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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-03 · Heft 2524 (3.3.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2524 (3.3.1926)
Date
1926-03-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kr. 2524 Mm, M Wöch tfit Umstand, adß die Lrbcnsgefährtin seinen mißlichen finanziellen Vcchälwijstu kein Verständnis enigegenbvingt und ihn verlassen wolle. Di>e von Monlnst. Der Stratzenbahnschasjer Josef P s a n n h a u s e r, der, wie scrichtet, in der .gemeinsamen Wohnung zuerst seine Gattin durch einen Schutz in die Brust getötet und sich selbst nachher in die 'rechte -schlafe ^schossen hat, ist im Spital seinen Verletzungen erlegen. Wien, 3. März. r ,* Das Wetter. Die kühle Witterung hält an. Die Voraussage lautet: Veränderlich, im Westen trüb, im Osten und Süden wemg verändert. ... * ^Ene Feststellung. Das Organ der Agudah meldet, daß jtd) Herr Oderrabbiner Israel Fri.dmm'n aus Hufyatin der in -wieil neugogrundeteu Histadruth Hajcreim augcschlossen habe. Wir werden von seiner Seite ermächtigt, zu erklären, daß düs den Tat>achen n i ch t entspricht. — Ebenso hat Herr Oberrabbiner Israel Fnodinaim aus Czortkow den Herrn Kultusrat Jakob ermächtigt, öffentlich zu erklären, daß er dieser Histadruth Haxe reim fernsteht. * Die Selbstmörder. Der 48jährige Schankgchilfe Josef ~urt hat sich wegen Krankheit von der Sophienbrücke «in den ^.onaukanal gestürzt. Seine Leiche wurde geborgen. — Der .iljohrige Eeschäftsdiencr Josef Kral wurde gestern früh ccknuar aufgepmden. Er hat die Tat zweifellos im Rausch verübt. — Man- *a,‘l mittags hat sich der 60sahv!ge Hilfsarbeiter Joses Nikitscha aus dem Dachboden seines Wohnhauses in der Heiligenstädterstraße erhängt. Er hat die Tat wahrscheinlich wegen Arbeitslosigkeit be- -- Auch der 65jährige Silberschmied Karl Springinsseld endete durch Selbstmord ans gleiche Weisem l§inlieserrrng des Dr. Tmch. Ter Wiener Rechtsanwalt ^r. Alftcd Taub, ist, wie gemeldet, im August 1924 ans Wien nach Unterschlagung großer Summen, die "eine Milliarde übersteigen, geflüchtet. Er wurde im September vorigen Jahres in Rizw verhafte: und von Frankreich ausgeliestrt. Auf der Eskorte bei Passau ist er entsprungen, wurde dann aber wieder eingebracht. Gestern wurde er mit Eskorte nach Wien gebracht und dem' Landesgerichte eingeliesert. . * Kinderpurimfeier. Dir Zionistische Sektion 6—8 veran- Italteie am 27. v. M. gemeinsam mit ihrer hebräischen Schule und u)>'er Fraucnorganisation eine Purimserer für Kinder, die in jeder Aussicht alle Erwartungen übcrtvaf. Berthold L ö w e n f e l d, vortresflich begleitet von Mary Mahler, brachte äußerst wirksam Schuberts Sonatiue zu Gehör, Prof. Dr. Heinrich Glanz sprach m überzeugender Weise über die Bedeutung des Tages zu den Kindern, hebräische Gedichte ließen öeit Fortschritt der Schüler im {)abräifcl)cn Unterricht erkennen. Der Mitwirkung des Bundes jüdijcher Jungwanderer war der Vortrag hebräischer Mander- und Chorlieder zu danken, ebenso eine lustige Purimerzähluna in Versen. Das von Dr. Martha Hofmann verfaßte Purimspiel „Esther" bildete den Höhepunkt'der Veranstaltung. Ein Zauberkünstler und di? Bewirtung der Kinder erhöhte die gute Stimmung des jugendlichen Auditoriums, das alle Darbietungen mit Spannung und Beifall