Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-01-26 · Heft 1777 (26.1.1924) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1777 (26.1.1924)
Date
1924-01-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980860--17576-3013317
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung. 26. Jänner 1924 Nr. 1777 Seite 6 eine bktt-kgle EovrreftzkNersk«'»l«vg. ®te geheimer Pakt mit dem Bündeskanzler. Gestern fand in der Bezirksvertretung des 9. Bezirkes eine von der „Schutzaklion für den konservativen Hausbesitz" einberufene Versammlung statt, die stellenweise zu einer sehr er. regten Debatte führte. Der Vorsitzende, Primarius Dr. H o v o r k a. erklärte, daß eS sich jetzt um viel wichtigere Dmge handle, als um den Abbau oder die Aushebung des Mieterschutzes. - Es handle sich darum, den verarmten Hausherren zu helfen. Die Gegensätze zwischen Mieter und Hausbesitzer dürfen nicht verschärft werden. Dieser versöhnliche Standpunkt trat in den Reden der anderen Hausherren nicht zutage. Der Hausbesitzer O b e r m a i s e r verwies auf den Prunk, der bei der Opernredoute von Leuten an den Tag gelegt wurde,' die ihrem Hausherrn einen Bettel zahlen, und sagte bei den Verhandlungen vor den Gerichten der höheren Instanz gewinne man den Eindruck, daß man sich nicht in einem freien, demokratischen Staate befinde, sondern in einer Sowjetrepublik. (Stürmische Zustimmung und Rufe: Schleichender Bolschewismus!) Ein anderer Redner erklärte, daß man trotz der großen Wohnungsnot um Geld noch immer Wohnungen erhalten könne. Für Zimmer und Küche verlangen die Schleichhändler 15 Millionen Vermittlungsgebühr, für Zimmer, Küche und Kabinett 20 Millionen, die Sätze steigen je nach der Größe der Wohnung bis zu 200 Millionen und darüber. Präsident Portniak vom Zentralverband der Hausbesitzer Wiens erzählte, daß der Zentralverband Versprechungen vom Bundeskanzler Dr. Seipel erhalten habe. Gemeinderat Roth erklärt, das Mieterschuhgesetz müsse abgeändert werden. NureinMann kann undwird uns helfen. Das ist der Bundeskanzler. (Rufe: Hoch Seipel!) Sie werden in kürzester Zeit weiteres darüber Horen. Aus diesen Worten geht hervor, daß das geheime Abkommen des Bundeskanzlers mit den Hausherren demnächst zur Erfüllung gelangen soll und daß die Mieter allen Anlaß zur Vorsicht haben. der Ueber'all im SparkvffengMude. Nach den bisherigen Erhebungen wird angenommen, daß dem Bankdiener M a r i s ch, dem vorgestern 92 Millionen geraubt wurden, eine förmliche Falle gelegt worden sei. Man habe durch Spione ermittelt, welchen Weg er zu gehen pflege und ihn trotz des lebhaften Verkehrs eigens in die Toreinfahrt gedrängt. Ein Tatzeuge hat sich gestern gemekel, der Kanzleidirektor Heinrich Art es. der in der Sparkasse zu tun hatte und nun bei der Polizei angibt, daß er zur kritischen Zeit drei Personen gegen den Boden gebückt sah, so daß er ihre Gesichter nicht erkennen konnte. Zwei stoben auseinander und entfernten sich eilends. Der Dritte — es war Mansch — blieb zurück und sagte: ..Mir haben sie 100 Millionen geraubt!" Auf dem Boden lagen mehrere zerknüllte Banknoten zu 100 Kronen, weshalb Artes ursprünglich glaubte, daß die Personen sich nach dem Gelde bückten. Froftabrmhme. Gestern vormittags fiel am