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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-27 · Heft 2520 (27.2.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2520 (27.2.1926)
Date
1926-02-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Ih. 5590 West. ZMM§ MeArr MorftMzeMns 27. Febritär 1220 L'ii^ 7 Mrnsa akavemlla WaKa. Dank der Initiative und Unterstützung einer Zahl tatkräftiger Männer wurde der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academiea judaica ins Leben gerufen. Bei der allgemein traurigen wirtschaftlichen Lage, von der besonders die jüdische Studentenschaft betroffen ist, wird der Fortbestand der Mensa für Hunderte von Studenten zur Lebensfrage. Einer der Hauptfaktoren, der den jüdischen Studenten die Fortsetzung der Studien ermöglicht, ist die Mensa. Die Mensa academica judaica entfaltet bereits eine überaus segensreiche Tätigkeit. Jüdische Studenten aller Wiener Hochschulen erhalten hier ein Frühstück und ein gutes, nahrhaftes Mittagessen zu sehr mäßigen Preisen. Eine große Zahl von Studenten steht im Genüsse eines Halb-, beziehungsweise Ganz-FreitischLs. Um den materiellen Forderungen nachzukonrmen, bedarf es größerer Geldsummen. Da die materielle Hilfe des Auslandes vollständig versiegte, ist die Existenz der Mensa von der Unterstützung der österreichischen Judenschaft abhängig. Es ist somit Pflicht eines jeden Inden, dem Rufe des Kuratoriums der Mensa zu folgen und dem Verein als Mitglied beizutreten (Mitgliedsbeitrag 1 S. monatlich). Donnerstag den 4. März, 9 Uhr abends, veranstaltet der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica in sämtlichen Räumen des Kursalons (Stadtpark) einen Tanzabend, zu dem alle Mitglieder, Freunde und Gönner eingeladen werden. Das Reinerträgnis wird für Freitische verwendet. Restliche Karten sind im Sekretariat des Vereines, L. Bez., Zimmermannplatz 8 (Tel. 25-2-28) und bei den Humanitätsvereinen B'nai B'rith, 9. Bez., Universitätsstraße 4, erhältlich. Oberländers Hotel und streng koscher geführtes Restaurant in Berlin C, Alexan-derstraße 49, ist eincs der ältesten und bestrenommierten Häuser Deutschlands und allen Reisenden, die nach Berlin kommen und auf Kaschruth, gut jüdische Küche und gut jüdischen Verkehr Wert legen, wohl bekannt. Diseriöse Führung des Hauses und insbesondere auch die Tüchtigkeit und das liebenswürdige Benehmen des Herrn Oberländer jun. haben einen stets wachsenden Kundenkreis geschaffen. Man, kann aus Erfahrung sagen, daß jeder, der einmal dort Quartier genommen und gespeist hat. ständiger Gast des Laufts bleibt. Die Zimmer unv Restaurationslokalitäten sind schön, licht und rein, das Essen vor- Kglich und preislvert, die Bedienung prompt und liebenswürdig. Man fühlt sich zu Hause und ist sicher — wie nicht leicht anderswo — znfriedengestellt. Kunst. Bühne. Buch. Nur Wiener Theatergemeinde der Zehntausend. Der Wiener Schriftsteller Dr. Friedrich Schrey'öogel trat mit einem ernsten Plan Vox die Oeffentlichköit, der die Schaffung einer Theatergemeinde der Zehntausend betrifft. Die neue völlig unpolitische Gemeinschaft plant vorläufig alljährlich zehn gediegene Neuanffüh rungen und Neuinszenierungen in Wien. Ein Komitee berufener Fachleute und Künstler soll die Auswahl der Stücke und Schauspieler treffen. Diese zchn Aufführungen, welche an verschiedenen Wiener Bühnen stattfinden sollen, würden