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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-28 · Heft 2521 (28.2.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2521 (28.2.1926)
Date
1926-02-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6rtte 6 Wien, Sonntag Wiener Mor«enMu«s. 38. Febnmr 1996 Rr SM v»rde dor Borsland ersucht, ihnen «In« „Dtegilla" auszuborgen. Er weigerte sich anfangs und meinte,, sie sei nuausfiichbar, well man sie schon sehr lange nicht benutzt hatte, aber die Flüchtlinge baten eindringlich, machten sich erbötig, selbst zu suckln, und er gab nach Man verrat den nicheimlichen Dachbadm des Tempels, den lange schon kein me,rscktticher Fuß betreten hatte. $ic cm\t\y Blute brr Krhilla konnte man aus dem großen Hansen verschiedener Liiunrichncher ersehen, der dort herumlag. Tie Flüchtlinge warftn sich über diese Bücher mit viel größerer Vehemenz als über die alten Kleidungsstücke. Waren es doch vertraute Bekannte, die da heim em Raub der Flammen wurden luid ohne di« die Flucht so schiver anziitretcn war. 2htn hat man sich wieder gesunden und daS i»Golus Böhmen" ward einigermaßen erträglicher... Die „Rolle" fand sich auch und in gehobener Stimmuirg stieg man hinunter. Der Vorstand kchrkzum Tarocks-piel zurück «nid Meslech Melamed, von dem marr sich erzählte, daß eine von ihm geschnitzte Schnupftabakdose in der Residenzstadt Wien ausgestellt wurde, ging daran, für sein Enkelkind einen „Grager" anzusertigen. Daran arbeitete rr den ganzen Fasttag hindurch und bereitete sich dann zum Lesen der „Megilla" vor. Die Männer standen um den beleuchteten Tisch herum und ha:t>.'n Mühe, das vergilbte Pergament zu-spannen. Dieses zog sich wie eine Spirale wieder zusammen, als wäre es erstaunt und erbost zugleich, daß man seine Ruhe störe. In der Küche steckten die Frauen ihre Köpfe zusammen» seufzten tief rmd hüllten die schic iß uz geloschenen Tücher noch enger um ihre herabgekommenen Gestalten. Meslech.Melanieschlug den attbekamuen und lieben Ton an, die Buben scharrten gerärrschvoll mit den Füßen, sobald der Name „Haman" gelesen wurde — aber die Stimnlung blieb beklemmend wie früher. Auch der „Gragcr" Eon nie nicht viel hevftn und ächzte bloß leise und traurig als wäre! er heiser geworden. Meslech gab seinem Enkelkindsstumme Zeichen, er solle nur stärker schütteln — daraus verstummte der „Grager" ganz -. Tie Stimm« Meslech Melameds wurde eintönig und schwach. Es gelang ihm nicht, die zehn Löhne Hcnuans in einem Atem zu lesen wic es der Brauch erfordert. Jur Scheine des fahlen Lichtes boten sie einen noch jammervolleren Anblick, diese Vernichteten und Geflüchteten, von denen manche die längst geschlossenen, alten Friedhöfe bevölkertem, ohne je die galizischo Heimat wieder geschen zu haben. Die am Leben gebliebenen schlossen sich später den größeren jüdischen Gemeinden an oder kehrten in chre inzwischen ,chrsr-eite" und zerstörte Heimat zurück. Die „Megilla" aber verlangte der Vorstand am nächsten Tag zurück und schloß sie wieder rin. Noch heute niag sie unbenützt am Dachboden des Tempels in K. liegen, vielleicht noch mehr vergilbt »nd widerspenstig als wie zuvor. Derren aber, denen sie vor genau elf Jahren Erbauung unäb Trost bot, wird sie stets in tranter Erinnerung bleiben! Waiserin Wa in Paris. Paris, 27. Februar. (Tel.