Nordostrande der Alpen Schnee (in Wien und Semmering). In Wien klarte es nachmittags wieder vollständig auf, im übrigen Oesterreich war es mäßig bewölkt. Tie Temperatur war morgens höher als vorgestern (zwischen minus 5 Grad und minus 10 Grad). Vorarlberg hatte mittags plus 1 Grad. Noch immer besteht der starke Temperaturunterschied zwischen Ost (Polen unter minus 15 Grad) und West (England plus 10 Grad und Spitzbergen null Grad). Voraussage: Veränderlich, wahrscheinlich nur geringe Bewölkung, Frostabnahme. Die LebemmittelmLrkte. In der Großmarkthalle ift keine Ermäßiamig ier Flellch- -reike einnetreten, obwohl die Preise am Donnerstag auf dem Stechviebmarkte in St. Morr orößtenteils rückgängig waren. Etwas billiger stellte sich Masweflügel, doch sind Fettenten und Fettgänle noch immer wesentlich teurer als vor einem Monat. Ein Kilogramm Fettarm« oder Fetiente stellt sich ans 90 000 bis 42.000 St. Der Geflüaelabkatz ist deshalb sebr aerina. — Die Grün Warenmärkte waren durchwegs genügend beschickt. Tie Preise haben keine Aenderung erfahren. * Zionistisches Lokalkcmitee. Die Sitzung von Sonntag den 27. d. entfällt. * Ter Präsident der „Stafa", Frieß. zurückgetreten. Der geschäftskührrnde Verwaltungsrat der „Sta>a" und Präsident des Kreditinstitutes für öffentliche Angestellte .,Sta°a". Regierun^srat Frieß. ist von seinem Posten zurückgetreten. Wie uns mitgeteilt wird, ist dies aus Gesundheitsrücksichten erfolgt. * Massenversammlung upd Stratzendemonstration der Kleinrentner. Die Schutzaktion für Kronenwerte, veranstastet am S o n n t a g den 2 7. d., 3 Uhr nachmittags, in der Bolkshiue des Neuen Wiener Rathauses, eine Massenvers a m m l u n g. um gegen den geplanten Negierungsentmnrf eines K.cinrentnergesetzes Stellung zu nehmen. Nach der Versammlung findet eine Straßendemonstration und ein Aufmarsch über die Rmgstraße bis zur Babenbergerstraße statt. * Biicherlotterie. Ein gutes Buch gegen geringen Einsatz zu erwerben, dazu bietet die von der Organisation der Wiener Presse veranstaltete Bücherlotterie beste Gelegenheit. Durchwegs gute Bücher unserer ersten heimischen Autoren sind als Trester eingestellt. Alle Richtungen sind ocrücksichtigt und neue Ausgaben älterer Autoren in schöner Ausstattung gewählt. Wer Freude an einem guten Buche hat. versäume nicht, Lose der Bücherlotterie zu erwerben. Mit dem Auslegen in den Trafiken wurde bereits begonnen. Lose — das Stück zu 20CO K. — können auch unmittelbar von der Kanzlei der Organisation der Wiener Presse. 1. Bez., Elisabethstraße 9, bezogen werden. * Die Gemeindewahlen in Fischamerrd. Der Verfassung« gerichtshof fällte gestern seine Entscheidung über die Wahlbeschwerde, welche die sozialdemokratische Partei gegen die am 25. Mörz v. I. im Dorfe Fischamend stattaehabten Gemeinderatswahlen und die Entscheidung der Hauptwahlbehörde erhoben batte.. Während die Ortswahlbehörde von zwölf Mandaten je sechs den beiden Parteien zugewiesen hatte, waren von b« Hauptwahlbehörde sieben Kandidaten der Volk 8 part e i und fünf der Sozialdemokraten rcks gewählt er* n-rt worden. Der Verfasiunosa-richtshof hat die B es ch w e r d e. die sich gegen diese Entscheidung wendet, zurückgewiesen. * Stndienerleichterungen kür Ausländer in Italien. Ans Rom