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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-23 · Heft 2516 (23.2.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2516 (23.2.1926)
Date
1926-02-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9t. SS18 Mn, wiener Moraeneeitnna 23. ftefruat 1928 Seite I vor einer Abnahme der Arbeitslosigkeit. Mitte Februar wurde« in Oesterreich 2 8 6.141 Unterstützte Arbeitslose gezählt. Zu der angegebenen Zahl von 226.141 kommen noch etwa 800 0 ausgesteuerte Arbeitslose, die im Genüsse einer Beihilfe stehen, und jene Arbeitslosen, die in den Arbeitsnachweisstellen zur Arbeitsvermittlung vorgemerkt sind, aber keinen Anspruch auf die Arbeitslosenunterstützung haben. Diese sind mit etwa 80.000 Personen zu veranschlagen. Die Steigerung der Zahl der unterstützten Arbeitslosen gegenüber Ende Jänner (823.666) beträgt sohin 247 5. Es zeigt sich in dieser 14tägigen Berichtsperiode, daß im Sprengel zweier industrieller BezirkSkommissionen (Innsbruck und Bregenz) bereits eine Abnahme der Arbeitslosenzahl eingetreten ist. Es ist anzunehmen, daß der Höchststand Mitte Februar erreicht war und daß nunmehr mit der beginnenden Bautätigkeit mit einer weiteren Abnahme der Arbeitslosen zu rechnen ist. Aleraaber Wekiz. DaS in AngeLeigerchöK dvx Enchaftung der gewesenen Chefredakteurs Alexander W e > S z eingemachte Gesuch ist vom UntechuchungSrichder ab gelehnt worden. ES erscheint nach dsr Sachlage ausgeschlossen, daß vor Abschluß dar BoMwtsrsuchumg sme Enthaftung stat-dfinden kann. Di« beschleunigten Erhebungen des ÜntersuchungSrichtisrS sollen nach MögÄchkeit Ln einigen Tagen beendet werden, worauf WeiSz auf freien Fuß gestellt wind. In den letzten Tagen ergab sich die Notwenvigkoilt, die Untersuchung weiter auSzuibauen. WeiSz remonstrierte kn den letzten Ligen lebhaft gegen die Dauer der Erhebungen, der von ihm anged.chte Hung.'rstvsSk wurde aber nicht durchgefühvt. Die Beschuldigungen gegen die „Wiener: Allgemeine Zeitung". Die „Arbeiter-Zeitung" hat vor einigen Tagen dm Herausgeber der „Wiener Allgemeinen Zeitung" einer Er- Pressung an dem Direktor der Niederösterreichischen Eskomptegefellschaft, Wilhelm Kux, beschuldigt, worauf das angegriffene Blatt eine Seltstanzeige bei der Polizeidirckton erstattete. Das SichecheitSbureau hat daraufhin eine Untersuchung eingeleitet, die sich aber noch im Stadium der Voruntersuchung befindet. Gestern mittags erschien Direktor Kux der Niederösterreichischen Eskomptebank im SichecheitSbureau, um dem Vorstand Hofrat Wahl seine Depositionen zu machen. Re rechter ermordet. Selbstmord nach der TÄ. Lu- Braunschweig wird gemeldet: Im Vorort Oel- Per fand man heute vormittags einen 60jährigen Landwirt in seiner Wohnung erhängt auf. Seine 22jährige Tochter lag mit zertrümmertem Schädel tot im Bette. Man vermutet, daß der Landwirt feine Tochter ermordet und sich dann erhängt hat. Sin RaubUbersall fo Budaveft. AuS Budapest wird berichtet: He-we nachmittag wurde die Inhaberin einer Tabaktrafik in der Dobanyi-Uivr von zwei Männ'rn. die Zigaretten verlangten, am Halse gepackt und gewürgt. Einer der Angreifer versetzte ihr mit einem Gummiknüttel mehrere Hiebe, die sie bewußtlos