 HÜnfel aus Waterproof, reine Schafwolle . . ... . 8 38 Mffntal aus Rips-Mel6 und feinem Tuch, gestickt, ganz CQ nilllltl Seide gefüttert, sowie Seldenmäntel . . . 8 dO MümIaI aus Wipcord und Diagonal, Seide gefüttert, die IVQ nnmei eroße Mode.. . . 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Grünbaum richtete an den neugewählten Präsidenten des jüdischen Klubs, Abg. H a r glas, ein Schreiben, in dem er mitteilt, daß für ihn zurzeit kein Hindernis mehr bestehe, an den Arbeiten des jüdi'chen Klubs teilzunchmen. Er trete somit dem jüdischen Klub wieder bei. Stahlhelm und Reichsbanner. Breslau, 6. März. (Wolfs.) Im Zusammenhang mit einer öffentlichen W e r b e v e r s a m m l u n g des Stahlhelmes in Breslau kam es auf der Straße zu Schlägereien zwischen S tahl'helm l e u teu einerseits und Kommunist e u und Reichsbannerleuten andererseits. Aus beiden Seiten gab es me h r e r e Berletzte, von denen drei ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Auch einige Beamte der eingreifenden Polizei erliti'en Verletzungen. Zwei berittene Schutzleute wurden zu Fall gebracht und konnten sich mtr mit dem Degen ihrer Angreifer erwehren. Schließlich gelang es, die kämpfenden Parteien zu trennen und die von auswärts nach Breslau gekommenen Dahlhelmleute zum Bahnhof zu geleiten, von wo sie nach ihren .Heimatsorten zurückkchrten. Inland. Die innervolilischen Bomänae. WnhLpräLudien. — Zollnovelle. — Pensionistenanleihe. Ter Wiener Besuch des tschechoslowakischen Außenministers hat ein wenig von der Betrachtung der inuerpolltischen Zustände abgelenkt. Die Situation ist noch immer dadurch charak erisiert, daß der Ruf der Sozialdemokraten nach Neuwahlen von den Mehvheitsharteien mit emer Kampagne von Enthüllungen beantwortet wurde, die beit Sozialdemokraten die Lust zu Neuwahlen vergällen soll. Die Dinge ließen sich sehr verheißungsvoll au. Mit der „Abend"-Aiffäre vermeinten die EHristüchsozialen einen Haupttreffer gemacht zu haben, der ihnen polnische Enthüllungen liefern sollte, mit denen man mehr als einen Wahlkampf bestreiten könnte. Dazu kamen noch die Durchstechereien der Betriebsräte des städ'ischen Elektrizitätswerkes, die verschiedenen Manipulationen zur Retmng der „Win ex" und deren Berquckung mit den Organisationen der städtischen Angestellten, die Angriffe des ehemaligeil Sekretärs der sozialdemokratischen Konsumver- «me Kafj Me» Funktionäre der Konsumvereinsbewegung. Kaff wurde aus der sozialdemokratischen Partei * ausgeschlossen und nun ist ihm sein Kollege Wilhelm freiwillig in die Par^eiverbannung mit der Begründung gefolgt, daß Mandatare und Funktionäre der Partei ehrenrührige Vorwürfe auf sich sitzen lassen. Die Gegenseite hält ihr Pulver noch trocken und will ihren Zettelkasten erst knapp vor den Wahlen öffnen. Obwohl man nach dem Gesagten annchmen müßte, daß die beiden großen Parteien des Nationalra'es kaum starkes Verlangen nach Neuwahlen haben, so ist doch die Ueberzeugung allgemein, daß man im Herbst die Wählerschaft an die Urnen wird rufen müssen. Die vorsichtige Taktik des Bundeskanzlers Dr. Ramek, der allen offenen Konflikten dadurch zu begegnen sucht, daß er den Nationalvat nur sehr spärlich zusammenberuft, zeigt eigentlich recht deutlich, daß das Haus keine größere gesetzgeberische Anbei' mehr leisten kann. Die M > e t e n re f o rnt, die Kle>inreutner- und Aufwertungsfrage werden von diesem.Hause nicht mehr gelüst werden. Die Angestelltenvevsichevung und die So^alv erst che rung kommt nicht vom Fleck, wenn auch die Ausschüsse und Unterausschüsse zeitweise Sitzungen abhalten. Vom Sozialversicheruugsgesetz wurden nur einzelne Paragraphen angeschnitten, der größ'e Teil zurückgestellt. Die Gosetzwevduug der Novelle zur Angestelltenversicherung scheitert am Einspruch der Sozialdemokraten, die ihre Positionen tu den Krankenkassen nicht ausgeben wollert. Eine größere Ausgabe i»st dom Hause noch