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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-28 · Heft 2521 (28.2.1926) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2521 (28.2.1926)
Date
1926-02-28
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Gr. Ms Mü. FönnW ' ' WleMV MdeMsxeskMss___2R. Mntckv Wc, &ut 1. ftugsbegeicheiten verdanken!, ist ersichtlich, das; die llnternchmungs- WigVeit in den letzten Jchren eine äußerst rege ist. Es fallt auf, daß dvejemgen Unternehmungen, welche dem Aufbau «nb der Deckung des täglichen.Bedarfes der Bewohner dienen, bereits ziemlich stark vertreten sind, daß ihre Zahl bei weitem die Anzahl der jemgen Unternehmungen überschreitet, welche nicht mit der Stillung der notwendigsten Konkurrenz Zusammenhängen. Ausgesprochene Luxusindustrien sind relativ gering vorhanden. Es ist aber auch andererseits ersichtlich, daß sich die Produktion Palästinas mtf die Deckung sämtlicher Bedürfnisse Palästinas einstellt und daß sich bereits Ansätze zur Erzeugung von Exportartikeln finden. Um nur Beispiele zu nennen, sind zweifellos die zahlreichen BekleDungsindustrieunternchmungen geeignet, auch teilweise den Export zu decken. Besonders muß die Mannigfaltigkeit der einzelnen Jndustrieunternchmungen auffallen. Nachfolgend die Statistik der jüdischen Industrie,mternehmungen Palästinas nach den neusten Erhebungen: Die Wachen Industrien in PnlüMna. Nach einer Aufstellung gibt es ln Palästina folgende jüdisch« Jndustrtefirmen: 1. Textilien. s) Weberei von Seide und ci) Schuhschnüre . . . v . 8 Baumwolle, Anfertigung e) Verschiedenes (Svtnnerei, von Handtüchern, Ser- Färberei, Bleicherei, Watfetten, Vorhängen ufw. . 9 ta. Posamentern, Sttckeb) Strickerei und Wirkerei. 18 rei. Tapeten) . . . . .13 o) Garn und Zwirnweiferei 4 k) Konfektion.20 g) Hutfabrikation.11 Zusammen 73 Firmen 2. Lede r. ») Geckrerei ....... 5 c) Koffer ....... 4 b) Kußbekleiduua.38 d) Sattlerei.4 e) Klein» Artikel ..... 3 Zusammen 64 Firmen 3. Holz. a) Fomuier.1 e) Bürsten.4 b) Möbel uud Holzwaren . 81 k) Diverse.. . 5 c) Eiskasteu ,«»»».» 2 g) Korke ».».»»,« 1 6) Wagm ........ 4 d) Tapezierer.8 Zusammen 66 Firmen 4. Bau. ») Stein und Marmor . . 6 c) Lehmziegel . .... 3 tH Zement, Kalk, Gips » . 7 d) Kalkzteael und Diverse . 23 Zusammen 39 Firmen 5. Chemische Industrie. ft) Beget. Oele..4 f) 5tunstdünger . . . . . 2 b) Seife« und Kerzen ... 10 g) Verschiedenes (Schübel Alkohol und Parfüurerie 6 wichse, Tinte,Essig. Waschd) Farben und Lacke ... 4 blau, Desinfektionsmittel e) Zündhölzchen.2 nstv) . . .11 Zusammen 88 Firmen 6. Druck und Papier. ft) Druckerei ...... .86 d) Schreibmaterialien ... 2 b) Lithographie.8 e) Buchbinderei.8 Ä Photographie . .... 6 k) Schachteln und Säcke. . 11 Zusammen 64 Firmen 77'".'7 L Metalle. ' ft) Diverse Artikel Pflüge, b) Möbel.7 Petroleumkocher, Stiegen, c) Gießerei und Reparatur . 23 Räder nstv.).20 d) Batterien, Galvanisierung 3 Zusammen 59 Firmen 8. Rabrunasmittel. a) Mühlen.17 f) Mischvrodukte ..... 15 b) Bäckerware« ...... 38 g) Fischkonserven ..... 6 c) Makkaroni, Biskuit, Mazn) Würste . 6 zoth . . . ..6 i) Kanditen, Konserven, d) Salz.1 Früchte.10 e) Salz- Md Kaffeemühlen 12 Ir) Weine und Getränke . . 20 I) Sodawaffer und Eis . . 