verfolgte. ' * Akademie. Die Zionistische Fvauengruppe Landstraße verunstaltete ani 20. v. M. unter der künstlerischen Leitung -ber Frau Dr. Grete S e i d n e r eine Zlkademie mit anschließendem Tanz. Die Begrüßungsansprache hielt die Obmännin Frau Langsam. Hierauf folgten Gesangsvorträae des Herrn Wein ber ger, Arien und Lieder in russischer Sprache von Frau K a tz. Rezitaftonen von Fräulein Rene Stein und Klaviervorträge von Fräulein Lola R u b i n st e i n. Fräulein Gero brachte meisterhaft Violinstücke von Dvorzak und Kreisler zum Vortrag. Stürmischen Verfall erntete Herr Max Hacker mit dem Vortrag jüdischer Lieder. Vereine. Vorträge und Versammlungen. I ü dis ch e T i s ch g e s e l Ls ch a f t L a n d st r a ß e. Heute, im Cafe Lovrana, 3. Bez./ Löwengasse 36, 7*9 Uhr abends, Vortrag Frau Prof. Dr. Martha Hofmann über: „Assimitantenspiegel im Leben und in der Dichtung." Anschließend musikalische Vorträge. Herr Josef Kühn (Flöte), Frau Rotlenberg (Klavier). Gäste willkommen! — M a i m o n i d e S - I n st ir u t. 3. Bez., Hetzgasse 40. Heute, 6 bis 7 Uhr, Dr. A. Kaminkar „Erklärung des Buches Hiob." 7 bis 8 Uhrr Dr. N. Goldstein r „Schadenersatzfragen im Traktat Baba Kama." — Zionisttsche Bezirksektion Wieden-Margareten. Heute, 8 Uhr abends, im Terrassencafö, 6. Bez., Margaretenplatz, Sitzung, bei welcher Herr Artur Holzer über: „Das Programm des neuen Ausschusses" und Herr Doktor Israel W a l d m a n n über „Minoritätsiechte" sprechen werden. Gäste herzlichst willkommen. — Zionistische Sektion Währing. Heute. V»9 Uhr abends, im Klubsaal des Cafö Jubiläum, 18. Bez.. Währingeraüriel 104 (im Stadtbahnstationsgebäude Währingerstraß-, wichtige Besprechung. Gäste willkommen. — Jugendgruppe der Zionistischen Sektion Zwischenbrücken, 20. Bez., Lepstraße 81. Heute, 8 Uhr abends, Boitrag von Herrn Prof. Menkes über r „Neuhebrätsche Literatur." Leopold st ädterVolkShetm, 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Ulir: Prof Dr. H i r s ch l r Die wichtigsten Probleme und Motive in der Dichtung. 8 Uhrr Dr. L e d erst e g e rr Einführung in die Astronomie. BrigtttenauerVolkSheim. 20. Bez., Stromstraße 76. Neue Kurse und Einschreibungen Dienstag, Donnerstag und Freitag. * Vereinigung jüdischer Akademiker. Zwecks Richtigstellung der Mitgttedslrsteu er jucht die V I. A. Wien alle ehemaligen Angehörigen der Vereinigung ihren Beitritt neuerlich anznmelden. Wer bis 3t. d. seine Mitgliedschaft nicht errreuert, verliert alle Rechte. Anmeldungen sind schriftlich an den derzeitigen Obmann esnct phil. E. Hartman n, 2. Bez., Schtffamtsgasse 7/19, zu richten. Der Verein „Ferieicheim" (PräsiterMn Sophie Grünseld) entsendet tu sei» eigenes Heim nach V ö S l a u. vou Mat bis Juni vorichulpsttchtige oder rekonvaleszente Kinder, ab Juli erholungsbedürftige tsr. Schulkimer im Alter von 7 bis t3 Jahren gegen abgestnste VerpflegSkostenleistung. Der Schwesternverein, das Oesterretchhche Seeyosptz, nimmt ebensolche, zur Tuberkulose neigende Kinder, zur Entsendung in das Seebad (Stabil gegen abgestnste VervflegSkostenletstung au'. Mündliche Anmeldungen an Wochentagen, außer SamStag. von 10 bis 12 Uhr vormittags im Zentratbureau. 