machten. Die Angreifer scheinen jedoch gestört worden zu sein, da sie flüchteten, ohne zu pMndern. Sin Luftmörder. Vom eigenen Vater der Polizei übergebe«. Aus Hannover wird berichtet: Hier wurde in der Nacht zum 22. d. ein grauenhafter Lustmord verübt. Der 27jährige Mechaniker Sesche brachte ein Mädchen in die Wohnung seiner Eltern, zertrümmerte mit Mi Ha mm er sch lägen den Schädel, und schlitzte dem Mädchen den Bauch unb den Rücken auf. Der Mörder versuchte dann, die einzelnen Gliedmaßen vom Rumpfe zu trennen, offenbar um den Leichnam besser verbergen zu können Er wurde aber dabei von seinem heimkehren, den Vater überrascht. Nachdem sich dieser von seinem Entsetzen erholt hatte, forderte er seinen Schn auf, mit ihm zur Po.izei zu kommen, was bi'cfer auch, ohne zu widerstreben, tat. Der Mörder wurde verhaftet. ftommnniften all Messerstecher. AnS Berlin wird gemeldet: In dem in der Nähe von Berlin gelegenen Orte Groß-Ziehten versuchten gestern nachts mehrere Kommunisten in ein Lokal einzudringen. in dem ein Reiterverein eine Festlichkeit veranstaltete. Da ihnen der Zutritt verwehrt wurde, gingen sie mit M e s s e r n auf die Festteilnehmer los und verletzten zwei Personen lebensgefährlich. Darauf ergriffen sie die Flucht und entkamen. gm Sisleller rrtkeetrn. Ein Unfall, dessen Ursachen noch nicht ganz aufgeklärt sind und bei dem ein Menschenleben zu beklagen ist. hat sich gestern in einem großen Eiskeller in Währing ereignet. Mr erfahren darüber folgende Einzelheiten: In dem Haufe Kutschkergasse 37 ist in dem zwei Stock tiefen Keller in einem Ausmaße von etwa 18 Quadratmetern ein Eiskeller untergebracht. Der Eiskeller diente dem im glichen Haufe untergebrachten Fleischhauergefchäft als Kühlraum. Dadurch nun, daß man den Keller alt Kühlraum ausgelassen und offenbar es jedoch unterlassen hatte, sich um den Zustand de- Kellers zu kümmern, hatte sich das Gickerwaffer angesammelt und förmliche Tümpel gebildet. Gestern früh nahm der 67jährige pensionierte Straßenarbeiter Josef Bachmayer für den Inhaber Reparatnrarbeiten in dem Keller vor. Als er bis nachmittags nicht herauskam und 'auch spät abends von ihm nichts zu hören war, tvurde die Sicherheitswache verständigt, die sofort die Feuerwehr alarmierte. Die Feuerwehrmannschaft stieß nach längerem Suchen auf den leblosen Körper des Straßenarbeiters. Die Rettungsgesellschaft konnte nur mehr den Eintritt de- Todes feststellen. Wien, 23. Februar. * „Weltredoute." In diesem Aufsatz vom 20. d. hat sich ein nicht sinnstörender Truckfchlcr eingeschlichrn. In der Betrachtung über die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion" sollte eS richtig heißen: „Dazu war eben nicht Phantasie, sondern Degeneration des Geistes notwendig". Der Druckfehlerteufel ersetzte die Worte Jbtf Geistes" durch ,>S Gesetzes". Vielleicht weil er heimisch ist in der Kantschen Philosophie, di« vom Menschen verlangt, er möge so handeln, als ob hinter fcinir Tat ein Gesetz stünde. In diesem Sinn« wäre wirklich dieser Fehler nicht störerrd, denn der geistige Mensch, der in sich sozusagen das Gesetz hemmträgt, müßte zuerst deS Geistes als Maßflaks des Gesetzes bar werden, um solche plunrpe Fälschungen zu verfassen. Aber gesetzt, daß