Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2527 (6.3.1926)
- Date
- 1926-03-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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%. SM Mett, TanMg Wsemv MorttenzeltttNft Kunst. Bühne. Buch. Sie Wiener Beelhoven-gentenarfeler. Die Vorarbeiten unter Leitung Guido Adlers. Im Jahre 1927 soll anläßlich der hundertsten Wioderlehr des Todestages Beethovens eine der Bedeutung des großen Komponisten würdig.' Feier veranstaltet werden. Zur Vorbereitung der hiefiir in Aussicht genommenen Veranstaltungen, die vom Bund und der Gemeinde Wien gemeinsam durchgeführt werden, ist bereits .'in Komitee eingesetzt worden, das Professor Guido Adler leitet. Im gemeinderätlichen Finanzausschuß berichtete über diese Vorarbeiten Gemeinderat Thal!er, der boantvagte, für die Bestreitung der schon jetzt erwachsenden Auslagen «inen Betrag von 4000 Schilling zu gewähren. Dom Antrag wurde zuyestimmt. «US den Theatern. Burgtheater. Morgen. 3 Uhr nachmittags, „Alt« Heidelberg/ 7*8 Uhr abends „Lady Winde rmereS Fächer". Akademtetbeater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Das G l a S Wasser/ */a8 Uhr abends „Onkel Toni/ Operntheater. Morgen, 6 Uhr abends, „D i e Walküre." Redoutenfaal. Morgen, */,8 Uhr abends, „B a U lettkomüdien/ Vo 1 ksoper. Morgen nachmittags als Veranstaltung des Neuen Wiener Konservatoriums „Cavalleriarustic a n a" und „Der Bajazzo/ Abends „G 6 n 6 r a I d’amour" — Tei ko K i w a hat ihr Gastspiel verlängert. Die Künstlerin tritt nunmehr noch am Dienstag den S. d. und Samstag den 18. b. als Butterfly auf Deutsches Volkstheater. Alexander Moiffi tritt während seines Gastspieles zuerst in „W a S i b r w o l l t" ans. Raimund-Theater. Die „Bühne bet' Jungen" veranstaltet morgen, 11 Uhr vormittags, eine literarische Matinee. Zur Aufführung gelangt Klans Manns romantisches Stück „Anja und Esther/ Heute und morgen. '/,4 tthr nachmittags. „A s ch e n b r ö d e l/ Montag eröffnet Max Pallenberg mit dem Lustspiel „Der gläserne Pantoffel" sein kurzes Gastspiel Modernes Theater. Dienstag findet die Erstaufführung der Groteske „Das Gespensterschiff" von Rudolf Lothar und Oskar Ritter statt. Renatssaneebühne. Haust Niese spielt morgen. 7*4 Uhr nachmittags, zum letzten Male in der GesangSpoffe „D i e N ä h e r i n." Theater tn der Josefstadt. Heute, morgen und Dienstag finden Wiederholungen von „Alles und nichts" oder „Der Traum von Schale und Kern." statt. Montag mb Mittwoch fvielt Frau Helene T h t m i g vor Antritt eines kurzen Erholungsurlaubes in „Natalie." Jüdische Bühne. Montag den 15. 4>. um 8 Uhr abends gelangt m der Jüdischen Bühne (2. Bez., Taborstraße 12) im Rahmen einer Sondervorstellung dir mit großem Beifall ausgenommen; Komödie „Dschejkaly Blosser" mit Frau Lora Glücksmann zum 60. Male zur Aufführung. Der Karlenvorverkaus hat bereits begonnen. Märchenvorstellungen für die städtischen Waisenkinder. Heute nachmittags werden sämtliche Waisenkinder der Heime Hohe Warte, Klosterneuburg, der Kinderherberge Grinzing und teilweise auch der Kinderherberae „Am Tivoli" das Raimüno-Tboater besuchen, wo „Aschenbröol" aufgeführt werden wird. Die nächste Vorstellung für die Waisenkinder ist morgen nachmittags. An ihr nchmen die Pfleglinge der Waisenhäuser in der Gassergaffe, Galileigasse, Josefstädterstraße, der Erziehungsheime Meidling und Döbling utto der restliche Teil der Kinder vom