wird ,uns gemeldet: Die Studienerleickternngen für Ausländer, einschließlich der österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten, an den italienischen Universitäten und technischen Hochschulen sind auch auk die Handelshochschulen ausgedehnt worden. Die Studenten sind von allen Inskriptions- und Vrüfnngstaren befreit, die im Auslände zugebrachte Studienzeit wird enaerecknei. In Triest sind bereits zahlreiche Stud'erende. namentlich von den Handelsschulen in Agram. Warschau. Lemberg. Budapest und von der Hochschule für Welthandel in Wien eingetroffen. Die Inskriptionsftist dauert bis Ende Februar. * Einreiseverbot für Inden nach Ungarn. Wie ..Lid. Nov." berichten, verweiaert die ungarische Gesandtschaft in Prag in letzter Zeit Juden, und insbesondere orthodoxen Juden, Sichtvermerke zur Reise nach Ungarn. AuS Karpathorußland wollten dieser Tage einige angesehene Rabbiner zu einem religiösen Kongreß nach Ungarn fahren, doch wurde ihnen das Vi'nm verweigert. * Die jlidffche Einwanderung nach Argentinien. Nach offiziellen Berichten der Iewish Eolonisation Aslonation sind im November 1923 25 026 Einwanderer in der Revublik Argentinien eingetroffen, von denen 1098 meist aus Polen stammende Juden waren. Ein Teil von ibnen findet in den landwirtschaftlichen Siedlungen der Ita als Hilfskräfte Beschäftignng, ein anderer Teil hat einige Siedlungen zugewiesen erhalten. , * Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds). Montag den 28. d.. V«7 Uhr abends, findet eine dringende Sitzung der Lande8k»mmisiian des Jüdischen NationalsondS statt. Taae«ordnuna: DersichenmaSwche. Ab Sonntag den 27. d. wird eine Aktion im 19. Bezirk unternommen zwecks Anbrineunq von Nationalfondsbückffen in allen iüdischen Familie.« durch die A. D. Bar Kcchba. Die -«letzt durchaesübrte Büchsenleerung im 9. Bezirk ergab e-n Restrltat von 7*/« Millionen Kronen. Die im Iabre 1023 durchge'übrte Leenrng ergab bloß eine halbe Million. Im Jänner waren in diesem Bezirk 180, Ende 1923 420 Büchstn ausgestellt worden. Den meisten Ertrag lieferten bei der lebten Leerung die reu onwestellten Büchen. * Ein Tiertransvcrt für Hagenbeck aus Indien. Wie aus Hamburg gemeldet wird, ist dort ein Tiertransport mit dem Dampfer ,.Frouenfels" für die Firma Hagenbeck aus Indien gelandet. Unter anderem sind acht kleine Elefanten, eine große Elefanrenmutter mit zwei säugenden Babys, eine Gruppe auserwählt schöner Tiger. Leoparden, Bären und eine AnrM von Ries-michlauaen ein getroffen. Es ist dies feit Kriegsausbruch der erste größere Tiertransport, der aus Uebersee für die Firma Hagenbeck in Hamburg gelandet ist. Seit 80 Iabren ist es das eiste Mal. daß ein Elefantenbaoy mit seiner Mutter eine solche Ueber'ahrt gemacht hat. Die Elefantenmutter hat aber nrch ein zweites Baby zu sängen, dessen Mutter, während de»- Seefahrt eingegangen ist. Die Tiere bleiben fetzt noch ciniae Tage in vem Hagenbeckschen Tierpark in Stellingen und werden dann nach Wien verladen, um hier im Zirkns Hagenbeck oie Tierschau zu vermehren und dem Publikum vorgeführt zu Werren * Streit zwischen tschechisch-jüdischen «nd Ungarisch-jüdischen Assimklanten. Eine lustige Fehde wird jetzt zwischen der Presse der tschechisch-jüdischen und derjenigen