23 Zusammen 148 Firmen Dorotheum - Bankabteilung Wien, l, Dorotheergasse 17 9. Diverses. a) Tabak ........ 9 e) Kunstgewerbe-Arbeiten b) Wäscherei 2 lMarmor, Perlmutter) . 6 e) Gla8 und Spiegel ... 2 k) Mühlsteine.1 d) Schirme.2 g) Religiöse Artikel ... 6 Zusammen 21 Firmen Insgesamt 546 Firmen. « Neue Unternehmungen in Palästina. Unter dem Namen Nur ist lau: „Commerciai Bulletin" in Mo eine Streichholzfabrik mit ein?m Kapital von 12.000 Pfund gegründet worden. Sie arbeite: mit moderrrftem Maschinemnaterial und beschäftigt 40 Leerte. In Akko wurde auch eilte neue Gerberei Aerekid mit einem Kapital von 4500 Pfund eröffnet. ES werden hier nur Ziegenhäute verarbeitet. Beschäftigt sind neun Arbeiter. Privatverkehr und Geldmarkt. Der gestrige private Effektenhandel von Geschäft zu Geschäft zeigte nur wenig Umsätze. Es bestand zwar nach einzelnen Werten, besonders nach ungarischen Avbitragewcrten, einiges Interesse zu den Bortagsschlußkuvsen. Doch kam es infolge Materialmangels zu keinem Abschluß. — Der Geldbedarf zum Ultimo hat sich nicht bedeutend erhöht. Die Prolongation konnte ohne Schwierigkeiten erfolgen. Die Zinssätze blieben unverändert. Man hofft, - daß sich in kurzer Zeit die frühere Geldflüssigkeit wieder einstellen wird. Außerordentliche Generalversammlung der „Gerhardus"« A.-G. Gestern fand die außerordentliche Generalversammlung der Gechardus-A.-G. statt. Bei der Neuwahl von Derwaltungsratsnritgliodern wurden Gen. a. D. B r u d e r m a n n, K ä m p f e r und Lewit von der Bvudermann-Gruppe und Schnizer von der Gerhavdus-Grnppe gewählt. Der Präsidentin Julie Gerhavdus wurde nahegelegt, sich auf Seite des Unternehmens zu stellen, da sonst ein Weiterbestehen der Gesellschaft sehr fraglich wäre. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Franz Sieht tk, Kirnst- und Möbeltischlerei, 12. Bez., Rotenmühlgasse 16; über Erna Kramer, Geschäftsfrau, 19. Bez., DöbÜnger Hauptstraße 60; über Wilhelm Küh treib er, Baumeister, 10. Bez., Neilreichgasse 81; über Emil Schweiger, Kleidcvhändler, 2. Btt., Lassallestraße 32. und über Qfcfo Hoffman n, Kaufmann, 8. Bez., Daungasse 1. Elektrische Bahn Feldbach—Gleichenberg. Im steirischen Landtag referierte gestern Landtagspräsident Schreckenthal Wer den Beschluß des Eisenbahnausschusses wegen Finanzierung des Baues eine elektrisch betriebenen Bahn von F e l d b a ch nach Gleichenberg. Nachdem Redner aller Parteien die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Bahn hervorgohoben und für die eheste Inangriffnahme des Baues eingetreten waren, wurde einstimmig boschloffen, daß das Land für die Finanzierung der B-cchn die Garantie übernehme, wenn der Bund 46 Prozent der Kosten und die Lokalinteressen-ten ^10 Prozent ' übernehmen. Das Land Steiermark übernimmt die Garantie als Bürge und Zahler für ein von der Lokalbahn aulMmehmendes Anlehen zum Höchstbetrage von 3,6 Millionen Schilling Nominale. Messekarten für die Wiener Frühjahrsmesse. Der Verschleiß von Messeausweisen, welche zum Eintritt in alle Messehäuser während der Messewoche, d. i. vom 7. bis 13. März 1926, berecktigen, findet in der Kammer für Handel, Gewerbe mid Industrie in Wien, 1. Bez., Stubenring 8—10, in der Zeit von 8 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags ans Zimmer 79 statt. Für Messebesucher aus dem Auslande