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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-24 · Heft 2517 (24.2.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2517 (24.2.1926)
Date
1926-02-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rr. 8517_«im, MitW-P_ Kunst, Bühne, Buch. Susemblegastlvlel der Slowakischen Nalionalkheaterr an» Preßburg. «Periferie." — Carl-Theater. Ein Dostojewski-Problem wird mit unzulänglichen Mitteln zu gestalten versucht. Ein Mörder ist ein Opfer seiner Geriebenheit, die er im Verheimlichen seiner Mordtat an den Tag legt. Die böse Tat, bekanntlich ein Fluch, zieht Böses nach sich, einen zweiten Mord, der aber wieder Gutes zur Folge hat, die Sühne, die — auch das ist bekannt — läutert. Der Mörder aber ist schon vorher geläutert. Denn er ist es selbst, der die Sühne heischt und sie durch einen zweiten Mord, dessen Opfer seine Geliebte ist, herabbeschwört. Aber nicht nur die alte Wahrheit, daß Schuld Sühne fordert, wird hier erhärtet» sondern auch das: Der Mann ist das Prinzip der Gerechtigkeit im Leben, das Weib, das Prinzip der Liebe. Das liebende Weib bringt sich dem geliebten Manne als Opfer dar, um seiner Seele R»che zu. verschaffen. Freudig laßt sie sich von ihm erdrosseln. Das trägt sich in der „Periferie" des menschlichen Geschehens so zu: Gestrandete des Lebens (warum cs gerade solche sein müssen, ist nicht einzusehen), ein Abgestrafter, der soeben das Gefängnis verlassen hat, und eine Prostituierte sind durch Liebesbande aneinander gekettet. Daß ihr Beruf den Empfang von Gästen mit sich bringt, wußte er. Gesehen aber hatte er noch keinen. Da er euren sieht, erschlägt er ihn. Rasch legt sich seine Bestürzung, er nimnrt ihm Geld ab, aber nicht alles. Dadurch und weil er hen Leichnam auf eine einsame Straße trägt, entgeht er der strafenden Gerechtigkeit. Ja, erwirb sogar belohnt. Nicht nur von der Polizei (für die Entdeckung), sondern auch von der Frau des Ermordeten, die das Ereignis als eine von Gott geschickte Erlösung von ihrem Gatten betrachtet. Sie schenkt dem Mörder alles, was vom Ermordeten zurückblieb. Nun steht ihm und seiner Geliebten nichts zum Aufstieg im Wege. Aber da beginnt der Leidensweg, der sich durch 13 Bilder zieht (16 sind es im ganzen, im ersten wird der Liebesbund geschlossen, im zweiten geschieht der erste Mord). Ein Leben zermürbender Gewissensqual für den Mann. Qual auch für das Weib, das Motiv und Zeugin des Mordes ist, aber nicht wegen des geschehenen Verbrechens. Ihre Qual ist nur mittelbar, weil sie den Geliebten gequält sieht. Der ManN entschließt sich zur Beichte. Er erzählt die Tat seinen Freunden — sie glauben es nicht; der Frau des Ermordeten — sie will es nicht glauben; der Polizei — sie weist ihn höhnisch ab. Keine Rettung, Das ist der wundeste Punkt in der Motivation der Geschehnisse dieses Stückes. Die Tragödie soll durch die Groteske begründet werden. Würde man sein Geständnis zur Kenntnis nehmen, dann wäre es aus mit der Tragödie. Ein Mord ist im Affekt geschehen, der Mörder hat sich gestellt — traurig, aber es . kommt vor. Was aber nicht vorkommt: Ein depossedierter alter, , ein. klein bißchen symbolhafter Richter gibt ihm den Rat, einen zweiten Mord zu begehen, aber so, daß die Justiz mit der Nase daran stößt. Er versucht es und. bringt es nicht über sich. Er wird es nicht verantworten können. Als die Geliebte sich ihm zur