Tivoli teil. Kammersängerin Elise Elizza hält Montag den 8. d. im großen Uraniasaal unter Mitwirkung von Pros. KaÄ L a fite einen Opern- und Liederabend. Die Künstlerin wird außer den Arien ans „Aida" und „Oberon" auch eine Auswahl der schönsten Lieder von Schubert und Schumann singen. Beginn halb 8 Uhr abends. Michael Bohnen in Amerika verletzt. Aus Berlin wird berichtet: Nach Blättermeldun.aen ans New-Port bat bei einer Aufführung der ,M>alküre" in der M e t r o pö1 i t a n- Oper der Sänger Laubental, der den Diegmund spielte, beim Zweikampf im zweiten Akt seinen Partner Michael Bohnen an der N a s e verletzt. Erst nach einer haliben Stunde gelang es, die starke Blutung zu stillen. Gemeindesubventionen für Kunst und Wissenschaft. Der städtische Finanzausschuß hat beschlossen, der Wiener pädagogischen Gesellschaft eine Subvention von 1600 Schilling zu gewähren, die es ermöglichen soll, die weitere Herausgabe des Jahrbuches zu sichern. Die pädagogische Gesellschaft befaßt sich insbesondere mit der wissenschaftlichen Ausbildung Ihrer Mitglieder ans der Wiener Lehrerschaft. Weiters wurde für die „D e n k m ä l e r der T o n k n n st", die die maßgebende musikwissenschaftliche Publikation Oesterreichs sind, eine Gemeiuveunterstützung von 4000 Schilling bewilligt. Die Gemrindevervxrltnng hat für die Herausgabe des Werkes „Neue Oesterreich i s ch c Biographie^ eine neuerliche Subvention von 1000 Schilling bewilligt. Sttindberg-Prenriere ln Stockholm. Die schwedische Nationalbühne, das Dramatische Theater in Stockholm stierte Strindbevgs Geburtstag durch eine Aufführung seines im Jahre 1898 in Lund geschriebenen Mysteriums „Advent", das dam>tt seine Uraufführung für Schweden erlebte. Obwohl Regie und Schauspieler ihr Brstes gaben, um dem Stücke eine des Tages würdige Aufführung zil sichern, war der Eiitdruck, den es bei dem zahlreich erschienenen Publikum hinterließ, doch nicht besonders stark. Vereine. Borttiige und Versammlungen. Ztontstts che Frauengruppe Leopoldstadt. Heute, 8 Uhr abends tm SettionShelm. 3. Bez., ZtrkuSgaffe 33, Bortrag Dr. Isidor K l a b e r überr „Die Hygiene der Frau/ — JugendvereinErezJsrael. Zur Komplettierung der unter Leitung deS Herrn Herzberg stehenden hebräiichen Kurse werden noch einige Teilnehmer auf- {leitommeu. Auskünfte täglich im Vereinslokal 2. Bez., ZtrkuSgaffe 89. — Wiener B e t d-H a m t d r as ch. 3. Bez., Ferdinandstrabe 23. Heute, 3 Uhr. Lektor Dr. S. Rubin t „Das SiegeSlied und seine ethi'che Bedeutung/ — Z tonist t s ch e Sektion Prater. Heute, 8 Uhr abends, im Heime, 2. Bez.. Junastraße 8, Vortrag Überr „Aus dem Lebe» in Palästina " Referent: Dr. E. M. Z w e i g. Dele» Sierter des Hauptbnreau« des Keren Kajemeth in Jerusalem, luden des Praters erscheinet tn Mafien. — Jüdische l. gaternatioualei Semmering Grand Hotel Panhans Anläßlich de» Internationalen Schachturnier» vom 6. bt» 27. März 1926 im Grand Hotel Panhans bedeutend ermäßigte Preise Zimmer mit 1 Bett, fließendem Warmu. Kaltwasser, Staatstelephon und sonstigem Komfort von 8 5.— pro Tag an Zimmer mit 2 Betten mit gleichem Komfort von S 10.— pro Tag an, einschließlich Steuern Zimmer'mit 1 Bett, mit gleichem Kom'ort, mit. voller Pension (3‘Haüptmahlzeifen) von S 18.