gestellt, die Novellierung des Zolltarifs. Damit beschäftigen sich die Parteienbestrebungen der letzten Tage. Zunächst sind die Zollwünsche der Agrarier zu befriedigen. Sie verlangen die Einführung der Zölle auf Zucker, Getreide, Vieh, Gefrierfleisch und Milchproduk'e und die Einführung von Milchzöllen. Die Industrie hat vorläufig nur das Ausmaß der angestrebten Eisenzölle bekanntgegeben. Uober die industriellen Zollsorderungen ist nur so viel bekannt, daß die Veredlungsprodukte der WeÄwareniudustrie durch eine Erhöhung der Zollsätze geschützt werden sollen. Vorläufig st o ck e u d:e Verhandlungen noch bei der Beratung der Agrarzölle, in die die Opposition Politische Postulate hineiugoworsen ha'. Die Sozialdemokraten verlangen nämlich zunächst, daß die Regierung einen Druck auf die landwirtschaftlichen Großbetriebe Niederösterreichs ausübe, damit die bisher ergebnislos verlaufenen Lohnverhandlungen zwischen dem Zentralarbeitgebervevband und der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft noch vor Ablauf der Anbauzeit beendet werden. Ten Sozialdemokra-en handelt es sich vor allem darum, das System der Betriebsräte auch in der Landwirtschaft eiuzusi'chren, für die es gesetzlich nicht besteht. Ferner wollen sie im Wege einer Novellierung des JnlandSarbeilerschutzgeseUs ausländische Wanderarbeiter von der Avbeitsannahme in Oesterreich fernhalten. So. nebenher wird Mt dem Agrarstrelk gedroht und erklärt, daß die Agrarier auf die Erhöhung des Zuckerzolles und der übrigen Agrarzölle werden verzichten müssen, wenn sie nicht die Forderungen der landwirtschaftlichen Arbeiter erfüllen. Die LohnverhaMungen mit den Landarbeitern werden morgen nachmittags unter Vorsitz des Landeshauptmannes Dr. Buresch fortgesetzt werden. Für Frei'ag vormittags ist eine Sitzung des Nationalrates in Aussicht genommen, für die eigentlich noch keine Tagesordnung vorhanden ist. Man erwartet, daß in dieser Sitzung die Regierung den oben mit der Tschechoslowakei abgeschlossenen Schiodsgerichtsvertrag vorlegen und vielleicht Mitteilungen über ihre Verhandlungen vor dem Völkerbund machen w'ird. Bundeskanzler Dr. Ramek begibt sich heute abends nach Genf, von wo er Donners'ag wieder nach Wien zurückkehren wird. Die Regierung hofft, dort näheres über die Auffassung des Finanzkomitees hinsichtlich des in der letzten Völkerbundtagung vorgelegten Planes der Aufnahme einer Pensionistenanleihe zu erfahren, durch die das Budget um die ganze Pensivnslast vermindert werden könnte. Lefterreilhische Finauzfragen in Senf. Gens, 6. März. Das Finanzkomitee des Völkerbundes hat hewe die Verhandlungen mit den österreichischen Regierungsvertretern über die Anträge der österreichischen Regierung betreffend die Pens>ionsanlei h e, die Veranlagung der Kreditreste und die Frage der Invest: t ionen zur Verbesseru ng der Milchwirtschaft begonnen. Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt werden. Die Hochschule für Welthandel. Kompromiß zwischen dem Rektor und den Hakenkreuzlern. Wie die Hakenkreuzpresse mitteilt, hat sich der Rektor der Hochschule für Welthandel Prof. Gruntzel bereit erklärt, das von ihm wegen der Hakenkrettzumtriebe geschloffene „Institut zur Pflege deutschen Wissens" wieder zu eröffnen und ihm einen entsprechenden Raum zuzuweisen, „wenn es als eine der deutschen Studentenschaft unterstehende Einrichtung geführt wird". Die Wahlen in die Vertretung der deutschen Studentenschaft sollen noch in diesem Monat durchgeführt werden. Es wurde ferner vom Rektor die Zusicherung erteilt, daß jedwede parteipolitischen Vorträge an der Hochschule in Hin-kunst nicht erlaubt würden, sondern lediglich Professoren und Amtswalter der deutschen Studentenschaft das Recht haben sollten, bei Bovträgeit zu sprechen. Wenn dies richtig ist, dann wird also in Zukunft nur mehr ein Hakenkreuzler reden dürfen. Das ist t>ic Bekräftigung des gegenwärtigen Zustandes. r