9. Bez., Türkenstraßv 17. An koscher geführten Restaurants ist in Berlin gewiß kein Maugel — im Gegenteil, auch an koscher geführten Hotels fehlt es nicht, aber wo ißt und wo lvohnr man wirklich gut und doch billig? In Oberl anders Hotel an der Alexcmoerstraße 49. Seit Jahrzehnten als streng rituell geführtes. Haus bekannt und geschätzt, erfreut es sich eines immer größeren Zuspruches der reisenden Geschäftswelt und darf mit Bezug auf seine ganz vorzügliche Küche, seiner austnerksamen Be-i.nurrg und seine zivilen Preise mit gutent Gewissest WPsiMn Mvdetr. Metier Morgenzeitims Kunst, Bühne, Buch. Prof. Julius Spftein gestorben. Gestern um 3 Uhr nachmittags ist in Wien der bekannte Musikpädagoge Prof. Julius E p ft e i n im 94. Lebensjahre gestorben. Er war zu Agram am 7. August 1832 geboren. Mit seinem Namen ist die Erinnerung an die Geschichte der Glanzzeit des Wiener Konservatoriums verknüpft. Epstein, ein Schüler Anton Halms und Johann Rufinatschas, wirkte seit 1867 am Konservatorium. Er hat die Anstalt 36 Jahre später gekränkt verlassen. Epstein war eine der poPulärsteO Erscheinungen des alten Konservatoriums. Obwohl er die Güte in Person war, war er wegen seiner Strenge gefürchtet. Nur die Begabtesten wagten um Aufnahme in seine Kurse anzusnchcn. Sein berühmtester Schüler war Gustav Mahler, den er selbst als Fünfzehnjährigen entdeckte und dessen musikalische Ansbildnug er befürwortet hat. Er hat auch dem Freundeskreise, den Johannes Brahms um sich versammelte, angehört. Der Meister selbst hat ihn als Pianist für die Uraufführung mancher Kammertnusikschöpfung bestimmt. Er soll besonders als Mozart-Interpret vorbildlich gewesen sein. Epsteins Tätigkeit als Lehrer war sehr segensreich. .Er baute seinen Lehrplan ans den Grund der Kenntnis der gesamten. Mnsikliteratur, hielt seine Schüler dazu an, möglichst viele und bedeutende Schöpfungen der Klassiker von Ba.ch bis Brahms zu studieren, und legte den Grund zu um-. fassender Bildung der Schüler, Auch, viele begabte Musik- . amateure sind seine Schüler gewesen. Lehrern wie ihm ist es zu danken, daß mau von einer wirklichen Musikkultur Wiens sprechen kann. Epsteins kluge, gütige Augen blickten , über die große Brille hinweg, die auf seiner noch größeren, von hageren Wangen flankierten Nase saß. Seine Erscheinung war originell und unvergeßlich. Sein einziger Sohn Richard 'Epstein, auch vorzüglicher Pianist, war mit Frau Alice, der Stieftochter Johann Strauß', vermählt. Zu seinem 90. Geburtstag war der mm Verstorbene Gegenstand vielfacher Ehrungen. Epstein hat vierhändige Arrangements von Streichquartetten, instruktive Ausgaben von Beethovens und Mendelssohns Klavierwcrken geschrieben und auch die zweibändige Ausgabe der Klavierwerke Schuberts revidiert. Nie Golem-Sper d'Alberts. Der Komponist von ,/Tiefland" rmd „Tote Augen", Eugen d'Albert, der zurzeit in Prag weilt, erzählt einem Interviewer des „Prager Tagblattes" über seine Golem-Oper: Alle drei Akte spielen in Prag. Sie haben schon gehört, daß es eine 'Golem-Oper ist? So, sehen Sie, mich hat der Stoff ungemein gefesselt. Wieso ich aus den Stoff kam? Nein, weder durch den Film noch durch den Roman. Eigentlich hat eine Dame die Initiative . . . der Name ist vielleicht Nebensache . . . den Text habe ich diesmal nicht selbst geschrieben, Er stammt von einem Manne namens Lion. Ein Prager, . Wieder eröffnet! Hotel National Wien, II. Taborstrasse 18 Telephon 4Z-5-93 Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer mit fliessendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentralheizung, Lift. Kaffeehaus und.Restaurant im Hausei Miiiige Prelle! Neue Leitung! Soeben erschien Der große Popper-Prospekt Der Mann mtl fein Werk ^ifimiBBifwrr^nrMll,M*lllll,,,IM1'"""""" 32 Seiten, mit einer künstlerischen Photographie POPPER-LYNKEUS’ Wir wollen mit diesem Prospekt eine Ueberslcht öder das Lebenswerk POPPER-LYNKEUS’ geben und gleichzeitig das Verständnis vertiefen für diesen großen Menschen und Reformator, der sein ganzes Leben in den Dienst der leidenden Menschheit gestellt hat. Aus dem Inhalt: Ein Essaa Coudenhove-Calergis übes POPPER- LYNKEUS Worte POPPER-LYNKEUS* Auszüge aus dem vor kurzem erschienenen Gesprächen mit POPPER-LYNKEUS Eine vollständige und übersichtliche Zusammenstellung der POPPER-Literatur Eine ausführliche Würdigung der bedeutendsten Werke POPPER-LYNKEUS, Gratis! BuOihasdlung R. LÖ l&i?, dOllii,]. Rotesturnistr. 22 _ meT, der in Frankfurt lebt, war außergewShnkich begeistert von bnt Text. In Frankfurt a. M. findet auch die UrauMhrnng statt unter Klemens Krauß, einem ausgezeichneten Dirigenten. Ich halte mich also, wie gesagt, nicht an Mlm oder Oper,, sondern an die Legende. Ich war selbst eigens zu dieseur Zweck in Prag, das Milieu kennm zu lernen. Der Golem ist in meiner Oper, die bereits ganz fertiggestellt ist, das Symbol alles Lebens. Das ist also ganz neu, nicht wahr? Es ist also z. B. auch anders alsder „Fliegende Holländer", Auch die Musik ist anders als die von „Tiefland". Nämlich ganz und gar nicht veristisch, nicht a la Puccini. Me soll ich' es nennen? Es ist das Abstrakte mchr hervorgehoben. Die Musik ist farbenprächtig und einfach zugleich. Der Interviewer erzählte, daß zuletzt das jüdische Theater Habimah eine musikalisch eingekleidete Golemboarbeitung: in Prag ausführte. Dann wird es ja ttjtt so besser sein, wenn die Aufführung der Oper hier^ erst nach Frankfurt stattftndet, um den Pragern Atem zu gottne«. Aber, wie gesagt, er ist ein ausgesprochenes Prager Werk. Und die nächste Oper liege zeitlich nicht weit entfernt vom „Golem", aber stofflich sei sie ohne Zusammenhang. Sie sei auch textlich noch ganz in den Anfängen. Aus de« Theatem. Burgtheat et. Morgen, V* 8 Uhr ö&enb*, „Ladt; Windermeres Fächer". (Abonnement VL Gruppe.) . A k a d e m tethearer Morgen, V*8 Uhr abends. „Altweibersommer" (Abonnement H. Gr«ppe> Hieraus j „D e r S e l i g e". > B ö l' k 8 o p e r. Heute Uräufführuug von Julius Bittners Operette „Ö 6 n 6 r a 1 d'aion r". Marge» „D t e Fledermaus." Carl-Thea te r. Freitag, 7 Uhr abends, Uraufführung der Operette „Die verbotene Frau" von Felix Dörmann und Karl Gerold, Musik von Max Wallner. . Exl-Bühne im Neuen WienerStadtl t h e a t e r. Gastspiel Wilhelm Klitsch. Morgen 50. Aufführung von „D e r M u s i k a n t G o t t e 8."