-Komp.) Die frühere Kaiserin Zita ist gestern in Paris angekommen. Ne hat einen Prozeß gegen verschiedene Persönlichkeiten angestrengt, die sie anklagt, dem Exkaiser Karl von Oesterreich, als er sich in der Schweiz m Geldnöten befand, die Kronjuwelen zu einem viel zu geringen Betrage albgeschwindelt zu haben. FuBscmnerzen Genug der Leiden I MKHtfen; e -mua, 8t Roohue-Fußaali macht einen neuen FuBl »lefe# Prütarar. welche« sich im Ausland schon seit langer Nett ausgezeichnet bewährt hat. besteht au« speziellen «ftlzessen-en. welche« wir im warme» Sudwasser auslvsen und eine wunderbar wohltuend« Wirkung auf di« ermüdeten und schmei enden yühe auSstbt. ES genügt, wenn wir «in« Nein« Menge von dies,« Subsalz in «in mit warmem Walser oeillllt«« Lavoir geben und bei* schmerzenden JJul 10 bl« Iß Minuten lang t« demselben weichen lallen. Wahrend dieser Zeit hören di« Anschwellung de» yuße«, sein« Quetschung und dt« petnigenden brennend,n Vefühla mit sin,m Schlag« aut. «in tangere» Weich,n in diesem Wasssr srwsicht dl« Hühneraugen und dw Hautverhärtungen so sehr, dab dieselben sehr leicht ohn» Messer »d«, »asiermelser entfernt werdrn können. Die brennendste«, hartnistkigsten y«tzichmr,zr« «nd 8rostbeulen hören durch den «Leorauch de« St. Aochu«» ußsalzeS auf. Sie können überzeugt fein, daß da« St. Noch»«- vuhsalz den Fuß vollkommen n-u gestaltet. ES befreit Sie von den verschiedenen Störungen des yuke«. St« können so viel gehen, al« Eie nur wollen. Eie können an einer Stelle stundenlang stehen und sie werden nicht da« geringste Gefühl der Müdigkeit verspüren. Ei» grotze« Pate» St. RochuS-Fubsalz tostet 8 1.80. Es ist in leder Apotheke erhältlich. Falls Sie eS nicht bekommen sollten, wenden Sie sich an das Gsupldepot: vundsespoihelcb „Mariahilf*4 Telephon 64-99 VI. MarlahülerstraA« SS Telephoa 64-99 Provinrbestklluuge«: bet Einsendung deS Geld«« 8 1.90, per Nachnahme 8 3.50. 88 guterefsante Ausgrabungen i» Per». Der Direktor des peruanischen NationalmusennlS «für Archäologie, Dr. Julio Tello, lmd der Dozent am orientalischen Seminar in Ldriq, Dr. William McGovern, hüben in der Nähe von P i s c o bie Ruinen zweier alter Städte allsgegraben, die sie als Denkmäler der ältesten peruanische« Kultur bezeichnen. Die beiden Städte stammen aus der Periode zwischen 100V und 500 v. Chr. Sie waren ans rotem Porphyr und Sandstein gebaut und haben sich in ihrem tiefen Versteck, drei bis neu» Meter unter der Erde, verhältnismäßig. Mt erhalten. In der Nähe der älteren von beiden Städten haben die beiden Gelehrten Grobkammern ausgegraben, in denen wchlrchaltene Mumien in sitzender Stellung gefunden wurden. Die Kammern sind malerisch ausgestattet und mit interessanten Ornamenten ln originellen Farben geschmückt. Rabbi Modle. Bon Dr. Michael Thalheim, ' Aus dem festen Fundament wahrer Religiosität, höchster Sittlichkeit u-nd gereister Weisheit ragt sin Denlkmal, welches sich der berühmte Philosoph und Arzt Maimonides aus der glü-herwen Lava seiner Liebe zumJudentum selbst gesetzt hat. Dieses Denkmal soll nun in Kovdova, der Geburtsstadt des Denkers, bauliche Form echcrtten. Die Stadt hat durch diese EhruW sich selbst geehrt. Mose Ben Mammn, am 3. März 1136 geboren, empfing als Nachkomme eines talmudisch gelehrten Geschlechtes eine sorgfältige Ausbildung, die sich nicht nur aus die Wissenschaft des Judentums, sondern auch aus Mathematik, Astronomie, Philosophie und