— pro Tag an aufw. Bel Kollektivbesuchen verlange man Offerte mit Spetialarrangement» Erstklassig« Küche aulgeheizte Räume Vorzüglich« Bedienung V o l k S b i b l i o t h e k Z io«. Heute, '/,8 Uhr abend», findet im Vereinslokal, 8. Bez., Glockengaffe 80, ein heiterer VeretnSabend unter Mitwirkung beliebter jüdischer Kunstkrüfte statt. — Z t o n i st ts ch e B e z t r k S 1 e k t t o n A l s e r g r « n d Montag, 8 Uhr abend» im CafS Metrovol, 9, Bez.,... Beragaffe 33. Bortrag des Herrn Bezirksrat Dr. Georg Weinet 'über das.Themar „Eine.Wiener jüdische Zeitung aus dem Jab^e I960." Sonntag. 3 Uhr nachmittags, im CafS Ed son, 9. Bez, Alserstiaße 9, Juaend-Purimfeier des Bundes jüdischer Jungwanderer. — Verein österreichisch e r. Chemiker, gemeinsam mit dem Internationale rt Verein der C h e m i k.e r k o l o r i st e n, um 6. Uhr abettbS im Hörsääl VII der Technischen Hochschule, 4. Bez., Karls-Platz 18, Bollveriammlung. Bortrag Direktor Ing. Max Bl e ck er „Die natürliche Farbenlehre als neue, exakte Wissenschaft." — Ztonistlsche Kulturgruppe XX, 20. Bez., Karl-Metßl-Slraße 6/1. Heute, V,6 Uhr abends. Vortrog Dr Ch. Tartakower überr „DaS We^en der Agadah/ Morgen. 9 Uhr früh, NationalföttdSarbett. 7 Uhr ahends, Heimabend mit reichhaltigem Programm - Von-Mitgliedern eittgeWrte Gäste sind willkommen. -- Zeiret M i S r a ch i. Heute, 7,6 Ubr abends, findet in unserem VereinSbeime. 3. Bez., Praterfttaße 49, ein Bortrag statt. Herr M. D Groß spricht über: „MtSracht-Jd e o l.o g tre." Anschließend DiSkuffion. Gäste willkommen. . Leopold st ädterVo l kS heim. 2. Bez., ZtrkuSgaffe 48. 7 Uhr: Dr. Josef Deutsch r Ueber die Vererbung deS Geschlechtes. Eintritt frei. Außerdem Beginn neuer Kurse. ........ * Das Touriftenkränzchen der Naturfreunde silndet heute den 6. d. in sämtlichen Sälen von ÄeiglS Dreherpor', 12. Bez., Schönbrunnerstraße. statt Saaleröffnung 19 Uhr, Beginn 20 Uhr. Karten im Vorverkauf 1.60 S.> zu haben in der Kanzlei, 15. Bez., Nenbaugürtel 15. und in allen TouristenouSrüstungSgeschäften. Jüdisch« akademische Verbindung Unftas. Der diessemestrige G e n e r a l k o n v e n t findet heute um 8 Uhr avendS auf unserer Bude statt. Nachher Referat deS Herrn Dr. Wolfgang Ä e t s l, Mitglied des Waad Lenmi (Jerusalem), überr „Die gegenwärtige Lage in Erez Israel." ' Palästinaweine. Die alte Löwenapoihetc, Wien, 8. Bsz., I, Josefstädterstraße 25, hat das Alleindepot der weltberühmten Karmevwcine aus den Rolhschtld-Kellereien. Verkauf cn gros und eü detail. Auch Poswevsanidt. Näheres im Inserat in der heutigen Ausgabe. Verein fiir jüdische Geschichte und Literatur, in Wien. Heerte Samstag fiü-det im ntittleren Saale hes .Jirgenioux- und Ärchitokterwereins, 1. Bez., Gscheübachgasse 9, . ein Vortrag des Herrn Prof. Dr. Wilhelm Stein statt: ‘ „D i e o i a I c Entwickl u n g des b >r b i i s ch e n Judentum s". Bor inmr Bortvag Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Rosemann: ,/Der Stadttempel in seiner historischen Bedeutung". (Ans Anlaß. der vevovstchenden Jchchnndertsti'er.) Beginn V-8 Uhr, Dr. Felix Cleve spricht heule abends »m 7 Uhr im Rahmen der internationalen religionchpychologischen Gesellschaft in der Universität, Höviaal 3t, über Religion und Charakter (Besuch einer Arbeitshypothese). Der Vortrag ist allgeinein zugänglich. Serichtrsaal. Sie Milchlälschungen der Germania-Molkerei. Am gestrigen fünften Berhandlungstag gegen die Eigentümer der G e r m a n i a - M o I k e r e i wurden die Buchsachverständigen Rrrdolf P a s ch e k und Franz Z e ck l einvernommen. Sie erklärten, daß fl? sich aus den