der ungarischjüdischen Assimilanten ausaefockst n. Bor einigen Tonen ging durch englische und französische Blätter die auch von nns wiedergegebene Mitteilung, daß ein tschecho-slowakischer Arzt namens Isaak Fried eine Methode erfunden habe, durch die es möglich sei, vier Monate vor der Geburt eines Kindes da« G-schlecht des Kindes genau zu bestimmen, und daß diese Methode an einer Reihe von europäischen Kliniken erfolgreich angewendet worden sei. Tie tschechisch-jüdischen Blätter reklamierten den Isaak Fried aT§ Tschechen, worauf der „Pester Llovd" sich dagegen entrüstet verwabrt, da es nachgewiesen sei, daß Isaak Fried kein Tschecho-Slowoke, sondern „ein gebnrt i g e r Ungar" sei, der in der Schweiz erlogen wurde. Vielleicht einigen sich die beiden einander befehdenden Parteien auf dos Nächstliegende, schon deshalb, weil es das einzig Wahre ist: Isaak Fried ift' ein Jude aus P r e st b n r g, der an der Sorbonne das Doktordiplom erhielt, in Vreßbnrg, wohin er vor einiger Zeit nrrückkebrte, mit seinem ausländischen D'cksordistlom die ärztliche Praxis nicht ansüben durste und jetzt wieder in Frankreich lebt, von wo er eine Berufung nach Amerika erhielt. * Tie Ie'chiwa zu Lublin. Aus Warschau berichtet I. T. A.: lieber Initiative des Se'M.depwirrten Rabbiner Skbavira cvhl man letzt daran, in Lublin eine neue große I o s fb i w a m erbauen, in Werber die Zöwmae außer m den iüdischen auch rn dm weltlichen llnterrich'sfäch rn crusgeb'-'del werden sollen. Die neue Ieichima soll die Tradition d.r einstigen weltberühmten Lnbliner Ieschi-wa erneuern. . (Nachfolgende Notizen bis *« der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Elite-Ball. Die unter dem Vorsitze der Frau Erna Schwarz-Hiller arbeitende Damensektion des Iüdischen llnterstütznngsvereines ..Esra" veranstaltet benr>> Samstag um 8 Uhr abends in sämtlichen S'^en des Kursalons (Stadtvar^ einen Elite-Ball. Eintrittskarten mm Preise von 25.000 Kr-'nen bei sämtlichen Mitgliedern erhältlich. An der Abendkassa 30.000 Kronen. * Tan'institut Hermann Braun. 14. Bez.. Reindorlgasie 42. * Sensationelles, unerreichtes Angebot im Seidenbaus Richard L e i t n e r, 4. Bez, Margaretenstraße 10 Crepe de Chine, Satin de Chine, Vonais usw. in feinster Qua.iwt zu r>°.000 bis 98.000 K. pro Meter. Seidenstoffe für Lampenschirme usw. spottbillig. Terrine Tortrese «nd Tersvwmlunseu. Zionistisch-akademischer Landesverband. Morgen, 9 Ubr vormittags lohne akad. Viertels Beginn des historischen Seminars unter Leitung des Herrn Dr. Baron. Ort: Iwriab-Bude, 9. Bez., Glasergasse 4 — Palästina- Sektion des akademifchenVereineSitidischer M e d i z i n t r. Heute. 7 Uhr abends, im Zionistischen LarideskoiuitL, 2. Bez., Taborstraße 20^, Zusammenkunft. — Kulturgruppe der zionistischen Bezirkss e k t t o n, 20. Ber.. Karl Meißlftraße 6. Heute, 6 Uhr abends, jüdischer GeEchtskurs. — Zionistische Bezirksf e k t i o u Brigittenau. Montag den 28. d, 7«8 Uhr abends,, im Lokale der Sekiwu, 20. Bez., Karl Meißlftraße 5/1 Vortrag Dr. S. Leer: „Sic Nervenkrankheiten bei den Juden. Gäste willkommen. Mittwoch den 30. d., */,8 Uhr abends in der Toynb erhalle, 20. Bez., Denisgaffe 38. große jüdische Bolkrversammlunq. Medner r Dr. Löwenberz, Gemeinderat Dr. Plasckke». Prof. Freud, Dr. I. Waldmann. - Klub Intellig e n t a. Arkadencafösalon 1. Stock. Heute. 