den mitwirkenben Künstlern eine geeignete Betätigung vermitteln, den Mitgliedern der neuen Theatergemeinde ausgezeichnete Theaterabende bieten und die Theater« freudigkrit des Wiener Publikums beleben. Gestern fand auf Grund des von Herrn Dr. Schreyvogel in der,^8ühne" veröffentlichten und durch einen Separatabdruck weiterhin verbreiteten Planes eine gut beschickte Enquete in den Räumen des Kulturbundes statt, welche von Sektionschef a. D. Horowitz geleitet wurde. Es nahm eine stattliche Anzahl von Theaterdwektoren, Spielleitern und Kritikern sowie Vertreter drr in Wien bestehenden Kunststellen teil. Nach einer längeren Aussprache wurde ein engeres Komitee gewählt, welches diesen beachtenswerten Plan durchführen will. Aus den Aeatem. Burgtheater. Morgen, 2 Uhr nachmittags, «W i U 6 e l nt £ e II". V»8 Uhr abends «DerSchteter der B e a t1 i c e." (Abonnement II. Gruppe.) Atademietveater. Morgen. 8 Uhr nachmittags, «Die Maus." 7,8 Uhr abends «D i e Fahrt in» Blaue Operntheater. Morgen, 3 Uhr abends, „X r i* stanundIsolde>" Redoutensaal. Morgen, llfi Uhr, Ballettfoltee." Volksoper. Morgen nachmittags «DerZigen- « e r b a r o n". 7*8 Uhr abends off mann» E r- Zahlungen." Theater in derJojefstadt. Die für morgen nachmittags angesetzte Vorstellung von «G e s e l l s ch a s t" entfällt wegen Probenarbett zu der am 5. März stattfindenden Erst, äufführung von «Alles und nichts oder der TraumvonSchaleundKer n." Deutsches Bolkstheater. Das Gastspiel von Leopoldine Konstantin, das am 1. März enden sollte, wurde nm 14 Tage verlängert. Die Künstlerin tritt auch weiterhin tn ,,B e r o n i k a" und „R e t n e r T i s ch 1" aus. Carl-Theater. Für die Zeit der Aufführungen der Straußschen Operette «Frühlingsluft" wurden die Preise der Plätze von 1 bis 8 Schilling festgesetzt. Morgen, 3 Uhr nachmittag», »Gin W a l z e r t r a nm." Ronacher - Operettentheater. Die Uraufführmlg der neuen Operette «Die Teresin a" von Oskar Strauß ist für SamStag den 6 März angesetzt. Noland-BÜHne. Morgen, 3 Uhr nachmittags, große WohltätigkeitSatademie mit Hans Moser. Stat Hofer, Jacques Rotier, Eugen Zeusen, Äogia Horska, Bela La»,kt itfto. Jüdischer Pfadfinderbund „Ifrremi" Mernmeeting Dienstag den 2. Marz, */«Ö Uhr abends, In den Klublokalitäten des Wiener Ring-Caf6, I., Stubenring Nr. 18 Redner: Dr. J. Kiaber und Otto Hochstädt Oäaie willkommen Eine hohe französische Auszeichnung für Jascha Christ-. Ans Paris wird gemeldet: Der große jüdische Geiger Jascha Cheffetz hatte auch in Paris einen außerowentlichen Erfolg. Nach seinem Konzert wurde ihm die Medaille und das Diplom eines Ehrenmitgliedes der Societe Le concerts du eonservatoire verliehen. Seit der Gründung der Gesellschaft im Jahre 1828 wurde diese hohe Auszeichnung bisher bloß BusoNi und Paderewsk, zuteil. Der „Dybuk" im Radio. Aus N e w - N o r k wird uns berichtet: Der auch in Wien bekaimte Direktor des New-Borker jüdischen 'Kunsttheaters hat dieser Tage eine Vorstellung von Stn—ff iS ,,Dybur" durch das Radio veranstaltet. An der Vorstellung, die durch den Sender im Hotel Roosevelt verbreitet wurde, haben außer Morris Schwarz nach Frau Appel, die Herren Me fiel, Kaschier. Fried. Schneier und andere Mitglieder des jüdischen Knnstcheaters mitgewivkt. Direktor Schwarz wrach mehrere Rollen. Gespielt wurde in Wischer Sprache. Lia Rosen, die Morris Schwarz anläßlich bc§ Wiener