und aus den österreichischen Bundesländern kostet der Messeausweis 4 Schilling, während der Preis für die in Wien befindlichen Messebcfuchcr 3 Schilling beträgt. Die für ausländische und Provinzbosncher bestimmten Messeausweise berechtigen Werdies auch zur Inanspruchnahme der Paßbegünstigmig bei der Einreise nach Lesterreich uud der Fahrpreisermäßigungen auf den in- und ausländische» Bahnen und Schiffahrtslmien. Leicht« Befestigung des französischen Franken. Schon an: Vortage zeigte sich nachbörslich in Zürich ein gesteigertes Interesse für den fraidMischen Franken. Gestern eröffnete er mit 19,17, ermäßigte sich aber int Laufe des Verkehres und schloß mit 19,13 gegen 18,87 . vom Vortage. Diese Schwankungen sind auf die wechselnde Beurteilung der innerpolitischen Situation in Frankreich znrückznführen. — Während die Devise Warschau in Berlin sich von 63,36 ans 63,66 erhöhte, senkte sie sich in Zürich von 67,50 auf 66,—. In Wien wurde für den nordamerikanischen Dollar 7,80 bis 7,90 Zloty gezahlt. — Die nordischen Devisen lagen weiter fest. Der Len blieb unverändert. Erhöhung der tschechoslowakischen GetreideMe. Da an der Prager, Brünner uud Preßüurger Produktenbörse in der Zeit vom 1. Jänner bis 26. Februar ein Rückgang der Durchschnittspreise für Getreide und Mehlprodukte konstatier! wurde, werden ab 1. März neu« Zölle eingchührt werden, u. zw. auf Weizen, per bisher zollfrei war, 12,60, Korn 17,40, Gerste (Brau, und Futtergerste) 8,40, Hafer 9,60, Weizenmehl 22, Kornmchl 24, Gerstenmehl und Mehlprodukte auS Gerste 24, Hafermehl und Mchlprodukte aus Hafer 16, Hivseprodukte 24 tschech. Kronen, alles Pro 100 Kilogramm. Die neuen Zölle bedeuten, abgesehen vom Weizen, der bisher zollfrei war, durchwegs Echöhungen. Einführung von Goldbilanzen in Jugoslawien? Laut einer Meldung aus Belgrad wird im jugoslawischen Handelsministerium ein Gesetzentwurf betreffend die Aufwertung der Bilanzen der Aktiengesellschaften ausgearbertet. Wiener Produktenbörse. Die flaue Tendenz wurde durch die guten Saatenstandsberichte noch weiter gedrückt. Weizen war behauotet, Mais, Roggen und Mehl blieben matt. Es notierten: Wetzen: Inländischer 40.— btS 40.50, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 44.— bis 47.—, Unganscher 41.— bis 44.—, Jugoslawischer 76 Kilogramm —bis —. Jugoflavischer 77/78 Kilogramm —bis —Roggen: Inländischer Marchfelder 27.25 bis 27.75. Pester Boden 25.76 bis 26.25. Ger st.er Brauware inländische . 80.— bis 35.—, böhmische mährische —.— bis MaiS: Jugoslawischer 20.35 bis 21.25. C inguantin neu 91.— bis 82.— Hafer: Inländischer 27.50 bis 28.50. ReiSr Italienischer 78.— bis 80.—, Burma 62.— bis 63.—. Mahlprodnkte: Grieß inländischer 80.— btS 81.— Weizenmehl 0 inländisches 76.— bis 78.—, Kochmehl 2 inländisches 66.— bis 68.— Brotmehl inländische? 42.— biS 48 — Berliner Börse vom 27. Februar. Bei dauernder Geschäftsstille nahm der heutige Verkehr einen ruhigen Verlauf. Mit wenigen Ausnahmen iiberwogen bfle Abschwächu na e n. Fest lagen nur die Rentenwerte. Am Geldmarkt zeigte sich infolge gesteigerten Mimobedarfes eine leichte Ans p a n n u n g. Daggeld betrug 7 bis 8 Progent. Es notierten- Dürkentoiv 31.50 Süv. Lombarden neue 13.50, Oesterreichiiche Staatsbahn 22.50, Darmstädter Bant 127.