vorgelegten Wichern kein richtiges Bild über die Geschäftsgebarung machen konnten, weil ihnen die wichtigsten Bücher wie Prima-Nota, Hauptbuch und Kassabuch nicht vorgelegt wm^den. Aus den vorliegenden war auch nicht ersichtlich, ob sie richtig geführt wurden, weil die nötigen Belege fchlten. Auf ihre Urger^en «.ach den wichtigen Büchern wurde ihnen immer wieder bedeutet, daß man sie tm Betriebe nicht entbehren könne. Die Angeklagte Anna Brunnmüller machte sich evbötig, die Bücher dein Gerichtshöfe vorzulegen. Staatsanwalt Dr. Fickeis lehnte die nachträgliche Beibringung der Bücher mit der Begründung ab, daß er st: nicht, nrchr als geeignete Grundlage für eine BeiveiSführung ansehen könne, weil die Angeklagten genügend Zeit g.'habt hatten, die Giniragungen abzuändern. Der Gerichtshof hielt sich die Beschlußfassung über diesen und. weitere BewelSanträge vor. Hierauf wurden die Dachverständigeit der Untevsuchungsanstalt für Lobettsmittel, Dr. Ernst K r o m p h o l z und Inspektor Dr. Adolf Schugowttsch, einvernommen. Sie sagten aus, daß Untersuchungen der Germania-Milch im Jahre 1923 einen Waffe rzusatz von 6 bis *21 Prozeitt ergaben. Nach verschiedenen Abstrafungelt Josef Bruuntttüllers wurde der Wassergehalt etwas heraügetnindert. Die Berwettdnng von Bleischror zur Flaschenreinignng und der Zusatz von Stzeistsoda such gesetzlich verboten, 6. Marz 1926_t weil dies gesundheitsschädlich fit. Der Marktamtskommissär Ludwig R u t s ch! a sowie die Marktamtsinspektoren Max W o t a w a und Franz Skoda sagten übereinstimmend ans, daß sie bei unvermuteten Revisionen wiederhol! mit Waffe r und Spülwasser gefüllte Kannen vorgefunden haben. Dann wurden von den Verteidigern zahlreiche Beweisanträgc gestellt, die Staatsanwalt Dr. F i ck e i s in längerer Rede bekänrpfte. Der Gerichtshof verkündete sodann den Beschluß auf Vornahme eines Lokalangenscheines im Betriebe der Molkerei in der Hollochergasse. Der Lokalougenschein wird heute um 10 Uhr beginnen und vier bis fünf Stunden dauern. Im Anschluß daran wird der Gerichtshof über die Beweisanträge der Verteidigung beraten. Die Ettt scheidung darüber wird Montag verkündet werden. Die Wohnbausteuer des Sale Autlauti». Der Verwaltungsgerichtshof verhandelte gestern über eine Beschwerde der Jndustriebureangesellschaft m. b. H. als Eigentümerin des Atlantis-Häuserblocks, Schwarzenberg- Platz-Kolowratring-Canovagaffe, ferner der technischm Direktion des Konzernes Castiglioni, der Indus-Trust A.-G. (jetzt Hugo Stinnes G. m. b. H.) und der Export- und Jndustriebank A.-G. als Mieter in dem Atlantis-Palais wegen Nicht; uerkennung der Befreiung von der Wohnbausteuer für diesen Häuserblock. Das Palais, in welchem sich jetzt noch das gesperrte Cafe Atlantis befindet, war ursprünglich für den Bau des Hotel Majestic bestimntt, dessen Vollendung durch die Kriegsverhältnisse verhindert wurde, weshalb der Bau in ein Geschäftshaus umgewandelt wurde. Nach dem Steuerbefreiungsgesetz vom 28. Dezember 1911 sind Umbauten von der Wohnbausteuer befreit. Die Inhaber des Hauses ließen sich seinerzeit von dent Finanzministerium die Zusicherung geben, daß die Umwandlung in ein Geschäftshaus unter dieses Steuerbegünstigungsgesetz falle, umsomehr, da ihnen auch vom Denkntalamt nahegelegt wurde, die Grundmauern, die historisch wertvoll sind, nicht niederzureißen. Der Umbau in ein Geschäftshaus hat die Gesellschaft mehr gekostet als eine