Gastspieles seiner Truppe fiir sein New-Dorker Theater engagierte, weigerte sich, durchs Radio zu „dybuken". ,Hch bin Schauspielerin aüs der Brihne und für das Publikum, aber nicht durchs Radio." Gerichtssaal. Die Direktoren der Kaufmännischen Bank vor dem Strafgericht. Die Ursachen des Zusammenbruches. Am gestrigen fünften Verhandlnngstage wurden noch einige ' Verwaltungsräte und der Anwalt der Bank, Dr. Alfred B o gn e r, vernommen. Ihre Aussagen brachten nichts Neues. Professor Gustav Müller erstattete hierauf sein Sachverständigengutachten, in dem er unter anderem ausführte: ,Die Bankleitung hätte bei den ernormen fremden Mitteln auf Sicherheit und Liquidität zu achten gehabt, und eben die Außerachtlassung dieser Gesichtspunkte nach dem Zusammenbruch herbeigeführt. Bei der Kaufmännischen Bank ist auch die primitivste Vorsicht außer acht gelassen worden. Der Sachverständige schließt mit der Feststellung, daß sich der materielle Zusammenbruch der Bank aus folgenden Gründen ergeben mußte: 1. Anstellung eines Direktors, der nicht die erforderlichen Qualitäten mitbrachte. 2. Die an sich glückliche Idee der Zahlstellen brachte der Bank binnen kurzer Zeit enorme Mittel. Dieser Segen wurde zum Unglück der Bank. Wer kam, dem wurde ein Wektenspekulationsfonds eröffnet. Die Baukleitung häufte überdies noch enormen Nostrobesitz ans. 8. Die innere Organisation der Bank hielt nicht gleichen Schritt mit der Zunahme des Geschäftsumfanges. 4. Nahezu lauter junge, im Bankfach unerfahrene Leute wurden angestellt. (Lebhafte Zustimmung im Zuhöverraum.) Die Hauptursache des Zusammenbruches war das starre Festhalten an dem ungeheuren Nostrobesitz und die zahlreichen unterdeckten Kontis, wogegen nichts vorgekchrt wurde, und schließlich das Mißlingen der dritten Emission, die allerdings den Zusammenbruch nicht verhüten, sondern, wenn diese Art der Geschäftsführung beibchalten worden wäre, nur hätte Hinausschioben können. ' Nach zahlreichen Verlosungen wurde die Verhandlung abgebrochen. Der Vorsitzetide gab bekannt, daß er heute früh das Beweisverfahren schließen werde. Das Urteil ist in den Abendstunden zu erwarten. Hausgehilfinnen als Sieuererhöhungsgrund. Der Kaufmann Robert Reumann brachte beim BerwMungsgerichtshof eine Beschwerde gegen die Stenerbemesjung für die Jahre 1920, 1921 und 1922 ein, wobei er insbesondere dagegen Stellung ncihm, daß ihm mit Hinweis auf die „äußeren Merkmale seiner Lebensführung" für das Jahr 1922 die Personaleinkommenftouer aus einem Einkommen von mehreren Milliarden vorgeschvieben wurde. Begründet wurde dies mit „zahlreicher Dienerschaft" des Zensiten, mit seiner teuren Wohnung in einem der vornehmsten Viertel Wiens (Botschafterviertel), fernen Sommerrvisen (wobei sich die Steuerbehörde besonders dafür interessierte, wer ihn auf diesen Reisen begleitet) uqw. Vier Hausgehilfinnen seien aber noch keine „zahlreiche Dienerschaft", auch seien nur vier notwendige und unentbehrliche Hausgehilfinnen ausgenommen worden, nämlich ein Kinderfräulom, eine Köchin, ein Stubenmädchen und ein Cxtramädchen. Dazu brauche man kein Milliardeneinkommen. er sei ein einfacher Kaufmann nnd wünsche nicht, mit eineM Schieber verwechselt zu werden. Die Steuerbehörde habe sich nicht darum gekümmert, wie vieile von seinen Reisen Geschäftsreisen waren, wie denn überhaupt alle seine Einwendungen mit der allgemeinen Redensart, „d