der vom Druckfchlertrusel geleitete Drucker kein Philosoph wäre, bleibt doch dieser Fehler erklärlich! Da steht ein Menich, schwer arbeitend, und vom Berufe in eine Druckerei verschlagen, wo er ihm möglich ist, das jüdische Leben zu bewachten. Er ll'st. während er arbeitet, das jüdische Blatt, kennt auch di« „Protokolle". Aus dem dem jüdischen Blatte, welches das jüdische Leben wiwerspiegslt, aufgezwungenen Kampfe gegen die Verleumdung erkennt er die plumpe Fälschmg. Dieser Druckfehler ist Empörung eines anständigen Menschen gegen die Brunnenvergiftung. Und find solche Verleumdungen möglich, ohne daß das Gesetz, also die Gerichte, einschoeiten, dann bekunden sie die Degeneration des Gesetzes. Dieser Mann fällte durch einen besser gewühlten Ausdruck das richtige Urteil über die Korruption einer Zeit, deren .Fulturtat" die Verbreitung der „Protokolle der Weisen von Zion" ist. Degeneration des GesetzeSl'Dieses Urteil sei rückhaltlos anerkannt und dem unbekannten Urteilsfaller gebührt an dieser Stille aufrichtiger Dank. t. n. * Das Netter. Gestern herrschte tagsüber trockenes, heiteres Werter. Abends setzte wieder Regen ein. Die Voraussage lautet: Mildes, bewölktes Wetter. * Tod durch Leuchtgas. Gestern mittags wurde der 69jühri,ge Fleischhauer An.on Petz ln der mit Leuchtgas erftillten Wohnung von der heimkchrenden Gattin leblos auhzefunden. Nach Angabe der Frau handelt eS sich uw einen Unfall infolge unvorsichtigen Hannerens mir der Gasleitung. * Der Selbstmord dcS Bankiers Dr. Tfchelnitz. Wie berichtet, ha: sich am Samstag früh der Bankier Dr. Julius Tfchelnitz, der Gatte der bekannten Schauspielerin Mizzi Günther, durch Genuß von Narkophin vergift'.t. Er wurde bereits tot aufgefunden. Das Polizeikomm iffariat Wieden har die gerichtliche Obdukuon der Leiche beantragt. Dir Staatsanwaltschaft hat die Äduktion gestern abgelehnt und die normale Beeidigung wrige.^ben. * Nobel-PreiSträger Dr. Kamerlingh gestorben. Gestern ist ln Leyden nach kurzer Krankheit im Alter von 72 Jahren der Professor her Physik Dr. Karne rliugh-Onneß gestorben. Er hat. sich besonders auf dem Gebiete der Erforschung ganz niedriger Temperaturen einen Namen gemacht und hatte 1913 den Nobelpreis erhalten. * Selbstmordversuch eines Vierzehnjährigen. Gestern nachmittags hat sich der 11jährige Büraerschülcr Fritz H. aus einem GanMenster 'eines elterlichen Wohnhaus, s in den Hof gestürzt. Er M >ich schwere Verletzungen zu. Kränkung über den Tod seiner Mutter soll das Motiv der Tat gewesen sein. * Der Gewerbeschüler Seemann ausgegrisfen. Wie berichtet, ist seit dem 10. d. der 17jährige Gewcrbeschüler Julius Seemann aus Mödling aus der elterlichen Wohnung verschwunden. Gestern, ist hier die Mitteilung emgctrosfen, daß Seemann in Linz ausgegrisfen wurde. * Ein Bettelbetrüger. Bei der Pouzeidirek-tion wurde die Anzeige erstattet, daß in Prag ein Betrüger auftritt, drr mit Briefpapieren, die er nch mit der Vignette Overrabbiner Doktor Chajos in Wien anfetti^cu lrrß, dorr Bettelberrügereien aussührt. Er stellt sich reich.n Familien mit Briefen vor, die die gefälschte Unterschrift des Wiener Oberrabbiners tragen. In den Briefen wird der Mann, der eine: angescherten jüdischen Falilie