8 Uhr abends, internationale Soiree. — Jüdischer HilfSverei« Vrater. Im Anschluß an die Generalversammlung diese» Vereine» wurden noch Regina Frankl, die Inhaberin de» Cafö Abbazia und der Großindustrielle Moritz Ock» einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt. - Iuqendverein Ahawath 8 1?A„?* ®e*-' lAlockengasse 80. Heute, 5 Uhr nachmittag», SluSschußsitzun«. V»8 Uhr abend». Vortrag r Referent Schwager. Morgen. 7 Uhr abends. Mitgliederversammlung, anschließend Heimabend. Jugendliche Gäste willkommen. — W i e n e r B e t* h a m i d r a s ch. 2. Be»., Ferdinandsstraße 23. Die Generalversammlung de» Vereines sinket Dienstag den 5. Februar. 6 Uhr abends, im VortraaS^ol. 2. Bez., Ferdinandssiraße 28, statt. Der Jahresbeitrag Mr Mitglieder wurde auf 50.000 K. festgesetzt. D'ei»taq den 29. d.. 6 Uhr abend» im Bet-bamidrasch Vortrag Rabbiner Dr. Kaminka: ^Die ethischen Grundideen Backsia ibn Bakuda's und Mose» Masmonike»'". — Verein Erez Israel, 2. Bez., Zirkns^gsse 33. Heute. 4 Uhr nachmittags. Mischnaiemin'r Dr. Goll stein. 7 U^>r abend«, Kurs für Fortaeschrittene. 7*8 Ubr abends, Seminar für Geschichte aeleitet von Dr. Kaminka r ^Geschichte der Juden in Spanien,!>.* — D i e Scholle. 2. Bez.. Lilienbrunnaasie 1. Heute. 7,8 Ubr abends, literarischer und musikalischer Abend. — Z i a n i st i. sche Sektion Zwikchenbritcken. Heute. 4 Uhr nachmittags, Zusammenkunft der Mitglieder. Um 7 Ubr abends, hebräischer Kurs. Einschreibungen ftir die hebräischen Kurse Samstag, Montag und Mittwoch von 7 bis 7,9 Ubr abends. — Bnoth Iehuda. 2. Be»., Obennüllnerstraße 17/81. Anmeldungen für hebräische Klrrle täglich zwischen 7 nnd 8 Uhr abends bei Ehawerah Offenberger. — Die iÜdiscke Tischgesellschaft für den 9. Bezirk veranstastet morgen Sonntag. 8 Ubr nachmittag?, im Saale de« Iüdischen Tunrvereines, 9. Dez., Liechtensteinstraße 20. unter der Leitung der Lehrerin Fräulein Haber, eine Cbamischah-Asiar- Kinderfeier, zu der restliche Karten an ber Tageskasse zu haben sind. — Lele» und Redehalle iüdischer Hochs ch ü l e r. 9. Bez., Türkenstraße 9. Heute. 7,7 Uhr abends, feierliche Eröffnung de? Lesesaales. Eintritt nur für Eingeladene. Konvent um 7,6 Uhr abends. Der Leftlaal ist ab Montag täglich von 8 Uhr nachmittags bis 8 Ubr abends geöffnet. Freitag wird er mit Sabbateingang geschloffen. — ArbeitSarupve des I. N F IS. Bezirk. Morgen arvße Büchsenaktion in Döblina. Treffpunkt 9 Uhr vormittags, DoUnergaffe 3. Jugendliche Mitarbeiter sind berzlickist willkommen. — Kulturgrnvve der zionistischen Bezirkssektion, 20. Bez.. Karl Meißlftraße 5. Heute. 8 Uhr nachmittags, Vortrag Profeffor Wilhelm Menkes r ^Jüdische Kultuvzentren in der Diaspora. — Sepharbisch-akademischer Verein Esveranga. Heute. 8 Uhr abends, im Vereinslokal. 