Opferung anbietet, da tut er es. Er würgt und würgt — sie ist tot. Sie hat es gewollt. Das kann er verantworten. Ein Mord sühnt also einen Mord. Die Polizei kommt. Dankbar empfängt er sie. Dankbar und gerührt nimmt er Abschied von der toten Geliebten. Die Gerechtigkeit setzt ein — seine Seele hat Ruhe. Das originelle, gut komponierte, aber in der Idee verunglückte Stück Franz Langers benützt das Slowakische Nationaltheater (es spielt dieses Stück in tschechischer Sprache) zu ganz ungewöhnlicher Darstellungskunst. Diese slowakischen Schauspieler sind große und echte Künstler. Jan Svitaks Leistung ist ein Musterbeispiel von Diszipliniertheit einer genialen, darstellerischen Begabung. Er trieb seine Folterqualen, gedämpft und'erschütternd, bis an die Grenzen des Menschlichen. Das Stück stand ganz im Zeichen seines gebändigten Temperaments. Weniger hervorragend, aber überdurchschnittlich die Geliebte der Lida Sudova. Alle übrigen durchwegs gut, besonders im Zusammenspiel. Das Publikum dankte begeistert. P. Haller. Breilners La»aeraMenk. Dr. Beer bleibt Präsident des Direktorenvereines. Ter Verband österreichischer Theaterdirektoren hat in seiner vorgestrigen Nachtsitznng die Frage der Vertragsverlängerung, wie sie in einer gemeinsamen Aussprache mit dem Bühnenverein einer Regelung zugcführt werden soll, für die einzelnen Betriebe festgelegt. Eine gemeinsame Konferenz aller Provinztheater Oesterreichs findet anfangs April statt. Nach kurzer Aussprache über aufgctauchte Meinungsverschiedenheiten wurde dem Präsidenten. Dr. Rudolf Beer einstimmig das volle Vertrauen ausgesprochen, so daß seine beabsichtigte Demission unterbleibt. Die vorgelegten Berechnungen über die Auswirkung der Lustbarkeitssteuer zeitigten das Resultat, daß statt der in Aussicht gestellten Erleichterung sich bei den meisten Theatern eine wesentliche Mehrbelastung ergab, da der effektive Betrag, der als Steuer abgeführt werden muß, größer ist, als er nach den: alten Gesetz zu zahlen wäre. Der Verband wird seme Bemühungen fortsetzen, von dieser für die Theater katastrophalen Auswirkung befreit zu werden. Aus den Theater«. B u r g t h e a t e r. Morgen. 7»8 Uhr abends „L a d y W i ».d e r m e reS Fächer". (Abonnement, V. Gruppe.- ' A t a ü e m ' e i u e u e r Morgen. . 7,8 Uhr abends, „Candida". (Abonnement. Ul. Gruppe - Operntveater Morgen. 7 Uhr abends. .Der Maskenball" mit een D men Nemeth, Kurz. Paalen und den Herren Piccaver, Duhau. Madtn, Ettl, Wolken. Arnold, Muzzarellt. Wiener Modenzeitung 24. Februar 1626 - V ü l ' s ö y e r. Heute spielt zum letzten Mal LipkowSka als Rosine in „B a r b t e r von Sevilla". D e u 1 s ch e 8 V o l k 8 t h d a t e r. Freitag den 26. d. Grftmtffülmmq des Lustspiels „D t e n e u e n H o r r e u" (L es nouveaux messieurs) von Robert de FlerS und Francois de Crotssei, instruiert von Kail Forest. Theater in der Josef ft ad t. Der Spielplan mußte 'nwlge andauernder Erkrankung der Frau Helene T h im i g geändert werden. Die Auffübrungen des Schaniv els ..N a. t a l t e" müssen deSbalb nute'brechen we.roen. Die für Donnerstag und Freitag angefetzien Vorstellungen von „D e r S ch w i er r g e" werden auf nächste Woche verschoben. Donnerstag gelangt „Gesellschaft". Freitag „Ihr k l e t n e r F r e u n d" zur Aufführung. Raimund-Theater. SamStag und Sonntag nachmittags „A s ch e n b r 8 d e l." JÜDISCHES KÜNSTLERKABARETT ll.» Pratershrasse BO / Leiter r Max Streng Heute, 7*9 Uhr abends A Moid a Chwat Morgen Doim rstag, 7,9 abends!! Der grosse Schlager II Mojscbe Telebendig mit Max Sftren<* in der Titelrolle Theaterabend. Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstad: veranstaltet heun Mittwoch um 8 Uhr abends im Hotel Stephanie, 2. 93^., Täborstraße 12. einen.Theaterabend. Zur Aufführung gelangt „Die beiden Schwieger". Restliche Karten an der Abendkasse. Profeffor Braslavsky über jüdische Musik. Professor S. Braslavsky hielt. am Mittwoch den 17. d. in der Jüdischen Tischgesellschaft Landstraße vor ein.m gefüllten Saale einen Bortrag' über .^Jüdische Musik". Er .teilt die jüdische Musik in Volks- und Synagogcklmusik ein. Die jüdische Volksmusik sei derzeit nicht genügend ausgebildet. In den Werken unserer bedeutendsten Tondichter fehle die jüdische Note. Volkslieder werden in jedem Lande anders gesungen und sind mit den Bolkslied.-rn des betreffenden Landes gemischt. Die jetzt lebenden Komponisten betreiben mehr Kumtals Volksmusik. Sehr lehrreich waren seine Ausführungen über die synagogale Musik, wobei er eilt? Anzahl ganz alter Melod'en am Klavier vorspielte und bewies, wie schädlich die Reformation auf die . echten, schönen Melodien gewirkt Hatte. Den Tynagogengesang betrachtet Braslavsky als Aktwum, da auf der ganzen Welt dieselben Melodien,, besonders an den hohen Feiertagen, .gesungen wevdeii und die Ueberlieferung nachweisbar auf viele Jahrhunderte zurückr?icht. Der Synagogengesang mit seinen alten, echten Melodien sollte als Grundlage zur. Schaffung größerer Werke verwendet werden. Anschließend folgten Klaviervorträge des Herrn Fritz Jahoda, der zwei Wolfsohnparaphrasen in vollendeter Weise zum Vortrag brachte. Großen Beifall harte Dr. Siegfried Seidner mit seinen Vorträgen jüdischer Volkslieder auf der Oboe. . Kastlz-Bühne. Im Theatersaale des Hotel Post fand eine Borführling des alten Lustspieles „Die Steiner-Mäd'ln" statt.. Das Ensemble Erntete reichen Beifall. 'Besondere Erwähnung verdient die-charmante, und begabte Trägerin per Hauptrolle. Frl. G)i A d l e r 3 b e r g. -Auch der Darstellcx der männlichen Hauptrolle, Herr Peter H a l p e n, fiel angenehm auf. Juliusz Wolfsohu in Amerika..Der bekannte Wiener Pianist Professor Julius; Wolfsohn befindet sich, wie mir bereits berichtet haben, derzeit auf einer ausgedehnten Tournee durch die Vereinigten Staaten, in deren Verlauf" er als Interpret seiner eigenen Kompositionen, insbesondere der „Paraphrasen über altjüdische Volksweisen" und der „Jüdischen Rapscdie" sowie mit dem Bortrag von Ehopinschen Kompositionen große Erfolge erzielt. Hier eingetroffene amerikanische Blätter sprechen mit Bewunderung von-den Kompositionen Wolffohns sowie von feinen Leistungen als Pianist. Die Tournee des Wiener Künstlers, die 30 Konzerte umfaßt, gestaltet sich zu einem künstlerischen Ereignis. Ordeusauszeichnung von zwei Künstler» des Moskauer Jüdischen Staatstheaters. Wie I. T. A. erfahr:, Verl ich der Volkskommissär für- Unterricht dem Direktor des Jüdischen Staars- 1M VERLAGE DES N4TI0NAL-MUSEUMS „BEZALEL“ IN JERUSALEM erschien soeben Oer 24 Zeichnungen von Abel Pann / Jerusalem mit einem Vorwort von Dr. H. P. Chajes Eine Leinen mappe 24X31 cm ' Lichtdruck auf Chamois-Karton Preis 35 Schilling In Paris, m’tien im grössten aller Kriege, entstand diese gewaltige Anklage in Bildern inspiriert durch die