entstammt, und den bir Schreiber für würdig halte, zur Unterstützung wärmstcns empichreu. Ter Mann ist ein Schwindler und die Briese sind Fälschungen. * Verhaftung eines Milliardenbetrügers. Sonntag nachts traf auS Budapest an die Wiener Polizeidirektivn das telephonische Ersuchen ein, den 12jährigen Eiseuhänoler Ignaz Deutsch, zu Majrony gck>oren, der am 18. ü. aus Budapest gefluchter ist und eines Betrug.s mit der Schadenshöhe von eineinhalb Milliarden ung. Kronen beschuldigt ist, zu verhaften. Deutsch wurde gestern dem Landesgerich.e eirrgeliesert. * Kasseneinbruch in einem Kino. Gestern nachts haben unbekannte Täter in d.r Kanzlei des Welibiograph-Kino, 9. Bez., Grundlgasse, einen Einbruch auSgeführt. bei dem sie 300 Schilling erbeuteten. Zwei große Fauteuils beschädigten sie durch Zerschneiden der Lederüb.rzüge. Um bei der Arbeit nicht überrasch: zu werden, legten sie an der EinaangStüw einen Riegel vor. * Di« «senden Motorräder. In der Weihburggaffe wurde gestern vormittags der 65jährigc Beamte Moritz Klein, Dchmälzlgasse 10 wohnhaft, beim Uebersehen drr Straße von dem Motorrad A 11 652 niedergestoßen. Er wurde mit mehrfachen Verletzungen kn daS Spital der Barmherzige Brüdrr gebrach:. * Der Sammeltag der Barmherzigen. Gegenüber vielfachen Irrtümlichen Bericht'..» teilen die Barmherzigen Brüder mit, daß der Straßensammeltag zugunsten des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder am SamStag den 6. März und nicht am Sonntag den 7. März stattfinde:. Lenin«. vortröge und Versammlungen. Zionistische Jugendgruvpe Leopoldst a d t Die Jugendgruvpe eröffnet am 1. März einen neuen hedrätichen Kurs für Anfänger. Anmeldungen täglich von 7 bis 9 Uhr abend» im Heime, 2. Bez.. ZtrkuSgaffe 36, 1. Stock — Zionistische Frauengrupve Leopotdstadt. Heute. y»8 Uhr abends, im Seltionsheim. 2. Bez., Znkusgaffe 88, AuStchußsitzung. — Jüdisa, er Frauenbund. S. Bez. Liechtenstetnstraße li/18. Heute. V»8 Uhr abends Zenmonieniaai de» Tempels, 9 Bez.. Müllergaff« 21, Bibelvortrag Esther Mie es r »Die Esther-Rolle". - Zionistische Sektion Vl/VIIl., 8. 2"ez., Bennoplatz 1». Heute. 8 Ubr abends. Bortrag Dr. Martha Hofmannr .Ässtmilanlenfpiegel au» Literatur und Lebe«- mit anschließenden Borlesuugen. Fanny Glass Georg Greif Slryi Wien Verlobte Februar 1926 i s I I i HILFSFOND DER ANGESTELLTEN DES WARENHAUSES BRÜDER SCHIFFMANN II., TABORSTRASSE Nr. 45 Donnerstag, den 25« Februar 1020 um %9 Uhr abends In den Olympia-Sälen L, Rotgasse Nr« 3 Tanzabend III unter Mitwirkung erster Wiener Knnstkräfie g Hans Ritter (Bürgertheater), Karl Farkas 1 (Bürgertheaterj, Lily Schwarz u. a. 7ahlrolrlifl ~ MnflPlMfln!(lirri!l!71 Kranzablösung. Die Mgestellten der Firma Ernst P l a tz t o. Wie , ipend'ten aus Anlaß des HinichetdenS chrre Chefin, der Frau Amalie P l a tz k o, für das Allgemeine österreichische Taubstummeninstrtut 100 Schilling. Radioprogramm. Heute Dienstag den 23. Februar. 