2. Bez.. Novaragaffe 27, Vortrag Kollege Isidor Baruch über r „Der Zionismus als DolkSbeweaunp, betrachtet vom sozialwlffenschastlichen Standpunkt." Gäste willkommen. * Russisch-jüdische FlüchtlingSwitwe mit Kinder«, durch Arber:slosigkelt und Krankheit in größte Not geraten, bii'et jüdische Herzen um Hilfe aber Arbeit. Wir empfehlen dieses Ansuchen aufs wärmste. Ihre Adreff« lautet: T. Waimann» 20. Bez., Vorgartenstraße 69. Tür 16. Der Verein „Buchenland. Schutzbund der Bukowina«» in Oesterreich", hat die Pflicht, allen nnverschusdet in Notlage geratenen Bnkowinaern hilfreich beizustehrn. In dieser traurigen Lage befinden sich seit Jahr und Tag alle aus der Bukow'na stammenden Zivil- und Militärpensionisten und pensionsberechtigwn Witwen und Warfen. S'e beziehen keine Pensionen nnd sind dem Hunacr ausgesetzt. Die Fürsorgeinstitution des Vereines wendet sich darum an die Oeffrn'l^chfeit und appelliert an ihr HumanitälSempfinden. Bundcskonzier Dr. Seipel bat di« Aktion wärmstens befürwortet und 'hr eine Spende von zehn Millionen Kronen zugewendet. Die Institution befindet sich 1. Bez.. Schottenring 8. Gehirn und Seele. Dr. Med -Phil. Schilder spricht Mit'w"ch den 80. d. im Neuen Saal der Hofburg über „Gclrrn und Seele". Sadismus und MafochiSmnS. Dr. Wilhelm S t e k e l spricht am 1. Febniar d. I. im Festsaale der Burg über „Sadismus und Masochismus". Wiener Juristische Gesellschaft. In der am Mittwoch den 80. d. um einvier'el 7 Nhr abends im Hörsaal^' 83 der Universität (Iur-Fakul^ä^) stattfindenden Bollversammluna spricht Rechtsanwalt Dr. Joses Schell über „Gesetzgebungs- Probleme des Insolvenzenrechtes". Bühne und Kauft. Liederabende. Lotte Lehmann hat. gleich ihren Kollegen Schumann, rmd Jeritza. Mayr, Wiedemann, Jeryer, Duhon. Schipper, Picoa-ver, Schubert und manchen anderen von der Siaa>rSopcr, einm längeren Urlaub erhalten, den sie zu einem Gastsp.el an der Mailänder Sactla verwendet. Unmiilalbar vor ihrer Abreise verawstatliete sie einen Liederabend, und so mag d's Reisefiaber an e'ner gewiffen nervösen Eilferriaibpn! des Vortrages mitschui'd'.a gewesen sein. Die Liedfoltze umfaßte di« üblichen Komponisten von Schumann bis Strauß, von denen sie die üblichen — warum denn immer wieder d'e gleichen! — Liader mit ihrer großen, prachtvoll an>f'anchzenden Stimme sang. Ein warmer. fribck--i- S->vra.n. dem kicki W 're''Herrio b eider' Bori,t-cig einer gewisse nlhaften de uff 'en H ussrau M-ffellt. — R uze na Herlingen, deren kleine, neue, in eer Höhe eng begvenze Stimme gerao« für den Hae's-aabnauch ausre'cht. laß: de-r Ehrgeiz nicht rühm. Durch allerlei selten serviere Del'kaiessen sucht sie ihre Liederabende schmackhafter zu machen, so sang sie diesmail den Deibnssys'chm Lie^erzyVius,.L< Promenoir veS deux AmantS" be'a.nA'ose Liedchen, die nriihrer faMosen Melodik und ihrem für Deibusiy typischen Klaviersatz keimeu neuen Beitraig zur Kenn>'n:S des verstoobsnen Tondichters zu bieten verinögen. — Auch Ernmy Heim sang Lieder von Debuffh, die in Men bereits bekannten „Ehantjvn? des Bildtis". feine, impressiotl'stische Bildchen, außerdem primitive Rezrialionen dcS Atonalsten (?) Mcvtchias Hauer und Gesänge von Schu'bert. Ihrer edlen, weichen Stimm« liegt das Zurre und Heitere, doch läßt sie ihr starker In el>lebi, wenn es sein muß auch den gwß.m dramatischen Ausdruck bezwingen. Eine Dovl-ragSkünt'tllerin, die mir bffche'dn'.en Mitteln vre«! vermag! — DaS dürftige Ma eriai des bogaibten lyrischen Tenors, Pros. Paul Lepujchitz, beldavf — namentlich in der Hohe — noch sovg- Miger Fevlung, .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.