Heilkunde erstreckte. Die harte Schule des Lebens vervollständigte seine Geistesbildung und stähl:« seinen Charakter für die Künftige Mission. Die Religionsverfolgungen der Almokaden vertrieben den kaum Dreizehnjährigen aus seiner Heimatsstadt; nach Mehreren Wanderjahren, tvährend welcher er zum Jüngling heranrefft«, verließ er Andalusien und fand mit feinem Vater in Fes für einige Jahre Zuflucht. Hier, um das Jahr 1160—1164 verfaßte Mose Maimuni in arabischer Sprache seine Erstlingsschrfft, in welcher er, auf den Talmud gestützt, die jüdischen Schein- . niohammedaner gegen den Vorwurf, sie seien Abtrünnige und Götzendiener, verteidigte. Die nächste Reffe brachte, die Familie Maimuni über Mo und Jerusalem (1166) nach Fostat (Altkairo). Wegen seiner hervorragenden Gelchrsamkeit und ärztlicheil Geschicklichkeit gelangte Mose zu ganz besonderem Ansehen, tvas unter anderem in seiner Stellung als Leibarz: des Veziers al-Fahdil und der Söhne Saladins Ausdruck fand. Inmitten seiner anstrengenden ärztlichen Praxis erivavb sich Maimonides eine ungewöhnliche Kenntnis der wissenschaftlichen Literatur aller Zweige, und seine logische und systenlatische Art, bas Größte urch Kleinste zu gruppieren und zu ordnen, rechtfertigt seine Bezeichnung als Mischer Aristoteles. Aus dem reichen Born seines vielseitigen schriftstellerischen Genies quillt der klare, rationalistische Geist, frei von jeder Spitzfindigkeit und Klügelei. Es würde den engen Rahmen eines Zeitungsartikels sprengen, wollte ich die relionsphilosophffche Bedeutung unseres großen Detikers nur in bescheidenstem Maße würdigen. So erwähne ich unter anderem nur sei« Meisterwerk in arabischer Sprache ,-Arag" (Die Beleuchtung), die erste wissenschaftliche Beharwlung des Talmud. Die Ausstellung der bekannten dreizehn Glaubenslehren hak das jüdische Bekenntnis zur Höhe vernünftigen Bewußtseins erhoben, gleichzeitig jedoch in die Sphäre starrer Formeln eingeleE. Das zweite berühmte Werk des inzwischen offiziell als Rabbiner von Kairo anerkannten Maimonides ist der Religionskodex ,Mffchna-Thvra", im Jahre 1180 in neuhebräffcher Sprache verfaßt. Tiefe Sittlichkeit und philosophische Weisheit erklingen zum harmvnffchen BollaMord der geläuterten Rvligionsevkenntnis, welche wie ein goldener Faden durch das LM)- viuth des Talmuds führt, Der Geist Maimonides ruht und raste: nicht; aus sei-uem Ringen nach Licht und Wahvheit, nach einer zeitlos gültigen Weltanschauung, enfftcht um 1190 das epochemachende, ambiisch geschriebene Werk „Thalalajh Al-Hajirin" (Führer der Verirrten), bekannter unter dem hebräischen Titel ,Moveh Nebuchim". In diesem, auch von christlichen Theologen geschätzten Wevk erhobt Rabbi Moyse die menschliche Liebe über die Niederungen des Daseins mch fiihrt sie an die Quelle des göttlichen Geistes. In die menschliche Seele hat Gott die Anlage und den Triob zur Erkenntnis gesenkt. Wenn sie dissem Trieb folgt, so wird sie darin von der tätigen Vernunft rmterstützt. Die Erkenntnis und Sittenreinheit verleiht dem Menschen die Unsterblichkeit, das tierische Dahinleben, ohne Drang zum Wissen und Guten, bewirkt, daß die Seele mit dem Leibe zugrunde gehe. Wie um das seelffchk, so auch um das leibliche Wohlergehen der Menschheit ivar der Philosoph und Arzt Maimonides gleichermaßen besorgt. Ja, er bringt die beiden Begriffe in eine gewisse Relation, indem er die