! Jüdisches Künstlerkabarett. In Abänderung des Spielp>lanes j gelangt heute statt „Das göttliche Lied" „Die rumänische! Ch affe ne" zur Aufführung. E Julius Chajes, der 13jährige Kladiervirtuofe, spielt au 'i seinem diesjährigen Klavierabend heute den 3. d. im mittleren Konzerthaussaale: Bach-Busoni: Chaconne; Brahms: Ballade; G-Moll, Rhapsodie H-Moll; Julius Chajes: Sonate F-Moll (Allegro decifo — Scherzo — Trauermarich — Finale), Mamlstript-Aufführung; I. Marx: Mbumblatt; Liopounow: Carillon; Chopiü: Etüde As-Dur, Etüde A-Moll, Noeturno C-Moll, . Polonaife As-Dur, Op.. 53. Karten: Konzertkasse Guttmann. ,^Die Medicieer und ihre Stadt Florenz." Die zwüte Hälfte des interessanten kunstgefchichklichen Vortragszyklus mit Lichtbildern beginnt heute um halb 8 Uhr abends mit einem. Vortrag der Frau Dr. Elfe Hofmann im Feftscral der Handelsakademie der Wiener Kaufmannschaft Wien, 8. Bez., Hamerlingplatz 5—6, über ,pDie Freunde der Medicieer". Karten sind zu haben beim Portier der Handelsakademie sowie an der AbeMasie, 8. Bez., Hamerliugplatz 5—6. . j , . : Autogramme bei Gerngrotz. Frl. Elise Alt mann und Herr Robert Nästlberger werden Donnerstag den 4. d. von 4 bis 5 Uhr nachmittags in der im Warenhaus Gerngroß statt findenden Theaterausstellung die Gäste empfangen und . Autogramme geben. __ Rttdroprognrrnm. Heute Mittwoch de« 3. Marz. 16 Uhr 18 Min.: Konzert. — 17 Uhr 60 Min.: Die Eigenart des Winterwetters in Oesterreich. — 18 Uhr 25 Min.: Die Bewegungen im Sonnensystem und ihre Deutung. Univ.-Prof. Dr. Oppercheim. — 18 Uhr 45 Min.: Mufillurs, gehalten von Prof. Dr. Richard Stöhr. — 19 Uhr 30 Min.: Übertragung aus dem gwßen Konzerthanssaale: Orchesterkonzert des Wiener Svmphonreorchesters unter Le'itung von Dir. Fock. Deutsche Musik von Bach bis Pfitzüer. — 21 Uhr 16 Min.: Mendvonzert der Kapelle I. Geiger. Gerichtssaal. Die MilchsAschungen der Germania-Molkerei. Sehr viel Wasser, Mist und Asche. . Im Progesse gegen das Ehepaar Brunnmüller und zwcr Angestellte der Germani a-Großmolkewi wegen Lebensmittelbetruges wurden gestern zahlreiche Zeugen einvernommen. Der Kutscher Benedikt Hauser, der dveiviertel Jahre hindurch bei der Germania-Molkerei bedienste>t war, jagte aus, er habe brobachtet, daß in die Mlilchkannen Wasser hi ne in geschüttet und dann die Molkerei milch hinzugemischt wurde. Zn bvqwn Zwecke standen immer vier mit Wasser gefüllte Kannrn bereit. Otumr Brunnmüller habe dem Zeugen bei der Aufnahme gesagt, m so einem Betrieb komme mancherlei vor, vr möge nichts ausplauder«. Bors.: Wer hat das Wässern vorgerwmmsn? — Zeuge: Der Josef Brünnmüller. — Josef Brunnmüller bestritt das. Der Zeuge gab noch an, daß Otmar Brunnmüller, der damals noch 'Kanzleileiter beim Bezirksgericht Fünfhaus gewesen ist, augenscheinlich von allen dem Betriebe drohenden behördlichen Ucberprüfungen rechtzeitig Kenntnis erlangte, denn ex habe, wenn eine solche UeberpMung bevorftand, gesagt: „Heute kommt eine Reviston." Frau Susanne Hofer, eine Nichte des Ehepaares Brunnmüller, die dann einen Angestellten der Firma gcheiratet hat, bezeugt: Frau Brunnmüller habe chr gchekßeu, Wasser in die Milch hin ei nzusch üt ten. Fwu Brunnmüller meidet sich zum Wort und bezeichnet die Angaben als falsch, ihre Nichte sei von jeher verlogen gewesen. Franz P a st u ch a, Geschäftsdiener, sagt aus, sS standeu i* der Molkerei Kannen m>it Spülwasser bereit, in die domt die Milch, die er von den Bahnhöfen einführte, eingegossen tourte« Revifionsorganen des Marktamtes sind immer plombierte äamtetw. •in denen sich unverfälschte Milch befand, gezeigt Worte«. Hierauf wird Frau Susanne Brunnmüller, dtli 24jährige Gattin des AngeLagten Jossf HMSMÜSe ZWst

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