—, Deutsche Bant 126 50 Dresdner Bank 115.75 Oesterreichifche Kredit 6.75. Oesterreichifche Länderbank —.—. Reichsbank 156.—, Wiener Bankverein 6.— Uniorrbant 6.12, Daimler Motoren 35. Dynamit Nobel 82.12, Felten & Guilleaume 109 —. Sie SeWßtttttrte. Zürich» 27. Februar. (Devisenkurse von 12 Uhr.) Berlin 123.76^/. (123.75). Hollmld 208.10 ^208.15). New-Nork 519.62 (519.75), London 25.26%, (25.26%-, Pari» 19.13 (18.87j, Mailand 20.87"/. (20.87), Brüssel 23.61'/, (23.61), Kovenhagen 135.10 (184,80,, Stockholm 139.40(139.32'/,), Oslo 113.— l 118.50-, Madrid 78.26'/. (79.36'/.,. Buenos Aires 312.25 <212.—). Praa 15.89'/. (15.37»/.), Budapest —.— (0.007286), Bukarest 2.20 (2.20), Belgrad 9.16 (9.18). Sofia 8.75 (3.75), Warschau 66.— (67.50). Wien 73.26'/. (73.20; für 100 Schilling. Warschau, 27. Febmar. (Devisen.) Belgien —bis —. Berlin —.— bis —, Holland —.— bis London 37.26 bis 37.64, ittew-LIork 763.- bis 767.— Paris 28.— bis 28.42, Schwei» 147.63 bis 148.27, Budapest bis . Prag 22.68 bis 23.78, Wien 107.83 bis 108.37 für 100 Schilling, Italien 90.82 bis 30.98. Stockholm —bis —Bukarest —bis —.—. Copyright 1926 by J. Ladyschnlkow Verlag, Berlin. §in Glaubensmartyrium. 471 Roman von Schalom Asch. 13. Die Prüfung. Fürst Ezwerczinski ließ die Juden Wiste», daß d« Kosaken bereit wären, von der Stadt aLzuzichen, wenn die Juden ihnen ihr ganzes Gold und Silber, Seidenzeug, Pdlze uud Kleider als. LösegÄd geben würden. Reb Zlaron, der Vorsteher der Jvschibcch und Rabbiner der Stadt, >berief hierauf die Parnessim und die Stadtvorsteher zu einer Versammlung ein, in der beschlossen wurde, das Leben mit dem Vermögen ausznlösen. Dann ließ man in den Synagogen, ans den Marktplätzen und an den Festungsmauern ausrufen, die Juden sollten all ihr Hab und Gut in das Schloß des Grasen bringen, als Lösegeld für die Kosaken. Hierauf brachten die Juden alles, was -sie besaßen, in das Schloß und wähnten dabei, Gold und Silber möge Lösegeld sein für das Leben, und Gott sei gelobt, daß er Rettung schickte. Unter den Sachen, die die Juden nach dein Schloß brachten, war eine Fülle von Wertgegenständen. Si'lbergelxiebene Becher, Nürnberger Arbeit, die die Inden von den Jahrmärkten heimgebracht hatten; Eßrogimbüchsen in Gestalt von verschiedenen Früchten; Gewürzbüchsen in Form von hohen Türmen mit Fahnen und Sternen. Channkaleuchter mit ven Emlblemen der zwölf Stämme Israels und allerhand Geschnwlde aus Gold und Silber, Edelsteine, reiche Zobel- und Nerzpelze, die sie bei den russischen Kaufleulen erstanden hatten, sehr viel Seidenzeug für Kleider, italienischer Brokat, für die Vorhänge an den Thoraschveinen urch für Brautgeschenke bestimmt, silber- und goldgewirkte Seidenstoffe aus Sluzk — all das brachten die Inden zusammen, denn nichts tvar ihnen zu kostbar, um nur ihr Leben zu retten. Alle diese Reichtümer häuften sie in der Festung von Tultfchin zusammen. Breite Silbevkronen glänzten neben dicken dunklen Pelzen und goldener Schnruck mit Edelsteinen glitzerte zwischen den Wogen von Seide, Samt und Atlas, die sich haufeMveife im Hof der Festung austürmten und auf die Kosaken warteten. Nachdem aber die Juden ihre ganze Habe znsammengebvacht hatten, sagte der polnische Fürst: „Nun gebt auch eure Gewehre heraus und ibringt sie alle hieher." Mein die Juden