Kräftigung der Seele als Bedingung eines kräftigen Körpers stell:. Ein fleißiger, fruchtbarer, noch im 16. Jahrhrindert vielfach zitierter Schrffffteller, emvvb sich Maimonides auf dem Gebiete der Medizin ein bvfonderes Verdienst dadurch, daß er ztvar im ganzen aus dem Boden der Tradition fußt, sich ihr aber nicht fklavffch unterwirft, sondern ^bestrebt ist, sie kriüsch zu prüfen, mit den Ergebnissen eigenen Denkens und eigener Erfahrung zn versöhnen und Widersprüche schonuitgslos aufzudecken. Prinzipiell Galenische Autorität anerkennend, macht er rhr im einzelnen wvsentliche und berechtigte Opposition. So werden denk mittelalterlichen Heros Galen in Maimonides umfangreichstom und populärstem medizimschem Werk, den „Aphorismen", an mehr als 40 Stellen ganz arfffallende und überraschende Wdechpvüche nachgowieifen. Srziehung zum Handwerk. Vielfach und nicht selten gerade in jüdischen Kreff« bt* gegne! man der Ansicht, daß die Inden die Handarbeit scheue«. Diese Ansicht ist nicht richtig. Die relativ geringe Zahl jüdisch« selbständiger Handwerker ist auf RechtMschränlungm früherer Zeiten znrückzslsühren. Der Jude untibe zum Handwerk nicht zugelassen und jo hat sich das Wirtschaftsleben in einigen vorwiegend geistigen Berufen konzentriert. Ein Blick in die Lchrwerfftätte (Wien, 3. Dez., Apostckgasfe Nr. 39) zeigt ein gar seltenes Bild, welches charakteristisch für die Mentalität unserer Zeit ist. Nchen dem polnischen Rabbinersohn sicht am Schraubstock ein Advokat, ncken ihm ein Textilkmifinann und eine ganze Anzahl von minderjährigen Lehrlingen, die zum großen Teile die Untermittelschule besucht haben und gern den Amboß gegen den künftigen Doktorhut eintauschen. Diese Werkstätte besaßt sich mit der Schulung und Ausbildung von Schlossern und Mechanikern, ist ein modern eingerichteter Betrieb und hat schon vielen junge» Juden die Möglichkeii geboren, als ttichtige Handwerker sowohl hier als auch dl Palästina ihr Brot zu erwerben. Die Anormalität unseres jahrhundertelangen Ghcttodaseins, daS uns dem Boden, der Landwirtschaft ontfremoe:e und zur einfettigen Konzentrierung unseres Wirtschaftslebens im Handel nötigte, hatte unsere Ueberyeistig^it zur Folge. Hiezu tritt noch, daß wir durch den nationalen Selbstechaltungstrieb dazu gestchtt tvurden, uns an Stelle des verloren gegangenen Vaterlandes einen Ersatz in einenr geistigen, ideellen Berufe zu schassen, daß wir so all die Jahrhunderte der Diaspora hindurch mit unserer national-- religiösen Tradition, unseren Erinnerungen und Hoffnungen, in einer rein gefftigen, ideellen Welt lebten, wodurch die Uebersteigerung des Geistigen noch verstärkt wurde. Trotz verschiedener Gegensttömungen, die i» neuerer Zeit cinsetzten, sind wir Juden auch heute noch das intellektuellste, extremst geistige Volk der Wett. Daß diesem Nebel entgegengewirkt werden uruß, haben alle großen »mb modernen Strömungen innerhalb des Judentums erkannt. In der Verwirklichung dieser Ausgab: muß naturgemäß dem jüdischen Handwerk eine leitende Rolle Zufällen. Wir sehen auch, daß innvlhalb des osteuropäischen Judentums in der letzten Zeit «ine immer steigende Anettenming und Wertschätzung des Hanbwerrstandcs eingesetzt har rmd rs ffl klar, daß innerhalb des westerrropäischen Judmtums, vor allem aber des österreichischen und denffchen, daS jüdische Handtverk ht dieser Hinsicht Großes und