i e Schätzung sei nicht zu hoch gegriffen", abgetan worden seien. Das sei keine Begründung gegenüber einer viele Seiten umfassenden Vorhaltsbeantwortung. Der Vevwaltungsgerichtshof (Vorsitzender zweiter Präsident I e n n y) gab nur der Beschwerde für das Jahr 1921 Folge und hob die diesbezügliche Stenervorschreibnng wegen mangelhaften Verfahrens auf, weil dem Bucheinsichts- und Sachverständigenbeweisantrag keine Folge gegeben worden war, bezüglich der beiden anderen Steuerjahre wurde die Beschwerde als unbegründet a b g e w i e s e n. In der Begründung dieser Entscheidung hob der Vorsitzende hervor, die von der Steuerbehörde gegebene B e g r ü n d n n g sei allerdings recht kurz ausgefallen, doch könne ein wesentlicher Mangel in dieser Kürze nicht erblickt werden. Kiuderfräulein. Köchin, Stubenmädchen und Extramädchen für eine aus Mann, Frau »nd zwei kleinen Kindern bestehende Familie, eine kostspielige Neunzimmerwohnung mit Marmorbadejinnner. ein Reitpferd für die Gattin usw. seien ausreichende Beweise fiir die äußere Lebensführung. zumal sie im Tatsächlichen vom Beschwerdeführer selbst nicht bestritten wurden, Bolkswitt. Starke zuflllffe da« AuslandsgelSern nach Wien. Fünf Millionen Dollar zur Deckung des Nltimobedarfes zur Verfügung gestellt. Es ist anfgefatten, daß der jetzige Ultimobedarf nicht im Wege der Jnanspruchnchme des Wiener Geldmarktes gedeckt wurde, sondern durch kurzfristige Kredite, welche vom Auslände zur Verfügung gestellt wurden. Diese Zuflüsse werden! für die letzte Woche mit fünf Millionen Dollar angegeben. Diese Dollar wurden im Clearing in Schilling umgowandelt und als Schillingkrcdite gegen 7,5 Prozent zur Verfügung gestellt. Die Folge dieses starken Dollaranbotes war gestern eine Senkung der Dollarnotierung in Wien. Der Ausweis der Nationalbank für Ende Febmar dürfte ein Anwachsen des .Barschatzes um diese fünf Millionen Dollar, das sind 35 Millionen Schilling, zum Ausdrucke bringen. Nach dem gestern veröffentlichten Ausweis für die dritte Februarwoche hat der Barschatz eine Zunahme um 11 Millionen auf 490 Millionen erfahren. Für die letzte Felbruarwoche wird mit einem weiteren Zuwachs von 35 Millionen Schilling gerechnet. Allerdings dürfte auch der Notenumlauf eine entsprechende Vermehrung ausw eisen. Nach dem Stande vom 23. d. beträgt der Notenumlauf 719 Millionen, er verzeichnet!: gegenüber Febmar medio eine Verminderung uw 23 Millionen. Geistern fand eine Sitzung des Generalrates der Oesterreichischen Nationalbank statt, in der die lausenden Geschästsangelegenheiten besprochen wurden. . Im Anschluß an den Geschäftsbericht .wurde von 8er Geschäftsleitung der Antrag gestellt, im Hinblick, ans die in der letzten Sitzung beschlossene Ermäßigung der Bankrate nunmehr auch die Eskontierungsgeibühr' Kr zweffirmige Wechsel mit einer mehr als dreißigtägigen Laufzeit von 2 auf 1 Prozent mit Wirksamkeit vom 27. d. heräbzusetzen. Dieser Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Ferner wurde die Zulassung zweier neuer Kategorien von Abrech-- nungsobligationen zur Belchnung bei der OesteirreichischeN Nationalbank beschlossen, nämlich der sünsprogentigen 25jährigen Schuldverschreibungen der Republik Oesterreich, Emissionsgruppe 1, Kategorie K, vom 10. November 1925, lautend aus belgische Franken, und Kategorie L, lautend auf Drachmen. Nach Erledigung einiger admin'fftrativer