Niederreißung der alten Mauern und die Errichtung eines neuen Gebäudes gekostet hätte. Die Gemeinde Wien hat sich nun an diese Zusicherung nicht gehalten, die Wohnbaubesteuernng dennoch vorgeschrieben, weil durch das Stehenbleiben der Grundmauern die Qualifikation eines Umbaues nicht gegeben sei.'Der Verwaltnngsgerichtshof wies die Beschwerde als unbegründet zurück, weil das Stehenbleiben der Aitßenmauern allein schon den Begriff des Umbaues ausschließe. Die Steuerbegünstigungszusicherung des Finanzmimsterinnts sei nur vom Standpunkt der staatlichen Steuer erteilt worden. Die Gemeinde Wien sei an diese Zusicherung nicht gebunden. Der Verwaltungsgerichtshof ist auch der Ansicht, daß das Beschwerderecht in Wohnbausteuerangelegenheiten nur dem Hauseigentümer (Jndustriebureaugefellschaft) zusteht. Die Wohnbausteuer, die auf Grund dieser Entscheidung zu zahlen ist, beträgt monatlich zirka 160Mill tonen Kronen, darunter 17 Millionen Kronen für das Cafe Atlantis. Wie wir erfahren, wird für das Cafe Atlantis ein neuer Pächter gesucht. Ferner besteht die Absicht, die Halle in ein Kino umzuwandelu. Bollswirt. Das Verbot der KaNffehaudels ln Borkriegsmerten. Mm unzeitgemäße Maßnahme. Seit einigen Wochen hatte sich an der Wiener Börse neben dem Anlageschvanken eine eigene Kulisse herausgebildet, in welcher neben den Baulosen auch sämMche Vvvkriegspfanblbrtefe, sotvohl österreichische als auch ungarische, verloste und unverlost e, gehandelt wurden. In den letzten Tagen war die Bewegung in dieiser Kulisse besonders stark geworden, da namentlich aus Detttschland große Kaufaufträge auf österreichische und ungarische Vorkriegspfandbviese ein>gelangt ivaren, die ein rapides Steigen dieser Werte zur Folge hatten. Gestern ist durch eine Berftiguttg der Börsenkammer diese Kulisse plötzlich aufgehoben worden. Dies erregte unter den dort tätigen Bövseanern große Aufregung. Taktisch wurde dadurch der Hartvel in Vvrkviegswerten unte-rbrochen. Die Börsenhättdler erklärten, daß diese Maßnahme vollkonnnetr -ungerechtfertigt sei, daß sie nn-r aus eine Schädigung des kleinen Mannes ausyehe und niemanden nütze. Die Börsettkamnter gab als Ursache ihres Eingreifens an, daß einerseits dir meisten Pfandbriefe verlost seien und infolgedessen ein Handel in verlosten Werten nicht zulässig sei und daß andererseits auch der Börsenhande-l sich nur in gestatteten Kuliffen oder Schranken abspielen dürfe, nicht aber in av hoc gebildeten Gruppen. Sei den! auch wie immer. Dir Maßnahme des Finanzministeriums und der Börselckmnmer kann auf keinen Fall gebilligt werden. Die Frage des Handels der Vorkriegspfawdbricfe wurde schon im Vorjahr in einrr Enquete einer eingchenden Erörterung unterzogen. Es tvar damals der Vorschlag genracht ivowen, die ungarischm Pfandbriefe weiter zu handeln. Außerdem lvareu noch genaue Vorschläge für die Manipulation in diefrn Pfandbriefen ausgeacheitet worden. Eine Wiener Gwßbank, die an den Pfandbriefen in-tereffiert ist, hat sich aber schon danrals entschieden dagegen verivahrt, daß in verlosten Pfandbriefen ein Handel zugelassen werde. Tatsächlich ist die vorjährige Enquete ins Waffer gefallen, ohne daß die istotwendiKoit einer endgültigen Regelung geschwunden wäre. Tatsächlich haben die nteisten Pfaudbriesdesitzer ihre Pfandbriefe trotz ihrer Verlosung nicht zur Einlösung gebracht; sie wollen sie aber günstig chjetzen, Die Morqierungshoffrmngen, die d»ch