Bedeumngsvolles leisten kann und nmß. Aus diesem Gebiete fft den Bestrebungen des American Joint Distribution Committee sehr viel zu verdanken. Dieses Komitee errichtete in weiser Voraussicht überall Lehrwerkstätten, um den Juden Gelegenheit zu geben, ein Handwerk zu erlernen, welches sie dann auch in Palästina verwerten können. Damm ist die Fördenmg und Unterstützung dieses Un!ernchmenS nicht mir eine Notwendigkeit, sondern sie ist darüber hinaus eine Pflicht gegenüber dem gesamten Judentum, lie ist ein Gebot der Regeneration unseres VoÄes. Ser Frühling kommt bald. Me Modeneuheiten, die er bringt, find in allen unseren Mteilnngen zu sehen. Auch bietet Ihnen, wie. unser Inserat aus Seite 15 anzeigt, unser; „Weiße Woche" noch die gleichen Okkasionerr, wie am Tage ihres Beginnes. A. Gerngroß. Miengesellschajt. Noch mehr als in den Flphovismen" zeigt sich die SeWlständigskoit von Maimonides' medizimschem Denken in feiner zweiten Schrift, „Die Gifte und was vor tödlichen Mitteln schützt". Diese aus Befehl des Veziers Kadhi al-Fahdil im Jahve 1198 abgesaßte Mhandlung ist trotz ihrer Kürze noch höher z» werten als die ,Aphorismen", was aus der nachfolgenden kurzen Inhaltsangabe hevvorg^hen nröge. Die Abhandlung zerfällt in zlvei Hauptabteilungen Die evste besaßt sich mit dem Bitz der Schlangen, Skorpione, Spinnen, Wespen, toller Hunde und dem ,/gefährlichsten von allen, denn Biß des nüchternen Menschen". Bei der Bchanvlnng vergifteter Wunden fpiett die Cinschnüning der Bißstelle, das Aussangen -des Giftes und das Qffenhalten der Wunde die wichtigste Rolle; von den äußeren Mitteln kommen Kochsalz und Zwiebol, von den inneren die Brech- und Abführmittel zur Anwendung. Die zweite Abteilung harrdelt von der speziellen Vorbeugung, von dem Verhalten der wirklich oder vermeiM'tch Vergifteten und von Gegengiften; als solche gelten Mandragom, Edelsteine wie zum Beispiel Smaragd und verschiedene Aromatiika. Die „Aphorismen" und die MhaMnng über die Gifte sind die einzigen bisher gedruckten Schriften Maimonides', welche Medizin im engeren Sinm, d. h. die Pathologie und Therapie, behandeln. Außerdem sind in hebräischen oder arabischen Handschriften noch andere medizinische Werke, respekttve Abhandlungen vorhanden, ein Konnnentar zu den Aphorismen des Hippokrates, ein Auszug aus Galen, Schriften über Aschma und andere. Welche Beüvandtnis es mit dem bereits mehrmals in deutscher Sprache veröffentlichten „Gebet des Maimonides" har, muß den weitereil Forschungen Vorbehalten bleiben. Die schrfffftellevische Tätigkeit arff dom Gebiete der Heilkunde führte Maimuni auf das benachbarte der Hygiene und Diätetik. Von den zwei Schriften, welche dieses Thema behandeln, fft die eine ,-Sopher Rephuoth", mit englischem Kommentar von Großberg, London, 1900. ediert, von geringerer Bedeutung und vielleicht auch unecht. Um so wichtiger fft die zweite diätetische IWHalidliullg „fi tadbir assihhal", eine Geisundheitsan^loirnng des Mainionides für den Sultan al-Malik al-Asdal. Diese Schrift, ein wertvoller Beitrag zur Maimonides-Äitevatur, lag bis nun in einer man* gellhasten und, wie M. Steinschneider nachgewiesen hat, sehr irckorrekten deutschen Udberncagung von Wintevnitz (Merl, 1843) vor. Es fft daher sicher aus das wärmste zu begrüßen, daß der jrühereu Marmonihes-MtionW beWbe^

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