Angelegenheiten wurde die Sitzung geschlossen. Sie zlottzsteigerung. Die Bank Polski zahlt höhere Devisenpreise als die schwärzt Börse. — Englisches Interesse für polnischen Zucker. (Von unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.) Das Expose des Finanzministers Z d z i e ch o w s k i verfehlte nicht die Wirkung auf die polnischen Devisenplätze und die neueste Devisenhausse konnte fast noch im Keim erstickt werden, obzwar noch immer keine endgültige Beruhigung eingetreten ist. Die Bank Polski entwickelte eine beachtenswerte Jnterventionstätigkeit, wobei sie sogar etwas höhere Kurse zahlte, als es auf den schwarzen Börsen der Fall war. Das führte auch zu großen Abgaben und in weiterer Folge zur Ermäßigung der Notierungen. Züm Schluß der Woche notiert der Dollar bereits nur 7,85 Zloty bei sinkender Tendenz. Vorderhand besteht auch tatsächlich keine irgend welche Begründung für ein neuerliches' Fallen des- Zlotykurses. Minister Zdziechowski hat nun auch angekündigt, daß den jenigen Banken, die sich an den Operationen gegen die polnische Währung beteiligt haben oder beteiligen werden, rücksichtslos die Devisenberechtigung entzogen werden Witt). Er erklärte im Expose, daß der Valutenvorrat trotz der aktiven Handelsbilanz deshalb, keine nennenswerte Steigerung erfährt, weil ein Teil der Valuten zur Abzahlung von früheren Verpflichtungen Verwendung findet. Das ausländische Kapital bekundet neuestens beachtenswertes Interesse für die polnische Privatindustrie. Ein a m e r ikanisch-engkischer Konzern verhandelt über den Ankauf der Elektrizitätswerke in Chorzow und beabsichtigt durch deren Ausbau sowohl das oberschlesische wie. auch das Dombrowaer Revier gemeinsam mit Strom zu versehen. Die Verhandlungen nähern sich ihrer Finalisierung. In Warschau weilt der Direktor der Londoner Oversearbank, Gardiner, die den polnischen Zuckerexport finanziert, um deren Jnteressenahme an der polnischen Zuckerindustrie auszubauen. Neuestens wird viel über die Absicht Fords, eine Fabrik in Polen zu gründen, gesprochen. Die Gemeinde Lemberg hat Ford sogar wissen lassen, daß sie bereit sei^ ein Gemendegrundstück für diesen Zweck abzugeben, da man sich davon eine Verminderung der Arbeitslosen verspricht. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte wieder einen Höchststand von 359.119 Personen. Die beabsichtigten Betriebserweiterungen in den großen Industriezentren lassen jedoch eine baldige diesbezügliche Besserung als tvahrscheinlich bezeichnen. Ein interessanter Zwischenfall ereignete sich in der Berichtswoche auf der Effektenbörse in Warschau. Der Börsenrat verlangte vom Finanzministerium die offizielle Ermäßigung der Börsenabgaben, die.in Anbetracht der tiefen Kurse den Verkehr behindern. Das Finanzministerium will diese Ermäßigung überhaupt nicht berücksichtigen, worauf ein eintägiger Denionstrationsstreik durchgeführt und tatsächlich keine Umsätze gemacht wurden. Im allgemeinen hält die schwache Tendenz ans den polnischen Efsektenplätzen an. Auch Wiener Arbitragewerte neigen zur Schwäche und fast alle Kurse bröckelten langsam ab. Etwas fester waren die Aktien bei der Bank Polskt bei 62 Prozent und Zucker-. werte. Die wichtigsten Werte notieren: Zielen!ewski 9,80, Gorka 7,10, Galizische Montan 1,80, Chodorow 4.—, Warschauer Diskontobank 4,95, EHYbi» »8

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