unversiegbare Liebe zii einem gequälten Voik, geschaffen von einem Herzen, das aufgepeitscht ist am eh die namenlosen Grausamkeiten an .schuldlosen Menschen. Es zeigt in erschütternden Szenen die unverschuldeten Leiden eines seinem Gotte treuen Volkes, zeigt aen Fluch des Militarismus, die Untaten einer zügellosen Soldateska. Wer angesichts dieser Bilder, die an die besten französischen Leistungen heranreichen, sich nicht zum Frieden unter den Menschen bekennt, der ist für dip Menschheitsidee verlorenl D e Ausstattung der Mappe ist durchaus vornehm und würdig / Das werk ist eine künstlerische, graphische. und ethische Kostbarkeit { Zu beziehen durch WWW R. Löwit, len. I. SoMimtr 22 theaters, M. G r a u o m s k y, und dem Schauspieler dieses TheatM Michaels den Orden sür große künstlerische Lei' st n n g in. Das von Karl Lafite vertonte Melodrama „Das Lied vo» Kaufherrn Kalaschnikoff" wird Donnerstag den 25. d. um hall 8 Uhr abends im großen Uraniasaal von Ellen Reichwein die mit diesem ergreifenden russischen Heldenlied zuletzt im großer Musikvereinssaal gewaltigen Erfolg erzielte, gemeinsam mit den berühmten Dirigenten der Gesellschaftskonzerte, Leopold R e i ch wein, ansgeführt werden. Mitwirkend Prof. Lafite. Bariton Frit Zodcr, Harseuvirtuosin Mizzi Sellyey-Mick und der Evangelisch« Singverein. Bernard Tags Schriften. Die Herausgabe der dichterische:' Werke des Schriftstellers Bernard Tag wird von einem Komitee vorbereitet. Die zunächst in Aussicht genommene Auswahl ir einem Bandenthält emen Zyklus von Gedichten, ferner die Erzählung „Benadi" und in dramatisches Bild „Der innge Moses". Di? Hcrausaabe soll durch Subskription gesichert werden. Die an Erscheinen der Schriften Bernard T a g s Interessierten werden ersucht, ihren Namen und ihre Wohnungsadresse dem Komiteemitglied Herrn Max S ch e n k e r - G o t t e s m a n n, 2. Bez.. Taborstraße 10, mitteilen zu wollen. Vereine, Bortriige und Versammlungen. O e st e rr e t ch i i ch e p o l t t i s ch e G e i e l l s ch a f t. Freitag den 26 d. Vortrag des Herrn Dr Richard A. B e rm a n n (Arnold Höllrigl) über:„Das Land ohne Armut -Neuseeland." — Soziologische Gesellschaft i n W t e n. Hör« aal 33 der Universität (Jurist. Fakultät) Vortrag R. Goldscheid; „ErkenntniSgefüae und Herrschaftsgefüge." — Zionistische Sektion Prater. Heute. 8 Uhr abends, im Sektions-- heim, 2. Bez.. Jungstraße 8, Vortrag Dr. G o l d h a m m e r über r„Erez - Israel-Kunde." — Ztonistifche Jugendgruv p e Leopold st adt. Heute, 7 Uhr abenos. im Heime, 2. Bez., Zirkusgasse 33, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Wcwl der Kassenrevtsoren. 3. Eventuelles. — I ü d ' s ch e T i s ch g e s e l l l ch a s t L a n d st r a ß e. Heute, im Cas6 Lovrana, 3. Bez.i Löwengasse 36. 7,8 Uhr abends. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Wilhelm Stein über: „Jüdisches t m C h r i st e u t u m." Anschließend Vorträge der Herren Ladislaus Erdös (Violine), Dr Gustav Braun (Rezitation) und gesellige Unterhaltung. Gäste willkommen! — Zionistische Gruvpe der Sektion VI/VIII., 8. Bez., Dennoplatz 1s. Heute Mittwoch: Dr. Schnabl: „Fortsetzung des GeichichtskurseS." Robert Steiner: „Chaluzbewegung in Oesterreich." Katbe V o g e l h u t h r „Vorlesung aus Scholem Alejchem." — BethWaad l'i w r t m. 9. Bez., . Türkenstraße 9. Heute um 8 Ubr abends: „S i ch a h a l h a m aflegoth bazionu t h." Hebräisch sprechende Gäste wA-- komme». — Zionistrsche Bezirksektion SSt«* d e n -- M a r g a r e t e u. &eute, präzise 8 Ubr abends, Ausschußsitzung im Terrassencate, 5. Bez., Atarg'retenplatz. Die Mitglieder werten ersucht, zuversichtlich und pünktlich zu erscheinen. Leopoldstädter Volksheim. 