11 Uhr vormittags: Konzert. Programm nach An age. - 16 Uhr Io Mtn.: Konzert. Mitwirkend r Gottfried Madsera (Cello). :'«uS der Zeit der jungen Liebe. — 17 Uhr 05 M«n.: Stunde der Frau-r Schönheitspflege einst und jetzt Obermedtzinalrat Dr. S. Krüger. — 18 Udr 25 Min. *. Dar Mnieum für Volkskunde. Dr Adrlgard Perkmann. - 19 Uhr 10 M-n. r Französischer Sprachkurs. - 19 Udr 40 Min : Englisch für Vorgeschrittene. - 20 Uhr 15 Min t Zweiter österreichi cher Kompontsienabend. Chanson« und Kabarettlieder. M'twtrkend r Ernst Arnold, Toni Schiller- Müller, Quartett Silo mg. : Kunst. Mhne. Buch. . „Snkel Toni." Akademietheater. Die neuen Theatraliker kommen zeitgemäß" und tun modern. In Problemstellung, Szenen-führung, Wörterreihung. : Das gute, alte Stück „Outei Toni" ist nicht zeitgemäß, weil die Adelskaste, die es betrifft, abgewirtschaftet hat und tut nicht modern — aber dafür hat Karlw«iß etwas gekannt. Die Figuren sind durchgeavbeitet, das Milieu ist getroffen, der Dialog ist „süffig^, die Aktschlüsse „sitzen". Auch das Burgcheater kann noch etwas, wie sich gestern trotz der neuesten Affäre zeigte, die doch dem Kunst-- betrieb gar nicht zuträglich ist, WM Thal'lers Graf Waldhof. lörrgst als Meisterleistung bekannt, kommt in diesem vortrefflichen Kammerspielhaus und bei diesem durchaus wertvollen Gegenspielern prachtvoll zur Geltung. Da stcht wirklich einer ans der Szene, der von' der langen Slhnenrekhe und vom sicheren Auftreten lebt, sorgenfrei und von des Gedankens Bläffe nicht angekränkelt, weil es genügt, ein Schloß der-Bäter zu besitzen und skrupellos Schulden zu machen, tadellose'Wasche und einen gutgeschnittenen Rock zu trageck. sind wie versteht er, Pointen anzubringen, ohne ein Wort zu unterstreichen! Ganz hervorragend auch der hinausgekommene jüdische Bankier des Herrn 2 i e b e r t. Ein skrupelloser Verdiener und doch ein Charakter, weil die schmierigen, speiche!- leckerischen Mitveröiener noch, eini'ge Etagen tiefer rangieren als der Herr von Arnheim. Ausgezeichnet in einer Episode Frau W i l k c, die bemerkenswerten Humor entwickelt und alle anderen durkbans erstklcksi::. Ein gelungener Abend des Burgtheaters. O. N. „Da» Mrchra." (Uraufführung in der Volksoper.) Das Märchen, das der Dichterling .Hermann Heinz Ott* ner träumt, spielt — aus dem Theaterzettel — „zeitlos und immer". Es erzählt von Mamnwns Macht und Mammons Gefahr für alles Edle und Schöne» für Poesie und Liebe in einer so unpoetischen Sprache und so wenig kurzweilig, daß aus dem Märchen aus Nirgendland fast eine belehrende, jrellch wen:g verständliche Predigt für die reifere Jugend von heute wird. So war es für den trefflichen Tondichter Franz Moser wahrlich nicht leicht, diese Märchentotgburt durch seine Musik zum höheren Leben des -Traumes zu erwecken. Der Gefahr, völlig den: Märchenton Men-- delSsohns unv Debussys zu verfallen, ist Moser glücklich entronnen, ja er hat in eigenen melodischen und melodramatischen Einfällen und in der vorn hmen Instrumentation seiner wohlklingenden Dissonanzen immerhin des schwachen Stückes bessere Hälfte beigesteuert. Der gedämpfte Beifall galt vor allem den Darstellend: Hilde Wage ner schuf eine wahrhaft rührende Mmchengestalt, Herr Feldhammer war ein empfindsamer Traumheld und Herr Rodenberg bemühte sich ebenso um den Mammon wie um die Regie, die fr.'stich gegen das Chaos dieses dramatisierten Angsttraumes eines überfüllten Magens nichts auSrichten konnte. 4669612^

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