erwiderten: „Wozu brauchen denn die Kosaken unsere Gewehre? Sie haben doch selbst genug Gewehre! Sie wissen sehr gut, daß wir ihnen nicht nachsetzen werden, wenn sie von hier abziehen! Wir haben die Getvehre nur, um uns zu verteidigen, nicht aber, um anzugreifen. Nun aber, da sie von hier abziehen und mit uns nicht mehr kämpfen wollen — wozu brauchen sie da unsere Gewehre?" Der Fürst entgegnete: „So wollen die Kosaken, und so habe ich es mit ihnen abgemacht." Da nterkten die Juden, daß die Polen sich mit den Kosaken verbündet hatten, ipn die Inden zu vernichten. Mendel, der Parnes von Slotschoiv, ließ sich aber also vernehmen: ,Mix haben e>nch unscr Vermögen gebracht, allein unsere Gewehre werden wir euch nicht auÄiesern. Denn, ivenn ihr unsere Geirehre verlangt, so ist es nicht anders, als daß ihr euch mit den Kosaken verbündet habt, unr uns ihnen auSznliefern. Denn ivas soll es sonst bedeuten, daß ihr von uns die Äewchre verlangt, mit denen wir die Stadt bisher geschützt und verteidigt haben?" Und andere Inden sagten dasselbe. „Unser Vermögen wollen wir euch überlassen, aber die Gewehre geben wir nicht heraus." Und wieder andere erwiderten dem polnischen Fürsten: „Wenn wir sterben müssen, wollen wir alle zusammen sterben, Polen und Inden!" Unter den Inden befand sich ein jnnger Mann aus Korfum. Er tvar dürr und hochgeivachfen, und seine Augen < flackerten vor Lust, für Gott Rache zu nehmen; seine Pajes Ibebten und seine Zähne klapperten vor Wut, denn Gottes Zorn glühte in ihm.' Er ergriff ein Schlachtmesser und rief den Inden zu: „Die Gojim haben uns verraten, damals in Neimrow und ebenso hier. Laßt uns nun an ihnen Rache nchmen, Gottes Rache, für Gott und für seine Thora!" Die Worte des jungen Mannes fielen wie ein zündender Funke unter die aufgeregten Inden, die nichts mehr zu verlieren hatten. Mit dem Tode hatten sie sich schon längst abzefunden, aber sie wollten sich ihn teuer bezahlen lasten. Und nun flammte plötzlich der alte jüdische Zorn auf. Die Augen der Inden funkelten, ihre Pajes zitterten, ihre Zähne bebten, ihre Hände griffen zu den Waffen und Sümmengewirr ging durch die versammelte Dünge wie ein grollender Domrer: „Die Gojim haben mrs verraten!" „Rache für Namirow!" „Für jüdisches Blut!" „Für den Glauben und für die Thow!" Die Juden, junge und alte, Bewaffnete und Unbewaffnete, zweitausend Mann stark, rückten immer näher an die Polen heran und bald sah sich der Fürst mit seinen Soldaten und die Polen mit ihren Fmuen und Kindern, die in der Festung waren, von aufgeregten Juden umzingelt. Näher und iläher kamen die Juden heran und bildeten einen Kwis, in dessen Nkitte sich die Polen befanden. Einige Juden mit Messern in der Hand wollten sich bereits auf die Polen stürzen, es fehlte nicht viel und eine schrecklich« Metzelei hätte begönnert, derm die Juden waren sehr erbittert. Allein plötzlich rief jemand: ,^uden, Söhne Israels, barmherzige Söhne von Barnrherzigen, tvas tut ihr denn?" Svsorl wurde es still und aus der Mitte der Juden trat ein Greis mit einem kleinen weißen Bart hewor. Er war ganz weiß gekleidet und hielt mit seinen knochigen nackten Händen, die aus seinem Kittel heworschauteri, die aufgeregten Leute zurück. (Fortsetzung folgt.)

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