2. Bez., ZirkuSgaffe 48. Heute Knrsbeginn : 7 Uhr: Lehre vom Charakter. Harmonielehre. Italienisch. Rechtshilfe' Probleme und Motive in der Dichtung, stilisti'che Uebuuaen. Geschichte Italiens. Elektrotechnik, Zaklentheo te. Engliich Hl, Embipologie, Tschechisch. 8 Uhr: Musikgeschichte, Jtalievi ch H, Deutsche NevolutionSbichtung, Astronomie, rotierende. Kraftmaschruen, englische Konversation, Biologie. B r i g i t t e u a e r V o l k s h e i m, 2Y. B^'., Stromstraße 76. Neue Kurse Dienstag. Donnerstag und Freitag. Die Gcnosftnschast der Kürschner hält Samstag den 27. d. um Um i.achnuitag? tu öei Volkstuille des Neuen Wiener Rathauses eine Vermmmlung ab, m der bie Wirtschaftslage dieser Branche, sowie alle einschlägigen Fragen zur Sprache kommen werden. RadropLpgvamm. Heute Mittwoch den 24. Februar. 16 Uhr 15 Min.: Korrzw. „Aus dem Morgenlande." - 17 Uhr oO Mm.: „Quer durch Oesterreich." Tiroler Stäbtebilder.qOberbaurat Ingenieur Dein-- lein. — 18 Uhr 25 Min : Astronomischer Kurs. I. Die Sternwarte und ihre Einrichtung. Dr. W E. Berntzeimer. — 19 Uhr: Musikkurs. (Professor Dr. Richard Slöhr.) Musikalische Formenlehre. — 20 Uhr: Die Streichquartette Beethovens. <7. Abend.) E>nle>tender Vortrag: Professor Richard Svecht. AuMhrende: Das Sevlak-Winkler-Quartett. Op. 59, Nr. 1, ss-Dur Allegro; Allegretto vivace e sempre scherzando; Adagio molto e raeste; Allegro (Theme russe). - 21 Uhr 15 Min. : Geich chten und Schnurren. Erzählt von Werner Schott. — Heiler« Abendrnusik. Gerichtssaal. Me Mrettoren der KaulmSauWe» Bank Var dem Strafgericht. Der zweite Verhandlungstag. Am zweiten Tage der Verhandlung gegen die Funktionäre der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank wird der angeklagte Direktivnsrat Johann Feld mann nochmals vorgerufen, um einige Aufklärungen zu geben. Bors.: Wie haben Sie sich zur Dividendenzahlung Verhalten? — Angekl.: Ich war gegen die hohen Dividenden. Ich glaube auch, daß erst im Berwaltungsrat eine Erhöhung vorgenommen wurde. — Bors.: Waren außer Ihrem Sohn noch Verwandte in der Bank? (Heiterkeit nn Zuhörerraum.) — Angekl.: Ja, mein Schwiegersohn war Leiter der Filiale Wollzeile. — St.-A.: Warum haben Sie schon im August 1623 Taggelder bei der Postsparkasse in Anspruch genommen? — Aegekl.: Weil das Geld, das heißt die Zinsen sehr niedrig waren und wir das Geld nun weit besser verwenden konnten. Nun wird der dritte Angeklagte, Ferdinand Fischer, verhört. Er bittet sich das Wort zu einer zusammenhängeirden Darstellung aus und beginnt: Ich war 20 Jahre Vizepräsident der Reichsorganisation der Kaufleute Oesterreichs. Ich vxn 20 Jahre Gremialrat der Wiener Kaufmannschaft, ich war 12 Jahre Gemeinderat der Stadt Wien, ich war 9 Jahre beeideter Schöffe. Das sind lauter Ehrenstellen, die ich bekleidet habe und für die ich kein Honorar erhalten habe. Wir haben wohl einen Kredit bei Großbanken gehabt, aber diese Kredite waren unerschwinglich. Deshalb haben wir daran gedacht, unser Institut auszubauen. Wir haben ja 10.000 Kunden gelzabt und wir haben Geschäfte gemaM. Bei

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